Mit Trauer umgehen – nur nicht unterdrücken! – 12 Dec 13

Gestern habe ich euch erklärt, warum ich meine, dass religiöse Philosophien überhaupt nicht helfen, wenn jemand um einen geliebten Menschen trauert. Ich habe euch gesagt, dass man das einfach nur akzeptieren muss. Natürlich ist das die Wirklichkeit, aber es gibt auch einige Schritte dazu ich möchte euch gerne aus eigener Erfahrung erzählen, wie meiner Meinung nach dieser Vorgang aussieht.

Zunächst einmal ist da eine Zeit des Schocks. Natürlich hängt die Länge und Tiefe dieses Schocks sehr davon ab, ob es ein erwarteter oder unerwarteter Tod war und wie nahe man dem Verstorbenen stand.

Wenn ich von mir selbst spreche, so war es im Fall meiner jüngeren Schwester eine ganze Woche. Sie starb im Jahr 2006 in einem Autounfall, als ich nicht einmal in Indien war. Eine ganze Woche lang war ich wie verrückt und wollte nicht wahrhaben, was geschehen war. Ich weinte nicht und konnte es nicht rauslassen. An einem Morgen stand ich auf und sagte meinem jüngeren Bruder, er solle sie auf Google suchen, da würden wir sie finden, da wäre sie! Ich verweigerte einfach, die Realität anzuerkennen. Doch eines Tages holte mich die Realität ein und ich konnte endlich weinen.

Als Ammaji mit uns allen um sie herum und trotz unserer Bemühung, sie ins Krankenhaus zu bringen starb, hatte ich wieder das Gefühl als wäre ich aus Stein. Von dem Augenblick an, in dem wir wussten, dass sie uns für immer verlassen hatte, bis die Verbrennung vorbei war, erreichte keine einzige Träne meine Augen. Erst, als wir wieder in den Ashram zurückkamen, in einen leeren Ashram ohne meine Mutter, traf mich der Schmerz und ich weinte. Wir alle weinten.

Das ist glaube ich der nächste Schritt und dazu ein sehr wichtiger. Du musst die Trauer überhand nehmen lassen. Erlaube der Traurigkeit, aus dir raus zu rinnen, in der Form von Tränen und Schluchzen, lass dein Weinen dich schütteln. Es ist nötig, dass du da durchgehst und deine Emotionen nicht zurückhälst!

Ich weiß, dass viele Menschen diesen Schritt nicht ordentlich geschehen lassen. Ob es an ihrer eigenen Natur liegt oder in ihrer Kultur, sie halten diese Steinmauer um ihr Herz herum aufrecht und lassen den Schmerz einfach nicht raus. Sie unterdrücken ihn, etwas, das niemals gut ist. Du musst die Trauer zulassen, damit sie vorübergehen kann. Das kannst du auch alleine in deinem Zimmer, aber ich sage dir, dass dich niemand für diese Tränen verurteilt! Wenn du die Trauer mit jemand anderem teilst, fühlst du dich nicht nur schneller wieder besser, sondern hast du mit jemandem von da an eine enge Verbindung!

Das Leben geht weiter. Du musst dich anpassen und vielleicht füllt sich die Lücke, die diese Person hinterlassen hat, nie wirklich. Eine Zeit lang konnte ich mir keine Bilder meiner Schwester ansehen. Selbst mit Ammajis Bildern war es schwierig, aber ich glaube, dass es gesund ist, sie nach einer Weile herauszuholen und die schönen Erinnerungen an eine frühere Zeit wiederaufleben zu lassen.

Vielleicht gibt es Menschen, die in unserer Situation nie wieder Gakadiya (Brot vom offenen Kohle-Feuer) oder Gajar ka Halwa (ein süßes Karottendessert) essen würden – weil meine Mutter das Beste der Welt macht und wir es nur von ihr aßen. Wir wissen jedoch, wie man es zubereitet und wir haben Mitarbeiter, die von ihr gelernt haben, also kochen und essen wir. Während wir essen, erinnern wir uns an den Geschmack der Gakadiya und Gajar ka Halwa von ihrer Hand und vergießen vielleicht die ein oder andere Träne zusammen oder essen einfach gemeinsam im Gedenken an ihre Liebe.

Das Leben geht weiter und wir gehen mit. Wir halten die Erinnerungen in unseren Herzen lebendig und fühlen die Liebe. Versuche nicht, die Erinnerungen aus deinem Herzen zu verbannen. Lebe sie, liebe sie und spüre, wie sie dir diese Person wieder ganz nahe ins Herz bringen.

Das Leben ist einfacher, wenn Geld in der Familie geteilt wird – 21 Sep 12

Als Ramona und ich letzte Woche etwas über Geld sprachen, merkte ich wieder einmal, was für eine schöne Situation wir hier in unserer Familie haben und wie unnötig manche Menschen sich wegen Geld in die Haare bekommen. Lasst mich euch das ein bisschen genauer erklären.

Wir leben in einer Familie zusammen und glauben, dass man miteinander teilen sollte. Das bedeutet, dass wir nicht nur unseren Lebensraum miteinander teilen. Es ist auch nicht nur auf unsere Gefühle begrenzt. Wir teilen auch Geld.

