Iss bewusst, so dass du weißt, was du isst – 4 Feb 16

Ich habe gestern erwähnt wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen, wenn man isst, so dass man bewusst isst und weiß, was man zu sich nimmt. Als ich erwähnte, dass man seinen Körper nicht wie einen Abfalleimer behandeln sollte, bezog ich mich jedoch nicht nur darauf, ob man zu seiner Mahlzeit sitzt oder steht – sondern auch was genau man seinem Körper zum Verdauen und Bearbeiten gibt – denn da kann es große Unterschiede geben!

Sobald man beginnt, sich damit zu befassen, was genau man seinem Bauch gibt, kommt man an gewisse Informationen, die einen dazu bewegen, Veränderungen in seiner Ernährung zu machen!

Eine der ersten Entscheidungen, die viele Menschen treffen, sobald sie sich einer gesunden Ernährung bewusst werden, ist, Vegetarier zu werden. Wenn man beginnt, über sein Essen nachzudenken, gibt es einen Punkt, an dem man sich fragt, wo sein Essen eigentlich herkommt. Beim Folgen der Versorgungskette stößt man auf jede Menge Gewalt, Verwendung von Chemikalien und Hormonen, unmenschlichen und grausamen Haltungsbedingungen – und so verlieren die meisten jeglichen Appetit aufs Fleisch. Warum würdest du zum Schmerz der Tiere beitragen, nur um sie zu essen, wenn es auch ohne geht? Warum würdest du die Hormone mitessen wollen, die Kühen für deren Wachstum gespritzt werden?

Natürlich hat die Herkunft deines Essen auch Auswirkung auf dessen Qualität! Wenn du zu dem Punkt kommst, an dem du darüber nachdenkst, was die Tiere, deren Fleisch auf deinem Tisch landet, vor ihrem Tod gegessen haben, ist es nicht weit davon darüber nachzudenken, was in dem Gemüse ist, das du zu dir nimmst! Da erfährst du von schädlichem Dünger und wachstums-fördernden Chemikalien, genetisch manipulierten Pflanzen, Konservierungsstoffen, Farbstoffen und so viel mehr, dass du beginnst dich zu fragen, ob du denn das wirklich noch essen kannst!

So kommt es, dass viele Leute beginnen, im Supermarkt eher die Hand nach dem Bio-Produkt auszustrecken als nach dem nicht-biologischen. Sie fangen wieder an, Produkte aus der Gegend zu kaufen, wenn sie an die riesigen Firmen denken, die die Märkte für kleinere, örtliche Läden verderben. Geschäfte ausschließlich mit Bio-Waren überleben nicht nur sondern blühen auf mit dieser steigenden Welle des Bewusstseins hierfür, die seit einigen Jahren immer weiter wächst. Es gibt immer mehr Menschen, die sich nun für Bio-Produkte entscheiden, wenn es ihnen möglich ist!

Natürlich isst man bewusster, wenn man über sein Essen nachzudenken und so ändert man, wie oft man isst, wie viel man isst und eben einfach seine ganze Ernährung! Man denkt darüber nach, wie sich sein Körper anfühlt, nachdem man gewisses Essen gegessen hat und man merkt, dass man sich wegen zu viel Fett oder Zucker schlecht fühlt. Also vermeidet man das. Bestimmtes Essen lässt man nun aus, wenn man zum Beispiel weiß, dass es eigentlich nur noch Chemie enthält und irgendwann hat man das Gefühl, dass man davon eigentlich gar nichts mehr essen oder trinken möchte!

So geht es mit dem bewussten Essen üblicherweise voran. Man muss niemandem sagen, was man macht. Heutzutage ist so viel Information in so vielen verschiedenen Formen erhältlich, dass man sich nicht mehr auf eine Person verlassen muss, die einem sagt, was gut für einen ist. Der Einzige, der wirklich in der Lage sein wird, das zu wissen, bist du, weil du derjenige bist, der deinen Körper spürt.

Beginn also, etwas feinfühliger zu sein, informiere dich, wo nötig und möglich und mach dich auf den Weg zu einem besseren, fitteren, gesünderen und glücklicheren Lebensgefühl!

