Einen Vortrag zu geben ist etwas anderes als Fisch zu verkaufen! – 12 Jan 14

Zu Beginn 2006, als ich noch in Australien war, hatte ich eine Erlebnis, das mich erkennen ließ, wie kommerziell die spirituelle Szene bereits war. Ich war auf einer Esoterik-Messe – und zur Überraschung meiner Organisatoren lehnte ich es ab, dort zu arbeiten.

Wenn ich die ganze Geschichte erzählen will, muss ich auch sagen, dass meine Organisatoren selbst auch einen Stand an dieser Messe hatten. Als ich also bei ihnen ankam, erklärten sie mir, dass sie für das Wochenende keine Workshops geplant hatten, sondern mich stattdessen zu der Messe mitnehmen wollten, so dass ich dort arbeiten und den Menschen helfen konnte. Ich war bereits auf ähnlichen Messen gewesen und war nicht sicher, was ich davon halten sollte. Ich war bisher nur als Besucher auf solchen Veranstaltungen gewesen, nicht als Vortragender, aber ich wusste, dass es dort gut organisiertes Programm gleichzeitig zu der Einkaufswelt an den Ständen gab. Ich war also wieder einmal offen dafür zu sehen, was auch immer kommen würde.

Wir kamen zu dem großen Gebäude, in dem diese Messe stattfand und meine Organisatoren nahmen mich gleich mit zu ihrem Stand, den sie bereits am Tag zuvor aufgestellt hatten. Während wir durch die Halle gingen, sah ich mir die anderen Aussteller und ihre Stände an. Die Leute verkauften Kristalle, Engelkarten, spirituelle Bücher, Klangschalen und viele Geschenkartikel. Es gab Tarotkarten-Leser, Hellseher und Wahrsager. Man konnte seine Aura fotografieren lassen, sich seine Zukunft voraussagen lassen und sich sogar in kleinen, von Vorhängen abgetrennten Bereichen massieren lassen. Es gab dort auch Programm, in einigen großen Seitenhallen, wo Zeitpläne von Vortragenden vor der Tür und in kleinen Broschüren angekündigt wurden. Es war ein spiritueller Supermarkt, eine Messe, auf der Kauf und Verkauf von Energie für alle ganz normal war.

Der Stand meiner Organisatoren war recht groß und lag an einem der Hauptwege durch die Halle. Nachdem ich dort angekommen war, erzählten sie mir schließlich, was sie eigentlich geplant hatten. Er sagte mir ‚Wir können mit Vorhängen einen kleinen Bereich von unserem Stand abgrenzen und du kannst gleich hier Einzelsitzungen geben. Und wir machen eine Zeit aus, zu der wir deinen Vortrag hier ankündigen. Wer auch immer dann in der Nähe ist und Zeit hat, kann einfach hier vorbeikommen und dir zuhören!‘

 

Ich war zunächst sprachlos und nicht sicher, wie ich meine Gefühle nun am Besten ausdrücken soll. Am Ende begann ich bei dem, was ich für offensichtlich hielt: ‚Es ist recht laut hier‘ und weiter erklärte ich ihm, dass ein einfacher Vorhang nicht ausreichen würde, die störenden Geräusche von außen abzuhalten, damit sich jemand in einer Einzelsitzung entspannen könnte! Außerdem würde ich so auch keinen Vortrag geben können, wie ein Marktschreier, der in der Mitte eines geschäftigen Markts seinen Fisch anpreist und über den Lärm der Menge hinwegzuschreien versucht! Ich muss mich für einen Vortrag konzentrieren, ich muss in den Augen der Menschen ihre Reaktion lesen können und da brauche ich auch ihre Aufmerksamkeit! Es geht nicht, wenn ich als Zuhörerschaft nur Leute habe, die im Vorbeigehen anhalten und weitergehen, wenn sie merken, dass sie am Thema nicht interessiert sind! Ich bewerbe ja nichts und will gar nichts verkaufen!

