Bringt die Verehrung von Gottes Penis dir wirklich einen guten Ehemann? – 19 Feb 15

Nachdem ich euch die Geschichte erzählt habe warum Hindus Shivas Penis verehren und gestern ein bisschen über die Penisverehrung gewitzelt habe, möchte ich heute ein bisschen ernster werden und euch erzählen, warum ich wirklich glaube, dass es nicht richtig ist. Je nachdem, wie viel ihr schon von mir gelesen habt und wie gut ihr mich kennt, mag euch der Grund vielleicht überraschen.

Ich halte es für keine gute Idee, Shiva Lingam, den Penis Gottes zu verehren, jedoch nicht aufgrund der Tatsache, dass es ein Penis ist. Nein, sondern weil ich meine, dass es überhaupt keinen Sinn macht, irgendetwas zu verehren! Ich glaube wirklich, dass man keine Statue, keinen Körperteil Gottes und auch keinen Gott verehren sollte. Keine Zeremonie und kein Ritual bringt etwas.

Bleiben wir mal beim Beispiel von Shivas Genitalien. Im Hinduismus werden unverheiratete Mädchen dazu ermutigt, Shiva Lingam zu verehren. Das hört sich verrückt an, oder? Die Religion, die so einen Wert auf die Reinheit der Mädchen legt, die will, dass sie keusch bleiben und sich von Jungs fernhalten, will, dass sie einen Penis verehren. Was soll ihnen das bringen? Ihr würdet es nie erraten: einen guten Ehemann. Jeden Montag fasten unverheiratete Mädchen und verehren aus diesem Grund Shivas Penis: um für den Rest ihres Lebens ein besseres Exemplar zu bekommen!

Sobald sie jedoch verheiratet sind, glauben die meisten Hindus, dass Frauen Shiva Lingam verehren, aber nicht mehr berühren sollten. Sie sollten die Milch, die sie darüber geschüttet haben und die als gesegnet betrachtet wird, nicht mehr trinken.

Vertraut mir, liebe Damen, weder bringt es euch etwas, einen Stein in Penis-Gestalt mit Milch einzureiben, noch wird es euch mehr Heiratsangebote einbringen, wenn ihr Montags nicht esst. Und es wird auch deiner Ehe wirklich nicht schaden, wenn du nach deiner Hochzeit diesen Penis anfasst.

Es ist einfach nur verrückt zu denken, dass Religion die Menschen solche Dinge glauben macht. Aus der Entfernung betrachtet wundert man sich da schon sehr. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man solche Verehrung nicht in Frage stellt, wenn man sie selbst betreibt. Ihr solltet beim Lesen dieser Worte jedoch beginnen, ernsthaft darüber nachzudenken.

Wie viel Milch wurde vorgestern an Shivaratri wieder einmal vergeudet? Tausende Liter Milch in einem Tempel, wie viele Tempel in jeder Stadt und wie viele Städte in Indien! Über einen Steinpenis geschüttet und in den Abfluss hinein, runter durch die Abwasserrohre, vorbei an hungrigen Kindern, die nicht einmal ein Glas Milch pro Tag bekommen!

Ich sage euch, es würde euch viel glücklicher machen, die Milch einer armen Mutter und ihren Kindern zu geben statt einen Steinpenis darin zu baden.

Vrindavans Tempel – die Alten für Gebete, die Neuen für den Tourismus – 4 Jul 12

Als wir am Montag von Delhi nach Hause fuhren, kamen wir nach Vrindavan, als es bereits dunkel war, in etwa um 8 Uhr. Als wir in Vrindavan einfuhren, sahen wir die bunten Lichterketten am ‚Prem Mandir‘, den Tempel, den Kripalu und Prakashananda gebaut haben, und wir sahen auch die Menschenmenge vor dem Tempel und vor dem ISKCON Tempel. Wenn man sich die Menschen jedoch etwas genauer ansah, konnte man deutlich sehen, dass es alles Touristen waren.

Vrindavan ist als Stadt der 5000 Tempel bekannt. Natürlich sind nicht all diese Tempel große Gebäude, in die Dutzende von Menschen hineinpassen. Es gibt viele kleine Tempel, kleine Schreine und die Wahrheit ist, dass jedes Haus auch seinen eigenen Tempel hat.

Ich bin in Vrindavan aufgewachsen, habe auf den Straßen und vor all den Tempeln gespielt. In unserer Kindheit haben meine Brüder und ich gesehen, wie viele neue Tempel gebaut wurden, darunter auch der riesige Palast-ähnliche ISKCON Tempel. Wenn wir daheim Gäste hatten, machten wir einen kleinen Ausflug dorthin, um ihnen den Tempel zu zeigen und wir erzählten ihnen, wie viel Geld da hinein gesteckt worden war.

Der Prem Mandir, der erst vor Kurzem für die Öffentlichkeit eröffnet worden war, war auch erst in den letzten Jahren gebaut worden. 2009 habe ich darüber geschrieben, als er noch gebaut wurde und habe ihn erwähnt, als er eröffnet wurde.

Letztes Jahr, als wir hörten, dass Kumar Swami seinen eigenen, riesigen Tempel in Vrindavan bauen möchte, habe ich mich mit meinen Freunden und mehreren weiteren Leuten unterhalten und viele von ihnen fragten, wozu wir denn noch einen weiteren, riesigen Tempel brauchen. Also forschte ich ein bisschen nach und schrieb meinen Artikel.

Es ist wahr, warum würden Ortsansässige noch eine weitere religiöse Monstrosität vor ihrer Tür haben wollen? Es wäre nur ein weiterer Grund für Hunderte religiöser Touristen, in die Stadt zu kommen, um einen riesigen, goldenen Tempel zu sehen, in den jede Menge Geld gesteckt worden war. Ich glaube die Zahlen sowieso nicht, die Kumar Swami nennt – fünf Lakh Crore! Das ist eine 5 mit 12 Nullen dran! Es ist einfach nur eine Zahl, die Kumar Swami dazu verwendet, die Menschen zu beeindrucken, genau wie er die Namen von Barack Obama und Queen Elizabeth verwendet oder einfach behauptet, er hätte mehr als 500 Millionen Menschen geheilt.

All diese Zahlen sind nur dazu da, mehr Menschen, mehr Bekanntheit und am Ende mehr Geld zu Erlangen. Diese großen Tempel sind nicht dafür gebaut worden, die Menschen zu unterstützen und ihnen zu helfen und Geld in die Gesellschaft zu stecken, sondern um Geld aus der Gesellschaft zu bekommen! Und das ist nicht richtig.

