Wenn Religion Meinungsfreiheit und Redefreiheit einschränkt – 16 Sep 15

Nachdem ich gestern über den Islam geschrieben habe und erklärt habe, warum ich definitiv kein Islamophob bin, hatte ich einige weitere Gedanken dazu, was ich an Religion mag und was nicht. Ein sehr großer Punkt ist, dass ich niemandem sagen will, was sie denken sollten, genauso wie ich von niemandem hören möchte, was ich denken sollte. Ich glaube an Ausdrucksfreiheit und Meinungsfreiheit – und Religion denkt oft ganz anders hierüber!

Ihr wisst alle, dass ich Atheist bin. Ich war einmal sehr tief religiös und bin da ganz rausgekommen, so sehr, dass ich jetzt nicht einmal mehr an Gott glaube. Aber wisst ihr was? Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass du deine Religion ausübst! Bete zu wem auch immer du willst, iss, sprich oder arbeite einen, zwei oder drei Tage die Woche nicht, setz oder leg dich zehn oder hundert Mal am Tag für dein Gebet hin – es ist mir wirklich egal. Religion sagt doch sowieso, sie ist für dich, also kannst du deine religiöse Praxis auch in denen eigenen vier Wänden abhalten! Versuche nur nicht, mich dazu zu bringen, das zu glauben, was du glaubst! Und noch etwas: versuche nicht, mich davon abzuhalten, meine Meinung zu sagen!

Ich lebe in einem demokratischen Land, ich finde, wir alle sollten frei sein zu sagen, was auch immer wir sagen wollen. Es ist egal, wenn wir nicht einer Meinung sind, wir müssen darüber noch nicht einmal argumentieren! Ich habe jede Menge Freunde auf der ganzen Welt, die allen möglichen Religionen angehören und ich komme sehr gut mit jedem von ihnen, obwohl viele von ihnen wissen, dass ich, wenn es zum Thema des Glaubens kommt, eine ganz andere Meinung habe als sie!

Wir können auf diese Weise sehr gut leben, mit Meinungsfreiheit und Ausdrucksfreiheit für alle, solange wir anderen nicht schaden oder andere stören – doch leider stimmt die Religion normalerweise nicht damit überein und handelt auch nicht so!

Seht euch einfach all die missionarischen Handlungen mehrerer Religionen in verschiedenen Ländern an! Natürlich waren die Christen zu einer Zeit die größten Missionare und bekehrten Menschen auf der ganzen Welt und wenn sie ihren Glauben nicht willentlich wechselten und sich taufen ließen, zwangen sie sie dazu. Glaubt jedoch nicht, dass das heutzutage nicht mehr stattfindet!

Hier in Indien ist es immer noch so, dass christliche, hinduistische und muslimische Missionare miteinander wetteifern! Bedürftige Menschen werden mit dem Versprechen von Essen, Unterkunft und Arbeit angelockt, aber mit einer Bedingung: sie müssen konvertieren. Es gibt viele Menschen, die ihren Glauben im Leben bereits mehrmals gewechselt haben – weil sie mussten! Sie wollen überleben und ihnen wurde ein Weg angeboten. Religion war nicht wichtig genug, um dafür zu sterben!

So fühlen sich viele Menschen in Krisengegenden vielleicht auch in Bezug auf den IS, obwohl der Islam hier noch viel extremer wird: sie haben eine Agenda, dass jeder Andersgläubige konvertiert oder umgebracht werden muss! Es ist nicht einfach, genau den gleichen Glauben zu haben wir ein extremer Fundamentalist. Die Chancen, dass man in die Kategorie derer fällt, die umgebracht werden müssen, stehen sehr hoch.

Und da ist die Religion eben nicht mehr tolerant anderen gegenüber, bringt brutal Menschen um und zwingt andere dazu, ihren Glauben zu wechseln.

Nein, danke, ich ziehe Atheismus und Demokratie stattdessen vor!

Freunde mit unterschiedlichem Glauben – wie das funktioniert – 4 Nov 14

Ein Moslem, ein Hindu, ein Christ, ein Jude und ein Atheist kommen in ein Restaurant. Sie essen etwas, reden und haben einen schönen Abend, bevor sie wieder nach Hause gehen.