Das bedeutet nicht, dass wir keine getrennten Bankkonten haben – das tun wir, aber wir halten uns nicht an der Vorstellung fest, dass das Geld auf dem Bankkonto einer Person nur seines ist. Wenn wir etwas kaufen müssen und Geld gebraucht wird, ist es für uns alle egal, aus welchem Bankkonto wir es nehmen. Keiner von uns wird wütend wenn ‚sein‘ Geld verwendet wird. Natürlich machen wir manchmal darüber Witze, aber am Ende wissen wir doch alle, dass es so viel einfacher ist, weil wir nicht an ‚mein‘ oder ‚dein‘ denken müssen.

Ich habe das Gefühl, dass wir nur mit dieser Einstellung miteinander in Frieden leben können. Ich habe gesehen, gehört und erlebt, wie viele Familien große Probleme hatten und das nur wegen dem Geld. Erbschaft ist ein solches Problem und dann ist da natürlich auch immer noch die Frage, wie viel der eine verdient und der andere ausgibt.

Wenn ich höre, besonders im Westen, dass sogar verheiratete Paare getrennte Bankkonten haben und das für sie sehr wichtig ist, frage ich mich oft, wie sie das regeln. Wenn ich dann höre, dass sie sich wegen Geld streiten, kann ich verstehen, dass ihre Regelung wohl nicht so toll ist. Wer zahlt die Miete für das Haus, in dem ihr zusammen wohnt? Für das Essen, das ihr alle esst? Für das Auto, das vielleicht einer von euch mehr verwendet als der andere? Der Strom, das Gas, das Öl usw? Es gibt so viele Faktoren, bei denen man genau nachrechnen muss, wessen Geld wohin geht.

Ich bin so froh, dass wir diese Rechnung in unserer Familie nicht machen müssen. Es macht so vieles so viel einfacher. Man fühlt sich auch viel reicher! Denk doch einmal nach: man sieht den ganzen Betrag an Reichtum, den die Familie hat und das gibt einem ein gutes Gefühl. Wenn man diesen Betrag jedoch auf acht oder mehr Leute aufteilen würde, wäre das Gefühl nicht mehr ganz so toll. Warum sieht man es also nicht als Ganzes und ist froh?

Ich kenne viele Menschen, die meinen, dass sie so nicht leben können, weil sie die Sicherheit ‘ihres’ Geldes brauchen. Klammere dich jedoch nicht wegen Unsicherheit an ‚dein‘ Geld. Wenn du mit anderen teilst, macht dich das nicht unsicher! Nein, es gibt dir Sicherheit, weil dann immer jemand da ist, auf den auch du dich verlassen kannst und der Brot kauft, wenn du im Moment nicht das Geld dafür hast. Die persönlichen Einnahmen deiner Familie, alles, das eingenommen wird, sollte in einen Topf gehen und alles, was rausgenommen wird, wird aus diesem Topf genommen.

Wenn du wegen Geld Streit mit deiner Familie hast, würde ich vorschlagen, dass du das Ganze etwas entspannter siehst. Habe nicht das Ego ‚deins‘ zu haben und lass deine Angst hinter dir.

Das ist die wahre Bedeutung von Familie, Liebe und Teilen. Geld ist da inbegriffen und es macht dich frei.

Nicht nur Partner, auch beste Freunde! – 10 Sep 12

Letzte Woche habe ich geschrieben, dass es einige Freunde im Leben gibt, mit denen man tage- und nächtelang Gespräche führen kann, ohne sich jemals zu langweilen. Man teilt alles miteinander und fühlt sich von einander unterhalten. Nebenbei habe ich auch erwähnt, dass dein Partner einer dieser Menschen sein sollte – und dieser kurze Satz hat einige Gedanken verursacht, die ich heute mit euch teilen möchte.

Um mit meiner persönlichen Erfahrung zu beginnen, kann ich euch ehrlich sagen, dass meine Partnerin, meine Frau, definitiv auch mein bester Freund, beziehungsweise meine beste Freundin ist. Wir teilen alles miteinander und sind völlig offen und ehrlich miteinander. Unsere Gedanken gehen oft die gleichen Wege und wir kennen einander so gut, dass Kommunikation hin und wieder nicht in Worten stattfindet, sondern von Herz zu Herz. Obwohl wir aus verschiedenen Kulturen kommen, haben wir immer unsere Gedanken miteinander geteilt und konnten so auch die Bereiche des Lebens des anderen verstehen, zu denen wir bis dahin keinen Zugang hatten – weil es uns so fremd war.

Ich glaube, dass das einer der grundlegenden Gründe ist, warum eine Ehe oder Partnerschaft funktioniert – wenn man befreundet ist, wenn man teilt, wenn man miteinander Zeit verbringen kann, gemeinsame Interessen hat, über die man miteinander reden kann. Wenn man einander zuhört.

Ich habe viele Paare getroffen, die mir erzählt haben, dass sie zuerst Freunde waren, sich dann verliebt haben und zu Partnern wurden. Es ist verständlich: du kennst den anderen gut. Du kennst seine Gefühle und weißt, wie er reagiert. Du weißt, was ihn bewegt und es macht dir Freude, miteinander Zeit zu verbringen. Du hast Vertrauen. Wenn auf dieser Grundlage die Liebe wächst und du deine Freundschaft auf eine neue Ebene bringst, die Ebene einer Partnerschaft, wirst du einen Großteil deines Lebens mit jemandem verbringen, mit dem du gerne Zeit verbringst.

