Panik hilft nicht im Kampf gegen Corona!

So, nun sitzen wir hier, in der Mitte Deutschlands und sehen in den Nachrichten, wie fast alle dreißig Minuten Entscheidungen getroffen werden, Schulen, Kinos und Theater zu schließen. Unser Telefon war nun schon eine Weile nicht mehr still, weil Familienmitglieder, Freunde und Eltern von Freundinnen unserer Tochter Nachrichten und ihre eigene Einschätzung und Gefühle schicken. Natürlich haben viele einen besorgten Ton – andere sind der Panik nahe!

Deswegen wollten wir in unserem Blog ein paar Zeilen zu dieser besonderen Situation schreiben.

Denn das ist sie: besonders. Die ganze Welt befindet sich in einem Zustand, den keiner von uns bis jetzt gesehen hat. Es gab immer Bedrohungen wie Krieg und Terrorismus. Meistens konnten wir uns da etwas zurücklehnen und sagen: ‚das ist so weit weg!‘ Tragisch, schlimm, aber in Ländern, die in großer Entfernung liegen. Zu anderen Gelegenheiten war es alles näher an uns dran, aber dann waren das irgendwie doch wieder Einzelsituationen und wir schafften uns, etwas Entfernung zwischen uns und diese Situationen zu bringen. Dieses Mal ist es anders. Keiner von uns war jemals in solch einer Situation. Jetzt sind wir alle betroffen, auf dem ganzen Planeten. Wir können uns jetzt nicht mehr vormachen, dass das mit uns nichts zu tun hat. Wir sind betroffen.

Lasst uns aber gleichzeitig mal einen Blick auf die Fakten werfen und auf den Grund, warum wir dieses Problem überhaupt haben. Der Corona-Virus ist dem Grippevirus recht ähnlich – änlich ansteckend und sogar ähnlich gefährlich. Der Grund warum wir dieses Problem überall haben ist einfach, dass es komplett neu ist. Dass wir noch keine Antikörper haben, die dagegen ankämpfen können. Deswegen ist es wahnsinnig einfach, sich Corona einzufangen und es weiterzugeben! So etwas ist in der Tat schonmal geschehen: die Spanische Grippe war 1918 ein komplett neuer Virus, keiner war dagegen immun und so hat sie viele Leben gekostet.

In den meisten Fällen haben Gesunde, die sich infizieren, nur leichte Symptome und ihre Körper können den Virus gut bekämpfen. Das Problem der schweren Symptome besteht aber für diejenigen, deren Immunsystem sowieso schon geschwächt ist. Die Grippe verursacht jedes Jahr ähnliche und auch sehr schwere gesundheitliche Probleme für die gleiche Risikogrippe und jedes Jahr kämpfen auch da die Krankenhäuser um Leben. Doch mit den hohen Zahlen an Infizierten sind die Gesundheitssysteme einfach überfordert und Menschen mit Gesundheitsberufen haben natürlich auch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko! Diese Situation soll hier in Deutschland nun verhindert werden: damit die Krankenhäuser nicht überlaufen werden, bemüht sich die Regierung das Fortschreiten des Virus zu verhindern und appelliert ans soziale Verantwortungsgefühl aller Leute. Bleibt daheim so viel ihr könnt und vermeidet Menschenmengen.

Es ist eine wundervolle Möglichkeit, Akzeptanz zu üben. Akzeptiere, dass die Situation so ist, wie sie ist. Akzeptiere, dass wir nur gewisse Vorsichtsmaßnahmen ergreifen können und nicht mehr als das. Wir können uns darin üben, ruhig zu bleiben. Genau darum würde ich euch gerne bitten. Verfallt nicht in Panik und verbreitet diese auch nicht an andere.

Ich fühle mit allen, die auf dieser Erde bereits einen geliebten Menschen an Corona verloren haben oder sich um jemanden Sorgen machen. Lasst uns diesen Menschen helfen, indem wir selbst ruhig bleiben. Und vielleicht findet ihr ja selbst einen Weg, denen in der Umgebung zu helfen, die zu der Risikogruppe gehören – ein Nachbar, dem man Lebensmittel mitbringen kann, wenn man einkaufen geht zum Beispiel. Lasst uns positiv und ruhig bleiben!

