Augenblicke im Leben genießen, die man mit Geld nicht kaufen kann! – 4 Aug 16

Geld ist definitiv nicht alles im Leben! Es gibt Freuden auf dieser Welt, die weit entfernt sind von allem, was man mit Geld kaufen kann!

Gestern, als es Zeit war, das Restaurant zu schließen, begann ein riesiger Monsunregen. Es goss wie aus Eimern. Das ist schönes Wetter, wenn man drinnen ist und raussieht. Wir mussten jedoch noch unser Restaurant schließen und hinter in unser Schlafzimmer kommen! Also wickelten Ramona und ich den Computer in ein Handtuch und eine Plastiktasche, nahmen einen Regenschirm und gingen eng aneinander geschmiegt unter dem Schirm in den Ashram. Wir liefen eng beieinander, Ramona hatte ihren Arm um mich gelegt, ich hielt den Regenschirm über sie und wir gingen so langsam wie nötig und so schnell wie möglich.

Es war einfach nur schön. Es war lustig, obwohl unsere Schuhe durchweichten. Es war auch romantisch, obwohl der Regenschirm zu klein war und Wassertropfen in unsere Nacken fielen. Es war herrlich.

Eine Kleinigkeit, deren Genuss keinen Pfennig kostete,

A small thing to enjoy which does not cost a penny, which does not need anything, just a perfect moment and the readiness to enjoy. I want to fill my days with such instances – why don’t you try, too? It fills life with beauty and happiness!

Wie sich ein Kind über die Scheibenwischer eines Autos freuen kann! – 17 Mai 16

Als wir in Augsburg im Auto saßen, sah ich ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr Apra sich über die kleinen Dinge im Leben freuen kann. Es begann zu regnen, etwas, worüber man sich ja nicht üblicherweise freut. Für Apra war es jedoch Unterhaltung für die ganze Autofahrten von und zum Einkaufszentrum!

Sie saß in ihrem Autositz und begann plötzlich laut zu lachen, wobei sie auf die Windschutzscheibe deutete. Ramona fragte und versuchte von Apras Sichtpunkt aus rauszusehen, um zu verstehen, was sie draußen gesehen hatte, konnte aber nichts erkennen. Als Apra sich ein wenig beruhigt hatte, konnte sie schließlich unter Kichern erklären, was so lustig war: ihr Großvater wischte mit dem Scheibenwischer den Regen weg, aber dieser tropfte gleich wieder auf das Auto!

Sie sah Ramona an und sagte ‘Wäre es nicht lustig, wenn jedes Fenster im Auto so etwas hätte?‘ Ramona antwortete, dass nur die Windschutzscheibe und die Rückscheibe Scheibenwischer hatten – woraufhin Apra sich herumdrehte und darauf wartete, dass das Gleiche auch auf der Rückseite passierte!

Wieder drehte sich Apra zu Ramona und sagte ‘Es wäre doch lustig, wenn jedes Auto solche hätte!‘ Wir lächelten sie an: ‚JEDES Auto hat solche!‘ und sie war total überrascht: ‚Auch in Indien?‘ Als wir bestätigten, dass jedes Auto auch in Indien solche hatte und ja, auch unser Auto über Scheibenwischer an der Windschutzscheibe und an der Rückscheibe verfügte, war sie außer sich vor Freude!

Sie verbrachte die restliche Zeit damit, den Scheibenwischern vorne und hinten und den Regentropfen auf ihrer eigenen Scheibe zuzusehen. Das war wieder so herrlich aufregend für sie: ‚OH, SCHAU! Der große Regentropfen isst alle anderen auf! Da! Da sind sie verschwunden!’

Natürlich, sie hatte in einem Auto in Vrindavan noch keinen Regen gesehen. Wir haben nicht viel Regen und wenn es regnet sitzen wir nicht oft auch noch zufällig im Auto. Der Regen machte diese Fahrt zu einem tollen Abenteuer und wir erfreuten uns an ihrer Freude über diese kleine Sache.

Die Freuden eines Kindes: die einfachen Dinge! – 16 Mai 16

Es gibt Sprichwörter und beliebte Redewendungen, die den Wunsch ausdrücken, wieder wie ein Kind zu sein oder dass Kinder das Rezept zum Glücklich-Sein kennen. In der letzten Woche, mit Apra in Deutschland, habe ich mehrere Beispiele von Situationen erlebt, in denen diese Redewendungen lebendig geworden sind! Die Fähigkeit, sich über Dinge, die so klein erscheinen, so mächtig zu freuen, ist einfach nur herrlich!

