Warum glaubst du, Sex ist etwas Schlechtes? – 11 Feb 16

In den letzten Tagen habe ich euch von Ashrams erzählt, in denen Sex verboten ist, von Schülern, die in diesen Ashrams Sex hatten, obwohl es verboten war und natürlich von Gurus, die Sex haben, es aber nicht zugeben, wiederum weil es verboten ist. Von ihnen selbst verboten. Aufgrund der dummen Idee, dass Sex irgendwie schlecht sein könnte.

Ich bleibe dabei: es ist dumm zu glauben, Sex an sich sei etwas Schlechtes. Oder, andersrum, dass es gut sein könnte, sich selbst zu einem Leben im Zölibat zu zwingen! Sex, die körperliche Handlung, ist das Ergebnis eines natürlichen, körperlichen Bedürfnisses: das Bedürfnis sich fortzupflanzen. Dazu kommt, dass es oft mit dem Bedürfnis nach menschlicher Nähe zusammenkommt, körperlich und auch geistig.

Natürlich ist Vergewaltigung schlecht. Natürlich ist es schelcht, Sex als Mittel zu verwenden, um jemand anderen zu manipulieren. Natürlich ist es auch schlecht, im Geist süchtig nach Sex zu werden.

Sex an sich jedoch ist nicht schlecht.

Es ist die wunderschöne Vereinigung zweier Menschen. Es ist ein Austausch von Berührungen, von körperlicher Liebe und auch emotionaler Liebe, des Gebens und Empfangens, des Erforschens des jeweils anderen tief drinnen, des Vertrauens mit dem intimsten Verlangen und den intimsten Wünschen und schließlich ein Ausdruck der Liebe.

Doch die natürlichen Bedürfnisse eines Menschen bergen eine große Kraft und in der Vergangenhei wurde immer versucht, andere durch Kontrolle ihrer Bedürfnisse zu kontrollieren. Das Bedürfnis nach Sex war ein sehr beliebtes Ziel dieser Versuche und Religionen auf der ganzen Welt haben damit gespielt! Tausende von Jahren lang mussten Priester vieler Religionen und Menschen in anderen hohen Stellungen in Kirchen, Tempeln und an ähnlichen Orten enthaltsam leben. Ihr natürliches Bedürfnis unterdrücken.

Das Ergebnis ist jedoch nicht mehr Energie für andere Dinge oder ein klarer Geist, wie es manchmal beschrieben wird. Diese Person hat auch keine größeren Mächte, nur weil er oder sie das Verlangen unterdrückt! Nein, das Ergebnis ist Missbrauch, wie wir es in allen Religionen auf der ganzen Welt gesehen haben! Priester belästigen junge Kinder, die ihnen anvertraut waren, Gurus missbrauchen ihre Anhänger und so vieles mehr!

Natürlich lassen Religionen nicht einfach so Traditionen von tausenden von Jahren hinter sich. Ihr jedoch, die vernünftigen Menschen, die diese Zeilen lesen, können eine bewusste Entscheidung treffen: ihr müsst keinem Guru, Priester oder sonstigem Anführer folgen und insbesondere niemandem, der Enthaltsamkeit predigt. Viele von diesen halten sich da selbst nicht dran und selbst wenn sie das tun – warum solltest du das auch tun?

Die traurige Rolle der nicht anerkannten Freundin eines enthaltsamen Gurus – 10 Feb 16

Gestern habe ich euch von einem Paar erzählt, das im Ashram ihres Yoga Gurus verbotenen Sex hatte, da dort Männer und Frauen streng getrennt würden. Ich konnte ihnen jedoch sagen, dass dieser Guru selbst eine Freundin hatte! Ja und da ist er bei Weitem nicht der einzige Guru, der Enthaltsamkeit predigt, jedoch in einer Beziehung lebt!

Es gibt wirklich viele solcher Gurus, Prediger, hoher spiritueller Persönlichkeiten mit Tausenden Anhängern und oft einem ganz besonderen Begleiter: ihrer Freundin, ihrem Lebenspartner, derjenigen, die sie lieben. Aber sie können es nicht öffentlich zeigen. Ist das nicht traurig?

Ich will mich da momentan gar nicht auf die Gurus konzentrieren, die ihre weiblichen Anhänger verführen und sie mit dem Versprechen der Erleuchtung oder mit der Erklärung, es sei der Wunsch Gottes, in ihr Bett locken. Davon gibt es auch viele, die mit Hunderten ihrer Anhänger nur spielen, sie alle betrügen und oft in einem Zustand der Depression und mentaler Hilflosigkeit zurücklassen.

Nein, heute möchte ich über diejenigen schreiben, die einen festen Partner an der Seite haben. Nur eine Anhängerin, die so voller Hingabe ist, dass sie ihr gesamtes Leben, jeden Tag und jede Minute mit ihrem Guru verbringt. Eine, von der eigentlich sowieso jeder weiß, dass sie mehr als nur eine Anhängerin ist. Dass sie diejenige ist, der er sich anvertraut, diejenige, dessen Bett er nachts teilt, diejenige, der sogar er sich treu hingibt. Seine Geliebte – aber nur ganz privat!

Obwohl jeder von Schülern, Anhängern und Schülern bis hin zur allgemeinen Öffentlichkeit Bescheid weiß, bestehen sie darauf, dass ihre Beziehung eine Schüler-Lehrer-Beziehung ist, nichts anderes als ein Guru und eine enge Anhängerin. Sie können sich nur geheim küssen. Sie können sich in der Öffentlichkeit nicht umarmen und nicht einmal an der Schulter des anderen anlehnen. Wenn sie nicht daheim sind, müssen sie zum jeweils anderen schleichen, um Sex zu haben, weil sie offiziell kein Zimmer miteinander teilen können.

