Iss bewusst, so dass du weißt, was du isst – 4 Feb 16

Ich habe gestern erwähnt wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen, wenn man isst, so dass man bewusst isst und weiß, was man zu sich nimmt. Als ich erwähnte, dass man seinen Körper nicht wie einen Abfalleimer behandeln sollte, bezog ich mich jedoch nicht nur darauf, ob man zu seiner Mahlzeit sitzt oder steht – sondern auch was genau man seinem Körper zum Verdauen und Bearbeiten gibt – denn da kann es große Unterschiede geben!

Sobald man beginnt, sich damit zu befassen, was genau man seinem Bauch gibt, kommt man an gewisse Informationen, die einen dazu bewegen, Veränderungen in seiner Ernährung zu machen!

Eine der ersten Entscheidungen, die viele Menschen treffen, sobald sie sich einer gesunden Ernährung bewusst werden, ist, Vegetarier zu werden. Wenn man beginnt, über sein Essen nachzudenken, gibt es einen Punkt, an dem man sich fragt, wo sein Essen eigentlich herkommt. Beim Folgen der Versorgungskette stößt man auf jede Menge Gewalt, Verwendung von Chemikalien und Hormonen, unmenschlichen und grausamen Haltungsbedingungen – und so verlieren die meisten jeglichen Appetit aufs Fleisch. Warum würdest du zum Schmerz der Tiere beitragen, nur um sie zu essen, wenn es auch ohne geht? Warum würdest du die Hormone mitessen wollen, die Kühen für deren Wachstum gespritzt werden?

Natürlich hat die Herkunft deines Essen auch Auswirkung auf dessen Qualität! Wenn du zu dem Punkt kommst, an dem du darüber nachdenkst, was die Tiere, deren Fleisch auf deinem Tisch landet, vor ihrem Tod gegessen haben, ist es nicht weit davon darüber nachzudenken, was in dem Gemüse ist, das du zu dir nimmst! Da erfährst du von schädlichem Dünger und wachstums-fördernden Chemikalien, genetisch manipulierten Pflanzen, Konservierungsstoffen, Farbstoffen und so viel mehr, dass du beginnst dich zu fragen, ob du denn das wirklich noch essen kannst!

So kommt es, dass viele Leute beginnen, im Supermarkt eher die Hand nach dem Bio-Produkt auszustrecken als nach dem nicht-biologischen. Sie fangen wieder an, Produkte aus der Gegend zu kaufen, wenn sie an die riesigen Firmen denken, die die Märkte für kleinere, örtliche Läden verderben. Geschäfte ausschließlich mit Bio-Waren überleben nicht nur sondern blühen auf mit dieser steigenden Welle des Bewusstseins hierfür, die seit einigen Jahren immer weiter wächst. Es gibt immer mehr Menschen, die sich nun für Bio-Produkte entscheiden, wenn es ihnen möglich ist!

Natürlich isst man bewusster, wenn man über sein Essen nachzudenken und so ändert man, wie oft man isst, wie viel man isst und eben einfach seine ganze Ernährung! Man denkt darüber nach, wie sich sein Körper anfühlt, nachdem man gewisses Essen gegessen hat und man merkt, dass man sich wegen zu viel Fett oder Zucker schlecht fühlt. Also vermeidet man das. Bestimmtes Essen lässt man nun aus, wenn man zum Beispiel weiß, dass es eigentlich nur noch Chemie enthält und irgendwann hat man das Gefühl, dass man davon eigentlich gar nichts mehr essen oder trinken möchte!

So geht es mit dem bewussten Essen üblicherweise voran. Man muss niemandem sagen, was man macht. Heutzutage ist so viel Information in so vielen verschiedenen Formen erhältlich, dass man sich nicht mehr auf eine Person verlassen muss, die einem sagt, was gut für einen ist. Der Einzige, der wirklich in der Lage sein wird, das zu wissen, bist du, weil du derjenige bist, der deinen Körper spürt.

Beginn also, etwas feinfühliger zu sein, informiere dich, wo nötig und möglich und mach dich auf den Weg zu einem besseren, fitteren, gesünderen und glücklicheren Lebensgefühl!

Eine kleine Handlung kann dein Leben für immer verändern – lebe bewusst! – 11 Dez 14

Ich möchte gerne einen Gedanken mit euch teilen. Eigentlich ist es nur der Gedanke daran, wie wertvoll das Leben ist – und wie wir es in nur einer Sekunde komplett verändern und sogar beenden können. Denk immer daran!

Wenn man mitten im Leben steht, seiner täglichen Routine folgt und gerade in die Ereignisse der Zeit vertieft ist, vergisst man manchmal, das größere Bild zu sehen. Dann machst du fünf Dinge auf einmal und während du sie erledigst, bist du im Kopf bereits beim nächsten Schritt. Du lässt dich aus der Ruhe bringen, deine Emotionen quellen über und während du etwas machst, trägst du innerlich einen Kampf aus. Einen Kampf gegen dich selbst und die anderen um dich herum, imaginäre Auseinandersetzungen, die dich nirgendwohin bringen. Die dich nur in dir halten und deine Hände ohne deinen Kopf bewegen lassen.

Du bewegst dich durch das Leben, ohne bewusst zu leben. Ohne auch nur darauf zu achten, was du tust.

Du vergisst, dass eine kleine Handlung dein Leben für immer verändern kann. Ein Augenblick der Unachtsamkeit zu Hause. Eine umgestürzte Kerze. Ein Gasofen, der nicht ordentlich ausgemacht wurde. Unaufmerksamkeit im Verkehr. Beim Fahren etwas übersehen. Ein Schritt in die falsche Richtung, ohne vorher zu schauen.

Es kann dein Leben beenden. Es kann dich für das Leben zeichnen – körperlich, geistig und emotional.