Als wir Pavan und seine Familie letzten Sonntag bei ihnen daheim besuchten, saßen wir zum Abendessen und danach in ihrem schönen Garten. Sie wohnen in Mainz und wenn das Wetter gut ist – so wie letzte Woche – fliegen die Flugzeuge, die in Frankfurt landen wollen, so ziemlich über ihr Grundstück. Sie erwähnten, dass sie im Sommer leider oft die Nebenwirkungen hiervon erlebten: den Fluglärm! Apra jedoch machte das überhaupt nichts aus!

In Vrindavan sind wir weit weg von jeglichen Flugrouten, so dass alle Kinder aufgeregt rausrennen, wenn irgendwann doch einmal eines drüberfliegt. Sie zeigen darauf, hüpfen vor Aufregung und schreien laut, damit auch keiner es verpasst. Am öftesten ist es eigentlich ein Hubschrauber, aber das macht ihnen überhaupt nichts aus! Apra machte so ziemlich das Gleiche: jedes Mal, wenn sie ein Flugzeug sah, rief sie ‚MA! PA! EIN FLUGZEUG!‘

Frankfurt ist ein sehr viel angeflogener Flughafen und Apra wurde nicht müde, das immer wieder zu tun. Im Laufe der drei Stunden oder so, die wir dort verbrachten, hatte sie also sehr oft Gelegenheit, das zu rufen!

Ist es nicht herrlich, diese Freude über etwas zu sehen, was einem selbst eigentlich egal ist, nein, was einen eigentlich sogar nervt? Darum beneiden Menschen Kinder um diese Fähigkeit! Kinder leben wirklich im Augenblick, in der Gegenwart und erleben die Freuden des Augenblicks viel aktiver als wir, weil wir mit unseren Gedanken die ganze Zeit in der Zukunft oder der Vergangenheit leben! Kinder denken noch nicht so weit in jegliche Richtung – was bedeutet, dass sie den Augenblick und das, was jetzt gerade geschieht, einfach nur genießen können!

Dazu kommt, dass Kinder natürlich noch nicht so viel erlebt haben! An einem Tag gibt es Hunderte neue Dinge für kleine Kinder, während wir das Gefühl haben, dass immer alles gleich ist. Selbst Dinge oder Ereignisse, die sich wiederholen, können für Kinder spannend sein, einfach nur aufgrund der Tatsache, dass sie sich nun weiter entwickelt haben und diese auf einer anderen Ebene wertschätzen können! Sie können sie besser verstehen und sind deshalb auch aufgeregter!

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir diese Freude nicht spüren können! Es mag schwierig sein, sich genau wie Apra über das hundertste Flugzeug über unseren Köpfen zu freuen, aber wir können zumindest die Tatsache bewundern, dass es Flugzeuge gibt! Dass wir Tausende Kilometer um den Erdball fliegen können, um beieinander zu sein! Das wir dazu in der Lage sind, jemanden auf der anderen Seite des Planeten zu besuchen und alle Kontinente zu besuchen! Dass diese Maschine uns hilft, einen Traum zu verwirklichen, den Millionen Menschen hatten, bevor Flugzeuge erfunden waren: wir können fliegen!

Ich denke oft, es ist nur eine Frage unserer Einstellung und eine Entscheidung, glücklich und fröhlich zu sein wie ein Kind!

Warum man nicht versuchen sollte, perfekt zu sein – 24 Feb 16

Gestern habe ich über die kleinen Urteile geschrieben, die insbesondere Eltern von ihrem Außen oft zu hören oder spüren bekommen. Und der Grund warum ein solches Urteil einen oft länger nicht in Ruhe lässt als es sollte ist einfach: du willst perfekt sein!

Ja, ein Streben nach Perfektion macht dich unglücklich. Das magst du schon erraten haben. Warum? Weil du dieses Ziel nie erreichen kannst! Niemand ist perfekt, wir alle machen Fehler und je leichter du das akzeptierst, desto glücklicher wirst du!

