Spontan-Auftritt von unserem Tanz-Star Apra – 9 Nov 15

Einmal im Jahr gibt es in unserer Stadt ein Fest, dessen Organisation begann, als ich noch ein Teenager war. Es heißt ‚Bal Mela‘ und Schulen aus der ganzen Stadt nehmen dort an Kunstwettbewerben teil, führen Tänze und Theaterstücke auf und tragen noch auf andere Weise zu einer schönen Show bei.

Als ich noch zur Schule ging, nahmen wir auch teil und ich erinnere mich daran, dass ich mehrere Male auf dieser Bühne Vorführungen hatte. Jugendliche wurden dazu ermutigt, an der Seite des Feldes Stände aufzubauen. In einem Jahr verkaufte ich Chai und Snacks, die meine Mutter daheim zubereitet hatte. Ein anderes Mal hatte ich meine Kamera dabei, machte gegen einen Vorschuss Bilder von Besuchern und verkaufte sie. Sobald sie entwickelt waren, brachte ich sie zu ihnen nach Hause.

Wie bereits erwähnt, ist unsere Freundin Melanie aus Frankreich auch hier im Ashram und ist nun für längere Zeit hier. An den Abenden trägt sie zur Unterhaltung unserer Gäste bei, indem sie ihren Feuertanz vorführt, mit brennenden Poi, die sie in eleganten Kreisen um sich herumschwingt. Es ist spektakulär zu beobachten und in dem Wissen, dass die Bal Mela bald stattfinden würde, sprach Purnendu mit einem seiner Freunde, der diese Veranstaltung organisierte. Wäre das nicht ein großartiger Beginn für das Abendprogramm?

Zusätzlich haben wir unsere Gruppe hier und wollten ihnen auch ein bisschen mehr von unserer Stadt zeigen! Also nahm Purnendu sie alle mit zu dem Fest – Melanie, unsere Gäste und natürlich die Ashram-Kinder mit Apra.

Sobald sie da waren, hatten alle eine tolle Zeit! Wie üblich in Indien begann das Tanzprogramm viel später als geplant und angekündigt, aber das Publikum wurde für seine Geduld belohnt, als Melanie auf der großen Bühne ihren beeindruckenden Feuertanz begann. Als Apra das sah, wollte sie sofort auch auf die Bühne kommen und etwas vorführen!

Spontan sprach Purnendu noch einmal mit seinem Freund und bald war es soweit: der Moderator kündigte unsere kleine Tänzerin an! Sie kam auf die Bühne und tanzte zu einem ihrer Lieblingslieder, für welches sie bereits im Sommer einen Tanz gelernt hatte. Sie bekam tosenden Applaus und kam stolz mit einer Medaille und einer Tasse nach Hause, die sie als Preis für ihre Teilnahme gewonnen hat!

Bevor sie gingen, baten die Organisatoren all unsere Gäste, auch auf die Bühne zu kommen. Wir hatten noch diesen Morgen am Frühstückstisch jede Menge Spaß, als sie erzählten, wie sie alle als Ehrengäste der Veranstaltung auf die Bühne kamen!

Ach ja, und so sitzen wir nun hier, zwei stolze Eltern, die nicht anders können, als ihre Tochter zu bewundern, die sich vor ein Publikum von Hunderten Fremden stellt, einen Tanz ohne vorherige Vorbereitung für diesen Anlass tanzt und das in der Kleidung, die ihre Mutter ihr vor der Abfahrt noch schnell angezogen hatte! Sie hatte großen Spaß und ich sage stolz, dass sie ganz meine Tochter ist, die Tochter eines Bühnenmenschen, der ich ja auch schon im jungen Alter war.

Unsere kleine, energetische Perfektionistin Apra – 18 Nov 14

Es ist schon länger her, dass ich das letzte Mal von Apra erzählt habe und als ich heute mir ihr spielte, hatte ich das Gefühl, dass mal wieder ein Blogeintrag fällig wäre. Es macht mir genauso viel Spaß, über sie zu schreiben, wie daran zu denken, dass es euch Freude macht, von ihr zu lesen und mir vorzustellen, wie sie in ein paar Jahren all diese Blogeinträge lesen wird!

Ich habe euch von der Woche erzählt, die Apras deutsche Familie mit uns hier im Ashram verbracht hat. Es war eine tolle Zeit für sie, voller Spiele, gemeinsamer Zeit, mit vielen deutschen Gesprächspartnern, neuen Geschichten und Abenteuer-Ausflügen.

