Lassen sich Westler zu schnell scheiden oder bleiben Inder zu lange? – 17 Mär 16

Gestern habe ich euch von einer unserer ersten Erfahrungen in Ammaji‘s Ayurvedischem Restaurant erzählt. Wir vier, Purnendu, Yashendu, Ramona und ich, haben uns völlig unserer neuen Arbeit gewidmet und lieben es, uns ganz in dieses neue Abenteuer zu stürzen! Wir reden daher oft vor oder nach der Bestellung mit unseren Gästen, sammeln Feedback, helfen beim Servieren und verbessern unser neues Unternehmen ständig. Eine dieser Unterhaltungen, die Ramona mit einem weiblichen Gast hatte, war recht interessant, da es eine sehr indische Sicht auf Westler und deren Beziehungen offenlegte!

Die Dame war mit ihrer Tochter aus Delhi gekommen. Es war ihr erster Besuch in Vrindavan und sie freuten sich, dass sie unser Restaurant gefunden hatten, so dass sie sich nach einem geschäftigen Morgen mit Besuchen in Tempeln beim Mittagessen etwas ausruhen konnten. Ramona begann, sich mit ihnen zu unterhalten und bald fragten sie auch, wo sie herkam und wie lange sie bereits in Indien war. Sie erfuhren also, dass wir verheiratet waren und gerade als Ramona das erzählte, lief ich hinter ihr vorbei. Ich hielt bei meiner Vorstellung also an, um unsere Gäste auch zu begrüßen. Die ältere Dame wurde ganz ernst und erzählt Ramona: ‚Wissen Sie, nun haben sie hierher geheiratet und da sollten sie auch hier bleiben. Wir Inder glauben nämlich, dass eine Ehe für immer ist!‘

Wir antworteten, sie solle sich keine Sorgen machen, Ramona würde mir nicht davonlaufen!

Natürlich lachten wir, doch die Tatsache, dass die Frau das so gesagt hatte, zeigte eine weit verbreitete Annahme von Indern, wenn es um Beziehungen und Ehen im Westen geht: sie glauben Westler beenden ihre Beziehungen schnell und verlassen ihre Ehepartner auch häufiger, vielleicht sogar, ohne viel darüber nachzudenken.

Auf eine Weise stimmt das ja auch: die Scheidungsrate im Westen ist deutlich höher als die in Indien. Es ist also wahr, der durchschnittliche Inder hat in seinem Leben eine niedrigere Anzahl Beziehungen als der durchschnittliche Westler.

Es gibt jedoch auch ein paar andere Gedanken und Tatsachen zu diesem Thema: in Indien werden Beziehungen vor der Ehe nicht gutgeheißen, weswegen viele Leute es nicht publik machen, wenn sie sich eine Beziehung eingehen. Oder sie sehen körperlichen Kontakt und emotionale Bindungen nicht als Beziehung an, da es in dieser Gesellschaft einfach nicht üblich ist. Es geschieht im Verborgenen und wenn es vorbei ist, ist es eben, als wäre gar nichts geschehen. So kommt es, dass es im Westen viel mehr Versuche zu geben scheint – während das Gleiche in Indien auch geschieht, nur eben nicht offiziell. Vielleicht eben weniger, doch es gibt es auch.

Wenn es zur Scheidungsrate kommt, ist ganz klar, warum es in Indien weniger Scheidungen gibt: nicht weil die Leute alle in ihren arrangierten Ehen mit Menschen, die sie vorher nicht kannten so wahnsinnig viel glücklicher sind. Nein, zwischen den Eheleuten gibt es mindestens genauso viel Probleme mit der Kommunikation sowie Gründe unglücklich zu sein, wie anderswo – doch Scheidung ist solch ein Tabu in der Gesellschaft, dass die meisten Leute es einfach nicht als Möglichkeit betrachten! Frauen sind von ihren Ehemännern abhängig und können sich oder ihre Kinder nicht selbst durchbringen. Familien bieten Verwandten, die sich scheiden lassen wollen, wenig bis keine Hilfe. Die Religion stellt sich gehen auch nur den Gedanken ‚sich gegen sein Schicksal zu wenden‘. Und schließlich kann das Leben insbesondere als geschiedene Frau manchmal schwierig und sogar unsicher sein.

Während also viele Inder denken, dass sich Westler zu einfach scheiden lassen, glaube ich oft, dass Inder sich die Scheidung zu schwierig machen. Männer und Frauen leben deshalb oft unglücklich miteinander. Natürlich versuchen einige Menschen im Westen nicht, an ihren Beziehungsproblemen zu arbeiten, um sie zu lösen – aber manchmal sehen Inder auch einfach nicht, dass nichts hilft und es besser wäre, wenn jeder seinen eigenen Weg gehen würde!

Alles geht immer nur um Sex! – Indiens verzerrtes Bild vom Westen – 2 Sep 15

In den vergangenen zwei Tagen habe ich euch von Dingen erzählt, die ich in den Nachrichten gesehen habe: die Situation der Flüchtlinge in Europa und wie sie von den Menschen dort willkommen geheißen und unterstützt werden. Das meiste davon habe ich jedoch nicht in den normalen indischen Medien gesehen, sondern online in deutschen oder internationalen Nachrichten. Hier in Indien bekommen wir die wichtigsten Nachrichten aus dem Westen – und dann noch ein paar komische obendrauf. Ich glaube, dass diese extra Geschichten teilweise dafür verantwortlich sind, wie Inder den Westen und Westler sehen.

