Warten auf den Tod – Folter der Todesstrafe eine Menschenrechtsverletzung – 23 Sep 11

Vor einiger Zeit habe ich über die unmenschliche Situation von zum Tode verurteilter Gefangener in Indien geschrieben. Sie werden zum Tode verurteilt, reichen Gnadengesuche ein und haben immer wieder neue Gerichtsverhandlungen oder müssen einfach nur auf eine Entscheidung und schließlich auf ihre Hinrichtung warten. Sie warten jahrelang darauf, dass sie jemand umbringt. Vor Kurzem war das in den indischen Zeitschriften ein Thema und gestern erfuhr ich, dass es das gleiche Problem auch in den USA gibt. Das ist nämlich das, was die Todesstrafe zur Folter macht.

Vor zwei Tagen, am 21. September 2011, wurde Troy Davis in einem Gefängnis in Amerika hingerichtet, nachdem er im August 1991 sein Todesurteil erhalten hatte. Ich hörte von diesem Mann zum ersten Mal, als ich die Nachricht seiner Hinrichtung las und von dem Aufschrei der Menschenrechtsaktivisten nach seinem Tod erfuhr. Ich las, dass es nach der Urteilssprechung weitere Prozesse, Bitten zur erneuten Untersuchung und einiges mehr gab. Der Fall gewann an Bekanntheit und berühmte Leute wie der frühere Präsident Jimmy Carter baten um Gnade, schrieben öffentliche Briefe und versuchten, einen Einfluss auszuüben, so dass dieser Mann nicht sterben müsse. Dreimal wurde ein Termin für seine Hinrichtung geplant und erst jetzt, zum vierten Termin 2011, 20 Jahre nach seiner ersten Gerichtsverhandlung, wurde er hingerichtet, während vor dem Gefängnis und an anderen Orten im Land Menschen demonstrierten und sich für seine Unschuld aussprachen.

Während ich mehr über diesen Fall herausfand, las ich auch von einem anderen Fall. 2009 sollte Romell Broom durch eine Giftspritze hingerichtet werden. Die Scharfrichter versuchten zwei Stunden lang, eine geeignete Vene zu finden und gaben zum Schluss auf. Die Hinrichtung wurde vom Gericht vertagt. Könnt ihr euch die Situation dieser Person vorstellen?

Seht, was die Welt da macht! In den USA, einem zivilisierten Land, in der modernen Zivilisation, in einem Land, das zu einem der mächtigsten Länder der Welt gehört, das sich überall für Menschenrechte einsetzt, gibt es Menschen, die mit voller Zustimmung der höchsten Gerichte des Landes versuchen, jemanden umzubringen und es nicht schaffen. Dieser Mann wusste die ganze Zeit, dass er sterben würde, dachte aber natürlich nicht, dass er zwei Stunden psychologische Folter ertragen müsse, um schließlich zu erfahren, dass er an diesem Tag doch nicht sterben würde! Das ähnelt der Foltermethode des Waterboardings, das in Guantanamo angewandt wurde, um Gefangene glauben zu lassen, sie würden ertrinken, um Informationen aus ihnen heraus zu bekommen. Da ist jedoch ein Unterschied: dieser Mann hatte kein Geständnis, das ihn hätte retten können!

Jetzt weiß ich, dass es dieses Problem mit der Todesstrafe nicht nur in Indien gibt. Ich habe zuvor geschrieben, wenn man ein solches Gesetz in der Verfassung stehen hat, das einem erlaubt, jemanden zu töten, foltere ihn nicht noch dazu. Wenn ich jedoch solche Fälle sehe und mehr darüber lese, wie lange es dauert, jemanden hinzurichten, zu töten und sein Leben, ganz legal, zu beenden, bin ich immer mehr davon überzeugt, dass das in sich selbst Folter ist. Die Todesstrafe muss in Amerika, in den USA und auf der ganzen Welt abgeschafft werden.

Da kommt wieder die Frage auf: wer sind wir, dass wir über Leben und Tod entscheiden? Wer sind wir, dass wir entscheiden, ob jemand lebt oder stirbt? Wer sind wir, dass wir einen anderen Menschen foltern?

Amerika – höchster durchschnittlicher Wasserverbrauch pro Person pro Tag – 30 Aug 11

Gestern habe ich über Individualismus geschrieben und erwähnt, dass ich in den USA eine bestimmte Einstellung bemerkt habe, die mir den Eindruck gab, dass viele Menschen dort nicht viel über die Umwelt und ihr Umfeld nachdenken. Als wir einmal mit unserer Freundin Iris darüber sprachen, die im Umweltamt in der Abteilung für Wasser arbeitet, erzählte sie uns, dass Amerika auch das Land mit dem höchsten durchschnittlichen Wasserverbrauch pro Person ist.