Ihr Großvater merkte auch, wie energetisch Apra ist! Sie macht nun normalerweise keinen Mittagsschlaf mehr, mit gelegentlichen Ausnahmen, wenn sie mittags wie durch ein Wunder müde wird. Normalerweise jedoch ist sie den ganzen Tag fit wie ein Turnschuh! Sie rennt, springt, spielt und vor allem redet sie den ganzen Tag lang. Der Vorteil hiervon ist, dass sie recht früh am Abend einschläft – also etwa um neun Uhr – und dann die ganze Nacht bis ungefähr acht Uhr früh durchschläft. Sie ist in der Nacht nie oft aufgewacht, aber es passierte öfter, dass sie abends lange nicht einschlief.

Unsere Kleine ist eine richtige Quasselstrippe. Wir witzeln manchmal, dass das ja auch kein Wunder ist: schließlich ist das Reden der Beruf ihres Vaters! Apra hat schon früh mit dem Sprechen begonnen und meine Mutter hat immer gesagt, sie würde sie dazu bringen, ganz viel zu quatschen. Ammaji hatte nur elf Monate mit ihr, aber sie hat es geschafft: es gibt kaum eine Minute, die Apra in Stille verbringt! Sie erzählt jetzt so große Geschichten in Hindi und Deutsch, dass wir als Eltern gar nicht anders können, als super stolz zu sein!

Natürlich verwendet sie ihre Sprache und Stimme auch darauf, uns und die Leute um sie herum davon zu überzeugen, dass die Dinge so ablaufen sollten, wie sie es will. Es ist nicht immer leicht, die Grenzen zu setzen, wenn dieses kleine Mädchen vor dir steht und argumentiert, Kompromisse vorschlägt und dich flehentlich bittet. Es ist aber notwendig, um sie davon abzuhalten, rumzuschreien und in Trotzanfälle auszubrechen. Ich nehme an, dass das einfach zum Eltern-sein gehört, aber es ist auch schön, da hin und wieder auch Erfolge zu sehen!

Was sie bei uns versucht, macht sie natürlich auch mit ihren Freunden beim Spielen. Mit dem ganzen Lachen, Schreien, Rufen und einfach viel zu lautem Reden schafft sie es oft, dass sie bis zum Abend heißer ist!

Apra ist auch ein halbdeutscher Perfektionist. Kleine Dinge müssen immer so sein ‚wie sie sein sollten‘, damit sie zufrieden ist, egal ob das nun ihr Klettverschluss ist, der genau passen muss oder ihre Farbstifte, die alle mit der Spitze in eine Richtung sortiert sein müssen. Als sie heute mit einem der Jungs im Ashram redete, dem vierjährigen Sohn einer Mitarbeiterin, gab es eine Kleinigkeit, die sie richtig nervte. Sie wollte ihm beibringen, wie man ihren Namen richtig ausspricht: ‘A-p-r-a!’ sagte sie ihm immer wieder. ‚Apla‘, antwortete er. So ging es hin und her und Apra wurde immer ungeduldiger, bis sie schließlich aufgab und wütend sagte ‚Du bist zu klein, du kannst ja noch gar nicht richtig sprechen!‘

Sie erinnert uns täglich an die Tatsache, dass wir schon ein ganz großes Mädchen haben – aber dass wir auch noch viele Jahre der Freude vor uns haben, in denen wir unsere kleine, willensstarke Madame großziehen dürfen! 🙂

Falscher Stolz lässt Eltern den Schaden häuslicher Gewalt nicht erkennen – 10 Mär 14

Letzte Woche habe ich viel darüber geschrieben, dass Leute ihre Kinder schlagen. Ich habe Tipps gegeben, wie man seine Kinder auf liebevolle, gewaltfreie Weise großzeiht, während man gleichzeitig Grenzen setzt. Dabei habe ich auch meine Hoffnung ausgedrückt, dass das einigen Leuten helfen wird, diesen gewaltfreien Weg zu gehen, von dem ich weiß, dass er richtig ist. Ich weiß jedoch, dass es in Indien noch dauern wird, bis man sagen kann, dass die meisten Kinder daheim nicht geschlagen werden. Warum? Wegen dem Stolz, den die Leute dafür verspüren, dass sie als Kind geschlagen wurden und dass sie ihre eigenen Kinder schlagen.