Selbstreflexion ist gut – aber nicht zuviel davon! – 24 Sep 16

Ich habe gestern begonnen, ein wenig über Selbstreflexion zu schreiben. Ich habe erklärt, wie schön es ist, zurückzublicken und über seine eigene Entwicklung zu staunen. Heute möchte ich ein wenig mehr über die Frage schrieben, wie weit man mit seiner Selbstreflexion gehen sollte – denn ich kenne viele, die das viel zu weit treiben!

Wie kann man mit Selbstreflexion zu weit gehen, fragt ihr? Naja, das beginnt alles mit ein wenig urteilen. Wir alle denken hin und wieder über unsere Vergangenheit nach. Das ist ja nichts Schlechtes, wie ich gestern schon sagte, doch es gibt einige Menschen mit der Tendenz zur Selbstkritik, die sich ihre Vergangenheit ansehen und beginnen, jede ihrer Entscheidungen zu beurteilen, viele davon zu bereuen oder das Ergebnis zu beklagen. Ein Gedanke an die Vergangenheit wird so zu einer ganzen Reihe von negativen Gedanken und sogar Beschwerden.

Das hilft dir nicht weiter. Das hilft dir nicht auf deinem Weg und das macht dich definitiv auch nicht glücklicher. Im Gegenteil, da machst du dich selbst nieder, weil du nicht beginnst, über das nachzudenken, was du jetzt tun kannst, sondern dich ständig über die Vergangenheit beklagst!

Dich selbst niederzumachen ist einer der besten Wege in die Depression und dazu verschwendest du mehrere Stunden, wenn noch mehr, wenn das zur Gewohnheit wird!

Denke darüber nach, wie du positiver sein kannst. Denke über dein Verhalten mit anderen nach und wende jegliche Veränderungen gleich an – so dass du eine positive Wirkung in der Gegenwart hast. Das hilft dir, etwas Positives aus deiner Selbstreflexion zu bekommen, statt dich selbst runterzumachen!

Brillen für unserer Kinder! – 20 Sep 16

Heute möchte ich euch ein schnelles Update zu etwas geben, über das ich mich sehr freue: die Brillen sind angekommen!

Ich hatte euch ja erzählt, dass die Augenärzte in unserem Augencamp herausgefunden haben, dass mehrere unserer Kinder Brillen brauchen. Nun sind ihre Brillen endlich angekommen – gerade rechtzeitig für ihre Prüfungen, die gestern begonnen haben. Diese Kinder können nun an die Tafel sehen und dort klar und deutlich lesen, was sie abschreiben müssen. In der Zukunft verschlechtert sich dadurch ihre Sicht dann nicht mehr!

Dazu kommt, dass einige Kinder weitere Untersuchungen und Behandlung brauchen. Sie haben ihre ersten Untersuchungen schon hinter sich und wir schicken sie noch einmal hin, um den Oberarzt zu treffen, der dann sicherstellt, dass ihre Augen die Behandlung bekommen, die sie brauchen!

Die nächsten zehn Tage kommen die Kinder in der Früh nun aufgeregt zur Schule für die ersten Prüfungen des Jahres und gehen dann erleichtert und glücklich, wenn sie ihre Seiten mit Wissen gefüllt haben.

Für heute war es das mit Nachrichten unserer Schule. Wenn du uns unterstützen möchtest, kannst du Pate für ein Kind werden oder das Essen für einen Tag für die Kinder unserer Schule spenden – wir danken dir von Herzen für deine Unterstützung!

Überprüfe dich selbst: bist du ein Kontrollfreak? – 15 Sep 16

Heute möchte ich euch über ein recht komplexes Problem schreiben, das nicht leicht zu lösen und nicht einmal leicht zu erkennen ist – zumindest für denjenigen, der darunter leidet. Fast immer jedoch führt es zu einem Zustand, der heutzutage ‚Burnout‘ genannt wird. Wenn du das also liest und merkst, dass du dich auf diesem Weg befindest, bist du vielleicht sogar in der Lage, Burnout zu verhindert, bevor es überhaupt eintritt. Wenn du das bei jemand anderem erkennst, bitte lass sie es auch wissen – es ist wichtig, bei gesundem Verstand zu bleiben!

