Gott ist glücklich: Junge Menschen haben kein Interesse an Religion – 16 Nov 11

Gestern habe ich euch von der Entscheidung von Jesus, Mohammed und Krishna erzählt, Religionen auf der Erde zu beenden. Das Ende der Religionen hat bereits begonnen und findet bereits statt. Ich glaube, dass das etwas Gutes ist.

Auf meinen Reisen in Europa habe ich oft gehört, dass Kirchen leer sind und zum Verkauf stehen. Die Gebäude werden für Treffen und andere Aktivitäten vermietet. So habe ich auch einmal einen Vortrag in einer Kirche gehalten. Der Raum wurde nicht mehr als Kirche genutzt. Ich habe gehört, dass manche Kirchen verkauft wurden und daraus Hotels und sogar Diskotheken entstanden sind.

Was mich glücklich macht ist nicht die Tatsache, dass sie die Kirchen verkaufen, sondern der Grund dafür: die Menschen und besonders die der jüngeren Generation sind nicht mehr daran interessiert, zur Kirche zu gehen. Ich habe von vielen Menschen in verschiedenen Ländern im Westen gehört, dass es nur die älteren Menschen sind, die am Sonntag immer noch zur Kirche gehen. Die Mehrheit der jüngeren Menschen ist in den meisten Ländern nicht mehr an Religionen und Kirchen interessiert.

In Indien sehe ich auch, dass viele junge Menschen nicht an Religion interessiert sind. Es gibt viele Menschen, die sich über diese Tatsache beklagen, aber ich lobe das. Religion hat keinen Platz mehr im Leben der jungen Menschen und ich glaube, dass sie keine Zukunft hat. Die junge Generation ist an Pilgerfahrten und Tempeln nicht mehr interessiert.

Wir leben in Vrindavan, einem Pilgerort und einem sehr religiösen Ort. Viele Menschen kommen an Wochenenden aus umliegenden, größeren Städten hierher. Sie kommen für einen Wochenend-Ausflug und eigentlich sind sie als Pilger hier. Wenn man sich jedoch die Jüngeren unter ihnen ansieht, machen sie nicht wirklich eine Pilgerfahrt! Ich würde es eher als Picknick beschreiben, als ein Tag voller Spaß in einer anderen Stadt. Was machen sie anders als ihre Eltern? Sie kommen nach Vrindavan und gehen in die Tempelgegend. In der Nähe der großen Tempel sieht man viele Geschäfte, die Snacks oder Joghurt Lassi verkaufen. Viele von ihnen gehen also ganz schnell einmal durch den Tempel und gehen danach einen Lassi trinken. Andere, die vielleicht zuvor schon mal da waren und den Tempel gesehen haben, machen sich nicht einmal die Mühe, dort nochmal hinzugehen. Sie halten 100 Meter davor beim Süßigkeitenladen an. Es ist ihre Art, Spaß zu haben und die ist überhaupt nicht religiös!

Du fragst dich vielleicht, warum mich das alles glücklich macht. Ich bin darüber nicht unglücklich, weil es mir zeigt, dass die Menschen immer intelligenter werden und selbst zu denken beginnen. Sie glauben nicht mehr einfach nur das, was in einer Schrift steht oder was der Vater geglaubt hat. Sie fragen nach, was dahintersteckt, warum es so ist, wie es ist. Wenn man etwas nicht weiß, hat man keine andere Möglichkeit, als zu glauben.

Darum war Religion früher auch so erfolgreich. Es gab keine Erklärung für den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang. Nun war da plötzlich eine Einrichtung, die eine Erklärung hatte und die Menschen folgten ihr. Religion hat ihnen Antworten gegeben! Sie glaubten es, wenn man ihnen von Geistern erzählte, weil sie es nicht besser wussten. Sie folgten Gurus, die vorgaben, Dinge zu materialisieren und Menschen zu heilen, obwohl sie eigentlich nichts anderes machten, als ein paar billige Tricks durchzuführen. Sie wussten es nicht besser.

Heutzutage bilden die Schulen und erklären, dass die Erde sich dreht und die Sonne deshalb jeden Morgen aufgeht. Die Menschen müssen also nicht mehr an religiöse Erklärungen glauben! Schulen erklären die Regeln der Physik und dass es einen Grund gibt für alles, was geschieht. Die Menschen glauben nicht an billige Tricks, weil sie sie durchschauen können. Die jungen Menschen sind heutzutage gebildeter. Für sie ist die Show der Gurus keine Frage des Glaubens mehr, es ist allenfalls Unterhaltung.

