Arbeitslose Büroangestellte werden in Vrindavan zu Priestern – 17 Okt 11

Letzte Woche habe ich erklärt, warum Westler nach Indien kommen und nach Siddhis suchen sowie nach denjenigen, die Siddhis haben und ihnen eventuell zeigen können, wie sie selbst welche erreichen können. Es besteht Nachfrage nach solchen Menschen, andere bieten es an und so wächst die Anzahl der Gurus in diesem Geschäft täglich. Nicht jeder zeigt gleich seine falschen Siddhis mit Zaubertricks. Viele beginnen ihre Guru Karriere als einfache Priester und besonders in Vrindavan haben wir viele solche Priester.

Bei uns arbeitete einmal ein Mann an unserer Internetseite. Das war bevor wir uns selbst darum kümmerten, Seiten hochzuladen, Inhalt zu verändern und diesen Inhalt schön aussehen zu lassen. Er war derjenige, der das alles machen sollte, aber nach einer Weile bemerkten wir, dass er täglich mehr Zeit darauf verwendete, Filme herunterzuladen und anzusehen, als unsere Arbeit zu machen, weswegen eine notwendige Änderung auf der Internetseite immer recht lange dauerte. Wir mussten ihn feuern und fingen an, das alles selbst zu tun, worüber wir heute immer noch froh sind.

Vor einiger Zeit erfuhren wir, dass unser ehemaliger Angestellter nicht mehr daran arbeitete, die Internetseiten anderer Menschen zu verbessern, sondern seine eigene Internetseite gemacht hatte, auf sozialen Netzwerken sein Profil hochgestellt und ein anderes Geschäft begonnen hatte: er ist Priester geworden.

Online haben wir Bilder von ihm gesehen, spirituell gekleidet anstatt in dem Anzug, den er normalerweise anhatte, sein Haar länger und das Make-up einer religiösen Person im Gesicht. Für uns war es wirklich seltsam, dieses ‚heilige‘ Outfit zu sehen und seine Werbung zu lesen, wie er seine Tradition und Herkunft, so wie seinen Guru anpreist, wie er seine lebenslange Hingabe und religiöse Praxis beschreibt, sein Studium der Schriften, sowie seinen Dienst an Krishna.

Als er wieder einmal im Ashram vorbeikam, unterhielt ich mich ein bisschen mit ihm. Ich sagte ihm, dass ich von seinem neuen Beruf gehört hatte und fragte, wie er dazu kam. Er antwortete ‚Naja, irgendetwas muss man eben machen, um zu überleben!‘

Ihr seht also, auf diese Weise werden in dieser Stadt täglich dutzende Priester geboren. Sie versuchen eine Arbeitsstelle in dem Bereich zu bekommen, in dem sie etwas gelernt haben oder etwas Wissen haben. Wenn sie qualifiziert sind, kann es funktionieren. Wenn es nicht klappt, fangen sie oft an, als Priester zu arbeiten. Warum? Weil Vrindavan immer voller religiöser Pilger ist. Sie kommen für ihre Pilgerreisen aus ganz Indien und aus dem Ausland und machen hier in Vrindavan Halt, um am Fluss Yamuna Pooja abzuhalten, um in die alten Tempel Banke Bihari und Madan Mohan zu gehen und vielleicht auch einmal in den ISKCON Tempel zu gehen, um eine Sehenswürdigkeit zu betrachten. Und viele haben gerne etwas extra Programm und heuern einen Priester oder Prediger an, ihnen Geschichten aus den Schriften zu erzählen und mit ihnen in die religiösen Orte der Stadt zu besuchen.

Wer als Pilger nach Vrindavan kommt, kommt für sein gutes Karma. Die Zeremonien und das In-Anspruch-Nehmen der Dienste eines Predigers, um fromme Geschichten zu hören, oder Mantras und Kirtan zu singen, gehört zu dem Versuch, sein gutes Karma zu erhöhen. Jemand, der in Vrindavan geboren wurde und aufgewachsen ist, kennt normalerweise die bekanntesten Geschichten und lernt noch ein paar Punkte für einen Vortrag. So kann jeder Priester werden und junge Leute, die in Vrindavan ein Geschäft aufbauen wollen, entscheiden sich oft für diesen Beruf.

Ich will niemanden schlecht machen, nur weil er diesen Beruf ergriffen hat, weil es auch einfach nur ein Weg ist, das Überleben zu sichern. Sie arbeiten, um zu leben und das muss auch gewürdigt werden. Ich möchte gerne die Magie und das mystische, sowie diese Vorstellung der Heiligkeit beseitigen, in dem ich erkläre, wie sie bei diesem Beruf landen. Es ist ein Berufszweig wie jeder andere. Die Menschen lernen etwas, es gibt eine Nachfrage und sie machen auf dem Markt ihr Angebot. Sie sind nicht heilig und sie sind nicht gesegneter als du. Anstatt sie Prediger zu nennen, sollte man sie Entertainer nennen. Religiöses Make-Up und Outfit machen niemanden heilig. Vielleicht haben einige von ihnen vorher in einem Büro gearbeitet. Einige haben vielleicht wirklich ihr Leben der Religion gewidmet, aber nach diesen muss man wohl länger suchen.

Falle nicht auf die Illusion der Heiligkeit herein, sondern gehe tiefer.

