Wie schädlich kann Hingabe sein? – 12 Sep 12

Gestern habe ich geschrieben, dass Religion den Geist manipuliert und dich dazu bringt, verrückte Dinge zu tun, die du nie tun würdest, wenn du bei rechtem Verstand wärst. Die Menschen geben viel Geld aus, gehen auf Pilgerfahrten und nehmen große Mühe auf sich, um sogenannte heilige Orte zu sehen und dann gibt es sogar die, die aus Religionsgründen zu Terroristen werden. Doch vielleicht ist es nicht wirklich die Religion, die diese Folgen hat, vielleicht ist es die Hingabe.

Was da der Unterschied ist, fragst du? Naja, ich glaube, dass Hingabe nicht unbedingt religiös sein muss.

Man kann sich selbst Gott, einer Religion, einem bestimmten Glauben und all den Regeln, die dazu gehören, hingeben, da stimme ich zu. Hingabe ist, wenn man seinen Gott nicht nur liebt, sondern ihm alles was man hat und ist widmet und sich selbst in seine Hände gibt. Das an sich mag niemandem schaden – aber wenn die Religion mit ihren religiösen Führern, widersprüchigem Rat in Schriften und veralteten Vorstellungen kommt, wie man leben sollte und wie andere leben sollten, kommt man in einen Bereich, in dem Hingabe gefährlich wird.

Ich habe Erfahrungsberichte von Frauen gelesen, die ihren Gurus vollkommene Hingabe entgegenbrachten und dadurch ausgenutzt, gedemütigt und sogar sexuell missbraucht wurden. Weil sie glaubten, dass ihr Guru Gott, göttlich und derjenige ist, dem sie folgen müssen. Sie haben getan, was auch immer er ihnen sagte. Und sie bereuten es, sobald es mit ihrer Hingabe vorbei war.

Diese Gefahr besteht mit der Hingabe nicht nur, wenn es um religiöse Dinge geht. Seht euch nur jemanden an, der sich selbst dem Alkohol hingibt. Er wird süchtig und vergisst jegliche Logik und seinen Verstand. Er schadet erst sich selbst und dann vielleicht auch noch die um ihn herum.

Wenn du da widersprichst und sagst, dass der Alkohol dich süchtig macht und verrücktes Verhalten auslöst, kann ich ein weiteres Beispiel geben: Menschen, die sich ihrer Arbeit hingeben sind nicht weniger betroffen. Jemand, der sich seiner Arbeit hingibt, denkt nur an seine Arbeit. Er hört den Ruf seines Körpers nicht, sich auszuruhen und eine ordentliche Mahlzeit zu sich zu nehmen. Er wird zum Workaholic, er verschmilzt vollständig mit seiner Arbeit – und schadet sich selbst und seiner Familie.

Das Einzige, dem man sich meiner Meinung nach hingeben sollte, ist Liebe. Gebe dich selbst der Positivität hin, in Liebe zu sein und Liebe zu verbreiten. Ich denke nicht, dass man da etwas falsch machen kann. Man braucht dazu jedoch keinen Mittelmann, keinen Meister oder Guru. Übe die Hingabe zur Liebe direkt und nicht durch eine bestimmte Person, von der du meinst, du musst zu lieben lernen.

Wie sieht es jedoch mit der Hingabe zum Partner aus? Ich glaube, dass diese Hingabe beidseitig sein muss. Ihr müsst euch beide einander hingeben, weil ihr in eurer Beziehung gleichwertig sein sollt. Wenn nur einer von euch sich dem anderen hingibt, ist einer der Meister und der andere der Anhänger. Der Anhänger wird immer niedriger und weniger wichtig sein, unfähig, Entscheidungen zu treffen. Der Meister jedoch hat so zu viel Verantwortung. Ein Partner hat so leicht das Gefühl, dass der andere zu sehr an ihm hängt, dass er zu demütig ist und selbst keine Persönlichkeit hat, sondern vollständig von ihm abhängig ist. Nein, eine Beziehung braucht Hingabe, doch diese muss beidseitig sein.

Nur dann, wenn du dich selbst in deiner Hingabe zur Liebe oder der beidseitigen Hingabe mit dem Partner verlierst, kannst du Verstand und Logik beibehalten. Du kannst verrückt werden in Liebe –dein Partner bewahrt dich vor jeglichem Schaden.

Wie die heimliche Manipulation der Religion dich verrückt macht – 11 Sep 12

Wir machen jeden Abend in unserem Ashram einen kleinen Spaziergang auf dem Weg vom Haus zum Tor. Mit Apra auf dem Arm laufen wir und halten manchmal am Tor an, um das Geschehen auf der Straße eine Weile lang zu beobachten. Apra liebt es zu beobachten, wie die Autos, Fahrräder und Motorräder vorbeifahren, die Menschen von der Arbeit nach Hause kommen oder die Pilger ihre Runden auf dem Parikrama Marg gehen, dem Pilgerweg um unsere Stadt. Pilger und viele Ortsansässige gehen diesen Weg täglich, barfuß und während sie Mantras rezitieren. Manche machen sogar etwas mehr: sie legen sich auf den Weg, stehen auf, gehen drei Schritte und legen sich wieder hin. So bringen sie die ganzen zehn Kilometer des Wegs hinter sich.

