Panik hilft nicht im Kampf gegen Corona!

So, nun sitzen wir hier, in der Mitte Deutschlands und sehen in den Nachrichten, wie fast alle dreißig Minuten Entscheidungen getroffen werden, Schulen, Kinos und Theater zu schließen. Unser Telefon war nun schon eine Weile nicht mehr still, weil Familienmitglieder, Freunde und Eltern von Freundinnen unserer Tochter Nachrichten und ihre eigene Einschätzung und Gefühle schicken. Natürlich haben viele einen besorgten Ton – andere sind der Panik nahe!

Deswegen wollten wir in unserem Blog ein paar Zeilen zu dieser besonderen Situation schreiben.

Denn das ist sie: besonders. Die ganze Welt befindet sich in einem Zustand, den keiner von uns bis jetzt gesehen hat. Es gab immer Bedrohungen wie Krieg und Terrorismus. Meistens konnten wir uns da etwas zurücklehnen und sagen: ‚das ist so weit weg!‘ Tragisch, schlimm, aber in Ländern, die in großer Entfernung liegen. Zu anderen Gelegenheiten war es alles näher an uns dran, aber dann waren das irgendwie doch wieder Einzelsituationen und wir schafften uns, etwas Entfernung zwischen uns und diese Situationen zu bringen. Dieses Mal ist es anders. Keiner von uns war jemals in solch einer Situation. Jetzt sind wir alle betroffen, auf dem ganzen Planeten. Wir können uns jetzt nicht mehr vormachen, dass das mit uns nichts zu tun hat. Wir sind betroffen.

Lasst uns aber gleichzeitig mal einen Blick auf die Fakten werfen und auf den Grund, warum wir dieses Problem überhaupt haben. Der Corona-Virus ist dem Grippevirus recht ähnlich – änlich ansteckend und sogar ähnlich gefährlich. Der Grund warum wir dieses Problem überall haben ist einfach, dass es komplett neu ist. Dass wir noch keine Antikörper haben, die dagegen ankämpfen können. Deswegen ist es wahnsinnig einfach, sich Corona einzufangen und es weiterzugeben! So etwas ist in der Tat schonmal geschehen: die Spanische Grippe war 1918 ein komplett neuer Virus, keiner war dagegen immun und so hat sie viele Leben gekostet.

In den meisten Fällen haben Gesunde, die sich infizieren, nur leichte Symptome und ihre Körper können den Virus gut bekämpfen. Das Problem der schweren Symptome besteht aber für diejenigen, deren Immunsystem sowieso schon geschwächt ist. Die Grippe verursacht jedes Jahr ähnliche und auch sehr schwere gesundheitliche Probleme für die gleiche Risikogrippe und jedes Jahr kämpfen auch da die Krankenhäuser um Leben. Doch mit den hohen Zahlen an Infizierten sind die Gesundheitssysteme einfach überfordert und Menschen mit Gesundheitsberufen haben natürlich auch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko! Diese Situation soll hier in Deutschland nun verhindert werden: damit die Krankenhäuser nicht überlaufen werden, bemüht sich die Regierung das Fortschreiten des Virus zu verhindern und appelliert ans soziale Verantwortungsgefühl aller Leute. Bleibt daheim so viel ihr könnt und vermeidet Menschenmengen.

Es ist eine wundervolle Möglichkeit, Akzeptanz zu üben. Akzeptiere, dass die Situation so ist, wie sie ist. Akzeptiere, dass wir nur gewisse Vorsichtsmaßnahmen ergreifen können und nicht mehr als das. Wir können uns darin üben, ruhig zu bleiben. Genau darum würde ich euch gerne bitten. Verfallt nicht in Panik und verbreitet diese auch nicht an andere.

Ich fühle mit allen, die auf dieser Erde bereits einen geliebten Menschen an Corona verloren haben oder sich um jemanden Sorgen machen. Lasst uns diesen Menschen helfen, indem wir selbst ruhig bleiben. Und vielleicht findet ihr ja selbst einen Weg, denen in der Umgebung zu helfen, die zu der Risikogruppe gehören – ein Nachbar, dem man Lebensmittel mitbringen kann, wenn man einkaufen geht zum Beispiel. Lasst uns positiv und ruhig bleiben!

Toleranz gegenüber Glauben oder Verantwortung dafür, Kinder vor Aberglauben zu bewahren – 9 Oct 13

Gestern habe ich euch erzählt, dass ich einiges an Rückmeldungen bekam, als ich erzählte, dass zwei unserer Mitarbeiter wegen den Windpocken ihre Arbeitsstelle aufgegeben haben. Während ich gestern berichtete, wie manche abergläubige Leute fragten, warum wir sie denn zum Arzt geschickt haben, gab es andere, die sich auf einen anderen Punkt konzentrierten: als sie fragten, ob sie zurückkommen konnten, wenn sie ohne Medizin wieder gesund würden, lehnten wir das ab. Warum?

Mir wurde in Verbindung mit dieser Entscheidung vorgeworfen, ich hätte jemandem die Arbeitsstelle genommen, weil sie nicht an das glaubten, woran ich glaubte. Zunächst möchte ich einmal auf diese Anschuldigung antworten. Mir ist es normalerweise wirklich und ehrlich völlig egal, an was unsere Angestellten glauben. Ob sie Hindus, Christen, Moslems oder Atheisten sind – das ist eihre eigene Sache und weder frage ich sie danach, noch mische ich mich da auf irgendeine Weise ein. Ihre Glaubenseinstellung hat für mich nichts mit ihrer Arbeitsqualität zu tun. Ich habe da eine professionelle Einstellung und erwarte das auch von ihnen.