Statt all dieser großen Tempel sollten lieber Schulen und Krankenhäuser gebaut werden und für arme Menschen geführt werden, die genau das brauchen. Wenn nicht das, dann sollte zumindest ein Gewerbe aufgebaut werden, in dem die Arbeitslosen Arbeit finden, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn Kumar Swami sein Geld darauf verwendet hätte, wirklich die Armen zu unterstützen, hätte er jetzt nicht dieses Problem und die Menschen wären nicht gegen ihn – ich hätte meinen Artikel sicher nicht geschrieben, wenn ich nicht solche absurden Behauptungen in der Zeitungswerbung gesehen hätte. Es bin also nicht nur ich, viele Menschen sind gegen einen solchen Tempel.

Die Ortsansässigen sehen die neuen, großen Tempel nur al seine Attraktion, die sie Besuchern und Gästen zeigen können. Touristen gehen dorthin. Bereits in meiner Kindheit gingen wir, meine Familie und Freund zum Gebet in die alten Tempel. Bihari ji, im Herzen Vrindavans zum Beispiel, Radha Vallabh ji, Madan Mohan ji oder Radha Raman ji. Dort hatten und haben die Menschen auch heute noch ihren echten Glauben. Das Zentrum der Liebe und des Glaubens der Menschen sind die alten Tempel. Sie gehen nicht im ISKCON Tempel oder im Prem Mandir beten. Sie gehen dorthin, weil dort bunte Lichterketten hängen, sie davor Snacks essen können, Photos schießen können und sagen können ‚Ich war in einem Tempel, der für so viel Geld gebaut wurde!‘

Gurus sollten sich Schüler suchen, keine Anhänger! – 3 Jul 12

Heute ist in Indien ein religiöser Feiertag. Er heißt ’Guru Purnima‘, der Vollmond der Meister, und wird als Tag der Meister gefeiert. An diesem Tag gehen Anhänger zu ihren Gurus, um sie zu verehren.

Ich war früher einmal selbst in dieser Rolle und an diesem Tag kamen, wenn ich in Indien war, immer Leute in den Ashram, um mich zu treffen, oder riefen an oder emailten, um mit mir an diesem Tag irgendwie in Kontakt zu kommen. Ich habe diese Rolle weit hinter mir gelassen und stelle nun das in Frage, an was ich damals glaubte.

Die wörtliche Bedeutung des Wortes Guru ist Lehrer. Wenn man diese Bedeutung des Wortes verwendet, habe ich überhaupt kein Problem damit. Jeder kann dein Guru sein, wirklich jeder, von dem du etwas lernst. Doch mit den Schriften und der religiösen Szene, hat das Wort ‚Guru‘ einen heiligen Beigeschmack bekommen und so hat der ganze Wahnsinn angefangen, den wir heute sehen können, da das Wort ‚Guru‘ nun Gott bedeutet oder sogar mehr als nur Gott.

Meiner Meinung nach läuft es falsch, wenn ein Guru nicht mehr nur eine Person ist, von der man etwas lernt, sondern jemand, den man verehren soll. Wenn Menschen Bilder ihres Gurus auf ihren Altar stellen und für ihn beten, wenn Anhänger die Füße des Gurus waschen und dann das Wasser trinken, wenn Gurus Statuen von sich selbst machen lassen und sie verkaufen und wenn Schriften Menschen sagen, dass sie nur von dem Kreis der Wiedergeburten befreit werden können, wenn sie einen Guru haben.

Natürlich wurden solche Schriften von den religiösen Menschen geschrieben, die wie Götter behandelt werden wollten, die Gurus sein wollten. Diese Menschen hatten den tiefen Wunsch, verehrt zu werden und ich glaube jeder Guru, der seine Anhänger auffordert, das zu tun, wie ich es oben beschrieben habe, hat genau diesen Wunsch. Sonst würden sie den Menschen doch nicht sagen, sie sollten das tun.

Ich habe jedoch auch Gurus gesehen, die Menschen Anweisungen geben, si sollen sie nicht verehren und die vorgeben, bescheiden zu sein, in Wirklichkeit aber genauso verehrt werden wollen – dafür jedoch die Verantwortung nicht übernehmen wollen.

Gurus arbeiten wie die Agenten Gottes für diejenigen, die an die Schriften glauben, in denen das geschrieben steht. Sie sagen den Menschen nicht nur, dass sie nur mit ihren Diensten mit Gott in Verbindung treten können, sondern nehmen auch ihre Kommission dafür, ihre Gebühr. Und den extra Respekt, die Verehrung, die Macht und das Privileg, alles machen zu können, ohne von ihren Anhängern hinterfragt zu werden.

Ich fühle mich eigentlich nicht ganz wohl mit dem Wort ‘Anhänger’. Es scheint mir als gäbe das Wort an sich zu viel Raum für Missbrauch der Beziehung, die man zu seinem Guru haben sollte. Das Wort zeigt, wie viel höher der Guru ist und wie viel niedriger der Anhänger. Der Guru hat endlose Kraft und kann tun, was er will. Dem Anhänger ist es nicht erlaubt, irgendetwas in Frage zu stellen. So kommt es dazu, dass der Guru seine Anhänger missbraucht und leider hat es schon viel zu viele solche Fälle gegeben.

Warum also sollten wir nicht die ursprüngliche Bedeutung des Wortes beibehalten und bei der Bedeutung ‚Lehrer‘ bleiben? Und derjenige, der lernen will, kann einfach nur ein ‚Schüler‘ sein. Natürlich gibt man seinem Lehrer Respekt, doch das kann jeder Lehrer sein, ob das nun ein spiritueller Lehrer ist oder ein Mathematiklehrer.

Ohne all den unnötigen Unsinn, der also damit einhergeht, würde ich sagen, dass ein Guru einfach nur ein respektabler Lehrer ist. Und in diesem Sinne ein frohes Guru Purnima an all diejenigen, von denen ich in meinem Leben gelernt habe.

Die Christliche Verehrung des Papstes ist auch Menschenverehrung – 6 Sep 11

Ich habe schon viel über Hinduismus geschrieben und habe in dem Zusammenhang auch schon öfter die Verehrung von Menschen verurteilt. Freunde, die in christlicher Kultur aufgewachsen sind, haben mir erzählt, dass sie als Christen gelernt haben, keine Person zu verehren und auch keine Statuen anzubeten. Für sie gibt es nur einen Gott und von ihm gibt es kein Bildnis. Darum, so sagen sie, haben sie in ihren Kirchen keine Götterstatuen oder Murtis, wie sie hier genannt werden. Obwohl mir wiederholt gesagt wurde, dass es einen großen Unterschied zwischen Hinduismus und Christentum gibt, sehe ich viele Gemeinsamkeiten, sogar in diesem Punkt.

