Träumen – ein anderer Zustand des Geistes – 5 Mai 08

Gestern habe ich über Traum und Schlaf geredet. Und ich habe von der Yogaphilosophie der unterschiedlichen Bewusstseinszustände gesprochen und dass Träumen ein anderer Zustand ist als Schlafen. Du bekommst, wenn du schläfst, keine Träume. Entweder schläfst du oder du träumst. Und natürlich schlafen viele Leute einen Teil der Nacht lang und träumen für den Rest der Nacht. Normalerweise sagen die Menschen dann, sie hätten im Schlaf geträumt. So scheint es ihnen, sie hätten lange geschlafen. Doch eigentlich sind sie von einem Bewusstseinszustand in den anderen gegangen.

Es gibt auch Tagträumer, die wach zu sein scheinen, obwohl sie gerade träumen. Tagträumer sind nicht geerdet und ihr Verstand fliegt, was ein Problem des ersten Chakras ist.

Es gibt ein anderes Beispiel, um deutlicher zu machen, dass Träumen und Schlafen zwei unterschiedliche Dinge sind. Ich hatte einmal einen sehr schönen Traum, aber mittendrin war ich plötzlich hellwach. Also stand ich auf und drank etwas Wasser. Es war so ein schöner Traum, dass ich dort wieder hin wollte und den Rest sehen wollte. Also legte ich mich wieder hin und versuchte, zurück in diesen Bewusstseinszustand des Träumens zu kommen. Und es funktionierte, der Traum ging weiter. Ich schlief nicht und ich war nicht wach, sondern ich träumte.

Manche Träume beruhigen und lassen die Spannung ab, die sich an manchen Tagen ansammelt. Die meisten Träume jedoch lassen den Verstand arbeiten, was dich wiederum müde macht. Mit der Hilfe von Meditation kann man lernen, seinen Bewusstseinszustand zu definieren. Man kann die Entscheidung machen, in welchem Bewusstseinszustand man sein mag. Meditation ist ein Training des Verstandes.

Wir haben heute unsere Sachen wieder gepackt und haben Essen verlassen. Noemi hat uns zum Bahnhof gebracht und wir sind in Richtung Hannover losgefahren, um nach Lüneburg zu kommen. Wir wurden von Michael, Andrea und Ravael herzlich begrüβt. Es ist immer schön, hier zu sein. Morgen fange ich an, hier auch wieder mit Michaels Patienten zu arbeiten Er ist ein beliebter und erfolgreicher Psychotherapist und Arzt und hat einen Platz in meinem Herzen.
 

Indische und Westliche Kultur Beeinflussen einander – 11 Mär 08

Gestern sagte ich, dass man die guten Dinge, die Qualitäten sehen muss. Und das ist nicht nur in Beziehungen und mit Menschen wichtig, sondern denerell im Leben, mit Situationen und auch mit den Orten, an denen du dich befindest. In Indien und in der indischen Kultur gitb es viele Dinge, die mir nicht gefallen, aber auch vieles, was ich liebe. Und dasselbe ist in Europa, wo ich hauptsächlich reise. Man wird niemals ein Land finden, in dem alles vollständig und Perfekt ist ohne dass einen irgendetwas stört. Wenn du dich aber auf die Qualitäten konzentrierst, wirst du sehen, dass es deine Wahrnehmung ist, die entscheidet, ob du ein Land magst.

Leider fühlen wir uns von den negativen Aspekten angezogen. Es ist leichter. Auf diese Weise kommt auch viel Schlechtes aus dem Westen nach Indien und umgekehrt. In Indien nehmen sich viele junge Menschen ein Beispiel am Westen und fangen an zu rauchen, zu trinken und Drogen zu nehmen. Familien fallen auseinander und Familienmitglieder unterstützen sich gegenseitig nicht mehr so, wie sie es mal taten. Westliche Probleme kommen hierher, wie die Frage, wo alte Menschen hinsollen, da keiner sich mehr um sie kümmert. Es ist wirklich verrückt. Wir entwickeln uns weiter, aber in der Entwicklung sollte man doch gute Dinge annehmen und nicht die schlechten. Genauso fühle ich es für den Westen. Dort treffe ich so viele Leute, die Guru werden wollen und eine Menge Anhänger haben möchten. Sie leben im Ego und wollen, dass jeder ihre Füße berührt und sich vor ihnen verneigt. Sie übernehmen das ganze Theater der indischen Gurus. Diese Menschen möchten gehört und gesehen werden.Es ist Unsicherheit, die sie so handeln lässt unddie die Mentalität schafft, dass sie als Guru behandelt werden wollen. Sie handeln ja wie ein Meister oder Guru. Ich sehe auch, dass oft Menschen, die auch im Heilberuf tätig sind, diese Mentalität haben. Sie haben das schlechte Theater und Drama Indiens übernommen. Ich habe das Leben eines Guru gelebt, bevor ich in die Höhle gegangen bin und das ist lange vorbei. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, wieder in dieses Leben zurückzukehren. Wenn ich diese Leute sehe, dann frage ich mich, warum sie ihre Originalität, ihre Natur aufgeben und so sein möchten. Ich finde es sehr schön, wenn jemand er selbst ist, niemanden kopiert. Jeder Mensch ist einzigartig. Und so bin ich froh, dass ich gute Dinge von Indien in den Westen bringen und auch Gutes als Austausch zurückbringen kann.