Was denen, die in Ländern mit sehr geringer häuslicher Gewalt aufgewachsen sind, unvorstellbar erscheinen mag, ist normal für Eltern hier: man ist stolz darauf, dass man als Kind Gewalt am eigenen Körper erfahren hat. Sie erzählen mit einem Lachen und Strahlen im Gesicht, wie grausam ihr Vater war, wie sehr sie seinen Gürtel, seinen Stecken oder was auch immer er zum Schlagen hergenommen hat, gehasst haben. Sie erinnern sich an ihre Mutter und sagen ‚Sie war eine robuste Frau mit einer harten Hand. Ich spüre jetzt noch, wie meine Backe brennt!‘ – und dann lächeln sie.

Sie glauben wirklich, dass es sie zu besseren Menschen gemacht hat. Sie glauben ernsthaft, dass sie nur so toll sind, wie sie sich selbst jetzt empfinden, weil ihre Eltern so grausam waren. Je mehr sie geschlagen wurden, desto mehr erzählen sie davon, desto besser fühlen sie sich. Die Folge ist natürlich, dass sie auch ihre Kinder schlagen. Und sie sind stolz darauf, denn je mehr sie schlagen, desto bessere Menschen werden ihre Kinder sein, glauben sie.

Eine unserer Angestellten erzählte einmal voller Stolz, wie sehr sie ihre Kinder schlägt und dass sie vor ihr mehr Angst haben als vor ihrem Vater – bis sie hörte, dass wir diese Gewalt nicht gutheißen! Dieser dumme Gedanke, dass Schläge das Beste sein könnten, was man seinem Kind je geben kann, ist, was diese Kinder leiden lässt.

Es ist auch keine Frage der Bildung: es ist egal, wie viele Uni-Abschlüsse jemand hat, er kann trotzdem dieser Meinung sein und dann würde ich sagen, dass sich sein Verstand noch nicht so weit entwickelt hat, egal, wie oft er von gewaltfreier Erziehung gelesen hat. So jemand besteht dann stur darauf, dass seine Eltern es richtig machten, als sie ihn schlugen. Das größte Problem ist da, dass die Leute nicht akzeptieren wollen, dass ihre Eltern falsch lagen. Sie zögern, eine alte – und veraltete – Methode zu verwerfen, weil sie einfach an allem hängen, das alt ist und aus der Vergangenheit stammt. Genauso, wie die Leute zuerst nicht wahrhaben wollten, dass die Erde nicht flach ist, sondern rund…

Du kannst nicht sagen, dass deine Vorfahren alle falsch lagen und sagst deshalb ‚Sie haben mich geschlagen und ich bin schließlich gut geraten!‘ Dem muss ich widersprechen. Du bist nicht gut geraten. Es hat jede Menge psychologische Folgen, denen du dir nur nicht bewusst bist: Angst, Unsicherheit, Probleme mit Respekt und vor allem die Bereitschaft zur Gewalt.

Wenn du mit der Gewalt fortfährst, haben deine Kinder eines Tages die gleichen Probleme. Tu es nicht. Lass das Alte los und mach dich endlich bereit für etwas Neues! Vielleicht ist das zu Beginn schwierig, aber du kannst das! Verändere dein Leben und das Leben deiner Kinder!

Du dafst dich verlieben – aber nur innerhalb deiner Kaste oder Gemeinschaft – 18 Sep 11

Der Antrag der Frau hatte mich doch sehr überrascht und ins Denken gebracht. Sie war eine indische Frau, aber in London. Wie heiratet ein Paar dort? Ich war nicht wegen der Vorstellung einer arrangierten Ehe überrascht, das war ich von Indien gewöhnt. Aber wie funktionierte das hier in London? Ich dachte, dass die Menschen im Westen selbst wählten, wen sie heiraten wollen, wenn sie sich verliebt haben. Ist das so normal? Jemand macht auf diese Weise einen Antrag und dann wird geheiratet?

Ich war nun schon das zweite Jahr in Europa. Ich habe viele Menschen getroffen und hatte schon einige Verbindungen in London, aber es war immer noch eine ganz neue Welt für mich. Londons Inder, weiße Leute, Kommentare von Indern über Europäer, das alles gehörte noch zu meinen neuen Eindrücken. Einer dieser Eindrücke war, dass die Inder in London alle sehr stolz auf ihre Kultur sind. Ich hatte die Häuser vieler Leute besucht und habe mit meinem Interesse und dem Wunsch, mehr über sie zu erfahren, viele Dinge erlebt, die mich ihr Verhalten und ihre Lebensweise besser verstehen ließen. Das ist noch nicht so lange her, 2002, und ich glaube nicht, dass sich bis heute da viel verändert hat.

