Fühlst du dich allein? Öffne dich und du erlebst neue Möglichkeiten – 29 Aug 16

Vor ein paar Tagen haben wir eine Email bekommen von einer Dame, die bereits vor ein paar Jahren bei mir zu einer Beratung war. Damals hatte sie körperliche Probleme und ich konnte ihr mit einigen Tipps für Yogastellungen und Ayurvedische Ernährung helfen. Dieses Mal jedoch schrieb sie mir wegen eines anderen Problems: sie fühlte sich einsam!

Diese junge Frau ist etwas über 30, hat ihre Arbeit, die ihr Spaß macht und geht regelmäßig mit ihren Freunden aus. Sie sehnt sich jedoch nach einem Partner. Das ist nicht überraschend, jeder Single um die 30 hat solche Themen, männlich oder weiblich. Das ist eigentlich nur Biologie. Die Einzelheiten jedoch ließen mich darüber nachdenken, dass meine Antwort vielleicht noch einigen weiteren Leuten in ihrer Situation helfen könnte.

Sie ist schon seit vielen Jahren Single. Es gab kurze Beziehungen, aber öfter als das waren da One-Night-Stands oder offene sexuelle Begegnungen mit jemandem, mit dem sie eine Vereinbarung hatte: wir können Sex haben, werden es aber nie zu einer Beziehung kommen lassen. Emotional lag ihr an diesem Mann nicht viel, noch hat sie irgendeine andere solche Person, zu der sie sich hingezogen fühlt. Doch sie wünscht sich dieses Gefühl der Nähe. Sie will die Abende und Nächte nicht mehr alleine verbringen. Ein natürliches Bedürfnis danach, gehalten zu werden und zu halten.

Ohne zu viele persönliche Einzelheiten zu erzählen, lasst mich einfach sagen, dass sie in der Vergangenheit Möglichkeiten gehabt hat, Freunden oder Bekannten näher zu kommen, diesen Weg jedoch bewusst nie eingeschlagen hat.

Ich sagte ihr, sie solle sich öffnen und ihre Angst etwas runterkurbeln. Die Angst davor verletzt zu werden oder eine Freundschaft durch eine Beziehung zu ruinieren. Solange du der Welt zeigst, dass du eine taffe alleinstehende Frau bist, die das Leben selbst angeht und ihre Unabhängigkeit liebt, gibt es vielleicht wenige Männer, die sich trauen, ein entsprechendes Angebot zu machen. Du scheinst als würdest du sie nicht in deinem Leben haben wollen! Du schließt praktisch die Türen vor solchen Angeboten, obwohl du willst, dass Leute reinkommen und etwas vorschlagen!

Offen zu sein bedeutet nicht, dass man einfach irgendjemanden reinlässt und auf seinen Gefühlen und Emotionen herumtrampeln lässt. Es bedeutet jedoch, dass man die Bereitschaft signalisiert, dass der Richtige kommen kann. Dass du es zulässt und ein Abenteuer beginnst.

Geh nicht auf Nummer sicher. Das Leben ist nicht sicher und gute Dinge geschehen in dem Augenblick, in dem du deine Wachsamkeit und Zurückhaltung fallen lässt. Lass den Funken, von dem du träumst, zu dir kommen – und du wirst merken, dass es so viel einfacher ist, als ständig mit dir selbst zu kämpfen! Vielleicht gibt es Enttäuschungen und hin und wieder auch Schmerzen – aber mehr als das hast du die Möglichkeit das zu bekommen, wonach du dich sehnst: Liebe.

Es ist deine Entscheidung, in welcher Stimmung du sein möchtest – 3 Mär 16

Du entscheidest selbst was du für eine Stimmung hast – selbst wenn du natürlich auch von äußeren Umständen beeinflusst wird! Als ein Ashram Gast uns vor kurzem von einer schwierigen Situation erzählte, dachten wir wieder einmal an diese Tatsache.

Diese junge Frau hatte schon vor langer Zeit beschlossen, auf eine Reise nach Indien zu gehen. Als sie ihrer Familie und ihren Freunden von den Plänen und ihrer Buchung erzählte, bekam sie unterschiedliche Reaktionen. Einige Leute waren glücklich und freuten sich für sie, aber andere warnten sie, es würde ihr nicht gefallen, es sei gefährlich und sie sollte nicht nach Indien fliegen.

