Maharishi Mahesh Yogi, Transzendentale Meditation und Yogisches Fliegen – 17 Jun 11

Vor Kurzem habe ich einen Chakra Workshop für das erste Chakra, das Wurzelchakra gegeben. Ich habe darüber gesprochen, wie wichtig es ist, die eigenen Wurzeln zu kennen und mit Mutter Erde verbunden zu sein und ich erklärte, wie wichtig es ist, bodenständig zu sein.

Ich habe einige Beispiele erwähnt für Menschen, die ganz sicher nicht geerdet und bodenständig sind und erzählte der Gruppe, dass es viele Yogis gibt, die in der Tat versuchen zu fliegen. Sie meinen auf irgendeine seltsame Weise, dass das Frieden auf die Erde bringen würde. Die Bewegung, die diese Theorie schaffte und verbreitete war von Maharishi Mahesh Yogi geschaffen worden. Er hat eine Meditationstechnik entwickelt, die ‚TM‘ heißt, Transzendentale Meditation und diese Technik soll dich fliegen lassen.

Auf meinen Reisen im Westen habe ich von Transzendentaler Meditation gehört und habe viele Menschen getroffen, die das unterrichten oder praktizieren. Sie sind alle fasziniert vom Fliegen, doch wenn man sie fragt, ob sie schon einmal Erfolg hatten und wirklich geflogen sind, bekommt man die Antwort, dass sie schon Bilder gesehen haben oder jemanden kennen, der jemand anderen gesehen hat. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der selbst fliegen konnte oder es selbst gesehen hätte.

Immer, wenn ich von dieser Vorstellung hörte, musste ich lächeln und dachte darüber nach, wie viele Wege es doch gibt, die Menschen zum Narren zu halten.

Kürzlich empfahlen Freunde einen Dokumentarfilm zu dieser Bewegung und wir sahen ihn uns gemeinsam an. Er heißt ‚David wants to fly‘. Ich empfehle diesen Film wirklich jedem, der mehr über Transzendentale Meditation von Maharishi Mahesh Yogi erfahren möchte.

In diesem Film sucht ein junger Student nach Inspiration für seinen ersten Film und findet heraus, dass eines seiner Vorbilder, der Hollywood Filmproduzent David Lynch, ein Anhänger und großer Fan von TM ist. Er kommt mit ihn in Kontakt und schafft es durch sein Interesse, enger in die Gruppe zu kommen, reist zu Treffen der Organisation in den USA, nach Indien zur Beisetzung des Gurus und sieht, was dort vor sich geht. Er entdeckt langsam, dass viele Aspekte dieser Organisation nicht wirklich so schön sind, wie es sich zu Beginn angehört hatte und sein Interesse an Meditation verlagert sich zu einem Interesse daran, mehr über diese zweifelhaften Teile der Organisation herauszufinden.

Der Film zeigt die zwei ehemaligen Beatles Mitglieder, die noch am Leben sind, Paul McCartney und Ringo Starr, bei einem Programm, das von David Lynch organisiert wurde. Vor zwei Tagen habe ich bereits erwähnt, dass sie mit dieser Bewegung verbunden waren und dazu halfen, dass diese so bekannt wurde. Hunderte oder tausende Menschen besuchten den Ashram, in dem die Beatles einmal waren und das war nun einmal Maharishi Mahesh Yogis Ashram.

Der Student, der Regisseur für den Film war, David Sieveking, führte mit vielen verschiedenen Leuten Interviews und das macht den Dokumentarfilm wirklich sehr interessant. Die Organisation hat eine Hirarchie und jeder, der 1 Million Dollar zahlt, kann sich für einen Kurs anmelden, um ‚Raja‘ eines Landes zu werden, was König bedeutet. Im Film sieht man einige von ihnen und ich musste wirklich lachen, als ich sah, dass sie ein besonderes Kostüm mit einer Krone trugen und Könige spielten. Der König der Schweiz wurde in einem Interview gefragt, warum Maharishi Mahesh Yogi nie öffentlich zeigte, dass er fliegen konnte. Die Antwort war, dass er zu bescheiden war.

Das Training zum Fliegen besteht darin, dass man in Padmasana, dem Lotussitz sitzt und springt. An diesem Punkt des Films konnten wir alle das Lachen nicht mehr zurückhalten. Es sieht sehr lustig aus, wie diese Schüler so hoch springen wie möglich, als wären sie Frösche und auch so schnell wie sie konnten und wie dann hinterher die Besten geehrt wurden, obwohl es doch keiner von ihnen geschafft hatte, wirklich zu fliegen.

Ein weiteres Interview zeigte einen ernsthafteren Aspekt. Die Filmmacher sprachen mit einem Mann, der dieser Bewegung mehr als 150 Millionen Dollar gespendet hat und enttäuscht war, dass mit dem Geld nicht wirklich etwas geschehen war. Er hatte erwartet, dass ein großes Zentrum gebaut würde, in dem 10000 yogische Flieger zusammen kommen und Weltfrieden schaffen würden. Ich habe nicht wirklich verstanden, wie das eigentlich geschehen sollte, doch das war die grundlegende Idee: der Schwerkraft zu trotzen und für den Weltfrieden in der Luft zu schweben.