Dieser Stolz, den ich sehr früh erlebt habe und als stark empfunden habe, erstreckte sich natürlich auch auf Beziehungsfragen und Eheschließungen. Das waren indische Familien und in der indischen Kultur ihrer Eltern und Vorfahren ist es normal, die Ehen der Kinder zu arrangieren. Sie leben jedoch in London, einer Stadt in einem westlichen Land mit einer völlig anderen Kultur, in der die Menschen sich ihren Partner selbst aussuchen. Ich habe erfahren, dass es da eine Art Mittelweg gibt. Diese Eltern wollen vielleicht ihre Kultur bewarhen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie auch offen dafür sind, sich dem moderneren, westlicheren Lebensstil etwas anzupassen.

Sie geben ihren Kindern sehr wohl die Möglichkeit einer Liebesheirat und das geschieht auch und nicht nur selten, sogar recht oft. Es gibt jedoch ein Kriterium, dass die Eltern ihren Kindern vorschreiben: finde jemanden der gleichen Kaste. Wenn das absolut nicht möglich ist, finde wenigstens jemanden aus der indischen Gemeinschaft. Heirate keinen Westler, bleibe in der Gemeinschaft, unter denen, die wir kennen, ihren Verwandten und Menschen mit dem gleichen kulturellen Hintergrund.

So haben sie sich an die westliche Welt angepasst. Man darf sich verlieben, das ist okay. Man kann sich selbst einen Freund oder eine Freundin zum heiraten aussuchen, das ist auch okay. Aber es muss ein indischer Junge oder ein indisches Mädchen sein. Man hat einen bestimmten Freiraum und gleichzeitig Einschränkungen. Junge Inder nehmen die Möglichkeit wahr und so kommen Pärchen zustande. Ich hatte gedacht, im Westen sei alles frei, aber die Realität sieht anders aus. Du hast freie Wahl, aber halte dich an die Regeln!

Wenn jemand auf diese Weise aber niemanden findet, halten die Eltern es für ihre Verantwortung, ihr Kind zu verheiraten und so beginnt der Vorgang der Heiratsvermittlung. Sie erzählen zum Beispiel einigen Leuten, die sie kennen, dass ihr Sohn nach einer Frau sucht. Diese Leute erzählen es ihren Verwandten und Freunden oder kennen bereits jemand, der passen könnte. Ich habe viele Familien getroffen, die sogar nach Indien oder in andere Länder gegangen sind, in denen die indische Gemeinschaft groß ist, um einen passenden Partner zu finden. Wenn sie zum Beispiel eine Familie in Afrika ansprechen, die entfernt mit ihnen verwandt ist und dieser Familie sagen, dass sie ihren Sohn an die Tochter der Familie verheiraten möchten, freut sich die indische Familie in Afrika. Ihre Tochter wird in London leben, das ist jedermanns Traum! Die Hochzeit kann schnell arrangiert werden, sobald eine Entscheidung getroffen wurde. Man kann in Afrika die Hochzeit veranstalten und die Frau dann zurück nach Großbritannien mitbringen. Andersherum geht das natürlich auch. Ich sage euch, jeder ist mit dieser Situation zufrieden.

Die Sache ist die, dass ihnen diese Vorgehensweise noch ‘indischer’ erscheint. Sie ist traditioneller und in einer arrangierten Ehe in London kann man auf die Tatsache sehr stolz auf die Tatsache sein, dass man seine Wurzeln auf diese Weise bewahrt hat, selbst wenn es für die britischen Mitarbeiter und Freunde schwer zu verstehen ist.

Für Westler ist es einfacher, eine Liebesheirat zu verstehen, selbst wenn da die Bedingung besteht, dass der Partner Inder sein muss. Und viele Menschen finden auf diese Weise auch ihren Ehepartner. Ihre Eltern ermutigen sie dazu zu Veranstaltungen wie meinem Programm zu gehen oder auch zu größeren religiösen Veranstaltungen, um Gleichgesinnte gleichen Alters zu finden, die an Religion und der gleichen Kultur interessiert sind. Es ist genauso wie andere Menschen, die Kunst mögen und zu einer Museumseröffnung gehen in der Hoffnung, dort vielleicht jemanden zu treffen. Andere gehen in eine Disko, um dort jemanden zu treffen, der auch gerne tanzt. Deshalb hatte ich auch immer junge Leute in meinem Programm und erfuhr, dass viele hofften, dort einen passenden Partner für sich zu finden.