Vor ein paar Tagen standen wir dort und beobachteten den Verkehr wie üblich, als wir einen dieser Pilger sahen, wie er sich auf den Weg legte, dann aufstand, einen kleinen Tanz vollführte und sich wieder hinlegte, offensichtlich vollkommen verzückt in seiner Hingabe an Gott. Ramona drehte sich zu mir mit den Worten ‚Man wird ein bisschen verrückt, wenn man das macht, oder?‘ Nach einer kleinen Pause antwortete ich ‚Nein, man muss ein bisschen verrückt sein, um das du tun!‘

Bevor nun eine ganze Sturmflut hinduistischer Gläubiger zur Verteidigung dieser Tradition kommen und bevor einer meiner Freunde ausruft ‚Aber du hast das doch selbst auch gemacht!‘, lasst mich sagen, dass ich ja, den Parikrama selbst so gegangen bin und dass ja, meine Frau das auch weiß.

Ich weiß selbst, in welchem Geisteszustand ich mich damals befand, kurz, bevor ich in die Höhle gegangen bin. Vom heutigen Standpunkt, wenn ich den Mann treffen würde, der ich damals war, würde ich ihn wahrscheinlich selbst verrückt nennen.

Es ist einfach unglaublich, was religiöser Glaube und ein Glaube an Gott mit deinem Geist und Verstand machen. Da ist einfach nur so viel Hingabe und die Überzeugung, dass diese Art von Handlung nicht nur für dich gut ist, sondern für die Welt, so dass du nicht mehr logisch darüber nachdenkst. Wie sollte es denn deinem Gott helfen, wenn du zwei oder drei Tage auf der Straße verbringst, dich immer wieder hinlegst und wieder aufstehst und kaum vorwärts kommst? Sie nennen es Hingabe, aber ich würde es Manipulation nennen. Wenn Hingabe auf diese Ebene gelangt, macht sie dich blind. Du fühlst keinen Schmerz und denkst nicht nach, alles wird nur immer verrückter.

Während ich glaube, dass das ein bisschen verrückt ist, gibt es viel verrücktere Dinge, zu denen die Religion Menschen bringt. Es ist das gleiche Gefühl, die gleiche Manipulation durch Religion, wenn jemand glaubt, dass es gut ist, wenn er seinen letzten Pfennig bis zu einem bestimmten Tag ausgibt, an dem er meint, dass die Welt untergehen wird. Es ist die gleiche religiöse Manipulation, die jemanden dazu bringt, eine Bombe an den eigenen Körper anzulegen und sich selbst in einer vollen U-Bahn in die Luft zu sprengen und dabei sich und Dutzende weitere Menschen umzubringen. Oder ein Flugzeug zu entführen und es in einen Turm zu fliegen und damit in Tausenden Menschen Trauer zu verursachen.

Es ist verrückt. Es ist Religion. Einige der Auswirkungen sind weniger schädlich, einige sind es mehr. Man kann es tolerieren, wenn es niemandem schadet und auch ihm selbst nicht schadet. Nenne ihn ein bisschen verrückt. Aber am Ende ist es Religion, die den Geist zu diesem Akt der Hingabe bringt.

Warum brauchen wir eine Tragödie, um aufzuhören, an Gott zu glauben? – 23 Jul 12

Nach dem Hindu Kalender ist gerade der Monat ‘Sawan’ oder ‘Shraavan’, der Monsunmonat. Er wird als ein sehr heiliger Monat angesehen und im ganzen Monat machen die Menschen viele Rituale und Zeremonien. Es ist zum Beispiel Tradition, zum Fluss Ganges zu gehen, dort Wasser zu holen und es an einem Shiva Tempel darzubieten. So machen jedes Jahr Tausende Menschen eine große Pilgerreise zum Ganges und wieder zurück.

Letzte Woche habe ich in der Zeitung von einem Dorf im Bundesstaat Haryana gelesen, das mit dieser Tradition gebrochen hat. Sie hatten einen Shiva Tempel in ihrem Dorf und jedes Jahr fuhr ein ganzer Bus von dem Dorf zum Ganges und zurück. Vor zwei Jahren jedoch hatte dieser Bus einen Unfall. In dem Unfall kam der Bus auf dem Weg zurück vom Dorf von der Straße ab und alle 24 Dorfbewohner, die in dem Bus waren, starben. Das ganze Dorf beschloss, dass es keinen Got geben kann, der so etwas geschehen lässt. So viele Pilger sind gestorben und das mit heiligem Wasser in den Händen! Also schlossen sie ihren Shiva Tempel, hörten jegliche Verehrung auf und gehen auch auf keine Pilgerreisen mehr.