Außer der Tatsache, dass es völlig scheinheilig ist, finde ich es traurig, dass sie ihre Zuneigung zueinander nie in der Öffentlichkeit zeigen können. Es ist sowieso kein Teil indischer Kultur, viel Zuneigung zu zeigen, wenn andere es sheen können. Man sieht unter Paaren jedoch oft, dass sie sehr liebevoll miteinander umgehen. Eine geiwsse Berührung, ein Blick, einige Worte reichen aus, um ihre Liebe füreinander zu zeigen. Diese Gurus und ihre Partner können nicht einmal das zeigen!

Sie müssen ihre Liebe und Zuneigung verstecken. Warum? Weil sie glauben, ein Guru wäre irgendwie besser, wenn er enthaltsam lebt, als wenn er einen Partner hat. Weil Sex in ihren Augen unrein ist. Weil sie Angst haben, was andere sagen könnten.

Was für ein riesiger Unsinn! Mir tun diese Gurus leid und auch ihre Partner, die nie diese offene und freie Anerkennung der Beziehung haben werden, die jede normale Frau neben ihrem Ehemann hat!

Was ist meiner Meinung nach Sex? – 18 Jun 14

Gestern habe ich begonnen, euch von dem ersten Vortrag zu erzählen, den ich auf Gran Canaria hatte. Nach meinem Vortrag gab es aus der Zuhörerschaft viele Fragen, die ich beantwortete und ich glaube, einige von ihnen könnten auch für euch interessant sein.

Ein Mann fragte ‘Was ist eigentlich Sex?‘ und wollte wissen, wie ich dieses Wort definierte. Er fügte hinzu, dass Sex zumindest in seinen Augen bereits in einem Kuss liegen könnte. Doch wie war das in Indien definiert?

Ich erklärte ihm, dass meine Ansicht sich in den meisten Fällen – und besonders, wenn es um das Thema Sex geht – von der allgemeinen, indischen Meinung unterscheidet. In Indien ist Sex ein zu großes Tabu und ich stimme all der Unterdrückung niemals zu, die dort ganz normal ist! Ich spreche hier nur über das, was ich persönlich glaube und denke.

Und ich glaube das Gleiche: Sex beschränkt sich nicht auf Geschlechtsverkehr. Sex ist nicht gleich Penetration! Es ist nicht nur körperlich, sondern findet auch im Herzen statt! Sex kann sogar ohne den Körper stattfinden! Ein schöner Abend mit Kaffee kann zwei Menschen das gleiche Gefühl geben! Ein Kuss, eine Berührung, eine schöne Zeit kann auch wie Sex sein.

In diesem Vortrag hatte ich bereits zuvor über Enthaltsamkeit gesprochen. Ich hatte erklärt, dass ich das Zölibat für das unnatürlichste Konzept aller Zeiten halte – und jetzt musste ich meine Zuhörerschaft einfach bitten, das Zölibat mit dieser Definition von Sex zu sehen. Wenn Sex auch nur eine Berührung sein kann, wer kann da einen Eid der Enthaltsamkeit leisten? Wenn Sex ein wundervoller Abend sein kann mit jemanden, den du liebst, wie kann man da sagen, dass man das nie haben wird?

Nein, mit dieser Definition von Sex – und ich glaube sehr stark, dass Sex mehr ist als nur Penetration – gibt es die Frage des Zölibats gar nicht! Und wenn du da an die Idee denkst, dass Enthaltsamkeit irgendwelche Energien wecken könnte, dass du Energie sparen würdest, wenn du keinen Sex hast oder dass du dadurch Erleuchtung erlangen könntest – versuche einfach, alle Arten von Aktivitäten, die ich oben als Sex beschrieben habe, zu vermeiden und du wirst sehen, was passiert: das macht dich krank!

Warum hörst du nicht einfach auf, darüber nachzudenken und genießt es einfach? Verliebe dich, freu dich an der Zeit mit denen um dich herum, genieße Sex auf welche Weise auch immer – wenn du mit jemandem schläfst, ihn küsst, umarmst oder einfach neben ihm sitzt und ihr beisammen seid!

Als ich einer enthaltsamen Frau von meinem ersten Sex erzählte – 6 Oct 13

Als ich 2005 in Australien reiste, gab es einen weiteren Ort, von dem ich mich noch an die Leute erinnere, aber nicht mehr an den Namen der Stadt. Besonders ein paar Unterhaltungen blieben in meiner Erinnerung hängen.

Mein Organisator war ein etwa 65 oder 70 Jahre alter Mann. Er war Yogalehrer, unterrichtete bei sich daheim und auch in den Yogastudios anderer Leute. Er stellte mich seinen Schülern vor, die zu Workshops und Vorträgen kamen und auch seinen Freunden, die ich dann manchmal bei ihm zu Hause auch traf.

Eines Tages saßen wir zu dritt beisammen: mein Organisator, eine Frau, die glaube ich eine Freundin von ihm war, und ich. Sie erzählten mir, dass sie beide Anhänger eines indischen Guru waren, den ich zufällig kannte. Mit natürlicher Neugier fragte mich die Frau, ob ich denn in meinem Leben jemals Sex gehabt hatte oder ob ich im Zölibat lebte und das seit meiner Geburt.

Ich hatte bereits einige seltsame Erfahrungen auf dieser Reise, wenn es zum Thema Sex kam, aber ich bin eine sehr offene Person – ich war schon immer offen und wollte das auch von einer solchen Erfahrung nicht verändern lassen. Also erklärte ich ihr, dass ich nicht im Zölibat lebte und dass ich wirklich bereits einige Male Sex gehabt hatte. Ich erzählte ihr daraufhin die Geschichte von meinem ersten Mal, wie es dazu kam, dass ich mit dreißig Jahren mit einer deutschen Frau Geschlechtsverkehr hatte.