Eine arrangierte Ehe, die ja in Indien immer noch so üblich ist, ist jedoch nur eine Lotterie. Du kennst denjenigen nicht, mit dem du älter werden wirst, mit dem du Kinder haben wirst und der idealerweise der eine Mensch auf der Erde sein sollte, dem du am Nächsten bist. Vielleicht lernst du diese Person dann kennen und merkst, dass es fast unmöglich ist, dass ihr einander nahe kommt. Vielleicht erkennst du, dass es unmöglich ist, einen Abend miteinander zu verbringen, ohne, dass ihr euch langweilt, wenn es kein Fernsehen gibt und auch keine anderen Gesprächspartner anwesend sind. Wenn du eine arrangierte Ehe hast, hast du einfach keine Wahl. Wenn du Glück hast, kann dein Ehepartner dein bester Freund werden. Oder du hast eben nur einen Ehemann oder eine Ehefrau. Nichts weiter. Jemand, der einen Platz in deinem Leben hat, aber nicht in deinem Herzen.

Gib dein Bestes, um sicherzustellen, dass du einen Freund zum Partner hast. Die Liebe ist stark, wenn man teilen kann und teilen kann man nur mit Freunden, mit Menschen, denen man vertraut. Dein Partner sollte derjenige sein, mit dem du alles teilst. Das würde deinen Partner zu deinem besten Freund machen. Lebe diese Idee, teile sie mit deinem Partner!

Freude zu teilen ist wichtiger als Trauer zu teilen – 4 Apr 12

Jetzt, zwei Tage nach unserer großen Party am 2. April ist der Ashram wieder im Normalzustand – die Tische, Stühle, Lichter und Blumen vom Abend sind verschwunden und die letzten Gäste, die aus unterschiedlichen Teilen Indiens gekomen waren, sind wieder abgefahren.

Wir wollen allen, die aus Vrindavan, einem anderen Teil Indiens oder irgendwo aus der Welt gekommen sind, für ihre Liebe danken. Es ist so schön, dass ihr alle da wart und wir diesen Abend zusammen erleben konnten. Auf die gleiche Weise danke ich allen, die Emails, Nachrichten, Briefe oder Geschenke geschickt haben!

Wir hatten einen herrlichen Abend und auch eine tolle Vorbereitungszeit. Wir haben unsere Tochter gefeiert und da der ganze Ashram sich darüber freut, hatten alle vor dem 2. April und auch an dem Abend selber eine richtig gute Zeit. Mit all den Glückwünschen und den Menschen, die herkamen, um unsere Freude mit uns zu teilen, habe ich wieder einmal gemerkt, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, mit dem man feiern kann, Menschen, die sich mit dir freuen.

Wahrscheinlich kennt ihr das Sprichwort, dass sich Traurigkeit halbiert, wenn man sie teilt, während Glück sich verdoppelt, wenn man es teilt. Es ist wichtig, Menschen zu haben, die in harten Zeiten an deiner Seite sind. Es gibt Freunde, für die es wichtig ist, dass sie da sein würden, wenn es dir schlecht geht. Doch wenn du traurig bist, kannst du dich zurückziehen, dich verstecken und mit dir selbst weinen. Auf diese Weise kannst du über deine Trauer hinwegkommen. Es ist schöner, wenn man jemanden hat, mit dem man teilen kann, dem man von seinem Schmerz erzählen kann. Es schmerzt, in dieser Zeit allein zu sein.

Es schmerzt jedoch noch viel mehr, wenn man allein ist, wenn man glücklich ist. Wenn man etwas zu feiern hat und da niemand ist, der mit einem feiert. Stell dir vor, du willst jemanden aus Freude umarmen, aber da ist niemand da. Stell dir vor, du dachtest, du hättest Freunde, doch sie freuen sich nicht mit dir, wenn du glücklich bist. Wärst du nicht traurig, weil da niemand da ist, der deinem Lächeln und deinem Lachen antwortet?

Darum bin ich einfach nur außerordentlich glücklich, dass wir so viele Leute haben, mit denen wir unsere Freude teilen können. Mit jedem einzelnen von ihnen wurde unsere Freude und unser Glück noch größer!

Jetzt sind Ramona und ich nach der Feier immer noch in dieser herrlichen Stimmung und fühlen uns als wären wir im Urlaub. Wir schreiben das Tagebuch, damit ihr erfahrt, was in unseren Köpfen vor sich geht und wir beantworten unsere Emails. Danach verbringen wir nicht mehr viel Zeit im Büro, sondern gehen raus und sitzen mit unseren Freunden zusammen, reden, haben eine gute Zeit und genießen den Sommeranfang, dass unsere Apra hier ist und die Tatsache, dass das Leben so schön ist!