Über das Christentum kann ich nicht so viel wissen, wie ich über den Hinduismus weiß, aber ich habe auch von Moses gehört, der das Volk Israels als eine Art Botschafter Gottes aus Ägypten geführt hat. Als die Menschen dort begannen, eine Kuh aus Gold zu verehren, wurde er wütend und Gott gab den Menschen die Botschaft, dass sie keine Statuen verehren sollten. Als er selbst behauptete, derjenige gewesen zu sein, der den Menschen half, machte Gott ihn darauf aufmerksam, dass es nicht er war, der die Macht hatte, dass er nicht Gott war und die Menschen das nicht glauben lassen sollte.

Diese Geschichten machen es sehr deutlich, dass derjenige, der sie geschrieben hat, eine ganz andere Religion wollte als diejenigen, die in der Zeit existierten, wie die römischen Götter, die griechischen Götter, die keltischen Götter und vielleicht hatten sie ja auch von den Hindu Göttern gehört. Sie wollten keine Statuen und sie wollten niemanden verehren, der vorgab, Gott zu sein. Im Endeffekt sehe ich jedoch keinen großen Unterschied zwischen dem heutigen Hinduismus und dem Christentum, das ich gesehen habe und von dem ich gehört habe.

Beide Religionen haben solche Schriften, das ist schonmal der erste Punkt. Viele Menschen glauben diesen Schriften Wort für Wort, obwohl sie auch nur Geschichten enthalten, schön erzählt, damit auch die einfachen Leute die Grundregeln der Religion verstehen. Und obwohl das Christentum in der Bibel sagt, dass niemand Statuen verehren soll, sehe ich immer wieder ein Kruzifix, die Statue von Jesus, wie er am Kreuz hängt und ihm das Blut die Seiten herunterläuft. Die Leute stehen vor dieser Statue und beten zu ihr. Was ist das? Naja, sagt man mir, das ist keine Statue von Gott selbst. Es ist eine Statue von Gottes Sohn. Aber es ist eine Statue! Dann ist da noch Mutter Maria mit Jesus, dem Baby, auf dem Arm. Sie versinnbildlicht Hoffnung, alles Gute und Liebevolle. Ist das nicht, als würde man zur Statue der Göttin Parvati, Lakshmi oder Saraswati beten? Wo ist da wirklich der Unterschied? Man kann sie etwas fragen, zu ihr beten und seine Wünsche aussprechen. Ist das nicht das Gleiche, wie wenn man zu einer Statue betet? Darum war es für christliche Missionare auch so einfach, die Menschen im Süden Indiens zum Christentum zu konvertieren. Sie haben einfach die Statue ausgetauscht, ansonsten ist da nicht viel Unterschied! Als wir eher in diesem Jahr in Kerala waren, haben wir das bemerkt. Wenn man die Statuen dort sieht, sehen sie den Hindu Göttinnen und Göttern doch sehr ähnlich, farbenfroh, geschmückt und mit Blumen überall um sie herum. Im Grunde ist es doch das Gleiche.

Der Hauptaspekt, den ich hier ansprechen will ist, dass katholische Christen sagen, sie begehen keine Menschenverehrung, aber wenn ich etwas gegen Menschenverehrung sage, so finde ich erinnert ihr höchster Priester sehr an unsere Hindu Gurus: der Papst. Was ist das, wenn nicht Verehrung? Habt ihr schon einmal gesehen, wie Menschenmassen zusammenkommen, um ihn zu sehen und vielleicht sogar einmal von ihm berührt zu werden, wenn er rauskommt, um den Ostersegen zu sprechen? Oder wie viele Menschen zusammenkommen, um ihn sich anzusehen, wenn er in ihre Stadt oder irgendwo in die Nähe kommt? Wie viele dieser Gläubigen sehnen sich nach nur einer Berührung, nach nur einem Wort oder einem Blick von ihm? Das ist wieder genau das Gleiche! Wie kann das nicht Menschenverehrung sein? Er hat sogar den Zusatz, unfehlbar zu sein. Was er sagt und was er schreibt, muss als die Wahrheit anerkannt werden, genau wie die Worte eines jeden anderen Gurus!

Wieder einmal sehe ich wirklich keinen großen Unterschied zwischen den Religionen. Ich bin hier in Indien, im Hinduismus aufgewachsen und deswegen weiß ich ganz offensichtlich viel mehr über dieser Religion als irgendeine andere. Wenn mir jedoch jemand etwas über eine andere Religion erzählt, gibt es immer Dinge, die für mich genau gleich aussehen. Es ist also egal welche Religion das ist, wenn ich gegen Menschenverehrung spreche, meine ich Menschenverehrung in jeder Religion und jeder Kultur. Sie ist immer falsch.

Bitte verehrt Anna Hazare nicht als Gott – 5 Sep 11

Hier in Indien sehe ich mir manchmal die Nachrichten im Fernsehen an und lese täglich Zeitung. Während ich im Fernsehen nach Nachrichten suchte und durch die Kanäle zappte, hielt ich für eine Minute auf einem Kanal inne, auf dem ich sah, wie Anna Hazare auf einer Bühne saß und vor ihm mehrere Menschen waren, von denen einige eine Aarti durchführten. Aarti ist eine indische Zeremonie, bei der eine Götterstatue oder auch ein Fluss mit Feuer verehrt wird.

Als ich das sah, hatte ich ein sehr seltsames Gefühl. Ist Anna Hazare nun ein Gott geworden? Hat er die Leute gebeten, das zu tun? Ich sah mir die Szene genauer an und hatte eher den Eindruck, dass er nicht wirklich Interesse hatte und dass ihn das, was die Leute dort taten, eher störte. Warum verehren die Menschen eine Person, wenn diese Person noch nicht einmal verehrt werden will?

Ich habe das im Fernsehen gesehen, stieß aber später noch auf einen Artikel und erkannte, dass er noch nicht einmal anwesend sein musste, so dass die Leute das tun und damit verdienen sie sogar Geld! Am 1.September feierte Indien Ganesh Chaturthi, den Geburtstag des Gottes Ganesha. Indien ist ein religiöses Land mit einer Hindu Mehrheit, deswegen gibt es an diesem Tag immer große Feiern, viele Zeremonien und in vielen Städten gibt es Feste mit riesigen Zelten, die Pandals genannt werden. Dieses Mal sah man nicht nur Statuen und Bilder von Ganesha in den Zelten, sondern auch Bilder von Anna Hazare! Und natürlich haben sie T-Shirts mit Anna Hazares Bild verkauft und Mützen, wie er sie trägt.