Modernes Predigen gleicht der modernen Unterhaltungsindustrie – 2 Okt 11

In meinen Vorträgen und Programmen hatte ich immer eine gemischte Zuhörerschaft. Natürlich sind da immer diejenigen, die aus frommen Gründen gekommen sind und die Heiligkeit eines solchen Ereignisses erleben wollen, die einen Guru treffen und mehr über die Schriften hören wollen. Andere, wie ich euch schon erzählt habe, sind auf Partnersuche. Und wieder andere sind nur zur Unterhaltung da.

Man muss verstehen, dass diese religiösen Programme für viele Leute wirklich die beste Unterhaltung darstellen, die sie sich vorstellen können. So war es schon immer. Das sind Menschen, die viel Zeit haben. Sie sind schon alter und in Rente oder vielleicht Frauen, deren Ehemänner arbeiten und für die Familie sorgen. Sie haben Zeit, zu Programmen zu gehen, die den ganzen Morgen lang andauern und nach einer Pause am Nachmittag wieder beginnen.

Sie hätten natürlich auch andere Möglichkeiten, um sich zu unterhalten, aber vielleicht gehen sie nicht gerne ins Theater oder Kino. Vielleicht haben sie an anderen Konzerten keine Freude, aber es macht ihnen Spaß, in einer Menschenmenge einen Vortrag mit Musik anzuhören. Die Zuhörerschaft wurde kleiner, als immer mehr Menschen daheim einen Fernseher hatten. In Indien gab es sehr bald Fernsehsender, die auch religiöses Programm ausstrahlten und so konnten die Menschen die gleiche Unterhaltung auch zu Hause bekommen.

Eine Liveshow ist jedoch immer besser und so kommen auch heute noch Menschen, um den Predigern und Gurus zuzuhören, auch um sich einfach nur unterhalten zu lassen, nicht weil sie so gottesfürchtig sind oder dem Guru anhängen. Sie lassen sich mitreißen und werden oft auch sehr emotional. Vielleicht wunderst du dich, warum sie während dem Programm zu tanzen, singen und weinen anfangen, wenn sie nicht aus religiöser Entzückung da sind. Dieses Verhalten habe ich schon oft gesehen und es ist genau so, als würden sie sich einen Film ansehen, der sie berührt und sie beginnen zu weinen. Viele Menschen lassen sich völlig auf das ein, was sie im Fernsehen sehen und dadurch werden ganz natürlich auch Emotionen ausgelöst. Wenn da also in einem Live Programm irgendetwas ist, was an den Emotionen rührt, ist es nur natürlich, dass man sie rauslässt. Wenn da Musik gespielt wird, warum sollte man nicht mitsingen und tanzen?

Mit der Zeit bekamen diese Programme immer mehr dieser unterhaltenden Elemente. In der Zeit meines Großvaters, als sich die Tradition entwickelte, aus den Schriften zu erzählen, saß der Guru nur auf einer Bühne, sprach und die Menschen liebten es. Es war großartig und genug für sie, wenn er einfach nur da saß und sprach. Neue Denker, Erfinder und Künstler kamen in den Beruf und begannen, die Shows weiterzuentwickeln. Sie erkannten, dass die Zuhörerschaft es liebte, wenn sie nicht nur trockene Vorträge bekamen, sondern zwischendrin auch noch etwas Musik.

Als ich mit meinen Vorträgen begann, saß nur ich auf der Bühne und gab zweistündige Vorträge. Man kann sagen, dass ich mich später mit dem Wettbewerb des Marktes änderte und Musiker in mein Programm aufnahm. Es gab mehr Musik, also auch mehr Tanz und das gab der ganzen Veranstaltung einen ganz neuen Zauber. Es gab immer Ideen, wie man es noch schöner machen könnte und so installierten wir auch so bald wir konnten Bildschirme weiter hinten im Zelt, so dass die Leute auch die Show sehen konnten. Es ging nicht mehr nur ums Hören, man wollte auch etwas sehen!

Heutzutage ähneln solche Programme oft einem ganzen Musical. Die Organisatoren oder die Vortragenden finden jemanden, der sich als Krishna verkleidet und noch einige Leute mehr für andere Rollen, die dann tanzen und zusammen mit dem Hauptkünstler, dem Guru ihre Vorführung machen. Die Leute bekommen etwas zu sehen und fühlen sich vollkommen unterhalten.

In Vrindavan gibt es jedoch viele Menschen, die immer noch gegen solche schönen kleinen Zusätze zu den Predigen sind. Sie glauben, indem man Musik und Tanz in das Programm integriert, zerstört man die traditionelle Weise des Predigens. Konservative, orthodoxe Gläubige wollen keine bunten Kostüme sehen und wollen nicht hören, wie die Leute mitsingen. Sie wollen, dass nur Vortrag stattfindet und sind oft wütend über die Erweiterungen. Sie sagen, dass so der Vortrag an Wert verliert. Ich habe gesehen, dass es die Menschen glücklicher macht und sie dadurch mehr Freude haben, also habe ich auch mehr in mein Programm integriert. Ich sehe da immer noch nichts Falsches darin.

Deswegen hatte ich normalerweise immer eine Gruppe Musiker bei mir. 2001 in London hatte ich nur zwei Musiker, einer, der mit mir aus Indien gekommen war und einer, der indische Vorfahren hatte, aber in London lebte.