Bilder der Feier

Die doppelte Wirkung des Teilens – weniger Traurigkeit und mehr Freude! – 8 Aug 11

Gestern habe ich die Geschichte geschrieben, wie meine Eltern verheiratet wurden und ich sagte, dass zu dem Punkt die Grundlage für meine Existenz gelegt wurde. Natürlich konnte nicht nur ich sondern auch meine Schwester und mein jüngerer Bruder nur zur Welt kommen, weil unsere Großväter beschlossen, unsere Eltern zu verheiraten. Und an diesem Tag, vor genau 31 Jahren, erblickte auch mein jüngster Bruder Yashendu das Licht der Welt.

Ich war schon neun Jahre alt, als meine Eltern mir und meinen Geschwistern erzählten, dass wir bald noch eine kleine Schwester oder einen kleinen Bruder haben würden. Ich erinnere mich genau an den 7. August 1980. Meine Mutter kochte noch Abendessen und wir alle aßen zusammen zu Abend. Als alle mit dem Essen fertig waren, stand sie auf und sagte, dass wir jetzt ins Krankenhaus gehen würden. Wir waren aufgeregt, bestellten eine Riksha und gingen ins Krankenhaus. Ich erinnere mich daran, wie wir dort warteten und dann erfuhren, dass wir noch einen Bruder bekommen hatten.

Wir alle waren und sind auch immer noch froh, ihn zu haben. Ich bin sehr stolz auf meine Familie und glücklich, dass wir eine so enge Beziehung zueinander haben. Die Leute hier wundern sich manchmal über die große Liebe und enge Beziehung zwischen uns Brüdern, vielleicht weil unsere Beziehung so viel enger ist als es hier normal ist. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie nicht in der Lage sind, diese Liebe und Nähe zu verstehen, weil sie sie in ihrem Leben nicht haben. Ich bin einfach sehr glücklich, Purnendu und Yashendu und auch meine Frau Ramona in meinem Leben zu haben. Teilen spielt eine große Rolle in dieser Nähe und die Menschen hier scheinen manchmal zu denken, dass sie etwas verlieren, wenn sie teilen, was jedoch nicht stimmt. Sie zögern damit, was sie haben mit anderen zu teilen. Doch Teilen bringt dir so viel! Traurigkeit nimmt ab, wenn du sie mit Freunden teilst und Glück im Gegenteil nimmt zu und wächst, wenn du es mit denen teilst, die dich lieben. Trau dich also, auch kleine Gesten zu zeigen, von denen du meinst, dass sie jemanden glücklich machen.

Wir sind zur Zeit sehr glücklich und zögern nicht, unser Glück mit unseren Freunden zu teilen. Wenn wir unser Glück mit ihnen teilen, macht es sie glücklich und wenn wir sie glücklich sehen, sind wir noch glücklicher. Ich stehe am Morgen mit dem Gedanken auf, wie schön die Welt doch ist. Ich will mein Glück, unser Glück, mit euch teilen, so dass ihr auch daran teilhaben könnt! Ich verpasse nie eine Gelegenheit zu feiern, Spaß zu haben, zu genießen und glücklich zu sein. Es gibt so viele Gründe glücklich zu sein!

Jetzt genießen wir unsere Zeit mit Freunden hier in Deutschland. Gestern, am internationalen Tag der Freundschaft, hatten wir schon ein Geburtstagsessen in Hamburg, um mit den Feierlichkeiten zu beginnen. Wir sind wirklich gesegnet damit, so viele wundervolle Freunde zu haben, nicht nur hier, sondern auf der ganzen Welt. Yashendu hat schon so viele Geburtstagswünsch bekommen und freut sich über jeden einzelnen. Wenn du willst, kannst du dich anschließen und deine Glückwünsche in einem Kommentar auf diese Seite schreiben.

Schüler zu sein ist besser als Anhänger zu sein – 16 Jun 11

Gestern habe ich den letzten der 10 Arten von Anhängern beschrieben, über die ich in den letzten Wochen geschrieben habe. Das waren die zehn Arten:

  1. Blinde Anhänger
  2. Intellektuelle Anhänger
  3. Stolze Anhänger
  4. Geheime oder sich schämende Anhänger
  5. Bestochene oder bezahlte Anhänger
  6. Strenge Anhänger
  7. Flexible Anhänger
  8. Massen-Anhänger
  9. Persönliche Anhänger
  10. Berühmte Anhänger

Ich habe in meinem Leben viele Anhänger gesehen, während meiner Zeit als Guru und auch auf meinen Reisen im Westen. So konnte ich sie auch in diese Arten einteilen. Nicht jeder von ihnen passt in eine bestimmte Kategories, viele von ihnen gehören zu mehreren Tyoen gleichzeitig.

Wenn ich heutzutage Anhänger treffe, bleiben sie meist nicht allzu lange mit mir in Kontakt. Der Grund hierfür ist, dass sie üblicherweise nach einem Guru suchen und ich einfach kein Guru oder Meister bin. Viele gehen weg, weil sie das erkennen und andere versuchen, in der Nähe zu bleiben, versuchen, auf irgendeine Weise meine Anhänger zu werden, ohne dass mir das etwas ausmacht und entwickeln wirklich etwas Nähe. Ich versuche immer, sie die Erfahrung machen zu lassen, dass sie ihre eigenen Gurus sind.