Meistens sind es diejenigen, die selbst noch nie in Indien waren und es nur aus Medien-Berichten kennen, die andere vor einer solchen Reise warnen. Das fand unsere Freundin auch heraus und so kam sie trotzdem. Sie wählte einen guten Ort für den Beginn ihrer Reise: unseren Ashram. Hier hatte sie die Zeit sich langsam an das indische Klima, die indische Zeitzone und natürlich die Kultur zu gewöhnen.

Nach einigen Tagen genoss sie bereits ihre Zeit voll und ganz! Sie machte jeden Morgen Yoga und entspannte sich bei täglichen Massagen und Anwendungen. Sie besuchte die Stadt und machte auch außerhalb des Ashrams gute Erfahrungen. So kam es, dass unsere neue Freundin beschloss, auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken Bilder und Anekdoten zu teilen.

Am nächsten Tag war sie sichtbar unglücklich und teilte auch den Grund mit uns: sie hatte von einer Freundin, die selbst in Indien gewesen war und dort keine schönen Erfahrungen gemacht hatte, eine Nachricht bekommen. Diese Freundin hatte sie bei ihrer Reiseplanung eigentlich unterstützt. Es war seltsam – in ihrer Email schimpfte diese ‚Freundin‘ sie praktisch, dass sie die Bilder nicht hätte hochstellen dürfen! Sie erklärte, dass sie den Augenblick genießen sollte und ihre Erfahrungen später mit Freunden teilen sollte. Ansonsten würde sie es sich selbst verderben. Es war eine unfreundliche Nachricht, die diese junge Frau wirklich aus dem Gleichgewicht brachte.

Wir sprachen darüber und stimmten alle überein, dass sie sich die Worte einer anderen Person nicht so sehr zu Herzen nehmen sollte, dass es ihr die Zeit verdarb. Dazu kam das Wissen, dass die andere Frau recht negativ war, die dazu noch in Indien selbst keine gute Zeit gehabt hatte! Es war also gut möglich, dass sie einfach nur neidisch war und nicht wollte, dass es unserem Gast hier so sehr gefiel!

Darüber zu sprechen half unserer neuen Freundin und es war schön zu sehen, dass sie ihre Entscheidung traf: die Entscheidung glücklich zu sein, statt sich von anderen runtermachen zu lassen!

Machen soziale Netzwerke einsam? – 14 Dez 15

क्या सोशल नेटवर्किंग साइट्स जीवन में अकेलापन पैदा कर रहीं हैं

Manchmal fragte ich mich, welche Auswirkung soziale Medien auf lange Sicht hin auf unsere Gesellschaft haben werden. Es scheint als würden die Netzwerke, die dazu da sind, mehr Leute miteinander in Verbindung zu bringen, eigentlich mehr Leute einsam machen.

Wie komme ich zu dieser Schlussfolgerung? Ganz einfach: ich habe gesehen, wie viele Leute auf das reagieren, was sie auf sozialen Netzwerken sehen! Sie haben eine total widersprüchliche Beziehung zu ihnen: sie scheinen nicht genug von ihnen zu bekommen und machen die Seiten immer wieder auf, doch dann schließen sie sie immer wieder mit einem schlechten Gefühl. Dieses schlechte Gefühl kommt von dem, was sie gesehen haben: Bilder ihrer Freunde, die auf Partys sind, eine gute Zeit haben und im Allgemeinen ihr Leben genießen. In Familie, mit anderen Freunden, unter Leuten.

Und du? Du sitzt da allein, starrst auf dein Telefon, Tablet-PC oder Computer-Bildschirm. Du hast nicht Teil an all dem Spaß. Die Party findet da ohne dich statt. Du hast diesen perfekten Partner nicht, der dich mit einem Candlelight Dinner überrascht, wie eine Freundin vor Kurzem gepostet hat. Du gehst nicht auf hippe Partys, wo es alle krachen lassen. Und du scheinst auch weit weg zu sein von all den Freunden, die solche Dinge ins Internet stellen.

Dein soziales Netzwerk, dafür gemacht, dich mit anderen Leuten zu verbinden, hat dir nur das Gefühl gegeben, völlig allein zu sein, mutterseelenallein und einsam. Ohne es, hättest du vielleicht nie von dem ganzen Spaß erfahren, den du da verpasst. Vielleicht wärst du einfach nur glücklich gewesen, daheim ein Buch zu lesen oder baden zu gehen.

