Ein paar weitere Tipps für Inder, die planen, in den Westen zu ziehen – 9 Jul 15

Nach drei Wochen von Blogeinträgen über Beziehungen von westlichen Frauen und indischen Männern, glaube ich, dass dieses hier mein letzter Blogeintrag in dieser Serie ist. Als ich anfing, hatte ich keine Ahnung, dass ich so viel zu schreiben haben würde, aber ich hatte bereits eine Ahnung, dass das ein Thema ist, über das viele Leute gerne lesen würden. Ich kenne viele Leute in den Situationen, die ich beschrieben habe und ich schreibe natürlich teilweise auch aus meiner eigenen, persönlichen Erfahrung. Heute möchte ich dieses Thema gerne mit den restlichen meiner Gedanken beenden, die bis jetzt nirgendwo anders reingepasst haben.

Ein Thema, das immer mal wieder auftauchen kann, ist das Vegetarier-Dasein. Als Vegetarier kann ein Restaurantbesuch in manchen Ländern schwierig sein. Die Situation für Vegetarier hat sich in den vergangenen Jahren massiv verbessert, aber je nach Land und auch der Größe der Stadt, in der du dich befindest, findest du auf der Speisekarte vielleicht nur eine Tomatensuppe oder einen grünen Salat für dich! Die Nachfrage, ob man denn nur ein bisschen Gemüse mit Reis haben könnte, kann mit skeptischen Blicken, intoleranten Antworten oder auch dem Angebot begegnet werden, das Fleisch für dich aus einem bereits bestehenden Gericht herauszuholen.

Und während es natürlich indische Restaurants gibt, wirst du keines finden, das dir wirklich den Geschmack Indiens, den Geschmack deiner Heimat gibt! Das ist nicht unbedingt ihre Schuld – es ist schließlich ein Restaurant und nicht die Küche deiner Mutter. Sie verwenden importierte Zutaten, die gar nicht so frisch schmecken können, wie in Indien oder örtliche, die sowieso anders schmecken. Dazu kommt, dass sie definitiv zu teuer sind, um regelmäßig dort hinzugehen. Also wäre mein Vorschlag, von deiner Mutter kochen zu lernen und dann ein paar Gewürze aus Indien mit in dein neues Land zu nehmen – so kommst du so nahe dran wie möglich!

Doch du wirst auch etwas vom Essen des Landes zu probieren bekommen und wahrscheinlich dafür auch einen Geschmack entwickeln. In manchen Ländern mag es einen überraschen, wie viel Brot die Menschen essen – jeden Tag und zum Beispiel zum Frühstück nichts anderes! Ich habe gesehen, dass viele Inder mit Schock auf ein deutsches Frühstück reagieren, das aus nichts anderem als unterschiedlichem Brot mit Marmelade, Käse oder Aufstrich bestehen kann! Doch wenn du das deutsche Brot selbst probierst, wird dir klar, dass es auf jeden Fall lecker ist und du es vielleicht auch in deinen Essensplan aufnimmst, anstatt selbst Roti zu machen!

Ich hoffe, ich konnte euch einige Gedanken und Ideen mitgeben. Allen jenen, die sich in einer interkulturellen Beziehung befinden, wünsche ich das Beste für den Weg, den ihr wählt, welcher auch immer das sein mag, in welchem Land auch immer und bei allen Themen, die eben so auftauchen!

Oh, und noch ein Letztes für meine indischen Landsmänner im Westen: wenn du Auto fährst und von der Polizei angehalten wirst, versuche nicht, sie zu bestechen… damit beschwörst du mit großer Wahrscheinlichkeit die größten Schwierigkeiten deines Lebens herauf!

Die hinduistische Scheinheiligkeit der heiligen Kuh – 26 Jan 15

Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir eine recht interessante Unterhaltung am Abend, als wir mit einigen Gästen rund ums Feuer saßen. Wir sprachen über ihre Erfahrungen in Indien, als eine von ihnen, ein Arzt aus Deutschland, fragte: ‚Ich habe gelesen, dass Kühe in Indien heilig sind, aber wenn ich in der Stadt herumlaufe, sehe ich, dass viele Leute Lederschuhe, -gürtel und –taschen tragen. Wie passt das zusammen?

Ich musste ihr mit einem einfachen Satz antworten: die Leute sind scheinheilig. Es ist wahr, wie sonst soll man das nennen? Wie soll man einem Indien-Reisenden so etwas erklären?

Der Hinduismus lehrt, dass die Kuh heilig ist. Das ist richtig. Trotzdem muss man nur raus auf die Straße, um zu sehen, dass dort Kühe in sehr schlechter Verfassung sind, obdachlos durch die Stadt laufen, jeden Dreck essen, den sie finden können, oft auch Plastik und anderen Müll. Sie sind abgemagert und krank. Wie lässt sich das mit der Idee vereinbaren, dass sie heilig sind?

Oder sind Kühe nur so lange heilig, wie sie Milch geben oder deine Arbeit erledigen können? Denn das ist es, was dann geschieht: Milchkühe sind diejenigen, die, wenn sie nicht mehr gebären können und deshalb auch keine Milch mehr haben, einfach zum Sterben draußen auf die Straße geschickt werden.