Lasst mich das noch einmal etwas genauer erklären. Ich habe euch schon oft erzählt, dass viele Inder einen sehr seltsamen Eindruck vom Westen haben. Sie glauben, dass das Leben im Westen in einer ‚freien Sexkultur‘ stattfindet. Dieser Ausdruck an sich ist seltsam und jeder, der ihn verwendet hat normalerweise eine ganz andere Vorstellung der Bedeutung als jemand anderes, der das sagt!

Im internationalen Teil unserer Zeitungen bekommen wir zuerst alle großen politischen Informationen: Obamas Entscheidungen, die UN und ihre Arbeit, die europäischen Bemühungen, Griechenland in der Eurozone zu behalten und so weiter. Da ist aber noch mehr: wir bekommen auch Informationen zum Lebensstil!

Nun denkt nicht, dass wir viel über Hollywood erfahren – wir haben schließlich Bollywood, also brauchen wir nicht noch mehr Stars, Filme oder Sänger! Nein, wir bekommen ganz bestimmte Geschichten, die bei den Lesern ganz sicher gut ankommen: alles, Hauptsache es geht um Sex!

Zum Beispiel als eine australische Frau in Großbritannien aufgrund von Grausamkeit mit Tieren festgenommen wurde. Nicht nur irgendeine Grausamkeit! Die Polizei führte eine Razzia bei ihr daheim durch und konfiszierte auf der Suche nach Drogen ihr Handy – doch statt Informationen im Zusammenhang mit Drogen zu bekommen, haben sie ein Video gefunden, auf dem sie Sex mit ihrem Hund hatte!

Definitiv die wichtigsten Nachrichten, die Großbritannien an dem Tag zu bieten hatte!

Oder als ein anderes Mal, ich glaube nach den Schulabschlüssen landesweit, als 5500 Teenager in Schottland an einem Strand feierten. Es gab ein paar unterschiedliche Gruppen, sie waren betrunken und begannen einen Streit, der schnell handgreiflich wurde. Als die Polizei ankam, nahmen sie nicht nur die kämpfenden Trunkenbolde mit, sondern auch mehrere Dutzend Teenager, die an der Straßenseite Sex hatten. Die Zeitungsüberschrift lautete: "Sex am Strand"

Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, wo ich damit hinwill! Es gab nicht viel weitere Informationen und der Rest bleibt der Fantasie überlassen! Wir bekommen solche Nachrichten regelmäßig – also glaube ich, dass es so kein Wunder ist, dass der durchschnittliche Inder eine verzogene Vorstellung vom Westen bekommt! Wenn man nie die Möglichkeit hat eine Weile dort zu leben, wenn man nie echtes englisches Fernsehen sieht und man nie wirklich mit Westlern ein Gespräch führt, hat man wahrscheinlich diesen Eindruck vom Westen: es geht immer alles um Sex!

Wie ständige Anleitung die Entwicklung deines Kindes einschränken kann – 11 Aug 15

Während Ramona und ich Apra beim Spielen zusahen, kam unser Gespräch, wie so oft, wenn wir mit ihr Zeit verbringen, zum Thema Erziehung und Elternsein und wie das, was man jetzt tut, so eine riesige Auswirkung auf die Zukunft seines Kindes hat. Dieses Mal dachten wir über die Unterschiede im Kind nach, wenn man ihm immer Anweisungen gibt, was es machen soll und wenn man seinem Kind die Freiheit gibt zu tun, was es will.

Ich glaube, man benötigt ein Gleichgewicht aus beidem, doch bei einem kleinen Vergleich unserer zwei Länder und Kulturen bemerkten wir, dass viele Leute oft in eine oder die andere Richtung ins Extreme gehen!

Wenn man Familien hier in Indien besucht, merkt man oft, dass zwar Erwachsene daheim sind, sie sich jedoch nicht aktiv mit den Kindern beschäftigen. Die Mutter macht den Haushalt, andere Familienmitglieder unterhalten sich und die Kinder spielen allein. Sie finden selbst ihre Spiele, ihre Spielsachen und füllen ihre Zeit praktisch ohne Anleitungen, feste Spiele oder Erwachsene, die mit ihnen spielen.

Manchmal und besonders in ungebildeten Familien kann das zu großen Gefahren führen! Kinder erforschen ihre Umgebung – die definitiv nicht kindersicher ist – und verletzen sich oft auch ernsthaft. Wäre ein Erwachsener bei ihnen gewesen oder einfach nur ein bisschen aufmerksamer gewesen, hätten Unfälle vermeidet werden können. Selbst in Großfamilien, wo genug Erwachsene wären, die sich um die Kinder kümmern könnten, geschehen solche Dinge.

Im Westen sind die Kinder, wie ich in vielen Familien gesehen habe, wirklich immer unter Aufsicht und meistens auch aktiv mit einem Erwachsenen beschäftigt. Während das schlimme Unfälle verhindert, gibt es Erwachsenen auch die Möglichkeit, Talente zu entdecken und zu fördern.