Oder du würdest ausgehen, statt auf deinen Bildschirm zu starren und zu versuchen, dir etwas Schlaues auszudenken oder ein Bild zu suchen, auf dem du auch Spaß hast. Du würdest einen Freund anrufen und persönlich mit ihr oder ihm sprechen, statt andere online nahezu zu stalken, um zu sehen, wie viel Spaß er oder sie hat!

So können soziale Medien dich Einsamkeit auf eine Weise erleben lassen, die vor dem Internet nicht möglich war. Bevor man zu allen Zeiten erreichbar war und bevor man mit all seinen Schul- und Universitäts-Freunden, Arbeitskollegen und Verwandten gleichzeitig in Verbindung stand.

Das merkst du spätestens, wenn du dich in einer schlechten Situation wiederfindest und Hilfe brauchst. Wenn du mit anderen per Nachrichten in Kontakt warst, jedoch kaum je einen in Person getroffen hast. Denn wenn die ganze Welt über dir zusammenbricht, brauchst du eine echte Umarmung, keine virtuelle. Eine echte Schulter, an der du dich ausweinen kannst. Jemanden, der vorbeikommt und zuhört, jemand, der im wahren Leben für dich da ist.

Vergiss nie, dass soziale Netzwerke nur ein Werkzeug ist, etwas, das das echte Erlebnis verbessern soll, aber kein Ersatz. Lass es mehr Freunde in dein gesellschaftliches Leben bringen, anstatt dich davon runterziehen zu lassen!

Wie man bei Problemen mit zwischenmenschlichen Beziehungen seine Emotionen handhabt – 27 Okt 15

Nicht jede Schwierigkeit, die uns im Leben begegnet, ist von finanzieller Natur. Im gestrigen Blogeintrag lag mein Augenmerk eher auf Problemen im Geschäft und mit dem Geld, doch natürlich gibt es Themen, die manchmal noch schlimmer sind als jedes finanzielle Problem es jemals sein könnte: Probleme in deiner Beziehung zu anderen Menschen, deinen Freunden, deiner Familie und vor allem deinem Partner. Wie sollen wir mit diesen Problemen umgehen?

Zunächst einmal gilt das gleiche Konzept: beruhige dich, bevor du irgendetwas tust. Es ist klar, dass dich eine Meinungsverschiedenheit, eine Diskussion oder ein Streit mit einem geliebten Menschen völlig erschüttert zurücklassen kann. Vielleicht fühlst du dich aufgebracht und wütend, oder aber am Boden zerstört, vielleicht fließen die Tränen oder du zitterst am ganzen Körper. Du kannst das Gefühl haben, dass du Recht hattest oder bedauern, was du getan hast, aber für jeglichen weiteren Gedanken und jede weitere Handlung musst du dich beruhigen und deinen Kopf frei bekommen!

Das bedeutet nicht, dass es dir nicht mehr Leid tun sollte oder dass du dich nicht mehr ungerecht behandelt fühlen solltest! Es bedeutet, dass du deine Gefühle erkennst und weißt, wo sie herkommen. Analysiere einmal: was genau ist der Auslöser für diese Gefühle? Etwas, was der andere gesagt hat? Etwas, was du getan hast? Was hat dir das Gefühl gegeben, das du jetzt hast? War es eine Handlung oder nur ein Gedanke oder eine Sorge von deiner Seite?

Ich bin selbst eine emotionale Person, doch während es für viele Leute zu sehr nach einem Vorgang im Verstand aussehen mag, glaube ich, dass wir diesen Weg manchmal gehen müssen, um herauszufinden, was das Problem ist. Wenn ich so sehr in der Emotion bin, dass ich nicht mehr genau erkennen kann, warum ich diese Emotionen habe, können meine Handlungen genau das ausdrücken.

Die dümmsten Verbrechen werden begangen, weil Menschen ihre Wut nicht im Zaum halten können. Hinterher wissen sie oft gar nicht wirklich, warum sie so reagiert haben, wie sie es nun eben haben. Sie waren wütend – doch bei klarem Verstand wissen sie selbst, dass ihre Wut ihre Handlungen nicht rechtfertigte. Dass sie von einer inneren Verletzung stammen, für die der andere noch nicht einmal die Schuld tragen mag.

Sobald du also weißt, warum du dich so fühlst, wie du es tust, kannst du an der Lösung des Problems arbeiten.

Wenn es etwas ist, das du falsch gemacht hast und wenn dir das leid tut, so halte ich es nie für zu spät, sich zu entschuldigen. Man kann nicht erwarten, dass der andere die Entschuldigung unter allen Umständen annimmt – doch für dich selbst kannst du diesen Schritt machen und es dir selbst klar machen, dass du dich entschuldigt hast. Selbst, wenn es nicht angenommen wird, hast du es versucht und du kannst weitergehen!