Als sie das sagte, erinnerte ich mich daran, wie wir einmal in einer Wohnung bemerkten, dass in der Badewanne das Wasser lief. Es tropfte nicht hin und wieder einmal, sondern floß stetig aus dem Hahn in die Wanne und in den Abfluss. Der Hahn war absichtlich offen. Der Besitzer erklärte uns, dass der Hahn immer offen war, damit die Katze trinken konnte. Als wir uns nach der Wasserrechnung erkundigten, erfuhren wir, dass es eine Flatrate war, also ein festgelegter Preis für das Wasser. Es ist also egal, wie viel Wasser in der Wohnung verbraucht wird, die Kosten würden dadurch nicht größer.

Es gibt Hunderte solcher Beispiele von kaputten Wasserhähnen, die immerzu tropfen, bis hin zu Menschen, die ihre Autos täglich im Hof waschen. Wieder einmal beschränkt sich das natürlich nicht auf Amerika. Die Menschen vieler Länder sind mit ihrem Wasserverbrauch unachtsam, weil es für sie selbstverständlich ist, dass immer genug Wasser in der Leitung ist.

Ich habe mir jedoch online Statistiken angesehen und gesehen, dass Amerika mit einem Durchschnitt von 575 Litern den höchsten Wasserverbrauch pro Person pro Tag hat. Natürlich habe ich die Zahlen mit denen von Deutschland verglichen, wo 193 Liter verbraucht werden und mit denen von Indien, wo eine Person pro Tag im Durchschnitt 135 Liter verbraucht. Es gibt natürlich viele Länder, in denen weniger Wasser verbraucht wird, so zum Beispiel all die Afrikanischen Länder, in denen Wasser einfach nur so wenig vorhanden ist, dass die meisten Menschen keinen Zugang zu so vielen Litern pro Tag haben.

Es gibt so viele Probleme was Wasser betrifft, den Zugang zum Wasser für die ländliche Bevölkerung und auch die Frage, ob das Wasser dann sauber genug ist, um getrunken zu werden. Wenn wir all das sehen und an diejenigen denken, die in anderen Teilen der Welt verdursten, müssen wir unsere Gewohnheiten des Wasserverbrauchs überdenken. Wasser ist wertvoll. Es ist Leben. Verschwende es nicht! Denke weiter und verstehe, dass das Wasser, das du unachtsam in den Ausguss schüttest für jemand anderen Leben bedeutet.

Individualismus in Amerika – In Notsituationen wie beim Hurrikan Irene vereinen sie sich – 29 Aug 11

Obwohl wir am Wochenende in Bonn sehr mit unserer Arbeit beschäftigt waren, hörten und sahen wir natürlich auch Nachrichten zum Hurrikan Irene. Auf der Zugfahrt zurück in Wiesbaden fragten wir uns, wie wohl zu dem Zeitpunkt die Situation in New York sei. Als wir daheim ankamen, freuten wir uns zu hören, dass der Sturm nicht so schlimm war wie erwartet. Natürlich hatten die Menschen viel Angst gehabt und zum ersten Mal in der Geschichte rief der Präsident für die Stadt den Alarmzustand aus. Aus einigen Teilen der Stadt mussten die Menschen evakuiert werden und selbst der U-Bahnverkehr wurde in der gefährlichen Zeit eingestellt.

Natürlich war es schlimm, all die Vorbereitungen zu sehen, zu sehen, wie die Menschen versuchten, wegzukommen und so viel ihrer wertvollen Habe mitzunehmen, wie möglich und zu wissen, dass manche nur in den Notunterkünften unterkommen konnten, die von der Regierung bereit gestellt wurden. Einwohner, Hausbesitzer und Geschäftsinhaber verbarrikadierten ihre Häuser und Geschäfte in einem Versuch, größeren Schaden zu vermeiden. Sie machten sich Gedanken um die Sicherheit dessen, was sie haben.

So schockierend, wie diese Bilder vielleicht waren, gab es aber auch etwas schönes zu sehen: Menschen halfen einander. Nachbarn halfen einander, Dinge rein und raus zu tragen oder Bretter an die Fenster zu nageln. Leute fuhren zu Freunden und Familie, um dort zu bleiben und die, die in einer Gefahrenzone blieben, berichteten anderen über das Internet, wie es ihnen ging, so dass sie sich keine Gedanken machten. Ich las, dass die Leute einander auch während dem Sturm halfen, indem sie Neuigkeiten zur momentanen Situation austauschten.

Das zu sehen ist gut und gibt einem wirklich das Gefühl, als hätten die Menschen nun aufgehört, nur an sich selbst zu denken. Leider war das einer meiner Eindrücke, als ich Amerika besuchte. Ich fand, dass die Menschen sehr individuell und an sich selbst denken.

Ich habe gesehen, wie Menschen in ihrer Wohnung den ganzen Tag lang die Klimaanlage laufen ließen, selbst wenn sie acht oder zehn Stunden lang nicht daheim waren, so dass ihre Wohnung am Abend, wenn sie heimkommen, schön kühl ist. Stattdessen könnten sie doch drandenken, wie viel Energie sie verbrauchen und die Klimaanlage nur anschalten, wenn sie nach Hause kommen. Es dauert nur ein paar Minuten, die Wohnung runter zu kühlen, aber die Unannehmlichkeit, diese paar Minuten zu warten, ist für sie zu viel.