Von klein auf gibt es strukturierte Spielzeit. Erwachsene bereiten die Spielsachen vor, mit denen die Kinder spielen sollen und spielen mit ihnen, geben ihnen ständig neue Informationen und bringen ihnen Neues bei. Später gehen die Kinder in den Kindergarten und in die Schule, wo sowieso immer Struktur herrscht. Nach der Schulzeit gibt es Musikunterricht, wird das Instrument geübt und natürlich werden auch Hausaufgaben gemacht. Es gibt Anleitungen, was wann und in welcher Reihenfolge getan werden soll. Sogar bei Spielnachmittagen mit Freunden habe ich Eltern gesehen, die das Bedürfnis verspüren, ihren Kindern genau zu sagen, was gespielt werden soll.

Ich glaube, das Problem bei zu viel dieser Anleitung ist, dass die Kinder sich so daran gewöhnen zu tun, was andere ihnen sagen, dass sie nicht einmal mehr wissen, was sie selbst machen wollen! Besonders mit traditionellen Lehrmethoden und strengen Eltern werden sie nicht dazu ermutigt, selbst auszuprobieren und es herauszufinden! Sie können nicht hinfallen und sich verletzen. Sie mussten nie entscheiden, was sie tun sollen. Und sie wissen auch nicht, was sie tun wollen!

Am Ende haben wir jede Menge junge Erwachsene, die eigentlich keine Ahnung haben, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Sie kommen aus der Schule und warten immer noch darauf, dass ihre Eltern ihnen sagen, wo sie sich bewerben sollen oder dass ein Lehrer ihnen sagt, was sie jetzt mit ihrem Leben weiter machen sollen. Sie folgen nur dem, was ihnen gesagt wird, weil sie sich damit sicher fühlen.

Ich glaube, wir müssen Kindern freien Raum geben, ihre eigenen Wünsche zu entwickeln. Wir sollten sie sanft zum Lernen anleiten, doch gleichzeitig müssen wir ihnen genug Raum geben, herauszufinden, was sie gerne lernen möchten! Wir sollten ihnen Sicherheit geben, ohne ihnen die Möglichkeit zu nehmen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen.

Einfluss von Religion und Gott auf das Leben der Menschen – Indien und westliche Länder im Vergleich – 3 Aug 15

Ich habe in der letzten Woche viel über Atheismus geschrieben und habe auf jeden Fall immer noch viele Gedanken und Ideen zu diesem Thema, die ich gerne mit euch teilen möchte. An diesem Punkt jedoch musste ich an meine Leser im Westen denken. Ich weiß, dass für viele von ihnen die Diskussion ob es einen Gott gibt oder nicht, eigentlich nicht wichtig ist. Und das ist etwas, was ich meinen indischen Freunden erklären möchte, während ich gleichzeitig meinen westlichen Freunden erläutern möchte, warum das in Indien ein so brisantes Thema ist.

Es ist wirklich ein Kulturunterschied: im Westen habe ich viele Freunde, von denen ich nicht wirklich weiß, ob sie an Gott glauben oder nicht. In Indien weiß ich das immer ganz schnell. Im Westen habe ich viele Freunde, die sich selbst einer Religion zugehörig fühlen, meistens dem Christentum – doch trotzdem sind wir bei so vielen Themen einer Meinung! In Indien klappt das nicht immer so gut.

Tatsache ist, dass Religion und Gott vielen Menschen im Westen nicht wirklich wichtig sind. Sie wachsen vielleicht in einem religiösen Rahmenwerk auf, werden getauft, feiern dann in der Pubertät ein christliches Ritual, die Firmung oder Konfirmation und heiraten dann auch in einer Kirche ihre Hochzeit. Vielleicht gehen sie an Weihnachten und Ostern in die Kirche. Ansonsten jedoch sind Gott und Religion nicht wirklich ein Teil ihres Lebens. In ihrem Alltag denken sie meistens überhaupt nicht an Gott, egal, wie ihre Grundeinstellung dazu ist.

So kommt es, dass der Glaube überhaupt kein Thema ist, wenn sich zwei Menschen treffen. Es ist ihnen egal, ob der andere an Gott glaubt oder nicht, weil es für sie einfach nicht wichtig ist. In einer Familie können die Eltern es einfach akzeptieren, wenn ihr Sohn ihnen sagt, er möchte nicht mehr mit in die Kirche gehen oder nur auf dem Standesamt heiraten, nicht kirchlich. Eine Tochter könnte genauso gut aber auch an Weihnachten mit in die Kirche gehen, selbst wenn sie nicht an all das glaubt, was der Pfarrer oder Bischof da sagt.

In Indien ist das ganz anders. Hier spaltet die Glaubensfrage Familien! Glaube spielt eine große Rolle im täglichen Leben und je traditioneller und religiöser die Menschen sind, desto mehr ist die Kindheit eingeteilt in religiöse Feste, Feiern, Zeremonien und Rituale. Es gibt Fastentage und –Wochen, es gibt Tage, an denen man in Tempel geht und andere, an denen man das nicht tut. Man muss bestimmte Regeln beachten, was man zu bestimmten Zeiten tragen kann und welche Gesten oder Worte man verwenden sollte, so dass man die religiösen Gefühle anderer nicht verletzt oder etwa Gott erzürnt. Da herrscht der tiefe Glaube, dass das Heil der Seele von all dem abhängt!