Ich habe zuvor auch über die Flexibilität im Hinduismus geschrieben und hier kann man wieder einmal sehen, dass es ihnen nichts ausmacht, etwas neues dazuzunehmen und ihre Zeremonien etwas zu ändern. Priester und Organisatoren sind wie Agenten. Religion ist ihr Geschäft, diese Zelte sind ihre Läden und jetzt verkaufen die das Bild von Anna Hazare. Sie müssen etwas verkaufen und ein Einkommen haben, um leben zu können. Wenn sie Menschen in ihre Zelte bekommen, wenn sie Anna Hazare als Gott verkaufen, ist es für sie in Ordnung. Ich halte das für Menschenverehrung und falsch.

Ich weiß, dass viele Swamis und Gurus Menschenverehrung fördern, selbst wenn sie es nicht so deutlich sagen, wie ich. Aus genau diesem Grund war ich gegen eine von Baba Ramdevs politischen Ideen. Er wollte das politische System Indiens verändern. Im Moment hat das Parlament mehr Macht als der Präsident und er wollte dem Präsidenten mehr Macht verschaffen, ähnlich dem amerikanischen System. Ramdev versuchte auch, in der politischen Karriere höher zu stiegen und hätte vielleicht sogar versucht, Präsident zu werden. Stellt euch nun vor, er verändert das politische System in Indien und wird Präsident mit so viel Macht. Indien ist ein religiöses Land und viele Menschen haben viele Emotionen wenn es um ihre Religion oder ihren Guru geht. Wenn er auf diese Weise zum Präsidenten geworden wäre, würde er wie kein anderer in diesem Land verehrt!

Wir haben an Beispielen auf der ganzen Welt gesehen, dass Menschenverehrung nie gut ist und nicht akzeptiert werden darf. Hunderte von Namen können als Beispiele genannt werden, aber ich glaube, ihr wisst, was ich meine und ich muss hier keine Namen nennen. Anna Hazare wurde bereits mit solchen Menschen gesehen, die die Menschenverehrung fördern und ich finde, er sollte da vorsichtig sein. Das kann sogar seine Kampagne schwächen, weil Menschenverehrung am Ende auch Korruption ist!

Versteht mich bitte nicht falsch, ich beschuldige Anna Hazare nicht für die Verehrung seiner Person, sondern die Öffentlichkeit und noch mehr als das die Geldgierigen religiösen Menschen, die aus seiner Berühmtheit noch Geld rausschlagen wollen. Macht das bitte nicht! Das ist nicht richtig und sicherlich nicht das, was er wollte. Er hat nicht gekämpft, um religiös verehrt zu werden! Lasst ihn Anna sein, macht ihn nicht zum Gott. Er ist ein netter Mensch, lasst ihn einfach nur Mensch sein. Verehrt ihn nicht. Er hat euch wachgerüttelt und auf einen guten Zweck aufmerksam gemacht, doch der Rest liegt an euch. Ich habe ihm einen Brief geschrieben und auch einen an den Premierminister, in denen ich deutlich sagte, dass er nur ein Symbol für den Kampf gegen Korruption ist. Ich habe sogar diejenigen gebeten, die gegen ihn waren, seinen Kampf zu unterstützen, weil es nicht um ihn ging, sondern um das Problem der Korruption. Es ist jetzt unsere Verantwortung, die Verantwortung von uns allen, Korruption weiter zu bekämpfen. Wenn man alles auf ihn ablädt und ein solches Schauspiel veranstaltet, geht der wahre Geist dieses Kampfes verloren!

Es ist großartig, dass die Medien diesen Kampf unterstützten, indem sie darüber berichteten. Ich danke ihnen dafür, dass sie Menschen regelmäßig Nachrichten der neuesten Entwicklung bringen, aber ich möchte auch sagen, dass ihr ihn nun bitte in Ruhe lassen könnt! Ihr müsst ihm nicht auf Schritt und Tritt folgen, als wäre er heilig. Ihr schafft den Eindruck einer heiligen Person, wenn ihr zeigt, wo er duscht, was er isst, was er tut und mehr! Er ist kein Guru! Ihr habt den guten Zweck sehr gut unterstützt, indem ihr Informationen herausgegeben habt, aber nun seid ihr dafür verantwortlich, ihm nicht dieses Bild zu geben. Ich habe diese Kampagne wegen dem Kampf gegen Korruption unterstützt, nicht, um ihn zum Gott zu machen.

Philosophische Fiktion religiöser Schriften ist nicht die einzige Wahrheit – 27 Mai 11

Auf den gestrigen Tagebucheintrag habe ich viele Rückmeldungen bekommen und unter diesen war auch eine, in der ich nach meiner Meinung zu religiösen Schriften gefragt wurde.

Zuallererst möchte ich erwähnen, dass ich jede Schrift einer jeden Religion respektiere. Die Vedas, Gita, Ramayan, Puranas, Upanishaden, aber auch die Bibel und den Koran. Was ich an den Schriften liebe ist, dass sie immer etwas für jeden enthalten. In diesen Schriften ist so viel Philosophie, dass man wirklich einiges an Ideen bekommt, wie man sein Verhalten oder auch seine Denkmuster ändern kann. Viele Menschen, die die Schriften studieren, erkennen auf diese Weise viel über ihr eigenes Verhalten und entwickeln sich weiter, was im Allgemeinen etwas Gutes ist.

Ihr seht also, ich bin nicht gegen die Philosophie der Schriften, aber ich bin nicht damit einverstanden, eine Schrift zu seiner einzigen Wahrheit zu machen. Es gibt viele Menschen, die glauben, dass alles was in einer bestimmten Schrift geschrieben steht, die universelle Wahrheit für alle Menschen auf Erden darstellt. Dort steht was richtig und was falsch ist. Mit solch einer Person kann man keine gesunde Diskussion führen, da das immer damit endet, dass derjenige einem sagt, seiner Meinung nach ist etwas eine Tatsache, einfach weil es in der Schrift steht.