Die meisten, wenn nicht alle, unserer Angestellten haben eine recht deutliche Vorstellung von der Tatsache, dass wir überhaupt nicht religiös sind. Sie wissen, dass die Einzige in der Familie, die einen Altar hat und diesen auch zur Verehrung verwendet, meine Großmutter ist. Sie weiß, dass wir sogar auf großen religiösen Festen keine Zeremonien durchführen, an Fastentagen essen wie gewöhnlich und dass man an uns keinerlei Zeichen einer Religion oder Kaste findet. Wir halten sie jedoch auch nicht von ihre eigenen Gottesverehrung ab.

In unserem Alltag funktioniert das ganz gut und es hat noch nie solche Probleme gegeben, aber nun haben wir diese Entscheidung aus einem bestimmten Grund getroffen: während der Glaube unserer Mitarbeiter nichts ist, worauf wir Einfluss nehmen wollen oder worüber wir ein Urteil fällen wollen, haben wir doch immer einige Jungen im Ashram, für die wir eine bestimmte Verantwortung haben. Diese Kinder wurden nicht nur in unsere Obhut gegeben, damit wir sie mit Kleidung, Essen oder was sie sonst noch so brauchen ausstatten, sondern auch, damit wir ihnen etwas beibringen – in der Schule und auch daheim. Moral und Werte sind etwas, das ein Kind in der Kultur daheim lernt und diese Kinder sind im Ashram zu Hause.

Wir sind offen und tolerant gegenüber der Welt – diese Kinder lernen den Hinduistischen Glauben durch die Kultur in ihrer Umgebung kennen. Wenn diese Religion jedoch sich jedoch zu einem gefährlichen Aberglauben verändert, so ist eine Grenze erreicht. Das ist der Punkt, an dem wir ihnen mit Worten und Taten zeigen müssen, dass sie die Dinge wissenschaftlich betrachten sollten, dass Krankheiten mit Medikamenten und mit der natürlichen Kraft des Körpers geheilt werden – und nie durch eine Zeremonie.

Wir sind der Meinung, dass es diesen Kindern einen falschen Eindruck geben würde, wenn uns zwei unserer Mitarbeiter verlassen, weil sie ihre Medizin nicht nehmen wollen und dann zurückkommen. Eine Medizin, die diese Kinder selbst genommen haben. Die Angestellten würden zurückkommen und ihren Aberglauben verbreiten, versuchen, den Kindern zu beweisen, dass sie falsch liegen, wenn sie sagen, dass ihnen beim gleichen Problem die Medizin geholfen hatte. Diese Leute, die die Wirkung der Medizin gesehen haben und sie trotzdem nicht nehmen wollten, sondern noch eher ihre Arbeitsstelle verlieren, wären auch stur genug, Dinge gegen diese Medizin zu sagen und die Kinder zu beeinflussen, so dass diese nicht mehr zum Arzt gehen wollen oder ähnlichen Unsinn in ihre Köpfe pflanzen.

Wenn Aberglaube von Unwissen stammt, ist das eine Sache, aber wenn er von einer sinnlosen Sturheit oder blindem Glauben herrührt, so ist das falsch. Und wir nehmen unsere Verantwortung für unsere Kinder ernst – deswegen wollen wir sie vom Einfluss blinden Glaubens fernhalten!

Ist Aberglaube das einzige Heilmittel für Windpocken? – 8 Okt 13

Gestern habe ich euch erzählt, wie wir zwei Mitarbeiter an die Windpocken verloren haben. Nein, sie sind nicht daran gestorben, sondern arbeiten nicht mehr hier, weil sie ihre Medizin nicht nehmen wollten – und wir wollten niemand anderen mit Ansteckung gefährden. Und ja, wir haben ihnen gesagt, sie würden nicht wieder eingestellt, wenn sie gingen und einen Monat später ausgeheilt wiederkämen.

Als ich diese Geschichte online auf sozialen Netzwerken teilte, bekam ich viele Antworten, von denen ich einige erwartet hatte, einige von Unwissenheit zeugten oder auch beleidigend waren und andere unsere Handlungen unterstützten.

Zwei Fragen wurden hauptsächlich gestellt oder, wenn man es anders ausdrücken will, es gab zwei Punkte, bei denen die Leute uns und unseren Handlungen nicht zustimmten. Der Erste war, dass wir die Kinder sowie unsere Mitarbeiter zum Arzt schickten. Das ist normal – religiöse und abergläubische Leute in Indien glauben, dass sich durch Windpocken die Wut der Göttin zeigt und dass man diese als eine Strafe annehmen, sowie Zeremonien und Poojas durchführen sollte. Verschiedene Leute haben versucht, mich darüber aufzuklären, dass das eine Krankheit sei, die ohne einen Arzt heilt und dass es dafür keine Medizin gibt. Sie sagten, in Wirklichkeit sei unser Arzt die abergläubische Person, wenn er an eine Medizin glaubte, die ja gar nicht helfen konnte oder dass er uns betrog.

Diejenigen, die auf diese Weise antworteten, dachten praktisch, dass meine Familie und ich und mit uns all die Menschen im Westen, die damit zum Arzt gehen, einfach nur dumm sind. Das war’s – wir werden von Ärzten betrogen, von denen wir, naiv wie wir sind, meinen, sie könnten uns helfen. Sie sagten sogar, es gäbe dagegen keinerlei Medikamente! Meine Antwort: macht eure Hausaufgaben!