Kühe zu schlachten ist in fast allen indischen Staaten, außer in Kerala und Westbengalen, verboten, doch gleichzeitig ist die indische Lederindustrie riesengroß. Sie "macht jährlich mehr als fünf Milliarden Dollar Umsatz und ist verantwortlich für 4% des gesamten Exporteinkommens des Landes“. Es passt einfach nicht zusammen – Kühe müssen auch geschlachtet werden, um solche Zahlen für Leder zu erreichen. Und auch religiöse Menschen tragen und verwenden es!

Was meint ihr denn, aus was die Trommelfelle der Tablas und anderer Instrumente, die in Tempeln verwendet werden, gemacht sind? Ich habe da mal nachgelesen – gegerbte Ziegen- oder Kuhhaut. Glaubst du jeder Musiker fragt da nach, wenn er sein Instrument kauft? Glaubst du, der Tempelpriester schaut nach, bevor solche Instrumente in ihr heiligstes Heiligtum kommen?

Ich bezweifle das sehr.

Ich kann euch auch versichern, dass nicht jeder Hindu Vegetarier ist. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung des Landes sind Hindus. Und nur etwa 30 Prozent der indischen Bevölkerung sind Vegetarier. Das macht jede Menge Hindus, die keine Vegetarier sind. McDonalds mag ja Burger aus Hühner- oder Lammfleisch verkaufen, aber glaubt ihr denn wirklich, dass Hindus bei jedem kleinen Stück Fleisch, das sie in einem Sandwich oder anderem Gericht essen, vorher bestätigen, dass es nicht Kuh ist?

Nein, das tun sie nicht.

Und all das bringt mich dazu zu sagen, dass sie scheinheilig sind. Ihr gebt vor, Kühe zu lieben, verehrt sie und trinkt sogar ihren Urin, glaubt, dass es euch eine seltsame göttliche Kraft verleiht – doch dann schlachtet ihr sie, esst sie, tragt ihre Haut und trommelt in euren Heiligtümern auf ihrer Haut herum!

Am Ende bleibt immer die eine Frage: warum Kühe? Verehre die Kuh und tritt den Hund. Rette die Kuh und iss das Schwein. Warum?

Ich bin intolerant, wenn es ums Fleisch geht – und habe keine Schuldgefühle – 10 Dez 14

Ich habe gestern schon geplant, euch ein bisschen mehr über meine eigene Erfahrungen mit besonderen Anforderungen ans Essen in verschiedenen Restaurants zu erzählen – und hier ist es!

Ich bin schon mein ganzes Leben lang Vegetarier. In meiner Heimatstadt Vrindavan findet man keine Restaurants, die Fleisch verkaufen. Es ist eine vegetarische Stadt. Ich bin in meiner Kindheit viel gereist, aber in Indien, und besonders in den Kreisen, in denen ich mich bewegte, ist das Vegetarier-Sein nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil, die Menschen, die um mich herum waren, sahen den Fleischverzehr als abscheulich an.

Dann begann ich, außerhalb Indiens zu reisen. Ich wusste schon vorher, dass ich viel selbst kochen würde – woran ich auch schon von Reisen gewohnt war, die ich alleine angetreten hatte. Ich erfuhr, dass es dort keine vegetarischen Restaurants gab. Wenn ich also auswärts essen ging, waren es indische Restaurants, in denen ich klar erklären konnte, dass ich weder Fleisch noch Zwiebeln oder Knoblauch aß und wo sie das auch verstanden.

Und schließlich begannen meine westlichen Freunde, mich mit in andere Restaurants mitzunehmen und ich lernte, mit allen um mich herum ganz deutlich zu sein, was ich essen würde und was nicht und auch unter welchen Umständen.

Die meisten Vegetarier im Westen sind es gewöhnt, die Minderheit zu sein und die einzigen, die vegetarisch essen, während alle anderen um sie herum Fleisch essen. Ich war und bin das auch jetzt noch nicht gewöhnt – und muss den Leuten, mit denen ich zum Abendessen ausgehe sagen, dass ich nicht mit ihnen essen kann, wenn Fleisch auf dem Tisch ist. Ich habe dann keinen Appetit. Im Gegenteil, ich habe sogar das Gefühl, es könnte mir schlecht werden. Für mich hängt da einfach noch viel mehr an dem Stück toten Tiers, das da auf deinem Teller liegt!

Wer das nun intolerant nennen möchte, der kann das gerne tun und das akzeptiere ich auch. Ich bin, in dieser Hinsicht, völlig intolerant – und habe deswegen auch keine Schuldgefühle. Wenn du glaubst, dass du nicht an einem Tag, wenn wir zusammen essen, vegetarisch essen kannst, muss ich dir sagen, dass ich nicht mit dir am gleichen Tisch essen werde. Und nächstes Mal werde ich es vermeiden, mit dir zusammen essen zu gehen. Nur so bekomme ich Essen in meinen Magen.