Das Problem beginnt damit, dass jemand das Bedürfnis hat, alles zu kontrollieren. Man kann diese Menschen Kontrollfreaks nennen, aber auch ohne unhöflich oder gemein zu sein, kann man sagen, dass sie das Bedürfnis verspüren, in der Umgebung auf alle zu achten, dass sie auch alles richtig machen. Allgemein gesehen hört sich das nicht schlimm an. Das Problem entsteht jedoch, wenn das mit der Zeit intensiver wird – für gewöhnlich im Laufe einiger Jahre.

Es reicht für diese Leute nicht, nur einen Blick auf das zu werfen, was die anderen tun. Nein, sie beginnen, vor und während einem Vorgang völlig unnötige Anweisungen zu geben. Sie sagen das, was eigentlich offensichtlich ist. Sie kommen und schauen nach anderen, obwohl das ganz klar nicht ihre Aufgabe ist. Sie denken voraus und dazu noch in alle möglichen anderen Richtungen, wo sie sonst noch kontrollieren, beaufsichtigen oder Rat geben könnten.

Seht ihr, wo das hinführt? Es gibt zwei Folgen und beide sind überhaupt nicht angenehm. Nummer eins: die Leute fangen an, dich nicht mehr zu mögen, wenn du dich so verhältst. Natürlich! Es gibt dir ein mieses Gefühl, wenn ständig jemand vorbeikommt und dir zeigt, was du falsch machst. Oder dich an Dinge erinnert, an die du dich eigentlich selbst erinnert hättest! Du hast das Gefühl, als hielte dich der andere für einen Vollidioten – warum sonst würde er dir Dinge zeigen, dir erklären und Rag geben, obwohl du da genug Erfahrung mit hast oder eben einfach weißt, wie sie zu tun sind? Du würdest gerne selbst wählen, die Dinge stattdessen in deinem Tempo machen – und das Ergebnis wäre das Gleiche!

Nummer zwei ist etwas, das manchmal schwieriger zu bemerken ist als der wachsende Unmut deiner Umgebung: wenn du das tust, hast du viel mehr mentalen Druck! Der Grund ist, dass es für dich zur Gewohnheit wird, über alle möglichen Themen nachzudenken und zu versuchen für jedes Problem eine Lösung zu finden. Dazu kommt, dass du den Eindruck bekommst, du würdest dafür gebraucht, all diese Lösungen zu finden und das würde gar nicht klappen, wärest du nicht da! Im Laufe der Zeit wird dieser Gedanke immer größer – unbewusst natürlich – und du merkst, dass du dich immer mehr für alles und jeden verantwortlich fühlst. Innerlich glaubst du, dass ohne dich alles zusammenbrechen würde. Nichts würde mehr gehen, du musst das alles machen!

So entsteht ein Burnout. Du machst und tust und schaffst und plötzlich ist selbst die einfachste Aufgabe zu schwierig. Hör auf, bevor es soweit kommt! Erkenne, dass die Welt sich drehte, bevor du begonnen hast, jeden und alles zu kontrollieren. Die Show geht auch ohne dich weiter! Du darfst dir auch mal eine Auszeit nehmen und du kannst dich darauf verlassen, dass auch andere ihre Aufgaben erfolgreich erledigen!

Bitte merke es, wenn du dich so fühlst, als seist du derjenige, der alles tun muss. Merke es, wenn du jemandem sagst, was er sowieso weiß und halte dich selbst nächstes Mal zurück bevor du es überhaupt sagst. Verringere den Druck, indem du dir Zeit nimmst und deinen Verstand anderweit beschäftigst. Genieße diese Zeit und du wirst merken, dass es besser wird! Du kommst mit anderen besser aus und kannst dich entspannen.

Vor allem rettest du dich vor den echten Problemen, die sonst später kommen!