In diesem Fall glaube ich, dass die Verwendung der Schriften falsch ist. Du solltest darüber nachdenken, ob das, was du tust, für dich richtig oder falsch ist. Als Beispiel, können wir uns einmal die Bhagavad Gita ansehen. Ich liebe ihre Philosophie und verwende auch heute noch hin und wieder ein Shloka oder Mantra aus der Gita in meinen Vorträgen. Ich glaube, dass darin jede Menge Weisheit steht. Es gibt jedoch darin auch Passagen, denen ich nicht zustimme. Hier ist eines dieser Shlokas, das 24. und letzte Shloka des 16. Kapitels der Gita:

Tasmac chastram pramanam te karyakarya-vyavasthitau |
Jnatva shastra-vidhanoktam karma kartum iharhasi ||

Übersetzt bedeutet dieses Shloka in etwa:

"Man sollte also anhand der Regeln der Schriften verstehen, was seine Pflicht ist und was nicht. Mit dem Wissen dieser Regeln sollte man sich so verhandeln, dass man allmählich ansteigt.“

Dem stimme ich nicht zu. Die Regeln, die in diesen Schriften stehen, wurden vor mehr als tausend Jahren geschrieben! Die Zeiten haben sich geändert, wie sollte man sie den heute anwenden? Doch viele Menschen bestehen darauf, dass die Schriften genau das sagen und alles so getan werden muss, wie es dort beschrieben steht.

Das erinnerte mich an einen Kommentar, den ein weiterer Freund, Annan Boodram aus Amerika, mir schon vor einiger Zeit schrieb:

”Um ehrlich zu sein, stelle ich das Konzept von Avataren in Frage. Wenn man die Leben von Rama und Krishna analysiert, sieht man viele Dinge, die mit Gott inkongruent sind. Zum Beispiel entführte Krishna eine Frau, die kurz davor stand, zu heiraten. Und er scherzte mit den Gastgebern verheirateter Frauen. Beide, Rama und Krishna, unterstützten das unmenschliche Kastensystem und die Unterwerfung der Frauen. Beide waren Befürworter der Gewalt als Lösung für Probleme. Diese Auflistung kann man noch weiter betreiben… Andererseits ist der Gott, den ich akzeptiere gnädig, liebend, mitfühlend, gewalt-verneinend und toleriert keine Ungleichheiten jeglicher Art. Alles, was darunter liegt, kann nicht Gott sein.”

Ich stimme dem absolut zu und sage hier wieder, dass eine Schrift kein Beweisstück ist und nicht mit dem Gedanken gelesen werden sollte, dass alles, was darin steht, zu 100% richtig und für diese Zeit relevant ist. Und das ist etwas, das für alle Religionen wahr ist, nicht nur für den Hinduismus.

Ich habe nicht viel akademische Bildung genossen, habe aber dreißig Jahre meines Lebens damit verbracht, Schriften zu studieren. Meine persönliche Meinung ist heute, dass diese Geschichten, die in den Schriften stehen, vielleicht ganz schön sind, aber immer noch Fiktion sind, sie sind schöne erfundene Geschichten und keine Beweise. Wer weiß, ob Krishna das wirklich getan hat? Wer weiß, wer Rama wirklich war? In diesen Geschichten stecken viele Widersprüche. Die unterschiedlichen Schriften und manchmal sogar die unterschiedlichen Versionen der gleichen Schrift widersprechen einander. Das zeigt, wie die Dinge im Laufe der Zeit hinzugefügt wurden und sich verändert haben. Wenn jemand heute kommt und sagt, dass eine bestimmte Handlung richtig ist, nur weil Krishna auch so gehandelt hat, sehe ich es als Ausrede für ein falsches Verhalten.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für diese Geschichten und wenn man sie mit Hingabe liest, sind sie schön. Ich möchte auch intellektuelle Menschen bitten, sie auf diese Weise zu lesen. Lies diese Schriften nicht vom intellektuellen Gesichtspunkt aus mit dem Versuch, den Inhalt wissenschaftlich zu beweisen. Es sind nur Geschichten.

Diese Schriften wurden von Menschen wie du und ich geschrieben, ganz normale Menschen. Es war ihre Erfahrung, die Erfahrung derhenigen, die in der Zeit geschrieben haben. Es war für sie okay und richtig, aber das bedeutet nicht, dass es auch heute noch passt. Du weißt nicht, in welchen Situationen sie sich befanden und zu welcher Zeit sie das schrieben. Die Zeiten ändern sich, Definitionen ändern sich, unsere Umgebung ändert sich und wir müssen uns auch mit entwickeln. Warum solltest du heute die gleiche Erfahrung machen wie jemand, der vor 1000 Jahren gelebt hat? Zeiten haben sich geändert und du machst deine eigenen Erfahrungen. Wenn deine Erfahrung sich von dem unterscheidet, was die Bibel oder die Gita dir sagen, warum glaubst du dann nicht an dich selbst? Warum vertraust du nicht deiner eigenen Erfahrung?

Was wir heute lesen ist sowieso meistens nur eine Interpretation. Jeder kann seine eigene Sicht der Dinge haben und ich weiß, dass es tausende unterschiedliche Interpretationen der Gita gibt. Wieder, vertraue nicht der Interpretation einer anderen Person, vertraue deinen eigenen Gefühlen. Du kannst den positiven Aspekt jeder Schrift nehmen und ihn für dich verwenden. Lass das weg, was nicht zu dir passt, was du so nicht fühlst und das, was du für falsch hälst.

Mein Konzept von Gott ist einfach nur Liebe, die in uns allen ist. Wir müssen nicht in Schriften oder in Religion nach Gott suchen. Deshalb ist für mich das Konzept von Avataren, einem Gott, der als Reinkarnation hier unter uns auf Erden lebt, nicht sinnvoll. Es ist einfach nur erfunden. Doch leider behaupten die Menschen aufgrund dieser Idee, dass sie Gott seien und andere verehren sie, als wären sie es wirklich. Deshalb sage ich immer, dass ich gegen Verehrung von Menschen bin. Es ist einfach nicht wahr.

Mein ganzes Leben lang habe ich die Schriften gepredigt, sie verehrt und ein ganzes Ritual aus einem Vortrag über die Schriften gemacht. Ich habe das in meinem Blog in der Kategorie ‚Mein Leben‘ beschrieben.

Heute predige ich keine Schriften mehr auf ritualistische Weise. Heute sind all diese Schriften zu fünf Buchstaben zusammengeschmolzen: LIEBE.

Das ist meine einzige Philosophie. Man muss keine komplizierte Philosophie verstehen, lerne einfach zu lieben!

Gott hat keine Religion – so wie ich – 26 Mai 11

Jemand stellte mir auf meiner Facebook-Seite eine Frage. Ich dachte, das könnte für mehrere Menschen interessant sein, also beschloss ich, sie hier in meinem Tagebuch zu beantworten.