Natürlich muss der Körper seine Antikörper gegen den Varicella-Zoster Virus, im Volksmund Windpocken genannt, selbst aufbauen. Ich weiß, dass es nichts wie eine Pille gibt, die die Krankheit in drei Tagen heilt! Man kann sein Immunsystem jedoch in dem Kampf unterstützen und man kann vieles tun, um die Symptome zu lindern! Da gibt es einen antiviralen Wirkstoff für Erwachsene und da gibt es Salben und Pulver mit Zink. Man kann etwas gegen das Fieber einnehmen und sich selbst waschen, um zu vermeiden, dass sich die Krankheit verbreitet! Man kann jede Menge tun – und so ging es all unseren Kindern nach etwa einer Woche wieder gut, während es ohne Behandlung mehrere Wochen dauern kann, bis Patienten wieder fit sind. Zusätzlich kann es viele Komplikationen geben, die sogar die Augen und das Gehirn beeinträchtigen können – nicht etwas, das man gerne riskieren würde, oder?

Oh, aber ja, manche Menschen eben doch! Wie man an dem Beispiel unserer ehemaligen Angestellten sieht, glauben sie einfach nicht an Medizin, sondern halten lieber an ihrem Aberglauben fest, selbst wenn das positive Ergebnis der Medizin ihnen direkt vor Augen liegt. Wenn sie gesund werden, war es die Gnade der Göttin – nicht ihr Immunsystem, das stark genug war, den Eindringling in ihr System zu bekämpfen! Sie beten, machen Opfergaben und leiden wochenlang, aber sie ändern ihre Einstellung nicht. Ich hoffe, dass sie es eines Tages tun werden – oder vielleicht die nächste Generation.

Der zweite Punkt, zu dem Fragen gestellt wurden war die Tatsache, dass wir ihnen sagten, sie sollten nicht wiederkommen, wenn sie gesund wären. Über die Fragen und Antworten zu diesem Aspekt der ganzen Geschichte möchte ich morgen schreiben.

Abergläubige geben lieber ihre Arbeitsstelle auf als ihren Aberglauben – 7 Okt 13

Letzte Woche habe ich euch erzählt, dass Apra Windpocken hatte – sie ist heute schon fast wieder völlig in Ordnung, nur einige der roten Punkte jucken immer noch und die meisten von ihnen sind schon fast abgeheilt. Bewundernswert, was das Immunsystem eines Kindes alles kann! Ich wollte euch auch noch von den anderen Leuten im Ashram erzählen, die auch die Windpocken hatten und von dem interessanten Problem, das wir aufgrund dieser Krankheit hatten.

Es ist für eine Familie mit einem kleinen Kind recht normal, einmal im Leben die Windpocken durchzumachen. Es ist wahrscheinlich fast unvermeidlich, dass Kinder im Kindergarten oder in der Schule irgendwann einmal diese Krankheit aufschnappen. Schulen sind wie Brutplätze, an denen der Virus den engen Kontakt zu so vielen Menschen genießt. Er springt von einem zum anderen, bevor man es überhaupt merkt. So lagen auch Pawan und Jay Singh mit Fieber und Windpocken am ganzen Körper im Bett, als Pranshu mit seiner Behandlung bereits fertig war. In der Zeit bemühten wir uns sehr, Apra von ihnen fern zu halten und isolierten sie sogar, soweit eben möglich, so dass sich niemand weiteres aus der großen Ashram-Familie ansteckt.

Wir waren jedoch nicht erfolgreich, wie ihr bereits wisst, und ich glaube auch, dass dieser Virus ziemlich hinterhältig ist, da er sich selbst immer erst dann auf der nächsten Person zeigte, wenn die vorherige bereits geheilt zu sein schien. Wie auch immer er das schaffte weiß ich nicht, aber er steckte nicht nur unser Baby an, sondern auch zwei unserer Mitarbeiter, 25 und 35 Jahre alt.

Wir taten das, was die meisten Menschen im Westen als die logische Konsequenz betrachten würden, wenn man jemanden mit juckenden Bläschen am Körper sieht und dazu noch mit einem Fieber, dass ihn von Kopf bis Fuß zum Bibbern bringt: wir haben sie zum Arzt geschickt. Wir haben die Arztgebühren und ihre Medizin gezahlt – schließlich wollten wir, dass sie wieder fit werden und dass der Rest ihrer Kollegen gesund bleibt.

Sie gehörten zu den Mitarbeitern, die auch bei uns wohnen, und sie hatten von hier aus ihre Familien angerufen und ihnen von der Krankheit erzählt. Am nächsten Tag standen Mitglieder ihrer Familien bei uns im Ashram und wollten mit uns sprechen. Uns wurde gesagt, dass diese zwei Männer ihre Medizin nicht nehmen würden, sondern dass stattdessen Zeremonien durchgeführt werden mussten. Es war, ihrer Meinung nach, die Wut der Göttin, die sich in diesen Bläschen zeigte. Nur Hingabe und Opfergaben würden das beheben können.

Es ist ein normaler, verrückter Aberglaube hier in Indien, dass es für Windpocken kein Heilmittel gibt. Ich habe auch 2010 bereits darüber geschrieben und leider hat sich auch in der Zwischenzeit daran noch nichts geändert. Die Menschen denken, es gibt dafür keine Medizin, es würde von selbst verschwinden und man sollte da auch gar nichts zu tun versuchen. Im Gegenteil – wenn man Medikamente nimmt oder Salben aufträgt, verärgert man die Göttin möglicherweise noch mehr, weil man ihre Strafe ja ganz offensichtlich nicht annimmt!