Maharishi Mahesh Yogi sagte selbst, dass er der materiellen Welt abgeschworen hatte und abstinent lebte, um wirklich ein spiritueller Mann und Yogi zu sein. An diesen Vorsatz hielt er sich jedoch nicht immer sehr streng. Die Dokumentation zeigt ein Interview mit einer Frau, die mit ihm geschlafen hatte und auch frei darüber sprach. Für sie war es, als hätte sie Jesus getroffen, bis er begann, sich gleichzeitig für andere Frauen zu interessieren. Als sie ihn fragte, was passieren würde, wenn sie schwanger würde, antwortete er ‚Du würdest schnell jemanden heiraten!‘

Nachdem ich diesen Film gesehen hatte, fragte ich mich, wer für diesen Unsinn Geld ausgeben würde? Wer würde gerne König eines demokratischen Landes werden, wer hätte Interesse daran, zu fliegen? Es gibt offensichtlich Menschen, die das tun! Es wurde erzählt, dass 400 Millionen Dollar benötigt würden, um ein TM Zentrum in Indien zu bauen und dass 200 Millionen bereits gesammelt worden waren. Dieses Zentrum wurde nie gebaut, doch sie waren zu Geld gekommen.

Ich will einfach nur jedem empfehlen, mit beiden Beinen fest auf dem Boden dieser Erde zu stehen. Warum willst du fliegen? Gott hat den Vögeln diese Aufgabe gegeben, lass sie herumfliegen, während du deine Beine benutzt! Arbeite am Frieden in deinem eigenen Herzen. Damit trägst du mehr zum Weltfrieden bei, als wenn du im Lotussitz hüpfst und darauf wartest, wirklich eines Tages zu schweben.

Berühmte Anhänger – Kostenlose Werbung und Berühmtheit für den Guru – 15 Jun 11

Berühmte Anhänger

In der Reihe unterschiedlicher Anhänger, werde ich heute den letzten Eintrag zu einem Typ Anhänger schreiben, die berühmten Anhänger. Sie sind berühmte Leute, bekannt für ihr Können in einem bestimmten Bereich und sie folgen einem Guru. Durch sie wird auch ihr Guru bekannt und diese Gurus werden zu berühmten Gurus.

Es gibt unterschiedliche Ebenen berühmter Gurus und es gibt viele Ebenen berühmter Anhänger. Es gibt viele Gurus, die in ihrer Religion, Kultur, ihrem Land oder ihrer Gegend zu Berühmtheiten geworden sind und ein paar von ihnen sind auch international bekannt. Die Anhänger können Lokalpolitiker sein oder auch höhere Politiker, national bekannte Filmstars und auch international bekannte Filmstars, Sportler, Musiker und andere. Bei all diesen Berühmtheiten muss man jedoch im Kopf behalten, dass auch sie nur Menschen sind.

Ein berühmtes Beispiel westlicher Anhänger sind die Beatles. Besonders George Harrison ist dafür bekannt, ein Anhänger von Maharishi Mahesh Yogi und seiner Meditationstechnik TM, der Transzendentalen Meditation, gewesen zu sein. Sie sind Stars, aber ich kann dir ganz sicher sagen, dass viele Menschen in Indien, die mit westlicher Musik nichts am Hut haben, noch nicht einmal ihre Namen kennen.

Genauso ist da Sachin Tendulkar, der momentan als der beste Cricketer der Welt bekannt ist. Er ist bekannt in Indien und in den Ländern, in denen Cricket gespielt wird und er war ein Anhänger des vor Kurzem verstorbenen Guru Sathya Sai Baba. Es gibt jedoch viele Menschen, die von diesem Mann noch nie etwas gehört haben.

Ich kenne Sachin Tendulkar, seit er vor 20 Jahren angefangen hat, Cricket zu spielen, von den Beatles habe ich aber das erste Mal gehört, als ich in den Westen kam.

Ich mag Sachin Tendulkar, er ist ein großartiger Cricket-Spieler, hat außerordentliches Talent in dieser Sportart und könnte auch eine wundervolle Persönlichkeit sein. Wenn er jedoch Sathya Sai Baba folgt, hat er wahrscheinlich den gleichen Grund dafür, den jeder andere Anhänger hat. Er ist ein großer Cricket-Spieler, aber in seinem Herzen ist er nur eine ganz normale Person. Er ist nicht Gott und er ist nicht perfekt. Er mag ja in diesem einen Bereich, in diesem einen Sport perfekt sein, aber er hat Schwächen wie jeder andere auch. Er hat ein Bedürfnis nach etwas, von dem er denkt, dass es nur dadurch gestillt werden kann, dass er einem Guru folgt. Er, genau wie tausende andere Menschen, will offensichtlich glauben, dass Sathya Sai Baba Gold und Asche materialisieren kann.

Genauso war George Harrison vielleicht ein großartiger Musiker, hatte aber auch die Schwäche, die tausende andere Menschen haben, und glaubt, dass durch Meditation zu Fliegen ein tolles Können ist, das wir anstreben sollten. Sie mögen ja berühmt sein, aber sie können auch abergläubisch sein!

Vielleicht meint Sachin Tendulkar, dass er gut Cricket spielt, weil ihn der Segen seines Gurus begleitet. Vielleicht glaubten die Beatles, dass sie gute Musik spielen aufgrund der Meditationstechniken ihres Gurus. Sie können das alles glauben, das ist in Ordnung, aber es wird zum Problem, wenn die Menschen beginnen, diese Stars als Götter anzusehen. Dann vergessen die Leute, dass sie auch nur Menschen sind und dass sie wie wir sind, einfach nur ganz normale Personen. Wenn man sich ihre Musik anhört, ihre Karriere verfolgt und ihre Filme sieht, muss man deswegen noch lange nicht auch ihren Guru annehmen. Es ist in Ordnung, wenn man eine Berühmtheit aufgrund ihres Talents bewundert. Glaube jedoch nicht, dass das, woran dieser Mensch glaubt, die absolute Erfüllung und das einzig Richtige ist. So ist es nicht, sie könnten sich auch irren.

