Warum nennst du deine guten Wünsche ein ‘Gebet’, wenn du weder an Gott noch an Religion glaubst? – 30 Apr 15

Ich habe die Woche in meinem Blog mit der Aussage begonnen, dass Gebete den Erdbeben-Opfern in Nepal nicht helfen werden. Am nächsten Tag habe ich euch einen lächerlichen Kommentar gezeigt, in dem der Autor meinte, dass auch Katastrophen Gottes gute Arbeit seien. Daraufhin kam meine Antwort und schließlich führte ich meine Ansicht zur Karma-Theorie gestern noch etwas aus. Heute jedoch möchte ich gerne zum eigentlichen Thema zurückkehren: dem Gebet. Warum? Weil mehrere Leute mir gesagt haben, dass sie eigentlich nicht zu Gott beten.

Ich habe diese Antwort auf meine Blogeinträge in den letzten Tagen bereits einige Male bekommen. Ich hatte auch schon daran gedacht, dass es recht viele Leute gibt, die an Gebete glauben, aber nicht an Religion. Andere glauben nicht einmal an Gott, beten aber trotzdem. Wieder andere verwenden dieses Wort offensichtlich nur, um ihr Mitgefühl auszudrücken. Mir stellt sich da die Frage, warum all diese Menschen es ein Gebet nennen.

Ich selbst bin diese Veränderung von einer sehr religiösen Person zum Atheisten durchlaufen und ich verstehe, dass es für jemanden auf dem gleichen Weg nach Jahren der Angewohnheit zu beten schwierig ist, einfach aufzuhören. Und aufzuhören, daran zu glauben. Schließlich ist die Wirkung eines Gebets eigentlich psychologisch: man wiederholt seinen Wunsch, bewusst und manchmal sogar mit lauter Stimme und bestätigt damit nicht nur, was sein Ziel und Wunsch ist, sondern bringt sich selbst für gewöhnlich auch dazu, sich etwas weniger Sorgen zu machen. Man hat das Gefühl, man hätte es in die Hände eines anderen gegeben, der nun dafür verantwortlich ist. Menschen, die nicht mehr an Religion glauben, aber trotzdem an Gott, hängen weiter an diesem Gedanken. Und diejenigen, die nicht einmal an Gott glauben, wollen diesen guten Effekt nicht verlieren!

Ich sage dir, du kannst immer noch das Gleiche tun – aber ich finde, du solltest es nicht ‘Gebet’ nennen! Dieses Wort hat seine ganze eigene Geschichte und wird mit Religion und Gott in Verbindung gebracht. Warum nennst du es nicht ‚Ausdruck von Gefühlen‘? Oder vielleicht ‚Ausdruck von Wünschen‘? Es wäre wie ein Teil einer Meditation, eine bewusste Konzentration auf einen bestimmten Gedanken.

All diejenigen, die dieses Wort für eine Situation wie das Erdbeben in Nepal anwenden, wenn es darum geht, jemandem in einer schwierigen Situation das Beste zu wünschen: warum nennt ihr es nicht einfach ‚beste Wünsche‘? Drückt aus, dass ihr Mitgefühl habt, dass ihr ihm nicht nur das Beste wünscht, sondern Gesundheit, Genesung, Glück oder irgendetwas, was auch immer er braucht und möchte.

Die Situation in Nepal ist zum Beispiel immer noch schwierig. Der Flughafen in Kathmandu hat Platzprobleme und Koordinationsprobleme, gestrandete Touristen aus dem Land zu bekommen und internationale Hilfe ins Land. Regenfälle erschweren die Hilfsaktionen und das Wasser gießt auf die Leute herunter, die nun kein Dach mehr über dem Kopf haben. Essen, Wasser und medizinische Versorgung erreicht noch lange nicht jeden Bedürftigen und das Epizentrum wurde noch nicht wirklich erreicht.

Diese Leute brauchen Hilfe. Du kannst helfen, indem du an eine vertrauenswürdige Hilfsorganisation spendest. Wenn du kannst, kannst du auch deine freiwillige Hilfe anbieten. Und wenn für dich weder noch möglich ist oder du deine Gefühle einfach für Freunde ausdrücken möchtest, lass es ein Wunsch voller Liebe sein, kein Gebet.