Ich bin mir sicher, dass Religion langsam ausstirbt. Früher hat sie gut funktioniert und sie wurde vielleicht sogar mit der guten Absicht begonnen, den Menschen zu helfen. Es wurden jedoch Kriege begonnen, Leute wollten einander konvertieren, gierige Menschen brachten ihren Einfluss mit ins Spiel, Schriften wurden geändert und Frauen wurden unterdrückt. Nein, so eine Religion brauchen wir nicht.

Ich glaube Gott freut sich über diese Entwicklung, weil Er nicht religiös ist. Er ist kein Hindu, Christ, Jude, Moslem oder Buddhist. Er hat keine bestimmte Form oder Farbe. Der gleiche Gott, der in dir lebt, lebt auch in mir und wird auch dann noch da sein, wenn alle Religion von dieser Erde verschwinden. Er weiß, dass es so viele Betrüger und Gurus gibt, die sich am Geld ihrer Anhänger bereichern. Er kennt all die schlimmen Dinge, die aufgrund von Religion geschehen sind.

Wenn die Menschen Religionen hinter sich lassen und stattdessen ihr Geld darauf verwenden, den Bedürftigen zu helfen, so ist das eine gute Entwicklung. Mache Liebe und Mitgefühl eine Sache des Herzens ohne die Regeln jeglicher Religion. Auf diese Weise können wir Menschen vereinen, die bis jetzt noch von den Einschränkungen der Religionen getrennt sind.

Katholischer Bischof Raymond Lahey der Einfuhr von Kinder-Pornographie schuldig – 11 Mai 11

Gestern habe ich über das Urteilen geschrieben und erwähnt, dass es Fälle gibt, in denen jeder von uns sehr leicht urteilt – und dass das auch gar nicht schlecht ist. Die folgende Nachrichten-Meldung fällt in diese Kategorie: ein kanadischer Bisch wurde der Einfuhr von Kinder-Pornographie für schuldig befunden.

Als Bishop Raymond Lahey am Flughafen von Ottawa durchsucht wurde, fanden Zollbeamte 588 Bilder und Dutzende Videos nackter jungen, sogar im Alter von nur acht Jahren, auf dem Computer und Telefon des Geistlichen. Bei weiteren Nachforschungen fanden sie sogar noch mehr und nachdem die Richter ihn schuldig sprachen, wurde er festgenommen. Er erwartet sein Urteil und muss sich dazu noch einem Disziplinarverfahren des Vatikans stellen.

Sie haben sogar herausgefunden, dass er öfter in Länder wie Malaysien und Thailand gereist ist. Wir wissen alle, dass Sextourismus in diesen Ländern eines der größten Geschäfte mit Ausländern ist. Woher wollen sie wissen, dass der Bischof dort nur seinen Porno gekauft hat und nicht auch wirklich Sex mit jungen Kindern hatte?

Jetzt sage mir bitte, verurteilst du das nicht? Würdest du nicht sagen, dass das schockierendes, ekelhaftes und schreckliches Verhalten ist? Eine Person tut Kindern das an, unschuldigen Jungen, die nicht verstehen, was geschieht? Und das alles unter dem Banner der Religion! Ich urteile hier und sage, dass das falsch ist.

Gleichzeitig urteile ich nicht nur über diesen einen Bischof. Er ist nicht der Einzige, sondern reiht sich in die lange Schlange der katholischen Priester ein, die Kinder misshandelt haben. Natürlich ist er ein Bischof, was bedeutet, dass er in der Hirarchie höher steht, ein etwas wichtigerer Amtsträger in der katholischen Kirche. Das zeigt alles wieder, wie falsch ihr System ist, das es Priestern nicht erlaubt, Sex zu haben. Ich sage immer wieder, dass solcher Missbrauch das Ergebnis davon ist, dass die Sexualität dieser Männer unterdrückt wurde. Dieses natürliche Bedürfnis kann nicht gestoppt werden und wenn man sein natürliches Ventil verbietet, findet es einen anderen Weg. Priester, Bischöfe und wahrscheinlich auch Kardinäle wenden sich der Homosexualität und manchmal sogar dem Kindesmissbrauch zu. Ja, ich muss urteilen und sage, dass dieses System, diese Regel und diese Vorstellung falsch sind.

Ich habe viel über sexuellen Missbrauch durch Hindu Gurus geschrieben und auch viel über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Es geschieht überall, in allen Religionen und es ist immer falsch.