Als wir einmal spazieren gingen, wurden wir von jemandem begleitet, der einen Kaugummi auswickelte und das Papier auf die Straße warf. Ramona, mit ihrer deutschen Erziehung, konnte nicht anders als zu fragen, warum unser Begleiter das getan hatte. Die Antwort war: ‚Ich zahle Steuern, es ist die Aufgabe der Stadt, die Straßen sauber zu halten.‘

Das sind nur zwei kleine Beispiele dieses Individualismus, die ich dort gesehen habe. Das setzt sich natürlich auch in größeren, wichtigeren Bereichen des Lebens fort. Man sieht Politiker, die ihren Standpunkt nur wegen ihrem Ego nicht aufgeben wollen, ohne an die Gesellschaft um sie herum zu denken. Man sieht, wie die Menschen so viel Essen verschwenden, ohne auch nur einen Gedanken an die, die hungern. Natürlich ist es nicht nur Amerika, das geschieht auf der ganzen Welt, aber als ich die Bilder sah, wie die Menschen einander halfen, merkte ich, dass das einer der Eindrücke war, den ich in den USA gewonnen hatte. Ich hoffe meine amerikanischen Freunde verstehen mich nicht falsch, ich habe dort auch viele wundervolle und hilfreiche Menschen getroffen! Im Allgemeinen und den Menschen auf der ganzen Welt möchte ich gerne sagen, dass wir auch an die anderen um uns herum dneken müssen, nicht nur an uns selbst. Wir zerstören in unserem Egoismus die Welt und die Natur zeigt uns genau das. Wir müssen an die Generationen denken, die nach uns kommen und ihnen nicht einen großen Müllhaufen hinterlassen, nur weil es für uns bequem war und wir zu faul waren, aufzuräumen und etwas anders zu machen.

Einander in Zeiten der Not, aber auch im normalen Leben zu helfen, gehört zu diesem un-egoistischem Verhalten. Ich weiß, dass der Hurrikan noch nicht überall vorbei ist und obwohl die Metropole New York vom Schlimmsten verschont blieb, gab es auch andere Gegenden, in denen der Sturm ernsthaften Schaden angerichtet hat und auch einige Leben gekostet hat. Meine Gebete und besten Wünsche gehen an die Menschen in diesen Gegenden und an ihre Freunde und Familien.

Rückblick auf das Jahr 2010 – Veränderungen und Erlebnisse – 31 Dez 10

Ein weiteres Jahr ist vorbei und weitere 365 Seiten sind mit Worten meines Tagebuchs voll. Wie immer nach einem ganzen Jahr ist es schwierig zu sagen ‚es war ein gutes Jahr‘ genauso wie man nicht sagen kann ‚es war ein schlechtes Jahr‘. Es ist ein großer Mix aus Situationen, Ereignissen und Emotionen. In meinem Leben geschehen Veränderungen sehr schnell, besonders weil wir uns selbst immer bewegen und verändern. Mann kann das alles nicht in ein oder zwei Worte zusammenfassen und deshalb möchte ich an die einzelnen Monate des Jahres denken. Glücklicherweise habe ich diese Tagebucheinträge. Ich kann also nachlesen, was geschehen ist und euch eine kleine Zusammenfassung meines Jahres geben.

Januar

Wir werden dieses Jahr genau da beenden, wo wir es begonnen haben: im Ashram in Indien. Ich erinnere mich, dass der Anfang des Jahres ungewöhnlich kalt war. Der ganze Januar war neblig und kalt und die Kinder hatten wegen dem strengen Winter mehrere Tage schulfrei. Trotzdem waren wir froh, dass wir in Indien waren – in Deutschland und anderen Orten der Welt herrschte ein großes Schneechaos.

Februar

Bald nach dem ersten kalten Monat begann der Frühlung in Vrindavan. Fast den ganzen Februar lang waren in Vrindavan mehrere Tausend Leute mehr als gewöhnlich. Der Anlass war die Kumbh Mela. Dieses größte religiöse Drama der Welt hat einen Halt in unserer Stadt gemacht, bevor sie zu ihrem eigentlichen Bestimmungsort Haridwar weitergezogen sind. Sie sind weitergezogen, aber wir sind in Vrindavan geblieben, um Holi, das Fest der Farben zu feiern.

März

Gleich nach dem Fest der Farben konnten wir lesen, dass der sogenannte erleuchtete Meister Nithyananda auch viel gefeiert hat – mit Frauen in seinem Schlafzimmer! Ich habe über seinen Sex-Skandal und auch meine Meinung zu solchen Gurus geschrieben. Was auch immer Nithyananda in dieser Zeit getan hat, wir haben weiter gefeiert. Es war Ramonas Geburtstag und wir hatten eine schöne Zeit mit Besuchern und Gästen im Ashram. Ende März haben wir den Ashram verlassen und sind gut in unserem Wiesbadener Ashram angekommen.