Es gibt mehr solche Geschichten von Menschen, die ihren Glauben an Gott durch tragische Ereignisse verloren. Jedes Jahr gibt es bei religiösen Veranstaltungen, Feiern und Feiertagen irgendwo einen Tempel oder Ort der Verehrung, an dem zu viele Menschen zusammenkommen und aus irgendeinem Grund anfangen zu rennen, einander zu schubsen, dann fallen einige zu Boden, andere rennen über sie drüber und es gibt eine Massenpanik. In solchen Menschenmengen sterben viele Leute und oft stirbt da auch der Glaube ihrer Verwandten.

Das sind alles große Ereignisse, die den Glauben vieler Menschen auf einmal vernichten, doch es gibt auch einzelne Unfälle, in denen nur ein paar Leute beginnen, an Gott zu zweifeln. Bei mir war es auch so. Als meine Schwester in einem Autounfall starb, war das ein Wendepunkt in meinem Leben, der mich von meinem Glauben an Religion abbrachte.

Doch warum müssen wir auf einen Unfall warten? Warum muss etwas schlimmes passieren, damit wir diese Veränderung machen?

Ich empfehle euch, die Tragödien anderer Menschen anzusehen, um zu verstehen, dass das Leben nicht vorraussehbar verläuft. Man kann keine astrologische Berechnung anstellen und den Todeszeitpunkt eines Menschen anhand eines Horoskops vorhersagen. Man kann nicht in die Zukunft blicken und man kann das Schicksal keines Menschen verändern, indem man ihm Horrorgeschichten darüber erzählt, wann genau er sterben wird.

Man kann sich auch nicht selbst retten, indem man an Gott glaubt. All diese Menschen, die in dem Bus waren, waren gottesfürchtige Pilger. All diejenigen, die in den großen Tempeln waren und von den Massen überrannt wurden, waren religiöse Menschen. Sie alle haben an Gott geglaubt.

Wenn man an Gott glaubt, bedeutet das nicht, dass man alles tun kann und nicht sterben wird. Man kann nicht betrunken Autofahren und denken, dass nichts geschieht, nur weil Gott bei einem ist.

Das erscheint manchem nun vielleicht wie eine negative, düstere Meinung, doch das ist es eigentlich nicht. Sobald man von diesem Glauben abkommt, merkt man, wie befreiend es ist, wenn man die Verantwortung für seine Taten und ihre Folgen selbst übernehmen kann.

Das Geschäft der Tempel – Mehr Gott für mehr Geld – 28 Mär 12

Online habe ich vor Kurzem Berichte über den Tirumala Venkateswara Tempel in der Nähe von Tirupati in Andhra Pradesh gelesen und dort mehr über den Tempel, die Gläubigen, die dorthin gehen und über die Korruption dort gelesen. Es scheint als geht da mehr vor sich, was normalerweise die Öffentlichkeit empören würde, aber dieser Tempel ist und bleibt Indiens reichster und wahrscheinlich bekanntester Tempel.

Täglich kommen etwa 65000 Pilger, um in den Tempel zu gehen und dort ‚Gott zu sehen‘. Das ist nur ein Durchschnitt, an den Wochenenden sind es bis zu 80000 Pilger und mehr als 100000 Pilger an religiösen Feiertagen. Diese Zahlen sind an sich schon unglaublich und natürlich glauben viele Menschen, dass es eine herausragende spirituelle Erfahrung sein muss, an einen Ort zu gehen, wo so viele Menschen Gott verehren. Um ehrlich zu sein glaube ich das nicht.

Zuallererst ist da die Tatsache, dass man mit riesigen Menschenmassen rechnen muss, egal wann man dorthin geht. Wo auch immer du hingehst sind Mesnchen und wenn du durch die Tore gehst und den Tempel betrittst, befindest du dich ganz sicher in der Mitte einer Menschenmenge, die sich weiterbewegt, so dass du dich mitbewegen musst, um nicht überrannt zu werden. Tempelarbeiter drücken die Menschen weiter und bewegen dadurch die Menge, so dass so viele Menschen wie möglich an einem Tag die Götterstatue sehen können.

Ihr könnt euch vorstellen, dass man mit so vielen Menschen im Tempel nicht wirklich die Zeit hat, sich hinzusetzen und in Frieden seine Gebete zu sprechen, während man sich die Götterstatue ansieht, die für einen selbst ja Gott darstellt. Nein – die geschätzte Zeit, die jeder Pilger hat, um die Statue Gottes zu betrachten ist 0,8 Millisekunden bis 1,5 Sekunden! Denkt ihr immer noch, dass das so eine besondere Erfahrung ist? Sind diese eineinhalb Sekunden wirklich all das wert, was ein Pilger vorher durchmachen muss?