Wenn also ein Sohn ankündigt, dass er nicht an Gott glaubt, machen sich die Eltern Sorgen, sind verwirrt und auch wütend. Freunde können es nicht verstehen und gemeinsame Aktivitäten werden eingestellt, da keiner endlose Diskussionen und Streit möchte! Am Ende trennen sich manche Menschen vollständig von ihrem alten Lebensstil und ihrer Umgebung und müssen sich ein komplett neues soziales Umfeld schaffen.

Deswegen ist diese Diskussion hier so wichtig. Es geht um den Alltag, nicht nur um zwei Feiertage im Jahr. Es geht um eine Grundeinstellung. Und darum habe ich auch das Gefühl, dass ich darüber schreiben muss – denn die Leute scheuen sich davor, genau das zu tun!

Ich bin auch vom Gläubigen zum Atheisten geworden. Ich habe das Gefühl, dass viele meiner indischen Freunde sich von mir entfernt haben und einige Freundschaften sind auch in die Brüche gegangen. Mit meinen westlichen Freunden jedoch habe ich diese Erfahrung nicht gemacht – bei den meisten habe ich das Gefühl, dass es eigentlich ganz egal ist! Es scheint, als wäre ihnen die Person wichtiger als der Glaube!

Ich habe einmal gesagt, die Welt sei ein besserer Ort, wenn es mehr Atheisten gäbe. Dabei geht es nicht so sehr um die Frage, ob man an Gott glaubt oder nicht. Und darum ist es so wichtig für Menschen auf der ganzen Welt! Doch mehr hierzu gibt es morgen.

Ein paar weitere Tipps für Inder, die planen, in den Westen zu ziehen – 9 Jul 15

Nach drei Wochen von Blogeinträgen über Beziehungen von westlichen Frauen und indischen Männern, glaube ich, dass dieses hier mein letzter Blogeintrag in dieser Serie ist. Als ich anfing, hatte ich keine Ahnung, dass ich so viel zu schreiben haben würde, aber ich hatte bereits eine Ahnung, dass das ein Thema ist, über das viele Leute gerne lesen würden. Ich kenne viele Leute in den Situationen, die ich beschrieben habe und ich schreibe natürlich teilweise auch aus meiner eigenen, persönlichen Erfahrung. Heute möchte ich dieses Thema gerne mit den restlichen meiner Gedanken beenden, die bis jetzt nirgendwo anders reingepasst haben.

Ein Thema, das immer mal wieder auftauchen kann, ist das Vegetarier-Dasein. Als Vegetarier kann ein Restaurantbesuch in manchen Ländern schwierig sein. Die Situation für Vegetarier hat sich in den vergangenen Jahren massiv verbessert, aber je nach Land und auch der Größe der Stadt, in der du dich befindest, findest du auf der Speisekarte vielleicht nur eine Tomatensuppe oder einen grünen Salat für dich! Die Nachfrage, ob man denn nur ein bisschen Gemüse mit Reis haben könnte, kann mit skeptischen Blicken, intoleranten Antworten oder auch dem Angebot begegnet werden, das Fleisch für dich aus einem bereits bestehenden Gericht herauszuholen.

Und während es natürlich indische Restaurants gibt, wirst du keines finden, das dir wirklich den Geschmack Indiens, den Geschmack deiner Heimat gibt! Das ist nicht unbedingt ihre Schuld – es ist schließlich ein Restaurant und nicht die Küche deiner Mutter. Sie verwenden importierte Zutaten, die gar nicht so frisch schmecken können, wie in Indien oder örtliche, die sowieso anders schmecken. Dazu kommt, dass sie definitiv zu teuer sind, um regelmäßig dort hinzugehen. Also wäre mein Vorschlag, von deiner Mutter kochen zu lernen und dann ein paar Gewürze aus Indien mit in dein neues Land zu nehmen – so kommst du so nahe dran wie möglich!

Doch du wirst auch etwas vom Essen des Landes zu probieren bekommen und wahrscheinlich dafür auch einen Geschmack entwickeln. In manchen Ländern mag es einen überraschen, wie viel Brot die Menschen essen – jeden Tag und zum Beispiel zum Frühstück nichts anderes! Ich habe gesehen, dass viele Inder mit Schock auf ein deutsches Frühstück reagieren, das aus nichts anderem als unterschiedlichem Brot mit Marmelade, Käse oder Aufstrich bestehen kann! Doch wenn du das deutsche Brot selbst probierst, wird dir klar, dass es auf jeden Fall lecker ist und du es vielleicht auch in deinen Essensplan aufnimmst, anstatt selbst Roti zu machen!

Ich hoffe, ich konnte euch einige Gedanken und Ideen mitgeben. Allen jenen, die sich in einer interkulturellen Beziehung befinden, wünsche ich das Beste für den Weg, den ihr wählt, welcher auch immer das sein mag, in welchem Land auch immer und bei allen Themen, die eben so auftauchen!

Oh, und noch ein Letztes für meine indischen Landsmänner im Westen: wenn du Auto fährst und von der Polizei angehalten wirst, versuche nicht, sie zu bestechen… damit beschwörst du mit großer Wahrscheinlichkeit die größten Schwierigkeiten deines Lebens herauf!

Wenn Inder lernen, im Westen einkaufen zu gehen – 8 Jul 15

Vorgestern habe ich erzählt, dass ein Inder, der in den Westen zu seiner Freundin oder Frau zieht, sich an den Individualismus im Westen gewöhnen muss. Gestern habe ich erklärt, wie man im Westen auch noch in anderem Sinn unabhängig sein muss. Ich möchte dieses Bild der Unabhängigkeit gerne noch etwas weiter fortführen, um einen weiteren Unterschied zu erklären: das Einkaufserlebnis!