Quelle Photograph by: CHRIS MIKULA POSTMEDIA NEWS, Postmedia News; Ottawa Citizen

Ist Gott bestechlich? – 7 Feb 11

Nachdem ich über das Problem mit dem Karmapa Lama geschrieben, habe, hatte ich noch einige Gedanken dazu, warum Menschen religiösen Einrichtungen wie Tempeln und Kirchen oder auch Gurus und Meistern spenden. Manchmal frage ich mich, ob sie meinen, Gott bestechen zu können.

Das ideale Szenario ware wie folgt: ein Gläubiger geht in ein religiöses Gebäude, sei das nun eine Kirche, ein Tempel oder ein ähnlicher Ort. Er oder sie hat ein Problem und geht dorthin, um zu Beten oder Zeremonien durchzuführen. Diese Person findet inneren Frieden, kann den Verstand beruhigen und vielleicht so eine Lösung für das Problem finden. Das macht ihn dankbar dafür, dass es einen solchen Ort gibt und er hofft, dass dieser Ort bestehen bleibt, so dass er zum Beten immer dorthin gehen kann. Er unterstützt den Ort also mit seiner Spende.

Doch in Wirklichkeit geschieht in den Köpfen der Menschen etwas ganz anderes! Die Menschen spenden nicht aus Dankbarkeit und dem Wunsch zu helfen, sondern eher in dem Glauben, dass sie Segen kaufen können. Sie denken, sie können ihr Glück oder ein günstiges Schicksal kaufen, so wie Reis auf dem Markt.

Sie wollen etwas haben, sie haben einen Wunsch und sie wollen ihn erfüllt sehen. Für diesen Wunsch gehen sie, bieten etwas Geld an und sagen ‚Gott, das ist für dich, so viel kann ich dir geben, damit du meinen Wunsch erfüllst‘. Selbst, wenn sie es nicht so deutlich formulieren, denken sie, dass man für große Wünsche eine große Spende machen sollte und für kleinere Wünsche ein paar Münzen ausreichen.

Die Leute versuchen also, sich die Erfüllung ihrer Wünsche von Gott zu erkaufen. Gott jedoch will und braucht kein Geld. In den Köpfen der Leute herrscht der Gedanke, dass sie für Gott geben, oder dass Gott sie mehr liebt, wenn sie mehr geben, aber darum schert sich Gott eigentlich gar nicht. Denn was sollten sonst arme Menschen tun, wenn sie einen großen Wunsch haben?

Meine Vorstellung von Urlaub – Kein Lernen sondern Entspannung – 25 Jan 11

In Cochin habe ich über Kirchen, Tempel und Sehenswürdigkeiten geschrieben und ein paar Kommentare bekommen, in denen Menschen ausdrücken, dass sie die Architektur solcher Tempel, Kirchen und anderer Gotteshäuser sehr wohl schätzen.
Auch dieser Vorstellung stimme ich vollkommen zu. Ich bin selbst in Paris gewesen und habe Notre Dame dort gesehen, davorgestanden, über die vielen Hände gestaunt, die die Kirche gebaut haben und das Genie des Architekten bewundert, der sich all dies zuvor bereits so ausgemalt hatte. Ich habe auch die Kamasutra Tempel in Khajuraho besucht, die mit religiösem Zweck gebaut wurden und war von ihrer Architektur beeindruckt. Ein weiteres Beispiel von Architektur, die ich bewundere, ist das Taj Mahal in Agra. Jeder Gast, der in den Ashram kommt, bekommt die Empfehlung, einen Tagesausflug von Vrindavan zu machen und sich dieses wunderschöne Denkmal der Liebe anzusehen.

Religiöse Gebäude waren schon immer die Orte, an denen Architekten ihre beste Arbeit gezeigt haben und ich sehe mir ihre Arbeit gerne an. Doch ich brauche keinen Tempel für Gott und ich will meinen Urlaub nicht damit verbringen, nur solche Gebäude anzusehen, besonders, wenn sie nicht wirklich Meisterwerke der Kunst sind. Doch hier in Südindien ist diese Art religiöser Tourismus üblich, besonders unter indischen Touristen.