Das bedeutet nun nicht, dass ich möchte, dass alle um mich herum jederzeit das gleiche essen wie ich. Ich will nicht, dass du vorgibst, jemand zu sein, der du nicht bist. Natürlich fände ich es gut, wenn andere Vegetarier werden – eine allgemeine Einstellung, weil ich glaube, dass es für jeden gut wäre – aber nur, weil ich dem Kellner sage, dass ich keine Zwiebeln und keinen Knoblauch in meiner Soße möchte, musst du nicht das Gleiche tun. Es macht mir auch nichts aus, wenn meine westlichen Freunde am Abend ein Glas Wein trinken, wenn wir zusammensitzen – selbst, wenn ich nie auch nur einen Tropfen Alkohol trinke. Und so habe ich Tausende herrliche Abendessen verbracht.

Ich möchte hiermit zeigen, dass du dich nicht schlecht fühlen solltest, auch wenn du andere Gewohnheiten hast als andere, auch wenn du einige Dinge akzeptieren kannst und andere eben nicht. Kenne deine Grenzen und mache sie auf freundliche und höfliche Weise deutlich. Wenn alle Bescheid wissen, braucht sich auch keiner schlecht fühlen.

Sollte nun einer beschließen, einen dummen Kommentar abzugeben, dann soll es eben so sein – du musst ihm nicht in das Vergnügen deiner Anwesenheit beim Mittag- oder Abendessen lassen!

Vegetarier unter Fleischesser-Freunden – bloß keine Schuldgefühle! – 9 Dez 14

Gestern habe ich meine Abneigung gegenüber ‘Fleischersatz’ wie Tofu-Würsten und ähnlichem zum Ausdruck gebracht. Ich erwähnte, dass man, wenn man sich bewusst entschieden hat, Vegetarier zu sein, kein Bedauern und Verlangen nach Fleisch haben sollte. Ich bleibe bei dieser Ansicht und möchte noch hinzufügen, dass das auch dann noch wahr ist, wenn man mit Freunden in einem Restaurant sitzt und keine akzeptable vegetarische Option auf der Speisekarte findet! Fühl dich nicht schlecht oder sogar schuldig aufgrund deines Lebensstils!

Viele Vegetarier kennen dieses Gefühl: man geht mit Freunden aus zum Essen. Du öffnest die Speisekarte und das Einzige, was darin für dich essbar wäre, ist der Tomatensalat. Wenn du dazu noch keine Zwiebeln isst, wie ich, ist sogar das keine Möglichkeit. Kein einziges Gericht ohne totes Tier.

Was tun? Du kannst nun entweder den Tomatensalat bestellen und einen weiteren Snack daheim einplanen, um den Hunger zu stillen oder du kannst den Kellner nach vegetarischen Möglichkeiten fragen. Je nach der Person vor dir und der Flexibilität der Restaurant-Küche, kann das eine recht langwierige Diskussion werden. Es bringt dir unverständliche Blicke und vielleicht sogar dumme Bemerkungen ein. In der Zwischenzeit fühlst du dich immer unwohler, weil du dich fragst, ob deine Freunde wohl das Gefühl haben, dass du ein unnötiges Drama veranstaltest und ungeduldig werden, weil du nicht eine einfache Bestellung abgeben kannst.

Das Ergebnis: du fühlst dich schuldig und schlecht. Wenn dein Gericht dann kommt und sich herausstellt, dass sie nur den Speck aus der Soße herausgelesen haben und du die Reste noch siehst, wird es schlimmer. Solltest du dich beschweren und deine Freunde noch mehr peinlich berühren? Am Ende ist dein Abend bestimmt nicht so angenehm, wie du es gehofft hattest.

Ich will dir etwas sagen: du musst ein paar Entscheidungen treffen. Wenn du weißt, dass ihr zum Abendessen geht, sag deinen Freunden, dass du ein Restaurant brauchst, das vegetarische Optionen hat, sonst gehst du nicht mit. Da müssen sie sich nicht schlecht fühlen und du genauso wenig. Wenn ihr etwas zusammen unternehmen wollt – und eure Freundschaft sollte ja wohl wichtiger sein, als die Wahl des Restaurants – könnt ihr wohin gehen, wo du auch etwas zu essen bekommst! Schließlich ist vegetarische Ernährung heutzutage nichts so Seltsames mehr! Restaurants sollten auch diesem Bedürfnis entgegenkommen – und wenn sie das nicht tun, sollte man ihnen keine Geschäfte einbringen und ganz sicher nicht seine eigenen Entscheidungen dafür verantwortlich machen!

Eine weitere Möglichkeit ist, deine Freunde zu dir nach Hause einzuladen! Kocht etwas zusammen oder lade sie einfach ein, wenn du deine Lieblingsgerichte gekocht hast. Zeige ihnen, dass vegetarisches Essen lecker ist – vielleicht helfen sie ja dann bei der Suche nach einem guten Restaurant, das auch vegetarische Gerichte anbietet!