Jeder, der in Indien und in einem westlichen Land gewesen ist, weiß sofort, was ich meine. Während riesige Einkaufszentren mit Läden großer Firmen auch in Indiens Städte Einzug gehalten haben, ist das in einem großen Teil des Landes nicht die Norm! In Indien kauft man Gemüse auf dem Markt und alles andere in eher kleinen Läden, die mehr oder weniger auf genau das spezialisiert sind, was du suchst.

Jetzt gehst du in den Westen und entdeckst, dass es in deiner Stadt gar nicht täglich einen Markt gibt! Nur ein oder zweimal pro Woche sieht man die Marktstände mit frischem Gemüse! Was ist an den anderen Tagen? Die meisten Leute gehen ihr Gemüse im Supermarkt einkaufen! Ein Ort, an dem man, je nach Größe, auch alles andere bekommt! Lebensmittel und Drogerieprodukte, aber auch Kleidung, Haushaltsgegenstände und sogar Waschmaschinen und Motorräder!

Nun stehst du in dieser großen Halle und weißt gar nicht, wo du anfangen sollst. Du suchst nach einer Packung trockenen Kichererbsen. Nicht denen aus der Dose – denen, die man selbst weich kochen muss. Wo findet man die? Erinnerst du dich an meine Worte zur Unabhängigkeit? Hier kommt es wieder: du bist auf dich allein gestellt. Ich habe dir doch erzählt, dass Arbeitskräfte im Westen teuer sind und das gilt auch in diesem Fall. Anders als in Indien, wo man üblicherweise drei Verkäufer auf einen Kunden hat, kann man sich im Westen ein Verhältnis von etwa fünfzig zu eins vorstellen! Deswegen ist alles darauf ausgerichtet, dass du deine Kichererbsen selbst findest!

Lies die Zeichen, folge den Gängen und halte Ausschau nach Packungen mit Hülsenfrüchten, Linsen und Reis. Augen auf, lies die Etiketten und die Preise, vergleiche selbst und wähle schließlich aus, was du haben willst. Leg alles in einen Einkaufswagen, fahre diesen selbst zur Kasse, leg die Dinge selbst aufs Fließband und zahle. Kein Handeln, nur die schon zuvor beworbenen Rabatte. In den meisten Ländern muss man das Ganze nach dem Scannen selbst in eine Tasche packen. Wenn du mit dem Auto gekommen bist, wirst du auch derjenige sein, der die Dinge zum Auto bringt!

Unabhängigkeit!

Das ist bei fast allem, was man einkaufen kann, das Gleiche. Die Läden haben riesige Auslageflächen für ihre Waren, so dass du dir alles ansehen und in Ruhe aussuchen kannst, auch bei Kleidung und Schuhen. Natürlich gibt es auch Mitarbeiter, die du nach einer anderen Größe fragen kannst, wenn du deine nicht findest, aber manchmal muss man recht lange suchen, um so jemanden zu finden!

Oh ja, und habe ich erwähnt, dass diese Unabhängigkeit bis hin zu Möbeln, Küchen und Badezimmereinrichtungen geht? Ja, all das kann man in großen Möbelhäusern bekommen – IKEA wäre ein Beispiel hierfür – und es dann mitnehmen, um es selbst zusammenzubauen! Viel Spaß dabei, rauszufinden, wie das geht, wenn du noch nie einen Hammer oder Schraubenzieher benutzt hast, weil in deinem Heimatsland ein Tischler kein Vermögen verlangt!

Wenn du also wieder einmal durch die Gänge irrst, Schilder mit Worten in einer fremden Sprache anstarrst in dem Versuch herauszufinden, was sie bedeuten könnten oder wenn du vor einem halb zusammengebauten Regal verzweifelst, weil du die Schraube ‚C‘ nicht findest, die in das Loch ‚D‘ passen soll, erinnere dich daran, dass du in diesem Land mindestens eine Person hast, die du um Hilfe bitten kannst!

Ein weiterer kleiner Tipp für Tage, an denen es alles irgendwie zu viel ist: es gibt auch im Westen noch kleine Läden! Sie befinden sich meistens in der Mitte der Stadt und mögen etwas teurer sein, aber sie haben normalerweise besseren Service und oft auch bessere Qualität! Gib etwas mehr Geld für biologische Nahrungsmittel aus, erfreue dich an einem Gespräch mit einem Verkäufer, der auch wirklich etwas über die Dinge weiß, die er da verkauft und wisse, dass du mit der Wahl dieser Läden deinem Körper etwas Gutes tust. Wenn du kannst, tue das – es hilft den Geschäften vor Ort statt den großen Korporationen!

Genieße deine neu entdeckte Unabhängigkeit!

Leben im Westen – eine Lehre in wahrer Unabhängigkeit – 7 Jul 15

Gestern habe ich meinen Landsmännern, die zu ihrer Freundin oder Frau in ein westliches Land ziehen, erzählt, dass es etwas dauert, bis man sich an den Individualismus im Westen gewöhnt, sowie an die Stille, die dort herrscht. Ich habe erklärt, wie normal es ist, dass Eltern ihren Kindern Unabhängigkeit beibringen. Das ist nicht nur eine Tradition – wenn man im Westen lebt, muss man auch wirklich unabhängig sein!