Auf diese Weise machen die Tempel jede Menge Geld. Man zahlt Eintritt, um in den Tempel zu gelangen, aber nicht nur das! Es gibt verschiedene Kategorien und man kann sich aussuchen, wie nahe man der Statue Gottes und dem Altar kommen möchte und wie viel man zahlen will. Man kann nur wenig zahlen und praktisch an der Türe stehen, um einen Blick von weit weg zu haben oder man zahlt mehr und darf ganz nahe nach vorn. Deine Verehrung hängt also davon ab, wie viel Geld du hast. Um Gott nahe zu sein, brauchst du einen dicken Geldbeutel. Ich will diese Art religiösen Geschäfts sicher nicht unterstützen und so sagte ich, dass Religion meiner Meinung nach in Museen gehört.

Ich bin auch kein Tourist, der eine lange Liste von Orten in der Hand hat, die er alle sehen will, denn meine Vorstellung von Urlaub ist es nicht, geschichtliche Gebäude zu besichtigen und viel zu lernen. Das kann ein Teil meines Urlaubs sein, aber nicht das Hauptziel. Andererseits ist mein Hauptziel auch nicht einkaufen und essen. Ich esse genauso, wie ich daheim auch esse, zu den gleichen Zeiten und oft sogar die gleichen Gerichte. Ich brauche nicht viel, also wüsste ich auch nicht, was ich einkaufen sollte.

Wenn ich mir meinen Urlaub vorstelle, so denke ich an Entspannung. Wenn ich an einem schönen Ort bin, die Atmosphäre genieße und mir vielleicht auch ein paar Gebäude ansehe. Ich sehe gerne die Unterschiede zu dem Ort, an dem ich normalerweise lebe und ich sehe gerne einen schönen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Auf diese Weise wird es zu einer schönen Mischung aus Natur, Kultur, Entspannung und Sightseeing.

Religion ist gut in Museen und Gott ist in deinem Herzen – 22 Jan 11

Gestern Abend sind Ramona und ich in Cochin angekommen. Heute Morgen hatten wir ein gutes Frühstück und haben danach beschlossen, rauszugehen und uns die Stadt anzusehen. Als wir an der Rezeption nach Informationen fragten, bekamen wir sehr freundlich eine Karte von Ernakulam und Cochin in die Hand gedrückt, zwei Städte, die so nahe beieinander zu liegen scheinen, dass es nicht viel Unterschied macht, in welcher man gerade ist. Wir baten die Frau, die Sehenswürdigkeiten zu markieren und natürlich tat sie auch das gerne: hier ist diese Kirche, dort jener Tempel, diese Basilika und jene Synagoge. Da gibt es noch eine Moschee, aber sie ist etwas kleiner. Und dazu noch der holländische Palast. Mit etwas mehr Informationen über die Märket, Restaurants und den ‚Marine Drive‘, die Straße am Wasser, dankten wir ihr schließlich und gingen los.

Draußen auf der Straße sahen Ramona und ich uns an und lächelten. Gut, dass wir nur diesen einen Tag in Cochin haben, weil wir hier wirklich nicht viel zu tun haben. Wir sind nicht religiös und sind deshalb nicht daran interessiert, Tempel, Kirchen, Synagogen oder Moscheen anzusehen. Wir gehen zu keinerlei Gottesdienst dorthin, warum sollten wir als Touristen hingehen?

Sind diese Gotteshäuser wirklich dafür gemacht? Damit Leute davor stehen und sagen ‚Oh, was für ein schönes Gebäude‘, ein Bild machen und wieder gehen? Pilgerfahrten sind, zumindest in Indien, auch bereits ein großes Geschäft. Dort sieht man die Zukunft der Religion. Nur Geschäftemacherei und Geld. Wie schade, wenn ein Ort der Liebe und Verehrung zu einem Ort wird, der nur hergezeigt oder angesehen wird.

In vielen südindischen Hindu Tempeln ist Ausländern der Eintritt nicht gestattet und Inder selbst zahlen Eintrittsgelder, damit sie die Götterstatuen sehen und verehren dürfen. Wenn man sich in London Westminster Abbey von innen ansehen will, muss man auch zahlen. Ich sage sowieso, dass ich keinen Tempel brauche, Gott ist in meinem Herzen und das ist genug.

Vielleicht ist das alles ja auch ein gutes Zeichen, dass alle Kirchen und Tempel sich langsam in Museen verwandeln. Dann kann man einfach nur zu Notre Dame in Paris gehen, um sich die schöne Architektur anzusehen und auf diese Weise kannst du viele andere Tempel, Moscheen, Synagogen oder Kirchen besuchen, nur um mehr über ihre Geschichte zu erfahren und vielleicht zu lernen, dass wir alle nicht Hindus, Christen, Moslems oder Juden sind, sondern nur Menschen. So werden wir endlich verstehen, dass wir für Gott kein getrenntes Haus brauchen, weil Gott in unserem Herzen lebt.