Glücklicherweise lebe ich in dem Land mit der niedrigsten Rate an Fleischkonsum der ganzen Welt – was bedeutet, dass es immer vegetarische Restaurants irgendwo in der Nähe gibt. Manchmal habe ich ein anderes Problem: ich esse weder Zwiebeln noch Knoblauch. Aber ich habe viel Erfahrung mit der Essensfrage – und ich denke, morgen werde ich noch mehr über meine persönlichen Erfahrungen schreiben.

Fleischersatz ist ein falscher Ansatz für den Vegetarismus – 8 Dez 14

Vor Kurzem stolperte ich online über einen Artikel mit einer Überschrift, die in etwa so lautete: ‚Fleischersatz – Die 10 besten Nahrungsmittel‘. Wie man es sich bei so einem Titel bereits vorstellt, beschrieb der Autor zehn Nahrungsmittel, die man statt Fleisch verwenden konnte. Ich hasse diese Art von Artikeln. Halt, nein, es ist nicht der ‚Die 10 besten…’-Stil, der mich da abstößt. Es ist das Thema des Artikels. Die Idee, dass der Beschluss zur vegetarischen Lebensweise meinen könnte, dass man Fleisch ersetzen müsste!

Ich glaube, das ist ein falscher Ansatz fürs Vegetarier-Dasein. Warum wird man denn vom Fleischesser zum Vegetarier? Es gibt so viele Möglichkeiten: weil man Tiere liebt und Grausamkeit gegen sie nicht verantworten kann, weil man sensibel genug ist zu wissen, dass es falsch ist, eine Ente großzuziehen, um sie dann zu essen, weil man gelesen hat und es auch wirklich so spürt, dass der Körper dafür nicht gemacht ist…

All diese Gründe bedeuten, dass man bewusst entscheidet, dass man auf seinem Teller kein Fleisch mehr haben will. Warum also handelst du, als ob es dir fehlen würde und du es ersetzen müsstest?

Das ist der Grund, warum ich all die Alternativprodukte in Form beliebter Fleischarten nicht mag – Tofuwürste, Seitan-Schinken und vegetarische Hühnchen oder veganer Truthahn! Stellst du dir beim Essen wirklich vor, es wäre ein richtiger Truthahn? Vermisst du es, tote Tiere zu essen und bedauerst deine Entscheidung jedes Mal, wenn du beim Frühstück sagen musst ‚ohne Speck‘?

Ich kann es nur wiederholen: du hast eine bewusste Entscheidung getroffen!

Es ist ja nicht so, als hättest du eine Fleisch-Intoleranz, die dir die Freuden nimmt, in das Oberschenkelfleisch eines getöteten und gekochten Schweins zu beißen! Wenn du Laktose-Intoleranz hast und Joghurt aufgeben musst oder ihn mit Soya-Produkten ersetzen musst, verstehe ich, dass du manchmal einen Joghurt aus Kuhmilch ansiehst und darüber nachdenkst, wie einfach das Leben doch wäre, wenn du ihn nun einfach wie alle anderen essen könntest.

Wenn du in Bezug auf deine vegetarische Ernährung solche Gefühle hast, bist du auf dem falschen Weg. Du wirst es nicht schaffen, eine Ernährung beizubehalten, während du dich deswegen schuldig fühlst und dich danach sehnst, etwas anderes zu essen!

Du brauchst keinen Ersatz. Koch normale, gewöhnliche vegetarische Gerichte. Iss Tofu und Seitan und was auch immer du willst – aber kaufe es in seiner normalen Form ohne ein Etikett mit irgendeinem Tier drauf! Achte auf eine ausgewogene Ernährung, ohne zu denken, dass dir durch deinen Fleischverzicht etwas fehlt – eine ordentliche vegetarische Ernährung ist gesünder als der Fleischverzehr!

Vertraue deiner Entscheidung und höre auf, nach Ersatz zu suchen!

Der Konflikt zwischen Schamanismus und Yoga – 8 Jun 14

Ich habe euch bereits von dem Konflikt erzählt, den ein Freund von mir hatte, weil sein Guru seine Sexualität nicht akzeptierte. Das war nicht sein einziger innerer Konflikt – er hatte noch einen, den er mit mehreren anderen meiner Freunde teilte: er fühlte sich zum Schamanismus hingezogen, ähnlich wie er sich für Yoga interessierte. Aber Yogis sind Vegetarier – Schamanen absolut nicht! Das ist ein interessanter Widerspruch, über den ich 2006 viel nachdenken musste.

Ein Freund, der sich in dieser Situation befand, erklärte mir das ganze Dilemma, weil ich mich nicht genug damit auskannte, was Schamanismus alles beinhaltete. Eines, was ich jedoch gehört hatte war, dass sie viel Fleisch aßen. Ich hatte sogar Gerüchte gehört, dass sie Tiere opferten – und fand das eine grausame Praxis für jemanden, der behauptete, spirituell zu sein!

Ein Freund erzählte mir, dass es wahr sei, die Leute, die an Schamanismus interessiert waren, waren normalerweise keine Vegetarier, selbst wenn das nicht bedeutete, dass sie ihre Hasen oder Meerschweinchen Gott zur Verehrung töteten. Also gut, sie fügten dem Tier nicht persönlich Leid zu, waren jedoch immer noch verantwortlich dafür, indem sie selbst Fleisch aßen!