Naja, vielleicht ist es verwirrend, wenn ich nur das Wort ‘unabhängig verwende, ohne näher zu beschreiben, in welcher Hinsicht. Ich meine eigentlich nicht finanziell – da du ja eventuell jemanden hast, der dich unterstützt. Nein, es geht mehr um all die Dinge, die du als Mann vielleicht in einer Großfamilie nicht hast machen müssen, weil da Frauen waren, die das für dich gemacht haben.

Oh, ja, sehr wahrscheinlich wirst du in deinen ersten Monaten im Westen viele neue Dinge lernen! Kannst du kochen? Nein? Naja, ich nehme an, deine Freundin wird nicht immer diejenige sein wollen, die in der Küche steht. Vielleicht lässt sie sich auf einen Deal ein: du machst den Abwasch! Hast du noch nie gemacht? Das ist einfacher als Kochen zu lernen! Kannst du deine Klamotten waschen? Gut – jetzt lernst du, wie man eine Waschmaschine bedient, vielleicht einen Trockner, ein Bügeleisen, welchen Weichspüler man verwendet und wie du hartnäckige Flecken aus deinem besten Hemd bekommst! Vielleicht hast du noch nie einen Staubsauger verwendet und bist es auch nicht gewöhnt, deine Toilette selbst zu putzen?

Insbesondere Letzteres ist der schwierigste Teil für viele Inder – doch es muss getan werden! Wenn du mit deiner westlichen Freundin zusammenwohnst, wird sie nicht zustimmen, die ganze Hausarbeit selbst zu machen, besonders, da ihr wahrscheinlich auch beide zum Haushaltseinkommen beitragt! Das bedeutet, dass du auch bei der Arbeit, die mit einer Wohnung oder einem Haus anfällt, mit anpacken musst!

Wenn du nun denkst ‘Kein Problem, ich werde jemanden zahlen, uns zu helfen!‘, möchte ich dich nett daran erinnern, dass du nun nicht mehr in Indien wohnst. In Indien gibt es jede Menge Menschen, die nach irgendeiner Arbeit suchen und das mit geringem Gehalt – weil es ja so viele von ihnen gibt und weil die grundlegenden Kosten nicht sehr hoch sind. Im Westen sind Arbeitskräfte begehrt und deshalb teuer! Eine Putzfrau will in diesem teuren Land auch leben können – und du wirst sie von deinem Gehalt zahlen müssen, von dem du auch Gemüse, Kleidung und anderes kaufen musst, was du wiederum im Vergleich zu indischen Preisen himmelschreiend teuer finden wirst!

Ich sage dir jetzt schon, wenn du nicht viel Geld hast, wirst du am Ende beschließen, selbst zu kochen und putzen zu lernen. Und keine Sorge – es ist einfacher, als du denkst! 🙂

Es gibt ein paar weitere Dinge, die für dich neu oder anders sein werden. Zu diesen werde ich dir in den nächsten Tagen mehr schreiben.

Indische Männer, lest das, wenn ihr plant, mit eurer westlichen Partnerin in den Westen zu ziehen – 6 Jul 15

Nachdem ich über die Herausforderungen geschrieben habe, der sich eine westliche Frau eventuell stellen muss, wenn sie mit ihrem Partner in Indien leben will, möchte ich heute und wahrscheinlich in den nächsten Tagen gerne über die andere Seite schreiben. Was, wenn der indische Mann stattdessen in den Westen zieht? Da ist noch mehr, an was er sich gewöhnen muss, außer der neuen Beziehung! Und eine ganz große Veränderung ist die von der Großfamilie in Indien zu der Individualität, die in fast allen westlichen Ländern herrscht, die ich besucht habe.

Zum Einen wirst du höchstwahrscheinlich nicht mit den Eltern und anderen Familienmitgliedern deiner Partnerin zusammenwohnen. Wenn du das zuvor noch nie gehört hast, so mag es sich für dich etwas seltsam anhören, doch im Westen ist es normal, dass ein Kind im Alter von 18 oder 20 Jahren von zu Hause auszieht. Nicht, weil sie daheim ein Problem haben oder sich nicht verstehen – so wird es einfach gemacht. Und während junge Erwachsene in Indien für ihre Bildung auch in eine andere Stadt ziehen, kehren sie normalerweise wenn sie irgendwie können, hinterher zurück, so dass sie bei ihrer Großfamilie leben können.

Im Westen wird Kindern von Beginn an beigebracht, unabhängig zu sein. Es ist Individualismus, ein Denken in ‚mein‘ und ‚dein‘, das dir manchmal seltsam und unpersönlich vorkommen mag. Vor allem kann es sich sehr einsam anfühlen.

Für einen Mann, der unter Geschwistern, Tanten, Onkeln und Großeltern aufgewachsen ist, kann es sich seltsam anfühlen, in eine leere Wohnung zu kommen. Kein Kinderlachen, keine Geräusche aus der Küche, keine Unterhaltungen von Familienmitgliedern. Vielleicht die Geräusche einer einzigen Person, deines Partners – wie viel kann das sein? In den meisten Gegenden im Westen herrscht sowieso immer ein viel niedrigerer Geräuschpegel als fast immer in Indien – doch man merkt das am meisten in seinem eigenen Haus. Du musst dich an die Tatsache gewöhnen, dass es nur ihr zwei seid – oder ihr arbeitet richtig schnell an einem Baby!