Wir haben also etwas Sightseeing betrieben, sind durch die Märkte Cochins gegangen und haben die Unterschiede des Südens Indiens genossen. Wir hatten eine schöne Zeit, ohne uns Häuser der Verehrung anzusehen und werden jetzt zum Abendessen gehen.

Morgen reisen wir weiter von Cochin nach Allepey weiter und schreiben mein Sonntags-Tagebuch für euch von einem Hausboot aus den Backwaters von Kerala.

Wenn Verhütung Leben tötet, tun es Zölibat und Enthaltsamkeit auch! – 25 Nov 10

Papst Benedikt XVI hat Katholiken jetzt erlaubt, unter sehr besonderen Umständen Kondome zu benutzen. Diese Umstände sind sehr begrenzt und beinhalten nicht den Gebrauch als Verhütungsmittel. Man kann es benutzen um Leben zu retten, wenn man AIDS hat und es nicht verbreiten will. Wenn man es als Verhütungsmittel benutzt, glaubt die katholische Kirche, dass es eine Sünde ist, weil man ein Leben, das im Prozess der Schöpfung ist, tötet, weil man also gegen das Vorhaben Gottes handelt – das sagen sie zumindest. Das Problem ist also, ein Leben zu töten, bevor es entstanden ist.

Bei dieser Erklärung musste ich über den allgemeinen Standpunkt der Kirche zu Sex nachdenken. Es ist in Ordnung, wenn eine verheiratete Frau und ihr Ehemann Sex haben, solange sie keine Verhütungsmittel benutzen. Leben kann jedoch nur entstehen, wenn die Frau gerade ovuliert, sich also in der fruchtbaren Zeit ihres Zyklus befindet. Nur dann kann das Ei befruchtet werden. Wenn ein verheiratetes Paar an einem anderen der 25 Tage des Monats Sex hat, werden all diese wertvollen Spermien umgebracht! Ist das auch gegen Gottes Vorhaben? Sollte ein Paar, das den Vorschlägen des Papstes folgt, nur an fünf oder sechs Tagen im Jahr miteinander schlafen?

Wenn man diesem Gedanken folgt, ist es sogar schlimm, wenn man in der Zeit der Ovulation Sex hat, weil nur einer der Millionen kleinen Kerle das Ziel erreichen muss, alle anderen sind zum Sterben bestimmt! Oh, warte mal – hat Gott ihnen diese Bestimmung gegeben? Allen, außer einem, der am Ziel ankommt und im Endeffekt die Schöpfung des Lebens beginnt.

Lasst uns bei der Idee bleiben, die der Papst uns als Lösung für alle Probleme gegeben hat – Zölibat oder Enthaltsamkeit. Okay, wenn ein Mann enthaltsam lebt, was Frauen angeht, aber etwas Erleichterung braucht und deshalb im Badezimmer selbst Hand anlegt? Dann sterben die Spermien auch. Wenn jemand den Regeln des Papstes streng folgt und nie masturbiert, aber feuchte Träume hat? Dann sterben all die Spermien genauso. Das geschieht natürlich, da kann man jeden Teenager Jungen fragen. Vielleicht wäre die Lösung hierfür, einfach zur Kirche zu gehen und zu beichten. Was kann man denn sonst dagegen tun?

Doch wenn das die Theorie ist, was sollen denn Frauen dann machen? Wenn das Ei, das der Körper produziert, nicht verwendet wird, wenn die Befruchtung nicht stattfindet, stirbt das Ei auch und wird ausgeschieden. Da ist selbst die Enthaltsamkeit keine Lösung mehr! Jede Nonne tötet ein Ei pro Monat. Das tut sie, indem sie keinen Sex hat und nicht schwanger wird. In der Folge sollten Frauen sich bemühen, jedes Mal schwanger zu werden, wenn sie ovulieren. Ist es das, was uns die katholische Kirche sagen will?

Ich denke, wir belassen es bei diesen Gedanken, jeder hat seine eigene Meinung und ich glaube, ich habe meine eigene deutlich gemacht.

Wenn ihr das heutige Bild schon etwas genauer angesehen habt, habt ihr schon gemerkt, dass wir in Deutschland angekommen sind. Ihr seid vielleicht überrascht, weil ich es nicht zuvor erwähnt habe. Dieses Mal wird es nur eine kurze Reise und morgen sage ich euch auch den Grund hierfür.