Wenn der andere dir Unrecht getan hat, hast du nun die Möglichkeit herauszufinden, was du deshalb unternehmen möchtest. Du kannst dem anderen deine Gefühle erklären oder du kannst entscheiden, was du als nächstes tun möchtest. Es ist eine Möglichkeit für dich, nach deinen tieferen Gefühlen zu handeln, nicht nur dem vorübergehenden Zorn.

Am Ende ist egal, was geschieht, die Nachricht bleibt praktisch die Gleiche: was auch immer das Problem ist, die Welt wird nicht davon zusammenbrechen. Bleib ruhig und finde heraus, was du tun kannst!

Liebe hat kein Gegenteil – 7 Sep 15

Die Liebe ist ein wichtiges Thema in meinem Leben. Das war sie schon immer. Ich glaube eigentlich, dass mehr Leute der Liebe in ihrem Leben mehr Wichtigkeit zusprechen sollten, da ihnen das helfen würde. Im Gegenteil zur allgemeinen Überzeugung derer, die Liebe gerne zum Thema machen – meistens Menschen in der spirituellen Szene – glaube ich, dass es kein echtes Gegenteil zur Liebe gibt, eines, das nicht gleichzeitig mit der Liebe existieren kann.

Gegenteile können normalerweise nicht gleichzeitig zusammen auftreten, richtig? Eine Person kann nicht gleichzeitig groß und klein sein. Temperatur kann nicht gleichzeitig kalt und heiß sein. Dein Haar kann nicht gleichzeitig kurz und lang sein. Gleichzeitig denken die Menschen, dass Hass oder sogar Angst das Gegenteil der Liebe sind. Mehrere Menschen haben mir erzählt: ‚wo Liebe ist, gibt es keinen Hass‘ oder ‚wenn du liebst, ist da kein Raum für Angst‘. Ich glaube nicht, dass diese zwei Aussagen wahr sind.

Es ist meine persönliche Erfahrung, dass Liebe mit jedem möglichen anderen Gefühl zusammen existieren kann! Liebe kann mit Illusion existieren, es kann mit Besessenheit bestehen. Liebe kann zusammen mit Abneigung, Unwissenheit oder Gleichgültigkeit bestehen.

Ihr habt vielleicht alle obigen bereits gesehen, aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es Liebe zusammen mit Hass oder Angst geben kann?

Habt ihr wirklich noch nie eine Hassliebe gesehen? Wart ihr noch nie in der Situation, dass jemand, den ihr eigentlich liebt, euch etwas wirklich Schlimmes angetan hat? Hast du da in deiner Wut nicht auch Hass verspürt, egal für wie kurz? Und glaubst du, dass in dem Augenblick deine Liebe ausgesetzt hat? Nein, ich glaube, dass du in dem Augenblick beides in dir hattest.

Genauso ist es, denke ich, mit der Angst. Angst und Liebe können gleichzeitig existieren. Du kannst lieben, aber auch gleichzeitig Angst davor haben, was passiert, wenn du dich zu sehr öffnest. Wirst du wieder verletzt werden? Werden deine wertvollen Gefühle ausgenutzt? Das halt dich nicht davon ab zu lieben, aber du kannst nicht verleugnen, dass du auch Angst spürst – gleichzeitig!

Es ist also ganz einfach: so großartig, wie Liebe ist, es kann neben ihr auch Angst oder Hass geben. Und das sind auch nur ganz natürliche Gefühle, die wir als Teil dessen, was wir sind, akzeptieren können!

Ma und Pa das erste Mal allein daheim, ohne ihre dreieinhalb-jährige Tochter – 14 Jul 15

Gestern habe ich euch von Apras großer Reise ohne uns erzählt: zwei Nächte und drei Tage mit ihrem Onkel und ihrer Urgroßmutter in Khajuraho! Sie hatte so viel Spaß – und was ist mit uns, ihrer Ma und ihrem Pa?

Ich habe euch schon erzählt, dass wir mit Apra über das Einschlafen ohne uns gesprochen haben, bevor sie wegfuhr. Wir wussten, dass das für sie am Schwierigsten sein würde. Wir erklärten ihr, dass wir nicht da sein würden und dass sie dann auch nicht zu uns kommen könnte – doch sie bestand darauf, dass sie damit kein Problem haben würde. Während wir schon dachten, dass sie uns wohl tagsüber nicht vermissen würde, fragten wir uns, ob wir das Gleiche denn auch über uns sagen könnten!