Diese Zeilen habe ich irgendwo gelesen und musste lachen. Man würde meinen, dass diese Kombination von Menschen unterschiedlichen Glaubens, einschließlich einer Person ohne Glauben, eine ziemlich explosive Konstellation ist. Das ist jedoch nicht wahr – wir können alle friedlich miteinander leben, solange wir nicht versuchen, einander zu überzeugen! Das ziehe ich in meinem Privatleben auch vor.

Ich will wirklich nie jemanden überzeugen. Ja, in meinem Blog oder auf sozialen Medien schreibe ich meine Gedanken auf. Es muss jedoch niemand etwas lesen, was er nicht lesen möchte! Ich kann und will niemanden dazu zwingen, meine Worte zu lesen oder sich anzuhören, was ich sage. Wer Interesse hat, offen ist und eine andere Sichtweise kennen lernen möchte, ist herzlich willkommen und wir können vielleicht eine interessante Unterhaltung haben. Wenn nicht, auch gut, ich muss mich mit dir ja nicht über Religion oder Glaube unterhalten!

Ich habe einige religiöse Freunde. Ich kann mit ihnen zusammensitzen und einfach eine schöne Stunde oder zwei mit ihnen verbringen, mich über Familie und Geschäft unterhalten und eben über das, was in unseren Leben so vor sich geht. Ich muss nicht einmal das Thema Religion anschneiden. Ich wäre sogar genervt, wenn sie das tun würden, weil wir alle genau wissen, dass eine solche Unterhaltung zu nichts führen würde.

Ja, es ist schon wahr, dass meine Gespräche nicht sehr tiefreichend sein können mit jemandem, der sehr starke religiöse Gefühle hat, weil wir gänzlich unterschiedliche Meinungen zu so vielen Themen haben, dass es einfach keinen Spaß machen würde, da ins Detail zu gehen. Doch wenn Liebe und Freundschaft besteht, kann diese auch mit diesem Meinungsunterschied fortbestehen.

Auf jeden Fall würde ich nie versuchen, jemand anderen zu überzeugen oder sogar einen Streit anfangen. Wenn du mich nach meiner Meinung fragst, kann ich sie dir sagen. Wenn du mehr wissen willst, kann ich dir sagen, warum ich so denke. Wenn du offen bist, mache ich das alles gern. Wenn du stur auf deinem Punkt beharrst und mich nur fragst, weil du meine Worte widerlegen willst und Streit suchst, so habe ich kein Interesse. Dann werde ich ruhig, nicke vielleicht hin und wieder und werde im Allgemeinen nichts dazu beitragen, diese Unterhaltung fortzusetzen. Ich teile dir meine Ansicht nur mit, weil du Interesse hast und mich gefragt hast – erzähl mir deine bitte auch nur, wenn ich Interesse habe und dich frage.

Glaube, was du willst oder glaube gar nichts, aber tue es, ohne andere zu stören. Störe dich selbst nicht, indem du meine Worte liest, wenn sie dir nicht gefallen – und störe mich nicht mit dem Wunsch, deswegen zu streiten!

Gott hat nichts gegen Kondome und Verhütungsmittel – 24 Nov 10

Während ich gestern den Tagebucheintrag schrieb, hatte ich noch einen weiteren Gedanken. Ärzte hier in Indien lassen die Menschen auch wissen, dass das Risiko einer Frau, Gebärmutterhalskrebs zu bekommen mit jeder Geburt steigt. Eine Frau mit sieben Kindern bekommt also mit viel höherer Wahrscheinlichkeit Gebärmutterhalskrebs als die Mutter eines Einzelkindes. Viele Kinder zu haben erhöht also das Sterberisiko. Der Heilige Vater sagt, es ist in Ordnung ein Kondom zu verwenden, um die Verbreitung des HIV Virus zu verhindern, es ist in Ordnung ein Kondom zu benutzen, um Leben zu retten, anstatt das Entstehen von Leben zu verhindern. Wäre es also auch in Ordnung, Kondome zu benutzen, um Gebärmutterhalskrebs zu verhindern?