Das Geld-System hat die Gesundheits-Industrie krank gemacht – 9 Sep 16

Heute war ich also, nach recht langer Zeit mal wieder, bei einem Arzt hier in unserer Nachbarstadt Mathura. Ich habe wieder einmal ein System gesehen, dass zeigt, wie es sogar bei deiner Gesundheit nicht wirklich wichtig ist, wie krank du bist, sondern wie viel Geld zu hast!

Bevor ihr mich besorgt fragt, warum ich denn zum Arzt musste, sage ich euch kurz, dass es nichts Ernstes oder Lebensbedrohliches war! Nein, überhaupt nicht – ähnlich wie Ramona vor nicht allzu langer Zeit habe ich einen kleinen Fleck auf dem Rücken, der seit mehreren Tagen juckt und mit unseren üblichen Salben nicht weggegangen ist. Also beschloss ich, diese Stelle dem gleichen Dermatologen zu zeigen. Ramona kam mit, da sie ihn bereits kennt und weiß, wie das in der Praxis funktioniert. Wir gingen zu dem Reservierungs-Schreibtisch und gaben meinen Namen und mein Alter für die Untersuchung an. Ramona fügte hinzu, dass es ein Notfall war und gab einen 500-Rupien-Schein statt den 300 Rupien, die es normal kosten würde.

Oh ja, so funktioniert das hier vielerorts! Es gibt eine normale Gebühr und dann noch eine, eine höhere, für schnelleren Zugang zu deiner Untersuchung. Du bekommst den Arzt schneller zu Gesicht, wenn du ein bisschen mehr zahlst. Normalerweise heißt das ‚Notfall‘, doch natürlich nimmt jeder, der nicht gerne wartet und es sich leisten kann, diese Möglichkeit in Anspruch!

Die letzten Male als Ramona bei diesem Arzt war, brachten diese extra zweihundert Rupien gleich nach dem nächsten Kunden dran. Dieses Mal fragte sie ‚Also sind wir als nächstes dran?‘ doch die Dame lächelte und antwortete ‚Nein, es wird fünfzehn Minuten dauern‘. Oh? Wir fragten wie das denn, wir hatten doch für den Notfall bezahlt? ‚Ja, aber da sind noch zwei Notfälle vor Ihnen!‘

Ich machte einen Witz mit dem Angebot, ihr weitere zweihundert Rupien zu geben, um als Nächstes dran zu kommen, aber natürlich hat sie nicht die Autorität, das zu tun – und damit möglicherweise einen weiteren Kunden zu verärgern, der vor uns 500 Rupien bezahlt hatte!

Doch da ist das System einfach falsch: was ist mit all den Leuten, die nur 300 Rupien zahlen können? Jedes Mal, wenn einer der 500-Rupien-Patienten kommt, werden sie hinten angestellt! Das erhöht die Wartezeit leicht um ein Vielfaches, was heißt, dass sie manchmal Stunden darauf warten müssen, dass sie den gleichen Arzt sehen dürfen, zu dem andere in fünfzehn Minuten reingelassen wurden!

Das ist jedoch nicht nur ein indisches Problem – nur ist das System im Westen ein wenig anders! In Deutschland zum Beispiel gibt es eine staatliche Krankenkasse und eine private Krankenversicherung für diejenigen, die selbstständig sind oder einen Betrag verdienen, der eine gewisse Grenze überschreitet. Und jeder Arzt behandelt lieber Privatpatienten, weil sie von ihrer Krankenversicherung mehr verlangen können! Oh ja, sie bekommen bessere Behandlung, schnelleren Zugang und in Krankenhäusern sogar bessere Ärzte als diejenigen, die staatlich versichert sind!

Es ist eine kranke Welt, in der es im Gesundheitssystem für diejenige einen Vorteil gibt, die mehr Geld haben – bei den gleichen Ärzten und in den gleichen Krankenhäusern! Ich will nicht, dass Ärzte kostenlos arbeiten – sie haben ihr Geld verdient, wenn sie anderen helfen. Doch wir müssen einen Weg finden, wie wir die benötigte Hilfe allen zukommen lassen, auch denjenigen, die nicht dafür zahlen können. Sei das nun extra oder überhaupt!