Sobald sie abgefahren waren, hatten wir ein ganz seltsames Gefühl: zum ersten Mal in dreieinhalb Jahren war Apra nicht bei uns! Erst dann erkannten wir, in wie vielen kleinen Handlungen wir uns um sie kümmern und sie mit einbeziehen! Natürlich kam sie nicht in unser Büro, um uns von der Arbeit abzulenken und natürlich war es zu den Mahlzeiten eher ruhig. Es waren jedoch noch viel mehr die kleinen Dinge, die uns zeigten, wie sehr wir unsere Kleine vermissten: wenn wir am Morgen leise sprechen, um sie nicht aufzuwecken – obwohl sie gar nicht in unserem Bett ist! Wenn man für ein Telefongespräch den Raum verlässt, obwohl sie gar nicht da war, um einem in das andere Ohr zu quatschen!

Oh ja, wir haben sie sehr vermisst. Ich kenne viele Eltern, die sagen, dass ein ‚kinderfreies Wochenende‘ herrlich ist, Zeit ohne ihre Kinder. Wir hatten dieses Gefühl nicht wirklich. Ich glaube der Hauptgrund ist, dass uns nichts abgeht, wenn sie hier ist. Wir tun alles, was wir tun möchten und wir genießen alles mit ihr! Es gab nichts, was wir ‚endlich tun konnten‘, als sie nicht mehr da war!

Natürlich waren wir traurig, als wir sie am ersten Abend weinen sahen, doch viel mehr als das waren wir glücklich und unendlich stolz, dass sie auf diese Reise gegangen war, dass sie in der zweiten Nacht ohne Weinen eingeschlafen ist und uns nicht vermisst hat und dass sie wiedergekommen war, übersprudelnd mit all den Abenteuern, von denen sie uns erzählen wollte!

Sie hat auf dieser Reise so viel gelernt! Sie begreift das Konzept der Entfernung ein bisschen besser und versteht, dass man nach einer langen Fahrt im Auto nicht einfach bei seiner Ma und seinem Pa sein kann. Sie hat gelernt, dass sie jemanden um Hilfe bitten kann, wenn man seinen Onkel einen Augenblick lang nicht mehr sie. Sie hat auch gelernt, dass man nicht einfach alleine davonläuft, ohne jemandem davon zu erzählen… eine unschätzbar wertvolle Lektion, wie mir sicher alle Eltern zustimmen werden! Sie hat außerdem noch tausende andere Dinge gelernt, die man eben nur erleben kann, wenn man nicht daheim ist.

Ich glaube, es ist der erste Schritt in die Art von Unabhängigkeit, die ich meinem Kind geben möchte. Ich möchte, dass sie weiß, dass wir immer da sind, egal was, ein sicherer Hafen. Ein Anker für Sicherheit – aber keine Kette, die sie an das bindet, was sie kennt! Sie soll frei sein, diese Welt zu erforschen. Sie soll dieser Aufregung vor einer Reise und neuen Erlebnissen folgen. Auf diese Weise lernt sie glaube ich mehr über die Welt als wir ihr jemals beibringen können, wenn wir nur hier im Ashram herumsitzen! Natürlich werden wir auch mit ihr reisen, aber es wird der Tag kommen, wenn sie nicht nur mit ihren Onkeln verreist, sondern auch allein!

Ich weiß, ich werde an jenem Tag sehr stolz sein – und ich weiß auch, dass ich sie schrecklich vermissen werde!

Wenn Veränderungen einen Mangel an Nähe in deine Freundschaft bringen – 8 Jun 15

Ich habe auf jeden Fall bereits viel über Liebe und Freundschaft geschrieben, über Nähe der Herzen und auch über körperliche Nähe. Ich bin mir sicher, dass ich jedes Mal, wenn ich über solche Themen geschrieben habe, auch erwähnt habe, dass es wichtiger ist, einander mit dem Herzen näher zu sein als mit dem Körper. Leider habe ich vor Kurzem wieder einmal bemerkt, wie wichtig diese Tatsache ist!

Ich habe einen Freund, dem ich immer nahe war. Wir haben einander schon lange gekannt und sind als Freunde durch verschiedene Lebensstufen gegangen. Dabei wohnten wir manchmal näher beieinander und verbrachten auch lange Zeitspannen weit entfernt voneinander.