April

Im April haben wir unsere Tour durch Europa begonnen. Auf dem Weg habe ich viel über Unehrlichkeit und Betrug geschrieben. Einen Partner in der Beziehung zu betrügen und Unehrlichkeit im Geschäft, besonders in der spirituellen und esoterischen Szene. Persönlich war der Monat angefüllt mit ehrlichen Freundschaften und Liebe, Treffen und Leben mit vielen wundervollen Menschen. Wir kamen natürlich auch nach Erkelenz, ein weiterer Ort, der wie zu Hause ist und wo unsere Freunde Sonja und Peter uns willkommen hießen. In Bocholt, wo wir zum ersten Mal waren, haben wir unsere Freundschaft mit der Familie vom Kolke vertieft. Ich hatte Freude an der Energie des kleinen Konstantin und habe die beste Pizza und das beste Eis in Deutschland gegessen.

Mai

Wir haben den Monat Mai mit Regina, Jens und Celina begonnen und ein paar Tage darauf hatten wir eine schöne Zeit mit Michael und Andrea in Lüneburg. Wir haben es dann geschafft, einige Freunde mit uns nach Kopenhagen zu einer tollen Chakra Tanz Party zu nehmen. Der Mai war ein sehr glücklicher Monat. Die Hälfte des Mai haben wir auf der Reise in Europa verbracht und sind dann ancht Amerika aufgebrochen. Zuerst waren wir mit unserem Freund Asheem in New York, bevor wir ins sonnige und heiße Texas weitergefahren sind.

Juni

Im Juni sind wir zurückgekommen nach New York und haben eigentlich den ganzen Monat dort verbracht. In dieser langen Zeit haben ich natürlich auch die amerikanische Kultur besser kennen gelernt. Ich konnte nicht anders als Amerika, Europa und natürlich auch Indien miteinander zu vergleichen und habe so die Bestätigung bekommen, dass es für mich schwierig ist, in amerikanischer Kultur zu leben. Es war kein guter Monat, in der Tat der traurigste und enttäuschendste Monat des ganzen Jahres. Es war der Monat, in dem ich darüber nachdachte, ob diejenigen, die man seine Freunde nennt, auch wirklich Freunde sind.

Juli

Im Juli waren wir zurück in Europa. Ihr wisst ja, dass ich nicht gut mit negativen Emotionen leben kann. Ich habe mich also schnell erholt und meine Freude wiedergefunden. Wir sind in die Schweiz gefahren, noch etwas weiter gereist, haben wieder Zeit mit Freunden verbracht und waren sogar in der Nordsee schwimmen.

August

Zu Beginn des Augusts kamen wir wieder nach Hause in den Ashram. Es war Monsun Zeit – heiß, schwül und regnerisch. Wir haben die erste Hälfte des Augusts damit verbracht, mit Kindern im Regen zu spielen, aber bis Ende August war das Wasser des Flusses Yamuna so hoch gestiegen, dass ganze Teile des äußeren Vrindavans überflutet waren. Wir haben zu helfen begonnen.

September

Ich möchte allen danken, die uns dabei unterstützt haben, denen zu helfen, die in dem Monat Hilfe benötigt haben. Menschen haben ihr zu Hause verloren und wir haben ihnen im Ashram Platz angeboten. Wir haben mehrere Male Essen verteilt und es sogar vor Ort zubereitet. Wir haben ihnen Kleidung gegeben und medizinische Versorgung angeboten, um der Verbreitung von Fieber und anderen Krankheiten vorzubeugen. Es ist ein Monat, an den wir uns wegen der vielen Mühen erinnern werden, die wir unternommen haben, um denen zu helfen, deren Häuser im Wasser standen, die auf ihren Dächern lebten und beteten, dass das Wasser zurückgeht. Das alles war nur mit der Hilfe vieler Leute aus der ganzen Welt und auch aus Indien möglich!

Oktober

Mit dem Oktober kam besseres Wetter nach Vrindavan und damit auch unsere Freunde aus Deutschland. Fast ein ganzes Jahr interessanter Erfahrungen hat mich dazu inspiriert, in der Zeit viel über Freundschaft zu schreiben. Es war auch der Monat, in dem wir an unserer Schule mit täglichem Yoga Unterricht begonnen haben.

November

Im November war der Ashram voll mit Teilnehmern der Yogaleher-Ausbildung, des Ayurveda Yoga Urlaubs und mit Freiwilligen. Sie haben Diwali, das Lichterfest, mit uns gefeiert. In der letzten Novemberwoche sind wir für einen kurzen Trip nach Deutschland gefahren. Dieses Mal war Purnendu auch dabei, um mit uns zu feiern, wie Ramona und ich ein Dokument unterschrieben hat, das an unserer Liebe zwar nichts ändert, wohl aber an notwendiger Bürokratie.