Wir hatten wirklich gutes Programm und genossen es sehr.

Ist religiöses Predigen eine darstellende Kunst oder eine göttliche Handlung? – 25 Sep 11

Zu meinen Vorträgen und dem Programm in London, im Jahr 2002, kamen nicht nur junge Menschen auf der Suche nach Partnern. Im Publikum befanden sich auch ältere Menschen, die an den Schriften interessiert waren. Das waren hauptsächlich auch diejenigen, die in meiner Freizeit zu mir kamen, um über das zu sprechen, was ich auf der Bühne gesagt hatte. Sie kamen entweder zu mir oder sie luden mich zu sich nach Hause ein.

In meinen Vorträgen gab ich den Menschen immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen, aber einige gingen tiefer und bedurften einer längeren Antwort, so dass es gut war, wenn wir etwas Zeit hatten, privat darüber zu sprechen. Fragen und Antworten waren also auch ein normaler Teil meiner Arbeit. Diese Zeit mit den älteren indischen Londonern machte mir auch viel Spaß. Sie sprachen gutes Hindi, oft besser als ihre Kinder, und sie hatten 50 Jahre oder mehr damit verbracht, die Schriften zu lesen, religiöse Texte zu verstehen und Zeremonien durchzuführen. Ich war jung, hatte aber von meinem Vater und anderen Lehrern gelernt und konnte mit diesem Wissen und meiner Erfahrung dieser Arbeit in Indien ihre Neugier stillen. Ich sehe mich immer noch als Schüler, war in meinem Beruf aber gut genug, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Es ist mehrmals geschehen, dass ich ihnen eine Interpretation einer Schrift erklären konnte, die sie selbst in ihrer langen Zeit des Studiums nicht verstanden hatten. Das hat mir natürlich ihren Respekt eingebracht.

Es hat auch ihren Eindruck verstärkt, dass ich eine besondere und heilige Person sei. Ich war der Guru und in ihren Augen war ich göttlich und heilig. Ich gab sehr gute Antworten zu den Fragen des Lebens und sie, die 70-jährigen Männer konnten mir, dem 30-Jährigen Fragen stellen. Das hat natürlich den Eindruck gestärkt, den sie bekommen hatten, als ich auf der Bühne war.

Ich sehe die Bühnenauftritte als eine Kunst. Jeder, der auf die Bühne kommt, muss ein Künstler sein. Selbst Menschen mit viel wissen, die ein Thema lange studiert haben und darin Universitätsabschlüsse gemacht haben, werden zu Künstlern, wenn sie auf die Bühne kommen, um ihr Wissen zu präsentieren. Auf der Bühne muss man etwas aufführen. Man muss ein Bühnenprogramm haben, egal in welchem Bereich man etwas aufführt. Als ich auf die Bühne stieg, trug ich schöne, bunte Kleidung, ein wirklich gutes Outfit, das mich im besten Licht erscheinen ließ. Natürlich hatte ich auch das traditionelle, religiöse Make-up mit Sandelholz und Tilak im Gesicht. Ich bin auch ein Künstler und guter Darsteller. Dazu hatte ich aber auch das Wissen, um das interesse der Menschen und ihren Wissensdurst zu stillen.

Das Problem bei religiösen Darstellungen ist, dass die Menschen sofort meinen, dass ein guter Darsteller und selbst jemand, der etwas mehr Wissen hat, heilig ist. Wenn jemand viel gelernt hat und ein tieferes Verständnis hat als man selbst, das er sodann noch auf sehr gute Weise präsentieren kann, ist er deswegen noch nicht göttlich! Er hat sich dafür angestrengt und ist ein guter Künstler. Es mag sein Talent sein, aber er ist nicht Gott. Das geschieht in keinem anderen Bereich, nicht in der Musik, nicht in der darstellenden Kunst, nur in der Religion. Und ich war der Guru. Ich hatte Wissen, ich war ein guter Darsteller und ich habe die Menschen beeindruckt. Für sie war ich heilig.

Moderne Interpretation religiöser Schriften und Politik im Tempel – 3 Apr 11

Ich landete in Bangkok und wurde von dem Mann abgeholt, der mich eingeladen hatte. Er war der ehemalige Manager eines Hindu Tempels. Er hatte mit dem gegenwärtigen Management des Tempels gesprochen und alle hatten gemeinsam beschlossen, mich einzuladen und meinen Aufenthalt und meine Vorträge im Tempel zu organisieren.

Da war ich also in Thailand, wohnte in dem Tempel-Komplex und gab jeden Tag einen Vortrag von einigen Stunden. Da es ein Tempel war, hatten sie bereits ein Publikum und um mein Programm anzukündigen, informierten sie einfach die indische Gemeinschaft. Und so kamen täglich viele Menschen zu meinen Vorträgen und hatten Freude an meinem Interpretations-Stil.

Schon vor der Höhle gab ich auf andere Weise Vorträge als die traditionellen religiösen Prediger. Wahrscheinlich liegt es mir irgendwie in der Natur, modern und anders zu sein. Traditionell nimmt ein Prediger, der eine Vortragsreihe von neun Tagen hat, eine Schrift her und erklärt sie vom ersten bis zum letzten Wort. Er liest die Schrift vor und erklärt eine der üblichen Interpretationen. Die Zuhörer haben diesen Vortrag oft schon einmal von einem anderen Prediger gehört, aber sie glauben, dass es für sie und ihr Karma gut ist, sich diese Vorträge anzuhören. Sie kommen aus religiösem Interesse und glauben, dass es ihnen schon gut tut, wenn sie einfach nur diese Worte hören.