Deine Wahrnehmung verändert deine Welt – 21 Okt 15

Ich weiß, dass ich erst vor Kurzem über eine positive Weltsicht geschrieben habe, aber da das ein sehr wichtiges Thema ist – besonders, wenn man daran denkt, wie viele Menschen an Burnout und Depression leiden – möchte ich heute gerne noch einmal darüber schreiben. Über die Kunst, das Gute an dem zu sehen, was um dich herum geschieht!

Wir alle sehen die Realität auf unterschiedliche Weise. Das ist eine der Grundlagen einer jeden psychologischen Studie: was du erlebst, ist nie genau das, was ein anderer erlebt, weil du einen anderen Hintergrund hast. Selbst Zwillinge haben eine unterschiedliche Wahrnehmung, weil sie unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben.

Eine große Rolle hierin spielt deine Erziehung. Wie haben deine Eltern dich großgezogen, welche Werte waren ihnen wichtig und wie haben sie dir geholfen, die Welt zu sehen? Die Antworten auf diese Fragen geben dir eine grundlegende Vorstellung davon, wie du die Welt um dich herum siehst.

Der nächste große Einfluss auf dich ist deine Kultur. Das Land, in dem du lebst, die grundlegenden Werte und Ideale, die die meisten Menschen um dich herum gemeinsam haben. Das ist weiter als das, was nur deine Eltern dir beigebracht haben und es gibt dir einen gewissen Sichtpunkt, der deine Wirklichkeit für dich verändert. Ramona und ich sehen das regelmäßig und bei so vielen Dingen! Ohne jetzt ins Detail zu gehen, kann ich sagen, dass wir Nachrichten unterschiedlich wahrnehmen aufgrund der verschiedenen Orte dieser Welt, von denen wir kommen! Natürlich ist jeder einzigartig und anders, doch Kultur hat einen Eindruck auf dich, den man nur schwerlich vermeiden kann!

Schließlich beeinflusst noch deine momentane Situation, wo du dich gerade im Leben befindest, deine Wahrnehmung dessen, was um dich herum geschieht. Lasst mich euch ein paar Beispiele geben: eine Frau, die den Wunsch hat, schwanger zu werden oder selbst schwanger ist, sieht plötzlich überall schwangere Frauen um sich herum. Die waren auch zuvor schon da – nur bemerkt sie sie erst jetzt, weil sie sich selbst auf diesen Zustand konzentrieren!

Wenn man auf der Arbeit viel zu tun hat und die ganze Zeit an Dinge denkt, die damit zu tun haben, hat man nicht die Zeit, die Schönheit seiner Stadt zu sehen und wert zu schätzen, was die Leute um dich herum tun. Es ist alles da, aber sobald deine jetzige Aufgabe vorbei ist, ist es, als würdest du das alles zum ersten Mal sehen!

Wenn du frisch verliebt bist, scheint die ganze Welt wunderschön, fantastisch und herrlich zu sein! Es fühlt sich an, als wären alle um dich herum die liebsten Menschen, als gäbe es auf der Welt nichts als Liebe.

Schließlich, wenn du Probleme hast, gibt es immer schlechte Dinge, egal, wo du hinschaust. Nichts kann gut oder schön sein, weil du in deiner Wolke schlechter Gedanken sitzt!

Warum sage ich das alles? Ich glaube, es ist wichtig zu wissen, dass man auch eine andere Möglichkeit hat! Dass man die Dinge auch anders sehen kann! Du musst deine Sichtweise ändern und schon stehen die Dinge besser!

Es kann schwierig sein, einige der tief verwurzelten Gedanken- und Gefühls-Grundlagen zu ändern. Doch man kann es schaffen! Damit musst du jedoch nicht beginnen – du kannst definitiv daran arbeiten, wie du die Dinge je nach deiner jetzigen Situation siehst! Erwische dich selbst, wenn deine Gedanken in eine negative Richtung gehen und erinnere dich selbst daran, dass das aufgrund deiner jetzigen negativen Wahrnehmung so ist! Du kannst auch anders denken! Schaffe dir eine andere Denkweise!