Nimm dir Zeit für Spaß – besonders, wenn das Leben im Augenblick hart ist! – 7 Sep 16

Gestern habe ich euch ein paar Ideen geschrieben, was man tun kann, wenn alles einfach zu viel wird. Ich habe erwähnt, dass man etwas Zeit für sich braucht und auch Zeit, um am Abend vor dem Schlafengehen runterzufahren. Für jeden, der sich in einer solchen Situation befindet oder mit Problemen wie Burnout und Depression zu tun hat, gibt es eine weitere sehr wichtige Sache, die man in seinem Tag unbedingt einbauen muss: Spaß!

Ja, das ist ein sehr wichtiger Teil, an den du unbedingt denken musst: vergiss nicht, dass der Genuss des Lebens ein integraler Teil des Lebendig-Seins ist! Wer sich in der Mitte eines Problems befindet und keinen Ausweg zu finden scheint, kommt nicht auf die Idee, dass das Leben irgendwie auch Freude machen könnte. Das ist jedoch das Problem: solange man nicht einmal ein paar Minuten am Tag rausnehmen kann, um zu genießen, verschlechtert sich die mentale und emotionale Situation nur noch weiter!

Für jeden gibt es unterschiedliche Arten, das Leben zu genießen. Einige spielen mit ihren Kindern, andere laufen eine Runde im Park, wieder andere gehen tanzen und wieder andere haben gerne ein Abendessen mit Freunden. Was auch immer es ist, denk dran, deine Sorgen zur Seite zu legen und diese Augenblicke zu genießen.

Wenn dich irgendjemand dafür kritisiert – weil es unmoralisch scheint, in so einer schwierigen Situation Spaß zu haben – lass sie einfach reden. Ich würde mir nicht einmal die Mühe machen, mich zu erklären, denn jeder, der dich wirklich gern hat, kann die Wirkung sehen: Lachen und Freude haben, lädt die Batterien auf wie nichts anderen. Es hilft dir, sogar mit dem Schlimmsten klar zu kommen. Du kannst die Dinge in einem anderen Licht sehen und besser mit den Situationen umgehen.

Meistens befinden wir uns sowieso nicht in den schlimmsten Situationen, die das Leben parat hat. Normalerweise gibt es Menschen, die es noch viel schlimmer getroffen hat: Flüchtlinge, deren ganze Familien vom Krieg getötet wurden und die ihr Land deshalb verlassen mussten, Eltern, die es sich nicht leisten können, ihren Kindern zu essen zu geben und sehen müssen, wie diese hungern… die Liste ist lange. Wir sind normalerweise keiner von diesen. Meistens finden wir jemanden, auf den wir blicken können und dabei merken, dass unsere Probleme, nicht wirklich so groß sind.

Lasst uns also ein paar Minuten rausnehmen, nur eine kurze Zeit am Tag, und das Leben genießen. Das ist wirklich wichtig und hilft so viel. Sobald du durch deine Probleme durch bist, kannst du zurückblicken und sagen: oh ja, es war eine schwierige Zeit, doch diese Augenblicke haben mich da durch gebracht!

Und eines Tages wirst du es auch hierdurch schaffen!

Was tun, wenn es alles einfach zu viel wird! – 6 Sep 16

Es gibt manchmal Zeiten, wenn es alles zu viel zu sein scheint. Wenn in einem Bereich des Lebens, privat oder beruflich, auf der Arbeit, im Familienleben oder in der Beziehung und manchmal in allen Bereichen auf einmal alles schief geht. Es ist hunderte Dinge zu tun, tausende Aufgaben und es scheint einfach, als wärest du nicht dazu in der Lage, das alles zu schaffen! Du hast alles auf einmal im Kopf und es kann einfach Augenblicke geben, in denen die einfachste Aufgabe vor dir liegt und du das Gefühl hast, es sei unmöglich, sie zu bewältigen. Was tun, wenn du dich in dieser Situation befindest?

Ich kenne den medizinischen Begriff für diesen Zustand nicht. Ich weiß nicht sicher, wie das heißt, ob das nun Depression, Panikattacken, Burnout oder Nervenzusammenbruch heißt. Was ich weiß ist, dass du dich entspannen musst.