Wir zeigten unseren Mitarbeitern die Kinder, die im Laufe einer Woche mit der Hilfe unseres Hausarztes wieder auf den Beinen waren – aber sie akzeptierten keine solchen Argumente. Die teure Medizin wurde weggeschmissen und sie verließen den Ashram mit ihren Familien. Als sie zum Tor hinausgingen, fragten sie, ob sie zurückkommen könnten, wenn sie wieder gesund wären, aber wir lehnten das ab. Sie waren bereit dazu, ihre Arbeit aufzugeben, aber nicht dazu, Medikamente einzunehmen.

Als ich diese Geschichte noch während sie im Geschehen begriffen war, auf sozialen Netzwerken teilte, bekam ich viele unterschiedliche, interessante und auch etwas beunruhigende Rückmeldungen, von denen ich euch morgen berichten möchte.

Apra hat Windpocken – lacht aber trotzdem – 3 Oct 13

Heute möchte ich euch ein bisschen davon erzählen, was im Ashram in letzter Zeit so los war. Wir hatten in den letzten Wochen eine recht interessante Zeit – seit dem Abend, an dem Pranshu, der jüngste der Jungs, die bei uns wohnen, zu uns kam, um uns ein paar seltsame Punkte auf seiner Brust zu zeigen, die wie Pickel aussahen. Wir gingen am nächsten Morgen mit ihm zum Arzt und da bestätigte sich unser Verdacht: er hatte Windpocken!

Wir haben uns sehr bemüht, Apra vor einer Ansteckung zu bewahren, aber als wir vor drei Tagen zwei kleine Bläschen auf ihrer Hand entdeckten, wussten wir, dass wir mit ihr auch eine Fahrt zum Arzt machen mussten. Er bestätigte, dass sie auch Windpocken hatte.

Als Pranshu sich erholte, waren wir froh, dass Apra sich anscheinend nicht angesteckt hatte. Doch als es schließlich sicher war, hofften wir, dass sie es nicht sehr schlimm erwischt hatte. Jetzt, am vierten Tag, freuen wir uns, dass sie obwohl der juckenden Bläschen am ganzen Körper kein Fieber bekommen hat und weiter lacht, spielt und fröhlich ist wie immer!

Es ist herrlich, wenn wir sie sehen, das halbe Gesicht ist mit roten Punkten übersät, und sie lacht und ihre Geschichten erzählt, als wäre nichts passiert. Sie weint nur, wenn sie ihre Medizin einnehmen muss – das hasst sie wirklich. Nicht wegen dem Geruch oder Geschmack der Medizin – die hat nämlich einen kindergerechten Orangen-Geschmack – sondern wegen der Tatsache, dass sie es trinken muss. Wir haben alles Mögliche versucht, um unsere Tochter zu überreden oder sie mit Tricks dazu zu bringen, es statt Saft zu trinken, aber sie ist jetzt schon zu schlau, als dass sie sich würde täuschen lassen. Das ist jedoch eine Frage von einer Minute und sobald die Medizin unten ist, lächelt sie wieder und erklärt uns, dass man Medizin nehmen muss, wenn man krank ist – und dann beteuert sie, dass sie das nächste Mal nicht weinen wird. Nein, eigentlich versucht sie, uns davon zu überzeugen, dass sie dieses Mal auch nicht protestiert hat!

Wir schmieren immer wieder die Salbe auf die Windpocken und unser neues Lieblingsspiel ist das Doktor-Spiel, bei dem sie alle ihre Stofftiere mit einem Stethoskop untersucht, genau wie der Arzt sie untersucht hatte. Jetzt freuen wir uns auch, dass wir alle diese Krankheit schon mal hatten, da man diese ja kein zweites Mal bekommt und Apra deswegen mit uns allen weiter spielen kann, ohne dass sich noch einer ansteckt.

Worüber wir aber immer wieder staunen ist, dass eine kleine Krankheit wie eine Erkältung uns Erwachsenen, starken Männern und Frauen, das Gefühl gibt, als hätte unser letztes Stündchen geschlagen. Wir sitzen herum und leiden und beklagen uns. Und dann ist da diese kleine Dame, in deren Köper der Kampf Virus gegen Antikörper tobt, ihr Immunsystem gegen diesen Eindringling – und sie füttert uns weiter imaginäres Essen, tanzt zur Musik durchs Zimmer, drängt uns dazu, raus zu den Kühen zu gehen und gibt uns eine eigene Yogavorführung. Unten seht ihr ein Video, in dem sie von dem Arztbesuch erzählt, eine Geschichte erzählt und die Nationalhymne singt.

Es ist Natur, es ist das Immunsystem eines Kindes, so viel stärker als das Unsere und es ist auch die Eigenschaft dieses fröhlichen kleinen Mädchens, das ich stolz meine Tochter nenne. Wir hoffen und glauben, dass heute der Hochpunkt des Juckreizes erreicht ist und dass die Windpocken von morgen an abheilen und sie sich nicht mehr so sehr kratzen muss.