Ich glaube, es ist wichtig – denn das wird euch eine völlig neue Positivität, Ruhe und Frieden geben. Es kann euch helfen, ein glücklicheres Leben zu führen!

Meditations-Ratgeber – ein Ratgeber für etwas, das jeder kann! – 14 Nov 13

Ich werde nun eine Anleitung für das schreiben, von dem ich gestern gesagt habe, dass es jedem jederzeit möglich ist! Das hört sich seltsam an, oder? Doch da ich davon überzeugt bin, dass Gedankenlosigkeit nicht das richtige Ziel ist und dass man auch nicht meditiert, um das fast Unmögliche zu erreichen, könnte es ein paar Leute geben, die sich fragen, wie man es denn nun eigentlich zustande bringt, ‚vollkommen im gegenwärtigen Moment‘ zu sein.

Ich sage nochmal, dass es meiner Meinung nach unmöglich ist, seinen Verstand vollständig zu leeren, also macht es auch keinen Sinn zu versuchen, das zu erreichen. Doch um vollständig im Augenblick zu sein, muss man die Hintergrundgeräusche aus der Umgebung ausblenden. Man muss die große Menge an Eingaben reduzieren, die man in genau dem Augenblick aufnimmt und verarbeitet. Begrenze es auf nur eine Handlung, was auch immer es ist, was du gerade machst. Die einzigen Gedanken, die du hast, beziehen sich auf diese Handlung. Du bist dir dieser Gedanken sogar nicht mehr bewusst, weil sie dich nicht stören, sondern mit dem, was du tust, in Einklang stehen, deine Konzentration, Kreativität und dein Wohlbefinden fördern!

Hast du damit Schwierigkeiten? Das überrascht mich nicht, denn es ist das Gegenteil von dem, was die Menschen heutzutage in ihrem geschäftigen Leben tun. Multitasking zu jeder Zeit! Es ist wichtig, Informationen aus verschiedenen Quellen und zu verschiedenen Themen aufzunehmen, die Fähigkeit, all diese Eingaben gleichzeitig zu verarbeiten, wird hoch geschätzt und je aktiver dein Gehirn in verschiedenen Bereichen gleichzeitig sein kann, desto besser bist du. Die Realität ist jedoch, dass dir das die Möglichkeit nimmt, völlig in der Gegenwart zu sein! Wenn du das Gefühl hast, du brauchst da noch etwas Übung, kannst du mal folgende Übung versuchen, die ich erfolgreich bei Seminaren und Workshops auf der ganzen Welt verwendet habe:

Nimm einen Stift, Papier und einen Wecker und stelle den Wecker auf drei Minuten von jetzt an. Schreibe nun in Stichworten jeden Gedanken auf, der dir in den Sinn kommt. Denke nicht darüber nach, wie viele das sein sollten und schreibe auch keine ganzen Sätze. Notiere einfach Stichworte, mit denen dir der Gedanke später wahrscheinlich wieder einfällt. Höre auf, wenn die drei Minuten vorbei sind.

Sieh dir nun deine Liste an, wahrscheinlich findest du, dass du wirklich jede Menge Gedanken hast! Viele von ihnen scheinen auch völlig unwichtig. So könnte deine Liste aussehen: Partner, Kinder, schönes Wochenende, Tomatenketchup-Flecken, Arbeit, Spülmittel ist aus, Projekt noch nicht fertig!, viel Wäsche, Einkaufen, die Nachbarskatze, Geld, Aua – eine Mücke…

Jetzt streiche einmal alles aus, das nicht wichtig ist und behalte nur zehn Themen, an die du denken willst. Wiederhole das Spiel und konzentriere dich nur auf diese – erlaube deinem Geist nicht, irgendwo anders herumzuirren. Hat es funktioniert? Streiche nun fünf mehr raus und konzentriere dich auf die übrigen fünf. Wiederhole das, bis du nur noch ein Thema übrig hast, über das du nachdenken willst! Dann bist du vollstänig im Augenblick und dir bloß noch dieses Themas bewusst.