Naja, ich rate einfach mal, dass das nicht zählt, wenn man an seine Modellösung denkt, um AIDS im Allgemeinen zu verhindern: das Zölibat! Ja, wenn du keine Kinder mehr willst, stell einfach den Geschlechtsverkehr ein, verschwende keine Spermien und töte keine ungeborenen – und un-empfangenen – Leben durch Verhütung. Wie ich gestern sagte könnte das auch die Lösung für das indische Bevölkerungsproblem sein, wäre es nicht so unmöglich durchzuführen. Man kann Menschen, die mit Fingerabdrücken unterschreiben und sich nicht den kleinsten Deut darum kümmern, wie viele Menschen in ihrem Land leben, nicht das Konzept des Zölibat beibringen. Wie steht es mit der Beziehung eines gebildeten, westlichen Paares, das verheiratet ist, zwei Kinder hat und keine weiteren möchte? Wieder ist die Antwort die Enthaltsamkeit, oder?

Neben der Tatsache, dass ich das Zölibat als ein völlig falsches Konzept ansehe, das einen sehr natürlichen Drang unterdrückt, muss ich sagen, dass ich ganz stark etwas gegen die Vorstellung habe, dass Gott es nicht mögen könnte, dass wir Verhütungsmittel benutzen. Stellst du dich wirklich gegen die Schöpfung Gottes, wenn du mit Kondomen oder der Pille verhütest? Ich möchte nicht in die Diskussion gehen, ob solche Hormone für den Körper gut sind oder welche Verhütungsmittel die natürlichsten sind. Ich möchte den Papst, die katholische Kirche und jeden, der dieser Meinung ist, fragen: meint ihr wirklich, ihr könnt euch der Schöpfund Gottes überhaupt entgegenstellen? Wenn Er will, dass Leben auf diese Welt kommt, glaubst du, du könntest da irgendetwas dagegen tun? Für wie machtvoll hältst du dich denn?

Überschätzt du dich da nicht extrem? Gott ist derjenige, der Leben gibt und nimmt, nicht du. Selbst, wenn man ein Kondom vollkommen richtig verwendet, bietet es nur 98% Sicherheit, dass man nicht schwanger wird. Die meisten Menschen bekommen sogar nur eine Sicherheit von 85%, weil sie es nicht ganz richtig anwenden. Was meinst du also, wenn Gott möchte, dass Leben entsteht, würde Er nicht einen Weg finden? Schließlich ist Er derjenige, der hinter der Idee steckt, wir sollten uns fortpflanzen. Nebenbei steckt Er auch hinter der Erfindung von Verhütungsmitteln, glaube also nicht, dass Er nicht will, dass die Menschen diese auch benutzen.

Nein, auf diese Weise kannst du mich nicht überzeugen und du kannst auch Millionen von Menschen nicht überzeugen, die den natürlichen sexuellen Drang ihres Körpers auf gesunde und sichere Weise ausleben und genießen wollen.

Alle dumm bloß ich nicht – 6 Okt 10

Der Mensch scheint eine besondere Eigenschaft zu haben, die ich immer wieder bemerke, von der ich aber nicht genau weiß, ob sie der Menschheit beim Überleben behilflich ist oder warum genau die Natur sie geschaffen hat. Warum scheint jeder zu denken, dass die Menschen um ihn herum zumindest ein kleines bisschen dumm sind?

Lehrer meinen, ihre Schüler sind dumm, während die Schüler selbst glauben, dass sie die Schlauen sind und ihre Lehrer die Dummen. Arbeitgeber denken, ihre Angestellten sind dumm und ihre Angestellten meinen, dass ihre Chefs dumm sind. Man sieht das sogar bei Kindern! Ihre Eltern halten sie – auf liebevolle Weise – für dumm, sie müssen noch viel lernen, aber sieh dir das Kind an und wie es seine Eltern ansieht, die gerade geschimpft haben, dass man nicht einfach so über die Straße rennt. Meint ihr nicht, dass das Kind für sich denkt ‚Ich habe das Auto gesehen und weiß, dass es immer noch weit weit weg war…‘. Jeder glaubt, er weiß alles und dazu alles besser. Sag mir also, will die Natur uns von unserer eigenen Dummheit bewahren, indem sie uns davon überzeugt, dass wir die Schlauesten auf der Welt sind?