Übergewichtige Kinder und Teenager – Hunger in Gedanken und Augen – 11 Jul 11

Vor Kurzem habe ich eine jener Studien über übergewichtige Kinder gelesen, die immer mal wieder veröffentlicht werden und die Menschen warnen, dass die Bevölkerung vieler westlicher Länder immer korpulenter wird – beginnend mit den Jüngsten. Während die Studie keine dramatisch neuen Informationen zu diesem Problem enthüllt hat, musste ich daran denken, wie sehr wir uns schon an solche Nachrichten, Artikel und Studien gewöhnt haben. Wenn sich die Eltern jedoch zu sehr daran gewöhnen und es nicht mehr als ein wahres Problem, sondern als Normalzustand betrachten, haben wir wirklich ein Problem.

Wir müssen Verantwortung übernehmen. Kinder und auch Teenager befinden sich noch in ihrer Entwicklung und was sie auch lernen, lernen sie von ihrer Umgebung. Wir zeigen ihnen alles und als Eltern müssen wir ihnen Disziplin geben, auch wenn es um die Frage geht, was gegessen wird, wann gegessen wird und wie viel gegessen wird. Wir geben ihnen in vielen Bereichen des Lebens Richtlinien und das sollten wir auch tun, wenn es um ihre Essgewohnheiten geht.

Essgewohnheit ist sowieso eine interessante Wortkombination. Oft wird essen einfach nur zu einer Gewohnheit. Wenn Kinder sehr klein sind, muss man ihnen öfter zu Essen geben, das ist wahr und natürlich kann man das nicht einschränken. Sie müssen sich entwickeln und wachsen können und sie sollten nicht hungern. Irgendwann wird das Essen zur Unterhaltung. Sie fangen an zu essen, nicht wenn sie Hunger haben, sondern wenn ihnen langweilig ist. Um die Zeit rumzubringen und um sich selbst zu unterhalten, suchen sie nach etwas, das sie sich in den Mund stecken können. Und so wird es zur Gewohnheit, den ganzen Tag lang hier ein bisschen was zu essen und da ein bisschen was zu essen.

Ein weiteres Problem ist, dass Kinder den Hunger in ihren Gedanken und Augen haben. Sie denken an etwas zu essen, bekommen Appetit und glauben, dass sie Hunger haben. Sie sehen etwas zu essen und denken sofort, dass sie das gleich hier und jetzt essen müssen. Der Hunger ist nicht in ihrem Bauch, sondern in ihren Augen. Wenn Erwachsene das Gleiche tun, würde man es kindisch nennen, aber trotzdem machen viele Menschen genau das. Wenn du nur isst, wenn du Hunger hast, wirst du nie ein Problem mit Übergewicht haben. Erwachsene und auch Kinder werden ganz im natürlichen Rhythmus hungrig. Iss selbst nicht und lass deine Kinder nicht essen, wenn es nur zur Unterhaltung, gegen Langeweile oder aus Hunger der Augen oder Gedanken ist.

Bringe deinen Kindern bei, ihren Hunger zu spüren und mache es zur Disziplin, wann Essenszeit ist und wann nicht. Natürlich bist du die Mutter oder der Vater, du willst, dass dein Kind glücklich ist und du willst die Wünsche deines Kindes erfüllen. Wenn deine Kinder nun doch einfach nur etwas essen wollen, meinst du, dass es sie ja glücklich machen würde, warum sollte man es ihnen verweigern? Bleibe streng und behalte die Disziplin bei. Sie sind Kinder und sehen die Langzeitfolgen nicht so deutlich wie du! Wenn du dir Gedanken um ihr Gewicht machst, tun sie das vielleicht auch etwas, doch du weißt, was dadurch passieren kann und sie wissen es nicht. Sie haben vielleicht von Herzkrankheit und Diabetes gehört, haben aber keine Erfahrung damit, was das bedeutet.

Du hast bis zu einem bestimmten Grad die Kontrolle darüber, wie viel sie essen. Natürlich wird es dir im Teenageralter nicht mehr möglich sein, sicher zu stellen, dass sie zwischen den Mahlzeiten nicht essen. Du kannst aber trotzdem einige Regeln für gemeinsame Mahlzeiten aufstellen und sicherstellen, dass sie zu der Zeit ordentlich essen. Und bringe ihnen von Beginn an bei, wie wichtig es ist, sich um seinen Körper zu kümmern. Sie müssen selbst lernen, sich darum zu kümmern, wann sie essen und auch was.

Wenn du in der Kindheit beginnst, ihnen beizubringen, wie eine gesunde und ausgewogene Ernährung asusieht, wie viel man an einem Tag essen sollte und was man essen sollte, besteht die gute Möglichkeit, dass sie nie mit Übergewicht zu kämpfen haben. Die Kindheit ist eine wichtige Zeit und du legst den Grundstein für die Zukunft deines Kindes.

Grausame Züchtung von Hunden und Haustieren mit schmerzvollen Krankheiten – 4 Jul 11

Letzte Woche habe ich viel über Haustiere und Tiere geschrieben, wie man sie meiner Meinung nach halten sollte und wie sie nicht gehalten werden sollten. Ich habe auch meine Meinung allgemein zu der Vorstellung, ein Haustier zu halten, ausgedrückt und gesagt, dass man ein Haustier nicht zu seiner eigenen Unterhaltung halten sollte, wenn das auf irgendeine Weise die Freiheit des Tieres einschränkt und nicht gut für es ist. Menschen haben für ihren eigenen Nutzen Haustiere gehalten, ohne viel darüber nachzudenken, was für das Tier gut ist. Das Ego, mit seinem Haustier angeben zu wollen, hat dazu geführt, dass Tiere auf eine bestimmte Weise und mit bestimmten Eigenschaften gezüchtet werden.