Mein Freund meinte, das sei genau das Problem! Er fühlte sich von den Ritualen angezogen, der Philosophie eines Geistes in jedem einzelnen Wesen und sogar in Steinen, Pflanzen oder dem Wind. Gleichzeitig jedoch folgte er nicht nur auch der yogischen Philosophie, sondern auch yogischer Ernährung! Er war strenger Vegetarier und hatte vor kurzem sogar mit veganer Ernährung begonnen – lange bevor es so modern war wie heute.

Wie kann man denn sagen, dass ein Geist in jedem steckt und dann Fleisch essen? Tote Tiere? Er erzählte mir von der üblichen Antwort seiner schamanischen Freunde: wir danken dem Tier, bevor wir es essen, dass es sein Leben dafür geopfert hat, dass es für uns zum Essen werden kann.

Nein, das machte es für ihn NICHT okay, Fleisch zu essen. Er hatte nicht das Gefühl, dass ein einfaches ‚Danke‘ das Leid des Tieres rechtfertigte.

Ich spürte seinen Konflikt und sagte ihm, er solle einfach bei seiner vegetarischen und veganen Ernährung bleiben. Warum musst du solche Wege gehen, wenn es sich für dich nicht richtig anfühlt? Du magst die Rituale? Gut, finde deine eigenen Rituale und integriere sie in dein Leben. Du willst mit Wind, Regen, Sonne und Moon sprechen? Gut, finde deine eigenen Worte.

Sei einfach du selbst. Akzeptiere und respektiere deine Sensibilität und höre auf deinen Körper, deinen Geist und dein Herz. Dann kommst du nicht in solche Konflikte!

Handbuch zu Swami Balendu, Kapitel Zwei: Fleisch, Alkohol und Zigaretten – 27 Okt 13

Letzte Woche habe ich euch erzählt, wie mein Freund darüber Witze machte, wie er einen Ratgeber schreiben würde, wie man mit mir umzugehen hatte. Wir hatten Spaß dabei, über die kleinen Unterschiede zwischen meinem Lebensstil und dem normalen, westlichen zu reden, aber als ich ernsthaft darüber nachdachte, gab es da natürlich einige Dinge, bei denen sich die Leute nicht sicher waren, bevor sie mich trafen und meine Einstellung, Vorstellungen und Lebensweise kennenlernten.

So hatte ich zwar schon mehrere Jahre im Westen verbracht, war – und bin bis heute – aber nie ins Schwanken gekommen, wenn es um meine Überzeugung als strenger Vegetarier ging. Ich glaubte und glaube immer noch, dass es für den Körper am Besten ist, wenn man kein Fleisch isst und ich dachte und denke auch, dass es das natürliche Essen der Menschen ist. Wir müssen zum Überleben keine Tiere umbringen und ich denke es ist grausam von uns Menschen alle möglichen unterschiedlichen Tiere für Fleisch zu töten, ganz zu schweigen von den schrecklichen Umständen, in denen sie gehalten werden, den Umweltschäden und davon, wie viele hungrige Menschen ihre Bäuche mit dem Essen füllen könnten, das für diese Tiere verwendet wird.

Ich bin in einer vegetarischen Stadt aufgewachsen und auch bei meiner späteren Arbeit war ich immer von Vegetariern umgeben. In diesen Umständen hatte ich, als ich jünger war, wirklich eine sehr schlechte Meinung von Fleischessern. Ich hielt sie für grausam und dachte nicht, dass irgendein guter Mensch Fleisch essen würde. Das änderte sich, als ich in den Westen kam.

Nach kurzer Zeit merkte ich, dass es ein Unterschied der Kultur und Erziehung war und dass es auch unter den Fleischessern viele liebe Menschen gab! Eines änderte sich jedoch nicht: Ich kann immer noch nicht an einem Tisch essen, an dem Fleisch gegessen wird. Ich fühle mich körperlich nicht gut, wenn jemand vor meinen Augen Fleisch isst. Ich kann mein normales Essen dann nicht essen – ich habe nun mal keinen Appetit, wenn da totes Tier vor mir liegt! Ich habe mehrere Male nach jemandem oder an einem anderen Tisch gegessen, nur damit ich in Ruhe essen kann. Doch meistens war dem anderen doch unsere gemeinsame Mahlzeit wichtiger und wir aßen etwas Vegetarisches zusammen – schließlich hatte meistens ich ein leckeres und nahrhaftes indisches Menü gekocht, das keinen Platz dafür lässt, etwas zu vermissen!