Indiens Bevölkerung explodiert und Papst verbietet Verhütungsmittel – 23 Nov 10

Ich musste etwas mehr über die Idee des Papstes nachdenken, dass man Kondome verwenden sollte, um neue HIV Infektionen zu verhindern, aber nicht als Verhütungsmittel. Die katholische Kirche mit dem Papst als Oberhaupt sagt, dass man nicht verhüten soll. Sex vor der Ehe ist sowieso undenkbar und fast schon eine Todessünde, sie sprechen also nicht von One-Night-Stands, Sex von Singles oder Partnern, die nicht beschlossen haben, in den heiligen Stand der Ehe zu treten. Das ist alles sowieso vom Bösen, lasst uns also über Sex in einer Ehe sprechen, über absolut legalen Geschlechtsverkehr, wenn man die Richtlinien des Katholizismus hernimmt.

Warum genau soll man keine Kondome verwenden? Die Antwort ist, dass man damit versucht, leben zu verhindern, dass man sich praktisch der Schöpfung entgegenstellt. Jedes Mal, wenn du Sex hast und jedes Mal, wenn ein Mann einen Orgasmus hat, könnte es hier auf der Erde ein Leben mehr geben, dass man durch den Gebrauch von Kondomen oder Verhütungspillen praktisch tötet, bevor es überhaupt begonnen hat.

Wenn wir diesen Gedanken verfolgen, bedeutet das, dass die katholische Kirche möchte, dass ein Paar heiratet und so schnell wie möglich Kinder bekommt. Wenn das erste Kind geboren ist, verhüte bloß nicht, lass das zweite kommen! Und noch eins und noch eins… warte mal, ist das wirklich die richtige Vorstellung? Hier in Indien erzählen viele Ärzte den ungebildeten Familien, nicht jede Menge Nachsprung zu produzieren und das aus mehreren triftigen Gründen.

Indien ist ein Land, dessen Bevölkerung so schnell wächst, dass sie in 15 bis 20 Jahren größer sein wird als die Bevölkerung Chinas. Fünf oder mehr Kinder in einer Familie sind keine Seltenheit. Bauern ohne Bildung haben gerne viele Söhne, die auf den Feldern arbeiten können. Außerdem würde das Geschäft in der Familie bleiben, man kann ihnen vertrauen und man muss niemanden von außerhalb bezahlen. Sie denken nicht daran, dass es sogar teurer sein kann, sieben Kinder großzuziehen, als extra Arbeitern Gehalt zu bezahlen. In ihren Augen sind ihre Kinder ihre Altersvorsorge. Alle wollen viele Kinder haben, obwohl sie manchmal selbst kein Geld haben, sich selbst zu ernähren. Von was sollten ihre Kinder denn leben?

In Indien gibt es viele Missstände und Helfer aus Indien und von der ganzen Welt versuchen den Menschen zu erklären, dass sie nur ein oder zwei Kinder haben sollten. Die Regierung versucht auf viele verschiedene Weisen die Geburtenrate zu verringern. Sie haben Millionen von Rupien ausgegeben, um den Menschen Familienplanung beizubringen und sie bezahlen jeden, der sich sterilisieren lässt.

Das alles hat einen Grund: wenn die Bevölkerung Indiens weiter so wächst, wird die Armut im Land überhand nehmen. Es gibt jetzt schon nicht genug Schulen im Land, es gibt nicht genug Ärzte und so viele Menschen leben und sterben in Situationen extrem schlechter Hygiene, ganz einfach weil sie nicht genug Platz zum Leben haben.

Wenn es also eine Sünde ist, Verhütungsmittel wie Kondome zu benutzen, wird Indien einfach weiter wachsen. Gebildeten Menschen erscheint die Vorstellung, keine Verhütungsmittel zu benutzen altmodisch, zurückgeblieben und einfach nur verantwortungslos. Die Antwort des Heiligen Vaters hierauf wäre wahrscheinlich wieder einmal das Zölibat. Habe einfach keinen Sex, wenn du keine Kinder haben willst. Wie soll man Menschen die Enthaltsamkeit lehren, wenn man Schwierigkeiten hat, ihnen das Alphabet beizubringen? Ist es wirklich eine Sünde, in diesem Land Kondome zu verwenden? Würde der Papst eine Ausnahme machen und indischen Christen erlauben zu verhüten? Oder ist Indien einfach kein Ort für Katholiken?