Denn bevor man diese besondere Ehre hat, muss man einiges durchmachen! Die Schlangen vor dem Tempel sind so lang, dass es manchmal 15 bis 20 Stunden dauert, bis man in den Tempel kommt! Es gibt da jedoch einen Weg, wie man das auch schneller erreicht – zahle einfach ein bisschen mehr! Es werden unterschiedliche Eintrittskarten verkauft und die teureren sind für Schlangen, die sich schneller bewegen. Gott wird verkauft. Wenn du Geld hast, kannst du den Preis für die Schnellstraße zu Gott bezahlen.

Und wenn du noch etwas mehr hast, kannst du sogar die Abkürzung gehen! Man kann direkt hineingehen, wenn man einen VIP-Pass hat. Ja, das ist richtig, dieser Tempel stellt VIP-Pässe aus. Sie sind für Minister, andere Regierungsbeamte – und natürlich für jeden, der mehr als ein Crore Rupien spendet, also ungefähr 200000 US-Dollar. Es gibt morgens und abends eine bestimmte Zeitspanne, in denen Gott nur für VIPs da ist. Ein normaler Pilger muss warten, für ihn ist der Tempel in der Zeit geschlossen. Gott freut sich also offensichtlich mehr über Gläubige mit viel Geld – ihnen zeigt er sich schneller und länger. Tempel und religiöse Gebäude sind die Zentren des religiösen Geschäfts, wo religiöse menschen als Kühe gesehen werden, die mit Spenden und sogar mit Tickets für Geld gemolken werden.

Pilger müssen nicht nur längere Wartezeiten in Kauf nehmen, sie müssen sich auch mit der Korruption auseinandersetzen, die wohl in der Verwaltung des Tempels üblich ist. Um dein Eintrittsticket und Unterkunft zu bekommen, gibt es einen offiziellen Weg. Man kann es also selbst machen und von einem Büro zum anderen laufen. Man verbringt Stunden und hat vielleicht keinen Erfolg. Oder man nähert sich Gott schneller und nimmt die Hilfe eines Agenten in Anspruch, was natürlich in etwa doppelt so viel Geld kostet. Er hat sein Ticket vom gleichen Ort, aber er zahlt etwas mehr dafür und jetzt kommt sein Anteil natürlich auch noch dazu. Ist das Gottes Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder ist es einfach nur ein Weg, Pilger abzuzocken.

Um das noch einmal zusammen zu fassen: wenn du eine normale Person mit einem durchschnittlichen Einkommen bist, kannst du im Sommer 20 Stunden und länger in einer Menschenmenge warten und dann durch den Tempel gedrängt werden und vielleicht einen schnellen Blick auf die Götterstatue erhaschen. Wenn du ein VIP Politiker oder Beamter bist oder wenn du viel Geld spenden kannst, heißt Gott dich gleich willkommen. Ist Religion nicht ein großartiges Geschäft?

Ich habe auch schon zuvor über diesen Tempel geschrieben. Ich habe von ihrem Reichtum berichtet, über die großen Spenden geschrieben, die sie bekommen und ich habe auch andere Tempel erwähnt, in denen ähnliche Dinge vor sich gehen. Sie bekommen sehr hohe Spenden, haben tonnenweise Silber und Gold und ihre Priester und Angestellten sind oft sehr wohlhabend. Millionen Menschen gehen jeden Tag dorthin und denken, dass sie etwas Gutes für sich selbst, ihr Karma und die Welt tun. Was sie wirklich tun ist ein Beitrag an Korruption. Meinst du nicht, dass Gott sich mehr freuen würde, wenn man seine Zeit, sein Geld und seine Energie darauf verwenden würde, den Bedürftigen zu helfen und etwas für die Menschheit zu tun?

Hier sind die Artikel:

21-hour wait for fleeting darshan of the Lord at Tirumala

Is Lord Balaji temple at Tirumala only for VIPs?

Corruption is a way of life in Tirupati Tirumala Devasthanams

Sei vorsichtig – Falsche Ashrams in Indien können dich in Schwierigkeiten bringen – 25 Okt 11

Wie versprochen möchte ich euch noch etwas mehr über die Situation der Ashrams in Indien erklären und das besonders im Hinblick auf die Frage, wie viel es kosten sollte, in einem zu übernachten, wie hoch die Ausgaben wirklich sind und was ein Tourist oder Reisender erwarten kann, wenn er nach Indien kommt.

Wenn du als Pilger nach Indien kommst und einen Priester findest, der für dich religiöse Dienste, Zeremonien und mehr durchführt, kann es sein, dass dieser Mann gar kein echter Priester ist. Er könnte ein ehemaliger Büroangestellter sein, wie ich schon einmal erklärt habe, aber er könnte auch ein Verbrecher sein. Überrascht dich diese Aussage? Wenn ja, weißt du vielleicht noch nicht, wie einfach es für einen Mann auf der Flucht vor dem Gesetz ist, Sadhu zu werden. Dazu ist nur eine Veränderung des Outfits nötig und schon sieht er wie ein Sadhu, Priester oder Prediger aus. Die traditionelle Kleidung, das religiöse Make-up und lange Haare und Bart ist schon alles, was man braucht. Dazu kommt etwas spirituelles Verhalten, ein paar Malas, ein paar gemurmelte Gebete und schon hast du einen neuen Sadhu oder Priester. Es gibt natürlich auch wahre Sadhus, die sich vom weltlichen Leben vollständig zurückgezogen haben, aber diese Männer versuchen normalerweise nicht, Touristen dazu zu bringen, sie zu bezahlen. In der Verkleidung eines Sadhus werden sie jedoch von den Menschen um sie herum respektiert.