Denk daran und beginn, bewusst zu leben. Sei im Augenblick – nicht, um einen Schritt auf deinem spirituellen Weg voranzukommen. Nein, um ordentlich zu leben und zwar so, dass du nie einen unbedachten Augenblick bereuen musst.

Inspiriert vom gestrigen Tag, von dem ich euch nächste Woche mehr berichten werde.

Meditation ist nichts Mysteriöses – aber was alle können, lässt sich schlecht verkaufen! – 13 Nov 13

Ich habe das Gefühl, dass ich vielleicht ein paar Leute mit dem gestrigen und vorgestrigen Blogeintrag verwirrt habe. Vielleicht haben manche den Eindruck bekommen, dass ich zuerst mein Leben als Guru hinter mir gelassen habe, dann die Religion verlassen habe, meinen Glauben an Gott verloren habe und nun schließlich auch noch begonnen habe, gegen Meditation zu schreiben! Ihr könnt beruhigt sein, das ist absolut nicht der Fall! Ich bin nur gegen die Art und Weise, auf die Meditation dieser Tage propagiert wird, wie sie als Praxis der Elite spiritueller Menschen dargestellt wird, aber ich liebe Meditation und werde auch immer jedem nahelegen zu meditieren – wahrscheinlich jedoch habe ich eine völlig andere Definition für Meditation! Ich habe bereits einige Blogeinträge zu der Frage geschrieben, was Meditation für mich ist. Morgen wird noch ein weiterer folgen.

Zunächst will ich versuchen, euch eine Definition in einem Satz zu geben: Meditation oder Dhyan, wie es auf Hindi und Sanskrit heißt, ist, wenn man völlig in der Gegenwart ist, sich zu 100% dessen bewusst ist, was man gerade macht.

Ich sage nie, dass das Ziel der Meditation Gedankenlosigkeit ist. Ich glaube, dass man zum Meditieren nicht einmal eine besondere Stellung, Atemtechnik oder irgendetwas anderes braucht. Man kann meditieren, während man arbeitet, redet, malt, spielt oder sogar beim Sex – vielleicht wäre es gerade da am wichtigsten! Man muss nur da sein, in genau diesem Augenblick, nicht in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit. Einfach nur da – das ist für mich Meditation.

Das Wichtigste ist dabei, dass es wirklich jeder kann! Du musst nicht besonders sein! Es ist jedem jederzeit möglich. Zum Meditieren braucht man keine jahrelange Praxis, noch braucht man dafür künstlerisches Talent! Es ist nicht kompliziert und man muss keine Lastwagen an den Zähnen hinter sich herziehen oder Eisenstangen mit bloßen Händen verbiegen können! DU, ja genau, du kannst es!

Würde es sich für dich besser anfühlen, wenn du es könntest und deine Nachbarn nicht? Wäre es interessanter, wenn da irgendein Geheimnis dahinter stecken würde? Das ist die Vorstellung, die Gurus und Geschäftsmänner lieben und mit der sie ihr Geld verdienen! Sie wollen dir nicht nur das Gefühl geben, dass du etwas Besonderes bist, sondern, dass du auch noch besser bist als alle in deiner Umgebung – also stellen sie Meditation als etwas Kompliziertes dar!

Diese Einstellung scheint eher eine Art zu sein, dein Ego weiter zu schüren, als es zu verringern! Also befindest du dich in den fünfzehn Minuten, die du täglich meditierst in einer höheren Bewusstseinsebene? Also musst du zuerst dorthin gelangen und dann kannst du das nur dann erreichen, wenn du in der richtigen Stellung sitzt und die richtige Atmosphäre herrscht, was das Ganze auf maximal eine Stunde pro Tag beschränkt? Wo liegt denn dein Bewusstsein während der übrigen 23 Stunden des Tages – unten auf der langweiligen, niedrigen Ebene bei uns übrigen? Du fühlst dich also in dir selbst wie etwas Besonderes während dieser kurzen Zeit, fühlst dich in Frieden und eins mit der Welt – aber warum kannst du dich nicht jederzeit in diesem Zustand des Glücks befinden?

Ja, du solltest arbeiten, spielen, lesen und alles andere, was man so in 24 Stunden macht, in einem Zustand der Meditation machen können. Du solltest mit einem andauerndem Glücksgefühl leben, ohne an einem Ort zu sitzen und absolut gar nichts zu denken!

Natürlich würde kein Guru gerne dieses größte Geheimnis verraten, das würde die Bewunderung, die sie bekommen, ruinieren, sowie ihr Geschäft, aber die Wahrheit ist: DU kannst es tun. Einfach nur, indem du bewusst handelst!

Du bist Besonders, weil du bist, wer du bist – nicht weil du tust, was du tust! – 14 Aug 13

Nach meiner gestrigen Fürsprache für Minderheiten, die sich von der Gesellschaft unter Druck gesetzt fühlen, möchte ich einige Worte für diejenigen hinzufügen, die sich überhaupt nicht einer Minderheit zugehörig fühlen, die das Gefühl haben, dass sie sich so fühlen, wie die meisten anderen Menschen auch, diejenigen, die ganz ehrlich ein Teil der ‚Mehrheit‘ sind. Warum? Weil diese ‚Mehrheit‘ auch oft niedergemacht wird, besonders in der spirituellen Szene, aber es gibt viele Menschen, die sich ganz ehrlich so fühlen, wie sie sich eben fühlen und sie haben auch das Recht, sie selbst zu sein – selbst wenn das bedeutet, dass sie ‚Durchschnitt‘ sind. Wenn du einer von ihnen bist, dann musst du dich deswegen nicht schuldig fühlen!