Sie hörte sich die Geschichte voller Interesse an – wie sich wahrscheinlich jeder solche Geschichten anhört – aber ihre Reaktion war etwas anders, als man sie sich vielleicht vorstellt. Die Frau sah mich an, als hätte sie Mitleid mit mir und im nächsten Augenblick drückte sie so etwas auch aus: ‚Oh, stell dir einmal vor, du hättest nicht mit dieser Frau geschlafen!‘ Da war so viel Bedauern in ihren Augen für diese Handlung, die, wie ich jetzt verstanden hatte, für sie so aussah, als wäre mir in der Nacht etwas sehr wertvolles gestohlen worden! Etwas, das ich mir dreißig Jahre lang aufbewahrt hatte! Ein unwiederbringlicher Schatz, den ich an die Sünden des Fleisches verloren hatte. Es war ihr unverständlich, wie ich das nicht bereute und nicht traurig war.

So fühlte sie sich, weil sie die Anhängerin eines indischen Sanyasi war, ein Guru, der das Zölibar als eine der höchsten Tugenden predigte und damit als etwas, das man zu erreichen versuchen sollte. Ich versäumte absichtlich, ihr zu sagen, dass ihr Guru selbst definitiv nicht das war, was man eine Jungfrau nennen würde und auch nicht enthaltsam im Sinne der Definition dieses Wortes. In der Tat wusste ich zufällig, dass es unter seinen Anhängern mehrere Frauen gab, die meinten, den höchsten Segen bekommen zu haben, den es auf dieser Erde geben kann – eine intime Sitzung mit ihrem Guru. Eine dieser Damen lebte in der Nähe unseres Ashrams.

Ich war nie an Enthaltsamkeit interessiert gewesen und glaubte bereits damals, dass es ein lächerliches, unnatürliches Konzept war, aber ich verspürte nicht das Bedürfnis, diese Ansicht auch der Frau vor mir mitzuteilen. Sie ging schließlich, wahrscheinlich immer noch voller Mitleid für mich – und ich saß da, ohne zu wissen, dass ich jetzt eine Unterhaltung mit meinem Gastgeber, auch einem Anhänger dieses Guru, haben würde, die mir ein etwas unangenehmes Gefühl geben sollte, immer wenn ich während meines übrigen Aufenthaltes seine Frau sehen sollte. Aber das ist eine Geschichte, von der ich euch nächsten Sonntag berichten werde.

Kann man die Bewusstseinsebene einer Person an der Länge seiner Meditationen messen? – 4 Apr 13

Vor Kurzem hatten wir einen Gast im Ashram, mit dem wir eine kleine Unterhaltung hatten, die ich gerne mit euch teilen möchte. Es war ein kurzes Gespräch über Meditation, meine Vorstellung von Meditation und die übliche, weit verbreitete Vorstellung von Meditation im Gegensatz zueinander.

Ich setzte mich neben unseren Gast und nach ein bisschen Smalltalk, fragte mich der Mann: “Sag mal, wie viele Stunden Meditation machst du denn pro Tag?‘ Er sah mich gespannt an und ich sah, dass er eine beeindruckende Antwort erwartete. Er war sich sicher, dass ich mehr als die eine Stunde in Meditation säße, die er selbst jeden Tag vor der Arbeit schaffte.

Ich lächelte ihn an und sagte ihm, dass meine Meditation seitdem wir unsere kleine Tochter Apra haben daraus besteht, dass ich Zeit mit ihr verbringe. Es ist meine Meditation, bei ihr zu sein, sie zum Lachen zu bringen, mit ihr zu spielen und sie zu beobachten, wie sie hinter einem Ball herrennt oder auf eine Eidechse an der Wand zuläuft.

Ich konnte sehen, dass der Mann geschockt war. Er versuchte seine Enttäuschung über meine ehrliche Antwort zu verbergen, schaffte es aber kaum. Ich weiß, was er sich wahrscheinlich dachte, da ich schon mehrere Leute solche Dinge laut habe sagen hören – dass ich keine Disziplin mehr hätte oder dass ich von dem hohen Bewusstseinslevel, das ich gehabt hatte, auf ein niedrigeres heruntergekommen war. Sie denken, dass ich mich nicht mehr um meinen geistigen Zustand kümmere, dass ich vom rechten Weg abgekommen bin.

Natürlich schieben manche Leute die Schuld hierfür gerne meiner Frau in die Schuhe – der Westlerin, die diesen spirituellen Mann verdorben hat und ihn davon abhält, seine Sadhana, seine spirituelle Praxis zu begehen. Diejenigen, die das tun, wissen nicht, dass ich schon immer eine leicht andere Sicht auf die Meditation hatte als der allgemeine Meditierer. Traditionelle Menschen mögen mich als Beispiel betrachten, dass eine spirituelle Person nie heiraten oder Kinder haben sollte.

Das alles ist jedoch nur wahr, wenn man an Meditation als Wettbewerb denkt. Wer am Längsten meditieren kann, hat gewonnen! Derjenige ist der Erleuchtung näher als alle anderen oder ist vielleicht sogar schon erleuchtet! Diejenigen, die nicht einmal eine halbe Stunde lang still sitzen können, sind Anfänger, Verlierer, Materialisten und sehr unspirituelle Menschen!

Ich halte Meditation für etwas ganz anderes. Ich denke nicht, dass man sich mit gekreuzten Beinen hinsetzen, die Augen zumachen und tief atmen muss, um es Meditation nennen zu dürfen. Meditation bedeutet, vollständig in der Gegenwart zu sein, sich völlig bewusst zu sein, was man in dem Augenblick macht, ohne dass die Gedanken in der Gegenwart oder der Zukunft rumirren.