Ich erzähle von meinen Essgewohnheiten, wenn jemand fragt oder ich an einem Ort bin, der für mich neu ist, wo mich die Leute noch nicht kennen. Nachdem sie das obige erfuhren, nahmen manche Leute an, ich würde nicht mit ihnen an einem Tisch sitzen, wenn sie Alkohol trinken. Das ist jedoch eine andere Geschichte! Ich würde natürlich ungern zusehen, wie sich jemand betrinkt – und ich habe wirklich sehr selten jemanden betrunken erlebt, den ich wirklich kannte. Wenn jemand zum Essen oder beim Zusammensein danach ein Glas Wein oder ein Bier trinkt, so macht mir das wirklich nichts aus. Ich habe in meinem Leben noch nie Alkohol probiert und habe auch keine Absicht, das jemals zu tun, aber ich weiß, dass du dich mit dem einen Glas nicht betrinkst und dass du höchstwahrscheinlich auch nicht süchtig bist! Ich glaube deshalb nicht, dass du Alkoholiker bist und während ich mich dir nicht anschließen würde und bei mir daheim keinen Alkohol serviere, genieße ich einen Abend bei dir zu Hause auch, wenn du beschließt, eine Flasche Sekt zu öffnen.

Um dieses Thema zu vervollständigen, muss noch ein weiterer Aspekt erwähnt werden: wie sieht es mit dem Rauchen aus? Naja, ich würde ungern in einem Zimmer sitzen, wo die Rauchschwaden unter der Decke hängen und wo meine Kleidung schrecklich stinkt, wenn ich rauskomme. Ich würde lieber nicht direkt neben dir stehen, wenn du rauchst, weil der Rauch, wenn du ihn in meine Richtung bläst, in meiner Nase beißt. Aber nein, obwohl ich denke, dass es schlecht für deine Gesundheit ist und du mit dem Rauchen aufhören solltest, halte ich dich nicht für eine schlechte Person. Du hast eine Sucht, das ist alles.

Das waren also die Hauptaspekte – aber ansonsten war und bin ich eigentlich ganz pflegeleicht!

6 Antworten, wenn dir ein Fleischesser sagt ‘Pflanzen sind auch Lebewesen, die Gefühle haben!’ – 27 Jul 12

Jeder, der mein Tagebuch eine Weile lang gelesen hat und diejenigen, die sich die verschiedenen Themen angesehen haben, über die ich schreibe, weiß, dass ich Vegetarier bin, meine Familie vegetarisch isst und es in unserer ganzen Stadt kein nicht-vegetarisches Essen gibt. Vielleicht habt ihr auch gehört oder gelesen, dass ich mich für vegetarische Ernährung einsetze, was ich auch weiterhin auf jeden Fall tun werde. Eines der Gegenargumente von Fleischessern erscheint mir so albern, dass ich oft keine Worte für eine Antwort habe: „Aber warum tötest du denn Pflanzen? Sie haben auch Gefühle und du tust ihnen weh!“ Ich habe beschlossen, all meine Gedanken zu sammeln und sie heute hier aufzuschreiben. Wenn mich diese Frage in Zukunft sprachlos macht, habe ich einen Blogeintrag, den ich der Person empfehlen kann.

Hier sind also meine Antworten für euch:

  1. Meinst du nicht, dass du nun nur in die Defensive gehst, weil du weißt, wie viel Leiden dein Fleischessen verursacht?
     
  2. Wenn man Gemüse ist, bedeutet das moistens nicht, dass man die ganze Pflanze umbringt! Wenn man eine Tomate vom Strauch pflückt, wächst sie einfach wieder nach. Schneide deinen Spinat und lass ihn nachwachsen. Hast du das schonmal mit Hähnchenflügeln versucht? Nein, die wachsen nicht nach!
     
  3. Vielleicht argumentierst du nun, dass es der Tomatenpflanze jedes Mal weh tut, wenn du eine Tomate abpflückst, genau wie es mir wehtun würde, wenn mir jemand einen Büschel Haare ausreißen würde. Wenn du jedoch wirklich diese Art von Vergleich verwenden willst, dann denke erst einmal an die ganze Haare, die dir jeden Tag einfach so ausfallen – das kommt dem Abpflücken einer reifen Tomate schon viel näher, einfach, schmerzlos und sie würde sowieso abfallen.
     
  4. Warum, ja warum meinst du eigentlich, dass Pflanzen Schmerz verspüren? Hat jemals eine Pflanze bei der Ernte geschrien? Ist dir jemals eine Pflanze davongelaufen? Das glaube ich nicht! Von den Millionen von Schweinen, Kühen, Ziegen, Schafen und Hühnern, die jeden Tag geschlachtet werden, kannst du das jedoch nicht sagen. Es gibt viele Dokumentationen, die die Angst in diesen Tieren zeigen, wenn sie wissen, dass sie bald getötet werden – so etwas habe ich bei Pflanzen noch nie gesehen. Du etwa?
     
  5. Wenn wir einmal kurz annehmen, dass man Pflanzen wie Weizen beim Ernten wirklich ‚tötet‘, so lass uns doch mal zählen, wie viele davon für mein Essen gestorben sind und wie viele du indirekt getötet hast, um dein Fleisch essen zu können. Wie viele Pflanzen hat diese arme Kuh gegessen, bevor sie geschlachtet wurde und auf deinem Teller landete? Und wie viele nicht nachwachsende Pflanzen esse ich jeden Tag? Ich glaube, du bist derjenige, der mehr davon tötet!
     