“Swami, ich lese jetzt schon seit einiger Zeit was du schreibst. Ich habe auch dein Profil gesehen und verstehe, dass du eine spirituelle Person bist und nicht religiös. Das finde ich toll. Beim Lesen anderer Dinge, die du geschrieben hast, habe ich gesehen, dass du nicht an die Verehrung von Menschen glaubst. Ich könnte nicht mehr zustimmen. Ich verstehe jedoch nicht, dass du nicht an Krishna und Ram glaubst. Glaubst du an Christus? Oder glaubst du nicht an Jesus Christus oder Mohammed. Ich versuche nur, das zu verstehen, da ich deinen Blog vergolge. Ich habe deine Internetseite auch meiner Großmutter gezeigt und sie sagte, einige der Mantras, die du auf deiner Internetseite hast, gehören zu Hanuman. Also bin ich verwirrt. Danke und alles Beste Swami.”

Ich habe diese Frage beantwortet, indem ich sagte, dass ich Krishna und Ram als meine engen Freunde ansehe. Ich bin mit ihnen aufgewachsen und gratuliere ihnen jedes Jahr zum Geburtstag. Wie sollte ich sie vergessen? Ihre Namen liegen mir auf der Zunge. Wenn ich jemanden begrüße sage ich oft ‚Jaisiyaram‘. Da ist der Name von Ram auch dabei. Manchmal hört man mich sagen ‚He Ram‘, genauso wie diejenigen, die im Christentum aufgewachsen sind, manchmal sagen ‚Oh Jesus‘ oder die, die im Islam aufgewachsen sind ‚Insha'Allah’.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ich Hindu bin. Ich bin kein Hindu mehr. Ich habe einen starken religiösn Hintergrund, betrachte mich selbst jedoch nicht mehr als irgendeiner Religion zugehörig. Ich führe keine Rituale durch und ich gehe nicht zur Verehrung in Tempel. Ich habe meine Religion auch nicht gewechselt. Ich glaube nicht an das Konvertieren und Wechseln von einer Religion in die andere. Ich habe nicht damit begonnen, in Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu gehen. Ich habe jegliche Religion verlassen.

Manchmal fragen sich die Menschen dann, wenn ich Religion hinter mir gelassen habe, warum schreibe ich dann ‘Swami’ Balendu? Wenn ich kein Hindu bin, warum verwende ich dann dieses Attribut? Ich sehe dieses Wort ‚Swami‘ eigentlich nicht in Verbindung mit Religion. In einem meiner früheren Blogeinträge habe ich diese Frage im Detail diskutiert.

Ich will kein Hindu, Moslem, Christ oder irgendetwas anderes sein. Ich will einfach nur Mensch sein. Ich ermutige auch andere Menschen dazu, ihre Religion zu verlassen und einfach nur Mensch zu sein. Ich glaube, dass Religion oft die Wirkung von Gift hatte und hat: sie tötet Menschen, trennte sie von einander und schafft Hass unter ihnen. Der Mensch wurde von Gott geschaffen und Religion vom Menschen. Gott hat Menschen nicht mit unterschiedlichen Religionen geschaffen, er hat uns alle gleich geschaffen.

Wenn du jetzt mich fragst, warum ich dann den Namen Gottes verwende oder auch Mantras spreche, wenn ich doch nicht an Religion glaube, muss ich dir sagen, dass ich nicht glaube, dass irgendeiner dieser Götter eine bestimmte Religion hat. Für mich sind Ram und Krishna keine Hindus, Jesus kein Christ und Allah und Mohammed keine Muslime. Sie sind Gott und sie sind eins. Ich sage, Liebe ist Gott. Sie alle sind Liebe und sie alle sind Gott, ohne jegliche Religion.

Ich bin mit Ram und Krishna als meine Freunde aufgewachsen. Später lernte ich auch Jesus und Mohammed kennen und wir wurden Freunde. Ich glaube, dass sie alle auch mich lieben. Wir haben etwas gemeinsam: sie haben keine Religion und ich auch nicht. Ich bin keine religiöse Person und ich suche Gott nicht in religiösen Ikonen oder Figuren. Ich weiß, dass Gott die Liebe ist und in unseren Herzen lebt. Wenn du in einem Gebet oder einem Mantra den Namen Jesus, Ram oder auch Hanuman verwendest, ein weiterer Freund von mir, bedeutet das nicht, dass du in einer besonderen Religion betest. Du hast Gott in deinem Herzen, egal, welcher Name dir auf der Zunge liegt.

Anhänger und ihre Falschen Gurus: Ihr könnt mich nicht aufhalten! – 22 Apr 11

Nachdem ich gestern den Tagebucheintrag über Sathya Sai Baba geschrieben und hochgeladen hatte, wurde ich auf Facebook verbal von jemandem angegriffen, der offensichtlich ein Anhänger dieses falschen Gurus ist. Es war etwas seltsam, da ich auch zuvor schon über Sathya Sai Baba geschrieben habe und diese Person hätte wissen können, dass ich solche falschen Gurus auf keine Weise gutheiße. Und trotzdem wurden mehrere beleidigende Kommentare auf meine Facebook-Pinnwand geschrieben, die ich dann entfernen musste.

Es war nicht das erste Mal, dass ich so beleidigt wurde. Wenn ich in der Vergangenheit über Sathya Sai Baba, Nithyananda, Kripalu, Prakashananda, Kumar Swami, ISKCON, Baba Ramdev und den Lebensstil all dieser Gurus geschrieben habe, haben die Menschen schlecht über mich gesprochen, mich gefragt, warum ich so etwas schreibe und mich auch einfach offen beschimpft. Das ist auf Facebook geschehen, mit Kommentaren in diesem Blog, via Email und sogar über das Telefon.

Ich bin indischer Staatsbürger, Indien ist ein demokratisches Land und ich habe dort Redefreiheit. Ich sitze jetzt gerade hier in Deutschland, einem weiteren demokratischen Land, in dem die Redefreiheit gilt, und ich kann sagen was ich fühle und möchte. Anhänger und falsche Gurus können mich so nicht aufhalten.