Das ist genau das, was ich mache, wenn ich mit Apra zusammen bin. Man hat kaum eine Chance, nicht zu meditieren, wenn man bei ihr ist, da sie in jedem Moment volle Aufmerksamkeit verlangt. Man muss sie beobachten und dann spürt man, was sie spürt, man sieht ihr einfach ins Gesicht und kann praktisch sehen, was sie denkt. Spiel mit ihr, sprich mit ihr, lass sie deinen Gedanken folgen und zeige ihr deine Welt. Das alles hat die wundervolle Wirkung einer Meditation auf mich: es macht mich ruhig und glücklich.

Wenn ich mehrere Stunden täglich isoliert in einem Zimmer sitzen müsste, nur um der Welt zu zeigen, was für ein toller Meditations-Meister ich bin, würde sie mich vermissen und ich sie genauso. Es ist meine Meditation, mit meiner Tochter Zeit zu verbringen und ich bin froh, dass ich meine Zeit auf diese Weise verbringen und uns beide so glücklich machen kann.

Yogalehrer und Yogaliebhaber: Macht Yoga dich zur Nymphomanin oder zum Schürzenjäger? – 28 Feb 12

Heute habe ich einen Artikel der New York Times online gelesen. Der Titel ist ‘Yoga und Sex Skandale: nicht überraschend‘ von William J. Broad. In diesem Artikel beschreibt der Autor Sex Skandale von Yogalehrern und Gurus der Gegenwart und Vergangenheit und sagt zusammengefasst, dass Yoga selbst der logische Grund für solche Skandale ist, da es im Yoga hauptsächlich um Sex geht. Neben diesem Hauptargument gibt es viele Punkte in diesem Artikel, denen ich nicht zustimme und ich dachte, ich teile meine Ansichten hierzu mit euch.

Der Autor beginnt damit zu sagen, dass die Menschen überrascht sind, wenn sie von den sexuellen Beziehungen ihres Yogalehrers erfahren, wie es auch der Fall ist mit John Friend, dessen sexuelles Leben erst vor Kurzem ins Interesse der Öffentlichkeit kam. Die Schüler des Gründers von Anusara Yoga sind geschockt, dass er seine verschiedenen Freundinnen betrogen hat. Nach Broad jedoch sollten sie sich gar nicht wondern, denn er glaubt, dass Yoga als ein Sex Kult begonnen hat.

Ja, das ist richtig. Er sagt, dass Hatha Yoga, die Körperstellungen, ein Teil von Tantra-Praxis waren. Seiner Meinung nach war Tantra dazu da, sexuelle Glückseligkeit zu erlangen und Hatha Yoga wurde verwendet, um das zu beschleunigen.

Das Bild, das er damit beschreibt, ist sehr, sehr falsch! Ich weiß, dass Tantra im Westen einen schlechten Namen dafür hat, dass es einfach nur um Sex geht, aber ich kann nicht oft genug sagen, dass das absolut nicht die Wahrheit ist. Bei Tantra geht es ums Leben. Sex ist natürlich ein Teil des Lebens, aber bei Tantra geht es nicht nur um Sex! Im Westen haben indische Philosophen Tantra als sexuelle Übung dargestellt, weil sie dadurch Leute und Geld anzogen. Jeder ist von Sex fasziniert, als sie also eine alte Philosophie wie Tantra hernahmen und davon als Weg zu Sex-Parties sprachen, gefiel den Leuten die Idee und so wurde der schlechte Name verbreitet. Geschichten über weißes, rotes und schwarzes Tantra wurden hinzugefügt, aber beim Tantra geht es einfach nicht nur um Sex.

Und Yoga war nie ein Teil von Tantra! Jetzt mischt man Hatha Yoga in Tantra, obwohl die beiden auf keine Weise zusammengehören! Und die Schlussfolgerung ist, dass es deswegen so viele Yogalehrer und Gurus mit Sex Skandalen gibt – weil Yoga die sexuellen Organe stimuliert! Ich bin mit dem folgenden Satz absolut nicht einverstanden: ‘Warum hat Yoga so viele Schürzenjäger hervorgebracht?‘

Es gibt natürlich eine große Anzahl bekannter Yoga Gurus, die beschuldigt wurden, sich sexuell unangebracht verhalten zu haben und der Autor erwähnt mehrere: Swami Muktananda, Swami Satchidananda und Swami Rama. Die Liste hört dort jedoch nicht auf. Ich habe bereits über den TM-Gründer Maharishi Mahesh Yogi geschrieben, dessen Schüler erzählen, wie sie Sex mit ihm hatten, Nithyananda, dessen sexuelle Aktivitäten durch ein Video aufgedeckt wurden, das heimlich in seinem Schlafzimmer gedreht wurde und wir lesen von Swami Maheshwarananda, dem Gründer von Yoga in Daily Life und ehemalige Anhänger erzählen auch von seinen sexuellen Aktivitäten. Es gibt viele mehr, die man in diese Liste aufnehmen müsste.

All die Menschen, die er als Gurus in seinem Text erwähnt und die, die ich hinzugefügt habe, sind nach Hindu Religion Sanyasis. Ein Sanyasi lebt im Zölibat, genau wie Mönche und Priester der katholischen Kirche. Sie sollen keinen Sex haben und deswegen ist es ein so großer Schock, wenn ihre Anhänger herausfinden, dass sie in Wirklichkeit ganz viel Sex haben. Viele von ihnen predigen Enthaltsamkeit, während sie selbst sexuelle Freuden mit vielen verschiedenen Partnern genießen.

Da beginnt das Problem. Enthaltsamkeit, nicht Hatha Yoga, bringt die Probleme. Sie halten den natürlichen Fluss der menschlichen Emotionen an. Sie unterrichten Yoga und sagen den Leuten, sie sollten sexuellem Vergnügen entsagen, doch am Ende geben sie selbst nach – aber natürlich nur im Geheimen. Und jetzt kommen die Leute und beschuldigen Yoga, anstatt die Enthaltsamkeit und die falschen Lehren, dass eine Person mit hohem Bewusstsein oder Religiösität enthaltsam leben sollte. Was würdet ihr dann zu den Sexualstraftätern in der katholischen Kirche sagen? Sie haben kein Yoga gemacht! Sie hatten das gleiche Problem – Enthaltsamkeit.