Vielleicht hört es sich für euch seltsam an, dass ich das für wichtig halte, aber lasst mich erklären, warum ich meine, dass es viele Leute gibt, die sich so fühlen. Seit vielen Jahren ‚erwachen‘ die Menschen nun schon, erkennen, dass sie ihre Leben nicht mehr im normalen Trott weiterleben wollen, dass sie aus dem Druck ihres Alltags ausbrechen wollen und etwas tun wollen, das ihre Herzen erfreut. Es gab mehrere Bewegungen, die man umfassend die ‚spirituelle Szene‘ nennen kann, wenn man nach einem einzigen Wort sucht. Sie alle betonen, dass man etwas machen muss, was einen glücklich macht und diese Vorstellung unterstütze ich auch vollständig. Es gibt unterschiedliche Ansätze, aber die meisten geben den Interessierten diese Botschaft: du bist etwas Besonderes.

Während ich auch hier wieder mit der grundlegenden Vorstellung übereinstimme, dass wir alle einzigartig sind, gibt es eine weitere Folgerung dieser Aussage, der ich nicht wirklich zustimme: du bist etwas Besonderes, weil du etwas anders machst. Du bist besonders, weil all die Leute um dich herum, die ‚Mehrheit‘, die ‚große Menge‘ der Menschen sich ihrer nicht so bewusst ist wie du. Du bist besonders, weil sie alle das gleiche, alte Ding machen und du das nicht mehr machen willst. Du bist etwas Besonderes, weil du das, was alle mögen, eben nicht magst. Vielleicht findest du einige Leute, die in etwa das Gleiche mögen wie du, aber am Ende musst du deinen Weg zur Erleuchtung doch alleine gehen, weil du etwas so Besonderes bist.

Naja, ich stehe eben nicht hinter der Vorstellung, dass all diese Menschen ‘die Auserwählten‘ sind. Ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist, vielen Menschen zu erzählen, man müsse von anderen so unterschiedlich sein, dass man nicht dazu passt. Ja, ich sage den Menschen, dass sie nicht dazu passen MÜSSEN, aber es ist doch etwas ganz anderes, wenn man den Menschen sagt, dass sie nicht dazu passen SOLLTEN! Dass sie nicht besonders sind, wenn sie sich bei ihren normalen Freunden wohl fühlen, dass sie sich schlecht fühlen sollten, wenn sie sich in ihrer normalen Umgebung befinden. Dass sie neue Freunde finden und eine Minderheit suchen müssen, der sie sich anschließen können. Oder dass sie Eigenbrötler werden müssen.

Sobald man sich seines Körpers, seines Essens, seines Geistes, seines Stresslevels, seiner Entspannungsmethoden und überhaupt seiner Handlungen im Ganzen etwas bewusster wird, bekommt man vielleicht das Gefühl, dass man etwas anders ist. Man merkt zum Beispiel, dass man bestimmte Aktivitäten nicht mehr so genießt, zum Beispiel Abende in einer Bar, wo man sich betrinkt oder Grillfeste, weil man nun vegetarisch isst. Vielleicht hat man auch keine Freude mehr an den meisten Themen, über die man früher immer geredet hat. Doch selbst wenn du immer noch gerne ins Kino gehst, immer noch gerne in der Disko tanzt, immer noch gerne mit Freunden zum Fußballspiel gehst, so bist du doch trotzdem besonders und einzigartig! Du bist trotzdem ein einzigartiges Wesen und es gibt niemanden wie dich!

Die Botschaft ist: du bist einzigartig, so wie du bist. Weil du der bist, der du bist, nicht weil du das tust, was du tust. Selbst wenn du Teil der großen Mehrheit bist, bist du etwas Besonderes!

Meditierst du oder gibst du nur eine falsche Demonstration? – 5 Apr 13

Ah, als ich das gestrige Tagebuch schrieb, wusste ich nicht, dass ich damit ein solches Frage-Antwort-Spiel zum Thema Meditation auslesen würde! Es ist schön, viele Leute stimmten mir zu, dass das Spielen mit Apra eine sehr wertvolle Weise ist, die Zeit zu verbringen, doch sie stellten mir auch viele Fragen zu der Tatsache, dass ich das Meditation nenne. Wie kann ich denn in der Gegenwart sein, wenn ich mir Sorgen mache, dass sie hinfallen und sich wehtun könnte oder während ich so offensichtlich in etwas so aktiv verwickelt war, dass ich hinter meiner Kleinen herrannte, anstatt dazusitzen und meinem Körper Ruhe zu geben, so dass mein Geist auch Ruhe erlangen kann? Ich dachte, es ist nun an der Zeit, euch meine Vorstellung von Meditation noch einmal genau zu erklären.

Lasst uns mit der klassischen Vorstellung einer meditierenden Person beginnen. Jemand sitzt im Schneidersitz, oder noch besser im Lotussitz, der Rücken gerade und die Hände auf den Knien mit den Fingern im Gyan Mudra, wobei die Daumenspitzen die Spitzen der Zeigefinger berühren. Wenn du irgendein Kind fragst, das jemals von Meditation gehört hat, dir zu zeigen, wie man meditiert, wirst du eine schöne Darbietung dieser Stellung bekommen, vielleicht sogar mit einem lauten ‚Ooooommm‘ dazu. Das ist die Standard-Vorstellung die eine normale Person von Meditation hat.

Was man während einer Meditation machen sollte ist eine ähnlich klischeehafte Vorstellung. Lass all deine Gedanken gehen, leere deinen Geist, denke an gar nichts. Das ist die Grundlage und der Grund, warum die meisten Menschen meinen, es sei unmöglich für sie zu meditieren. ‚Denke an gar nichts‘ ist das, was die meisten abschreckt und für die anderen eine Herausforderung darstellt.

Ich glaube eigentlich, dass jeder, der je in seinem Leben ernsthaft versucht hat zu meditieren, bereits gemerkt hat, dass das nicht die Zauberformel zur Meditation ist. Dein Rücken und deine Beine fangen nach einer Weile an wehzutun, wenn du nicht viel Übung hast, so zu sitzen und deine Gedanken machen sowieso, was sie wollen, anstatt den Befehlen zu gehorchen, sie sollen sich schleichen. Du suchst eine bequeme Sitzposition, wenn du in Gesellschaft bist, versuchst du, dabei so leise wie möglich zu sein und vielleicht kommst du sogar in eine unangenehme Situation, wenn du endlich meinst, du könntest dich entspannen und mit der Anspannung auch etwas Luft deinen Körper verlässt – deutlich hörbar für diejenigen um dich herum.