Ich fühle auch die Verantwortung für unsere Gesellschaft und Mitmenschen, sie über Dinge zu informieren, die sie vielleicht noch nicht wissen, so dass sie nicht betrogen werden. Das geschieht nämlich, die Leute werden betrogen! Und wenn da eine Möglichkeit besteht, dass ich sie durch meine Worte etwas vorsichtiger und bewusster mache, werde ich es versuchen. Solche Betrüger zeigen billige Zaubertricks, nennen sich selbst Gott und geben vor, in der Lage zu sein, Dinge aus dem Nichts zu materialisieren, sowie jede Krankheit zu heilen. Das schafft in anderen eine falsche Hoffnung, sie glauben, dass sie wirklich Hilfe bekommen und was am Ende geschieht ist, dass sie enttäuscht werden. Ich will, dass Menschen Verantwortung für sich selbst übernehmen.

Ich bin völlig gegen diese falschen Gurus und Babas, die alle unrealistische Behauptungen aufstellen und Versprechen geben. Ich bin auch gegen alles und jeden, der andere dazu ermutigt, Menschenverehrung zu betreiben. Wenn du dir solche Gurus genauer ansiehst merkst du, dass sie die schlimme Krankheit haben, sich zu wünschen, verehrt zu werden. Sie und ihre Anhänger mögen es natürlich nicht, wenn ich so gegen sie schreibe.

Es gibt auch andere, die wie ich gegen falsche Gurus schreiben und anderen zeigen, warum diese falsch sind. Sie mussten solche Angriffe auch schon ertragen. Ich habe die Erfahrungsberichte des Besitzer dieses Blogs gelesen und auch die der Person, die diese Facebook-Seite betreibt und ihre Schwierigkeiten und das, was sie sich von den Anhänger solcher Gurus anhören mussten, ist dem ähnlich, was ich mit meinem eigenen Blog erlebe. Ich schätze ihre Anstrengungen und die Hilfe, die sie anderen dadurch geben, indem sie die Wahrheit ans Licht bringen.

Sie haben nicht aufgehört und das werde ich auch nicht. Sie haben jeder über eine bestimmte Person geschrieben, während ich über das ganze System schreibe.

Ich glaube, dass das, was ich den Menschen vorschlage, sie glücklicher macht, als wie blinde Schafe zu folgen. Übernimm die Verantwortung für dich selbst und deine Handlungen. Ich garantiere dir, dass du so ein authentischeres und glücklicheres Leben mit mehr Liebe darin leben kannst.

Hinduismus verbietet Menschen niedrigerer Kasten den Tempeleintritt – 19 Apr 11

Auf Facebook habe ich heute die obigen Bilder gesehen, die von einem meiner Freunde hochgeladen wurden. Es sind Bilder von einem Tempel in Himachal Pradesh, einem indischen Staat in den Bergen des Himalaya. Es ist ein schöner Staat und viele Menschen machen Pilgerschaften dorthin, in das ‘Land der Götter‘, wie es auch genannt wird. Die obigen Bilder sind Schilder an einem Tempeleingang und am Speisesaal daneben. Für diejenigen, die kein Hindi lesen können, würde ich gerne übersetzen, was auf den zwei Schildern steht.

“Menschen niedriger Kastenzugehörigkeit sollten den Speisesaal nicht betreten” und “ Menschen niedriger Kastenzugehörigkeit sollten den Tempel nicht betreten“
Das ist die Situation Indiens im 21. Jahrhundert. Wir entwickeln uns, das Land wird immer moderner, aber die Einstellung ist offensichtlich immer noch die Gleiche.

Vielleicht seid ihr jetzt empört über die Vorstellung eines solchen Schildes und darüber, dass man manchen Leuten der Gesellschaft verbietet, ihre Götter in dem gleichen Tempel zu verehren, wo es auch andere tun. Was die meisten Menschen jedoch nicht wissen, selbst wenn sie schon nach Indien gereist sind und dort Tempel besucht haben ist, dass das in allen Hindu Tempeln in ganz Indien ein ungeschriebenes Gesetz ist. Das bemerkt man vielleicht nicht überall, da es nicht überall Schilder gibt, doch es ist einfach selbstverständlich und jeder weiß es.

Solche Schilder sind eigentlich ein Verstoß gegen das Gesetz gegen Diskriminierung anderer aufgrund ihrer Kaste. Und so ist das auch ein Grund, warum man in größeren Städten auch Menschen niedrigerer Kasten in den Tempeln sieht. Eine Kastenzugehörigkeit ist sowieso nichts, was man offen sehen kann, also würde es niemand gleich bemerken. Selbst wenn man es bemerken würde, wäre es in einer größeren Stadt schwierig, etwas gegen den Eintritt jener Person zu unternehmen. Wenn irgendjemand ausrufen würde ‘Hey, du gehörst zu der niedrigsten Kaste, du darfst hier nicht rein‘, wäre es eine Straftat und diese Person könnte zur Polizei gehen.

In kleineren Dörfern jedoch, in denen jeder jeden kennt, kennen die Menschen auch die Kastenzugehörigkeit der anderen. Sie wissen, wem es erlaubt ist, den Tempel zu betreten und wem nicht. Menschen niedriger Kasten sind sich dessen sehr wohl bewusst und bleiben vom Tempel fern. Sie wissen, dass das ganze Dorf wütend wäre, wenn sie hingingen und die Menschen im Tempel, die einer höheren Kaste angehören, würden so weit gehen und sie für diesen Regelbruch sogar töten.

Ich habe gehört, wie Menschen höherer Kasten sagen, dass in Schriften geschrieben steht, dass eine Person einer niedrigeren Kaste, der es nicht erlaubt ist, in den Tempel zu gehen und Gott dort zu verehren, allein durch den Anblick der Spitze des Tempels von fern genausoviel gutes Karma bekommt. Das ist die höflichste Weise, jemandem zu verstehen zu geben, dass er den Tempel nicht betreten darf. Es ist ihnen erlaubt, den äußeren Teil des Tempels zu reinigen, aber niemals hineinzugehen. Das ist Hinduismus und es ist eine große Schande für diese Religion, Gesellschaft und das Land, dass dieses System in den Köpfen der Menschen immer noch weiterlebt.

Das ist einer der Gründe dafür, dass viele Menschen niedrigerer Kasten zum Buddhismus konvertiert sind, einer Religion, in der es das Konzept ‚Gott‘ nicht gibt. Es ist schrecklich, dass das Kastensystem immer noch so lebendig ist. Man kann es überall sehen, ob nun in den arrangierten Ehen oder der Tatsache, dass Menschen höherer Kasten nicht zusammen mit denen niedrigerer Kasten essen wollen. Ich habe schon mehrere Male geschrieben, wie Politiker selbst heute dieses System befürworten und erfolgreich Hass zwischen den Kasten geschaffen ahben. Ich sehe mich selbst nicht als Teil einer Religion oder Kaste. Wir müssen gegen diese Art von Unterdrückung anderer arbeiten, mit ihnen an einem Tisch essen und jeden belehren, der glaubt, dass Menschen niedrigerer Kasten weniger Rechte oder Würde haben als Menschen höherer Kasten.