Der Autor des Artikels ist jedoch der Überzeugung, dass Yoga der Grund dafür ist, dass die Menschen viel Sex haben. Er sagt ‚die Erregung, das Schwitzen, schwere Atmen und dass man sich auszieht, was eine Yogastunde charakterisiert, hat zu den vorhersehbaren Ergebnissen geführt‘. Wie sind das die Charakteristika einer Yogastunde? Wann sagt dir Yoga, dass du dich ausziehen solltest? Als wir in Amerika waren, wurden wir einmal zu einer Nackt-Yoga-Stunde eingeladen – wir lehnten ab – aber das ist nicht üblich und definitiv in einer Yogastunde nicht notewendig. Fast jeder Sport beinhaltet ‚Schwitzen, schweres Atmen‘ und, wenn du Sport lieber mit weniger Kleidung machen willst, auch ‚dass man sich auszieht‘! Du kannst Fußball am Strand auch nur in deiner Badekleidung oder sogar nackt spielen, aber das ist nicht, wie man es normalerweise spielt! Das bedeutet doch nicht, dass es ein Charakteristika des Fußball ist!

Jetzt komme ich zu dem wichtigsten Punkt, der das Wesentliche des ganzen Artikels ausmacht. Der Autor sagt, dass Yoga so erregend ist, dass diese Gurus sich offensichtlich nicht kontrollieren konnten. Er gibt wissenschaftliche Beweise, dass Yoga deine Sexualorgane stimuliert und Testosteron im Körper erhöht. Naja, jeder Sport, der den Körper bewegt, gibt dir Energie und es ist bewiesen, dass körperlich aktive Menschen mehr Sex haben. Es ist ganz klar, dass Yoga, da es für den ganzen Körper gut ist, auch eine Auswirkung auf deine Sexualorgane hat und es können mit Yoga sogar einige sexuelle Probleme geheilt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder, der gerne Yoga macht, auch gerne an Orgien teilnimmt!

Würde das nicht bedeuten, dass alle Hatha Yoga Lehrer die ganze Zeit davon träumen, mit ihren Schülern Sex zu haben und sie können gar nichts dagegen tun? Bedeutet das, dass jeder Yogaschüler nach einer Yogastunde erregt ist? Bedeutet das, dass man nach einer Stunde Yoga so viel sexuelle Energie hat, dass man seinen Partner betrügen muss? Das glaube ich nicht!

Der Artikel ist respektlos gegenüber vielen großartigen Yogis, Menschen, die ihre Leben dem Yoga gewidmet haben und jeder einzelnen Person in dieser Welt, die heute Yoga liebt. Es gibt Millionen Menschen auf dieser Erde, die Yoga als einen Teil ihres Lebens genießen und die wissen, dass Hatha Yoga ihnen nicht beibringt, mit Hunderten unterschiedlichen Menschen zu schlafen! Yogalehrer und Yogaschüler, erhebt eure Stimme gegen solche Ideen und solchen Unsinn! Das beleidigt euch direkt! Ihr seid nicht in einem Kult und übt auch nicht die Rituale eines Kults aus! Hast du erlebt, dass Yoga deinem Sexleben wieder Schwung gegeben hat? Großartig, aber das macht dich nicht zu einer Nymphomanin oder zu einem Schürzenjäger, oder?

Wenn du Yogalehrer oder Yogaliebhaber bist, sag mir bitte, ob das die Auswirkung von Yoga in deinem Leben ist! Ist es das, was Yoga dir gegeben hat? Ich glaube nicht! Frage deine Yogalehrer und auch deine Yogaschüler. Ich glaube, dass du eher zu hören bekommst, wie viel reicher, friedvoller und ausgeglichener Yoga ihre Leben gemacht hat und wie viel Freude und Kraft es ihnen gebracht hat. Vielleicht auch ihrem Liebesleben – aber auf eine liebevolle und gesunde Weise.

Sekten gehen in Extreme – Entweder viel Sex oder gar keiner – 12 Aug 11

Vor ein paar Tagen habe ich über Polygamie geschrieben, nachdem ich von einem Sektenführer in Amerika gelesen habe, der mehrere minderjährige ‚Ehefrauen‘ hatte. Natürlich habe ich daraufhin etwas mehr über die Verbindung von Sex und Religion und das Konzept der Polygamie nachgedacht. Ich bemerkte, dass es bei diesem Thema fast immer in Extreme geht.

Sieh dir all diese Religionen oder religiösen Gruppen an, die Polygamie befürworten. Normalerweise sind die Frauen den Männern untergeordnet. In Kulturen und Gesellschaften, in denen die Männer dominieren, gibt es Männer, die mehrere Ehefrauen haben. Sie sind diejenigen, die die Regeln gemacht haben. Sie sind diejenigen, die die Schriften geschrieben haben und waren also auch diejenigen, die beschlossen haben, dass Frauen das schwächere Geschlecht sind und den Männern gehorchen müssen. Der Islam wird immer wieder für die Tatsache kritisiert, dass Frauen dort nicht gleichwertig behandelt werden, dass sie unterdrückt und misshandelt werden. Auch im Hinduismus gibt es viele Punkte, in denen man diese männliche Dominanz erkennen kann.

In vielen Religionen, Sekten und Gruppen mit einem bestimmten Glauben, führt diese Sicht auf Frauen zu Extremen. Entweder wird Sex sehr wichtig und sie versuchen, so viel zu haben wie möglich, am Besten mit so vielen Menschen wie möglich, oder sie vernachlässigen Sex total, hören auf Geschlechtsverkehr zu haben und denken nicht einmal mehr daran, mit Frauen in Kontakt zu kommen.