‘Gott macht nur seine Arbeit’ – Religiöse Gläubige erklären Nepals Erdbeben – 28 Apr 15

Gestern habe ich eine so interessante Rückmeldung zu den Gedanken bekommen, die ich auch in meinem Blogeintrag ausgedrückt habe, dass ich dachte, ich sollte sie mit euch teilen, so dass ihr auch wisst, was für Gedanken die Leute haben können. Und vielleicht ist meine Antwort nicht nur für denjenigen interessant, für den sie geschrieben war. Nein, eigentlich glaube ich, dass jeder andere die Antwort mehr Freude bereitet, weil es absolut nicht das war, was der Kommentator lesen wollte. Aber seht selbst.

Der Kommentar begann mit etwas, von dem ich bereits annahm, dass mir die Leute sagen würden: dass Gebete nützlich seien, weil wir alle durch eine höhere Energie miteinander verbunden waren. So weit so gut – ich glaube nun eben einfach nicht an diese Verbindung, also sehe ich Gebete in diesem Sinn auch nicht als sinnvoll an.

Diese Person fuhr jedoch in eine andere Richtung fort:

“…GOTT macht seine Arbeit. Wir bekommen das, was uns nach unserem Karma zusteht, was wir vergessen, anstatt daran zu arbeiten. GOTT schlägt unsere Herzen, unseren Puls, lässt das Blut in unseren Venen fließen und, was am Wichtigsten ist, lässt und ein- und ausatmen. Er hat seine Arbeit getan, indem er uns die Macht gibt zu sehen, zu hören, zu sprechen, zu spüren etc. Er ist allgegenwärtig. […] ER kann uns nie Schlimmes antun, sondern liebt uns, egal, ob du ihm vertraust oder nicht. Bitte leite andere nicht fehl.“

Gott macht also nur seine Arbeit? Aha, deswegen hat er diese ganzen Menschen ermordet…

Doch du sagst mir, dass wir das, was geschehen ist, akzeptieren sollen, weil es Gott war, der das getan hat. Wenn du das Gefühl hast, es war etwas Schlechtes, war es das Karma dieser Person, was natürlich dazu da ist, dass sich die Menschen bessern. Also selbst schlimme Dinge sind gut – war das nicht genau das, was ich gestern geschrieben habe? Dass man diese Zeilen glauben soll, wenn man an Gott glaubt?

Tu das, aber mir tust du nur leid, wenn du so denkst! Ist es nicht toll, Gott tut nur Gutes! Demnach ist es einfach nur der Wunsch Gottes, wenn ein Kind vergewaltigt wird, das Ergebnis des Karmas des kleinen Mädchens! Wenn Kinder verhungern oder sterben, weil sie keinen Zugang zu medizinischer Behandlung haben, ist es die Frucht ihres Karmas und das alles ist genau so, wie Gott es haben will. Natürlich ist auch das Erdbeben in Nepal nur passiert, weil Gott es so wollte! Ein klares Zeichen der Liebe Gottes – siehst du das denn nicht?

Ich glaube wirklich, dass es Zeit- und Energieverschwendung ist, mit Leuten zu argumentieren, die so denken. Du wirst sie nicht überzeugen können. Manchmal schmerzt es jedoch, dass Menschen glauben, solche Grausamkeiten könnten der Wunsch eines höheren Wesens sein und sogar ein Zeichen der Liebe.

Ich habe eine gut gemeinte Warnung erhalten, ich sollte aufhören, solche Dinge zu sagen und auf mein Karma besser Acht geben. Macht euch jedoch um mich keine Sorgen, ich glaube nicht an Karma und also auch nicht, dass eine höhere Macht mich später für meine offenen Worte bestrafen wird. Das sind deine Sorgen, nicht meine.

Anstatt meinen Kopf mit solchen Gedanken zu beschweren, werde ich mehr Kindern helfen, Essen und Bildung zu bekommen, für gute Zwecke spenden und darüber schreiben, so dass vielleicht jemand, der meine Worte liest, sich dazu inspiriert fühlt, auch aktiv zu werden.

In Taten, nicht nur in Gebeten!

Gebete für Erdbeben-Opfer in Nepal? Zu wem? Demjenigen, der das alles verursacht hat? – 27 Apr 15

Vorgestern bebte die Erde in Nepal, überhaupt nicht weit von hier, und Tausende starben. Während wir das Erdbeben hier in Vrindavan nicht spürten, erreichte es doch unsere Umgebung und brachte sogar Risse in Hauswände in Mathura. Natürlich sind wir alle vom extremen Verlust an Leben und der verheerenden Verwüstung schockiert. Natürlich fühlen wir alle mit den Familien der Opfer. Heute jedoch möchte ich, mit allem Respekt für die guten Wünsche, die jeder spürt und ausdrücken will, über das Eine schreiben, das den Opfern überhaupt nicht hilft: Gebete.