Ich erinnere mich an einen Witz zu diesem Thema:

Zwei Geschäftsmänner, die beide ihre eigenen Firmen haben, kommen ins Gespräch. Einer von ihnen sagt ‚Oh, meine Angestellten sind einfach nur dumm! Und allen voran mein persönlicher Assistent! Warte, ich zeige es dir!‘ Er ruft seinen Assistenten herein, drückt ihm zehn Dollar in die Hand und sagt ‚Kaufe mir einen roten Merzedes bei dem Autohändler an der Ecke.‘ Der Assistent nimmt das Geld und geht. ‚Siehst du, er hat nicht einmal widersprochen, er meint, er bekommt für zehn Dollar einen Merzedes!‘

Beide lachen, doch dann sagte der zweite Geschäftsmann ‚Verglichen mit meinem Assistenten ist das gar nichts!‘ Er rief ihn und gab ihm seinen Auftrag ‚Geh zu mir nach Hause und frage meine Frau, ob ich schon daheim bin.‘ ‚Natürlich,‘ sagt der Assistent und geht. ‚Siehst du, ich sitze hier, aber er läuft zu mir nach Hause, um meine Frau zu fragen, ob ich dort bin!‘ lacht der Mann.

Auf der Straße treffen sich die zwei Assistenten. Der erste zeigt seine zehn Dollar und sagt ‚Habe ich dir nicht gesagt, dass mein Chef dumm ist? Er meint, ich könnte ihm für 10 Dollar einen Merzedes kaufen!‘ Der andere erwidert ‚Ja schau dir doch mal meinen Chef an! Er sitzt da drinnen und ich muss zu seiner Frau rennen, um zu sehen, ob er dort ist! Also wirklich, da steht ein Telefon auf dem Tisch, ruf einfach an und frag selbst!‘

Kosmetik-Geschäft bringt Frauen dazu, sich nicht mehr schön zu fühlen – 15 Juli 10

Wenn ich wie gestern über Make-up schreibe, weiß ich, dass es viele Menschen gibt, die mit meinen Ansichten nicht übereinstimmen. Und natürlich, warum würde man auch, wenn man Make-up benutzt? Viele Frauen, die Make-up benutzen, kommen zu mir und auch viele meiner Freundinnen benutzen Make-up. Ich habe bereits den Grund der meisten erwähnt: sie wollen schön aussehen.

Für mich ist es nicht ihre Haut, die schön ist, nicht, welche Farbe ihre Augenlider haben und nicht, wie lang ihre Wimpern oder wie rot ihre Lippen sind. Ich sehe durch das Make-up und sehe ihr schönes Herz. Schönheit hängt nicht von all diesen Dingen ab.

Es gibt ein allgemeines Schönheitsideal, aber warum legen wir das fest? Wer hat das gemacht? Eine andere Form, eine andere Figur, andere Farben und verschiedene Schattierungen im Haar sind für unterschiedliche Menschen schön. In Indien sehen Menschen helle Haut als schön an, während die Menschen im Westen gebräunte Haut als schön ansehen. Was genau ist Schönheit? Es kann nicht die Hautfarbe sein oder irgendein anderes der Attribute, die man ‚verbessern‘ kann, indem man Puder und Lotionen aufträgt, sich bräunt oder ins Fitness Studio geht. Ansonsten hätte jeder das gleiche Schönheitsbild.

Diese Vorstellung, sich selbst mit Hilfe von Außen schöner zu machen, existiert schon seit Jahrhunderten in allen Kulturen und jetzt ist auch die Industrie für Schönheitsprodukte und Kosmetika so groß. Wenn das Fernsehen und die Medien ihr Schönheitsideal nicht vorstellen würden, wie würden sie weiter wachsen? Es muss sich mit der Zeit auch ändern, damit sie immer neue und unterschiedliche Dinge verkaufen und anpreisen können. Sie zeigen dir, was Schönheit ist und wenn du das erreichen willst, musst du ihre Produkte kaufen. Man sieht, es geht nicht um Schönheit, es geht ums Geschäft.