Ich habe viele Menschen gesehen, die früher in Sekten waren und viele, die es immer noch sind. Man sehe sich nur mal ISKCON an, die International Society of Krishna Consciousness mit ihrem Hauptsitz in Vrindavan. Sie glauben, dass Sex eine Sünde ist. Sie können heiraten, aber selbst dann dürfen sie nur Sex haben, wenn sie dabei ein bestimmtes Ziel haben: ein Kind zu zeugen. Nicht zu irgendeiner anderne Zeit. Wenn man nur zum Vergnügen Sex hat, ist es eine Sünde. Es gibt andere, wie die Brahma Kumaris Sekte, die auch sagen, dass jede sexuelle Handlung und sogar jeder Gedanke eine Sünde ist. Es ist etwas schmutziges, es ist sündhaft und geht gegen Gottes Willen. Die Sadhus im Hinduismus und die katholischen Priester, die Mönche verschiedener Religionen, so viele haben erklärt, dass sie für den Rest ihres Lebens im Zölibat leben würden.

Andererseits gibt es Bewegungen, in denen der Hauptfokus auf Sex liegt und sich alles um Sex dreht! In manchen, oder vielleicht den meisten, ist es nur den Männern erlaubt, mit mehreren Frauen zu schlafen und nicht andersherum. Es gibt jedoch auch einige Philosophien, wie das, was heutzutage im Westen Tantra genannt wird, in denen die Menschen ihr ganzes Leben nach dem Sex ausrichten. Wenn solche Vorstellungen verbreitet werden, dazu noch mit einem religiösen Gedanken und einer Organisation dahinter, werden diese Gruppen zu Sekten und der Weg zum Missbrauch steht wieder frei.

Es ist normalerweise viel Sex oder gar keiner. Sie gehen in Extreme, manchmal weil sie glauben, dass Frauen schmutzig, sündig und nicht wie Gott sind oder weil sie glauben, dass Frauen göttlich sind und viel Sex ihnen eine bleibende göttliche Erfahrung beschert. Warum gehen wir nicht in ein Gleichgewicht? Warum ist es ein Extrem oder das andere? Siehe Sex als natürlichen Teil des Lebens. Mach diesen Teil nicht größer als er ist und vernachlässige ihn nicht. Es funktioniert nicht. Frauen und Männer sind beide von Gott geschaffen und fühlen sich manchmal zueinander hingezogen. Es ist normal und natürlich. Benutze Gott oder Religion nicht, um die Natur zu verleugnen.

Meine erste sexuelle Erfahrung nach 30 Jahren natürlicher Enthaltsamkeit – 19 Jun 11

An einem Tag nahm mich mein deutscher Freund mit, um eine Freundin zu besuchen. Sie hatte zu der Zeit Besuch, eine weitere Frau war bei ihr zu Gast und als mein Freund sie zum Abendessen am nächsten Abend einlud, sagten sie beide zu.

An dem Tag saßen wir also alle beisammen, aßen und redeten miteinander. Es wurde spät und die Frau meines Freundes ging zu Bett. Mein Freund war der Nächste, der aufstand und allen eine gute Nacht wünschte. Schließlich sagte eine der Frauen, dass sie nun auch gehen würde. Ihre Freundin, die Frau, die ich erst am Tag zuvor kennen gelernt hatte, sagte, sie würde noch etwas länger bleiben. Und so saßen wir da auf dem Sofa nebeneinander und während wir redeten, rückte sie etwas näher an mich heran.

Ich gab vor, ganz cool zu sein und gab mir Mühe, erfahren zu wirken, obwohl ich das überhaupt nicht war. Ich war so aufgeregt und dachte, dass heute Nacht, in dieser Novembernacht im Jahr 2001, das passieren würde, was in den letzten 30 Jahren nicht geschehen war. Ich tat so, als wäre es für mich ganz normal, auf diese Weise mit Frauen zusammen zu sitzen, aber die Wahrheit war, dass es an dem Tag das erste Mal war.

Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit meinem indischen Freund, meinem ersten Gastgeber hier in Deutschland. Er erzählte mir einmal, dass die Menschen hier gegenüber Sex viel offener sind als die Menschen in Indien. Wenn du ein Mädchen kennen lernst und dich mit ihr anfreundest, könntest du sie an einem bestimmten Punkt auch fragen, ob sie mit dir Sex haben will. Ihr würde es nichts ausmachen und die meisten Frauen wären auch dazu bereit. Das hatte dieser indische Mann gehört, der nun etwas länger als sechs Monate in Deutschland lebte und arbeitete. Das war sein Eindruck in dieser neuen Kultur. Als ich ihn fragte, ob er in diesen sechs Monaten denn eine solche Begegnung gemacht hatte, antwortete er ganz unschuldig mit ‚Nein‘ und ich wusste, dass er nicht lügte.

Ich war viel neuer und unerfahrener als mein Freund in dieser Kultur und in diesem Land und dann war da diese Frau, die Freundin einer Freundin meines Freundes, neben mir auf dem Sofa. Ich kannte sie nicht wirklich, mein Englisch war immer noch nicht gut genug, um ein längeres Gespräch zu führen und ich hatte nicht den Mut, sie zu berühren, obwohl ich neugierig war und es wollte. Gott sei Dank machte sie den ersten Schritt und nahm meine Hand in ihre. Ich gab immer noch vor, ganz cool und erfahren zu sein und dachte, es wäre am Besten, das zu tun, was sie tat. Ich reagierte auf der gleichen Ebene auf ihre Handlung und hielt ihre Hand. Und dann, was sollte sonst geschehen, umarmten wir uns nach einer Weile und lagen bald auf dem Sofa, unsere Kleidung um uns herum verteilt, und ich hatte meine erste Erfahrung.