Dezember

Im Dezember war Purnendu zurück in Indien, Yashendu war für Arbeit in Taiwan und Ramona und ich reistem im kalten Deutschland, das ganz mit Schnee bedeckt war. Dieses Mal war unsere Reise jedoch nicht für geschäftliches gedacht, sondern um Freunde und Familie in Bocholt, Tornesch, Lüneburg und Augsburg bei Ramonas Vater zu besuchen. Wir haben die Vorweihnachtszeit in Deutschland genossen und sind kurz vor Weihnachten zum Ashram gekommen, so dass wir Weihnachten auch in Indien feiern konnten. Thomas und Iris sind mit uns zusammen geflogen und zur Feier hatten wir noch mehr deutsche Gäste, da Hans-Christian, Annick, Sophie, Lotti und Konsti auch in Indien angekommen waren. Die Feiern gingen mit Sophies Geburtstag weiter und mit einer weiteren Feier heute Abend werden wir das Jahr beenden.

Ihr seht also, jedes Jahr erlebt man jede Emotion und was am Ende als Erinnerung zurückbleibt ist natürlich das Glück und die Liebe. Veränderungen geschehen immer, aber sie sind zum Guten. Ich möchte allen meinen Freunden auf dem ganzen Erdball danken, denen die ich kenne und denen, die ich persönlich nicht kenne, meiner Familie natürlich und auch dir, demjenigen, der mein Tagebuch liest und es sinnvoll macht, 365 Tage im Jahr zu schreiben.
 

Hey Nithyananda – War das Wiederholte Vergewaltigung oder ein Göttlicher Akt? – 2 Dez 10

Wir haben heute etwas mehr über Nithyananda gelesen und haben über mehrere der Nachrichten-Artikel gelacht. Spirituelle Meister benutzen wirklich viele Ausreden, um Sex zu haben – und diese Ausreden hören sich auch immer wieder gleich an. Sie versuchen intelligent darüber zu argumentieren, warum man denn mit ihnen Sex haben sollte. Sie sagen manch einem: Das ist nicht gewöhnlicher Sex, nichts Schmutziges. Es ist ein tantrisches Ritual, die göttliche Einheit der Männlichkeit und Weiblichkeit. Yin und Yang. Manche sagen ‚Ich bin Krishna, ihr alle seid Gopis.‘ Und Nithyananda sagte offensichtlich zu einer der Frauen, die ihn nun der Vergewaltigung anklagen: ‚Ich bin Shiva und du bist Parvati‘. Wenn es jemand anderes tut, ist es nur gewöhnlicher Sex, wenn wir es aber tun, ist es ein göttlicher Akt. Naja…

Es ist bereits lächerlich, wenn man diese Seite der Münze betrachtet. Wenn man die Münze umdreht und sich ansieht, was die ‚Opfer‘ sagen, könnte man sich auch am Kopf kratzen. Als er in den USA war, wollte Nithyananda wohl amerikanische Kultur genießen und hat sich ein paar Strip Clubs angesehen. Nachdem er dort professionelle Lapdance Vorführungen gesehen und erlebt hatte, beschloss er, dass er das auch bei sich zu Hause haben sollte und ‚zwang seine weiblichen Anhänger dazu, das Gleiche in seinem Zimmer zu tun‘. Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie man jemanden dazu zwingt, einen Lapdance zu machen, leider ohne Erfolg. Und ihr?

Eine weitere dieser seltsamen Anschuldigungen ist, wie eine Frau seine Missetaten beschreibt. Sie sagt, sie wurde ‚von Nithyananda wiederholt vergewaltigt, nicht nur in seinem Bidadi Ashram, sondern auch in anderen Teilen des Landes‘. Wieder versagt meine Vorstellungskraft. Wie genau kann Vergewaltigung wiederholt stattfinden und das besonders in verschiedenen Teilen des Landes? Bedeutet das, dass Nithyananda ein gewöhnlicher Stalker ist, der ihr durch das Land folgte und sie jedes Mal anfiel, wenn sie allein war? Oder folgte sie ihrem Guru auf seiner India Tournee mit einem VIP Pass für sein Schlafzimmer?

Was auch immer in dieser Verhandlung geschieht, es wird viele Anschuldigungen geben und man wird versuchen, Gesetzeslücken auszunutzen. In dieser Art von Gerichtsverhandlung kommt nur selten die Wahrheit ans Licht. Wer die bessere Geschichte erzählt, gewinnt. Es wirft jedoch alles in allem kein gutes Licht auf die spirituelle Szene der ganzen Welt, wenn Gott als Ausrede für den Geschlechtsverkehr herhalten muss. Es ist ein natürliches Verlangen, befriedige es auf respektvolle, liebevolle Weise und sei dabei ehrlich. Gar nicht so schwierig, oder?