Papst erlaubt Kondome um Verbreitung von AIDS zu verhindern – 22 Nov 10

Seit den Kindermissbrauch-Skandalen und den Sex Skandalen der katholischen Kirche, die in den letzten Jahren entdeckt wurden, hat die Welt auf eine Reaktion von Papst Benedikt XVI gewartet. Irgendetwas. Eine Entschuldigung, ein Aufruf zur Handlung dagegen, einfach nur irgendeine Reaktion! Aber nein, selbst bei seiner Osteransprache an die Welt schien es, als wäre dieses Thema nicht wichtig genug, als dass es den Heiligen Vater interessieren könnte. Nächste Woche jedoch kann die Welt endlich lesen, wie überrascht er von den Skandalen war…besser spät als nie?

Nächste Woche veröffentlicht der Vatikan ein Buch, das das erste Interview zur Grundlage hat, das jemals ein Papst auf diese Weise gegeben hat und wir alle können uns auf einige interessante Aussagen freuen. Eine der überraschendsten davon ist, dass er endlich akzeptiert, dass Kondome eine gute Sache sein könnten!

Naja, genau so hat er das nicht gesagt. Er hat sich nur ein klein bisschen von der konservativen Meinung wegbewegt, die den Gebrauch von Kondomen grundsätzlich verurteilt: „In bestimmten Fällen, wenn die Absicht ist, das Risiko einer Infektion zu reduzieren, kann es jedoch ein erster Schritt auf dem Weg zu einem anderen, menschlicheren Umgang mit Sexualität sein.“ Er mach gleich klar, dass man Kondome zwar benutzen darf, um das Ausbreiten von AIDS zu verhindern, es jedoch nicht der ‚richtige Weg‘ ist, mit HIV umzugehen und dass man keine Verhütungsmittel gebrauchen sollte, wenn man verheiratet ist und man selbst und sein Partner nicht an AIDS erkrankt sind.

Er erlaubt eigentlich nur, dass Männer Kondome benutzen dürfen, wenn sie wissen, dass sie HIV positiv sind, so dass sie nicht noch eine weitere Person anstecken. Er führt ein Beispiel an: ”Es mag individuelle, gerechtfertigte Fälle geben, zum Beispiel wenn ein männlicher Prostituierter ein Kondom benutzt, in denen das… ein erstes bisschen Verantwortungsgefühl ist, um wieder deutlich zu machen, dass nicht alles erlaubt ist und dass man nicht alles machen kann, was man will.“ Er rückt nicht ab von seinem Standpunkt, dass man keine geburtskontrollierenden Maßnahmen verwenden sollte oder dass man vor der Ehe keinen Sex haben sollte – Gott verhüte! Nein, das nicht, doch es scheint, dass der Pontiff nach jahrzehntelangen Protesten, Debatten und Diskussionen endlich erkannt hat, dass selbst die katholische Kirche nicht so rückständig sein kann zu glauben, es sei besser, eine andere Person mit einem tödlichen Virus zu infizieren als ein Kondom zu benutzen! Viele Kardinäle, Bischöfe und Priester, die offensichtlich mehr in der Realität leben, sind bereits der Meinung, dass Verhütungsmittel vielleicht sogar eine gute Idee sein könnten und vielleicht besser als die Lösung des Papstes, der immer noch Abstinenz vorschlägt. 

Trotzdem denke ich, dass wir seiner Heiligkeit danken sollten, dass er allen mit HIV infizierten Männern erlaubt hat, beim Sex mit ihren Frauen Kondome zu verwenden und dass nun auch männliche Prostituierte in ihrem Beruf Kondome tragen dürfen. Sollte er jemals selbst die Freuden des Geschlechtsverkehrs erleben darf, finde ich, er sollte es ohne ein Kondom versuchen, damit er einmal das volle Vergnügen hat.

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Toiletten für Indien und Orte zum Teilen für den Westen – 5 Sep 09

Als wir gestern miteinander sprachen, sagte ich auch, dass ich niemandem sage, wie er mit seinem Gott in Kontakt treten sollte. Viele Menschen sagen ihre Gebete bei Ritualen, wenn sie in einem Tempel oder einer Kirche sind oder sie beten nur, wenn sie eine Mala haben. Ich sage nicht, dass das Beten mit einer Mala falsch ist, aber ich sage, dass es nicht der einzige Weg ist. Du brauchst keine Mala, um zu beten. Und du brauchst keine Kirche, um mit Gott in Kontakt zu treten.