Natürlich machst du diese Übung wahrscheinlich, während du in einer friedlichen Umgebung sitzt, etwas, von dem ich gesagt habe, es sei nicht nötig zur Meditation. Sobald du jedoch auf diese Weise geübt hast, ablenkende Gedanken abzuwenden, wenn du nichts anderes machst, dann kannst du nun das Gleiche auch üben, während du kochst, während du einen Spaziergang machst oder während du mit einem Freund sprichst. Lass deinen Verstand nicht an das Spülmittel denken, während du ein Buch liest. Und denke nicht an das Buch, während du dieses Spülmittel kaufst! Stelle sicher, dass du beim Lesen bewusst in diesem Augenblick liest – da macht das Buch viel mehr Spaß! Und achte beim Einkaufen darauf, was du kaufst – das spart dir eine weitere Fahrt zum Supermarkt, weil du etwas vergessen hast und dazu wirst du das Einkaufen nicht mehr als so nervige Aufgabe erleben! Es macht Spaß, weil es in dem Augenblick deinen Verstand völlig einnimmt!

Versuche es, du wirst merken, dass es wirklich funktioniert. Diese Art der Meditation macht die Zeit, die verstreicht, viel wertvoller, du erlebst den Augenblick und findest heraus, wie tief du in einer Handlung gehen kannst, egal, was es ist!

Meditation ist nichts Mysteriöses – aber was alle können, lässt sich schlecht verkaufen! – 13 Nov 13

Ich habe das Gefühl, dass ich vielleicht ein paar Leute mit dem gestrigen und vorgestrigen Blogeintrag verwirrt habe. Vielleicht haben manche den Eindruck bekommen, dass ich zuerst mein Leben als Guru hinter mir gelassen habe, dann die Religion verlassen habe, meinen Glauben an Gott verloren habe und nun schließlich auch noch begonnen habe, gegen Meditation zu schreiben! Ihr könnt beruhigt sein, das ist absolut nicht der Fall! Ich bin nur gegen die Art und Weise, auf die Meditation dieser Tage propagiert wird, wie sie als Praxis der Elite spiritueller Menschen dargestellt wird, aber ich liebe Meditation und werde auch immer jedem nahelegen zu meditieren – wahrscheinlich jedoch habe ich eine völlig andere Definition für Meditation! Ich habe bereits einige Blogeinträge zu der Frage geschrieben, was Meditation für mich ist. Morgen wird noch ein weiterer folgen.

Zunächst will ich versuchen, euch eine Definition in einem Satz zu geben: Meditation oder Dhyan, wie es auf Hindi und Sanskrit heißt, ist, wenn man völlig in der Gegenwart ist, sich zu 100% dessen bewusst ist, was man gerade macht.

Ich sage nie, dass das Ziel der Meditation Gedankenlosigkeit ist. Ich glaube, dass man zum Meditieren nicht einmal eine besondere Stellung, Atemtechnik oder irgendetwas anderes braucht. Man kann meditieren, während man arbeitet, redet, malt, spielt oder sogar beim Sex – vielleicht wäre es gerade da am wichtigsten! Man muss nur da sein, in genau diesem Augenblick, nicht in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit. Einfach nur da – das ist für mich Meditation.

Das Wichtigste ist dabei, dass es wirklich jeder kann! Du musst nicht besonders sein! Es ist jedem jederzeit möglich. Zum Meditieren braucht man keine jahrelange Praxis, noch braucht man dafür künstlerisches Talent! Es ist nicht kompliziert und man muss keine Lastwagen an den Zähnen hinter sich herziehen oder Eisenstangen mit bloßen Händen verbiegen können! DU, ja genau, du kannst es!

Würde es sich für dich besser anfühlen, wenn du es könntest und deine Nachbarn nicht? Wäre es interessanter, wenn da irgendein Geheimnis dahinter stecken würde? Das ist die Vorstellung, die Gurus und Geschäftsmänner lieben und mit der sie ihr Geld verdienen! Sie wollen dir nicht nur das Gefühl geben, dass du etwas Besonderes bist, sondern, dass du auch noch besser bist als alle in deiner Umgebung – also stellen sie Meditation als etwas Kompliziertes dar!