Für viele Leute ist jedoch das Problem, dass sie diesen Wunsch perfekt zu sein sehr stark verspüren. Sie wollen keinen Fehler machen und so versuchen sie angestrengt, alles richtig zu machen. Wenn sie einen Fehler machen, machen sie sich selbst deswegen verrückt. Die Neigung, sich Gedanken darüber zu machen, was andere Leute denken, macht das nur noch schlimmer. Ein Fehler zeigt, dass du falsch liegst und daran bleibst du dann hängen. Das bleibt dir im Kopf, du versuchst Erklärungen und Ausreden zu finden, du versuchst den Fehler zu verstecken, so dass niemand davon erfährt – kurz, du willst einfach niemanden sehen lassen, dass du nicht perfekt bist. Vielleicht schaffst du es sogar, dich selbst davon zu überzeugen, dass es kein echter Fehler war, dass du eigentlich doch perfekt bist und es der Fehler einer anderen Person ist!

Ein weiteres Problem ist, dass es nicht immer richtig oder falsch ist! Für einige Leute mag eine Sache richtig sein, während andere Leute das Gleiche für eine ganz andere Sache gilt. Wenn du also versuchst, für deine Umgebung perfekt zu sein, musst du dich ständig verändern, weil die Leute um dich herum unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was perfekt ist!

Für alle, die perfekt sein wollen, gibt es eine große Lektion: wir lernen von unseren Fehlern! Ja, es ist gut, Fehler zu machen, weil sie dir für die Zukunft beibringen, was du tun solltest und was nicht. Du kannst wegen deinem Fehler Schuldgefühle haben und wochen- oder monatelang darüber nachdenken oder du kannst akzeptieren, dass es ein Fehler war und etwas ändern!

Ich kann dir eines versprechen: andere erinnern sich an deinen Fehler nicht einmal halb so lang wie du! Sie vergessen es schneller als du, weil es nicht so wichtig ist, wie du denkst. Wenn du das Gefühl hast, dass jemand wegen einer kleinen Sache über dich urteilt und du dir dann lange deswegen Gedanken machst, haben sie vielleicht bereits ihre Meinung geändert und das alles vergessen!

Versuche nicht, perfekt zu sein – du bist perfekt, so wie du bist, mit all deinen Fehlern!

Konzentriere dich drauf, dich selbst glücklich zu machen statt alle um dich herum – 28 Jan 16

Viele Leute haben die Angewohnheit, alle um sie herum glücklich machen zu wollen. Im Allgemeinen könnte man das eine gute Eigenschaft nennen: wenn man das Glück anderer in den Mittelpunkt stellt, sagst man nichts Gemeines und vermeidet es um jeden Preis, andere irgendwie zu verletzen! Das Problem ist jedoch genau das: um jeden Preis! Meistens kostet es diese Menschen ihr eigenes Glück – und darum glaube ich ist es nicht wirklich eine gute Idee, eine gute Eigenschaft oder eine gute Angewohnheit!

Es ist eigentlich logisch, wenn man mal darüber nachdenkt: wer ist für dein Glück verantwortlich? Du selbst. Wer ist für das Glück deiner Kollegin verantwortlich? Sie selbst! Es ist also egal, was du tust, wenn deine Kollegin nicht glücklich sein will, kannst du sie nicht dazu zwingen. Sie muss ihr Glück selbst finden.

Leider neigen Menschen mit dieser Angewohnheit nicht nur dazu, sich anzustrengen, andere glücklich zu machen, sondern sind auch enttäuscht, wenn sie keinen Erfolg haben. Nein, mehr als enttäuscht, sie beginnen zu glauben, es sei ihre Schuld, dass der andere nicht glücklich ist. Wie könnte das ihre Schuld sein, fragt ihr? Oh, sie sind kreativ dabei, Antworten auf diese Frage zu finden: es könnte etwas an ihren Bemühungen sein, was die andere Person verletzt haben könnte, vielleicht waren sie zu direkt mit etwas, was sie gesagt haben oder vielleicht haben sie nicht genug getan, sich nicht genug angestrengt?

In der verdrehten Sicht, die diese Leute auf Situationen haben, ist es, als wäre es ihre Verantwortung, dass alle glücklich sind und wenn sie nicht alle glücklich machen können, haben sie das Gefühl, dass sie den Sinn ihres Lebens verfehlen! Dabei werden sie selbst unglücklich, machen sich selbst darüber verrückt, was sie tun könnten und vergessen das zu tun, was sie glücklich machen würde.