Das ist eines der besten Beispiele dafür, wie der Mensch ganz bewusst die Leben vieler Tiere zerstört hat und sie zu einem Leben voller Schmerzen verdammt hat. Die Menschen dachten, dass ein zum Beispiel Hund einer bestimmten Rasse nur schön ist, wenn er all die Merkmale dieser Rasse besitzt. Um dieses Aussehen zu schaffen, haben Hundezüchter viele Experimente gemacht und die besten Exemplare für viel Geld verkauft. Für sie ist es die Habgier, für diejenigen, die die Hunde kaufen, ist es das Ego, aber für den Hund bedeutet es oft ein Leben voller Schmerz.

Hundezüchter haben sich nicht viel darum gekümmert, ob die Hunde, die sie zusammenbrachten, vielleicht blutsverwandt waren, solange ihr Blut klar und bewiesenermaßen reinrassig war. Auf diese Weise, durch Inzucht, haben die das Problem geschaffen: zwei rezessive Gene, die beide einen Fehler trugen, kamen zusammen. Das wäre kaum einmal zu einem Problem geworden, wenn die Hunde draußen in der Natur einen Partner einer anderen Rasse oder Familie gefunden hätten. Doch innerhalb der Familie tragen sie alle diese fehlerhaften Gene in sich und Inzucht vergrößert das Risiko, dass diese Gene sich durchsetzen, um ein Vielfaches.

So haben viele reinrassige Hunde heutzutage ernsthafte Erkrankungen. Züchter versuchen, die Gesichter von Bulldoggen und anderen Rassehunden so flach wie möglich zu halten und dadurch haben diese Rassen große Atemprobleme, da ihre Nasen so weit innen liegen. Zusätzlich haben Bulldoggen so große Köpfe, aber so enge Hüften, dass sie nicht natürlich gebären können. Ihre Hundekinder müssen per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden, da führt kein Weg daran vorbei!

Möpse werden als besonders schön angesehen, wenn sie sehr große, runde Augen haben. Sie werden so gezüchtet, dass die Augen der meisten Möpse heutzutage so weit rausstehen, dass ihre Augenlider sie kaum bedecken und reinigen können. Viele von ihnen leiden an chronischer Bindehautentzündung, die oft zur Erblindung führt.

Deutsche Schäferhunde, Labradore und andere große Hunderassen, aber auch einige kleinere Rassen, haben oft ein bekanntes Problem, das auch durch Inzucht entstanden ist: Hüftdysplasie. Bei dieser Krankheit passen die Oberschenkelknochen nicht genau zur Hüfte und so reibt der Hund einfach nur beim Gehen das Gelenk ab, was ihm Schmerzen verursacht und am Ende oft den Hund verkrüppelt. Er kann nicht mehr ordentlich gehen, hat Arthritis, versucht, die Schwäche seiner Hüfte auf andere Weise auszugleichen und führt einfach nur ein elendes Leben, das oft damit endet, dass er von seinem Besitzer eingeschläfert wird, der zuvor noch so stolz war, dass er einen reinrassigen Hund besitzt.

Große Hunde, die dazu gezüchtet wurden, noch größer und schwerer zu sein, haben allgemein Probleme, ihren Körper zu kühlen, während kleine Hunde nicht genug Wärme produzieren, um sich warm zu halten. Große Hunde haben zudem Probleme mit ihren Kniegelenken und haben oft Tumore in den Beinen, einfach nur aufgrund ihres Gewichts!

Man könnte weiter schreiben über Immunkrankheiten, Hautprobleme, Blut-Krankheiten, Gelenkprobleme, Verkrüppelungen, Lähmungen, Beeinträchtigungen des Seh- und Hörsinns, Herzerkrankungen und Krebs, das alles bei diesen reinrassigen Haustieren vermehrt vorkommt. Es leiden aber nicht nur Hunde, sondern auch Katzen, Pferde und andere Tiere darunter.

Das Schlimmste daran ist: den Menschen ist das immer noch egal! Sie gehen zu Shows und Wettbewerben, wo die Schönheit ihrer Tiere an genau den Merkmalen bewertet wird, die sie krank machen! Je kranker sie sind, desto höher ihr Wert! Die Menschen schaffen diese Tiere bewusst und machen sie krank. Ist der Mensch nicht das grausamste Geschöpf auf dieser Welt?

Emotionale Operationen für Menschen, die an ihrer Krankheit hängen – 23 Jun 11

Man bemerkt oft, dass Menschen, die schon länger an einer Krankheit leiden, eine negative Einstellung gegenüber ihrer eigenen Gesundheitssituation haben. Hast du nicht auch schon einmal jemanden getroffen, der nicht den Wunsch zu haben schien, gesund werden zu wollen? Diese Menschen sind ihrem Heilprozess gegenüber negativ eingestellt, sagen, dass sie nie gesund werden und dass sie wohl mit ihrem Problem leben müssen.

Ich habe viele Menschen in dieser Situation getroffen und hatte immer das Gefühl, dass sie begonnen haben, ihre Krankheit zu lieben. Wenn da eine Krankheit ist, die lange im Körper verweilt, Krebs zum Beispiel, entwickeln die Menschen unbewusst eine Beziehung damit. Denn es ist ja auch ein Teil ihres Körpers. Diese Beziehung lässt sie denken, dass sie nicht ohne könnten – auch wenn sie sich dessen selbst nicht immer bewusst sind.

Sie denken nicht wirklich, dass es gut ist, krank zu sein. Sie wissen, dass ihre Krankheit für sie schlecht ist und dass sie ohne sie ein besseres Leben hätten. Sie mögen ihre Krankheit nicht, wollen sie aber trotzdem nicht loslassen.