Berühmte Anhänger werden von den Gurus immer gemocht, weil sie aus ihnen berühmte Gurus machen. Sie werden durch den Ruhm ihrer Anhänger berühmt. Berühmte Anhänger machen einfach nur durch ihre Anwesenheit in Veranstaltungen gut Werbung für sie. Wer hätte so einen Vorteil nicht gerne?

Intellektuelle Anhänger – Gute Werbung für den Guru – 1 Jun 11

Intellektuelle Anhänger

Wenn du den gestrigen Eintrag über blinde Anhänger gelesen hast, denkst du dir vielleicht bei dir, wie dumm die Menschen doch sind, dass sie nicht einmal nachfragen, wer genau ihr Guru ist und was seine Philosophie ist. Du meinst, wenn sie sich nur darum bemühen würden, mehr über ihn zu erfahren, würden sie ihm nicht folgen. Es gibt jedoch auch Anhänger, die sehr wohl nachfragen – aber trotzdem einem Guru folgen. Diese Menschen nenne ich intellektuelle Anhänger.

Es sind Ärzte, Professoren, studierte und intelligente Menschen. Ihr Guru war schlau genug, ihren Wissendurst mit seinen Reden zu stillen. Sie sind oft interessiert an Philosophie und den Fragen zum Sinn unseres Daseins auf dieser Erde. Üblicherweise fehlt diesen Anhängern etwas, das sie in ihrer intellektuellen Welt nicht finden konnten.

In der Welt der Intellektuellen hat alles einen Grund, alles eine Konsequenz und alles kann erklärt werden. Manchmal haben sie den Wunsch, an etwas Übernatürliches zu glauben. Sie hätten gerne die Sicherheit zu wissen, dass es etwas gibt, dass sie mit ihrem Intellekt nicht erklären können.

Viele Ärzte werden zu Meistern und Gurus, weil sie wegen ihrer eigenen Hilflosigkeit frustriert sind. Sie haben so viele schlechte Erfahrungen und sind traurig, dass sie die Leben vieler Patienten nicht retten konnten. Warum lässt Gott zu, dass Seinen Kindern auf Erden solche Dinge geschehen? Gibt es überhaupt einen Gott? Sie suchen nach Erklärungen und einem Grund, der ihnen hilft, ihre Arbeit mit voller Stärke wieder aufzunehmen.

Mehr als nach einer Erklärung sehnen sich mehr Menschen einfach nur nach mehr Gefühl. Sie wollen vom Kopf mehr ins Herz kommen. Das ist in sich eigentlich eine gute Sache, doch leider landen sie am Ende oft bei Gurus, die sie zunächst herzlich willkommen heißen, sie aber schließlich über den Tisch ziehen.

Natürlich hätte jeder Guru gerne solche Anhänger. Intellektuelle Anhänger sind für die allgemeine Öffentlichkeit sehr überzeugend. Wenn ein Guru Anhänger hat, die Richter, Ärzte, hohe Politiker, Professoren oder höchste Bürokraten sind oder gleichsam für ihre intellektuellen Errungenschaften respektiert werden, vertrauen ihnen die Menschen. Wenn sogar solche Menschen an Gurus glauben, muss ja was dran sein.

Auf diese Weise hat Sathya Sai Baba viele Anhänger gewonnen – durch die öffentliche Anerkennung mehrerer bekannter intellektueller Menschen. Der frühere höchste vorsitzende Richter Indiens, P.N. Bhagwati, war zum Beispiel ein Anhänger von diesem Guru. Nach dem Tod dieses Gurus, sagte Bhagwati in den indischen Medien ‚jede meiner Entscheidungen wurde mir von Sathya Sai Baba diktiert‘. Das erfüllt mich jetzt nicht mit Vertrauen in die indische Rechsprechung, es trug aber dazu bei, dass der Glaube vieler Menschen an diesen Magier noch weiter gestärkt wurde. Es ist eine Schande für unser Land, dass ein ehemaliger vorsitzender Richter Indiens eine solche Bemerkung von sich gibt. Ich habe eine ähnliche Aussage schon von einem Politiker gehört, der Universitätsprofessor gewesen war und es gibt noch so viele weitere.

Wenn diese intellektuellen Menschen hören, wie jemand etwas gegen ihren Meister oder Guru sagt, ignorieren sie diese Kritik nicht einfach. Sie sind offen dafür, sie sich anzuhören und nehmen sie auch war, finden dann jedoch schnell einen logischen Grund, sogar für die Tatsche, dass sie eine andere Person weit über sich stellen.

Der morgige Eintrag wird einen weitere Typ Anhänger beschreiben: Stolze Anhänger.

Gott hat keine Religion – so wie ich – 26 Mai 11

Jemand stellte mir auf meiner Facebook-Seite eine Frage. Ich dachte, das könnte für mehrere Menschen interessant sein, also beschloss ich, sie hier in meinem Tagebuch zu beantworten.