Leider führt dieses Geschäft dazu, dass manche Menschen sich ohne Make-up nicht einmal mehr schön fühlen. Sie sind so sehr davon abhängig, dass sie ihr natürliches Selbst nicht als schön anerkennen.

Natürlich gibt es auch Nebenwirkungen beim Gebrauch von Make-up! Es ist nicht gut für deinen Körper, deine Haut kann nicht atmen und manche Kosmetikprodukte können mit all ihren schädigenden Chemikalien sogar Krebs verursachen. Du kannst also deinen Körper sogar schädigen, während du auf künstliche Weise versuchst, schön auszusehen!

Erinnere dich immer: Schönheit kommt von innen. Du bist schön so, wie du bist, deine Seele und dein Herz sind schön.

Zur Schau stellen von Spiritualität und Religiösität – 9 Feb 10

Ich sagte gestern, dass manche Menschen Spiritualität und sogar Religion gerne herzeigen. Warum tust du das, wozu? Sehen wir uns wieder das Beispiel an, wenn man mit seiner Mala in der Hand zum einkaufen geht und während man seine Mantras sagt, sich etwas zum kaufen und anziehen aussucht.

Warum genau hast du jetzt deine Mala mitgenommen? Okay, wenn du mir sagen würdest, dass du auf dem Weg zum Einkaufen beten wolltest, weil du eine halbe Stunde Weg dorthin laufen musst, würde ich verstehen, dass du deine Mala mitgenommen hast, um in dieser halben Stunde zu beten. Doch warum steckst du sie dann nicht weg, wenn du das Geschäft betrittst? Willst du, dass die anderen Menschen im Laden wissen, dass du spirituell oder religiös bist? Warum musst du das denn zur Schau stellen?

Ich habe manchmal den Eindruck, dass besonders die ‚spirituellen Touristen‘ in Indien das Gefühl haben, dass sie jedem zeigen müssen, dass sie spirituell sind. Doch wenn du dich mit dir und deiner Spiritualität wirklich wohlfühlst, erinnerst du alle anderen nicht die ganze Zeit daran. Meiner Meinung nach musst du andere nicht von dem, was du glaubst, überzeugen.

Es ist deine Sache, dein Glaube und wenn sie fragen, kannst du darüber sprechen, aber wenn keiner fragt, wenn du einfach nur zum Markt gehst, um einzukaufen wie jeder andere auch, ist es in Ordnung, wenn du das auch einfach so machst wie jeder andere auch. Ist das nicht dein Ego, dass möchte, dass der Verkäufer merkt, dass du anders bist, dass du dich in Hingabe übst und mit Gott verbunden fühlst? Meinst du, dass sie deswegen besser von dir denken? Macht das die anderen weniger spirituell, weil sie beim Einkaufen nicht beten?

Spiritualität ist etwas sehr persönliches und individuelles. Du musst keiner Sekte oder anderen Gruppe beitreten, um deine Spiritualität zu leben. Leider muss man heutzutage diesen Vergleich von tief empfundener Spiritualität und zur-Schau-gestellter Spiritualität machen. Sei natürlich mit deiner Spiritualität. Das heißt, wenn du wirklich dieses Gefühl von Liebe und Hingabe hast, dann bete zu eben der Zeit. Oder nimm dir Zeit, um zu beten, um wieder in dieses Gefühl zu kommen. Mach keine halben Sachen. Sei völlig in deinem Gebet, in deiner Meditation.

Spirituell Verwirrte Menschen – 4 Sep 09

Heute hatten wir nach dem Abendessen ein gutes Gespräch mit Jeremy. Wir haben über Glaube und Religion gesprochen und darüber, dass manche Menschen das Bedürfnis haben, andere davon zu überzeugen, woran sie selber glauben. Ich sage niemandem, dass das, was ich sage richtig ist. Du kannst an das glauben, was für dich richtig ist.