Ich glaube, wir können übereinstimmen, dass das nicht die allerbeste Art zu meditieren ist. Ich glaube eigentlich, dass diese Vorstellung, obwohl sie zum idealen Werbebild für Meditation und inneren Frieden geworden ist, in den meisten Fällen nur eine falsche Demonstration desgleichen ist. Es gibt Menschen, die die körperliche und geistige Fähigkeit haben, wirklich auf diese Weise auch über längere Zeiträume hin zu meditieren, aber die meisten Leute, die wirklich Interesse an diesem Zustand inneren Friedens haben, würden eine andere Methode wählen, wenn sie von einer wüssten.

Andere Methoden gibt es viele. Ein Beispiel ist die Klangmeditation, die unser Freund Thomas so schön praktiziert und anbietet, eine Entspannung mit Musik, die deinen Geist anleitet und ihm einen Anhaltspunkt gibt, der dir hilft, unnötige Gedanken loszulassen. Eine weitere Möglichkeit ist es, in der Natur spazieren zu gehen, etwas, von dem ich mir sicher bin, dass unsere Himalaya-Reisenden uns berichten werden, wenn sie heute Abend nach ihrer Reise wieder im Ashram ankommen. Ein Spaziergang unter den Sternen oder in einem Wald kann eine herrliche Meditation sein, sobald du dich darauf konzentrierst, im gegenwärtigen Augenblick zu sein. Ein Workout kann auch Meditation sein, genauso wie Kunst, ein Gemälde, in dem du dich schon beim Malen verlierst. Ein Gericht zu kochen und intuitiv die Gewürze zu fühlen, während du sie in deinen Topf gibst. Einen Baum zu pflanzen, ein Buch zu lesen oder sogar bei der Arbeit, ja, auch vor dem Computer, wenn du dir dessen bewusst bist, was du tust.

Wie ich schon sagte, solange du dir im gegenwärtigen Augenblick völlig bewusst bist, was du machst, nenne ich es Meditation. Und wenn ich mit unserer Kleinen spiele, wenn sie irgendwo umherrennt und ich hinter ihr her oder was sie auch immer tut, ich bin vollkommen in dem Moment. Das muss man auch auch mit einer Kleinen wie unserer Apra – wenn du einen Augenblick abgelenkt bist, kann sie jeglichen Unsinn anstellen! Du musst also Acht geben – und es ist die beste Meditation, die ich je hatte!

Kann man die Bewusstseinsebene einer Person an der Länge seiner Meditationen messen? – 4 Apr 13

Vor Kurzem hatten wir einen Gast im Ashram, mit dem wir eine kleine Unterhaltung hatten, die ich gerne mit euch teilen möchte. Es war ein kurzes Gespräch über Meditation, meine Vorstellung von Meditation und die übliche, weit verbreitete Vorstellung von Meditation im Gegensatz zueinander.

Ich setzte mich neben unseren Gast und nach ein bisschen Smalltalk, fragte mich der Mann: “Sag mal, wie viele Stunden Meditation machst du denn pro Tag?‘ Er sah mich gespannt an und ich sah, dass er eine beeindruckende Antwort erwartete. Er war sich sicher, dass ich mehr als die eine Stunde in Meditation säße, die er selbst jeden Tag vor der Arbeit schaffte.

Ich lächelte ihn an und sagte ihm, dass meine Meditation seitdem wir unsere kleine Tochter Apra haben daraus besteht, dass ich Zeit mit ihr verbringe. Es ist meine Meditation, bei ihr zu sein, sie zum Lachen zu bringen, mit ihr zu spielen und sie zu beobachten, wie sie hinter einem Ball herrennt oder auf eine Eidechse an der Wand zuläuft.

Ich konnte sehen, dass der Mann geschockt war. Er versuchte seine Enttäuschung über meine ehrliche Antwort zu verbergen, schaffte es aber kaum. Ich weiß, was er sich wahrscheinlich dachte, da ich schon mehrere Leute solche Dinge laut habe sagen hören – dass ich keine Disziplin mehr hätte oder dass ich von dem hohen Bewusstseinslevel, das ich gehabt hatte, auf ein niedrigeres heruntergekommen war. Sie denken, dass ich mich nicht mehr um meinen geistigen Zustand kümmere, dass ich vom rechten Weg abgekommen bin.

Natürlich schieben manche Leute die Schuld hierfür gerne meiner Frau in die Schuhe – der Westlerin, die diesen spirituellen Mann verdorben hat und ihn davon abhält, seine Sadhana, seine spirituelle Praxis zu begehen. Diejenigen, die das tun, wissen nicht, dass ich schon immer eine leicht andere Sicht auf die Meditation hatte als der allgemeine Meditierer. Traditionelle Menschen mögen mich als Beispiel betrachten, dass eine spirituelle Person nie heiraten oder Kinder haben sollte.

Das alles ist jedoch nur wahr, wenn man an Meditation als Wettbewerb denkt. Wer am Längsten meditieren kann, hat gewonnen! Derjenige ist der Erleuchtung näher als alle anderen oder ist vielleicht sogar schon erleuchtet! Diejenigen, die nicht einmal eine halbe Stunde lang still sitzen können, sind Anfänger, Verlierer, Materialisten und sehr unspirituelle Menschen!

Ich halte Meditation für etwas ganz anderes. Ich denke nicht, dass man sich mit gekreuzten Beinen hinsetzen, die Augen zumachen und tief atmen muss, um es Meditation nennen zu dürfen. Meditation bedeutet, vollständig in der Gegenwart zu sein, sich völlig bewusst zu sein, was man in dem Augenblick macht, ohne dass die Gedanken in der Gegenwart oder der Zukunft rumirren.