Vielleicht hört sich das für euch verrückt an und ich sage euch, diese Person würde das Gleiche sagen. Natürlich sind sie nicht verantwortlich für alle, was für ein Unsinn! Von der Logik her verstehen sie das auch und stimmen dem auch zu – doch ihre Handlungen, Gedanken und Gefühle gehen da ganz andere Wege!

Wenn du auch so handelst, dich gerne um andere kümmerst und es manchmal zu weit treibst, vergisst, dass du auch glücklich sein musst, erinnere dich bitte daran, dass du wirklich niemanden dazu zwingen kannst, glücklich zu sein. Manchmal musst du einfach nur einen Schritt zurücktreten, dich von denen entfernen, die nicht glücklich sein können oder nicht glücklich sein wollen! Es ist in Ordnung, wenn du auf dich selbst Acht gibst!

Und wenn du jemanden kennst, der dir nahe steht und das tut, solltest du dessen Bemühungen wertschätzen, während du beginnst, dich auch ein bisschen um diesen Menschen zu kümmern. Solche Leute vergessen, sich um sich selbst zu kümmern, also hilf ihnen und zeige ihnen langsam, dass auch sie wichtig sind!

Zu guter Letzt, wenn du einer von denen bist, der einfach nicht glücklich sein kann, erkenne, dass es deine eigene Verantwortung ist, dich darum zu kümmern – also ändere, was auch immer geändert werden muss, akzeptiere den Rest und sei glücklich!

Wie jede Menge Sex ein trockenes Ritual werden kann – 2 Dez 15

In den vergangenen zwei Tagen habe ich euch zwei Gründe erklärt, warum offene Beziehungen oft nicht funktionierten. Hinter beiden Szenarien, die ich da beschrieben habe, gibt es einen wesentlichen Grund für das Scheitern: Sex wird als Technik gesehen, eine Handlung, die wie Unterhaltung ist, von der man einen gewissen Nervenkitzel bekommt – und sie vergessen die Liebe!

Es gibt viele Leute, die von der Vorstellung offener Beziehungen fasziniert sind und bei ihrem Versuch jede Menge Sex mit jeder Menge verschiedener Menschen haben. Sie wecheln ihre Partner manchmal so häufig, dass sie sich nicht einmal mehr daran erinnern, mit wem sie alles geschlafen haben! Da fehlt das Gefühl. Dann ist Sex nur körperlich, ein Ritual, das man durchführt, da ist keine Liebe mehr!

Nach einer Weile beginnen sie, etwas zu vermissen. Sie erkennen, dass sie etwas nicht haben, nach dem sie suchten: die tiefere Bedeutung einer Beziehung. Die Möglichkeit, sich auf einer Ebene zu verbinden, die so viel tiefer geht als reine körperliche Berührung es kann! Ihnen felt die Liebe!

Das kann ja auch gar nicht sein! Wenn Sex für dich nur ein Ritual ist, wenn es eigentlich egal ist, mit wem, oder wenn du auch deine Partner auswählst, sie aber häufig wechselst, kannst du nicht auf die gleiche Weise eine Verbindung eingehen, wie du das in einer Beziehung mit nur einer Person kannst. Und du kannst nicht das gleiche Gefühl, das du usprünglich mit diesem einen Partner hattest, mit jedem deiner Sexualpartner teilen.

Du kannst Sex teilen, körperlichen Kontakt und das Ritual, aber du kannst nicht die gleiche Zuneigung, das gleiche Gefühl und die gleiche Liebe teilen. Liebe ist der Kleber, der dich und deinen Partner zusammenhält. Die Leute denken oft, Sex sei der Kleber – doch in Wirklichkeit ist es die Liebe.

Sex ist meiner Meinung nach auch wichtig! Oh ja, Sex kann in einer Beziehung so viel intensivieren und eine wichtige Rolle dabei spielen, zwei Menschen einander wirklich nahe zu bringen. Aber nur, wenn es auch eine weitere Verbindung gibt, als nur die körperliche. Man kann eine tolle Nacht mit jemandem haben und sogar regelmäßige sexuelle Erfahrungen, die jedes körperliche Bedürfnis stillen und es kann sich trotzdem noch anfühlen, als würde dir etwas fehlen.