Ich weiß genau, was ich hier schreibe und bin mir auch der Tatsache bewusst, dass viele meiner Leser meinen Worten nicht zustimmen werden. Viele Menschen, selbst wenn sie nicht religiös sind, glauben an die Macht der Gebete. Darum sagen sie jetzt, dass sie für die Opfer beten. Ich glaube ganz ehrlich, dass das keinen Sinn macht. Ich würde es sogar als närrisch bezeichnen. Du kannst mit deinen Händen und Füßen etwas für diese Menschen tun, dorthin gehen und selbst helfen, Hilfsgüter sammeln oder deine Zeit und Fähigkeiten einer wohltätigen Organisation anbieten. Du kannst etwas mit deinem Verstand tun, deine Gedanken wohltätigen Organisationen schenken oder überlegen, wen du denn um Hilfe bitten könntest. Oder du kannst mit deinem Geldbeutel helfen, indem du einer wohltätigen Organisation selbst spendest. Wenn du irgendetwas davon machen kannst, tue das und es wird helfen. Deine Gebete nicht.

Warum nicht? Weil du zu diesem allmächtigen Gott betest, der das Erdbeben und das Elend danach doch erst verursacht hat!

Ohne, dass er das wünscht, bewegt sich nicht einmal ein Blatt am Baum. Wie also kann die ganze Erde sich schütteln, ohne, dass er das will? Oh ja, auf seinen Wunsch sind ganze Häuser über Menschen in sich zusammengebrochen, auf seinen Wunsch sind Lawinen und Erdrutsche abgegangen und haben Menschen und ganze Dörfer unter sich begraben und auf seinen Wunsch sind die Körper Tausender Menschen unter alten Gebäuden verschüttet worden, die einmal Weltkulturerbe genannt wurden. Auf seinen Wunsch sind so viele Frauen zu Witwen, Männer zu Witwern und Kinder zu Waisen.

Wenn das alles sein Wunsch war, warum betest du dann zu diesem Gott, der schlimmer ist als ein Monster, wenn er solche Grausamkeiten wünscht?

Wenn du an Gott glaubst und jetzt sogar zu ihm betest, solltest du akzeptieren, was über ihn geschrieben steht: er ist der Handelnde und was auch immer macht ist gut. Akzeptiere all das Schlechte, was er getan hat – es macht keinen Sinn, zu ihm zu beten, um ihn aufzuhalten oder sogar Wiedergutmachung zu leisten!

Zum ersten Mal Heimweh in Deutschland – 5 Jun 11

Ich war also im November 2001 wieder auf dem Weg nach Deutschland. Ich hatte dort kein Programm, aber ich hatte beschloss, irgendwo hin zu gehen. Ich wollte Zeit außer halb Indiens verbringen und hatte nicht viele Anlaufstellen. Ich war froh, dass mich mein Freund wieder eingeladen hatte und so ging ich hin. Genau wie beim ersten Mal holte er mich ab und da war ich wieder, bei ihm in seiner Wohnung in Itzehoe.

Als ich ihm von dem Programm erzählte, dass ich in London gehabt hatte, hatte er die Idee, dass ich auch in Deutschland einen Vortrag halten könnte. Er kannte zufällig einen weiteren Inder, der in einem Hindu Tempel in Hamburg arbeitete. Er rief dort an, sagte, dass er einen Besucher da hatte, einen Swami aus Indien, der hier bei ihm in Deutschland war. Sie luden mich gerne für einen Vortrag ein. Am nächsten Wochenende gingen mein Freund und ich also nach Hamburg zum Hindu Tempel.

Über den Vortrag dort gibt es wirklich nicht viel zu erzählen. Es war ein gewöhnlicher Tempel, mit Gottheiten und religiösen Menschen, die alle an einem bestimmten Tag und zu einer bestimmten Zeit zum Tempel kommen. Anstatt ihres gewöhnlichen Priesters hielt ich an dem Tag den Vortrag. Für sie unterschied sich das vielleicht etwas von dem, was sie für gewöhnlich hörten, weil ich schon immer eher das aussprach, was mir selbst in den Sinn kam statt dem, was andere Menschen in religiöse Schriften hinein interpretierten. Für mich war es ein schöner aber normaler Tag und ich machte das, was ich gewöhnt war.