Ich hatte ihr nicht zuvor nicht gesagt, dass es mein erstes Mal war und als ich es ihr hinterher sagte, war sie überrascht und meinte, ich war ihr sehr erfahren vorgekommen. Ich war glücklich und stolz, dass ich meine Rolle so gut gespielt hatte. Ich lächelte sie an und antwortete ‚Du weißt ja, ich komme auf dem Land des Kama Sutra und habe es studiert‘. Sie lächelte zurück und antwortete ‚Ja, ich wusste, dass du ein Tantra-Meister bist!‘ Es war nicht die richtige Situation, das du sagen, aber ich überlegte bei mir ‚Was hat das denn mit Tantra zu tun?‘ Ich hatte noch nicht verstanden, dass die Menschen im Westen meinen, Tantra bedeutet Sex.

Ich war nicht traurig, meine Jungfräulichkeit verloren zu haben, sondern freute mich im Gegenteil darüber, nicht mehr im Zölibat zu leben. Die Enthaltsamkeit war ganz natürlich in mein Leben gekommen, nicht weil ich irgendeiner Tradition folgte. Meine Eltern waren ganz offensichtlich nicht enthaltsam, sie haben mir und meinen drei Geschwistern das Leben geschenkt. Ich folgte keiner anderen Tradition als der meiner Familie und sie wollten mich bereits mit 18 verheiraten. Daran war ich jedoch nicht interessiert. Stattdessen wollte ich reisen und predigen. Später ging ich in die Höhle, also hatte ich keine Möglichkeit, meine Jungfräulichkeit zu verlieren.

Wir schliefen auf dem Sofa ein und wachten in der Früh auf, als mein deutscher Freund herunterkam, um Kaffee zu machen. Er winkte und lächelte mir zu und ich lächelte zurück und wünschte ihm einen guten Morgen.

Blinde Anhänger – Perfekt für jeden Guru – 31 Mai 11

Blinde Anhänger

Von allen Anhänger-Typen glaube ich, dass dieser der bekannteste ist und der, der am besten in das Bild passt, dass Anhänger sich wie Schafe verhalten. Warum? Weil sie einfach nur folgen, egal wo ihr Guru hingeht.

Blinde Anhänger haben kein Interesse an einer bestimmten Philosophie oder einem bestimmten Weg. Es ist nicht wirklich wichtig, wer der Meister ist und was er tut, sie wollen ihm einfach nur folgen. Sobald sie beschlossen haben, ihm zu folgen, kann man da wenig dagegen tun. Sie sind entschlossen, ihm zu folgen und das tun sie dann auch. Ein Guru kann sich glücklich schätzen, wenn er viele blinde Anhänger hat, weil er für sie nicht viel machen muss. Sie wollen nicht viel von ihm, sie gehen nicht tief in die Philosophie, die er lehrt und sie tun, was auch immer er von ihnen verlangt.

Die Tatsache, dass sie über ihren Guru keine Einzelheiten wissen wollen, ist gut für viele Gurus, die geheime und moralisch nicht wirklich korrekte Aktivitäten verstecken. Blinde Anhänger versuchen, nicht hinzusehen, wenn ihr Guru etwas Falsches macht. Und noch schlimmer, wenn sie sehen, dass er etwas Falsches tut, wenden sie die Augen ab und sehen erst recht nicht hin. Sie werden blind und geben vor, nichts gesehen zu haben. Sie sehen zum Beispiel, dass er jede Nacht mit einer anderen Frau schläft, aber als blinde Anhänger sagen sie jedem, der es wissen will, dass ihr Meister im Zölibat lebt, so wie er es ja auch öffentlich sagt. Sie verstehen, dass etwas nicht in Ordnung ist, aber sie wollen es nicht bewusst wahrhaben. Sie bleiben lieber in ihrer Illusion.

Selbst wenn man mit ihnen spricht und ihnen sagt, was ihr Guru an Fehlverhalten an den Tag legt, dass er lügt oder falsch ist, leugnen sie einfach alles, drehen sich weg und wollen über solche Themen gar nicht reden. Ich habe schon viele Anhänger des verstorbenen Gurus Sathya Sai Baba getroffen. Sie haben Videos gesehen, in denen es ganz deutlich ist, dass er einfache Tricks verwendet und nicht wirklich Gold oder Asche materialisiert. Sie haben eindeutige Beweise, dass er Menschen betrügt, bleiben aber trotzdem bei ihm, glauben immer noch an seine Wunder und erzählen anderen, er könnte Wunder vollbringen.

Auf diese Weise versuchen blinde Anhänger einfach, ihre Verantwortung loszuwerden. Sie suchen jemanden, der ihnen sagt, was sie tun sollen und der keine Fragen stellt. Es ist egal, was ihnen aufgetragen wird, sie tun es und fühlen sich gut damit. Eigentlich fürchten sie sich vor dem Leben. Sie haben Angst vor dem, was passieren könnte, wenn sie selbst Entscheidungen treffen. Sie haben keinerlei Selbstvertrauen und so suchen sie jemand anderen, dem sie vertrauen können. Die Bedingung ist, dass der andere ihnen sagen muss, was sie zu tun haben. Sie werden folgen.

Ihr ganzes Leben dreht sich dann um ihren Guru. Beim Essen und Schlafen haben sie ihren Guru und ihre Anhängerschaft im Kopf. Wenn sie ihrem Guru körperlich nahe kommen, sind sie glücklich. Wenn er ihnen sehr nahe sein will und sie in sein Schlafzimmer bestellt, sind sie sogar noch glücklicher und tun, was ihnen aufgetragen wird. Sie sind glücklich, selbst wenn andere Menschen diee gleichen Handlungen als sexuellen Missbrauch empfinden würden.

Die Schlussfolgerung ist, dass blinde Anhänger weiterhin Anhänger bleiben, egal was der Guru macht und was ihnen andere über den Guru erzählen. Ich glaube nicht, dass sie meinen Blog lesen, aber selbst wenn, würden sie blind und würden einfach glauben, dass sich das, was ich geschrieben habe, nicht auf sie oder ihre Gurus bezieht. Sie sind wirklich blinde Anhänger.