  6. Wenn du wirklich meinst, dass Pflanzen Schmerz verspüren und du dich darum sorgst, solltest du nicht besonders dann die Moral haben, keine Tiere zu töten? Und wenn du das wirklich glaubst, solltest du nur Frucht und Gemüse essen, das von Bäumen und Büschen gefallen ist – dann würdest du keiner Pflanze schaden.

Du siehst also, dass das Argument nicht wirklich anti-Vegetarier ist, sondern eher Anti-Fleischesser! Ich hoffe, dass das einigen Vegetariern weiterhilft, die keine Lust mehr haben, dieses Thema mit Leuten zu diskutieren, die solch dumme Argumente liefern. Ich werde mir diesen Link auf jeden Fall abspeichern und ihn von nun an als meine standard Antwort verwenden.

Eine Vielzahl an Erfahrungen in Neuseeland – 15 Apr 12

Bei meinen Vorträgen und Einzelsitzungen in dem ersten Ort, in dem ich 2003 in Neuseeland war, lernte ich auch viele Menschen aus den umliegenden Städten und Dörfern kennen. Unter ihnen waren einige Yogalehrer, die mich zu ihren Yogastudios einluden, um auch in ihren Städten Heilsitzungen und Vorträge zu geben. Es war also gut, dass ich mich noch auf kein weiteres Programm festgelegt hatte und etwas Zeit offen gelassen hatte, um in der Gegend zu bleiben und dort etwas zu reisen. Ich hatte in Indien mein ganzes Leben lang solche Erfahrungen gemacht. Ich war lang und oft gereist, ohne festzulegen, wann ich wiederkommen würde und so vertraute ich darauf, dass ich genug programm haben würde, um meine Zeit in Neuseeland auch zu füllen.

Ich kann euch nicht sagen, an wie vielen Orten ich in den darauf folgenden Tagen und Wochen war. Da waren so viele unterschiedliche Menschen Leute, so dass ich manchmal täglich den Ort wechselte. Jemand kam zu einem Programm, sagte, er würde mich auch gerne zu sich einladen und ich sagte okay, los geht’s! Sie nahmen mich dann gleich mit oder an einem der nächsten Tage. Ich war einfach nur frei und offen, das zu akzeptieren, was da kommen würde.

In der Zeit habe ich so viele Erfahrungen mit vielen unterschiedlichen Menschen gemacht. Einmal wurde ich von einer Frau abgeholt, die mich auf eine zweistündige Fahrt mit in ihre Stadt nahm. Als wir dort ankamen, parkten wir das Auto, stiegen aus und ich sah ihr erstaunt zu, wie sie einfach in das Haus hineinging – ohne Schlüssel, sie öffnete einfach die Tür. Sie war also für mehr als vier Stunden von daheim weg gewesen, um mich abzuholen und sie hatte die Tür nicht zugesperrt! Ich war verblüfft, dass es in diesem Land offensichtlich so wenig Verbrechen gab und so viele ehrliche Leute, dass man nicht einmal seine Tür absperren musste. Sie hatte keine Angst, dass jemand kommen und ihr Haus ausrauben könnte!

Ich erinnere mich, dass ich in einer Stadt einen Vortrag vor der theosophischen Gesellschaft hielt. Ich glaube, es war der Mann, der mich zu diesem Vortrag eingeladen hatte, mit dem ich ein lustiges Missverständnis hatte. Ich wohnte glaube ich einige Tage bei ihm und bei unserer ersten gemeinsamen Mahlzeit fragte ich ihn, ob er Vegetarier sei. Er antwortete ‚Nein, ich mag mein Fleisch!‘. Ich war sehr überrascht und auch etwas geschockt bei meinem ersten Gedanken ‚Was? Dieser Mann isst seinen eigenen Körper?‘ Als ich merkte, was er eigentlich meinte, dass er nämlich einfach nur Fleisch mochte, musste ich lachen. Mein Englisch, obwohl es jeden Tag besser wurde, ließ mich denken, er würde sich selbst aufessen!

Was ich von meinen Reisen in dem Land jedoch noch genau weiß ist, dass es auf dem Weg in jede Stadt und in jedes Dorf herrliche Landschaften zu bewundern gab. Ich war von der wunderschönen Natur und der Schöpfung dieser Welt fasziniert. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass Neuseeland einer der schönsten Orte dieser Welt ist.

Wenn du Fleisch isst, behaupte nicht, dass du Tiere liebst – 28 Jun 11

Gestern habe ich über Mark Zuckerberg geschrieben und über seine Idee, nur Fleisch von Tieren zu essen, die er selbst umgebracht hat. Ich habe auch erwähnt, dass ein möglicher Grund hierfür die Geschichte des Fleisches ist, das man normalerweise im Supermarkt oder sogar beim örtlichen Metzger kaufen kann.

Neben der Tatsache, dass eine ausgewogene vegetarische Ernährung medizinisch besser für dich ist als Fleisch, gibt es Gründe für ein vegetarisches Leben, die mehr damit zu tun haben, wie Tiere heutzutage gehalten werden.