Nach dieser Zeit mit meinem Freund folgten jedoch einige Tage, die ich auf eine Weise verbrachte, an die ich absolut nicht gewöhnt war. Diwali rückte näher und mein Freund hatte mir schon zuvor gesagt, dass er für die Diwali-Feiertage nach Indien fliegen würde. Ich sei aber herzlich dazu eingeladen, alleine in seiner Wohnung zu bleiben, kein Problem.

Ich dachte auch, das wäre kein Problem. Ich hatte nicht gedacht, dass ich Heimweh bekommen würde, aber das ist genau das, was geschah: zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich Heimweh.

Ich bin ein Reisender und bin schon immer, mein ganzes Leben lang gereist. Ich war viele Monate lang weg von zu Hause und habe auch schon lange Zeiten ganz alleine verbracht, ohne irgendjemanden um mich herum. Ich hatte dieses Verlangen nach dem eigenen Heim, denen die du liebst und dem Zusammensein mit deiner Familie noch nie gespürt. Vielleicht war es die Tatsache, dass ich in einem fremden Land war. Vielleicht war es, dass es Diwali Zeit war, in Indien die Zeit der Feiern und der Familie.Oder vielleicht war es, dass ich in der Wohnung wirklich ganz allein war und nichts zu tun hatte.

Warum auch immer, ich fühlte mich einsam und wollte wieder zurück nach Vrindavan, wo meine Eltern, Brüder und meine Schwester zusammen Diwali feierten. Es gab keine Möglickeit Emails zu schicken oder zu chatten, weil mein Freund keinen Computer hatte. Also telefonierte ich eine Weile lang mit ihnen und hörte mit an, was sie erzälten und gerade taten.

Ansonsten gab es wirklich nichts zu tun. Ich verbrachte meine Zeit damit, wirklich nichts zu tun, außer meine Mantras zu rezitieren, meine tägliche Zeremonie durchzuführen und etwas zu beten. Ich kochte, aß und schlief.

Eines Tages nahm ich das Telefon und rief bei der Nummer des deutschen Arztes an, den ich am 27. Mai 2001 auf dem Flug nach Mallorca getroffen habe. In meinem gebrochenen Englisch fragte ich ihn, ob ich kommen könnte. Wir machten aus, dass ich kommen und für ein paar Tage bei ihm bleiben konnte.

Und so nahm ich einen Zug nach Hamburg-Altona, wo er mich abholte. So kam ich im November 2001 das erste Mal nach Lüneburg.

Persönliche Erfahrungen stärken den Glauben – 15 Mai 11

Ich habe erwähnt, dass ich schon vor meiner Zeit in der Höhle Heilung durch Berührung gegeben habe und dass ich viel positives Feedback bekommen habe. Ich hatte eine sehr persönliche Erfahrung, von der ich euch gerne erzählen würde, damit ihr vielleicht etwas besser versteht, wie diese Art der Heilung entstanden ist.

In einem der Jahre bevor ich in die Höhle gegangen bin, vielleicht 1996 oder 1995, hat meine Schwester Para entdeckt, dass sie einen Knoten in der Brust hat. Sie ging zu einem Arzt, um sich untersuchen zu lassen und nach der Untersuchung sagte dieser, dass er den Knoten rausschneiden könnte. Es wäre eine relativ kleine Operation und das Beste, was man in dieser Situation machen könnte.

Natürlich machten wir sofort einen Termin im Krankenhaus in Agra aus. Meine Schwester sollte über Nacht bleiben, also hatten wir in der Nähe ein Hotelzimmer gebucht und waren mit all den Dingen gekommen, die für einen solchen Krankenhausaufenthalt nötig waren.