Ich weiß, es hört sich im Moment total verrückt an, dass du dich hinsetzen würdest, um einen Kaffee zu trinken oder dir eine Badewanne einlassen und eine halbe Stunde darin versinken würdest. Es scheint dir, als würdest du noch nicht einmal die Zeit für eine ordentliche Dusche oder den Abwasch finden, wie also solltest du das schaffen? Ich sage dir: wenn du nur zwanzig Minuten in deine eigene Entspannung und Freude investierst, zahlt sich das vielfach aus! Du fühlst dich hinterher besser, bist schneller und effektiver in dem, was du tust und du hast etwas mehr Raum und Frische, um neue Ideen und Lösungen zu finden.

Wichtig hierbei ist, dass du es auch schaffst, deinen Verstand zu entspannen! Es würde nichts helfen, wenn du in der Badewanne liegst und an all die Dinge denkst, die du nicht geschafft hast. Du musst dir selbst erlauben zu entspannen. Wie schaffst du das?

Versuche es Schritt für Schritt: schreibe am Abend die Dinge auf, die du definitiv am nächsten Tag erledigen musst. Nimm dafür nur die wichtigsten Aufgaben her. Wenn du sie erledigst, war es ein guter Tag. Alles Weitere ist ein besonderer Grund, stolz darauf zu sein, es geschafft zu haben! So hast du deine Hauptaufgaben erledigt und deine Auszeit verdient, eine kleine Weile für dich, wirklich ohne jegliche Gedanken daran, was an Aufgaben noch so vor dir liegt.

Finde einen Rhythmus und halte dich daran, inclusive Sport und gesunde Essgewohnheiten. Das ist sehr wichtig: egal wie viel Stress du hast, plane eine halbe Stunde für Sport und dazu Zeit zum Essen ein. Vergiss das Essen nicht und iss keinen Müll. Dein Körper und Verstand brauchen die Kraft, also nähre sie und zwar ordentlich! Der Rhythmus und die Routine sind für deinen Verstand notwendig, so dass er weiß, was als nächstes kommt. Wenn du eine Routine hast, fällst du nicht ein leeres Loch zwischen deinen Aufgaben, in denen du dir Sorgen machst, was du nun als Nächstes machen sollst.

Und schließlich solltest du noch ruhiger werden, bevor du schlafen gehst. Lies ein gutes Buch, spiel mit deinen Kindern oder genieße Zeit zu zweit mit deinem Partner. Nimm dir diese Zeit, um das Leben zu genießen und nimm Abstand von deinem Stress – so dass du schlafen kannst, ohne dass dein Verstand damit beschäftigt ist, lauter Aufgaben zu lösen!

Und wisse schließlich, dass auch diese Zeit vorübergehen wird. Es wird Lösungen geben, wo du sie nicht erwartest und was du nun als Katastrophe ansiehst, mag sich als das Beste rausstellen, was dir in deinem Leben je passiert ist – oder zumindest nicht so schlimm, wie es nun für dich aussieht!

Kostenlose Augenuntersuchung für die Kinder unserer Schule – 31 Aug 16

Vor zwei Tagen hatten die Kinder unserer wohltätigen Schule eine Veranstaltung der besonderen Art: ein Team Ärzte kam aus einem Augenspital in der Nähe und jedes einzelne Kind unserer Schule wurde untersucht – und das völlig kostenlos!

Eine Augenuntersuchung scheint vielen Leuten keine große Sache. Das ist es jedoch, wenn die Arztkosten dich das Einkommen eines ganzen Tages kosten und jegliche Behandlung dich mindestens zwei weitere Tage obendrauf kosten würde! Brillen kosten mindestens das Gehalt einer Woche – kannst du dir das leisten?

Das ist die Situation der Familien unserer Schulkinder. Sie verwenden ihr täglich verdientes Geld für ihre Mahlzeiten. Wenn sie das Geld für einen Arzt ausgeben, dann in der Situation, wenn es wirklich ernst ist, wenn Hausmittel oder einfach nur Zeit nichts mehr helfen und definitiv nicht für Präventiv-Untersuchungen. So kommt es, dass kleinere und auch größere Probleme mit den Augen oft unentdeckt bleiben und so im Laufe der Zeit ohne Behandlung immer schlimmer werden.