Diese Einstellung scheint eher eine Art zu sein, dein Ego weiter zu schüren, als es zu verringern! Also befindest du dich in den fünfzehn Minuten, die du täglich meditierst in einer höheren Bewusstseinsebene? Also musst du zuerst dorthin gelangen und dann kannst du das nur dann erreichen, wenn du in der richtigen Stellung sitzt und die richtige Atmosphäre herrscht, was das Ganze auf maximal eine Stunde pro Tag beschränkt? Wo liegt denn dein Bewusstsein während der übrigen 23 Stunden des Tages – unten auf der langweiligen, niedrigen Ebene bei uns übrigen? Du fühlst dich also in dir selbst wie etwas Besonderes während dieser kurzen Zeit, fühlst dich in Frieden und eins mit der Welt – aber warum kannst du dich nicht jederzeit in diesem Zustand des Glücks befinden?

Ja, du solltest arbeiten, spielen, lesen und alles andere, was man so in 24 Stunden macht, in einem Zustand der Meditation machen können. Du solltest mit einem andauerndem Glücksgefühl leben, ohne an einem Ort zu sitzen und absolut gar nichts zu denken!

Natürlich würde kein Guru gerne dieses größte Geheimnis verraten, das würde die Bewunderung, die sie bekommen, ruinieren, sowie ihr Geschäft, aber die Wahrheit ist: DU kannst es tun. Einfach nur, indem du bewusst handelst!

Einkaufen und Beten zur gleichen Zeit – 7 Feb 10

Vrindavan ist eine spirituelle Stadt, ein Ort, an den viele Pilger für ihre Zeremonien und ihre Gebete kommen und um den Parikrama zu laufen, den Pilgerweg um die Stadt. Es ist üblich, sein Mantra, das Gebet zu Gott mit der Hilfe einer Mala mit 108 Perlen zu sprechen. Mir wurde gesagt, dass im Christentum für den gleichen Zweck ein Rosenkranz verwendet wird. Man spricht ein Gebet mit dem Finger auf einer Perle und mit der nächsten Perle wiederholt man es noch einmal. Ich habe gehört, dass auch im Islam so gebetet wird.

Sie meinen, der Sinn ist, dass man etwas in der Hand hat, das wie ein Anker für den Verstand arbeitet. Selbst wenn dein Verstand während einem Gebet abwschweift, dreht dein Finger eine Perle und dein Verstand kommt wieder zurück. 

Eines Tages kam Ramona vom Einkaufen in der Stadt zurück und erzählte mir von einer lustigen Situation, die sie erlebt hatte. Im gleichen Laden war ein Päarchen und beide hatten Taschen mit Malas in ihren Händen und rezitierten ihre Mantras ohne einen Laut zu machen, doch ihre Lippen bewegten sich. Und zur gleichen Zeit sahen sie zu, was der Verkäufer vor ihnen ausbreitete: Hosen in verschiedenen Farben und Mustern. Als die Frau eine sah, die ihre gefiel, hörte sie mit dem Beten auf und fragte den Verkäufer ‚Haben Sie das hier auch in rot?‘ und während er sich umdrehte, um nachzusehen, begann sie wieder zu beten. Und das gleiche geschah mehrere Male: sie bewegte ihre Lippen im stummen Gebet, sagte dann plötzlich etwas über ein Kleidungsstück oder eine Farbe und begann wieder zu beten.

Was hat diese Frau wohl von dieser Übung? Nichts, da könnte sie auch einfach so einkaufen gehen! Da sieht man wieder einmal, wie leer diese Rituale doch sind! Es sind nur Angewohnheiten, sonst nichts. Ihr könnt mir nicht sagen, dass diese Frau bei ihrem Einkauf etwas Besonderes gespürt hat! Aber naja, jedem das Seine!