Vor der Operation machte der Arzt jedoch noch eine Untersuchung und fand heraus, dass es jetzt nicht mehr nur ein Knoten war, sondern mehrere und auf beide Brüste verteilt. Der Arzt sah besorgt aus und sagte die Operation sofort ab. Er meinte „Sie ist so eine junge Frau, erst 18 Jahre alt, ich kann nicht so viel rausschneiden. Wenn es nur einer gewesen wäre, hätte ich ihn entfernt, aber jetzt hat es sich ausgebreitet. Wir sollten eine Weile abwarten und wenn es nicht kleiner wird oder zumindest aufhört zu wachsen, müssen wir eine Biopsie machen und herausfinden, was es wirklich ist.“

Wir haben also das Krankenhaus verlassen, im Hotel wieder ausgecheckt und haben Agra verlassen, um mit einem Gefühl der Besorgnis wieder nach Vrindavan zurückzukehren. Was, wenn es Krebs war? Etwas, das sich immer weiter in ihrem Körper ausbreiten würde?

Zuhause in Vrindavan war eine meiner engsten Anhängerinnen für eine Weile zu Besuch. Wir erzälten ihr, warum wir so schnell schon wieder zurück waren und sie fragte mich, warum ich so vielen anderen Leuten Heilsitzungen gab und auch so vielen geholfen hatte, es aber mit meiner eigenen Schwester nicht einmal ausprobierte. Ich dachte darüber nach und als mich am Abend meine Schwester ansah und sagte, dass ich es versuchen könnte, tat ich das.

Als sie einige Wochen später das nächste Mal zum Arzt ging, untersuchte er sie und berichtete er ihr mit einem breiten Lächeln, dass alle Knoten verschwunden waren. Wir waren alle sehr erleichtert und glücklich und natürlich dachten wir, es war die Kraft der Mantras, der Gebete und der Berührung gewesen, die sie davon geheilt hatten. Sie hatte dieses Problem hinterher nie wieder.

Heute kann ich mir vorstellen dass es eine Veränderung der Hormone gewesen war, die die Knoten verschwinden ließ oder irgendein anderer Prozess im Körper. Die Gebete und Mantras, die ich sprach, haben sie vielleicht ruhiger und entspannter werden lassen und halfen ihr, sich alles in allem besser zu fühlen. Ich war mir jedoch sicher, dass es sich auch körperlich auswirkte und so rezitierte ich weiter Mantras. Ich ging in die Höhle, machte sogar noch mehr Mantra Meditation und verwendete dies auch in den Heilsitzungen, die ich nach meiner Zeit in der Höhle machte, zum Beispiel in London.

Positive Wirkung der Spirituellen Heilung – 8 Mai 11

Als ich der Frau in London sagte, dass sie die Hanuman Chalisa beten sollte, hatte ich selbst einen tiefen Glauben daran, dass ihr dieses Gebet helfen würde. Als sie mir mehrere Monate später berichtete, dass es ihr geholfen hatte und dass sie in ihrem Leben jetzt ohne schwarze Magie und Liebeszauber glücklich war, war sie nicht die Einzige, die der Meinung war, dass das die Macht des alten Gebets war. Ich glaubte es auch. Ich war religiös und glaubte daran, dass die Hanuman Chalisa ihr geholfen hatte, selbst wenn ich nicht daran glaubte, dass der Liebeszauber mehr als eine psychologische Wirkung gehabt hatte.

So habe ich damals, auch schon vor meiner Zeit in der Höhle, den Menschen geholfen. Manchmal machten wir zusammen eine Zeremonie oder ein Ritual, sprachen viele Mantras für Gesundheit, Wohlbefinden, Glück, Erfolg und Reichtum und in anderen Fällen sprach nur ich die Mantras, während sie in Meditation bei mir saßen. Und dann gab ich auch Heilung durch Berührung, gegen den Schmerz in bestimmten Körperteilen. Wenn jemand Rückenschmerzen hatte, berührte ich ihren Rücken und rezitierte Mantras. Wenn jemand Knieschmerzen hatte, berührte ich ihr Knie. Die Menschen konnten selber entscheiden, ob sie ihre Hose hochrollen, ausziehen oder einfach anlassen wollen, so dass ich meine Hand auf die Hose legte.

Mein Ziel war deutlich: ich wollte den Menschen helfen und ich glaube, dass ich das auch getan habe. Ich habe viel positives Feedback bekommen und die Leute haben wirklich Linderung von Schmerzen erfahren.