Ich hingegen wählte ein Mantra, nur einen Satz einer Schrift aus und führte eine detaillierte Interpretation aus, die die komplette Zeit des Vortrags in Anspruch nahm. Ich habe die ganze Philosophie hinter diesem Satz oder dieser Phrase erklärt und natürlich gabe ich damit jedem damit eine neue und andere Sichtweise. Ich erzählte nicht nur die Schrift nach, sondern gab den Sätzen auch noch eine neue, tiefere Bedeutung. Das mochten die Leute an meinen Vorträgen. Es war anders als das, was sie immer von ihren Predigern hörten. Sie dachten nicht nur daran, dass es ihrem Karma wohl täte, sondern sie hatten wirklich Freude daran, mir zuzuhören.

Janmashtami, der Geburtstag Krishnas, fiel auch in die Zeit, die ich in Bangkok verbrachte. Natürlich gab es im Hindu Tempel eine große Feier und sie fühlten sich geehrt, mich in der Zeit dort zu haben, da ich aus Vrindavan kam, der Stadt Krishnas. Die Rituale, die sie vollführten, glichen denen in Indien und ich hatte auch dort diese Art von großen Feiern schon oft erlebt. Ich konnte nicht einmal einen Unterschied ausmachen zwischen der Politik in religiösen Organisationen in Indien und der Verwaltung des Tempels dort.

Die Mitglieder hatten untereinander viele Auseinandersetzungen. Der Präsident mit dem Sekretär, der Sekretär mit dem Vize-Präsidenten und alle mit dem Schatzmeister. Sie alle hatten ihre ehrenvollen Posten inne und hatten alle unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie ihre ‚Macht‘ ausüben sollten. Solche religiöse Organisationen gleichen ganz normalen Unternehmen oder sogar der Regierung eines Landes, einfach nur voller Politik. Sie predigen gegen Ego und sollten der Gesellschaft dienen! Stattdessen trachten sie nach Macht, hohem Ansehen und oft auch Geld.

Um es kurz zu machen, ich hatte Freude an meinen Vorträgen und dem Programm, aber nicht wirklich an der religiösen Szene drum herum. Wieder einmal brachte es mich zum Denken. Das war nicht der Sinn von Religion und religiöse Menschen sollten sich nicht so verhalten. Man muss nicht beweisen, dass man die religiöseste Person von allen ist. Ich dachte darüber nach, ob ich in der Lage sein würde, mein ganzes Leben lang mit solchen Situationen umzugehen. Wollte ich das wirklich?

Geschäft religiöser Programme mit einem predigenden Guru – 13 Mar 11

Der Gedanke an Veränderung war da, doch noch nicht in einer deutlichen Form bezüglich dessen, was sich eigentlich verändern würde. Wir hatten die Vorbereitungen für mein neun-tägiges Programm genau so getroffen, wie wir es vor meiner Zeit in der Höhle immer taten. Purnendu war bereits am Veranstaltungsort gewesen, um zu sehen, wo wir untergebracht werden würde, wie die Bühne aussehen würde, hatte mit den Organisatoren alles besprochen, hatte Vorkehrungen für den Transport getroffen und auch für die Musiker. Er hatte die gleiche Gruppe von Musikern informiert, mit denen ich auch früher gereist bin und sie hatten zugestimmt, von verschiedenen Orten Indiens anzureisen, um in den neun Tagen zu meinen Vorträgen zu spielen.

Ihr must wissen, dass die Vorträge, wie ich sie üblicherweise gab, auch immer ein sehr musikalisches Programm darstellten. Wir begannen und endeten immer mit dem Singen von Mantras. Die Vorträge basierten auf Hindu Schriften, wie die Ram Charit Manas, auch Ramayana genannt, die Bhagavat Gita, die Bhagavat Maha Puran und andere. In den zwei bis drei Stunden des Vortrags gab es immer wieder kurze Unterbrechungen, in denen die Musiker spielten und ein Sänger Sätze und Verse der Schriften oder Mantras sang oder auch Bhajans anführte.

Unser Sänger war mit mir durch Indien gereist, seit wir uns 1986 kennen gelernt hatten. All meine Musiker kannten sich in der indischen klassischen Musik gut aus und der Sänger hatte in meiner Gesellschaft viele Bhajans von meinem Großvater gelernt, die in Indien bereits bekannt waren. Zusammen haben wir viele Kompositionen für unterschiedliche Mantras und Verse geschaffen. In der Gruppe war er der älteste und erfahrenste Musiker und so wurde er zum Direktor meines ganzen Orchesters.

Wir hatten einen Tabla-Spieler, der mit seiner Table, einer indischen Trommel, den Rhythmus bestimmte und einen Flötenspieler für Bambusflöten. Dazu kamen zwei Musiker mit ihren Saiteninstrumenten, eine Sitar und eine Sarangi, eine Art weiterentwickelte indische Geige mit vielen Saiten. Schließlich reiste noch ein Musiker mit, der verschiedene Instrumente spielen konnte, wie Zimbeln, Rasseln und einige weitere unterstützende Instrumente, was auch immer nötig war, und der auch als Hintergrund-Sänger singen konnte und so den Hauptsänger mit seiner Stimme unterstützte.