Lasst mich euch zunächst das Idealbild und die Hoffnung eines Fleischessers beschreiben, wie sein Fleisch idealerweise auf seinen Teller kommt. Da bringt eine glückliche Mutter-Kuh auf einer großen Alm in den Bergen ein junges Kalb auf die Welt. Es wächst auf, trinkt Muttermilch und wird von der Mutter, aber auch dem liebenden Bauern aufgezogen. Jeden Tag bringt der Bauer das Kalb und seine Familie auf die Wiese, auf der sie frisches Gras und Kräuter fressen können. Das Kalb wächst und wird immer stärker. Eines Tages kommt der Metzger auf die Alm und ohne jegliche Angst oder Schmerzen für dieses Tier tötet er es, spricht optimalerweise noch ein Gebet für es und dankt Gott und der Natur für dieses Leben, das er nimmt. Er bringt das Fleisch auf den Markt, wo es so frisch wie möglich und ohne weitere Verarbeitung verkauft wird.

Das, meine lieben Freunde, ist jedoch nicht die Realität. Es ist nur eine Illusion und nicht die Geschichte des Fleisches auf deinem Teller. So war das vielleicht vor vielen Jahren, als die Städte noch kleiner waren und es weniger Nachfrage nach Fleisch gab. Das Leben der Kühe sah sogar in meiner Kindheit in Indien noch ähnlich aus, als wir und mehrere unserer Nachbarn Kühe hatten und dazu noch jemanden angestellt, der sich um sie kümmerte. Er holte sie in der Früh bei uns zu Hause ab und brachte sie in den Wald oder auf Wiesen. Am Nachmittag oder Abend brachte er sie zurück und wir melkten sie.

Heutzutage werden Kälber jedoch zu Hunderten auf Massentierhaltungs-Farmen geboren, die Tausende Nutztiere haben. Diese Kälber werden gleich nach ihrer Geburt von ihren Müttern getrennt und werden mit Hilfe von täglichen oder wöchentlichen Hormonspritzen schnell groß und fett. Milchkühe bekommen zusätzlich Hormone gespritzt, die die Milchproduktion anregen. Sie haben in etwa drei Quadratmeter Platz, so dass sie sich nur mit Mühe hinlegen können und es ihnen unmöglich ist, sich umzudrehen. Sie bekommen den freien Himmel vielleicht einmal im Leben zu sehen – auf dem Weg zum Schlachter. Die ausgewählten Kühe werden dorthingebracht, mit Schlägen auf den richtigen Weg getrieben, ihre Angst- und Schmerzensschreie werden ignoriert. Sie werden auf die brutalste Weise geschlachtet, oft ohne, dass darauf geachtet wird, ob sie schnell tot sind oder ob sie langsam und unter großen Schmerzen sterben. Ihr Fleisch wird hergenommen, mit Chemikalien vollgepumpt, damit es frischer und besser aussieht und damit es sich länger hält und oft wird es dazu noch mit Abfällen gemischt, um die Menge zu vergrößern. Danach reist es noch lange Wege auf Lastwägen durchs Land, bis es in die Supermärkte gelangt, so es vielleicht noch einige Wochen herumliegt, bevor du es schließlich kaufst und isst.

Meinst du wirklich, dass das gut ist? Willst du dieses Fleisch wirklich essen?

Es sind auch nicht nur die Kühe! Hühner sitzen in winzigen Käfigen aufeinander, ihre Schnäbel gekürzt, ihre Krallen und Flügel verkümmert, mit der einzigen Aufgabe, Eier zu legen und, wenn sie nicht mehr von Nutzen sind, getötet und gegessen zu werden. Schweine werden in Massen produziert, mit Hormonen und Chemie vollgestopft, damit sie fett werden und dann auf ähnliche Weise umgebracht. Diese Liste könnte man mit all den anderen Tieren weiterführen, die in Massentierhaltung leben und einfach nur da sind, um gegessen zu werden.

Du isst all ihren Schmerz, ihr Elend, die Grausamkeit, ihre Angst, die Hormone, Chemikalien, Konservierungsstoffe und ihren Tod mit dem Fleisch mit.

Das geschieht auf der ganzen Welt. Selbst in Indien, wo der Hinduismus einst die Kühe vor solchem Schicksal bewahr hat, ist das jetzt genau das, was an vielen Orten geschieht. Kühe werden als heilig angesehen, doch dann kam da das Geschäft, die Nachfrage nach ihrem Fleisch und damit die Idee, sie in einen Käfig zu stecken und immer mehr zu produzieren. Die religiösen Gefühle sind alle verschwunden und was am Ende übrig ist, ist die Grausamkeit der Menschen, die die Natur, Tiere und alles um sich herum wegen der Gier nach Reichtum ignorieren.

Unterstütze diese Gier nicht. Unterstütze ihre Grausamkeit nicht. Lebe vegetarisch. Wenn du Eier isst und Milch trinkst, gib Acht darauf, wo diese Nahrungsmittel herkommen. Iss kein Fleisch. Es ist nicht gut für dich und nicht gut für die Welt.