Bewusstes Atmen ist Meditation – 24 Jan 10

Ich würde ganz im Allgemeinen immer empfehlen, tief zu atmen. Fast jeder atmet in unserer schnellen und hektischen Welt sehr oberflächlich, obwohl unser Atem etwas so wichtiges ist, lebensnotwendig. Naja, es ist offensichtlich, warum wir dazu neigen, einfach zu vergessen, dass wir atmen: es geschieht automatisch, wir müssen bewusst gar nichts dafür tun. Unsere Muskeln tun ihren Teil ganz von allein. Und wir schenken diesem Prozess keine Aufmerksamkeit. Wir nehmen es gar nicht wirklich wahr.

Die ganze Wissenschaft des Pranayama dreht sich hierum: sei dir deiner Atmung bewusst. Du lebst sowieso und überlebst sowieso, die Atmung geht weiter, du kannst sie nicht stoppen, doch erkenne, wie gut es dir täte, das ganze wirklich bewusst zu tun!

Musst du manchmal wie aus dem nichts auf einmal tief Luft holen? Das geschieht, weil dein Körper Sauerstoff braucht und mit deiner Oberflächen-Atmung nicht genug bekommen hat, also nimmt er ihn sich, indem er dich zwingt, tief einzuatmen. Wenn du dir deiner Atmung bewusster wird und die regelmäßige Atmung vertiefst, wird dein Körper es dir danken. Deine Lungen bekommen genug Sauerstoff und auch dein Gehirn hat davon Vorteile. Du erinnerst dich mehrmals am Tag daran und atmest dann einfach ein bisschen. 

In diesem Moment ist es Pranayama, es ist Meditation. Immer, wenn du dir bewusst bist, bist du in Meditation. Atme, es ist die Essenz des Lebens.

Heilt die Zeit alle Wunden? – 05 Jan 10

Zeit, Bewusstsein und Wahrnehmung sind Worte, die ich gestern beim Schreiben verwendet habe. Alle drei Worte sind schwer zu fassen, sie sind abstrakt, nichts, woran du dich festhalten kannst. Und so verhalten sich die drei auch.

Es gibt eine Redewendung ‚Die Zeit heilt alle Wunden‘. Natürlich bezieht sich diese Redewendung auf emotionale Wunden, Verletzungen im Herzen. Das ist etwas, was dein bester Freund nach einer Trennung zu dir sagen könnte. In jeder Art von emotionalem Schmerz und Leid, ob es nun Trauer ist, weil du einen geliebten Menschen verloren hast, Wut, weil jemand dich betrogen hat oder eine andere, sehr starke Emotion, zu Beginn meinst du, dass sie niemals enden wird. Du bist in diesem Gefühl, glaubst, dass du nie wieder in der Lage sein wirst, auf diese Weise zu lieben, dass du nie wieder glücklich wirst. Deine Wahrnehmung ist völlig in diesem Gefühl und du bist dir eines jeden Augenblicks bewusst, da jeder Augenblick noch einmal schmerzt.

Manche Menschen sagen also, dass die Zeit das heilen kann, andere meinen, dass sie dir nur beibringt, mit diesem Schmerz zu leben. Vergisst du denn den Schmerz, weil du deiner Wahrnehmung erlaubst, wieder zum Alltag zurückzukehren? Ich glaube, dass es nicht nur eine Frage der Zeit ist. Es ist deine Entscheidung, die Risse, die du in deinem Herzen spürst, wieder mit Liebe zu füllen.

Es ist kein Vergessen von Schmerz, es ist eine Entscheidung für das Glück und für die Liebe. Vielleicht spürst du diesen Schmerz immer noch, wenn du nach 20 Jahren an diese Zeit zurückdenkst, doch du wirst in der Lage sein, es von einem anderen Standpunkt zu betrachten und du weißt, wie die Geschichte weiterging, wie du dich für die Liebe im Leben entschieden hast und du jetzt in dieser Liebe frei lebst und atmest.