Vrindavans Einwohner zweifeln an ISKCON aufgrund Landbesitzes – 23 Feb 11

Als ich gestern erwähnte, dass die örtliche Bevölkerung nicht gerade begeistert ist von der Idee, dass Kumar Swami hier noch einen Tempel bauen könnte, sprach ich von dem allgemeinen Gefühl, das viele Leute der Stadt im Augenblick haben und über das man in den Zeitungen und Online lesen kann.

In den letzten Jahren und Jahrzenten ist Vrindavan sehr viel gewachsen. Ich habe das schon oft erwähnt, wenn ich über Vrindavan geschrieben habe und erzählt habe, wie anders die Stadt aussah, als ich ein Kind war.

Heute gibt es viele neue und sehr große Tempel, um die Tempel stehen Gasthäuser, Hotels, einige Restaurants und natürlich viele Geschäfte. Ganze Busse voller Pilger kommen und darunter auch viele Ausländer. Diese Entwicklung begann, als ‚ISKCON‘, die ‚International Society of Krishna Consciousness‘, auf Deutsch die ‚Internationale Gesellschaft des Krishna-Bewusstseins‘ in Vrindavan an Zuwachs gewann.

Die Organisation wurde von Bhaktivedanta Prabhupada gegründet, der aus West Bengal kam und in Vrindavan lebte. Er war ein Prediger, der in Indien und im Westen reiste und in den späten 60ern die Organisation ISKCON gründeten. Ich erinnere mich daran, dass er starb, als ich sechs oder sieben Jahre alt war. Sein Körper wurde an unserem Haus vorbei, die Straßen hinunter zum Fluss Yamuna getragen.

In unserer Kindheit war der Tempel dieser Organisation nur ein kleiner, einfacher Tempel im äußeren Teil Vrindavans. Obwohl es vom Inneren der Stadt weit entfernt war, ein gutes Stück entfernt von unserem Wohnort, war der Tempel ein Anziehungspunkt, weil dort einige Ausländer in den Tempel gingen. Wir machten ab und zu einen Spaziergang dorthin und seit der Zeit wird der Tempel allgemein der ‚Angrejon ka Mandir‘, der Tempel der Ausländer genannt.

Später wurde die Organisation immer bekannter und mehr Menschen aus verschiedenen Ländern kamen nach Vrindavan, um hier zu leben, zu singen, Gott zu dienen, zu beten und manchmal auch um hierzubleiben. Ausländer brachten Geld und der Tempel wuchs zu diesem großen Marmor-Gebäude das es jetzt ist. Für örtliche Menschen und Pilger ist es jetzt eher eine Touristen-Attraktion als ein Ort der Verehrung. Sie gehen dorthin um Sightseeing zu betreiben, um einen schönen Tempel zu sehen und um die Ausländer, Leute mit heller Haut, zu sehen, die dort Pooja machen und singen. Das ist etwas, das man nicht jeden Tag sieht und auf jeden Fall einen Besuch wert. Wenn sie jedoch selbst zum Gottesdienst und zum Beten gehen wollen, gehen Inder in die alten Tempel im Stadtzentrum.

Natürlich freuten sich die Stadtbewohner auch, dass die Ausländer kamen und etwas von ihrem Geld mitbrachten, denn so waren viele örtliche Geschäfte in der Lage, ihre Läden in der Gegend und im ursprünglichen Markt auszubauen. In den letzten Jahrzenten ist viel Geld nach Vrindavan gekommen und örtliche Geschäftsbetreiber waren froh, ihren Teil abzubekommen.

Nach einiger Zeit jedoch begannen auch die Zweifel in den Köpfen der Leute zu wachsen. Die Organisation wuchs und wuchs und sie fingen an, immer mehr Land um den Tempel herum zu erwerben, ihr eigenes Gasthaus, Restaurant, ihre Wohngegend und eine Schule zu bauen. Schon bald gehörte ihnen und denen, die mit ihnen in Verbindung standen, viel Land und viele Ortsansässige bekamen Zweifel und Angst. Werden sie einfach weiter Land kaufen, bis ihnen die ganze Stadt gehört?

Vor Kurzem sahen sie sich in ihren Sorgen wegen dieser Organisation bestätigt. Die Stadt Vrindavan hat kürzlich viele Veränderungen in den Straßen Vrindavans vorgenommen, um ein Abwassersystem zu installieren und die Straßen zu erweitern. Um das zu tun, haben sie viele Gebäude zerstört, die viel zu weit in der Straße standen. Viele Hausbesitzer mussten ihre vordere Mauer niederreißen und sie weiter hinten wieder aufbauen, weil sie ihre Gebäude einfach illegal auf Regierungs-Land vergrößert hatten. Viele Mauern wurden niedergerissen und sogar einige komplette Geschäfte wurden entfernt. Sie mussten weichen. ISKCON jedoch, deren Tore und äußere Mauer ebenfalls ein gutes Stück in die neue, breitere Straße hinein ragen, blieben unbehelligt und wie sie waren.

Dagegen protestierten die Einwohner in den letzten Wochen, schrieben Protest-Briefe an die Stadtregierung und machten sogar einen Hungerstreik im Stil Mahatma Gandhis mit der Forderung, dass die äußeren Mauern auch versetzt werden sollen. Sie beschuldigten die Beamten, Bestechungsgelder angenommen zu haben und ihr Gebäude deswegen nicht zerstören zu wollen, obwohl sie die Häuser und Läden so vieler ärmerer Menschen zerstört haben. Und wirklich, ein Mann hat nichts gegessen, bis er schließlich letzte Woche die offizielle Bestätigung erhielt, dass die Zäune des ISKCON Besitzes auch nach hinten weichen müssen.

Das ist nicht der einzige Grund, warum die örtliche Bevölkerung sich über die große Organisation beschwert und ich werde den morgigen Tagebucheintrag der Erklärung weiterer Gründe widmen.

Heute wurde das Essen der Kinder unserer Schule von den Freunden und der Familie unserer lieben Freundin Sonja Kling gespendet. Sie hat am letzten Wochenende ihren Geburtstag gefeiert und ihre Gäste gebeten zu spenden, anstatt Geschenke zu geben. Vielen Dank für diese Initiative, unseren Kindern so selbstlos zu helfen!

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