In diesem Fall hängen die Kranken an ihrem Problem. Es ist zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden. Sie mögen ihre Krankheit nicht, denken aber gerne daran und genießen irgendwie, sich deswegen schlecht zu fühlen. Über was sollten sie denn nachdenken, wenn sie ihre Krankheit wirklich heilen würden? Sie haben Angst vor dem Leben nach ihrer Krankheit.

In vielen Fällen fühlen die Menschen sich unterbewusst sogar als etwas Besonderes wegen ihrer Krankheit. Immerhin ist das etwas, das nicht jeder hat und es ist immer ein Thema, das einem die Aufmerksamkeit anderer sichert. Menschen mit wenig Selbstbewusstsein, die sich nach Aufmerksamkeit sehnen, handeln oft so. Für sie ist das die Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu bekommen, ohne mit irgendwas angeben zu müssen.

Das sind alles Gefühle, die nicht wirklich offen darliegen. Vielleicht sind sich die Menschen dieser Gefühle bewusst, aber normalerweise würden sie zu niemandem darüber sprechen. Jedermann würde sie für verrückt erklären, oder?

Das Problem ist, dass man, um eine Krankheit emotional loszuwerden, auch eine Art Operation durchführen muss. Wenn die Ärzte beschließen, das betroffene Gewebe aus dem Körper zu schneiden, musst du deine Krankheit auch emotional herausschneiden. Für diese Operation brauchst du einen starken Willen und musst zuerst einmal die Entscheidung dafür treffen. Deine Wunden werden etwas Zeit brauchen, um vollständig zu heilen, aber sie werden heilen. Habe keine Angst, sondern lass es ziehen. Sobald du deine Operation durchgeführt hast, wirst zu merken, dass das Leben leichter und einfacher ist.

Bestochene oder Bezahlte Anhänger – Falsche Anhänger unterstützen Falsche Gurus – 7 Jun 11

Bestochene und Bezahlte Anhänger

Heute möchte ich euch einen Typ Anhänger vorstellen, der absolut nichts mit der Philosophie, der Lehre oder dem Verhalten des Gurus zu tun hat. Diesen Anhängern macht es nichts aus, wenn ihr Guru unehrlich ist und ob er das tut, was er selbst predigt. Es ist ihnen egal, ob ihr Guru eine, mehrere oder gar keine Frau hat. Es ist ihnen sogar egal, ob es viele andere Anhänger gibt oder nicht. Warum? Weil für sie das Anhänger-Sein nichts anderes als ein Job ist. Sie werden bezahlt.

Ich habe das bei vielen größeren und kleineren Gurus aus Indien, Asien, Europa, Australien und Amerika gesehen. Es ist eine moderne Methode, ihre Vorträge und Dienste zu bewerben. Sie investieren etwas Geld und bezahlen eine Gruppe von Leuten, die zu ihrem Programm kommen. Diese Anhänger sind üblicherweise arme Menschen oder Menschen mit nur geringem Einkommen. Sie werden von Mittelmännern angesprochen und gefragt, ob sie nicht etwas extra Einkommen haben wollen. Sie bekommen Anweisungen, wie sie sich verhalten sollen und bekommen dann für diese Arbeit etwas Geld.

Sie kommen zu den Veranstaltungen, an denen Hunderte oder mehr Menschen teilnehmen. Sie setzen sich an unterschiedlichen Orten in die Menge, zwischen die normalen Zuschauer. Wenn der Guru sein Programm beginnt und fragt, ob jemand da ist, der schon einmal zuvor da war, der ihn schon getroffen und von ihm behandelt wurde, heben sie ihre Hand, stehen auf und erzählen, was ihnen gesagt wurde: „Ich hatte Krebs und Guru ji hat mich nur mit seinen Händen geheilt“ oder „Ich war fast pleite und mein Geschäft lief nicht, aber mit Guru jis Segen verdiene ich jetzt ein Vermögen.“ Sie erzählen, wie der Guru sie gesegnet und damit Wunder vollbracht hat.

Was der Rest der Zuschauerschaft nicht weiß ist, dass sie das für Geld tun. Es ist eine schäbige Art der Werbung, die die Leute glauben lässt, dass dieser Guru all diesen falschen Anhängern wirklich geholfen hat. Die meisten von denen haben den Guru noch nie zuvor gesehen.

Manche Gurus bezahlen sogar falsche Anhänger, die sie dann auf der Bühne heilen. Ich habe gesehen, wie bezahlte – und vollkommen gesunde – Anhänger aus Rollstühlen aufstehen und ihre Krücken wegwerfen, nachdem der Guru sie auf die Bühne gerufen und sie ‚geheilt‘ haben. Wieder wissen die Zuschauer nicht, dass diese Menschen den Tag zuvor noch ganz normal auf beiden Beinen gelaufen sind und auch dam Tag danach wieder ganz normal laufen werden. Sie werden nur ein paar Dollar mehr in der Tasche haben.