Nachrichtenartikel:

 

http://www.mid-day.com/news/2010/dec/021210-news-bangalore-swami-nithyananda-sex-cid-divine-act.htm

http://www.rediff.com/news/report/nithyananda-aides-charged-with-rape-unnatural-sex/20101129.htm

Outsourcing nach Indien – Von IT Arbeit zu Hausaufgaben! – 15 Nov 10

Ihr habt vielleicht bereits gehört, dass Indien ein guter Platz für Outsourcing ist. Viele Geschäfte gliedern also Produktionsteile oder Dienstleistungen nach Indien aus und besonders in der IT Branche ist Indien sehr beliebt. Vielleicht habt ihr in den letzten Tagen gehört, dass der amerikanische Präsident Obama sich Sorgen macht, wie viel wirklich in Indien gemacht wird. Er möchte nicht mehr in Indien outsourcen, sondern Arbeit lieber in den USA machen lassen. Wenn er die aktuellsten Nachrichten gehört hat, hat er vielleicht einen weiteren Grund, sich Sorgen zu machen:

Amerikanische, Britische und Australische Schüler und Studenten haben einen schnellen Weg gefunden, ihre Hausaufgaben ohne viel Anstrengung zu erledigen: sie oursourcen nach Indien! Für Preise so günstig wie $2 pro 100 Worte bekommen sie jetzt ihre Aufsätze, Hausaufgaben und sogar Semesterarbeiten geschrieben und können sogar genau angeben, wie schnell sie die Ergebnisse haben wollen, in 10 Stunden, 24 Stunden oder bis zu vier Tagen. Man findet Hunderte von Internetseiten online, die bildende Arbeiten annehmen und das sind professionelle Internetseiten, die ihr Geld rein damit verdienen.

Manche Internetseiten arbeiten mit festen Preisen pro Projekt und andere machen Verträge für mehr Arbeit und längerfristige Arbeit. Australische Bildungs-Organisationen sagen, dass das Internet ein großer Ozean ist und man seine Schüler nicht so sehr kontrollieren kann. Man tut, was man kann, um Betrug zu vermeiden, aber wenn es zu dieser Ebene kommt, ist es schwierig, 100% sicher zu sein.

Es sind jedoch nicht nur indische Schüler, die das Konzept des Outsourcing verstanden haben! Viele vom Staat beschäftigte Lehrer in Indien lieben es auch, ihre Arbeit durch Outsourcing to bewältigen! Wenn man Bildung studiert hat und eine feste Anstellung beim Staat hat, hat man auch die Möglichkeit ein gutes Gehalt zu bekommen. Manche Lehrer beschließen also, einer Person mit niedrigeren Qualifikationen Arbeit zu geben, jemand, der nicht studiert hat, aber in der Lage ist, niedrigere Klassen zu unterrichten. Der Staats-Lehrer stellt also einfach einen solchen Lehrer an, lässt ihn oder sie für sich unterrichten und erscheint nur, um sein Gehalt abzuholen. Die Hälfte davon geht an den Lehrer, der die Arbeit gemacht hat, die andere Hälfte gehört dem Lehrer, dessen Name offiziell eingetragen ist.

In Indien ist die Arbeitslosenrate bekanntlich recht hoch und das hilft bestimmt etwas dagegen! So hat nun eine weitere Person die Möglichkeit zu unterrichten und der wahre Lehrer hat Zeit, auf seinem Feld zu arbeiten und auch so etwas Geld zu verdienen! So betrachtet ist das natürlich gut, aber wenn man einmal nachdenkt, stellt sich die Frage, was wohl mit den Kindern geschehen wird? Hat jemand an sie und ihre Bildung gedacht? Sie brauchen echte und gute Lehrer, so dass sie weiter ihr Outsourcing für Stundenten auf der ganzen Welt machen können!

Nachrichten: http://www.indianexpress.com/news/australian-students-outsourcing-homework-to-india-pak/711226/
 

Indische Medien zu Barack Obama und Pakistan – 8 Nov 10

Barack Obama ist zur Zeit in Indien. Er hat seine Reise mit einem Besuch in Mumbai begonnen, wo er sich mit Geschäftsleuten getroffen hat, um Verträge für internationalen Handel und Zusammenarbeit zwischen Indien und den USA zu schließen. Gestern sind er und seine Frau Michelle weitergeflogen nach Delhi, um sich mit dem indischen Premierminister und anderen offiziellen Personen zu treffen. Sie haben mehrere Schulen besucht und hatten Gespräche mit Studenten der Universität.

Seit sein Flugzeug in Mumbai gelandet ist, gibt es in den indischen Medien kaum ein anderes Thema als Barack Obamas Besuch in Indien. Sie zeigen, was er macht, über was er spricht und natürlich haben sie viele Kommentare und Meinungen hinzuzufügen.

Am ersten Tag beschuldigten sie ihn, wie ein Manager, ein Geschäftsleiter seines Landes zu agieren, nur darauf aus, Möglichkeiten für bessere Geschäfte zu finden. Er sprach vor den erfolgreichsten Geschäftsleuten Indiens und unterzeichnete 20 Verträge, die in den USA 50000 Arbeitsplätze schaffen sollen. Die Medien haben offensichtlich beschlossen, ihm das krumm zu nehmen und schrien geradezu, was Obama für ein Geschäftsmann anstatt ein Präsident zu sein, dass er nur an Vorteile für Amerikaner denke und nicht ein einziges Mal erwähnte, ob Indien von diesen Verträgen irgendetwas bekommt oder nicht. Er wurde beschuldigt, Schaden beheben zu wollen und nach der Niederlage seiner Partei Leuten zeigen zu wollen, was er gegen die Arbeitslosigkeit in Amerika tat. Die indischen Medien sagten, er sei nur nach Mumbai gekommen, um den Amerikanischen Bürgern diese Botschaft zukommen zu lassen.