Dieses ‘etwas’ ist Liebe. Und meiner Meinung nach ist es unmöglich, diese tiefe Liebe und diese Verbindung mit mehr als einer Person zu haben!

Wenn immer alles falsch ist, muss man Zufriedenheit in sich suchen – 2 Nov 15

Gestern habe ich begonnen, ein bisschen über eine positive oder negative Einstellung zu schreiben und wie das dein Leben beeinflussen kann – oder eben auch nicht. Hast du jemals eine solche Person in deinem Leben gehabt, die so schrecklich negativ ist, dass er oder sie einfach nie zufrieden zu sein scheint? Naja, ich habe das mehrere Male erlebt und ich sage euch, dass ihr für diese Person machen könnt, was ihr wollt, ihn oder sie jedoch nie zufrieden stellen könnt – weil das von innen kommen muss!

Da solche Menschen von Natur aus in ihrem Leben nach etwas suchen, was sie zufriedenstellen könnte, hatte ich schon einige von ihnen in Einzelberatungen vor mir gehabt und wir hatten auch hin und wieder einige als Besucher in unserem Ashram. Jeder, der ein Geschäft betreibt, das Dienstleistungen beinhaltet, weiß, dass diese Menschen zu den schwierigsten Kunden gehören!

Das bedeutet nun absolut nicht, dass diese Menschen nicht liebevolle Wesen sein können, dass sie gemein sind oder dass sie keinen Groll gegen dich hegen oder denken, dass du keine gute Person bist! Solche Leute kann es natürlich auch geben, aber zumeist habe ich gesehen, dass das nicht wirklich der Fall ist! Sie können es nicht ändern, sie sind innerlich einfach so, sind es gewöhnt, sich zu beschweren, etwas Negatives in allem zu finden und niemals ein Gefühl der Zufriedenheit und des Glücks zu bekommen!

Einmal hatten wir zum Beispiel eine Australierin hier, die in ihrem Alltag hier immer nach etwas Negativem suchte. Wir hatten das bereits bei ihrer Ankunft bemerkt. Ich war der Erste, der sie begrüßte, einfach weil ich draußen war, als ihr Auto im Ashram ankam. Während die meisten Leute sich freuen, dass sie nach einer langen Reise endlich ankommen und sich auch auf das freuen, was sie jetzt in Indien erwartet, schien sie vom ersten Augenblick an nicht eine von diesen Menschen zu sein – das sah ich in dem Moment in ihrem Gesicht!

Jetzt kann ich euch sagen, dass wir wirklich alles gemacht haben, um sie zufrieden zu stellen – das aber nicht schafften. Davon, dass wir ihr Hygiene-Produkte vom Markt holten, als sie den Laden nicht fand, bis dahin, dass wir ihr Retreatprogramm völlig abänderten, wir versuchten alles.

Ich werde nicht weiter ins Detail gehen was ihre Probleme anging, aber ihr könnt es euch bereits vorstellen – sie waren nicht wichtig, noch hatte irgendein anderer Gast sich jemals deswegen beschwert und es waren oft einfach Dinge, die in ihrem Heimatland anders waren und ihr deswegen nicht richtige erschienen.

Interessant jedoch ist, dass für sie und ähnlich für andere auch das Problem nicht Indien war! Es ist diese Eigenschaft oder innere Natur, nicht glücklich sein zu wollen. Das ist nichts im Außen, was das in Ordnung bringen kann. Man kann an die schönsten Orte gehen, wenn man dort Schlechtes sehen will, so findet man das auch! Man kann das beste Essen, die beste Kleidung, die beste Gesellschaft haben – es wird nie wirklich gut sein.

Wenn du dich selbst in dieser Beschreibung wiederfindest, wisse bitte, dass du derjenige bist, der dich selbst ändern kann und dich selbst glücklich machen kann! Ich kann mir nur vorstellen, wie unglücklich du manchmal sein musst, weil es einfach nie richtig ist. Du bist eine schöne Person, die Menschen und Ereignisse um dich herum sind auch überhaupt nicht schlecht. Sieh das und erkenne, dass du dich innen ändern kannst! Es mag ein langer und manchmal schwieriger Weg sein, aber du kannst es schaffen!