Das alles hängt auch mit dem Thema des Aufenthalts in Ashrams zusammen. Einige dieser Leute, Kriminelle in religiösem Outfit, haben ihre eigenen Tempel und Ashrams gebaut. Sie bauen alte Tempel in Gasthäuser um, sie nehmen illegal Gebäude in Besitz und machen sie zu ihrem Ashram oder Gasthaus und versuchen dann, Touristen und Besucher dazu zu bewegen, bei ihnen zu wohnen. Sie bekommen in ihren Tempeln Spenden und werden für die Räume bezahlt.

Während die örtliche Bevölkerung Vrindavans natürlich den Hintergrund dieser Männer kennt, wissen Touristen von außerhalb darüber nicht Bescheid und lassen sich leicht von den Götterstatuen in den Tempeln und dem religiösen Verhalten der Priester täuschen. Selbst wenn ein Sadhu vor ihren Augen Drogen raucht, denken sie ‚Naja, das ist nunmal Indien, hier ist das normal, Drogen zu nehmen, um in Trance zu kommen‘. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Sie können Kriminelle sein und mit solchen Menschen in Kontakt zu geraten, kann dir schaden.

Wenn diese Person sein Gasthaus, seinen Ashram oder seinen Tempel auf illegalem Grundbesitz errichtet hat, kannst du auch in Schwierigkeiten geraten. Solche Betrüger zahlen natürlich keine Steuern dafür, dass sie dieses Land haben oder ihr Geschäft dort betreiben. Sie haben keine eingetragene Wohltätigkeitsorganisation, der du deine Spende geben könntest. Sie haben noch nicht einmal dafür gezahlt, dass sie das Land besitzen, sie haben einfach nur begonnen, dort zu leben und es ihr eigenes Land genannt. Wenn du als Ausländer dort übernachtest, haben sie eigentlich keine Erlaubnis, Ausländer dort zu beherbergen und sie kümmern sich auch nicht darum, dich irgendwo zu melden, wie sie es nach dem Gesetz eigentlich tun sollten. Vielleicht zahlen sie noch nicht einmal für den Strom, den sie verbrauchen. Wenn also die Polizei dort eine Razzia durchführt und dich auf diesem Grundstück vorfindet, sieht, dass du dort wohnst und einem Verbrecher Geld gibst, verbringst du wahrscheinlich eine Zeit deines Urlaubs darauf, diese Situation zu erklären. Da könnten noch mehr Dinge vor sich gehen, von denen du nichts weißt. Es ist jede Menge unnötiger Ärger, auch wenn du selbst im Endeffekt ja keines Verbrechens schuldig bist.

Ich habe erlebt, wie Leute hier solche Erfahrungen erzählten und wir haben so von diesen Schwierigkeiten erfahren. Deswegen empfehle ich Touristen immer, an Orten zu übernachten, die einen guten Ruf haben. Ich will dir keine Angst einjagen, aber ich will auch nicht, dass du enthusiastisch und mit großer Freude nach Indien kommst und dann Schwierigkeiten bekommst. Wenn du nun meinst, dass es nicht leicht ist vorher zu wissen, ob ein Ort einen guten Ruf hat oder nicht, sieh dir einfach die offensichtlichen Zeichen an. Wie hast du diesen Ort gefunden? Natürlich ist eine Internetpräsenz schon einmal ein gutes Zeichen. Wie groß ist der Ort? Wird er von anderen besucht? Gibt es Empfehlungen? Eine weitere Frage ist, wie bist du dort hingekommen? Saß da ein Kerl am Chai-Laden an der Ecke, der dir sagte, dass du im Ashram seines Cousins übernachten könntest? Hat er dich durch kleine Straßen in eine Gasse gebracht, in der es kein einziges Schild eines Ashrams gab? Das ist kein Ort, an dem du übernachten solltest. Egal, wie freundlich dieser Kerl war, das bedeutet wahrscheinlich, dass dort kein offizieller Ashram und kein Gasthaus ist.

Meinst du nach dieser Erklärung wirklich noch, dass es es nicht wert ist, etwas Geld auszugeben, um an einem Ort zu übernachten, der wirklich ein Ashram ist und die gesetzliche Erlaubnis hat, dich dort unterzubringen? Jetzt verstehst du vielleicht, dass solche Orte niedrigere Ausgaben haben als wir, da sie keine offiziellen Steuern oder Gebühren zahlen müssen, keine Angestellten haben, um die sie sich kümmern müssen und natürlich meistens auch viel weniger Komfort bieten als unser Ashram. Wäre es dir nicht zumindest das wert, unsere Ausgaben zu decken, so dass du hier übernachten kannst anstatt in jener dunklen Gasse?