“Swami, ich lese jetzt schon seit einiger Zeit was du schreibst. Ich habe auch dein Profil gesehen und verstehe, dass du eine spirituelle Person bist und nicht religiös. Das finde ich toll. Beim Lesen anderer Dinge, die du geschrieben hast, habe ich gesehen, dass du nicht an die Verehrung von Menschen glaubst. Ich könnte nicht mehr zustimmen. Ich verstehe jedoch nicht, dass du nicht an Krishna und Ram glaubst. Glaubst du an Christus? Oder glaubst du nicht an Jesus Christus oder Mohammed. Ich versuche nur, das zu verstehen, da ich deinen Blog vergolge. Ich habe deine Internetseite auch meiner Großmutter gezeigt und sie sagte, einige der Mantras, die du auf deiner Internetseite hast, gehören zu Hanuman. Also bin ich verwirrt. Danke und alles Beste Swami.”

Ich habe diese Frage beantwortet, indem ich sagte, dass ich Krishna und Ram als meine engen Freunde ansehe. Ich bin mit ihnen aufgewachsen und gratuliere ihnen jedes Jahr zum Geburtstag. Wie sollte ich sie vergessen? Ihre Namen liegen mir auf der Zunge. Wenn ich jemanden begrüße sage ich oft ‚Jaisiyaram‘. Da ist der Name von Ram auch dabei. Manchmal hört man mich sagen ‚He Ram‘, genauso wie diejenigen, die im Christentum aufgewachsen sind, manchmal sagen ‚Oh Jesus‘ oder die, die im Islam aufgewachsen sind ‚Insha'Allah’.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ich Hindu bin. Ich bin kein Hindu mehr. Ich habe einen starken religiösn Hintergrund, betrachte mich selbst jedoch nicht mehr als irgendeiner Religion zugehörig. Ich führe keine Rituale durch und ich gehe nicht zur Verehrung in Tempel. Ich habe meine Religion auch nicht gewechselt. Ich glaube nicht an das Konvertieren und Wechseln von einer Religion in die andere. Ich habe nicht damit begonnen, in Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu gehen. Ich habe jegliche Religion verlassen.

Manchmal fragen sich die Menschen dann, wenn ich Religion hinter mir gelassen habe, warum schreibe ich dann ‘Swami’ Balendu? Wenn ich kein Hindu bin, warum verwende ich dann dieses Attribut? Ich sehe dieses Wort ‚Swami‘ eigentlich nicht in Verbindung mit Religion. In einem meiner früheren Blogeinträge habe ich diese Frage im Detail diskutiert.

Ich will kein Hindu, Moslem, Christ oder irgendetwas anderes sein. Ich will einfach nur Mensch sein. Ich ermutige auch andere Menschen dazu, ihre Religion zu verlassen und einfach nur Mensch zu sein. Ich glaube, dass Religion oft die Wirkung von Gift hatte und hat: sie tötet Menschen, trennte sie von einander und schafft Hass unter ihnen. Der Mensch wurde von Gott geschaffen und Religion vom Menschen. Gott hat Menschen nicht mit unterschiedlichen Religionen geschaffen, er hat uns alle gleich geschaffen.

Wenn du jetzt mich fragst, warum ich dann den Namen Gottes verwende oder auch Mantras spreche, wenn ich doch nicht an Religion glaube, muss ich dir sagen, dass ich nicht glaube, dass irgendeiner dieser Götter eine bestimmte Religion hat. Für mich sind Ram und Krishna keine Hindus, Jesus kein Christ und Allah und Mohammed keine Muslime. Sie sind Gott und sie sind eins. Ich sage, Liebe ist Gott. Sie alle sind Liebe und sie alle sind Gott, ohne jegliche Religion.

Ich bin mit Ram und Krishna als meine Freunde aufgewachsen. Später lernte ich auch Jesus und Mohammed kennen und wir wurden Freunde. Ich glaube, dass sie alle auch mich lieben. Wir haben etwas gemeinsam: sie haben keine Religion und ich auch nicht. Ich bin keine religiöse Person und ich suche Gott nicht in religiösen Ikonen oder Figuren. Ich weiß, dass Gott die Liebe ist und in unseren Herzen lebt. Wenn du in einem Gebet oder einem Mantra den Namen Jesus, Ram oder auch Hanuman verwendest, ein weiterer Freund von mir, bedeutet das nicht, dass du in einer besonderen Religion betest. Du hast Gott in deinem Herzen, egal, welcher Name dir auf der Zunge liegt.

Nimm Liebe und Beziehungen wichtig – du kannst niemanden ersetzen – 25 Mai 11

In diesem Bild, von links nach rechts: Balendu, Purnendu, Para und Yashendu

In unserem Leben treffen wir viele Menschen, manche kommen uns nahe andere nicht so sehr. Manchmal bemerken wir nicht, dass es um uns viele Menschen gibt, die uns lieben und die wir lieben. Wir sind in unserem alltäglichen Rhythmus so beschäftigt, dass wir nicht merken, wie wichtig es ist, diese Menschen zu haben.

Schätze deine Beziehungen und die Menschen um dich herum. Siehe und spüre ihre Liebe und gib ihnen Liebe zurück. Behalte ihre Liebe in deinem Herzen. Nimm deine Freundschaften, deine Beziehungen und deine Liebe wichtig.