Zusätzlich zu den Musikern stellten wir auch einen Koch und seinen Assistenten ein, die mitkommen und für die Gruppe kochen würden. Das waren die Maßnahmen, die von unserer Seite getroffen wurden. Ich möchte euch gerne ein detailliertes Bild davon geben, wie ein solches großes und gut organisiertes Programm aussah, also werde ich euch beschreiben, was die Organisatoren taten, damit es erfolgreich verlief.

Üblicherweise wird ein so großes Programm nicht von einem einzigen Organisator organisiert, außer dieser ist reich und kann sich die großen Ausgaben, die notwendig sind, leisten. In den meisten Fällen, so auch in diesem, gibt es ein Komitee, das aus mehreren religiösen Menschen besteht, die das Programm zusammen organisieren. Mit dem Management des Guru machen sie ein Datum aus und bekommen gesagt, wie viel der Guru für sein ganzes Programm verlangt. Das beinhaltet bereits das Gehalt der Musiker und Köche oder weiterer Personen, die der Guru mitbringt. Sobald sie die Daten festgelegt haben, fangen sie an zu werben und gehen von Tür zu Tür, um den Leuten von dem Programm zu erzählen und sie um eine Spende zu bitten, die sie bei der Organisation unterstützen würde. Ich hatte in dieser Gegend bereits zuvor Vorträge und Reden gehalten, also war mein Name in der Gegend bekannt und ich hatte in der Umgebung viele Anhänger, die den Organisatoren gerne Geld gaben, so dass mich die Stadt einladen konnte. So funktioniert es normalerweise. Die Organisatoren sammeln bereits im Vorfeld Geld, so dass sie alles, was gebraucht wird, vorbereiten können. Die Leute sind bereit zu geben, weil sie ihren Guru wiedersehen wollen, die Vorträge hören wollen und glauben, dass es für ihre spirituelle Entwicklung und ihr Karma gut ist, wenn sie das ermöglichen.

Die Organisatoren arrangieren dann alles notwendige, von den Zelten bis zu der Unterkunft für den Guru, vom Essen, das oft kostenlos ausgegeben wird bis zu den Mikrofonen und den Stron-Not-Reserven.

Wenn es ein großes Programm ist, zu dem Tausende Menschen kommen, sind dort oft auch hohe Beamte und Politiker bei den Vorträgen anwesend. Politiker kommen zu solchen Veranstaltungen, weil sie zeigen wollen, wie religiös sie sind, so dass religiöse Leute ihnen in der nächsten Wahl ihre Stimme geben. Mit diesen VIPs müssen sich die Organisatoren natürlich um eine erhöhte Sicherheit kümmern und auch die Polizei wird anwesend sein.

In der ganzen Stadt sieht man dann Banner, Plakate und Poster, auf denen ein Bild des Gurus zu sehen ist, dazu die Termine und eine offene Einladung, dazu zu kommen. Je nachdem wie groß die Organisatoren sind, machen sie auch in den umgebenden Städten und Dörfern Werbung.

Sie organisieren sogar Busse, um die Leute aus diesen Dörfern abzuholen. Sie schreiben dort mit auf die Poster, wann ein Bus sie abholen kommt und wann er sie wieder im Dorf absetzen wird. Solche Busse sind für alle völlig kostenlos und es gibt keine Eintrittsgelder oder Tickets. Jeder kann kommen, völlig gratis, aber natürlich geben die Menschen kleinere oder größere Spenden.

Das alles ist ein richtig großes Geschäft wie jedes andere. Die Organisatoren haben einen Plan, was sie erreichen wollen, sie sammeln die finanziellen Mittel bei Sponsoren, investieren manchmal auch etwas von ihrem Geld und beginnen mit den Vorbereitungen. Während den neun Tagen des Programms, bitten sie die Menschen um Spenden und machen so ihre Einnahmen. Manche geben fünf Rupien, andere geben 50000, aber jeder gibt etwas, je nachdem, was ihnen möglich ist. Nach dem Programm zahlen sie die Darsteller, den Guru und seine Gruppe und was auch immer dann noch über ist, ist ihr Gewinn. Wenn insgesamt nicht genug Geld zusammengekommen ist, können sie auch Verluste machen, doch meistens machen sie noch einen guten Gewinn, selbst nachdem sie die Künstler, das Zelt, das Gehalt für alle Angestellten, das Essen, die Unterkunft, die Busse und alles bezahlt haben. Und es stimmt, sie haben viele Anstrengungen unternommen, also ist das einfach das, was sie für ihre Arbeit verdienen. Je mehr Leute kommen, desto höher ist ihr Gewinn und in meinen Programmen war es normal, dass 20000 und mehr Leute kamen.

Es ist ein Geschäft, dass jeden glücklich macht. Ich, der Guru, bekommen mein Geld und kann meine Musiker und Köche bezahlen, was sie glücklich macht. Die Organisatoren bezahlen all die Leute, die für sie gearbeitet haben und so sind sie auch glücklich. Die Organisatoren selbst bekommen Geld von tausenden von Leuten und sind auch glücklich, genause wie tausende von Leute, die ein tolles Programm hatten, für einen religiösen Zweck gespendet haben und ihren Guru in ihrer Stadt hatten.