Ich mag das Wort ‚Anhänger‘ nicht wirklich. Ich finde, es ist gut, wenn man von jemandem etwas lernt, wenn man ein Schüler ist und weiterhin lernt. Guru bedeutet im Grunde einfach nur Lehrer. Wenn du also das Bedürfnis nach einem Lehrer, einem Guru hast, warum nennst du dich nicht einfach Schüler? Meiner Meinung nach ist es besser, ein Schüler zu sein, begierig nach mehr Wissen, enthusiastisch und mit dem Wunsch mehr Wissen und Erfahrung zu bekommen, als ein Anhänger zu sein, der nur blind wie ein Schaf hinterherläuft.

Viele Gurus sind gute Lehrer und man kann von ihnen lernen. Erkläre sie nicht als heilig und sie sie nicht als Götter. Sie sind Menschen und machen ihre Fehler. Verehre sie nicht. Gib ihnen Respekt als Personen, die etwas Wissen oder Weisheit haben, die sie mit dir teilen.

Behalte eine realistische Sicht, gehe tiefer als das, was auf der Oberfläche zu sehen ist und sieh hin, wer diese Person ist. Werde nicht von einem Individuum abhängig und lass dich nicht verwirren, wenn du von verschiedenen Gurus entgegengesetzte Aussagen hörst. Am Ende musst du sehen, dass du in dir dein eigener Meister bist. Dort liegt die Wahrheit und dort fühlst du für jede Philosophie und Lehre, ob sie für dich richtig ist oder nicht.

Nimm Liebe und Beziehungen wichtig – du kannst niemanden ersetzen – 25 Mai 11

In diesem Bild, von links nach rechts: Balendu, Purnendu, Para und Yashendu

In unserem Leben treffen wir viele Menschen, manche kommen uns nahe andere nicht so sehr. Manchmal bemerken wir nicht, dass es um uns viele Menschen gibt, die uns lieben und die wir lieben. Wir sind in unserem alltäglichen Rhythmus so beschäftigt, dass wir nicht merken, wie wichtig es ist, diese Menschen zu haben.

Schätze deine Beziehungen und die Menschen um dich herum. Siehe und spüre ihre Liebe und gib ihnen Liebe zurück. Behalte ihre Liebe in deinem Herzen. Nimm deine Freundschaften, deine Beziehungen und deine Liebe wichtig.

Es kann geschehen, dass du manchmal jemanden gehen lassen musst, der nicht mehr bei dir sein möchte und mit dem du deinen Weg nicht mehr teilen kannst. Manchmal werden diese Beziehungen nach einiger Zeit wieder stärker. Versuche nicht, eine Beziehung zu vergiften. Wenn es nicht funktioniert, ziehe dich leise zurück. Wenn es geht, schaffe keine Bitterkeit zwischen euch. Wut, Ego und andere Emotionen schaffen ab und zu Aggressionen, aber denke darüber nach, wie weit du es diesen Emotionen erlaubst, dich hinwegzutragen. Wer weiß, vielleicht ändern sich die Zeiten und eine bittere Beziehung ändert sich wieder zum Besseren. Bitter und besser sind nur drei Buchstaben voneinander entfernt. Vielleicht willst du auch nicht, dass diese Person weiterhin Teil deines Lebens ist. Das ist auch in Ordnung, aber selbst dann würde ich raten, nicht so viel Bitterkeit zu erzeugen, dass es unwiderruflich zu Ende ist.

Ich habe auf diese Weise viele Menschen verloren und bemühe mich immer, keine Bitterkeit aufkommen zu lassen. Wenn es nicht mehr klappt, versuche ich damit meinen Frieden zu finden und ziehe mich etwas zurück, so dass sich unsere Wege leicht trennen. Auf diese Weise denke ich, dass immer die Möglichkeit besteht, dass wir wieder zueinander finden.

Manchmal geschieht es, dass man einen Menschen wirklich verliert und es sich auf keine Weise ändern kann. Sobald ein Mensch diese Welt und seinen Körper zurücklässt, gibt es kein zurück mehr. Und für jemanden, der gegangen ist, gibt es auch keinen Ersatz. Wenn dein Ehemann stirbt, kannst du wieder heiraten. Wenn du Freunde verlierst, kannst du dir neue suchen. Du kannst jedoch nicht denjenigen ersetzen, der zuvor da war. Wen wir verloren haben, den haben wir verloren.

Heute ist es das fünfte Jahr, dass ich am Geburtstag meiner verstorbenen Schwester Para an sie denke, sie aber nicht mehr da ist. Niemand kann sie jemals ersetzen. Es gab Menschen vor und nach ihrem Tod, bei denen ich das Gefühl hatte, ich hätte eine Schwester, doch nach einiger Zeit sind diese Menschen auch aus meinem Leben verschwunden. Es gibt keinen wahren Ersatz für eine Person, die man verloren hat. Ich habe aber die Erinnerungen an unsere Liebe.