Es kann geschehen, dass du manchmal jemanden gehen lassen musst, der nicht mehr bei dir sein möchte und mit dem du deinen Weg nicht mehr teilen kannst. Manchmal werden diese Beziehungen nach einiger Zeit wieder stärker. Versuche nicht, eine Beziehung zu vergiften. Wenn es nicht funktioniert, ziehe dich leise zurück. Wenn es geht, schaffe keine Bitterkeit zwischen euch. Wut, Ego und andere Emotionen schaffen ab und zu Aggressionen, aber denke darüber nach, wie weit du es diesen Emotionen erlaubst, dich hinwegzutragen. Wer weiß, vielleicht ändern sich die Zeiten und eine bittere Beziehung ändert sich wieder zum Besseren. Bitter und besser sind nur drei Buchstaben voneinander entfernt. Vielleicht willst du auch nicht, dass diese Person weiterhin Teil deines Lebens ist. Das ist auch in Ordnung, aber selbst dann würde ich raten, nicht so viel Bitterkeit zu erzeugen, dass es unwiderruflich zu Ende ist.

Ich habe auf diese Weise viele Menschen verloren und bemühe mich immer, keine Bitterkeit aufkommen zu lassen. Wenn es nicht mehr klappt, versuche ich damit meinen Frieden zu finden und ziehe mich etwas zurück, so dass sich unsere Wege leicht trennen. Auf diese Weise denke ich, dass immer die Möglichkeit besteht, dass wir wieder zueinander finden.

Manchmal geschieht es, dass man einen Menschen wirklich verliert und es sich auf keine Weise ändern kann. Sobald ein Mensch diese Welt und seinen Körper zurücklässt, gibt es kein zurück mehr. Und für jemanden, der gegangen ist, gibt es auch keinen Ersatz. Wenn dein Ehemann stirbt, kannst du wieder heiraten. Wenn du Freunde verlierst, kannst du dir neue suchen. Du kannst jedoch nicht denjenigen ersetzen, der zuvor da war. Wen wir verloren haben, den haben wir verloren.

Heute ist es das fünfte Jahr, dass ich am Geburtstag meiner verstorbenen Schwester Para an sie denke, sie aber nicht mehr da ist. Niemand kann sie jemals ersetzen. Es gab Menschen vor und nach ihrem Tod, bei denen ich das Gefühl hatte, ich hätte eine Schwester, doch nach einiger Zeit sind diese Menschen auch aus meinem Leben verschwunden. Es gibt keinen wahren Ersatz für eine Person, die man verloren hat. Ich habe aber die Erinnerungen an unsere Liebe.

Deine Tränen sind der Beweis der Liebe in dir – 18 Apr 11

Vor einigen Tagen hatte ich eine Heilsitzung, von der ich euch gerne erzählen würde. Der Mann, der bei mir war, sagte „Ich habe keine Liebe in meinem Herzen. Das ist mein Problem.“

Als er das sagte, begann er wie ein Kind zu weinen. Tränen strömten sein Gesicht herunter und Schluchzer schüttelten seine Brust. Nach einer kleinen Weile sagte er, noch nach Atem ringend „Ich habe keine Liebe in mir für meine Frau und auch nicht für meinen kleinen Sohn. Wenn ich sie umarme, spüre ich keine Liebe!“

Ich sah ihn an und sagte ‚Das glaube ich nicht. Wenn du keine Liebe hast, wie kommt es dann, dass du so sehr weinen musst, wenn du nur daran denkst? Ich glaube nicht, dass du keine Liebe hast. Vielleicht hast du nur deine Verbindung zu ihr verloren. Wenn du keine Liebe hättest, wie könntest du so ein Verlangen nach Liebe haben und nach Liebe weinen? Das ist der Beweis dafür, dass du Liebe hast. Du musst dich nur wieder mit deinen Gefühlen verbinden.“

Ich denke, dass das für viele Menschen ein Problem ist. Er hat die Liebe in sich, aber er weiß nicht, wie er ihnen Liebe geben kann. Er vermisst das Gefühl, in der Lage zu sein, denen, die er eigentlich wirklich liebt, diese Liebe zu geben. Es ist alles in ihm, ansonsten würde er nicht weinen. Er will seine Liebe einfach nur weitergeben, schafft es aber nicht.
Wenn du dich selbst in der gleichen Situation wie dieser Mann wiederfindest, tue das, was ich auch ihm gesagt habe: finde die Verbindung zu deiner eigenen Liebe. Du glaubst, dass du in dir überhaupt keine Liebe hast. Doch wenn dir dieser Gedanke so viel Kummer bereitet, ist dort Liebe, also geh raus und suche sie! Oder eher, geh ihn dich und finde sie!

Meditation ist eine gute Methode, seine Gefühle zu entdecken und vom Kopf ins Herz zu kommen. Hör auf so viel darüber nachzudenken. In der Liebe geht es nicht um das, was du sagst oder wie viele Geschenke du mitbringst. Es geht nicht darum, seiner Frau rote Rosen mitzubringen oder ein neues Schmuckstück zu kaufen. Es geht darum, was du im Herzen hast, die Essenz dessen, was du bist. Spüre, wie du nicht nur dich selbst in deinem Herzen hast, sondern auch deine Frau und Kinder, deine Familie und Freunde. Das sind die Menschen, die liebst.

Entdecke deine Gefühle und verbinde dich mit deiner Liebe. Und dann, wenn du so deine Liebe entdeckt hast, drückst du sie aus. Wenn du deine Geliebte umarmst, fühle, wie die Liebe zwischen euch fließt. Genieße dieses Gefühl, einfach in Liebe zu sein.