Als Guru, wie ich es in der Zeit war, lebt man wie ein Rockstar, nur dass du für deine Konzerte keine Eintrittsgelder verlangst.

Für mehr Spenden Habgier fördern – bei Religionen eine beliebte Methode – 9 Feb 11

Beim Schreiben des Tagebuchs der letzten Tage hatte ich einen Gedanken, der irgendwie auch sehr ironisch ist. Religionen, Gurus und so viele andere Personen und Einrichtungen geben vor, Menschen zu einem Leben nach moralischen Werten zu erziehen. Sie predigen jedem, der es hören will und sprechen viel für die Tugenden und gegen die Laster, die man im Menschen findet. Andererseits fördern sie jedoch Habgier und sind oft genug auch selbst habgierig.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich über die Habgier von Religionen und religiösen Führern schreibe, aber vielleicht das erste Mal, dass ich über die Habgier schreibe, die sie in ihren Anhänger erzeugen.

Warum genau gibt jemand einem Tempel oder einem Guru eine Spende? Um Segen zu bekommen. Segen wofür? Um etwas größeres zu erreichen oder etwas zu bekommen, das schwierig zu bekommen ist oder man wahrscheinlich nicht bekommt. Kurz gesagt, sie glauben, sie können eine Abkürzung nehmen. Sie wollen nicht den ganzen Weg gehen und versuchen, einen kürzeren Weg zu finden.

Ich weiß nicht genau, ob das auch in anderen Religionen passiert, aber ich weiß ganz genau, wie es im Hinduismus geschieht. Was auch immer du dir wünscht, du musst nur einen Priester fragen oder bei einem Tempel anfragen und sie werden dir eine bestimmte Pooja, ein bestimmtes Ritual oder ein bestimmtes Gebet geben, dass du tun musst, oft mit ihnen oder in ihrem Tempel. Jedes dieser Rituale hat seinen Preis. Immer wieder sieht man das gleiche System: wenn du einen großen Wunsch hast, ist eine größere Zeremonie mit wichtigeren Gebeten notwendig, die natürlich mehr kosten würde. Die Schlussfolgerung ist, wenn du eine Million willst, musst du erst einmal zehntausend ausgeben.

Wenn du dies tust, bekommst du das. Diese Regeln werden von den Schreibern der Schriften sowie den Gründern und Anführern von Religionen geschaffen. Was sie dir sagen, können sie dir in ihren Schriften beweisen. Dort siehst du, schwarz auf weiß, wenn du dieses Ritual durchführst, hat es jene Auswirkung. Zuerst predigen sie also diese Schriften, erzeugen Habgier in den Menschen, die natürlich all diese Vorteile genießen wollen. Danach bieten sie ihnen an, diese Rituale für sie abzuhalten. Es ist ein Geschäft.

Sie lassen die Menschen denken ‘Okay, wenn ich hinterher sowieso eine Million bekomme, kann ich jetzt zehntausend ausgeben, hinterher habe ich ja viel mehr.‘ Stattdessen sollten wir die Menschen wissen lassen, dass es solche Abkürzungen nicht gibt. Sie müssen lernen, sich selbst zu vertrauen und müssen erkennen, dass Gott keinen Priester oder Guru mehr liebt als sie. Arbeite und glaube, dass Gott nur das tut, was für dich am Besten ist.

Religion und Spiritualität – Was ist der Unterschied? – 25 Okt 10

Was ist der Unterschied zwischen Religion und Spiritualität?

Zu Beginn meines Lebens bin ich einer Religion gefolgt und habe sogar ihre Botschaft verbreitet. Das war es, was mein Großvater tat, das war, was mein Vater tat und so tat ich das Gleiche. Ich habe gelernt, was in den Schriften stand, ich lernte die Traditionen und Regeln kennen.

Religion hat so viele Regeln. Sie zeigt dir genau, welchen Weg du zu gehen hast. Sie zeigt dir, welche Schritte du zu nehmen hast und wo du nicht hingehen solltest. Religion sagt dir, wenn du dies tust, kommst du in den Himmel und wenn du das tust, kommst du in die Hölle. Oder etwas ähnliches, so wie Gottes Strafe oder ein anderer Weg, um dir Angst einzujagen.

Selbst als ich predigte und mein Guru leben lebte, war ich etwas anders. Selbst zu der Zeit verbreitete ich lieber eine Botschaft, mit der man sich gut fühlt. Ich habe den Menschen gerne dabei geholfen, der Spiritualität in ihrem Leben zu folgen anstatt nur den starren Regeln der Religion.

Spiritualität kennt keine Regeln. Du fühlst dich gut mit ihr und sie gibt die wahre Freude. Du weißt, was du tust und du tust es, weil du es liebst. Du tust es, weil du es genießt. Du tust es nicht aus irgendeiner Art von Angst oder wegen einer Regel, sondern aus Liebe.

Religion ist eine strenge und feste Struktur, während Spiritualität weich und fließend ist. Religion schafft klare und scharfe Kanten, während Spiritualität rund und weich macht. Ich glaube, Religion kommt aus dem Verstand und Spiritualität aus dem Herzen.