Das ist genau das, was ich mache, wenn ich mit Apra zusammen bin. Man hat kaum eine Chance, nicht zu meditieren, wenn man bei ihr ist, da sie in jedem Moment volle Aufmerksamkeit verlangt. Man muss sie beobachten und dann spürt man, was sie spürt, man sieht ihr einfach ins Gesicht und kann praktisch sehen, was sie denkt. Spiel mit ihr, sprich mit ihr, lass sie deinen Gedanken folgen und zeige ihr deine Welt. Das alles hat die wundervolle Wirkung einer Meditation auf mich: es macht mich ruhig und glücklich.

Wenn ich mehrere Stunden täglich isoliert in einem Zimmer sitzen müsste, nur um der Welt zu zeigen, was für ein toller Meditations-Meister ich bin, würde sie mich vermissen und ich sie genauso. Es ist meine Meditation, mit meiner Tochter Zeit zu verbringen und ich bin froh, dass ich meine Zeit auf diese Weise verbringen und uns beide so glücklich machen kann.

Der Jüngste Tag ist abgesagt – neues Geschäft für moderne Gurus – 21 Dez 12

Seid ihr bereit für das Ende der Welt? Heute ist endlich der 21. Dezember 2012, 21.12.2012. Irgendjemand hat einmal damit begonnen, anderen zu erzählen, dass heute der Tag der Apokalypse ist, weil der Kalender der Mayas angeblich heute enden soll. Andere haben protestiert, es sei nicht das Ense des Maya-Kalenders, sondern nur ein Wechsel der Zeiten. Was auch immer die Mayas dazu brachte, ihre Rechnung an diesem Tag zu beenden, es hat viele Leute ziemlich verrückt gemacht, was dieses Datum angeht. Leute, die ganz extrem denken, haben sich auf Katastrophen und die Auslöschung der Menschheit sowie die Zerstörung des Planeten vorbereitet. Eine weitere beliebte Ansicht ist, dass heute eine ‚Bewusstseinsverschiebung‘ stattfinden wird. Lasst mich hier in einigen Zeilen erklären, was ich von diesen beiden Vorstellungen halte.

Die Vorstellung, dass die Welt wirklich heute untergehen könnte, ist einfach zu verwerfen. Es wurde nichts gemessen, was Tsunamis verursachen könnte, bis jetzt habe ich noch nichts von riesigen Erdbeben gehört, es haben sich keine Seuchen verbreitet und Wissenschaftler haben keine Kometen entdeckt, die auf die Erde treffen und den Planeten ein für alle mal zerstören könnten. Nein, es sieht nicht wirklich danach aus, als würden wir heute alle sterben.

Vielleicht war es für die meisten Leute einfach zu verrückt zu denken, dass alles Leben auf diesem Planeten plötzlich vorbei sein könnte, aber was sollten sie denn dann zum Maya-Kalender sagen? Menschen in der spirituellen Szene schätzen alte Kulturen und deren Bräuche und Traditionen sehr – was ja im Allgemeinen auch gut ist – aber sie schreiben ihnen auch beinahe magische Kräfte zu. Nachdem sie allen so lange von der Genauigkeit der Maya-Prophezeiungen erzählt haben, können sie deren Kalender jetzt nunmal schlecht ignorieren! Was sollen sie also tun?

Na dann nennen wir es eben einfach nur ‘Veränderung’. Naja, das hört sich noch nicht gut genug an … Aufstieg! Ja, das ist es! Wir sagen den Leuten, es wird ein Aufstieg in eine andere Dimension, eine Verschiebung des kollektiven Bewusstseins. Es ist wie der Jüngste Tag, nur besser! Wir müssen nicht so viel Reis oder Wasser wie möglich einkaufen, wir müssen nur das tun, was wir sowieso schon tun und diese Botschaft verbreiten. Das ist schön, dann können wir das Ende dieser Dimension für all das verantwortlich machen, was in unseren Leben schief läuft.

Nennt mich zynisch, wenn ihr wollt, aber ich glaube, ich bin realistisch, wenn ich sage, dass diese ganze Geschichte von Dimensionen und Transformationen nur ein Stück einer Fantasievorstellung ist, die von Leuten geschaffen wurde, die damit Geld machen wollen. Sie machen einem Angst, indem sie sagen, man müsse einen Prozess durchlaufen, sonst wäre es schwierig, man könnte in Depression verfallen, weil man nicht gelernt hat, Veränderungen zu akzeptieren und diese Veränderungen würden nun kommen und das auch noch ganz schnell, weil wir ja schließlich den Aufstieg erwarten! Während sie das jedoch sagen – was ja nur normal ist, da das Leben nun einmal Veränderung beinhaltet – sagen sie auch, dass man keine Angst haben sollte. Sie können dir erklären, wie du dich von dieser Angst befreien kannst. Nimm einfach ihre Dienste an, zahle für sie und beruhige deinen Verstand und ihre finanziellen Sorgen.

Ich glaube es ist falsch, Menschen an solche Dinge glauben zu lassen, für die man einfach wild Teile alter Kulturen als Beweise heraussucht und ‚gechannelte‘ Botschaften von Engeln, Wesen aus der geistigen Welt und anderen imaginären Freunden oder Meistern erzählt, die dich da anleiten sollen. Ich glaube, dass all diese falschen Gurus, Heiler, Life Coaches, esoterische Hellseher, Channels und modernen Propheten nach dem heutigen Tag ein neues Geschäft beginnen werden: wie sie all die imaginären Probleme heilen können, die von dem schwierigen Aufstieg und Dimensionswechsel heute herrühren. Sie brauchen etwas zu tun und müssen Geld verdienen, also finden sie andere Wege, den Leuten Angst zu machen.