Wir genießen es heute, wieder unter Freunden zu sein. In der Früh haben wir Wiesbaden verlassen und uns in einen Zug gesetzt, um halb Deutschland zu durchqueren und Tornesch zu erreichen, wo wir die kommende Zeit mit Regina, Celina und Jens zu verbringen. Es war eine leichte Reise, die glatt verlief und wir freuen uns, wieder hier zu sein.

Gurus profitieren vom Wunsch der Leute, die Auserwählten zu sein – 27 Mar 11

Ich beendete mein erfolgreiches Programm in Rajasthan, aber ohne am letzten Tag Einweihungen zu geben. Ich kehrte nach Vrindavan zurück, hinterließ aber eine Frage in den Köpfen der Menschen: „Warum will Guru Ji keine Einweihungen mehr geben?“
Manche Leute meinten, sie wüssten die Antwort. Vielleicht wollte ich nur besondere Leute einweihen, nur einige wenige Auserwählte.

Das war in der Welt der Gurus kein völlig unbekanntes Konzept. In Hindi gibt es ein kurzes Gedicht:

Bhagati firati thi duniya jab talab karate the ham|
Jab se chhoda hai ise bekarar aane ko hai||

Die einfache Bedeutung ist: Wenn du versuchst, irgendetwas in der Welt zu bekommen, läuft es vor dir davon. Wenn du jedoch kein Interesse daran zeigst, kommt es zu dir.

Es gibt hier in Indien viele Gurus und religiöse Führer, die wissen, wie man dieses Gedicht auf eine Weise anwendet, die ihnen größeren Erfolg garantiert – also mehr Geld und eine größere Anhängerschaft bringt. Sie sagen ‚Ich habe kein Geld, ich will kein Geld haben und ich lange Geld niemals auch nur an!‘, doch man stellt fest, dass sie zu den reichsten Gurus der Welt gehören. Viele sagen auch ‚Ich will keine Anhänger haben‘, um zu zeigen, dass sie kein Ego haben. Sie wollen zeigen, dass sie an dem Wettbewerb, wer die meisten Anhänger hat, nicht teilnehmen. Das ist eine weitere Art des Ego, das Ego, am bescheidensten von allen zu sein. In Wirklichkeit finden sie jedoch einfach einen anderen Weg um Anhänger zu gewinnen.

Es gibt einen traditionelle Art und Weise, wie ein Guru jemanden zum Anhänger macht. Diese Initiation oder Einweihung ist eine Art Ritual mit viel Drumherum, in dem der Guru dem Anhänger eine Mala und ein Mantra gibt. Manche Gurus sagen öffentlich, dass sie das nicht tun, doch wenn jemand ihnen nahe kommt und gerne ihr offizieller Anhänger sein möchte, geben sie ihm eine Mala oder einen anderen symbolischesn Gegenstand und sagen ‚Das ist für dich‘. Dann fügen sie noch ein Mantra hinzu, sagen, dass es für diese Person gut wäre, dieses Mantra zu benutzen. Derjenige fühlt sich dann natürlich als Ausgewählter und hat das Gefühl, einen Guru gefunden zu haben. Solche Anhänger sagen obendrauf, dass ihr Guru nicht wie alle anderen ist, sondern einfach ganz besonders.

Das schafft für gewöhnlich ein sogar noch stärkeres Band, da man sich wirklich besonders und als der einzige Ausgewählte fühlt, anstatt eine Einweihung als einer von Tausenden mitzumachen. Für den Guru ist das etwas schwieriger, besonders bei einer wachsenden Zahl von Anhängern, doch sie geben ihr Bestes, um jedem Einzelnen das Gefühl zu geben, aus der Menge hervorzustechen. Gurus in jeder Kultur und in jedem Land haben dieses Prinzip in Bargeld verwandelt.

Als ich also verkündete, dass ich keine Einweihungen mehr geben würde, dachten viele Leute an die Zeit, als ich zuvor in ihre Stadt gekommen war, vor etwa vier Jahren. Damals hatte ich jedem, der es wollte eine Einweihung gegeben. Jetzt, nach der Höhle, wollte ich offensichtlich nur einige wenige, auserwählte Anhänger initiieren.

Es gab viele, die sich dazu bereit fühlten, diese Auserwählten zu sein und sie beschlossen, dass sie einen Weg finden würden, wie sie mir näher kommen könnten und dann würden sie darauf warten, dass ich ihnen eine andere Art von Einweihung zuteil kommen lassen würde. Vielleicht, dachten sie, bekämen sie diese Chance, wenn sie zu mir in den Ashram kämen. Es dauerte nicht lange und die Geschichte hatte sich verbreitet, so dass wir nur wenige Tage nach meinem Programm in Rajasthan mehrere Rajasthanis im Ashram in Vrindavan willkommen heißen durften.

Sie hatten meine Absicht und das, was ich eigentlich wollte, nicht wirklich verstanden. Auch im Ashram war es schwierig, ihnen das verständlich zu machen. Während sie hier waren, sprach ich viel mit ihnen und erklärte, dass ich wirklich keine Anhänger mehr haben wollte. Sie wollten die Welt durch ihre eigene getönte Brille sehen und waren nicht bereit, das zu sehen, was in meinem Herzen und meinem Geist war. Ich bin nicht sicher, was sie in der Zeit von mir dachten. Vielleicht waren sie enttäuscht, weil ich sie nicht zu ‚den Auserwählten‘ machte. Vielleicht meinten sie aber auch, dass es nur noch nicht die richtige Zeit war und sie mir nur näher kommen müssten und es ein andermal noch einmal probieren müssten. Ich bezweifle, dass irgendeiner von ihnen wirklich die Veränderung verstand, die ich durchgemacht hatte.