Dazu jedoch musst du auch verstehen, dass Familienmitglieder einander einfach nicht so nahe stehen. Sie sind normalerweise nicht so überwältigend emotional wie Inder! In der indischen Tradition wird der Schwiegersohn im Haus seiner Frau willkommen geheißen wie ein Prinz. Wenn du diese Art von Willkommensgruß im Haus deiner Schwiegereltern erwartest, erwartet dich eine schreckliche Enttäuschung – einfach, weil sie nicht so emotional sind und ihre verwandtschaftlichen Beziehungen nicht so zelebrieren, wie das in Indien oft geschieht!

Natürlich herrscht auch im Westen Liebe unter den Familienmitgliedern und es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Familien, wenn es um den Grad an Nähe geht. Wieder hängt es von den unterschiedlichen Menschen ab.

Solltest du dich jedoch einsam fühlen, denk daran, warum du in dieses fremde Land gekommen bist – um mit der Liebe deines Lebens zusammen zu sein! Steh also auf, denk an etwas Schönes und konzentriere dich auf deine Beziehung! Oder auf die anderen Veränderungen in deinem Leben, die mit der Veränderung von Land und Kultur, in denen du lebst, kommen. Über diese werde ich morgen mehr schreiben.

Indische Männer: kriegt ihr Panik, wenn eure westlichen Frauen ihre männlichen Freunde umarmen? – 25 Jun 15

Gestern habe ich indischen Männern in einer Beziehung mit westlichen Frauen erklärt, dass ihre Partnerinnen wahrscheinlich viel unabhängiger sind als eine indische Frau das sein würde. Wenn du dich in einer solchen Beziehung befindest, musst du also darauf achten, dass du deine westliche Ehefrau oder Freundin nicht aus Angst oder kulturellen Vorstellungen dessen einschränken, was ‚eine Frau tun sollte‘. Das Gleiche gilt für einen anderen Aspekt ihres Lebens, der zu großen Konflikten führen könnte: ihre Freundschaft mit Männern.

Eine ganz deutliche Frage an dich: wirst du auf die männlichen Freunde deiner Frau eifersüchtig sein? Wenn ja, dann fängst du besser gleich jetzt damit an, damit aufzuhören!

Ganz egal, ob ihr in ihrem Land oder in Indien leben werdet, deine Frau hat wahrscheinlich mehrere männliche Freunde von einer Zeit, in der du noch gar nicht in ihren Gedanken existiertest. Sie wird mit ihnen sprechen, sie treffen, mit ihnen Zeit verbringen und ihnen wahrscheinlich näher kommen, als dir wirklich angenehm ist. Wenn sie Männer trifft, besonders, wenn ihr im Westen seid, wird sie sie genauso behandeln, wie die Frauen, die sie gerade getroffen hat – und ich weiß, dass sich auch das für dich zu Beginn etwas seltsam anfühlen wird.

Das ist ja auch kein Wunder! Du kommst aus einem Land, in dem Männer und Frauen einander zur Begrüßung nicht einmal die Hände schütteln! Eine Kultur, in der es auch heute noch viele Schulen gibt, die entweder ausschließlich nur für Jungen oder für Mädchen sind! Hier können sich Männer nicht einmal normal mit Frauen unterhalten, wie könnten sie denn auch nur daran denken, mit einer Frau Freundschaft zu schließen? Mütter und Väter warnen ihre Töchter davor, ihre Freizeit mit Jungen zu verbringen, die nicht ihre Brüder sind, sonst könnte ihr Ruf leiden und sie könnten Schwierigkeiten bekommen, einen Mann zu finden, der sie heiraten möchte, da die Eltern aller Jungen daran zweifeln, dass sie noch Jungfrau ist!

Ich weiß, dass sich die Dinge auch in Indien ändern, was man bei den College-Studenten sehen kann, aber auch das ist wieder nur ein kleiner Prozentteil der Menschen in diesem riesigen Land und die meisten Menschen in Indien sehen die Berührung eines Mannes und einer Frau immer noch als etwas Sexuelles!

Das ist genau das, was du aus deinem Kopf kriegen musst: im Westen ist eine Umarmung zwischen einem Mann und einer Frau bei der Begrüßung nichts Ungewöhnliches und nichts Sexuelles! Sie können einander auf die Wange küssen und damit einfach nur Hallo sagen, sonst nichts! Wenn sich also deine westliche Frau freut, einen alten Freund zu sehen, wenn er nach Indien zu Besuch kommt, und sie diesen eng und lang umarmt, flipp nicht aus! Wenn deine Frau zur Arbeit geht und du weißt, dass sie mit einem männlichen Kollegen, der nun auch schon zum Freund geworden ist, am gleichen Tisch sitzen und in einem Team arbeiten wird, misstraue ihr nicht!

Du musst lernen, ihr zu vertrauen! Wenn du im Westen lebst, wird deine Frau im Bikini an den Strand gehen und ihre üblichen Röcke und Oberteile tragen, die in Indien als ‚unanständig‘ betrachtet werden würden, die im Westen jedoch völlig normal getragen werden. Sie wird Tage und Abende mit ihren Freunden verbringen – männlich und weiblich – und du wirst nicht immer da sein, um genau zu sehen, was zwischen ihnen allen vor sich geht. Du musst deine Eifersucht loswerden, weil du sie nicht bitten kannst, ihre Freunde loszuwerden – das wäre wahrscheinlich das Ende deiner Beziehung!