Christliche Yoga-Freunde können sich entspannen – 10 Okt 10

Gestern habe ich erzählt, dass Albert Mohler, ein ‘Southern Baptist‘ Theologe, geschrieben hat, warum Christen kein Yoga machen sollten. Ich habe mehrere Artikel auf seiner Internetseite gelesen, um mehr darüber zu erfahren, warum genau er das sagt und um seine Meinung etwas genauer kennen zu lernen. Wie ich ja gestern schon sagte, stimme ich ihm jedenfalls nicht zu, wenn er sagt, dass Yoga mit dem Christentum nicht vereinbar ist.

Es gibt in seinen Artikeln mehrere Punkte, an denen man sieht, dass da Missverständnisse bestehen was Yoga betrifft oder dass er falsche Informationen über wahres Yoga hat. Nichtsdestotrotz hat er eine Sache verstanden, die ich auch oft in meinem Tagebuch und persönlich in Workshops und Seminaren erwähne:

‘…eine bedeutende Anzahl amerikanischer Christen experimentiert entweder mit Yoga oder wird zum Anhänger einer Yoga Disziplin. Die meisten scheinen sich nicht bewusst zu sein, dass Yoga sich nicht sauber in körperliche und geistige Bereiche aufteilen lässt. Das Körperliche ist das Geistige im Yoga…‘

In diesem Punkt stimme ich absolut zu. Mohler hat Tausende von Mails bekommen, in denen Menschen ihm sagen, dass sie nie meditieren, dass sie nicht spirituelles praktizieren und nicht über yogische Philosophien nachdenken, sondern nur Hatha Yoga machen, einfach nur körperliche Übung. Ich würde auch sagen, dass du dann nicht wirklich in Yoga bist, du trainierst einfach nur für deine Fitness.

Warum schreiben Menschen, die Yoga praktizieren, auf diese Weise? Habt ihr vor dem Urteil eines Ministers oder religiösen Anführers Angst? Ich kann euch versichern, dass Gott euch nicht zürnt, wenn ihr meditiert! Gott wird euch nicht bestrafen, wenn ihr Yoga macht! Wenn du Yoga in deinem Leben akzeptiert hast, warum hast du solche Angst oder bist so verwirrt? Du musst keine Rechtfertigung dafür abgeben, was du tust oder, noch wichtiger, woran du glaubst. Yoga ist wie Essen für die Einhait von Körper, Geist und Seele und wie kann da etwas falsch sein? Du solltest dich nicht dafür rechtfertigen warum du, als Katholik, Protestant, Moslem, Jude oder Hindu Yoga machst oder nicht. Habe keine Angst vor dem Urteil eines Priesters, Predigers, Gurus, Bischofs oder Ministers. Yoga ist nicht etwas, dass man am Sonntag in der Kirche beichten muss. Habe Selbstvertrauen in dem, was du tust. Wenn du fühlst, dass Yoga dir auf deinem Weg geholfen hat, dann genügt das. Wenn du fühlst, dass Yoga dich deiner Religion näher gebracht hat, dann mache es weiter. Ich habe viele Christen getroffen, die mir erzählten, dass sie sich, nachdem sie Yoga in ihrem Leben angenommen haben, mit Jesus enger verbunden fühlen. Leih dein Ohr nicht denjenigen, die sagen, dass es falsch ist, höre auf euer Herz.

Welchen Weg auch immer du gehst, es gibt keinen Grund, deine Yoga-Praxis zu rechtfertigen, indem du sagst, sie ist nur körperlich. Yoga ist mehr als nur ein Bewegen des Körpers und das weißt du! Deine Gefühle und Erfahrungen sagen dir genau, ob Yoga für dich als Christ richtig ist oder nicht. Genieße, fühle und fühle dich frei.

Geschäft der Prediger auf Spirituellen Fernsehsendern – 4 Apr 10

In Indien gibt es spirituelle Fernsehsender, die Vorträge von spirituellen Führern und Priestern, Yoga Programme und Talkshows zu spirituellen Themen, Philosophien und Schriften zeigen. Viele dieser Sender haben mich mit der Frage kontaktiert, ob ich denn etwas Sendezeit auf ihrem Sender kaufen möchte, um einen Vortrag oder etwas ähnliches zu zeigen. Sie kamen mit einem Zeitplan, auf dem unterschiedliche Preise aufgelistet waren. Die Hauptsendezeit war natürlich teurer und je nachdem, wie viel Zeit man buchen wollte, konnte man auch einen Rabatt bekommen. Das sind nationale und auch internationale Sender. In Großbritannien habe ich auch gesehen, dass man diese Sender empfangen kann. Man sieht bekannte Swamis und Gurus, die auf dem Sender seit Jahren Programm geben. Sie haben große Namen und nicht nur Millionen, sondern Milliarden Dollar.

Ich habe das Angebot der Fernsehsender bekommen und sie zeigten mir auch die Preise. Ich weiß nicht mehr genau, wie viel es war, erinnere mich aber daran, dass es sehr teuer war. Sie hatten auch Beispiele davon, wie viel Gewinn man machen könnte, wenn man eine Show auf ihrem Sender hätte. Ich sagte dieser Person, dass ich 150 Kinder habe, sie sitzen alle dort in der Schule, man kann hingehen und sie kennen lernen. Wenn ihr eine Spende für sie und ihre Erziehung habt, seid ihr herzlich willkommen. Ich werde euch aber nicht mein Gesicht dafür geben, dass ihr es auf eurem Sender zeigt und euch dafür dann auch noch Geld geben! Als ich das sagte, waren sie überrascht und sagten ‚Jeder zahlt dafür!‘ und ich antwortete ihnen, dass sie zu solchen Menschen gehen sollten, bei mir sind sie falsch.