Schließlich verließen sie den Ashram wieder und ließen mich mit dem Rätsel zurück, wie ich in Zukunft mit diesem Problem umgehen sollte. Ich hatte noch eine Einladung von einer indischen Familie aus Bangkok, sie in Thailand zu besuchen und ich beschloss, die Einladung anzunehmen. Im August 2001 flog ich also nach Bangkok und dachte bei mir, dass es gut ist, für eine Weile etwas Abstand von Indien zu nehmen.

Gebete für die Überlebenden des Erdbebens und Tsunamis in Indien – 14 Mar 11

Natürlich haben die Nachrichten des Erdbebens, des darauf folgenden Tsunamis und der Explosion in dem Atomkraftwerk in Japan auch uns hier in Vrindavan erreicht. Wir haben in den letzten Tagen Bilder und Videos aus Japan gesehen und uns gefragt, wie viel die Menschen dort noch leiden müssen. Zuerst kam die Nachricht des Erdbebens. Viele Menschen verloren bereits alles, was sie hatten. Danach begannen die Wellen und Fluten des Tsunami Autos, Schiffe, Häuser, Züge und alles, was sie finden konnten, darunter auch Menschen, davon zu tragen. Und jetzt wurden Tausende von Menschen aus der Gegend um Fukushima herum evakuiert, das Atomkraftwerk, in dem bereits zwei Explosionen die Leute in Angst versetzt haben. Alle fürchten eine weitere, größere Explosion, bei der die radioaktive Strahlung nach Außen treten könnte.

Es ist sogar schlimm, sich diese Bilder anzusehen, sie schmelzen das Herz und man kann sich nur vorstellen, wie die Menschen dort leiden. Was können wir für sie tun, außer zu beten? Wir können ihnen nur die Stärke wünschen, es zu ertracken, mitten in der Katastrophe, viele ohne Hab und Gut, viele ohne Wasser und alle voller Angst.

Ich habe gerade ein Bild gesehen, auf dem Hundert Kinder auf dem Dach einer Schule standen, die Schule umgeben von Wasser und alle warteten darauf, dass sie jemand retten kommt. Sie sind am Leben, haben aber nichts zu essen und nichts zu trinken. Sie stehen einfach nur da und warten. Es gibt bestimmt viele Geschichten, die noch schmerzlicher sind als diese, doch das alles lässt einem nur das Herz sinken.

Wir haben auch 2004 den Tsunami gesehen und schon oft in der Geschicht der Menschheit hat die Natur gezeigt, wie stark sie eigentlich ist. Wir behaupten, wie seien mächtig, doch das sind wir nicht. Wie viel kann sich von einer Nacht auf die andere ändern!

Heute Morgen haben die ganze Ashram Familie und alle Schulkinder zusammen ein Gebet gesagt und in Stille all derer Menschen gedacht, die in Japan leiden. Wir schicken ihnen unsere Liebe, und wünschen ihnen Stärke, auch denen, die Hilfe bringen und ihr Bestes geben, um andere zu retten.

Bilder vor und nach der Katastrophe

Foreign-Return Guru zurück aus dem Ausland in Indien – 6 Mar 11

Ich landete sicher wieder in Indien, wurde von meinen Brüdern abgeholt und kam wieder nach Hause nach Vrindavan. Wenn ich sage zurück nach Hause meine ich den Ashram. Ihr wisst alle, wie der Ashram heute aussieht, zehn Jahre später, mit zwei Stockwerken, in Farbe und mit Marmorböden und schönen Zimmern. In der Zeit war alles viel einfacher und sehr schlicht. Da war das Gebäude der Höhle und ein paar Räume im Erdgeschoss des Hauptgebäudes mit einem großen gemeinschaftlichen Badezimmer. Alles war noch Rohbau und unverputzt. Es gab schon Rasen und dort, wo jetzt ein Marmorweg vom Tor zum Hauptgebäude führt, war nur Sand und Erde. Kühe liefen frei auf dem ganzen Ashram-Gelände spazieren.

Wir drei Brüder lebten hier im Ashram, am äußeren Rand Vrindavans, zusammen mit einer Anzahl Schüler, die da waren, um die Schriften zu lernen. Meine Eltern und meine Schwester lebten immer noch in dem Haus, in dem wir Kinder aufgewachsen sind, in der Innenstadt Vrindavans. Sie schliefen dort und wir drei Brüder im Ashram, doch wir hatten es uns zur Gewohnheit gemacht, im Ashram zu frühstücken und immer mit der ganzen Familie in unserem alten zu Hause zu Abend zu essen.

Da waren wir also, alle saßen beieinander und ich erzählte ihnen von den Eindrücken, die ich auf meiner ersten Reise nach Europa gesammelt hatte. Ich zeigte ihnen die Dinge, die ich mitgebracht hatte, verteilte Geschenke und erzählte ihnen vieles. Nach meinen Geschichten über den Westen und Beschreibungen der indischen Kultur dort, sprachen wir auch über die Pläne für die nächste Zeit, da ich nur eine Woche lang in Vrindavan bleiben würde. Danach würde ich für ein Programm nach Rajasthan reisen, das wir bereits ausgemacht hatten, kurz nachdem ich aus der Höhle gekommen war.