Wahre Freunde bleiben, auch wenn sich Philosophie und Glaube verändern – 16 Mai 11

Ich habe mich viel verändert und habe auch viel darüber geschrieben. Dabei ist es nicht meine Absicht, irgendjemanden mit mir zu verändern. Ich erwarte nicht, dass mir irgendjemand auf meinem Weg folgt. Ich bin kein Guru und ich will keine Anhänger haben. Wenn das, was ich schreibe, jedoch jemanden zum Denken bringt und er von sich aus entscheidet, sich zu ändern, ist das auch in Ordnung. Ich schreibe jedoch keinen Artikel mit dem Ziel, eine bestimmte Person zu verändern, die ich auf meinem Weg getroffen habe. Ich drücke einfach nur das das, was ich fühle und denke. Wenn sich das von dem unterscheidet, an was du glaubst, macht das nichts, wir können trotzdem Freunde bleiben!

Als ich meiner Mutter und meinem Vater sagte, dass ich nicht mehr religiös bin und dass ich an keine ihrer Rituale mehr glaube, haben sie verstanden, dass ich mich verändert habe. Sie haben nicht geantwortet ‚‘Du bist nicht mehr unser Sohn‘. Sie sagten, es ist okay. Wenn das mein Weg ist, ist es in Ordnung, sie sind als meine Eltern weiterhin für mich da, unterstützen mich und lieben mich.

Ich schreibe meine eigenen Gedanken und meine Meinung auf. Ich zwinge niemanden dazu, mit mir übereinzustimmen. Bitte störe dich nicht daran, wenn ich meine Vorstellungen mitteile. Selbst wenn unsere Ideologie, Philosophie und unser Glauben nicht übereinstimmen, können wir trotzdem befreundet sein. Das hier ist der Ort, an dem ich meine Gedanken mitteile. Meine und deine Philosophie verändert sich ständig, doch das sollte unsere Liebe füreinander nicht beeinflussen.

Im Laufe der Zeit bin ich mit vielen Leuten getrennte Wege gegangen. Ich habe mich verändert und auch sie haben sich hin und wieder verändert. Ich weiß auch, warum sie weggegangen sind: sie hielten an einem Teil meines Glaubens, meiner Philosophie fest und diese änderte sich. Warum sollten sie ohne diesen entscheidenden Teil bei mir bleiben?

Ich hatte einmal viele Anhänger. Sie waren mit mir verbunden, weil ich ein Guru war. Als ich damit aufhörte, Guru zu sein, gingen auch sie davon. Es gab Leute, die mit uns in Verbindung standen, weil wir astrologische Beratungen gaben. Als wir diese Abteilung zumachten, gingen sie davon und suchten woanders.

Wenn jemand aus einem bestimmten Grund heraus ein Freund ist, kann er auch schnell kein Freund mehr sein, wenn dieser Grund wegfällt. Es ist in Ordnung, wenn solche Freunde wegfallen, weil sie keine wahren Freunde sind. Ein wahrer Freund liebt dein Wesen und diese Person bleibt auch bei dir. Diejenigen, die mich einfach nur wegen meiner selbst lieben, sind in Liebe verbunden, egal, was wir denken oder fühlen. Mein Vater und meine Mutter umarmen mich auch immer noch als ihren Sohn. Bitte nimm du mich auch noch als Freund in deine Arme, selbst wenn unsere Meinungen nicht mehr übereinstimmen. Liebe ist größer als irgendeine Philosophie oder Meinung.

Wahre Freundschaften werden immer schöner, je älter sie werden. Halte sie lebendig und erfreue dich am Alter deiner Freundschaften. Ich bin sehr froh, dass ich ein paar Menschen habe, nicht viele, aber schon ein paar, von denen ich sagen kann, dass wir schon lange Freunde sind. Viele Dinge haben sich verändert, aber ihre Liebe ist für mich da. Und so sollte es sein. Einfach das andere Wesen lieben.

Heute sind wir von Wuppertal nach Essen gekommen. Wir freuen uns, in Wuppertal neue Freunde gefunden zu haben und freuen uns jetzt darauf, hier in Essen auch noch einige Freundschaften zu schließen.

10 Tipps zum Vermeiden von Stress und Burnout im Geschäftsleben – 13 Mai 11

Gestern habe ich geschrieben, dass man auch als Geschäftsmann Gefühle erlauben muss. In meinen Treffen mit Freunden, die täglich ein Teil der großen Geschäftswelt sind, habe ich ihren Lebensstil, ihren Arbeitstag und auch ihr Privatleben kennen gelernt. Ich sehe, wie viel Stress viele von ihnen haben und ich habe zehn Ideen aufgeschrieben, wie sie diesen Stress reduzieren, Druck abbauen und so Burnout und nervöse Zusammenbrüche verhindern können. Wenn man diese Punkte beachtet, sieht man in seinem Leben bald eine bedeutsame Veränderung.

– Kleine Meditations-Pausen

Keine Sorge, man braucht in Meditation nicht geübt zu sein, um zu meditierten. Mach kurze, fünf-minütige Pausen zwischen Treffen und Terminen und setz dich einfach hin, schließe deine Augen, atme tief durch und denke an etwas Schönes. Das kann alles sein, was du magst – deine Familie und dein Heim, das letzte Treffen mit deinen besten Freunden, eine schöne Landschaft mit Blumen und Flüssen oder dein Lieblings-Sport. Das ist Meditation, einfach und wirkungsvoll. An einem normalen, hektischen Tag atmest du oft oberflächlich, aber auf diese Weise fullest du deinen Körper mit Sauerstoff. Diese Übung entspannt deinen Verstand und deine verspannten Muskeln, so dass du bereit bist für die kommenden Aufgaben des Tages.