Ich bin in meinem Leben glücklich und ich liebe es, die Dinge positiv zu sehen. Bitte teile diese Einstellung mit mir. In den nächsten Tagen werde ich dir sagen, was du tun kannst, wenn du mit von solchen Menschen umgeben bist – und was wir tun, um solche Situationen zu vermeiden.

Man kann nicht extrem idealistisch sein, wenn man auch glücklich sein will – 27 Aug 15

Viele Leute denken vielleicht, ich wäre Idealist. Ich preise Ehrlichkeit an, spreche oft darüber, wie man anderen helfen kann, versuche, betrügerische Aktivitäten aufzudecken und verbreite das, was meiner Ansicht nach Gedanken sind, die der Menschlichkeit helfen werden. Ich bin jedoch nicht sehr idealistisch. Ich sehe mich selbst eher als Realist – mit positiver Einstellung. Mehr als das glaube ich eigentlich, dass Idealisten Schwierigkeiten haben, glücklich zu sein. Ich erkläre euch heute, warum – und was man tun kann, um glücklich zu sein.

Warum wird einen Idealismus nicht glücklich machen? Weil die Welt kein idealer Ort ist. Sie ist nicht perfekt und kann das auch gar nicht sein! Wir haben alle unterschiedliche Vorstellungen davon, was perfekt ist und wir arbeiten auf diese Ziele hin, selbst wenn andere Menschen meinen, dass diese Ziele nicht richtig sind. Man wird also nie die ideale Situation haben- obwohl man natürlich versuchen kann, sein Umfeld für sich so ideal wie möglich zu gestalten.

Man kann vieles ändern, anstatt sich nur über den momentanen Zustand der Dinge aufzuregen. Achte auf die großen Dinge, auf die Ideale, sie dir wirklich wichtig sind. Lerne, sie zu akzeptiere. Es ist notwendig zu akzeptiere, dass es kleine Dinge gibt, die nicht ideal sind. Es wäre gut, die Idee aufzugeben, dass alles immer 100% deinen Vorstellungen entsprechen muss – weil es so nicht sein kann und dich dann unglücklich machen wird.

Deshalb denke ich, bin ich realistischer und will gar nicht idealistisch sein. Es gibt viele Situationen mit höherem Beweggrund, in denen ich mich anders verhalten würde, als ich normalerweise als ideal bezeichnen würde.

Ein Beispiel: Ich bin vollkommen gegen Gewalt. Ich bringe gewaltfreie Bildung in Schulen voran und bitte Eltern dringend, das Gleiche auch daheim zu tun. Ich bin gegen Gewalt gegen Tiere und Gewalt gegeneinander, sogar in einem Gespräch, in den Worten. Ich werde jedoch nicht so weit gehen und sagen, dass ich nie Gewalt anwenden werde. Sollte ich mich in einer gefährlichen Situation bedroht fühlen, sollte jemand mir, meiner Frau oder meiner Tochter schaden wollen, würde ich nicht zögern, auch meine Fäuste einzusetzen. Ich werde mich von niemandem schlagen lassen und die Schmerzen einfach akzeptiere – Selbstverteidigung wäre ein Beispiel für eine solche Situation, in der ich Gewalt für völlig gerechtfertigt halte.

Es gibt noch viele weitere solcher Beispiele! Idealerweise sind die Menschen gegen Korruption. Sie beklagen sich, dass sie Schmiergeld zahlen müssen, damit ihre Arbeit erledigt wird. Um solche Korruption – oder anderes Fehlverhalten – jedoch aufzudecken, machen Leute verdeckte Operationen und filmen dabei jemanden ohne dessen Einverständnis! Das ist eigentlich moralisch falsch und nach seinen Idealen würde man das nicht machen. Aus dem höheren Beweggrund jedoch, falsche Handlungen aufzudecken und zu stoppen, macht man es trotzdem!

Ich bin auf diese Weise realistisch und haben keine Probleme damit, die Tatsache zu akzeptieren, dass höhere Beweggründe existieren. Sei nicht zu extrem mit deinen Idealen, denn das macht dich unglücklich. Du wirst deine ‚unmoralischen Handlungen‘ bereuen, obwohl sie einem guten Zweck gedient haben. Das ist zu extrem und wird dir keinen Frieden und keine Ruhe bringen.

Sei ehrlich mit dem, was du fühlst und denkst, bleib deinen Idealen treu, doch gib der Realität eine Chance – das wird dich glücklich machen!