Mein Gott ist einfach nur Liebe. Keine Figur oder Person ist dafür nötig. Es ist egal, ob du Er oder Sie sagst. Es ist einfach nur Liebe. Ich sage nicht, dass du nicht in eine Kirche oder einen Tempel gehen solltest, um zu beten. Aber ich sage, dass du nicht dorthin gehen musst, wenn du beten willst. Darum ist das Erbauen von Tempeln in meinen Augen nicht sehr notwendig. Wenn du mich nach dem Errichten von Tempeln in Indien fragst, würde ich sagen, bitte baue stattdessen Toiletten. Das wäre gut, viele Leute haben diesen Luxus nicht und es wäre auch noch gut für die Umwelt.

Und wenn du mich hier im Westen fragst, würde ich sagen, mache lieber Orte, an denen junge Menschen zusammenkommen können und ihre Emotionen teilen können. Das fehlt ihnen nämlich wirklich. Sie können nicht teilen und sich ausdrücken und das bringt im Leben viele Komplikationen und bringt sie in Situationen, in denen ihre unterdrückten Gefühle einfach explodieren. Ich denke, die heutige Jugend würde lieber an einen solchen Ort gehen, als in eine Kirche oder in einen Tempel, weil sie an diesen Ort nicht zur Verehrung sondern zum Teilen kommen würden. Ich glaube das wird heute gebraucht und darum glaube ich, dass es nicht nötig ist, Kirchen und Tempel zu bauen.

Und das ist auch das Ziel meines Lebens: Ich möchte um uns diese Art von Atmosphäre und Aura erschaffen, in der sich die Menschen wohlfühlen und fühlen, dass sie zu mir kommen können. Dann sind sie nicht wie Anhänger, die vom Meister weit entfernt bleiben. Dann können sie Freunde sein und Liebe teilen.

Kirchensteuer und anderer Druck von Kirche und Religionen – 6 Jun 08

Gestern hat Ramona einen Brief von der Kirche bekommen, in dem sie darum gebeten wurde, Kirchgeld zu zahlen. Ich war darüber wirklich sehr überrascht, weil ich noch nie gehört hatte, dass man etwas zahlen muss. Dann sagte sie mir, dass dies eine Bitte um eine Zahlung ist und dass es auch Kirchensteuer gibt, die zu zahlen man verpflichtet ist. Sie sagte, sie wolle austreten und sogar dafür muss man 31 Euro zahlen!

Seitdem frage ich mich wirklich, warum das denn notwendig ist. Sie zeugte mir den Brief, den sie bekommen hatte. Da stand geschrieben, wie viel Geld man geben muss: 9% der Einkommenssteuer. Und es ist verpflichtend, wenn du das nicht tust, gehen sie auch vor Gericht. Ich finde, dass wenn man die Kirche, einen Tempel oder eine Moschee unterstützen möchte, so sollte es freiwillig sein. Warum zwingen sie Menschen, zu zahlen?

Ich habe gehört, dass Kirchen heutzutage fast leer sind. Ich glaube, dass der Druck, der geschaffen wird, dazu beiträgt, dass die Menschen sich von der Kirche abwenden. Ich bin nicht gegen irgendeine Religion oder gegen die Kirche eingestellt. Ich möchte bloß sagen, wie die Menschen den Druck spüren und ihren Glauben verlieren.

Indien ist ein sehr spirituelles Land und die Menschen dort sind sehr gottesbewusst. Sie lieben es, in den Tempel zu gehen und geben Spenden, weil sie gerne an religiösen Aktivitäten teilnehmen. Man ist auch kein ‚Mitglied’ im Hinduismus, wie man es in der Kirchengemeinde ist. Das heißt, dass du Hindu bist, wenn du glaubst. Du musst nichts zahlen, wenn du nicht daran glaubst. Hier sind auch viele Menschen Christen, obwohl sie nicht an die Kirche glauben und keine ‚Mitglieder’ sind.

Und mir wurde erzählt, dass viele Menschen älterer Generationen nicht aus ihrem Glauben zur Kirche gehen. Sie gehen, denn wenn sie es nicht tun, reden die Nachbarn schlecht oder der Priester könnte meinen, sie wären nicht religiös. Doch der Grund zur Kirche zu gehen, sollte sein, dass man es genießt. Hier findet auch wieder eine Menge Schauspiel statt. Sei einfach du natürlich und so, wie du bist. Das habe ich auch heute Abend im Darshan wieder gesagt: Sei du selbst!