Selbst während wir nicht beieinander waren und uns nicht nur monatelang nicht trafen, sondern auch nicht miteinander telefonierten, standen wir einander trotzdem nahe. Es gab Jahre, während denen wir einander nur einmal in zwei Monaten sahen! In dieser Zeit hatte ich trotzdem das Gefühl, dass wir, als wir uns trafen, miteinander verbunden und einander nahe waren.

Jetzt jedoch ist die Situation anders. In mir und in meinem Leben gab es viele Veränderungen und jetzt leben wir näher beieinander, sehen einander zweimal pro Monat, aber leider spüre ich diese Nähe nicht mehr.

Ich habe viele Veränderungen erwähnt und natürlich ist eine dieser Veränderungen eine Veränderung der Gefühle. Die Themen, die mir wichtig sind, sind diejenigen, bei denen unsere Meinung sich sehr unterscheidet. So sehr, dass wir uns überhaupt nicht einigen können und so lassen wir diese Themen aus. Eine Weile lang schien das recht gut zu funktionieren.

Im Laufe der Zeit jedoch bemerkt man, wie ein Unterschied in der grundlegenden Einstellung und Sicht aufs Leben jedes andere Thema, über das man spricht, beeinflusst. Und schließlich scheinen die Treffen und Gespräche nichts anderes al sein Ritual zu sein.

Ein Ritual, das ich einer alten Freundschaft zuliebe aufrecht erhalten werden.

Ich glaube an den Ausdruck meiner Emotionen und scheute nicht davor zurück, diesen Mangel an Nähe meinem Freund gegenüber auszudrücken. Seine Antwort zeigte mir, dass ich mit meinem Gefühl richtig lag: er sagte nein, alles sei in Ordnung, wir haben uns beide verändert, also ist alles normal und in Ordnung.

Das bedeutet, es ist ihm egal, dass diese Nähe nicht mehr da ist – oder dass ich dieses Gefühl habe. Das beweist in sich, dass da keine Nähe besteht. Und es macht etwas aus – aber auch das Gefühl wird vergehen.

Immer, wenn ich meinen Gefühlen nicht vertraut habe, habe ich Energie verschwendet – 7 Jun 15

Ich habe schon lange eine Theorie, die ich immer wieder getestet habe und die sich immer als wahr erwiesen hat: vertraue deinen Gefühlen, wenn es um andere Leute geht. Wenn du das Gefühl hast, dass es mit euch beiden nicht klappen wird – egal welcher Art eure Beziehung ist – brich die Beziehung ab. Wenn du wartest und versuchst, es hinzukriegen, vergeudest du nur deine Energie und machst am Ende dann sowieso doch das Gleiche!

Ich erkläre euch, was ich meine. Ich habe in meinem Leben oft Menschen getroffen mit denen ich nach nur einer kleinen Weile das Gefühl hatte, dass wir nicht zusammenpassen werden. Es ist ein Gefühl, das man von den Handlungen des anderen, den Worten, den Blicken oder einfach nur ihrer Ausstrahlung bekommen kann. Es gibt einem den Eindruck, dass man mit dieser Person einfach nicht befreundet sein kann.

Manchmal wird das Gefühl noch etwas intensive und du musst sogar aufpassen, dass du nicht in einen Streit verwickelt wirst. Eure Meinungen unterscheiden sich einfach sehr voneinander!

Du siehst jedoch keinen richtigen Grund dafür, den Kontakt abzubrechen und möchtest auch nett sein, gerne eine Freundschaft aufbauen und Spaß haben. Also sorgst du dafür, dass es klappt. Du ignorierst Kommentare, gegen die du normalerweise Einwände hättest.

Nach einiger Zeit jedoch – und das kann Wochen oder sogar Monate später sein – kommt ihr an den Punkt, wenn ihr einfach nicht mehr so weitermachen könnt. Ein Punkt an dem du, wenn du ehrlich und du selbst bleiben willst, auf Distanz gehen musst.

Das ist der Punkt, an dem solche Beziehungen in die Brüche gehen. Und nach dem du dich hinterher besser fühlst. Lange hast du es aufrecht erhalten und viel Energie und Mühe investiert! Wenn es dann schließlich vorbei ist, wenn es klar ist, dass es so nicht weitergeht, wirst du erleichtert sein. Erleichtert, dass du diese Energie nun nicht mehr aufbringen musst.