Bewusstsein eines jeden Augenblicks und wie die Zeit vorbeifliegt – 4 Jan 09

Die Zeit ist manchmal seltsam. Ich bin mir sicher, dass du auch schon manchmal darüber nachgedacht hast, wie es manchmal Ewigkeiten zu dauern scheint, wenn du auf etwas wartest und wie die Zeit manchmal vorbeizufliegen scheint, wenn du in Eile bist. Wie kommt es, dass dein Tag im Nu vorbei ist, wenn du vor dem Abend fünfzehn verschiedene Dinge zu tun hast? Und wenn du andererseits auf ein bestimmtes Ereignis wartest, zum Beispiel einen Anruf, und du sitzt vor dem Telefon oder hast das Handy griffbereit, scheinen zwei Stunden vorbeizugehen, doch wenn du auf die Uhr siehst, waren es nur zwei Stunden?

Es ist deine Wahrnehmung und dein bewusst-sein dieser Momente. Wenn du in Eile bist, konzentrierst du dich nur auf das, was du tust, um es so schnell wie möglich zu tun und die Momente fliegen vorüber, ohne, dass du sie bemerkst. Wenn du wartest, bist du dir eines jeden Momentes bewusst, fühlst jeden Augenblick, jeden Atemzug. Beides kann Meditation sein.

Ich sage nicht, dass es gut ist, zu eilen, das ist wirklich nicht mein Konzept. Doch ich glaube, wenn man viele Dinge zu tun hat, ist es gut, doch mit vollem Bewusstsein und voller Aufmerksamkeit bei jedem zu sein, dann ist man schneller und meditiert mit Geist und Bewusstsein ganz in dem Moment. 

Auf die gleiche Weise merkt man, wenn man auf etwas wartet und beginnt, jeden Moment wahrzunehmen, dass man im Meditations-Zustand ist. Ist das etwa nicht für viele Menschen ein Weg, in diesen Zustand zu kommen? Den Augenblick zu spüren? Und da liegt für viele auch ein großes Problem: Zeit und Ungeduld. Ja, spüre den Augenblick, aber wünsche dir nicht, dass er schnell vorüber geht! Genieße ihn, schmecke ihn und lasse ihn mit seiner eigenen Geschwindigkeit vorüberziehen. Und wenn du in Eile bist, verfluche nicht jeden Augenblick, der vorübergeht, weil du vollständig in deine Arbeit vertieft bist. Sei in diesen Augenblicken einfach glücklich!

Ich werde nie wieder Guru sein – 12 Feb 09

Michael sagte mit einem Lächeln zu mir ‘Warum nimmst du nicht wieder in die Rolle des Gurus an? Vielleicht wäre das für viele Menschen gut, weil sie sich einen Meister wünschen. Sie brauchen jemanden, der ihnen sagt, was sie tun sollen.’

Ich antwortete ‘Nein, ich bin sehr glücklich mit dem, was ich tue. Ich kann mir nicht vorstellen, die Rolle des Guru wieder zu spielen, die ich lange Zeit gespielt habe. Ich verstehe, was du meinst und es ist wahr. Viele Menschen haben die Neigung, nach so jemandem zu suchen. Jemand, der ihnen die Verantwortung abnimmt. Dann ist es leichter für sie. Aber das ist nicht mein Weg und nicht das, was ich den Menschen geben will. Ich habe volles Vertrauen in das, was ich jetzt tue.'

Wenn ich mich ändern würde, würde ich immer gerne eine Veränderung zum Besseren machen. Jetzt helfe ich den Menschen auf viel bessere Weise. Es hilft ihnen zu Bewusstsein und ihr Bewusstsein kann wachsen und sie können für sich selbst verantwortlich werden. Sie werden spirituell erwachsen, anstatt wie Kinder an der Hand ihres Gurus zu laufen. Ich sehe das bei vielen Menschen und ich freue mich zu sehen, das viele Menschen mit denen ich rede und die mehr als einmal zu Heilsitzungen kommen, ihr Leben in ihre eigenen Hände nehmen und Veratnwortung für sich selbst übernehmen.

Hier fühle ich mich oft seltsam, wenn ich Menschen sehe, die sich wie Gurus benehmen und so behandelt werden wollen. Wenn ein Yogalehrer oder Heiler versucht, einen traditionellen Guru oder Meister zu kopieren, so ist das zwar gut für ihr Ego, aber es hilft nicht, eine nahe Verbindung herzustellen. Ich jedoch bin gerne ein Freund und biete meine Hilfe an. Das ist es, was mich glücklich macht.