Atheisten tun Gutes, um anderen zu helfen, nicht für gutes Karma – 29 Jul 15

Gestern habe ich erklärt, dass viele Menschen glauben, Atheisten seien nicht nur trist und unglücklich, in einem freudlosen Leben, sondern auch noch nicht sehr nette Menschen. Sie denken, Atheisten hätten kein Mitgefühl, sondern seien selbstsüchtig. Ich möchte heute meinen Blogeintrag dazu nutzen, diese Vorstellung zu widerlegen.

Lasst uns zunächst einmal einen Blick darauf werden, wo dieser Gedanke herkommt. Was ist der Unterschied zwischen Atheisten und Theisten? Eine Gruppe glaubt an Gott, die andere nicht. Diejenigen, die an Gott glauben, denken also, sie seiehn diejenigen, die anderen helfen, während die Atheisten das nicht tun. Das bedeutet, Gott ist für dich der Grund, warum du anderen hilfst. Interessant, da das bedeutet, dass du anderen nur hilfst, weil Gott dir das in seinen Schriften sagt, oder? Wenn du allein wärst, ohne deinen Gott, würdest du die wohltätige Arbeit, die du nun machst, nicht tun?

Wenn dem so ist, sind Atheisten die besseren Menschen, weil sie Gutes einfach nur deshalb tun, weil es für sie das Richtige ist, das, was man tun sollte! Nicht, weil eine erfundene Vaterfigur ihnen sagt, sie sollen das nicht tun. Nicht, weil sie Punkte auf einem erfundenen Karma-Konto sammeln!

Ich kann euch ein Beispiel des Mitgefühls und der Hilfe für andere durch Atheisten geben, das gerade vor Kurzem, nach unserer Veranstaltung geschah: eine Gruppe junger Atheisten fuhr mit einem Kleinbus, der hier Tempo Traveller genannt wird, von hier ab nach Agra. Wir hatten eine örtliche Firma angerufen und den Kleinbus für sie organisiert. Auf dem Weg nach Agra kamen sie an einen Unfall und hielten den Kleinbus an. Ich weiß nicht genau, was geschehen war, doch da waren verletzte Personen, die dringend medizinische Hilfe brauchten. Schnell hatte die kleine Gruppe beschlossen, dass sie statt zum Taj Mahal ins Krankenhaus fahren würden, um die Verletzten dorthin zu bringen!

Leider weigerte sich jedoch der Fahrer des Kleinbus, ein einheimischer Mann. Er hatte grundlos Angst, er würde Probleme mit der Polizei oder ähnliches bekommen. Er bewegte sich sogar vom Kleinbus weg um zu signalisieren, dass er nicht fahren würde, wenn sie eine verletzte Person an Bord hätten.

Mangels einer anderen Lösung standen sie also schließlich auf der Straße und winkten den nächsten Autos, sie sollen anhalten. Es hielt schließlich endlich jemand an und erbarmte sich, die Verletzten mit ins Krankenhaus zu nehmen.

Also weigerte sich eine Person, die an Gott glaubt, was man am Kleinbus mit der Aufschrift ‚Radhe Radhe‘ sieht, sowie an seiner religiösen Kleidung und Make-up, eine blutende, verletzte Person mitzunehmen, während eine Gruppe von Atheisten alles tut, um zu helfen, ohne an ihre eigenen Pläne zu denken.

Das wundert mich jedoch nicht allzu sehr – da ein Nicht-Gläubiger in seinem eigenen Namen handelt, seinen Instinkten, logischen Gedanken und Emotionen vertraut, während Religion ihren Anhängern beibringt, der Angst zu folgen. Während dieser Mann also zuerst einmal an all das dachte, was passieren könnte, handelten die anderen. Mit dem Wunsch, denen vor ihnen zu helfen.

Wenn unsere Arbeit für unsere Schulkinder dich nicht überzeugen kann, so kann das vielleicht ein Zeichen für dich sein, dass Atheisten wirklich gute Arbeit leisten und anderen helfen – auch dann, wenn religiöse Menschen Angst davor haben!