Arbeitslose Büroangestellte werden in Vrindavan zu Priestern – 17 Okt 11

Letzte Woche habe ich erklärt, warum Westler nach Indien kommen und nach Siddhis suchen sowie nach denjenigen, die Siddhis haben und ihnen eventuell zeigen können, wie sie selbst welche erreichen können. Es besteht Nachfrage nach solchen Menschen, andere bieten es an und so wächst die Anzahl der Gurus in diesem Geschäft täglich. Nicht jeder zeigt gleich seine falschen Siddhis mit Zaubertricks. Viele beginnen ihre Guru Karriere als einfache Priester und besonders in Vrindavan haben wir viele solche Priester.

Bei uns arbeitete einmal ein Mann an unserer Internetseite. Das war bevor wir uns selbst darum kümmerten, Seiten hochzuladen, Inhalt zu verändern und diesen Inhalt schön aussehen zu lassen. Er war derjenige, der das alles machen sollte, aber nach einer Weile bemerkten wir, dass er täglich mehr Zeit darauf verwendete, Filme herunterzuladen und anzusehen, als unsere Arbeit zu machen, weswegen eine notwendige Änderung auf der Internetseite immer recht lange dauerte. Wir mussten ihn feuern und fingen an, das alles selbst zu tun, worüber wir heute immer noch froh sind.

Vor einiger Zeit erfuhren wir, dass unser ehemaliger Angestellter nicht mehr daran arbeitete, die Internetseiten anderer Menschen zu verbessern, sondern seine eigene Internetseite gemacht hatte, auf sozialen Netzwerken sein Profil hochgestellt und ein anderes Geschäft begonnen hatte: er ist Priester geworden.

Online haben wir Bilder von ihm gesehen, spirituell gekleidet anstatt in dem Anzug, den er normalerweise anhatte, sein Haar länger und das Make-up einer religiösen Person im Gesicht. Für uns war es wirklich seltsam, dieses ‚heilige‘ Outfit zu sehen und seine Werbung zu lesen, wie er seine Tradition und Herkunft, so wie seinen Guru anpreist, wie er seine lebenslange Hingabe und religiöse Praxis beschreibt, sein Studium der Schriften, sowie seinen Dienst an Krishna.

Als er wieder einmal im Ashram vorbeikam, unterhielt ich mich ein bisschen mit ihm. Ich sagte ihm, dass ich von seinem neuen Beruf gehört hatte und fragte, wie er dazu kam. Er antwortete ‚Naja, irgendetwas muss man eben machen, um zu überleben!‘

Ihr seht also, auf diese Weise werden in dieser Stadt täglich dutzende Priester geboren. Sie versuchen eine Arbeitsstelle in dem Bereich zu bekommen, in dem sie etwas gelernt haben oder etwas Wissen haben. Wenn sie qualifiziert sind, kann es funktionieren. Wenn es nicht klappt, fangen sie oft an, als Priester zu arbeiten. Warum? Weil Vrindavan immer voller religiöser Pilger ist. Sie kommen für ihre Pilgerreisen aus ganz Indien und aus dem Ausland und machen hier in Vrindavan Halt, um am Fluss Yamuna Pooja abzuhalten, um in die alten Tempel Banke Bihari und Madan Mohan zu gehen und vielleicht auch einmal in den ISKCON Tempel zu gehen, um eine Sehenswürdigkeit zu betrachten. Und viele haben gerne etwas extra Programm und heuern einen Priester oder Prediger an, ihnen Geschichten aus den Schriften zu erzählen und mit ihnen in die religiösen Orte der Stadt zu besuchen.

Wer als Pilger nach Vrindavan kommt, kommt für sein gutes Karma. Die Zeremonien und das In-Anspruch-Nehmen der Dienste eines Predigers, um fromme Geschichten zu hören, oder Mantras und Kirtan zu singen, gehört zu dem Versuch, sein gutes Karma zu erhöhen. Jemand, der in Vrindavan geboren wurde und aufgewachsen ist, kennt normalerweise die bekanntesten Geschichten und lernt noch ein paar Punkte für einen Vortrag. So kann jeder Priester werden und junge Leute, die in Vrindavan ein Geschäft aufbauen wollen, entscheiden sich oft für diesen Beruf.