Vielleicht bedauerst du sogar, dass du dich so lange so sehr bemüht hast. Doch keine Sorge – es ist so, wie es geschehen ist, am Besten! Du hast den anderen kennen gelernt und bist nun sicher, dass es nicht passt. Höre nächstes Mal nur etwas früher auf dein Gefühl und handle auch schneller!

Lust – ein natürliches Gefühl voller Freude – es ist krank, es als Krankheit zu sehen – 1 Jun 15

Vor einiger Zeit erklärte mir ein Bekannter seine Meinung zu Pornofilmen und erwähnte, dass diese Filme in seinen Augen in den Menschen Lust wecken, die dann in der Folge der Grund für eine erhöhte Anzahl der Vergewaltigungsfälle in Indien ist. Kurz gesagt, er glaubt, je mehr Menschen sich Pornos ansehen, desto mehr Frauen werden vergewaltigt.

Zunächst einmal und bevor ich weiter ins Detail gehe, muss ich eine Sache ganz klar sagen: Lust ist nichts Schlechtes. Es ist eine natürliche Empfindung, Emotion, ein Gefühl, das wir alle haben. Männer und Frauen, körperlich unversehrt oder nicht, von Kindern zu alten Menschen, es ist in uns allen. Jeder von uns hat Lust, sinnliche Begierde in sich – wenn nicht, ist in der Tat etwas falsch! Je nach körperlicher Situation, aufgrund verschiedener Hormone in unserem Körper und natürlich auch als Ergebnis unseres mentalen Zustands haben wir unterschiedlich viel davon in uns.

In normalen Situationen ist sie auch leicht zugänglich. Sogar ein einfacher Gedanke kann die Lust in dir wecken. Dafür brauchst du keinen Film, noch nicht einmal ein Bild! Du kannst das alles selbst erschaffen! Auch ein ganz gewöhnlicher Bollywood- oder Hollywood-Film kann Lust wecken – oder auch einfach nur ein Gedanke, den du hast, während du im Büro bei deiner Arbeit sitzt und an etwas ganz anderem arbeitest! Gleichzeitig kann jemand, der ein Problem hat und überhaupt keine Begierde verspürt, stundenlang Pornos ansehen, ohne auch nur an den Punkt dieses Lustempfindens zu kommen!

Lust ist nicht nur natürlich, sie ist auch wirklich schön! Mit deinen Lustgefühlen und besonders, wenn du diese befriedigt hast, wirst du automatisch in Glücksgefühle hineingezogen, in Gefühle der Erfüllung und der Liebe. Es gibt dir eine Freude und Erleichterung, die es unmöglich macht, dass sie der Grund für Vergewaltigungen sein könnte! Mit diesem Glück gibt es keinen Raum für Vergewaltigung. Aber mehr zu diesem Aspekt morgen.

Lust ist schon immer ein Teil dieser Welt gewesen. Sie ist überall – von der Literatur zur Kunst, von Skulpturen in Häusern zu Gemälden in Orten der Verehrung. Mit Technologie sind solche Bilder jedem mit nur einem Mausklick erhältlich. Leider jedoch hat sich das Image der Lust immer noch nicht sehr verändert.

Auch heute noch denken viele Leute, Lust sei etwas Schlechtes. Je radikaler sie werden, desto schlechter denken sie von Begierde, Sex und allem drum herum. Lust zu empfinden ist für sie der Beweis eines kranken Verstandes. Ein gesunder Geist hat solche Gedanken nicht und ein reiner Körper sollte solche Gefühle und solches Verlangen auch nicht verspüren. Man soll sich schuldig fühlen, wenn man Sex genießt oder an Sex auch nur denkt. Jedes Gefühl des körperlichen Verlangens muss unterdrückt werden. Deshalb glauben auch sehr religiöse Menschen an das Zölibat. Der Versuch, Reinheit durch Askese zu erlangen.

Ich glaube, dass genau das wirklich krank ist. Die Religion hat den Menschen die Idee in den Kopf gesetzt, dass Lust schlecht ist. Das ist eine Denkweise, die die Menschen geistig und körperlich krank macht! Das Zölibat ist völlig unnatürlich. Jede Unterdrückung des körperlichen Liebesspiels, die Behauptung, dadurch Reinheit zu erlangen, ist vollkommen unwissenschaftlich, aber darum schert sich ja die Religion nicht!

Die Unterdrückung hat Frauen und Männer dazu inspiriert, diesen Bereich noch mehr zu erkunden, wenngleich versteckt, und dann bricht es auf wirklich kranke Weise heraus – als Sexualverbrechen, die begangen werden, weil es für ein natürliches Bedürfnis kein anderes Ventil gab!