In der ganzen Zeit, in der ich spirituelle Heilsitzungen gegeben habe, vor und nach meiner Zeit in der Höhle bis heute, haben mir ungefähr 85% der Menschen positives Feedback gegeben. Ihre Aussagen reichten von ‚Ich fühle mich sehr entspannt‘ bis ‚Ich fühle mich, als würde ich in der Luft schweben, meine Aura sieht viel sauberer aus und ich fühle mich mit meinen Engeln verbunden‘. Ungefähr 10% der Menschen sagten, dass sie noch nicht wussten, ob es ihnen etwas geholfen hatte oder vielleicht auch nicht. Sie waren sich nicht sicher. Und nur 5 oder sogar weniger Menschen sagten, dass es keinerlei Wirkung zeigte und dass es ihnen überhaupt nicht geholfen hatte.

Natürlich berichteten auch die Medien über das, was ich tat – oft organisierten meine Gastgeber Fernseh- oder Zeitungsinterviews. Ich erinnere mich an eine irische Journalistin, die ein bisschen in mich verknallt war und einen sehr enthusiastischen Artikel über ihre Heilsitzung schrieb.

Genau wie die Frau, die mich in London gebeten hatte, sie vor ihrem schwarzmagischen Liebeszauber zu beschützen, kamen diese Menschen mit der Erwartung zu mir, dass das etwas sein könnte, das ihnen hilft und so hatten sie all diese Emotionen. Heute denke ich da vielleicht anders drüber und erkenne da die Arbeit des Unterbewusstseins und den psychologischen Prozess hinter dieser Genesung, aber in der Zeit war mir klar, dass da Gott durch mich arbeitete und dass ich für diese Arbeit da war.

Und so machte ich das alles. Ich gab Vorträge, hielt Zeremonien und hinterher sprachen mich die Leute an und baten mich um Hilfe. Ich kam zu ihrem Haus, um dort Zeremonien für ihre Familie und ihr Haus durchzuführen, ich führte mit ihnen und ihren Kindern Rituale durch, um für eine gute Zukunft zu beten und ich berührte sie und betete für sie und ihre Heilung. Mit jedem positiven Feedback bekam ich eine Bestätigung, die meinen Glauben weiter gestärkt hat. Es funktionierte! Ich freute mich, dass ich mit dieser Arbeit helfen konnte und ich dankte Gott, dass ich den Menschen so und mit seiner Unterstützung Linderung, Vertrauen und Liebe geben konnte.

Gebete für die Überlebenden des Erdbebens und Tsunamis in Indien – 14 Mar 11

Natürlich haben die Nachrichten des Erdbebens, des darauf folgenden Tsunamis und der Explosion in dem Atomkraftwerk in Japan auch uns hier in Vrindavan erreicht. Wir haben in den letzten Tagen Bilder und Videos aus Japan gesehen und uns gefragt, wie viel die Menschen dort noch leiden müssen. Zuerst kam die Nachricht des Erdbebens. Viele Menschen verloren bereits alles, was sie hatten. Danach begannen die Wellen und Fluten des Tsunami Autos, Schiffe, Häuser, Züge und alles, was sie finden konnten, darunter auch Menschen, davon zu tragen. Und jetzt wurden Tausende von Menschen aus der Gegend um Fukushima herum evakuiert, das Atomkraftwerk, in dem bereits zwei Explosionen die Leute in Angst versetzt haben. Alle fürchten eine weitere, größere Explosion, bei der die radioaktive Strahlung nach Außen treten könnte.

Es ist sogar schlimm, sich diese Bilder anzusehen, sie schmelzen das Herz und man kann sich nur vorstellen, wie die Menschen dort leiden. Was können wir für sie tun, außer zu beten? Wir können ihnen nur die Stärke wünschen, es zu ertracken, mitten in der Katastrophe, viele ohne Hab und Gut, viele ohne Wasser und alle voller Angst.

Ich habe gerade ein Bild gesehen, auf dem Hundert Kinder auf dem Dach einer Schule standen, die Schule umgeben von Wasser und alle warteten darauf, dass sie jemand retten kommt. Sie sind am Leben, haben aber nichts zu essen und nichts zu trinken. Sie stehen einfach nur da und warten. Es gibt bestimmt viele Geschichten, die noch schmerzlicher sind als diese, doch das alles lässt einem nur das Herz sinken.

Wir haben auch 2004 den Tsunami gesehen und schon oft in der Geschicht der Menschheit hat die Natur gezeigt, wie stark sie eigentlich ist. Wir behaupten, wie seien mächtig, doch das sind wir nicht. Wie viel kann sich von einer Nacht auf die andere ändern!