Es gibt noch mehr solche Themen und mögliche Schwierigkeiten, die ihr einfacher umgehen könnt, wenn ihr vorher schon einmal darüber gesprochen habt. Ich freue mich darauf, sie nächste Woche zu beschreiben!

Warum die Unabhängigkeit einer westlichen Frau ihren indischen Partner manchmal erschreckt – 24 Jun 15

Gestern habe ich geschrieben, dass westliche Frauen und indische Männer in einer Beziehung die Situation der Frau nach der Ehe besprechen müssen – bleibt sie daheim oder geht sie weiter arbeiten? Während solche und ähnliche Fragen natürlich auch darauf ankommen, wo in der Welt ihr beschließt, euch niederzulassen, gibt es einen allgemeinen Unterschied zwischen einer indischen und einer westlichen Frau und einem westlichen und einem indischen Mann, die ihr bestimmt entdecken werdet, sobald ihr zusammenwohnt, egal wo. Ich dachte, ich gebe euch schon einmal eine Vorstellung von der Unabhängigkeit westlicher Frauen und warum das indische Männer überraschen kann.

Mein männlicher Freund, der du dich mit einer Frau aus dem Westen einlässt: es wartet eine Überraschung auf dich! Einfach nur dadurch, wie die Dinge im Westen laufen, ist deine westliche Frau mit einigen Fähigkeiten ausgestattet, von denen du vielleicht selbst nicht sonderlich viel Ahnung hast! Aufgrund der Tatsache, dass Mädchen im Westen in den allermeisten Bereichen gleich erzogen werden wie ihre Brüder, machen Mädchen eigentlich immer die gleichen Dinge. Die Gesellschaft schränkt die Mädchen nicht so sehr ein, wie das in Indien der Fall ist. Es ist für Frauen oft sicher, fast überall und zu jeder Zeit da hinzugehen, wo ein Mann auch hingehen könnte. Und da die Kosten für Arbeitskräfte in vielen westlichen Ländern recht hoch sind, lernen die Leute, wie sie viele Dinge selbst machen können, anstatt jemanden dafür zu bezahlen.

In der Folge musst du dich daran gewöhnen, dass eine westliche Frau im Allgemeinen viel unabhängiger ist als deine durchschnittliche indische Hausfrau es wäre. Sie scheut nicht davor zurück, Koffer zu tragen, das Haus zu streichen und auf Bäume zu klettern. Sie zahlt Stromrechnungen, fährt Auto und reist auf eigene Faust um die Welt.

Anstatt zu versuchen, sie da einzuschränken, solltest du ihre Fähigkeiten respektieren und wertschätzen! Lerne von ihr, diese Geschlechterrollen zu erweichen und probiere du auch etwas Neues, was du bis jetzt als ‚weibliche Aufgabe‘ gesehen hast! Sieh doch, wie viel du davon profitierst, da du die Verantwortung nun teilen kannst, anstatt sie vollständig selbst schultern zu müssen!

Du jedoch, meine liebe Freundin, solltest ein bisschen Geduld haben und verstehen, wo es herkommt, wenn deinem indischen Partner einige deiner gewagteren Handlungen unangenehm sind. Selbst, wenn du nur eine Leiter hochsteigst, um eine Glühbirne zu wechseln – er ist es nicht gewöhnt, dass Frauen solche Aufgaben übernehmen! Indische Frauen ziehen es oft vor, die fürsorgliche, pflegende Mutter oder die zarte und empfindliche Prinzessin, die ihren Ehemann braucht.

Zeige deinem Mann, dass du sehr wohl in der Lage dazu bist, deine Hände und Beine zu verwenden. Bestehe darauf, deine Freiheit zu bewahren, wo du sie brauchst – und lass ihn auch manchmal deine Koffer tragen! Genieße es, dass dein indischer Partner in dieser Ansicht mehr für dich macht und hilfreicher ist, als so mancher westlicher Mann es wäre. Ich bin sicher, dass du zumindest hin und wieder das Bild des starken Mannes genießen kannst, der da seine männlichen Dinge erledigt. Er mag das ab und zu brauchen.

Zum Ende jedoch möchte ich natürlich noch eines hinzufügen: wenn du in Indien bist, solltest du auf deinen Mann hören, wenn er dir sagt, alleine nicht in bestimmte Gegenden der Stadt zu gehen. Doch sobald dir solche ‚Verbote‘ zu viel werden und sich nach einer Einschränkung anfühlen, die dich stört, müsst ihr reden – sein Bedürfnis, dich in Sicherheit zu wissen, mag überhandgenommen und die Grenze dessen, was notwendig ist, überschritten haben!

Das hier sind natürlich nicht nur Dinge, über die ihr sprechen müsst, sondern die auch geübt gehören, was nur dann geschehen kann, wenn ihr zusammen seid. Doch so habt ihr zumindest schon einmal eine Vorstellung und viele Punkte zu besprechen!

Es gibt noch viele weitere Themen, die in Betracht gezogen werden sollten – mehr dazu in den nächsten Tagen!