Wenn von euch nun jemand daran zweifelt, dass das wahr ist und meint, dass ich nur glaube, dass diese Menschen bezahlt wurden, lasst mich euch noch etwas erzählen. Ich habe das Leben eines Guru gelebt und ich habe gesehen, wie die Leute in der Szene berühmt werden. Ich wurde selbst von Gruppen angesprochen, die solche Dienste anbieten. Sie wollten mir ihre Arbeit anbieten. Es war eine Gruppe Frauen und sie gingen zu einigen religiösen Programmen in der Nähe. Sie hatten von mir gehört und kamen, um einmal nachzufragen, ob ich sie in meinem Programm brauchen könnte. Die Frauen würden wie in Ekstase zu tanzen beginnen, wenn ich mit dem Rezitieren von Mantras anfing. Sie würden wie durch die Energie im Raum dazu bewegt, ihren ganzen Körper schütteln. Sie würden bei emotionalen Punkten meines Vortrags weinen und, wenn ich das wollte, auch ein Zeugnis für meine Arbeit abgeben. Sie hatten Erfahrung und hatten diese Arbeit bereits für viele andere Gurus gemacht.

Ich lehnte das Angebot ab. Ich mochte diesen unehrlichen Weg nicht, andere Menschen dazu zu bringen, an dich zu glauben. Ich glaubte stark an mich selbst und mit diesem Selbstvertrauen und dieser Ehrlichkeit brauchte ich keine bestochenen und falschen Anhänger.

Bestochene und bezahlte Anhänger sind keine echten Anhänger. Sie gehen zu Gurus, wenn sie dafür Geld bekommen und genauso gehen sie auch zu politischen Vorträgen, wenn sie dafür Geld bekommen. Viele Politiker bestechen die Öffentlichkeit, zu ihrem Programm zu kommen, so dass es auf Bildern und Videos nach einer großen Menge aussieht. Dafür braucht man nur 20 Rupien oder ein bisschen mehr pro Person. Das sind alles falsche Anhänger, die falschen Gurus helfen zu wachsen.

Sexualkunde für Mädchen bewahrt sie vor Geschlechtskrankheiten, Abtreibungen und Tod – 11 Apr 11

Gestern habe ich über die Vorteile von Sexualkunde für Jungen gesprochen. Für Mädchen hat Sexualkunde sogar noch mehr Vorteile, die meiner Meinung nach so wichtig sind, dass sie sogar in altmodischen Gesellschaften nicht länger ignoriert werden sollten. Frauen wird beigebracht, dass sie sie Scham empfinden mit allem, was ihre Sexualorgane betrifft. Verhütung, Empfängnis, das Gebären und alles, was diese Themen umgibt, einschließlich ihre eigene Gesundheit, ist etwas, über das nicht gesprochen werden sollte. Wenn sich diese Einstellung ändern könnte, wenn diese Frauen alle regelmäßig zur Gynäkologin gehen könnten und sich untersuchen lassen könnten, wie viele Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, behandelt und geheilt werden könnten? Und schließlich, wie viele Leben gerettet werden könnten?

Dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden. Junge Menschen haben heutzutage auch Sex, oft noch vor der Ehe, doch ohne jegliche Art von Sexualunterricht und natürlich verstecken und verheimlichen sie das vor ihren Eltern und ihrem Umfeld. Was meinst du tun sie, wenn sie entdecken, dass sie eine Geschlechtskrankheit haben, die sie wahrscheinlich deshalb bekommen haben, weil ihnen nicht beigebracht wurde, wie sie Verhütungsmittel und schützende Maßnahmen richtig anwenden? Sie haben niemanden, an den sie sich wenden könnten!

Was sollen Mädchen denn tun, wenn sie eine ungewollte Schwangerschaft entdecken? In ihrer Verzweiflung gehen sie zu irgendeinem Apotheker, in einer Stadt, in der sie keiner kennt und erstehen dort irgendeine Medizin zur Abtreibung, so dass sie das Leben, das in ihnen heranwächst, loswerden können. In Zeitungen habe ich Werbung für ‚Mensurole‘ gesehen, eine Tablette, die ‚deine unterbrochene Menstruation wieder einsetzen lässt‘. Sie können nicht deutlich sagen, dass die Tablette dazu führt, dass der Foetus abgeht, da das ja illegal wäre, doch das ist genau das, was sie meinen. Man braucht keine Verordnung vom Arzt, einfach kaufen und anwenden, auf eigene Verantwortung. Andere junge Frauen, besonders die, bei denen die Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten ist, gehen zu ‚Ärzten‘, Scharlatanen ohne Genehmigung und lassen dort eine Abtreibung vornehmen, oft mit den primitivsten Instrumenten, in unhygienischen Situationen und weit weg von ihrer Familie, so dass niemand erfährt, was sie tun. Es ist riskant und viele sind bei dem Versuch gestorben, ihre Ehre oder die ihrer Familie zu bewahren.

Wenn sie mehr gewusst hätten, hätten sie sich vielleicht gar nicht erst in dieser Situation wiedergefunden. Im Westen gab es all diese Situationen auch bereits und die Menschen haben solche Geschichten gesehen und davon gehört, doch durch Sexualkunde und einen offeneren Umgang mit der eigenen Sexualität, sind solche Fälle nun seltener. Die Menschen haben etwas daraus gelernt und es ihren Kindern beigebracht. Dort ist es unvorstellbar, dass man über eine Anzeige in der Zeitung und ohne Verschreibung vom Arzt an Abtreibungspillen kommt.

Mit einer modernen, offenen Sicht auf Sexualität und Sexualkunde, kannst du deine Kinder vor Schuldgefühlen, Schamgefühlen, Krankheiten und Abtreibungen bewahren. Deine Tochter lernt ihren Körper kennen, fühlt sich damit gut und weiß schließlich, wie sie auf ihn achten kann. Soviel für heute. Morgen werde ich mehr auf die moralischen Aspekte in Ländern wie Indien eingehen.