Wie ich schon vor zwei Tagen sagte, bin ich nicht wirklich daran interessiert, wirklich berühmt zu werden, so dass mein Gesicht auf dem ganzen Planeten bekannt ist. Ich habe einmal einen ehemaligen ‚Kollegen‘ getroffen, einen Guru, der einigen Sendern seine Aufnahmen gegeben hat, um sie zu veröffentlichen und sogar nach einem hohen Preis zu Beginn noch viel Geld dadurch verdient hat. Ich denke gerade an das ganze Geld in diesem Geschäft: zuerst investierst du, dann macht der Fernsehsender Geld und am Ende bekommst du noch viel Geld, aber ist das wirklich, was Spiritualität sein sollte? Es ist alles ein Spiel des Geldes, wo ist da die Liebe? Wie wird das Geld am Ende ausgegeben? Es wäre gut, wenn es für wohltätige Zwecke verwendet werden könnte, aber leider ist das in den seltensten Fällen so. Ich möchte all diesen großen Gurus und auch den Fernsehsendern empfehlen, etwas solides, konkrete Arbeit zu tun, anstatt diejenigen, die vor dem Fernseher sitzen und sich solche Programme ansehen, zu verwirren und zu veräppeln.

Am Ende werden auch die Swamis und Gurus, die jetzt im Fernsehen zu sehen sind, sterben und sie können nicht all ihr Geld und ihren Ruhm mitnehmen. Ich bin glücklich, wenn ich weiß, dass sogar nach meinem Tod Kinder satt werden können mit der Hilfe von dem, was ich in meinem Leben getan habe.
 

Sex Skandal von falschem Guru – 3 Mar 10

Immer mehr falsche Gurus werden entdeckt. Gestern haben die Fernsehnachrichten noch einen anderen Guru gezeigt, der sich nicht wirklich an das hielt, was er predigte. Er behauptet, selbst ein Gott zu sein und er verkauft Erleuchtung durch Deeksha, eine Initiierung oder Einführung, die einen großen Geldbetrag kostet. Die Nachrichten fragten, warum Gott – wie der Mann sich ja nannte – Geld für eine Initiierung verlangen würde?

Nur einen Tag später, heute haben wir noch andere Nachrichten bekommen: ein anderer südindischer Guru, der im Westen recht bekannt ist, bekannter als in Indien, wurde von den Medien bloßgestellt. Er nennt sich selbst Paramahansa Nithyananda und gibt auch Kurse in Erleuchtung. Ich habe über beide Personen oder Organisationen bereits in meinem Tagebuch geschrieben.

Der Fernsehsender zeigte ein Video, wie dieser Guru Nithyananda mit zwei verschiedenen Frauen intim wird. Und genau wie ich in den letzten Tagen geschrieben habe, ist sein Bild in der Öffentlichkeit das von vollständiger Reinheit. Ich denke nicht, dass an Sex etwas Falsches ist, das ist nicht das Problem. Doch ich frage mich sehr, wie diese Gurus große Vorträge über Erleuchtung halten können und darüber, dass sie schon über jedes weltliche Verlangen und Vergnügen erhaben sind, und dann genießen sie den Sex mit ihren Anhängern. 

Er ist bei Weitem nicht der Einzige, immer mehr dieser falschen Gurus werden entlarvt und es kommt heraus, dass sie Orgien haben, Pädophil sind, Prostitution betreiben oder in anderen Skandalen stecken. In den letzten Tagen habe ich geschrieben, dass sexuelle Gefühle natürlich sind und so glaube ich auch, dass man das Zölibat nicht predigen sollte.

Es ist ironisch, dass es gerade die Menschen sind, die durch ihren Ruf der Erleuchtung und dem, die reinsten Menschen auf der Erde zu sein, Millionen von Dollar einsammeln, die dann das Vertrauen ihrer Anhänger verlieren, indem sie in das andere Extrem gehen – in eine Sexualität, die von einem kranken Geist kommt, die nicht mehr so ist, wie die Natur es gedacht hatte. Und da muss man hinzufügen, dass dieser Art von Sexualität jeder Respekt vor Frauen fehlt. Da ist keine Liebe, es hat überhaupt nichts mit Liebe zu tun.

Ich muss wieder an diejenigen denken, die diesen falschen Meistern geglaubt haben. Wie sehr sind ihre Gefühle jetzt verletzt? Warum wird die indische Kultur von dieser Art von Schwindlerei verseucht? Jetzt musst du deine Augen öffnen und vorsichtig sehen, ob eine Person, der du Hunderte und Tausende von Dollars gibst, wirklich das lebt, was er predigt. Sei dir dessen bewusst. Glaube es nicht, wenn dir jemand Erleuchtung verspricht, wenn du nur genug Geld zahlst. Ich sagte es bevor und ich werde es wieder sagen: Du hast deinen eigenen Guru in dir. Jeder von uns hat Zugang zu diesem Licht, nicht nur die, die sich selbst Gurus nennen.