Wenn wir diesen Tag nicht überleben sollten oder wenn ich wegen meinen negativen Gedanken zu diesem Thema am Ende ganz allein noch hier in der vierten Dimension herumsitze, habt ihr bewiesen, dass ich Unrecht hatte. Aber ich nehme einmal an, dass ihr diesen Sieg dann nicht feiern könnt – euer höheres Bewusstsein wird das nicht erlauben. Versucht jedoch nicht, mich zu retten, ich bin ein hoffnungsloser Fall!

Ist Indien der richtige Ort, um nach innerem Frieden zu suchen? – 20 Nov 12

Vor einiger Zeit hatte ich eine Beratungssitzung mit einer Frau, die nach Indien gekommen war, weil sie nach etwas suchte. Das war zumindest, was sie auf die Frage antwortete, wie sie auf die Idee gekommen war zu reisen. Nach was sie suchte? Sich selbst, inneren Frieden, Spiritualität und alles, was mit diesen Dingen kommt. Und wo würden die meisten Leute nach so etwas suchen? In Indien, dem Land der Spiritualität, der Yogis, Philosophen, Heiligen und Sadhus. Sie fragte mich, ob ich meinte, sie würde das finden, nach dem sie suchte.

Naja, das ist eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt, zum Teil, weil es sehr auf die individuelle Situation ankommt. Es gibt jedoch ein paar Aspekte, die auf jeden passen.

Der erste davon ist, dass man sich selbst über Indien informieren sollte, bevor man dorthin reist. Komme nicht in dieses Land mit der Illusion eines perfekten Ortes, an dem jeder täglich Yoga ausübt, an dem niemand anders halndelt als aus Liebe und wo jeder mit sich selbst und der Welt in Frieden lebt. Wenn du das glaubst – und ich weiß, dass das besonders unter Leuten, die in der ‚spirituellen Szene‘ sehr involviert sind, üblich ist – wirst du zum Schluss enttäuscht sein. Indien ist ein sehr religiöses Land, ja, und viele Leute, reich und arm, handeln mit viel Liebe. Es ist jedoch auch nur ein normales Land und nicht der siebte Himmel! Lies ein paar Bücher und Zeitungsartikel, sieh dir ein oder zwei Dokumentarfilme an und du wirst sehen, dass es in dieser Gesellschaft jede Menge Probleme gibt, die jedes kleine Stück von Frieden, das du bis jetzt vielleicht gefunden hast, wieder zunichte machen können.

Die nächste Frage, die du dir meiner Meinung nach stellen solltest, ist, wo genau du nach deinem inneren Frieden suchst. Wo suchst du nach Spiritualität und wo meinst du, wirst du dich selbst finden? Gehst du zu einem Guru, einem Meister oder irgendeinem religiösen Führer und willst, dass diese Person dir sagt, wer du bist? Wenn das der Fall ist, so kann ich dir sagen, dass du nicht sehr erfolgreich sein wirst. Im Gegenteil, du läufst Gefahr, in einer manipulierenden Sekte oder Religion mit Vorlieben zur Gehirnwäsche zu enden.

Ich glaube, der einzige Weg, wie du etwas finden kannst, das dein Bedürfnis stillen könnte, diese Lücke füllen könnte, die du empfindest, ist, wenn du nicht im Außen suchst. Du musst in dir selbst suchen, um deinen inneren Frieden zu finden. Du findest dich nicht nur dadurch, dass du nach Indien gehst, du wirst dich in dir selbst finden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ich jedem davon abrate, nach Indien zu reisen und ich glaube auch nicht, dass sich hier niemand finden kann und alle daheim bleiben sollten. Nein, im Gegenteil, ich glaube, es kann sehr hilfreich sein, eine Auszeit von deiner täglichen Routine daheim zu nehmen und dich stattdessen etwas zu entspannen und auf dich selbst zu konzentrieren, auf deine innere Stimme zu hören und herauszufinden, wer du denn eigentlich bist. Mach etwas Yoga und nimm ruhig an einem Retreat teil. Eine Reinigung und Entgiftung, zum Beispiel mit Ayurveda, hilft, dass erst einmal körperlich eine Reinigung stattfindet und durch die Entspannung schließlich auch geistig und emotional. Das alles kann dir helfen, dich selbst zu finden. Du bekommst etwas Abstand und siehst die Dinge von einem anderen Standpunkt aus.

Komm also bitte ruhig nach Indien, reise, entspanne dich und genieße es. Aber nimm dir Zeit für dich und konzentriere dich auf dein Inneres. Das ist meiner Meinung nach der Beste und vielleicht der Einzige Weg, irgendetwas von dem zu finden, nach dem du suchst!

Erleuchtung – wie dafür gemacht, spirituelle Suchende zu betrügen – 19 Aug 11

Gestern habe ich über innere Veränderungen geschrieben und gesagt, dass jede Veränderung seine Zeit braucht. Heutzutage wollen die Menschen alles so schnell wie möglich. Viele andere haben erkannt, dass sie mit dieser schnellen Kultur auch Geld machen können. Ich sage nicht, dass mit einem solchen Geschäftskonzept irgendetwas falsch ist, solange es ehrlich ist. Ich glaube nicht wirklich, dass es wahres Yoga ist, wenn man die Stellungen so schnell wechselt, dass es aussieht, als wäre man in Eile endlich fertig zu werden, aber einigen Menschen scheint das gut zu tun. Vielleicht ist es ein Weg, mit Yoga zu beginnen und später auch zu Meditation und Philosophie überzugehen. Ich finde es jedoch nicht gut, wenn die Idee, etwas schneller zu verkaufen, dazu benutzt wird, Menschen zu betrügen.