Ich weiß, dass viele Menschen spirituell verwirrt sind. Sie lesen tausend Bücher und vermischen alle Theorien miteinander. Und wenn sie eine andere Person treffen, versuchen sie, dieser Person zu erzählen, was sie gelesen haben und behaupten, dass es richtig ist und das einzig richtige ist. Menschen sind bei diesen Themen oft sehr engstirnig.

Warum bist du nicht offen dafür zu akzeptieren, dass jemand anderes einen anderen Glauben hat? Du bist dir eigentlich nicht sicher, was du selber glaubst, hast aber Angst, dass du falsch liegen könntest. Wenn du jemanden triffst, der von dem, was er oder sie glaubt, überzeugt ist und der darin sicher ist, so wird diese Person nicht das Bedürfnis haben, dich zu überzeugen. Sie weiß, dass das, was sie glaubt, für sie richtig ist und wenn du ihr sagst, dass du an etwas anderes glaubst, ist das für sie auch in Ordnung. Menschen, die sich über ihren eigenen Glauben nicht im Klaren sind, sind diejenigen, die darüber diskutieren möchten. Und sie suchen weiter und lesen viele Bücher und gehen zu verschiedenen Workshops und Seminaren.

Wozu brauchen wir all diese komplizierten Philosophien? Wir müssen nur fünf Buchstaben lernen: LIEBE. Es ist so einfach. Jeder wird dir zustimmen, dass du im Leben Liebe brauchst. Lebe in Liebe, glaube an die Liebe und teile Liebe.

Warum sind nicht alle Kinder auf der Internetseite aufgeführt? – 15 Jul 09

Als ich heute die Bilder gesehen habe, die Purnendu vom ‘Essen für einen Tag’ gemacht hat, war ich wirklich beeindruckt davon, wie viele Kinder dort beim Essen saßen. Ich wusste, dass es jetzt 130 Kinder sind, die unsere Schule besuchen, aber erst wenn man sie zusammen beim Mittagessen sieht, realisiert man, wie groß diese Zahl eigentlich ist.

Es sind immer noch nicht alle von ihnen auf unserer Internetseite erfasst und Purnendu muss auch noch von einigen Bilder machen. Aber als wir Purnendu heute fragten, ob er das bald tun würde, erklärte er uns, warum er das bis heute noch nicht gemacht hat: Viele Kinder kamen zur Schuleinschreibung und wir haben sie für dieses Schuljahr eingeschrieben, aber sie kamen nur für ein paar Tage. Danach kamen sie nicht mehr.

Ich habe schon vorher über diese Art von Problem in Indien gesprochen und über die Probleme, die besonders wir haben, da wir mit den Familien reden, die an Bildung nicht interessiert sind. Sie haben es gerne, wenn ihr Kind ein warmes Essen und Kleidung bekommt, aber sie haben kein Interesse daran, dass ihr Kind Lesen und Schreiben lernt. Und so kommen manche Kinder nach einer Weile einfach nicht mehr. Wir sprechen mit den Eltern und versuchen sie zu überzeugen, aber manche Kinder kommen nicht mehr. Und dann müssen wir sie wieder von der Internetseite nehmen. Und so gibt es immer etwas zu tun und Purnendu wird warten, bis er etwas klarer sieht, welche Kinder auch länger an der Schule bleiben werden.

Ich schreibe gerne hierüber, weil es ein deutlicheres Bild von der Situation dort gibt und wie viel wir arbeiten wollen, um eine Veränderung herbeizuführen, so dass in der Zukunft jede Mutter und jeder Vater all ihre Kinder zur Schule schicken wollen.

Versuche nicht, andere von deinem Glauben zu überzeugen – 12 Mai 09

Ich versuche nicht, irgendjemanden davon zu überzeugen, an was ich glaube. Ich erzähle nur, wie ich mich fühle und was meine Erfahrung ist. Und dann kannst du selber spüren. Was dein Glaubenssystem dir sagt, wird für dich stimmen. Und so habe ich zuvor gesagt, dass, wenn jemand kommt und mir sagt, dass er nicht an Gott glaubt, ich mich nicht bemühe, ihn davon zu überzeugen, dass Gott existiert. Ich sage ihm, dass er an das glauben soll, was er fühlt, weil er vielleicht eines Tages etwas erleben wird, was ihn an Gott glauben lässt.