So kommt es, dass das Ärzteteam vorgestern wirklich großartige Arbeit leistete, als sie alle Kinder untersuchten, sie selbst versuchen ließen und schließlich die genaue Dioptrien für die Brillen bestimmten. Unter fast 250 Kindern bekommen nun 32 Kinder eine Brille und sieben von ihnen müssen ins Krankenhaus, um sich weiter untersuchen zu lassen. Vielleicht benötigen sie noch weitere Behandlungen oder haben so hohe Werte in ihrer Brille, dass sie noch einmal untersucht werden müssen, um sicherzustellen, dass da sonst nichts ist, was man behandeln müsste!

Es ist erstaunlich, dass es ein paar Kinder gibt, die praktisch nichts deutlich sehen, was weiter we gist als drei Meter – doch sie haben nie bemerkt, dass das ein Problem ist! Unsere Lehrer erzählten, dass sie bereits bei einigen so etwas geahnt hatten.

Wir warten nun also darauf, dass die Brillen ankommen – so dass all unsere Kinder eine klare Sicht auf die Tafel haben!

Klick hier für Bilder der Augenuntersuchtung

Wenn das indische Gesundheitssystem eine schnellere Lösung mit weniger Skrupel findet – 28 Aug 16

Vor ein paar Tagen bat Ramona mich, einen Blick auf ihren Rücken zu werfen, wo es sie juckte. Ich sah es mir an und da war eine runde gerötete Fläche mit Ausschlag. Was darauf folgte, mit allen kulturellen Aspekten, ist, worüber ich heute schreiben möchte.

Natürlich gingen wir nicht gleich wegen einem Ausschlag zum Arzt. Wir wissen, dass der Körper auf diese Art und Weise auf etwas reagiert – etwas von innen oder außen. Wir trugen etwas Ayurvedische Salbe auf und Ramona versuchte, nicht zu kratzen, als es juckte.

Als es jedoch nach drei Tagen noch nicht besser war, beschloss sie, dafür zum Hautarzt zu gehen. Das ist das Schöne im Vergleich zu den Ärzten, die ich in Europa gesehen habe: man bekommt ganz leicht einen Termin am gleichen Tag. In der Tat braucht man gar keinen Termin – man kann einfach hingehen und den Arzt konsultieren! Das ist genau das, was Ramona machte.

Es war ein sehr kurzer Besuch: der Arzt sah sich den Fleck auf ihrem Rücken an, stellte ein paar Fragen und begann die Medikamente aufzuschreiben, die sie nehmen sollte, wobei er gleichzeitig erklärte ‚Diese Tablette sieben Tage lang nach dem Frühstück, diese fünf Tage lang morgens und abends und diese Salbe zweimal am Tag.‘ Ramona fragte, was genau er denn meinte, dass es sei und er antwortete ‚Eine allergische Reaktion‘. Okay, antwortete Ramona – aber auf was denn? Die Antwort des Arztes war, das es vieles sein könnte und insbesondere in diesem schwülen Wetter könnte es ganz leicht mal passieren.

Das ist also der Punkt, an dem wir wieder einmal so deutlich den Unterschied zwischen Indien und dem Westen sehen: in Deutschland wäre der nächste Schritt wahrscheinlich ein Allergietest gewesen, um zu sehen, auf was sie da reagiert hatte. Dieser wäre ins Labor gegangen oder es hätte einiges mehr an Zeit in Anspruch genommen. Man müsste warten, vielleicht in der Zwischenzeit auch Medikamente nehmen und schließlich herausfinden, dass man auf ein bestimmtes Material oder eine gewisse Zutat allergisch ist.

Am Ende wäre die ganze Sache so groß, dass man dieses Material oder diese Zutat nie wieder anfasst, weil es eben so ein riesiges Thema ist – man ist darauf allergisch!