Gestern habe ich erwähnt, dass die Menschen ‚sofortige Erleuchtung‘ wollen. Sie haben gehört, wie lange der Weg zu diesem Zustand ist und sie hoffen, eine Abkürzung dahin zu finden. Ich will nicht über meine Vorstellung des Wortes ‚Erleuchtung‘ sprechen, aber lasst mich euch sagen, dass ich nicht auf diese Weise daran glaube, die heutzutage weit verbreitet ist. Ich denke nicht, dass es einen Augenblick im Leben gibt, in dem einem ein Licht aufgeht, so wie eine Glühbirne angeht und dass man von da an ein erleuchtetes Wesen ist, das anderen Erleuchtung geben kann und mit einem kleinen Trick auch die Glühbirnen in anderen Menschen zum Leuchten bringt.

Es hört sich lächerlich an, wenn es auch nur so schreibe, doch es gibt viele Menschen, die genau so Erleuchtung verkaufen! Sie nennen sich selbst lebende erleuchtete Meister und versprechen, dich an diese Erleuchtung teilhaben zu lessen, wenn du ihnen eine bestimmte Summe Geld zahlst. Sofort wirst du Glückseligkeit, Frieden, bedingungslose Liebe und mehr erfahren.

Das hört sich toll an, oder? Eine Abkürzung zum perfekten Glück. Ich möchte Menschen warnen, wenn ihr solche Angebote, Plakate oder Werbung sehr, seht euch vor! Lasst euch nicht in eine solche Sache hineinziehen! Solche Meister und Gurus sind nicht ehrlich und haben normalerweise auch kein Interesse daran, deine Seele zu befreien! Sie betrügen Menschen, die Hoffnung haben und vielleicht danach streben, das Ziel der Befreiung schnell zu erreichen. Wer kann jedoch prüfen, ob das Versprechen erfüllt wurde? Was ist der Beweis dafür, dass eine Person erleuchtet ist? Wer stellt fest, ob sie Erfolg hatten und ob eine Person nach diesem Leben wirklich nicht mehr wiedergeboren wurde, weil er diesen Guru getroffen hatte?

Sie garantieren, dass man vom Kreis der Geburt und Wiedergeburt befreit wird. Man bekommt bestimmte Anweisungen und Shaktipat, eine Einweihung. Das bedeutet, dass sie die Kraft auf dich übertragen. Mit dieser Kraft bist du erleuchtet und musst nicht mehr auf diese Welt zurückkommen. Ich sage dir, im nächsten Leben wirst du eine böse Überraschung erleben, wenn du als Maus oder Affe aufwachst und merkst, dass dieser Guru dich wirklich betrogen hat!

Solche Gurus werben ganz offen damit, dass sie erleuchtet sind. Vielleicht hast du den Spruch schon einmal gehört ‚Die, die es haben, sagen es nicht, die, die es sagen, wissen es nicht‘. Warum würde eine Person, die diesen Bewusstseinszustand erreicht hat, wirklich mit Tausenden von Menschen und ihren Waren von Stadt zu Stadt und von Land zu Land reisen und mit ihrer Erleuchtung Werbung machen? Könnte derjenige nicht an einem Ort sitzen und seine guten Taten von dort erledigen? Wenn diese Person auf irgendeine Weise magisch wäre und übernatürliche Kräfte hätte, warum würde er sich dann die Mühe machen, das alles zu organisieren und Menschen um den Erdball zu finden, die bereit dazu sind, für sein Programm viel Anstrengungen und Mühen auf sich zu nehmen?

Verstehe mich nicht falsch, ich sage nichts gegen ein ordentliches Geschäft, in dem Menschen ihr Wissen in Vorträgen und Workshops teilen und dafür Geld bekommen und ich sage ganz sicher nichts dagegen, wenn jemand Spenden für einen guten Zweck sammelt. Der Punkt ist, dass die Menschen betrogen werden. Man lässt sie glauben, dass eine Person heilig ist und es darum etwas kostet, ihn zu sehen und ihm zuzuhören. Nicht wegen seiner Erfahrung und seines Wissens oder seiner Weisheit, sondern wegen seiner Heiligkeit und weil er Erleuchtung erreicht hat. Deshalb ist auch alles, was man im Laden dieser Person kaufen kann, dreimal so teuer, als wenn man das gleiche Ding in einem anderen Geschäft kaufen würde – es ist heilige Ware, vom heiligen Meister benutst und jetzt auch selbst heilig. Man bezahlt die Heiligkeit, nicht das Produkt. In Wahrheit macht das jedoch keinen Unterschied. Wenn du glauben willst, dass etwas heilig ist, ist es für dich auch so. Dann kann man Heiligkeit auch kaufen. Sie ist ein bisschen teuer, aber man kann sie kaufen. Wenn du glauben willst, dass dir jemand Erleuchtung bringen kann, fühlst du dich vielleicht an einem Punkt so, als hättest du dein Ziel erreicht.

Was tust du dann, wenn du genug Zeit in der Nähe dieses Gurus verbracht hast, deine Einweihung hinter dir hast und dir der Guru eines Tages sagt, dass du auch erleuchtet bist? Gehst du dann auch los und beginnst das gleiche Geschäft, erleuchtest andere? Wir haben in der Vergangenheit viele Gurus gesehen, die diese Vorstellung verkauft haben und man sieht sie auch in der Gegenwart. In der Vergangenheit haben sie viele Käufer gefunden und auch in der Gegenwart sieht man, dass sie ihre Zelte mit Leuten und ihre Taschen mit Geld füllen. Es ist ein Geschäft, das sicherlich nicht bald aussterben wird. Jeder dieser erleuchteten Gurus hat eine Geschichte parat, wie er Erleuchtung erlangt hat. Ob das in Einsamkeit auf einem Berg war oder dass ein Baum angefangen hat, mit ihm zu sprechen, oder dass er plötzlich die ganze Welt auf einmal sehen konnte und jedermanns Gedanken hörte, die Geschichten sind bunt und dafür gemacht, die Zuhörer zu bezaubern.