Am zweiten Tag gab es einen weiteren Kritikpunkt! Er und fast alle, die mit ihm angekommen waren, machten das Fünf-Sterne-Hotel Taj in Mumbai zum Hauptquartier ihres Aufenthalts. In einer Rede nach seiner Ankunft erinnerte er auch an die Terroranschläge, die dort am 26. November 2008 verübt worden waren. Die Medien hatten auch daran etwas auszusetzen: warum hat er Pakistan nicht erwähnt und dass Pakistan für diese Terroranschläge verantwortlich waren? Warum hat Amerika Pakistan nicht zum terroristischen Land erklärt, obwohl doch bewiesen ist, dass sie dahinter steckten? Er erklärte, dass die USA und die ganze Welt daran interessiert sind, dass Pakistan ein stabiles und friedliches Land wird.

Was ist also meine Meinung zu all diesem? Ich denke manchmal, dass die Medien aus allem eine Art Problem machen müssen. Was erwartet ihr denn, dass er über seine Geschäftspartner sagt, ein Land, mit dem er auch Verträge hat? Und warum sollte er sich nicht um die Finanzen seines Landes kümmern? Ich schätze es sogar, dass er nicht auf einer politischen Mission, sondern als Geschäftsmann gekommen ist und Interesse daran zeigt, die Welt durch diese Art von Verträgen näher zusammen zu bringen. Natürlich werden beide Länder von diesen Verträgen profitieren! Ich denke nur, dass diese Art von Aussagen um einiges besser sind als negative politische Reden.

Kinder zu schlagen kostet Geld – also lass es sein! – 3 Nov 10

Gestern habe ich über die Studie zu Bildung, Gewalt und sexuellem Missbrauch geschrieben, die von Plan International durchgeführt worden war. Als ich euch davon erzählte, habe ich mich auf die Punkte konzentriert, die ich wichtig finde, dass Kinder geschlagen und sexuell missbraucht werden. Was Plan International geschrieben hat – und nach ihnen noch viele Zeitungen, Zeitschriften, online Autoren und Schreiber – beinhaltet noch einen weiteren Aspekt: Geld.

Der Hauptpunkt ihrer Studie, die nicht nur in Indien, sondern in 13 Ländern der Welt durchgeführt worden war, war eigentlich, wie viel Geld verschiedene Ländern aufgrund von körperlicher Bestrafung verlieren. Der Grund ist, dass viele Kinder nicht mehr zur Schule kommen, weil sie dort geschlagen und misshandelt wurden. Auf diese Weise verdient die Schule weniger Geld, wodurch der Staat weniger Geld verdient, doch noch wichtiger ist, dass Kinder, die nicht zur Schule gehen ihre Ausbildung nicht abschließen und keine Ingenieure, Wissenschaftler, Computer-Spezialisten und Ärzte werden, die alle für ihr Land Geld verdienen und zahlen würden. So haben die Länder finanzielle Verluste durch körperliche Bestrafung.

Eine der interessanten Tatsachen war, dass mit einem jährlichen finanziellen Verlust von 7,42 Milliarden US-Dollar Indien nur auf den dritten Platz nach der USA und Brasilien kommt. Plan International hat offensichtlich gehofft, dass das für die Regierungen der teilnehmenden Länder ein Grund sein wird, Kinderrechte strenger durchzusetzen, um etwas Geld zu sparen.

Was mir an dieser Studie aufgefallen ist, ist, dass der Aspekt des Geldes so wichtig ist. Nun glaube ich nicht, dass dieser wohltätigen Organisation das Geld wichtiger ist als die Kinder, aber die Tatsache, dass sie glauben, sie müssten die Nachricht auf diese Weise schicken, spricht für sich. Sie haben höchstwahrscheinlich bereits Tausende von Artikeln über Kinderrechte und Gewalt in Schulen geschrieben, doch um das noch wichtiger zu machen, müssen sie zeigen, wie viel Geld es kostet. Bedeutet das, dass die Regierungen dieser Welt sich nur kümmern, wenn es um ihr Geld geht? Hören sie nicht zu, wenn man ihnen sagt, dass Kinder geschlagen und misshandelt werden, müssen sie hören, dass es sie Geld kostet? Schämt euch!

Wenn diese Strategie hilft, ist es schön, ich wünsche mir ,dass jede Regierung aufwacht und handelt. Doch ich sähe es lieber, wenn sie nicht nur für diejenigen handeln würden, die vielleicht Ingenieure werden und Führungsqualitäten haben, sie sollten in ihren Herzen das Gefühl haben, dass sie die Gewalt stoppen müssen, egal zu welchem Preis! Wenn die ganze Welt sich nur um ihren eigenen Geldbeutel kümmert, ist sie ein sehr trauriger Ort!