Mein Freund Thomas hat eine schöne Anwort auf den gestrigen Tagebuch geschrieben und ihn als Artikel auf unsere Internetseite gestellt. Ich mag seine Gedanken und möchte sie gerne mit euch teilen. 

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Nicht der Körper, nicht der Geist – 2 Oct 08

Ich habe euch schon erzählt, dass ich für die Yogaschüler einige Vorträge halte, während sie hier im Ashram sind und natürlich werde ich davon auch Teile in mein Tagebuch schreiben.

Gestern nachmittag habe ich weiter über die Yoga Sutras von patanjali gesprochen. Die Bedeutung eines jeden Sutras ist sehr tief und ich habe schon erklärt, dass es tausend Interpretationen gibt. Alle Sutras erklären zusammen, was Yoga wirklich ist, die grundlegende Philosophy des Yoga.

Ich habe gehört, dass im Christentum die Vorstellung der Dreeinigkeit auch wichtig ist, da spricht man vom Vater, vom Sohn und vom Heiligen Geist. In Yoga spricht Patanjali von sat, chilt and anand, die eine Einheit bilden, die dann Satchidanand genannt wird. Sat bedeutet Wahrheit, chit bedeutet Bewusstsein und anand bedeutet Glückseligkeit. Damit erklärt Patanjali, wer wir sind, aber leider sehen wir uns selber auf andere Weise.

Du denkst, du bist der Körper, du glaubst, du bist der Geist. Das ist nicht wahr, du bist im Körper und du hast den Geist, aber wer bist du? Du kannst beobachten, du solltest zum Beobachter werden, nicht zum Handelnden. Yoga und das Vedanta will dir erklären, dass du zum Zeugen werden kannst. Wenn du glaubst, dass du der Handelnde bist, wirst du leiden. Jede Erfahrung, ob gut oder schlecht, kommt von dem Ego, der Handelnde zu sein. Wenn du Hunger hast, bist nicht du hungrig, es ist dein Körper. Nur wenn du glaubst, dass du der Körper bist, bist du hungrig. Wenn du müde bist, ist es dein Körper, der müde ist. Du genießt schöne Erfahrungen und schlechte Erfahrungen lassen dich leiden. Du wirst beeinflusst, weil du glaubst, dass du Körper oder Geist bist. Stell dir vor, du wärst nu rein Zeuge, nu rein Beobachter, nicht der Körper und du wärst in das alles gar nicht involviert. Dann wäre das Leiden zu Ende, keine Schmerzen mehr. Du bist in dieser Illusion, dass du der Körper bist,

Wenn du den Schatten des Mondes in einem See siehst und einen Stein ins Wasser schmeißt, gibt es auf dem See Wellen. Und der Mond scheint auch gestört zu sein. Eigentlich hat nichts den Mond gestört, der Mond bewegt sich nicht. Die Bewegung findet im Wasser statt, aber du siehst die Spiegelung im Wasser, so dass es aussieht, als würde sich der mond bewegen. Wenn du in der Illusion bist, dass der Mond wirklich auf dem Wasser ist, bewegt sich der Mond auch. Und das Gleiche passiert mit uns. Wenn du hungrig bist oder glaubst, dass du hungrig oder verletzt bist, bist du eigentlich nur in der Illusion, dass du der Körper bist. Du kannst erkennen, dass das nicht du bist. Das ist, was Yoga erreichen möchte. Du kannst erkennen, wer du wirklich bist.

Die Yoga Schüler haben ein recht volles Programm und ich werde mehr über die Vorlesungen schreiben, die ich hier haben werde. Heute Nachmittag haben die Studenten Karma Yoga gemacht und geholfen, den Ashram und den Garten sauber zu machen. Kanu, mit seinen drei Jahren das jüngste Ashram-Mitglied, hat eine Wasserschlacht mit einem Schlauch angefangen, der normalerweise den Garten wässert. Alle haben schließlich mitgemacht. Wir hatten viel Spaß und für die Schüler war es eine schöne Ablenkung.

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