Kein Glaube ist gut oder schlecht, kein Mensch ist gut oder schlecht und kein Ort ist gut oder schlecht. Wenn ein Ort für dich nicht gut ist, wird es einen anderen Mensch geben, der den Ort mag. Vielleicht magst du jemanden nicht, doch die gleiche Person ist für jemand anderen einfach perfekt. Man kann nicht sagen, dass jemand gut oder schlecht ist, das ist nur deine Wahrnehmung. Und du musst niemanden von dem überzeugen, was du glaubst, weil ihr Glaube für sie gerade richtig ist.

Wir hatten heute einen sehr schönen letzten Tag in Wiesbaden und einen wunderschönen Abend mit Thomas, Iris und unserem Freund Pawan und seinen Kindern. Wir haben auch gepackt, so dass wir alles fertig haben, um morgen nach Lüneburg zu Michael aufzubrechen.

Gurus sagen, was zu Glauben ist – warum das nie eine gute Idee ist – 9 Mai 09

Während dem Frühstück hatten wir eine gute Unterhaltung. Ich sagte: ‚Ich verstehe nicht, warum jemand einen anderen überzeugen will, er sollte das oder jenes glauben. Meiner Meinung nach sollte jeder das glauben, was er selber erlebt und fühlt. Jeder ist einzigartig und hat sein eigenes Bewusstsein, Intelligenz und Wahrnehmung und das passt zu ihm und ist gut für ihn. Mit dieser Sichtweise ist nichts schlecht oder falsch. Es ist nur die Wahrnehmung.

Mit der Zeit ändern sich Situationen, Atmosphäre, Menschen, Orte und die Definition von Gut und Schlecht. Hier in Europa geht man mit Schuhen in die Kirche während man in Indien die Schuhe vor der Türe ausziehen muss. Doch religiöse Lehren, Gurus und Meister predigen und sagen, an was man glauben soll.

Das ist das Konzept der Gurus, über das ich schon zuvor geschrieben habe. Es ist leicht und man muss keine Verantwortung übernehmen, wenn jemand anderes sagt, was man glauben muss.

Aber wenn ich mein eigenes Leben ansehe, sehe ich so viele Veränderungen. Ich glaube nicht mehr an Dinge, die ich vor 15 Jahren geglaubt habe. Stattdessen glaube ich an Sachen, die ich vor 15 Jahren noch nicht geglaubt habe. Ich hatte diese Situation bereits, dass ich an etwas geglaubt habe, am nächsten Tag ist etwas geschehen und dann habe ich nicht mehr daran geglaubt. Und vielleicht ändert sich das nach zwei, fünf oder zehn Jahren noch einmal und ich werde dann an das glauben, was mir mein Bewusstsein sagt. Wie kann ich eine Garantie für diese Philosophie von heute übernehmen? Wie kann ich versuchen, jemanden dazu zu zwingen, etwas zu glauben, an das ich jetzt glaube? Wenn ich heute dies sage und sich morgen mein Glaube ändert, wie sage ich dann dieser Person, dass sie sich jetzt auch ändern muss? Und wenn ich nicht sage, dass sich mein Glaube geändert hat, dann wäre es nicht ehrlich.

Ich habe so viele Prediger gesehen, die dieses Doppelleben im Doppelglauben leben. Sie glauben nicht, was sie selber lehren. Und das ist der Grund, warum ihre Stimme die Herzen der Menschen nicht berührt. Es kommt nicht von Herzen und ist nicht ihre eigene Wahrheit.

Heute waren wir zum Geburtstagsessen eines sehr netten neuen Freundes eingeladen. Er ist der Direktor der Schule für behinderte Kinder, an der Thomas arbeitet. Er hat eine Verbindung zu Kindern und besucht im Juli auch den Ashram und die Kinder dort. Wir hatten wirklich eine schöne Zeit dort und er hat ein herrliches Essen zubereitet.