Jemand antwortete, und wie ich hoffe halb im Scherz, er meinte, ich sei ein Expert der Konzentration und könnte mich überall konzentrieren. Ich erklärte ihm, dass er ja vielleicht ein Meister dieser Kunst sei, dass ich jedoch meine Unfähigkeit, das zu tun, erkannte. Ich könnte mich ja vielleicht inmitten einer Menschenmenge auf mich selbst konzentrieren, doch im Umgang mit anderen muss ich mich auch auf das Außen konzentrieren, ein Gefühl für die Atmosphäre in meiner Zuhörerschaft bekommen und einfach etwas mehr Frieden haben als inmitten einer vollen Markthalle!

Naja, ich denke ich bin einfach nicht der Richtige für eine solche Messe!

Loslösung durch Kontrolle des Geistes – 16 Feb 10

Auf eine Weise ist das, worüber ich geschrieben habe auch die Philosophie der Bhagavad Gita. Wenn unser Geist aktiv ist und nicht konzentriert, ist es schwierig, Frieden zu spüren. Der Geist ist einmal hier und dann wieder dort. Die Gita sagt auch, dass man den Geist kontrollieren muss. Und um den Geist zu kontrollieren, muss man losgelöst sein.

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass man nicht an Materiellem anhaftet. Und deshalb frage ich mich, warum all diese Swamis und Gurus, die sogar Vorträge aus der Gita halten, so sehr am Materiellen anhafen. Wenn man ihren Lebensstil sieht, spiegelt sich das sehr schön wieder. Ich glaube, dass ich nicht weiter erklären muss auf welche Weise, jeder weiß das.

Jetzt eine Frage, die sich jeder selbst stellen kann: haftest du an Materiellem? Die sofortige Antwort vieler Menschen ist sicher ‚Nein!‘, aber wir wollen da tiefer gehen als nur das. Vielleicht glaubst du, dass du völlig losgelöst bist, weil du ja sowieso nicht viel hast, aber lass dir gesagt sein, das ist nicht die Definition von Nicht-Anhaftung. Wenn du wirklich viel hast und alles verlierst, dann merkst du, ob du wirklich losgelöst bist. Und auch wenn du nicht viel hast und den Rest verloren hast, wirst du die Anhaftung an die Dinge, die du verloren hast, vergessen können.

Es ist vielleicht sehr schwierig, nicht an irgend etwas anzuhaften. Versuche, so wenig wie möglich anzuhaften, lass alte Dinge zurück, sortiere aus und gib sie jemandem, der sie dringender braucht als du.

Tue nur eine Sache auf einmal – sie Gelingt besser! – 20 Jul 09

Heute war eine Frau zu ihrer zweiten Heilsitzung hier. Als sie vor ein paar Tagen das erste Mal da war, erzählte sie, dass sie oft viel Stress hatte. Sie hatte viele Dinge zu tun, aber das war nicht wirklich das Problem. Was ihr all diesen Stress machte, war ihr negatives Denken. Und sie erzählte mir, wie angespannt sie deswegen war.

Als sie heute kam, erzählte sie mir: ‘Ich habe so ein Glücksgefühl im Bauch! Es ist wundervoll!‘ Und sie erzählte mir noch etwas: ‘Ich bin eine Person, die normalerweise fünf oder sechs sachen gleichzeitig macht, aber seit der ersten Heilsitzung habe ich in mir einen Frieden gefunden, der mir hilft, mich auf nur eine Sache zu konzentrieren.‘

Es ist herrlich, das zu tun. Man kann etwas nur dann mit seinem vollen Herzen tun, wenn man keine fünf anderen Dinge gleichzeitig tun muss.

Sie sagte ‚Mit dieser liebenden Energie fühle ich, dass ich eine Sache nach der anderen tun kann und wenn ich nicht alles schaffe, weil ich müde bin, ist das auch in Ordnung. Ich muss nicht perfekt sein und alles auf einmal tun können.‘

Und ich glaube daran, dass diese Dinge am Besten gelingen, wenn man nur eine Sache zu einer Zeit macht. Ich kann nicht einmal zwei Dinge gleichzeitig machen. Ich will meine volle Konzentration immer genau einer Sache schenken. Und nur so fühle ich, dass ich alles in Liebe tun kann.
 