Lust. Jahrhundertelang hatte sie einen schlechten Ruf und ich finde, es ist an der Zeit, das zu ändern!

Liebe ist wichtiger als deine Gene – 23 Feb 14

Letzte Woche habe ich euch von der Mutter erzählt, die zusammen mit ihrer 18-Jährigen Tochter zu einer Einzelsitzung zu mir gekommen war. Sie hatte ihrer Tochter an deren 18. Geburtstag erzählt, dass der Mann, der sie großgezogen hatte und den sie ihren Vater nannte, nicht wirklich ihr biologischer Vater war. Ihr biologischer Vater war ein Mann, mit dem die Mutter eine Affäre gehabt hatte und von dem sie nichts wusste. Nun war ich also an der Reihe, mit dieser jungen Frau zu sprechen, deren psychologische Situation, verständlicherweise, vollkommen durcheinander war.

Die Mutter, bedrückt und mit Schuldgefühlen, dass sie ihrer Tochter auf diese emotionale Autobahnfahrt geschickt hatte, erklärte, warum sie ihr nach einer so langen Zeit dieses große Geheimnis eröffnet hatte: sie hatte das Gefühl gehabt, die jahrelange Lüge würde sie von innen her auffressen. Sie hatte es in ihrem Herzen rumgetragen und das Gefühl gehabt, es würde jeden Tag schwerer werden.

Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass da kein Grund gewesen war, diese Wahrheit nun, nach so lange Zeit, aufzudecken. Das Kind war nun erwachsen, glücklich mit der Situation, wie sie war und sie hatte dadurch nichts gewonnen. Da war nicht plötzlich ein weiterer, liebevoller Mensch, der für sie ein zweiter Vater werden könnte, da ja niemand auch nur die Kontaktdaten dieses Mannes kannte. Stattdessen hatte sie das Gefühl, sie hätte den Vater verloren, der genau das eigentlich immer für sie gewesen war! Du hast nicht über die Folgen deiner Handlungen nachgedacht, nicht daran gedacht, wie schwer diese auch für dich wiegen würden! Doch diese Gedanken waren sinnlos, da sie mich ja nicht zuvor gefragt hatte. Stattdessen unterhielt ich mich mit dem Mädchen.

Der mysteriöse Mann, dessen Gene sie teilte ging ihr durch den Kopf. Wie kann ich mit ihm in Kontakt treten? Wenn ich versuche ihn zu suchen und ihn wirklich finde, wie reagiert er wohl? Und was ist mit dem Exmann meiner Mutter, den ich Papa nenne? Ich weiß gar nicht, was ich denken und tun soll, ich könnte einfach hier sitzen und weinen, weil mein ganzes Leben bis jetzt eine Lüge war! Ich fühle mich, als hätte ich einen wichtigen Teil von mir selbst verloren!

Ich sagte ihr, dass sie nun erwachsen sei und die Dinge von einem etwas reiferen Standpunkt aus betrachten müsse. Als starke Frau, würde sie diesen Schock der plötzlichen Information überwinden und sehen, was dahinter ist: nämlich, das sich eigentlich nichts verändert hat.

In meinen Augen war es überhaupt nicht wichtig, wer der biologische Vater war. Du kennst seinen Namen nicht, hast nie zuvor an ihn gedacht und nie etwas vermisst – warum würdest du ihn jetzt vermissen? Warum sollte er plötzlich wichtig sein?

Wenn du nicht stark bist, wird dich das sehr verwirren. Wenn du die Sache jedoch realistisch siehst, stehst du immer noch an der gleichen Stelle und dein Platz in dieser Welt hat sich nicht verändert. Der Mann, der dich aufgezogen hat und dich liebt und den du genauso liebst, wird immer dein Vater sein! Deine Gene sind nicht wichtiger als die Liebe, die er dir dein ganzes Leben lang gegeben hat!

Du bist ein vollständiger Mensch, so wie du bist, und zuallererst musst du nun das Gleichgewicht zurück in dein Leben bringen. Wenn du irgendwann danach beginnen willst, nach diesem Mann zu suchen, tue das, ohne ein überwältigendes Ergebnis zu erwarten. Tue es, wenn du weißt, dass es dein momentanes Leben nicht über den Haufen wirft.

Sei du selbst, wie du es bis jetzt auch warst. Die Liebe ist wichtiger als deine Gene!