Ich will niemanden schlecht machen, nur weil er diesen Beruf ergriffen hat, weil es auch einfach nur ein Weg ist, das Überleben zu sichern. Sie arbeiten, um zu leben und das muss auch gewürdigt werden. Ich möchte gerne die Magie und das mystische, sowie diese Vorstellung der Heiligkeit beseitigen, in dem ich erkläre, wie sie bei diesem Beruf landen. Es ist ein Berufszweig wie jeder andere. Die Menschen lernen etwas, es gibt eine Nachfrage und sie machen auf dem Markt ihr Angebot. Sie sind nicht heilig und sie sind nicht gesegneter als du. Anstatt sie Prediger zu nennen, sollte man sie Entertainer nennen. Religiöses Make-Up und Outfit machen niemanden heilig. Vielleicht haben einige von ihnen vorher in einem Büro gearbeitet. Einige haben vielleicht wirklich ihr Leben der Religion gewidmet, aber nach diesen muss man wohl länger suchen.

Falle nicht auf die Illusion der Heiligkeit herein, sondern gehe tiefer.

Moderne Version religiöser Rituale – 13 Okt 10

Es ist gerade Navratri, ein Hindu Fest, das sich über neun Tage erstreckt. Hindus verehren die Göttin Durga in ganz Indien, aber in verschiedenen Gegenden Indiens wird das fest unterschiedlich gefeiert, mit unterschiedlichen Traditionen und Arten der Verehrung. Diese Verehrung beinhaltet Fasten, verschiedene Zeremonien, Rituale, Tanz und Musik.

Natürlich ist Vrindavan, als einer der beliebtesten Pilgerorte, auch völlig mit Feierlichkeiten beschäftigt und viele Menschen fasten über die neun Tage. Es gibt bestimmte Essenstypen, die Menschen in der Zeit nicht essen und Essen, das auf bestimmte Weise zubereitet wird und dann Fastenessen genannt wird. Leider tun sie es heute auf sehr moderne Weise: Fastenessen wurde zu Fast Food! Die ursprüngliche Idee war, dem Körper eine Pause zu geben, so dass er sich wieder leicht anfühlt. Heutzutage stellen Unternehmen so viele verschiedene Fastengerichte her und verkaufen sie wie Fast Food!

Ich sehe hier, wie Menschen manchmal seltsame Vorstellungen für diese neun-tägige Feier haben und für diese Zeit plötzlich religiös werden. Da gehen sie in Tempel, verehren und fasten. Normalerweise scheren sie sich nicht um Religion, sie essen sogar Huhn und anderes Fleisch, obwohl der Hinduismuss allgemein vegetarisches Essen anpreist. Doch für diese neun Tage fasten auch diese Menschen und essen Fastenessen, natürlich ohne Fleisch. Es ist egal, was sie das ganze Jahr durch gegessen haben, wenn sie es nur schaffen, für neun Tage zu fasten, wird die Göttin schon glücklich sein. Ja, ich sehe, das seind wirklich die religiösesten aller Menschen.

Es ist auch üblich und traditionell, dass man sich in diesen neun Tagen für einen bestimmten Tanz trifft, der ‚Garba‘ genannt wird. Normalerweise ist das ein Tanz, mit dem man in seiner Hingabe und Liebe zur Ekstase kommt. Heutzutage trinken die Leute gerne Alkohol bevor sie tanzen gehen und denken, sie haben so mehr Spaß. Wenn du sie fragst, ob Alkohol in der Fastenzeit nicht verboten ist, sagen sie, dass es sowieso nur Fruchtsaft ist, Wein, der aus Trauben gemacht wird! Es sei also nichts Falsches daran, während der Fastenzeit wäre Alkohol erlaubt.

Weitere Nachrichten sind, dass in dieser Zeit der Verkauf von Kondomen sehr stark angestiegen ist! Ihr könnt euch vorstellen, wie schön und religiös die Leute fasten und voller Hingabe, voller Liebe und voller Alkohol ihre Liebe verbreiten, aber zumindest geben sie darauf Acht, dabei keine sexuell übertragbaren Krankheiten zu verbreiten.

Ich glaube sowieso nicht an diese religiösen Feiern. Wenn du für deinen Körper etwas Gutes tun willst und beschließt, weniger oder nur Früchte zu essen, so macht das Sinn und ist gut. Wenn du feiern willst, brauchst du keinen Alkohol oder religiösen Grund dafür. Doch wenn du einer Tradition folgst, so behalte bitte ihren Wert bei.

Yamuna Überschwemmungen werden Schlimmer – 27 Sep 10

Die Situation der Überschwemmungen in Vrindavan wird immer schlimmer. Jetzt ist das Wasser in die Innenstadt eingedrungen und der Parikrama Marg, der Pilgerweg um die Stadt, kann schon seit einem Monat, seit das Wasser in den Straßen fließt, nicht mehr ganz gegangen werden. Hunderte von Häusern stehen im Wasser. In 150 Tempeln können keine Rituale und Verehrungen mehr abgehalten werden, da man nicht mehr bis zu den Altaren gelangt. Die Schulen Vrindavans sind auf Anweisung der Regierung geschlossen worden.