Fehler Gemacht? Kehre Um! – 28 Apr 09

In dem Feedback, das ich bekommen habe, hat die Frau über Menschen im Westen geschrieben, dass sie nicht umdrehen und sich ändern, sogar, wenn sie auf dem falschen Weg sind. Das geschieht aufgrund von Ego. Irgendwie dreht sich in dieser Kultur das Leben oft ums Ego. Menschen leben nicht für Glauben, Gefühle oder Liebe, sie leben für ihr Ego. Darum, wegen ihrem Ego, respektieren sie oft ihre Liebe, ihren Glauben und ihre Gefühle nicht. Wenn sie ihrem Ego folgen, können sie nicht umkehren, auch wenn sie in sich wissen, was die Wahrheit ist und dass sie auf dem falschen Weg sind. Sie werden von ihrem Ego gezwungen, ihm zu folgen.

Natürlich kann niemand Liebe, Gefühle und Glauben über Nacht ändern. Wenn sich das sehr schnell und nur oberflächlich ändert, dann war es nicht Gefühl, Glaube oder Liebe, sondern nur das Spielen einer Rolle. Wenn jemand eine Rolle spielt, sind sie definitiv nicht ehrlich. Es ist, als arbeiteten sie in einem Theater, schauspielern auf eine Weise, die sie wirklich nicht sind und spielen jemand anderen. Sie geben eines vor, haben in ihrem Herzen jedoch etwas anderes. Wirklicher Glaube, Gefühl und Liebe kann sich so nicht ändern.

Eine Rolle in einem Theater zu spielen ist in Ordnung, aber wenn du das im wahren Leben machst, kommst du eines Tages in Konflikt mit Menschen und deiner eigenen Wahrheit. So ist die westliche Kultur und deshalb leiden so viele Menschen und psychischen Problemen und dieser Art von geistiger Krankheit. Sie leiden ihr ganzes Leben lang, weil sie ihrer inneren Wahrheit, ihrem Glauben und ihrer Liebe nicht gefolgt sind, sondern ihrem Ego. Dann leben sie mit diesem Schuldgefühl, das sie noch mehr krank macht. Man kehrt nicht um, obwohl man weiß, dass es der falsche Weg war.

Ich glaube, dass wir alle menschlich sind und nicht Gott, nicht vollkommen sind. Der Mensch kann Fehler machen. Wenn du deinen Fehler akzeptierst und dein Ego zurücklässt, schafft es keine Schuldgefühle. Es macht viel mehr Schuldgefühle, wenn du deinen Fehler nicht einsiehst. Du weißt, dass es der falsche Weg ist und wegen deinem Ego gehst du ihn, aber es gibt dir Schuldgefühle.

Wenn du deinen Fehler akzeptierst und den richtigen Weg gehst, macht es dich ehrlicher und du kannst den Rest deines Lebens mit Stolz leben. Doch von dem, was ich in dieser Kultur gesehen habe, so geschieht es meistens nicht so.

Diese Person schrieb auch, dass Menschen Schwierigkeiten haben, umzukehren. Sie können ihre Felher wegen ihres Egos nicht akzeptieren und machen dann einen größeren Fehler, der das Leben noch komplizierter macht und mehr Schuldgefühle schafft. Dann leben und leiden sie die ganze Zeit, weil sie nicht bei der Wahrheit stehen konnten. 

Leider ist es manchmal sehr schwierig, die Situation zu ändern. Menschen sind nicht wirklich bereit, zu akzeptieren und in Ehrlichkeit zu leben. Der Mensch ist sozial, man ist miteinander verbunden und sind auf gegenseitige Heilfe angewiesen. Es ist das traurigste, wenn wegen dem Ego einer Person viele Menschen verletzt werden. Das geschieht, aber du kannst es nicht ändern, weil es nicht deiner Hand liegt.

Kompromisse mit der Ehrlichkeit? – 27 Apr 09

Ich habe noch einen Kommentar zu meinem Tagebucheintrag vom 23. April bekommen. Diese Person sagte über Kompromisse, dass jeder in dieser Welt Kompromisse eingehen kann, sonst kann man sich nicht treffen, sondern lebt im Nebeneinander. Ich respektiere und verstehe vollkommen, was sie damit meint, aber das ist nicht, was ich meinte, als ich sagte, dass ich keine Kompromisse wollte.