Ich konnte natürlich schlecht einfach nur in Vrindavan herumsitzen. Ich war der älteste Sohn der Familie und da mein Vater sich bereits aus dem Berufsleben zurückgezogen hatte, trug ich die Verantwortung, für die Familie zu verdienen und für meine Geschwister, Eltern und die Schüler im Ashram zu sorgen. Ich war derjenige, der für das Einkommen der Familie arbeitete und es machte mir nichts aus. Ich bin sowieso keine faule Person und wäre nicht gerne nichtstuend herumgesessen, während sich die anderen um den Ashram und alles darum herum kümmerten.

Dann kam jedoch wieder die Frage auf: was sollte ich tun? Sollte ich einfach weiter das tun, was ich mein ganzes Leben lang getan hatte? Als Guru leben, predigen und Einweihungen geben? Naja, ich hatte nicht gelernt, wie man Rohre verlegt, sondern wie man Predigen und Vorträge hält, also wusste ich schon, dass das die Richtung meines Wegs sein würde. Wie ich schon erwähnte, war ich sehr religiös und führte meine Rituale und Gebete mit voller Überzeugun und aus vollstem Herzen durch. In mir fand ich jedoch eine Stimme, die sagte ‚Du bist aber nicht besser oder höher als all die Leute, die sich deine Anhänger nennen!‘

Ich wusste, dass ich für all diese Menschen, die mich praktisch verehrten und meinen Worten lauschten, als ob Gott selber spräche, jetzt sogar noch eine Stufe höher stand. Ich war ‚foreign-return‘, zurückgekehrt aus dem Ausland, ein Guru, der nicht nur in Indien, sondern auf der ganzen Welt bekannt war. Ich war wertvoller, wichtiger, wie ein importiertes Make-Up-Kit, made in France, das wervoller ist als jedes indische Make-Up-Kit je sein kann. Ihrer Meinung nach war ich noch eine Stufe weiter über ihnen als zuvor.

Und während ich mich auf die Vorträge über Gott, die Schriften und ein Leben nach den Werten in den Schriften freute, wusste ich, dass sich etwas ändern musste

Illegaler Landbesitz im Namen von Gott und Religion – 21 Feb 11

In der letzten Woche habe ich erzählt, dass es in Indien mehr Tempel und religiöse Orte gibt als Schulen. Ich habe auch schon oft geschrieben, dass Indien ein religiöser Ort ist und das zeigt sich natürlich auch in vielen Dingen.

In ganz Indien, auch hier in Vrindavan, errichten Menschen gerne Tempel und kleine ‚Orte Gottes‘ überall dort, wo Menschen zusammen kommen. Natürlich schließt das öffentliche Plätze und Straßenkreuzungen mit ein. Wo auch immer eine größere Kreuzung oder ein Platz mit einem Baum ist, bringt jemand eine Statue herbei, stellt sie unter den Baum legt Blumen vor die Statue und beginnt ein Ritual – schon ist wieder ein Tempel eröffnet. Im Laufe der Zeit errichten sie ein kleines Haus um die Statue, stellen einen Altar davor, bauen ein kleines Zimmer daneben und machen den Ort immer größer. Niemand hat irgendjemanden um Erlaubnis gebeten, diesen Ort zu errichten, da gab es keine keine Baugenehmigung und keinen vorherigen Plan.Auf diese Weise wurden viele solcher Tempel geschaffen und da Indien ein religiöses Land ist, meint sogar die Regierung, dass sie solche kleinen Tempel nicht einfach wieder zerstören können, weil sie ohne Genehmigung gebaut wurden. Sie sind schließlich Orte Gottes.

Die Regierung ist aufgrund dieser Art, Tempel zu bauen, wirklich etwas in Schwierigkeiten geraten. Sie wollen die Straße verbreitern und ihre Plätze vergrößern, aber dort, wo einst Platz für eine Straße war, ist jetzt ein Tempel! Selbst die Regierung wagt sich nicht an die Entfernung der Gotteshäuser. Die Leute haben jedoch angefangen, das auszunutzen, ganze Häuser zu bauen und indem sie sie als Tempel ausgeben, illegal Land in Besitz genommen, das eigentlich der Regierung gehört. Die Regierung hat Befehl gegeben, einige dieser Häuser zu beseitigen, aber da es eben doch auch Tempel und Orte der Verehrung sind, ist die Meinung der Bevölkerung da sehr stark: man kann ein Gotteshaus nicht einfach abreißen! Jedes mal, wenn sie es also doch tun, fühlen sich die Menschen beleidigt und angegriffen. Doch braucht Gott wirklich einen Ort, in dem er leben kann, der in Quadratmetern gemessen wird? Nein, Gott will kein Haus und keinen Tempel besitzen. Es ist die Habgier der Menschen, die Land besitzen wollen – und wenn sie das im Namen Gottes können, dann tun sie es auch.

Das Ergebnis ist eine Regel, die vom Obersten Gerichtshof aufgestellt wurde: an örtlichen Plätzen ist es nicht mehr erlaubt, einen religiösen Ort zu errichten. Ich hoffe, sie werden diese Regel auch durchsetzen und den Menschen nicht mehr erlauben, Land im Namen von Religion illegal in Besitz zu nehmen.