– Finde eine Bedeutung in dem, was du tust und liebe es

Nach einigen Jahren im Geschäft, geraten viele Geschäftsleute in einen inneren Kampf, weil die Frage aufkommt ‚Für was tue ich das alles?‘ Finde eine Bedeutung. Auf welche Weise hilft das, was du tust, anderen Menschen? Wie trägst du mit dem, was du tust zu dieser Welt bei. Und wenn du an dem Produkt, das du verkaufst, nichts findest, überzeuge deine Firma, an eine wohltätige Organisation zu spenden oder tue es selbst. Du wirst es nicht glauben, aber deine Einstellung zu deiner Arbeit ändert sich dadurch wirklich. Liebe und genieße das, was du tust. Bring Gefühle in dein Geschäft, insbesondere Freude, Glück und Liebe.

– Delegiere Aufgaben und teile Verantwortung

Halte dich nicht an der Vorstellung fest, dass du alles selbst machen musst, damit es ordentlich funktioniert. Es gibt auch noch andere Menschen, die Fähigkeiten im gleichen Bereich haben und die in der Lage sind, die Verantwortung mit dir zu teilen. Wenn du delegierst oder in einem Team Aufgaben verteilst, fühlst du dich leichter, weil du nicht mehr auf alles alleine Acht geben musst. Du musst den anderen natürlich vertrauen, aber wenn du das tust, merkst du, dass es dir einiges an Stress abnimmt – und es ist viel schöner zusammen zu arbeiten als immer nur alleine!

– Achte darauf, was und wie du isst

Egal wie gestresst du bist und wie viele Termine du an einem Tag hast, esse niemals im Stehen oder Laufen. Iss kein Fastfood. Das frisst langsam dich und deinen Darm auf. Iss gesund und nur das, was dir Stärke und Energie für deine Aufgaben gibt.

– Treibe regelmäßig Sport

Besonders, wenn du lange Zeit damit verbringst, auf einem Stuhl vor einem Computer oder an einem Konferenz-Tisch zu sitzen, muss dein Körper sich manchmal strecken und dehnen. Du solltest dir entweder morgens oder abends etwas Zeit für dich nehmen und rennen, schwimmen oder irgendeinen Sport machen, den du magst, der dich ins Schwitzen bringt, der deine Muskeln stärkt und sie in eine andere Position bringt als die, in der du den Rest deiner Zeit verbringst. Yoga ist ein guter Weg, die Muskeln zu dehnen und kann zusätzlich zu einer täglichen Routine auch gemacht werden, während du im Büro auf einem Stuhl sitzt. Tu, was auch immer du gerne machst, aber bewege deinen Körper! Das reduciert Stress und Anspannund, zum einen von deinen Muskeln und zum anderen von deinem Kopf, weil er für einige Zeit frei wird und du dich auf andere Dinge konzentrieren kannst. Zusätzlich stimuliert dein Workout die Durchblutung bis zum Gehirn und hilft dir, dich noch besser zu konzentrieren!

– Hab keine Angst zu versagen und sei kein Perfektionist

Perfektionismus schafft viel Druck. Du kannst nicht perfekt sein, das ist kein Mensch. Ich habe schon zuvor über dieses Thema geschrieben. Perfektionismus macht dir Angst, du könntest einen Fehler machen und könntest nicht perfekt sein. Wenn jemand Angst vor dem Versagen hat, steht er immer unter Stress und unter Druck. Macht euch diesen Druck nicht. Sieh das größere Bild und verstehe, dass die Welt auch nicht stehen beliebt und du überlebst, selbst wenn du einen Fehler machst. Es geht etwas auf und ab, nimm’s leicht und vergiss nicht zu lächeln und zu lachen.

– Verbringe Zeit mit deiner Familie

Lass die Arbeit nicht das Einzige im Leben sein. Wenn du nicht verheiratet hast und noch keine Kinder hast, besuche deine Eltern, Tanten, Onkel, Cousins oder Menschen, die du als Familie ansiehst. Es ist wichtig, Verbindungen zu Menschen zu haben, die nichts mit deiner Arbeit zu tun haben. Sie sind einfach nur froh, dass du die Beziehung lebendig hälst und du kannst entspannen, genießen und das Gefühl der Sicherheit haben, dass es da jemanden gibt, der dich unterstützt, jemand, der dich liebt.

– Mache mehrmals im Jahr kurze oder sogar längere Ferien

Nimm eine Auszeit. Nimm dir Zeit für dich. Wenn du selbstständig bist oder eine hohe Stelle in einer Firma inne hast, sagst du nun vielleicht, dass es für dich nicht möglich ist, dir frei zu nehmen. Es gibt jedoch immer einen Weg und du musst es tun, ansonsten ruinierst du dich selbst. Wenn du nicht für zwei Wochen am Stück Urlaub machen kannst, nimm nur eine Woche frei oder ein verlängertes Wochenende. Nimm dir keine Sachen zum Arbeiten mit und stelle sicher, dass du nur in Notfällen kontaktiert wirst. Und dann lehn dich zurück und vertraue darauf, dass deine Mitarbeiter oder Angestellten sich für ein paar Tage um die Dinge kümmern können.