Ich glaube, dass die heutige Vorstellung der Erleuchtung sich durch dieses Geschäft entwickelt hat und durch die Vorstellung, dass man eine andere Person erleuchten kann. Wenn man Erleuchtung als völliges Glück sieht, ein inneres Gleichgewicht von Liebe und Frieden und ein reiner Bewusstseinszustand, bin ich sicher, dass man sich das nicht kaufen kann. Das ist nichts verkäufliches oder etwas, das von einer Person auf die andere übertragen werden kann. Dieser innere Zustand – und ich weigere mich, das Erleuchtung zu nennen – kann nur durch eine andauernde Arbeit an sich selbst erreicht werden. Man kann dafür einen Lehrer haben, jemanden, der einem hilft, aber erwarte nicht, dass das jemand für dich erledigen kann. Du bist derjenige, der das tun muss und es ist dein Einsatz, der dich dorthin bringt. Keine sofortige Erleuchtung, keine Befreiung durch Bezahlung. Eine Verbindung zur eigenen Liebe und zum Frieden in sich.

Ich habe mein Bestes gegeben, um auf dem obigen Bild erleuchtet zu erscheinen. Was meint ihr?

Innere Veränderung braucht Zeit, sogar in einer Fast Food Kultur – 18 Aug 11

Wenn die Leute hören, dass ich drei Jahre und 108 Tage in einer Höhle verbracht habe, mit niemandem in Kontakt und fern von der normalen Welt, staunen sie oft über den langen Zeitabschnitt. Sie fragen mich, wie es war, für so lange alleine gewesen zu sein und manchmal fragen sie auch, ob es denn wirklich notwendig war, so lange in die Höhle zu gehen. Wenn ich diese Fragen höre, muss ich oft lächeln und daran denken, dass die Menschen heutzutage keine Geduld haben. Sie wollen alles sofort, hier und jetzt. Doch die meisten Dinge brauchen Zeit!

Es ist nicht wirklich sehr überraschend, dass die Menschen solche Fragen und Gedanken haben. Sieh dir die Gesellschaft von heute an, besonders hier im Westen. Haben die Menschen wirklich noch Zeit für irgendetwas? Sie sind im Stress, haben Tausende Dinge im Kopf, die sie zur gleichen Zeit oder so schnell wie möglich zu erledigen versuchen und sie nehmen sich selten einmal Zeit, in Ruhe und Frieden zu essen oder Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. In ihrem Terminkalender findet sich ein Zeitraum, den sie dafür eingeplant haben, etwas für ihren Körper zu tun, vielleicht ein paar Stunden pro Woche im Fitnesscenter. Warum würde jemand wirklich längere Zeit darauf verwenden, um etwas für ihren Geist und ihre Seele zu tun?

Überall liest man diese Anschuldigung für die heutige Gesellschaft: es ist eine Fast Food Kultur. Was auch immer du mir geben kannst, gib es mir schnell. Ich habe keine Zeit, meine Zeit ist wertvoll, gib es einfach her, jetzt! So funkioniert Spiritualität, innerer Frieden und das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele aber nicht. Das kann es gar nicht. Die Menschen wollen alles sofort haben. Sofortige Entspannung, sofortige Erleuchtung, sofort in Samadhi. Sie erkennen nicht, dass alles seine Zeit braucht. Wahrer innerer Frieden ist ein Prozess und kommt nicht davon, dass man einen Knopf drückt, wie man das Licht anschaltet, oder eine Tablette einnimmt, die sofort den Schmerz lindert. Es ist ein Prozess und man muss darauf auch etwas Zeit aufwenden.

Als ich in die Höhle ging, brauchte ich drei oder vier Monate, um mich an die Höhle zu gewöhnen, mich auf die Atmosphäre und den neuen Lebensrhythmus einzustellen. Das Zeitgefühl und die Erinnerungen an die Zeit außerhalb der Höhle verblassten langsam und verschwanden mit der Zeit, während ich meine Mantras wiederholte. Der gleiche Prozess musste stattfinden, als ich wieder aus der Höhle kam. Eine weitere Veränderung, wieder langsam und in einem Prozess, der Monate dauerte, bis ich wieder völlig aus der Höhle heraus war. Ich hatte viel Zeit mit mir selbst und meinem Gott verbracht und hatte dadurch natürlich viel gewonnen, musste es nun jedoch ins wahre Leben bringen und mein Leben wieder dem anpassen, was draußen vor sich ging.

Ich brauchte mehrere Monate, um diese große Veränderung zu vollständigem Alleinsein zu machen, ohne irgendetwas, das mich ablenkte. Was du willst, ist eine Veränderung in der Mitte von Ablenkung. Du willst innderen Frieden erreichen, während die Welt um dich herum wie immer ständig im Stress ist. Du hast Druck und willst mit so wenig Veränderung wie möglich da raus kommen. Lass mich dir sagen, du musst eine Veränderung machen und es dauert seine Zeit. Innere Veränderungen geschehen für gewöhnlich nicht über Nacht. Wenn du bewusst eine Veränderung machen willst, musst du aktiv daran arbeiten. Es passiert nicht sofort. Es gibt keinen Knopf, keinen Schalter, keine Tablette und keinen Zauberspruch. Wenn du mehr Liebe in dein Leben bringen willst, musst du dich selbst in jedem Gespräch, das du führst und mit jedem Gedanken oder Gefühl mit Liebe füllen. Wenn du weniger Stress im Leben willst, musst du deinem Körper und Geist beibringen, Ruhe zu finden und die Dinge gemütlich anzugehen. Auch entspannen muss gelernt werden!

Was auch immer du tust, nimm dir Zeit, um es ordentlich zu tun. Es macht nichts, wenn du zu Beginn meinst, du hättest keinen Erfolg. Es war kein Fehlschlag, der Erfolg wird sich zeigen, wenn du kontinuierlich daran arbeitest. Denke positiv und erkenne, dass du genug Zeit hast für alles, was du tun möchtest. Tue es in Frieden und mit Geduld.