Hier siehst du Bilder unseres Atheisten-Treffens

Warum du aufhören solltest, dich zu beklagen? Hier ist die Antwort! – 28 Mai 15

Gestern habe ich über die Gedanken und Gefühle geschrieben, die man haben kann, wenn man jemanden so schlimm verletzt sieht, wie Monika oder ihre Bettnachbarin im Krankenhaus. Wir sollten froh sein, dass es und gut geht, dass wir gesund sind. Wie sollten unseren Körper und seine Schönheit wertschätzen. Doch wisst ihr was? Wenn ich mir die Umgebung hier ansehe, würde ich vorschlagen, nicht nur den Körper zu schätzen, sondern auch alles, was man hat, an Materiellem und Emotionalem und das Leben an sich!

Ich habe euch ja schon erzählt, dass Purnendu und Ramone in den vergangenen Wochen die Häuser der neu eingeschriebenen Schulkinder besucht haben. Was sie dort gesehen haben, die Umstände, in denen diese Kinder leben, geben noch einmal eine ganz andere Perspektive aufs Leben. Jeder, der da mitkommt, würde aufhören, sich über sein Leben zu beklagen!

Sie gehen in der Früh aus, um die große Tageshitze zu vermeiden, kommen jedoch trotzdem völlig verschwitzt und heiß zurück. Keines der Häuser ist klimatisiert oder hat auch nur einfache Kühler! Manche Häuser haben nicht einmal eine ordentlich schließende Tür oder nur für ein Zimmer des Hauses, nicht den Bereich, wo das meiste des Lebens stattfindet! Die meisten Häuser haben Strom, aber nicht alle. Kein Strom bedeutet, dass nicht einmal ein Deckenventilator etwas Kühle verschafft. Diejenigen, die Strom haben, haben nicht den Luxus eines Batteriesystems, den wir genießen, so dass wir den Ventilator auch dann laufen lassen können, wenn Stromausfall ist. Und wir haben oft Stromausfall, besonders, wenn es 45 Grad Celsius heiß wird und mehr, wie in den vergangenen Tagen.

Die Väter und sogar Mütter vieler Kinder sind Tagelöhner. Sie arbeiten draußen, zumeist auf Baustellen. In der Hitze im Freien, oft in der Sonne und ganz sicher nicht mit sicherer Arbeitskleidung! Zement wird mit einer Schaufel gemischt, die mit blanken Händen gehalten wird. Sie laufen auf diesen Baustellen barfuß, in Flip-Flops oder einfachen Schlappen herum. Die Hände der Maurer sind nach einigen Jahren rau und rissig.

Mütter kümmern sich daheim gleichzeitig um sechs Kinder und den Haushalt und behalten Ordnung bei mit allem Hausrat in nur ein oder zwei Zimmern. Sie schaffen es, bei minimalem Einkommen Essen für die ganze Familie zuzubereiten, mit nur den grundlegendsten Lebensmitteln.

Kinder spielen auf Dreckstraßen, gekleidet in zerrissene und alte Klamotten, einige von ihnen krank und ohne medizinische Behandlung. 10-Jährige können ihren Namen nicht buchstabieren und noch ältere Kinder haben keine Ahnung, wie alt sie sind. Fast jeder verrichtet seine Notdurft auf den Feldern oder an der Straßenseite = Toiletten sind eine Seltenheit.

Dabei ist das Bild hier noch nicht einmal das Schlimmste in Indien, nicht das Schlimmste der Welt. Und egal, wie schlecht dein Leben zu sein scheint, wenn du diese Zeilen liest, gibt es auch in deinem Land Menschen, die es schlechter haben als du! Immer, wenn du dich deprimiert fühlst, solltest du nicht nur hieran denken, sondern wirklich erkennen, wie gut dein Leben ist!

Hör auf, dich zu beschweren! Und nicht nur über deine finanziellen Probleme – dein gesellschaftliches Leben, dein Liebesleben, eine fehlende Beziehung oder Probleme in deiner Beziehung! Sieh, dass es schlimmere Probleme gibt als deine und akzeptiere die Situation oder nimm dir die Energie aufzustehen und etwas zu ändern!

Lass dich vom schlechten Zustand der Welt nicht runterziehen, sondern lass ihn dir die Augen für die Schönheit und den Reichtum öffnen, den du selbst hast. Lass ihn dir helfen, das zu ändern, was nicht in Ordnung ist und vielleicht auch jemandem zu helfen, dem es schlechter geht als dir!