Man muss handeln und denen, die es brauchen helfen. Ohne vorher nachzudenken, was dir das bringt. Es sind die Kinder eures Landes und ihr seid für sie verantwortlich. Gib ihnen Liebe anstatt Gewalt und lass sie in einer friedvollen und fröhlichen Atmosphäre lernen.

Mehr: http://sify.com/news/school-violence-costs-india-yearly-us-7-42-billion-news-international-kk0rasfjfbf.html

Kultureller Austausch zwischen Indien und USA – 21 Juli 10

Im Mai, als wir in Texas waren, waren wir bei unseren Freunden Jeff und Joanne. An einem Tag hat uns Jeff mit zu seiner Kirche genommen, der Bay Area Unitarian Univeralist Church in League City, wo sie auch eine kleine Schule haben. Er ist dort Lehrer und zeigte sie uns. Die Kirche beschloss auch, Pate für eines der Kinder unserer Schule zu werden und während wir darüber sprachen, hatte Jeff die Idee, dass wir einen kulturellen Austausch für die Kinder organisieren könnten.

Sie hatten im Juli eine kulturelle Woche geplant, in der die Kinder mehr über verschiedene Länder lernen sollten und Indien konnte doch eines davon sein. Wir freuten uns alle sehr darauf. Und letzte Woche erzählte Purnendu dann den Kindern in unserer Schule davon und eines der Mädchen bereitete einen Tanz vor, den wir mit Skype aufnahmen. Das Video haben wir hochgeladen und Jeffs Schule zugeschickt, so dass die Kinder dort unsere Kinder etwas kennen lernen können, sehen, wie sie essen und welche Art von Tanz sie tun. Sie freuen sich schon darauf, die Vorführung der Kinder in Texas zu sehen, die diese aufnehmen und schicken werden.

Wir freuen uns sehr über diese Art von Austausch. Durch das Internet und unsere internationalen Verbindungen haben wir die Möglichkeit, unseren Kindern die Welt zu zeigen. Sie bekommen einen einzigartigen Einblick, etwas, das früher nie möglich war, und vielleicht können sie sich eines Tages im Land des anderen auch persönlich treffen. Wer weiß? Wenn einer von euch ein ähnliches Projekt im Kopf hat und gerne einen Austausch machen würde, heißen wir jeden Vorschlag gerne willkommen, zusammen etwas für die Kinder zu tun.
 

Warum versteckst du dein Geburtsdatum? – 19 Juli 10

Als wir dabei waren, zu vergleichen, welche Dinge im Westen und in Indien versteckt werden, ist uns noch eine Sache eingefallen, eigentlich aus Amerika, von der mir nie einfallen würde, sie zu verstecken: dein Geburtsdatum.

Immer wenn jemand zu einem Programm, einem Workshop, spiritueller Heilsitzung oder einer Beratung kommt, teilt Ramona ein Formular aus, in dem sie ihre Angaben wie Name, E-Mail-Adresse etc. ausfüllen, so dass wie sie informieren können, wann wir wieder dort sein werden und natürlich über unsere Kinderhilfsprojekte in Indien. Dazu ist da noch ein Feld für das Geburtsdatum, das die Menschen ausfüllen und so können wir ihnen die Idee geben, an ihrem Geburtstag Essen für die Kinder zu spenden und wir senden ihnen Geburtstagsgrüße.

Eines, was wir in in den USA stärker bemerkt haben als answerswo ist, dass die Menschen dieses Feld nicht ausfüllen wollen. Sie füllen alles andere aus und lassen dieses eine leer. Das sind Männer und Frauen gleichermaßen. Manche schreiben sogar ihren Tag und Monat, aber nicht das Jahr. Sie wollen also ihr Alter auf jeden Fall verstecken.

Lass uns einmal darüber nachdenken, warum das so ist. Offensichtlich wollen sie nicht zeigen, wie alt sie sind, so dass du es nicht erfährst. Sie wollen nicht, dass du das weißt, vielleicht aus Angst, dass du denken könntest, sie wären alt. Warum würde das nun für mich einen Unterschied machen, wenn ich ihr Alter wüsste? Ich könnte raten, wenn ich wollte, aber normalerweise macht es für mich überhaupt keinen Unterschied. Warum? Das ist nur eine Zahl! Es gibt Teenager und junge Erwachsene, die schon recht alt aussehen. Es gibt ältere Menschen, die immer noch sehr jung scheinen, sehr aktiv sind und von denen man niemals denken würde, dass sie doch schon recht alt sind.

Es zeigt eigentlich nur, wie sehr sich unsere Gesellschaft auf diese eine Nummer konzentriert. Es ist wichtig, nicht nur jung auszusehen, sondern auch, jung zu sein. Du kann dein Alter nicht verändern, warum möchtest du es denn verstecken?