Morgen werde ich euch einen anderen Typ Anhänger beschreiben: Intellektuelle Anhänger.

Gurus, Frauen und Anhänger verleugnen sexuelle Beziehungen – 11 Mar 11

In der letzten Woche habe ich wegen den Neuigkeiten über Prakashananda wieder einmal über falsche Gurus und ihr Sexualverhalten geschrieben, das nicht selten Missbrauch gleichkommt. Es gibt viele Gurus, die sich solchen Anklagen stellen mussten, so wie auch Nithyananda im letzten Jahr und nicht selten kommen solche Vorfälle ans Licht, weil mehrere Frauen involviert sind. Doch es gibt auch viele große Gurus, die etwas ruhiger sind und wirklich nur eine Frau an ihrer Seite haben, die für sie wie eine Freundin oder Ehefrau ist. Doch diese Frau wird nie als Partnerin anerkannt.

Üblicherweise hat jeder Guru eine Gruppe enger Anhänger, die immer bei ihm sind. Sie stehen in ihrer eigenen ‚Hierarchie‘ höher, tragen mehr Verantwortung und haben mehr Rechte. Und an ihrer Spitze steht oft eine Frau. Sie hat das Recht, jede Nacht ins Schlafzimmer des Guru zu kommen. Sie sind immer beieinander, in der Öffentlichkeit sitzt sie bei seinen Füßen und ist diejenige, die dem Guru die wichtigsten notwendigen Dinge bringt.

Jeder sieht das. Jeder weiß, dass der Guru mit ihr schläft, seine Mahlzeiten mit ihr teilt und mit ihr zusammenlebt. Doch sie wird nie seine Frau genannt. Sie wird nie seine Freundin genannt. Er wird sie nie in der Öffentlichkeit in dieser Rolle akzeptieren und keiner seiner Anhänger würde das gerne hören.

Was würde geschehen, wenn diese Gurus ihre Frauen in ihrem Leben akzeptierten? Warum tun sie es nicht? Naja, sie könnten sich selbst nicht mehr Sanyasi nennen. Sie würden ihren Status als Guru verlieren, da dieser auf der Annahme beruht, dass sie enthaltsam leben, dass sie keine körperlichen Bedürfnisse haben und, um ganz deutlich zu sein, keinen Sex haben. Sie würden ihren besonderen Status verloren und damit auch viele Anhänger.

Ich möchte diese Gurus fragen, warum akzeptiert ihr diese Frauen nicht offen in eurem Leben? Ihr tut nichts falsches! Ihr habt keine Sex Parties, vergewaltigt keine Frauen, belästigt keine Kinder oder Teenager und missbraucht niemanden, ihr habt einfach nur eine Beziehung! Wenn ihr diese Beziehung versteckt, dann macht ihr etwas falsch. Ihr seid nicht ehrlich!

In Wirklichkeit wissen aber alle Anhänger von diesen Frauen! Was ist mit euch, den Anhängern? Ihr gebt eurem Guru diesen Status, obwohl ihr genau wisst, das er das tut, was ihr als falsch betrachtet. Wenn ihr doch sowieso wisst, dass er eine Freundin oder Frau hat, warum würde es euch wütend machen, wenn er sie akzeptiert? Ihr nennt sie weiterhin eine enge Anhängerin anstatt Freundin oder Frau, obwohl sie miteinander intim sind und miteinander schlafen. Seid ihr nicht selbst scheinheilig?

Ich habe eigentlich Mitleid mit der Frau, die immer versteckt ist und nie so akzeptiert wird, wie sie ist! Ich sehe auch indische Swamis und Gurus, die ihren Partner fürs Leben im Westen gefunden haben. Sie haben immer eine weiße Frau an ihrer seite, ihre ‚sehr enge Anhängerin‘. Wenn ich das sehe, muss ich mich schon wundern. Ihr, Frauen aus dem Westen, nehmt diese Rolle einfach so an? Indische Frauen sollten ihre Beziehung auch nicht verstecken, aber ich weiß, dass sie in dieser Kultur so aufgewachsen sind. Ihr seid aber in einer Kultur aufgewachsen, in der Beziehungen offen sind, in denen ihr nicht einmal rein sexuelle Beziehungen verstecken würdet, warum akzeptiert ihr also dieses Spiel wie es ist? Warum lehnt ihr euch nicht auf und sagt euren Guru-Partnern ‚Hey, akzeptiere es, wie es ist und akzeptiere, dass wir eine sexuelle Beziehung haben, dass wir einander lieben und dass wir ein Paar sind!‘ Ihr tut nichts Falsches, doch eure Beziehung zu verstecken ist falsch!

Ich muss hier keine Einzelperson nennen, da es hierfür eine lange Liste von Leute gibt und es so viele sind, von denen ich weiß, dass sie in dieser Situation sind. Ich habe das mit eigenen Augen gesehen. Jeder Guru, jeder Anhänger und jeder, der einmal ein solches Paar gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Sie würden es vielleicht nie zugeben, aber jeder kann es deutlich sehen.

Es ist lustig, aber gleichzeitig stimmt es mich für diese Menschen traurig. Was für ein unehrliches Leben sie leben müssen, immer Angst davor, dass jemand in der Öffentlichkeit über ihre Beziehung spricht! Wie schrecklich das für die mentale Situation sein muss? Sie leben in einer Illusion, nicht im wahren Leben. Sie wissen, sie gehören zusammen, aber glauben sie denn, dass alle anderen blind sind? Sie müssen doch erkennen, dass jeder andere das auch sieht. Wie, so frage ich mich wirklich, können sie mit diesem Wissen in Frieden mit sich selbst sein?