Heute Morgen haben die ganze Ashram Familie und alle Schulkinder zusammen ein Gebet gesagt und in Stille all derer Menschen gedacht, die in Japan leiden. Wir schicken ihnen unsere Liebe, und wünschen ihnen Stärke, auch denen, die Hilfe bringen und ihr Bestes geben, um andere zu retten.

Bilder vor und nach der Katastrophe

Essens-Lager im Überschwemmungs-Gebiet – 31 Aug 10

Wie wir geplant hatten, sind Purnendu, Yashendu und Ramona mit zusammen 20 Menschen, großen Töpfen, Gas zum Kochen und Essen in die Gegend gegangen, wo die Häuser von der Überschwemmung betroffen sind. Wir kennen einen Mann, der dort einen Ashram hat, der zeri Stockwerke hat und etwas höher gelegen ist. Es ist eines der wenigen Gebäude, in die das Wasser noch nicht eingedrungen ist. Dort wurde heute die Küche aufgestellt. Sie sind um etwa zwei Uhr hier losgefahren und waren erst um sechs zurück.

Als sie zurückkamen, erzählte mir Ramona von der Situation dort:

‘Es ist noch schlimmer geworden. Wir hatten Schwierigkeiten, einen Ort in der Nähe vom Boot zu finden, das jetzt die Leute zu ihren Häusern bringt. Wo zuvor Rikshaws gefahren sind, muss jetzt jeder warten, bis das Boot alle Leute ausgeladen hat und sie einsteigen können.

Um unser ‘Essenslager’ zu erreichen, mussten wir teilweise durch Knie-hohes Wasser laufen und die Leute hatten mit Ziegelsteinen einen Weg ins Wasser gelegt, um es etwas einfacher zu machen. Als wir dort ankamen, sahen wir eine Frau in der Tür stehen und weinen. Sie zeigte uns ihr Haus, das im Wasser stand, große Risse in den Wänden und im Begriff, auseinanderzufallen.

Viele Menschen hatten sich bereits in dem Ashram versammelt in der Hoffnung, dort Essen zu bekommen. Sie mussten warten, bis das Gemüse gekocht war und die Brote fertig, doch dann kamen alle mit Töpfen, Tellern, Schüsseln, Gläsern und sogar Plastiktüten, um das Essen hineinzufüllen. Wir sahen, dass manche Kinder zwei oder dreimal kamen, aber wer würde einem drei- oder vierjährigem Kind sagen, dass es nicht um mehr Brot bitten soll? Wir wissen auch, dass manche Menschen etwas mehr mitnahmen, so dass sie sich etwas für später zur Seite legen können. Sie sind nicht sicher, wann sie die nächste Mahlzeit bekommen. Wir haben also verteilt und verteilt, bis die Eimer leer waren.

Auf dem Weg zurück sind wir bei den Häusern der Kinder vorbeigegangen und sahen, dass sich die Situation auch dort verschlimmert hat. In den Räumen, die vor zwei Tagen noch trocken waren, steht jetzt auch Wasser. Sanju, einer der Jungen, wollte nach Hause gehen und bei seiner Mutter bleiben. Doch sie sagte ihm, er sollte mit zurück zum Ashram gehen, in dieser Gegend sind jetzt zu viele Moskitos und das Leben wird schwieriger. Es war ein langer Tag, aber es ist wundervoll, dass wir helfen können!“

Wir haben auch den Besitzer des Ashrams gebeten, noch mehr Familien aufzunehmen, die einen trockenen Ort zum Schlafen brauchen und er hat eingewilligt.

Ich möchte allen danken, die nach dem gestrigen Newsletter und Tagebucheintrag gespendet haben! Nur mit dieser Hilfe konnten wir heute dorthin gehen und diesen Menschen zu Essen geben! Wir werden die Namen der Spendenden an einem späteren Tag veröffentlichen, im Moment sind wir einfach sehr beschäftigt damit zu helfen und darüber nachzudenken, wie wir diese Familien unterstützen. Und vielen Dank für die Mails mit den besten Wünschen für die Kinder, ihre Familien und alle Menschen in der Gegend.