Wenn man das in Liebe tut, so ist es für mich kein Kompromiss, sondern Respekt für diese Liebe. Wenn du in Liebe bist, genießt du alles. Natürlich must man manche Dinge tun, aber wenn man in Respekt und Liebe ist, ist es für mich kein Kompromiss. Natürlich leben wir in dieser Welt und Gesellschaft und wir müssen mit den Menschen zusammenkommen. Wir müssen die Gefühle anderer respektieren.

Wenn ich sage, dass ich keine Kompromisse möchte, meine ich etwas anderes. Wenn du Kompromisse mit deinem Herzen, deinen Prinzipien und deinen Werten eingehst, mit denen du leben willst oder wenn du dich selbst und deine Werte verkaufst, dann gehst du einen Kompromiss mit deiner Ehrlichkeit ein. Wenn du das tust, ist es kein Kompromiss, dann wirst du dein ganzes Leben lang ein schlechtes Gewissen haben. Das ist, was ich über Ehrlichkeit sage. Es wird dir immer ein Schuldgefühl geben. Und so, wenn du keine Kompromisse machst und ehrlich bist, dann hast du vielleicht weniger materielle Dinge, aber du kannst mit Stolz leben und du wirst nichts bereuen. 

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Studiere, was dir Spaß macht, ohne Wettbewerb oder Druck – 27 Aug 08

Eine junge Frau war zu einer Heilsitzung da. Sie sagte: „Swami Ji, Ich fühle mich verloren. Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussieht, ich studiere, aber ich weiß nicht, wofür. Was habe ich davon, was wird daraus werden? Mein Studium gibt mir keine Sicherheit. Ich weiß nicht, was ich machen werde, wenn ich damit fertig bin. Ich weiß nicht, ob ich richtig gewählt habe. Manchmal habe ich den Gedanken, dass diese ganze Zeit, das Geld und die Energie dieser fünf Jahre Verschwendung war. Ich weiß meinen Weg nicht.“ Ich habe ihr gesagt, dass ich das in letzter Zeit sehr häufig von vielen jungen Menschen höre, die in der gleichen Situation sind. Sie studieren, haben aber Zweifel, ob es gut ist, was sie tun.

Warum ist das so? Viele von ihnen versuchen, die Besten zu sein, es gibt so viel Konkurrenz. Sie vergleichen sich selbst mit anderen und finden sich nicht gut genug. Es ist ein Minderwertigkeitskomplex und was auch immer sie tun, denken sie, es kann nicht gut sein, es kann nicht in Ordnung sein.

Das ist das eine. Aber natürlich hat die Gesellschaft und das Umfeld auch einen großen Einfluss auf diese Gefühle. Hier muss sich jeder selbst beweisen; jeder soll der Beste sein. Und so entwickeln sich diese Komplexe. Und dann finden sich manche in Studiengängen wieder, die sich nicht machen wollten, die nicht zu ihrem Wesen passen und die sie nur gewählt haben, um sich, ihren Eltern oder der Gesellschaft zu beweisen, dass sie gut sind und das erreichen und schaffen können.

Andere haben Studiengänge gewählt, die zu ihnen passen, aber sie fühlen, dass es in den Augen anderer nicht gut genug ist. In beiden Fällen kann man etwas ändern. Sei stolz auf dich! Du bist einzigartig und wenn du das weißt, wird die Welt es auch sehen. Mach bitte etwas, was dir Spaß macht. Genieße dein Leben! Es ist zu kurz, um es nicht zu genießen. Und du kannst darauf vertrauen, dass auch wenn du im Moment nicht weißt, wie das in deiner Zukunft aussehen soll, wenn du aufhörst, dir Sorgen zu machen, wird im richtigen Moment das richtige für dich da sein.

Wir haben diesen Tag genossen. Ann und Chris, die aus Irland zu Besuch sind, haben den Nachmittag mit uns verbracht und Eleonora kam mit Stella, ihrem neun Monate alten Baby. Vielleicht habt ihr die letzten Bilder von ihr im Tagebuch vom Februar gesehen. Sie ist so viel gewachsen. Es war ein schöner Nachmittag und am Abend hatte Yashendu eine Prem Meditation bei Sabine. Auf dem Rückweg haben sie Eis mitgebracht, das uns den Abend noch versüßt hat.

Ich habe auch mit Purnendu gesprochen, der gesagt hat, dass das Wasser immer weiter sinkt, was wirklich super ist!