– Teile deine Gefühle mit deinen Freunden und deiner Frau oder deinem Mann

Sprich über das, was du in deiner Arbeit machst und lass all die Gefühle raus, die du während der Arbeit und wegen der Umständer dort nicht ausdrücken konntest. Erzähl ihnen, was dir gefallen hat und was dich genervt hat. Erkläre was du gerne machst und was nicht. Deine Freunde und dein Partner sind da, um dich zu unterstützen und um dir einfach mal zuzuhören. Sie werden froh sein, dass du sie daran teilhaben lässt und deine Gefühle mit ihnen teilst. Und du wirst diese Gefühle los, anstatt sie zu unterdrücken und eines Tages eine große Explosion zu riskieren.

– Keine Geschäfte im Schlafzimmer

Nachdem du deiner Frau oder deinem Mann einige Geschichten über deine Probleme auf der Arbeit erzählt hast, bring das Thema Arbeit und Geschäfte nicht überall mit hin. Wirklich, hör auf, spätestens, wenn ihr ins Schlafzimmer geht. Dort ist keine Arbeit zugelassen, nur Liebe und die Beziehung zwischen dir und deinem Partner. Hier solltest du dich wirklich auf andere Dinge konzentrieren! Darum sollte diese Regel streng befolgt werden: Keine Geschäfte im Schlafzimmer.

Eine gesunde Beziehung mit gleichwertigen Partnern – 5 Mai 11

Letzte Woche habe ich beschrieben, was passieren kann, wenn dein Mann sich wie dein Vater verhält oder deine Frau eher wie deine Mutter. Heute würde ich den Fokus gerne darauf richten, wie eine ausgeglichene Beziehung aussieht, in der sich beide Partner in ihrer Rolle als Mann und Frau wohlfühlen.

Die Partner müssen aufeinander abgestimmt sein. Wir haben alle beides, männliche und weibliche Energie in uns und in einer Beziehung müssen wir ein Gleichgewicht mit unserer Energie und der Energie unseres Partners herstellen. Man könnte jetzt eine große Analyse machen, ob man selbst eher weiblich oder männlich ist und wie demnach der Partner sein sollte. Die Wahrheit ist jedoch, dass das eine Frage des Gefühls ist, nicht der Gedanken und man kann es nicht berechnen.

Denk nicht zu sehr darüber nach, welche Energie gut ist und welche schlecht, sondern fühle hinein und lebe einfach nur in Liebe. Wenn beide Partner im Gleichgewicht sind, beginnen sie nicht, von einer Rolle in die nächste zu schlüpfen, geben nicht vor, jemand zu sein, der sie nicht sind und müssen in ihrem Partner niemanden anderen suchen als den, der er auch wirklich ist. Sie fühlen sie sicher, weil sie einander kennen, lieben und in den anderen Vertrauen haben. Wegen diesem Wissen und Gefühl müssen sie nichts vorgeben.

Wenn ein Paar im Gleichgewicht ist, sind sie Partner einander gleichermaßen wichtig und beide stehen in ihrer ganzen Kraft. Wenn sie nicht im Gleichgewicht sind, sind beide unglücklich und müssen für ihre Beziehung kämpfen. Oft trägt einer alle Verantwortung, während der andere unsicher ist und nicht in der Lage ist, mit den Dingen alleine umzugehen. Wenn aber beide, Mann und Frau, in ihrer ganzen Kraft sind, teilen sie sich ihre Verantwortung und verlassen sich beide aufeinander in dem Vertrauen, dass der andere mit seinen Fähigkeiten da sein wird, wenn sie selbst etwas nicht schaffen. Sie respektieren einander für ihre Eigenschaften und der Mann kann die Mütterlichkeit seiner Frau respektieren, ohne zu sehr auf sie angewiesen zu sein. Die Frau kann es dann ihrerseits genießen, wenn der Mann die Dinge einmal in die Hand nimmt und auf eine männliche Weise die Führung übernimmt, ohne ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht in der Lage ist, die Dinge selbst zu tun.

Das bedeutet nicht, dass der Mann in seiner männlichen Energie immer dominant sein muss. Natürlich ist es schön für beide Seiten, wenn der Mann das Gefühl hat, dass er seine Frau beschützt und die Frau sich von einem starken Mann beschützt fühlt. Das ist ein natürlicher und uralter Instinkt. Manchmal übernimmt aber auch die Frau die Führung und erkann sich mit dem Gefühl zurücklehnen, einen sicheren Hafen zu haben, in dem sie sich um die Dinge kümmert.

Es ist die Mischung, die das Ganze ins Gleichgewicht bringt. Dann hat niemand eine große Last, weil sie beide zusammen tragen und einander aushelfen. Entscheidungen werden zusammen getroffen und man geht wirklich zusammen durch gute und schlechte Zeiten.

Die Hauptsache war, ist und bleibt die Liebe. Wenn man füreinander tiefe Liebe empfindet, will man den anderen glücklich sehen und fühlt sich selbst in seinem Glück und seiner Liebe glücklich. Liebt einander und seid für die Bedürfnisse des anderen da.