Ich habe mich heute gewundert, dass manche Menschen, die immer von ihrer Liebe zu Vrindavan und unseren Schulkindern gesprochen haben, kein Anzeichen von Mitgefühl gezeigt haben. Ich hatte gedacht, sie wären die ersten, die eine Spende schicken, aber selbst wenn es keine Spende ist, so doch zumindest ein paar Worte, die bezeugen, dass sie Gebete und gute Wünsche schicken. Das ist eine kritische Zeit und wir würden uns wünschen, jeden mit seiner Unterstützung, seinen Gedanken und seinem Segen an unserer Seite zu wissen.

Wie auch immer, meinen Dank noch einmal an alle, die geholfen haben und an jeden, der in den nächsten Tagen noch hilft!

Bilder vom Essens-Lager und neue Bilder der Situation im Überschwemmungsgebiet

 

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Wie liebt man einen Kriminellen – 5 Mai 10

Wie immer, wenn ich hier in Lüneburg bin, arbeite ich mit meinem Freund Dr. Michael Kosak zusammen mit seinen Patienten. Und dieses Mal waren zwei Menschen da, die mir in etwa die gleiche Frage gestellt haben. Sie beide arbeiteten in einem Bereich, in dem sie viel mit Kriminellen und Kriminalität, mit den ‘bösen Jungen’ zu tun haben und mit denen, die nicht in das System passen. Einer von ihnen sagte, dass er Schwierigkeiten hatte, sich selbst gegen das Gefühl von Wut und gegen diese Grausamkeit der Kriminellen zu schützen. Der andere Mann sagte mir, dass er keine Schwierigkeiten hatte, mit diesen Menschen umzugehen, wohl aber mit der wütenden Einstellung seiner Kollegen und Vorgesetzten, die nicht immer das richtige Gefühl für die Situation entwickelten oder wie sie besser gehandhabt werden könnte.

Beiden sagte ich, dass es manchmal einfacher ist, andere zu lieben als sich selbst. Aber man braucht Liebe für sich selbst und dann kann man für andere beten. Wenn du dich selbst liebst, musst du mich nicht nach einem Schutz gegen kriminelle Energien bitten, du fühlst die Liebe, die sich von dir aus ausbreitet. Du kannst anderen Gutes wünschen.

Es wäre schwierig zu sagen, dass du den Kriminellen liebst und das musst du auch nicht. Du musst ihn nicht umarmen, das ist nicht möglich. Doch du kannst Gutes wünschen und für ihn beten, dass er an einem Punkt in seinem Leben sehen wird, was richtig und was falsch ist. Die Liebe, die du für dich selbst hast, breitet sich mit deinen guten Wünschen aus. Es ist Respekt für die Person, die da ist, einfach nur, weil er ein menschliches Wesen ist, weil er genau wie du auf dieser Erde ist. Du magst nicht, was er tut, aber für die Seele kannst du beten.
 

Bewege deinen Geist, nicht nur deine Mala – 10 Feb 10

Balendu

Mala Ferat Jug Bhaya Fira Na Man Ka Fer
Kar Ka Manka Dar De Man Ka Manka Fer

Kabir sagt hier:
Du drehst deine Mala seit langer Zeit, aber dein Geist hat sich nicht bewegt,
Leg die Perlen aus der Hand und bewege die Perlen deines Geistes.

Ich liebe die Zeilen Kabirs, weil er so deutlich macht, dass die Handlung, das Drehen der Mala in der Hand, nicht das ist, mit dem du irgendetwas erreichst. Er sagt, dass du seit Jahren dieses Ritual machst und die Perlen deines Rosenkranzes oder deiner Mala in der Hand drehst, dein Geist jedoch nirgendwo angekommen ist.

Ich habe bereits gesagt, dass ich nichts gegen die Verwendung einer Mala habe. Wenn jemand mit Mantras meditiert, bringt ihn die Mala wieder zurück, falls der Geist das wandern beginnt. Das ist der Zweck der Mala. Wenn sie jedoch nur ein Werkzeug zum Zählen wird, dann geht deine Konzentration zum zählen, wie viele Runden des Mantras du gemacht hast. Waren es eine, fünf oder zehn Runden? Das ist nicht wichtig!

Leider benutzen wir die Mala, um zu zeigen wie spirituell wir sind und messen das dann an der Zählung. Kabir sagt auch, dass das nicht der Sinn ist, es ist nicht Meditation und bringt dir nichts. Du bekommst nichts anderes als mehr Ego, je nachdem wie viele Gebete du gesprochen hast. Beim Beten geht es nicht ums zählen. Du willst deinen Geist bewegen, verliere dieses Ziel nicht aus den Augen!