Räucherstäbchen – Energie-Reinigung oder eine Einladung an Krebs? – 8 Dez 10

Stadt:
Tornesch
Land:
Deutschland

Viele Leute in der spirituellen Szene, eigentlich fast jeder, der spirituelles Interesse hat, Yoga übt und meditiert, zündet gerne Räucherstäbchen an. Wenn ich rate, denke ich, dass wahrscheinlich mehr als 70% der Leser meines Tagebuchs oft und gerne Räucherstäbchen benutzen, sei es in ihren Yoga-Studios, Heil- und Massage-Räumen oder einfach nur in ihrem Wohnzimmer oder neben der Badewanne. Sie schaffen damit gerne eine ‚spirituelle Atmosphäre‘, um den Raum duften zu lassen und um sich und anderen Wohlgefühl zu vermitteln.

Andere benutzen Räucherstäbchen in Ritualen. Das ist in Indien auch üblich, im Hinduismus und auch im Islam. Wenn Menschen vor ihrem Altar sitzen und ihre Götter verehren, ist es nicht ungewöhnlich, dass mehrere Räucherstäbchen an der Seite vor sich hin glimmen und ihren Geruch in dicken Rauchkringeln in den Raum schicken. Das ist ein religiöser Gebrauch des Räucherns und der Gerüche.

Wahrscheinlich hat es etwas mit diesem religiösen Gebrauch zu tun, dass manche Menschen glauben, das Anzünden von Räucherstäbchen würde die Energie im Raum reinigen. Um ehrlich zu sein, glaube ich da nicht dran. Wenn dein Zimmer stinkt oder schlecht riecht, kann der Rauch von Räucherstäbchen reinigen – oder eher überlagern, das glaube ich gerne. Wenn man schlechte Energien spürt, kann glaube ich nicht einmal ein Räucherstäbchen helfen. Vielleicht sollte man noch einmal überdenken, wie man die schlechte Energie geschaffen hat?

Dazu ist das Anzünden von Räucherstäbchen auch noch schlecht für die Gesundheit. Es ist weithin bekannt, dass der Rauch von Räucherstäbchen das Risiko von Lungenkrebs erhöht. Es ist genauso schlimm wie neben einem Raucher zu stehen. Es gibt eine Reihe giftiger Substanzen im Rauch der Räucherstäbchen, die das Krebsrisiko für die Atemwege, das Risiko für Gehirntumor und das Risiko für Leukämie erhöhen. Besonders junge Kinder und Babies sollten dem Rauch brennender Räucherstäbchen nicht zu nahe kommen.

Um ehrlich zu sein, mochte ich Räucherstäbchen nie sehr. Ich bin mit ihnen aufgewachsen, mit Ritualen und Räucherstäbchen, aber ich mochte den Rauch und auch den Geruch nie wirklich. Immer, wenn ich einen Vortrag hatte, dachten die Leute, ich hätte das gerne und sie bereiteten das Zimmer, besonders den Platz, an dem ich sitzen würde, extra mit vielen Räucherstäbchen vor. Jedes Mal musste ich sie vorher bitten, die Räucherstäbchen zu entfernen und die Fenster für eine Weile zu öffnen, um etwas frische Luft hereinzulassen, bevor ich mit meinem Vortrag anfangen konnte. Oft fragten mich die Leute, warum ich denn keine Räucherstäbchen mag. Der Rauch beißt in meinem Augen, mein Hals tut mir weh und das Atmen fällt mir schwer. So könnte ich nie einen guten Vortrag geben! Jetzt weiß ich, dass es auch schlecht für die Gesundheit ist und so bin ich froh, dass ich sie nie verwendet habe. Denk einmal nach: mein ganzes Leben habe ich in der Umgebung von Räucherstäbchen verbracht. Wie würden denn meine Lungen aussehen? Ich glaube, es ist gut, dass ich Räucherstäbchen nie wirklich mochte.

Achte auf dich selbst und auf deinen Körper. Ich will keine Panik unter denen verbreiten, die jahrelang Räucherstäbchen angezündet haben und ich finde es definitiv falsch, permanent Angst davor zu haben, eine Krankheit wie Krebs zu haben. Aber selbst wenn man die Krankheiten nicht einlädt, kann man seinem Körper etwas Gutes tun. Wenn du weißt, wie du gesund leben kannst, tu es. Keine Räucherstäbchen anzuzünden ist ein Schritt auf diesem Weg.

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