Meditation – Vollkommenes Bewusstsein dessen, was du tust – 9 Apr 08

Heute hatten wir den ersten Darshan der ‘Europa-Tour’ und zwar in Sabines Haus. Sie ist eine sehr liebenswerte, liebevolle Person und wir hatten eine sehr schöne Atmosphäre im Darshan, in der Gruppenmeditation.

Ich habe heute erklärt, was Meditation meiner Meinung nach ist. Viele Menschen haben eine Vorstellung davon, wie eine Meditation sein sollte. Sie sollten sich im Schneidersitz hinsetzen, ihre Augen schließen, auf eine bestimmte Weise atmen und so weiter. Aber ich möchte in einer Meditation keine solchen Regeln haben.

Das Sanskrit Wort für Meditation ist ‚Dhyan’. Dieses Wort bedeutet nicht nur Meditation, sondern meint auch das ‚bewusst sein’. Wenn man irgendetwas mit Dhyan macht, ist man sich vollkommen bewusst darüber, was man tut. Und das kann sein, wenn man im Wald spazieren geht, liest, am Computer arbeitest oder mit Kindern spielst. Alles kann Meditation sein, wenn man es völlig bewusst macht. Es ist keine Meditation, wenn du im Wald spazieren gehst und ständig an deine Arbeit denkst. Dann konzentrierst du dich nicht darauf, was du gerade machst. So kann es viele verschiedene Meditationen geben und ich sage, dass man dafür keine Regel braucht.

Ich sage im Darshan immer, dass sich jeder so hinsetzen sollte, wie er sich wohlfühlt. Man kann nicht seinem Herzen zuhören, wenn das Knie wehtut, weil man nicht so sitzt, wie es für einen bequem ist. In dieser Meditation soll jeder damit beginnen, sich selbst anzunehmen und auszudrücken und das fängt damit an, sich so hinzusetzen oder legen, wie man mag und wie man sich wohlfühlt. Ich sagte, dass ich nur erklären kann, was eine Meditation ist, man muss dann selbst entscheiden, auf welche Weise die Meditation sich gut anfühlt. Das schafft eine wundervolle Energie.

Thomas hat auf der Sitar gespielt und so auf großartige Weise zu der angenehmen Atmosphäre beigetragen, in der viele sich entspannen und ihre Gefühle annehmen konnten. Ich bin sehr froh über diesen Abend.

Respektiere dein Essen, indem du ihm Aufmerksamkeit gibst – 08 Feb 08

Wir sind gerade vom Abendessen zurückgekommen. Ann, eine Freundin aus Irland ist auch für ein paar Tage hier. Wir waren in einem netten kleinen Restaurant in Wiesbaden. Es ist ein rein vegetarisches Restaurant und der Besitzer ist Inder. Das Essen war sehr gut und ich bin besonders glücklich, dass es ein vegetarisch ist. Die Energie ist so sauber dort.Vegetarische Restaurants sind in Europa selten. Der Besitzer ist ein netter Mann und ich habe ihn ermutigt und ihm gesagt, dass er und sein Geschäft sich entwickeln und wachsen wird.

Während dem Essen hat mir jemand eine Frage gestellt. Ich habe nicht geantwortet, weil ich nicht gemerkt hatte, dass die Frage mir galt. Eigentlich habe ich die Frage nicht einmal gehört. Wenn ich esse, dann konzentriere ich mich darauf. Dann gibt es nichts anderes. Ich würde noch nicht einmal Musik dazu anmachen. Ich würde nicht zuhören und es würde mich nur stören. In Indien ist die Kultur in dieser Beziehung etwas anders. Wenn jemand isst und du kommst in sein Haus, dann setzt du dich erst mal und wartest, bis eer fertig ist. Er wird nicht mit dem Essen aufhören, um dich zu grüßen und du fängst kein Gesspräch mit ihm an. Dem Essen volle Aufmerksamkeit zu schenken zeigt deinen Respekt für das Essen. Wenn du mich also anredest, während ich esse, dann kann es leicht passieren, dass ich nicht antworte. Bitte mach dir nichts draus, ich konzentriere mich nur auf mein Essen.