So wie es jetzt ist, ist Ramona immer noch auf irgendetwas allergisch. Doch das ist in ihrem Kopf keine so eine riesige Sache. Es dauert zwei oder drei Tage, dann hört es auf zu jucken und ist dann vorbei. Ich weiß und stimme zu, dass Allopathie allgemein nicht sanft zum Körper ist und innerlich auch Schaden verursacht. Wir gehören definitiv nicht zu denen, die leicht Tabletten einschmeißen und sie dafür verwenden, alles in Ordnung zu bringen, wenn der Körper Erholung oder Aufmerksamkeit braucht. Doch bei diesem Thema habe ich auch das Gefühl, dass es unnötig ist, aus diesen Pickelchen nun ein riesiges Thema zu machen, wo es doch auch ganz leicht zu lösen ist.

Sollte das öfter vorkommen, werden wire s natürlich genauer untersuchen. Solange es das jedoch nicht tut, ist es in Ordnung, hin und wieder auch einfach zur Allopathie zu greifen!

Ammaji’s Ayurvedisches Restaurant ist offen – Essen wie von den Händen deiner Mutter! – 6 Mär 16

Gestern war ein sehr wichtiger Tag für uns: nach zwei Jahren des Bauens, Ausstattens und Vorbereitens konnten wir schließlich Ammajis Ayurvedisches Restaurant eröffnen!

Natürlich war es für uns ein großer Tag, obwohl wir keine große Feier oder riesigen Event hatten. Wir servieren unser Essen nun im Erdgeschoss des Restaurants – und werden eine große Party geben, sobald der erste Stock fertig ist und wir dort bedienen können! Ihr seid jedoch bereits jetzt herzlich willkommen, das Essen in Ammaji’s zu probieren!

Natürlich waren wir aufgeregt! Die Entscheidung, das Restaurant zu eröffnen war auch sehr schnell gefällt worden: wir hatten unsere Test-Party bereits im Februar, als wir zum ersten Mal im Restaurant aßen. Davon erzählte ich euch damals in einem anderen Blogeintrag. Danach besorgten wir all die Dinge, die uns damals als fehlend auffielen, stellen die Mitarbeiter des Abends ein und noch ein paar mehr, übten mit allen in der Küche, zeigten ihnen, wie das Essen zubereitet werden sollte und vor allem wie es in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant schmecken sollte! Und da waren wir nun am Freitag, mit einigen weiteren Dingen, die noch getan gehörten, aber mit so vielen bereits fertig, so dass wir einfach beschlossen, den Schritt zu machen und es zu tun: lass uns aufmachen!

Nun also könnt ihr, meine Leser, unsere Freunde im Ashram, Freunde in der Stadt Vrindavan und der Umgebung sowie jeder, der einfach nur vorbeikommt oder irgendwie von uns hört, in unser Restaurant kommen und dort essen!

Wir haben nordindische Gerichte und Spezialitäten, südindische Möglichkeiten, einige chinesische Gerichte, italienisches und anderes westliches Essen sowie natürlich deutsche Backwaren und unser eigenes, hausgemachtes Eis!

In unserer Speisekarte erfahrt ihr, welche Gerichte für welche Doshas gut sind und könnt auch mehr über die Doshas lesen, lernen, welches Essen für den individuellen Körpertyp gut ist. Wir haben auch ein ausgeglichenes Thali, eine Auswahl an indischen Gerichten auf einem Teller. Gleichzeitig wird unser ganzes Essen in weniger Fett gekocht, mit gemäßigten Gewürzen und gesünder, als es in Restaurants üblich ist, während wir auch den Geschmack bewahren!

Wir bleiben also dem Konzept unseres Namens treu: Ammaji’s. Essen, wie von den Händen deiner Mutter. Essen, wie es auch meine Mutter kochte. Essen, das wie das beste Essen schmeckt, das du je daheim gegessen hast!

Komm und probier es – wir freuen uns darauf, dich in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant bedienen zu dürfen!

Aktuelle Bilder und Neuigkeiten kannst du auf Ammajis Facebookseite bekommen und ich möchte jeden bitten, der die Erfahrung eines Essens bei uns schon gemacht hat, uns auf TripAdvisor eine Bewertung zu schreiben!