Viele Teile der Stadt haben keinen Strom mehr und die Telefonleitungen sind schon seit einer Weile tot. Die Wasserversorgung der ganzen Stadt ist unterbrochen, da die Wasserpumpe jetzt unter Wasser ist. Im Ashram war die Wasserversorgung auch vor vier Tagen ausgefallen und wir mussten Tanker mit Wasser für uns und die Nachbarn bestellen.

Glücklicherweise liegt der Ashram einige Meter höher, so dass das Wasser uns nicht erreichen konnte. Es ist noch 400 Meter von uns weg und wir sind froh, dass wir noch Strom und Internet haben, so dass ich euch in meinem Tagebuch über Veränderungen der Situation berichten kann.

Wir werden natürlich weiter helfen. Am Donnerstag veranstalten wir im Ashram einen weiteren Tag für medizinische Versorgung. Bei der letzten Untersuchung hat der Arzt festgestellt, dass einige unserer Kinder vielleicht Tuberkulose haben und er schlug vor, Ultraschalluntersuchungen durchzuführen. Am Donnerstag wissen wir es sicher und können mit der Behandlung der erkrankten Kinder beginnen.

Es scheint nicht richtig, euch immer wieder um Spenden zu bitten und ich denke, jeder stimmt zu, dass das Wasser der Yamuna Vrindavan jetzt lange genug überschwemmt hat, doch das ist die Natur und sie hat ihre eigenen Gesetze. Der September geht zu Ende und damit üblicherweise auch die Monsunzeit. Im Moment steigen die Wasserlevel noch, aber wir hoffen und halten die Daumen gedrückt, dass auch das bald aufhört. Im Moment brauchen die Menschen immer noch eure Unterstützung und euer Beitrag ist herzlich willkommen!

Noch einmal vielen Dank an alle, die bis heute gespendet haben. Ich möchte, dass ihr auch seht, was wir mit all eurer Unterstützung machen konnten und so aktualisieren wir unsere „Flut-Seite“ regelmäßig.

Wir fühlen uns dazu verpflichtet, den Opfern der Überschwemmung weiter unsere Hilfe zukommen zu lassen. Wir möchten euch bitten, weiter mit ihnen zu fühlen, an sie zu denken und eure Wünsche und Gebete zu schicken. Bitte schickt diese Nachricht an all diejenigen weiter, die davon noch nicht gehört haben und mehr über die Überschwemmungen in Vrindavan wissen wollen. Vielleicht möchten auch noch mehr eurer Freunde und Mitglieder eurer Familie dazu beitragen.

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Korruption führt zu Missbrauch von Spenden im Gefluteten Pakistan – 14 Sep 10

Wie ich gestern schon erwähnt habe, waren wir schon vorgewarnt, dass das Wasser wieder steigt und als wir heute an dem Ort ankam, war es schon höher als sogar letzte Woche. Der Parikrama, der Pilgerweg um Vrindavan, ist jetzt nicht mehr begehbar, weil Teile schon tief im Wasser sind. Viele Menschen, die täglich den Parikrama Weg gehen, müssen jetzt einen anderen Weg finden. Doch das Wasser steigt immer noch an und damit auch die Sorge derjenigen, die in der Gegend leben. Sanju, der jetzt im Ashram lebt, hat von seiner Mutter erfahren, dass ihr Haus auseinandergefallen ist. Es war eines der ersten, die im Wasser standen und ist natürlich jetzt bis unter das Dach mit Wasser gefüllt.

Jeder kennt die schlimme Situation in Pakistan. 20% des Landes ist überflutet und Millionen Menschen sind betroffen, viele von ihnen kämpfen ums Überleben. Von der ganzen Welt versuchen Menschen zu helfen und haben mit Spenden Unterstützung angeboten. Es ist großartig, dass es diese internationale Unterstützung gibt!

Doch heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass viele Regierungsbeamte, die beauftragt waren, den Flutopfern zu helfen, das nicht immer tun. Leider sind die Regierung und viele Regierungsanhänger dort sehr korrupt. Das Land hat Weizenmehl, Öl zum Kochen und andere Lebensmittel von der ganzen Welt gesandt bekommen, um denen, die am Verhungern sind, zu helfen. Diese Beamte wurden dabei ertappt, wie sie diese Lebensmittel an Ladenbesitzer verkauften! Die Geschäftsmänner waren natürlich froh, sie haben billige Ware bekommen und können sie zu hohen Preisen verkaufen, weil sie jetzt schwer zu bekommen ist. Die wahren Opfer, die, die alles verloren haben, bekommen also nicht die Hilfe, die eigentlich das Land erreicht. Wenn sie das mit den Nahrungsmitteln tun, kann ich mir nicht einmal vorstellen, was mit dem Geld geschieht! Üblicherweise werden Lebensmittel anstatt Geld geschickt, um sicherzustellen, dass kein Geld in die falschen Taschen wandert, doch dort ist nicht einmal das ein sicherer Weg die Opfer zu erreichen!

Es ist traurig, hiervon zu hören und zu wissen, dass manche Menschen die helfende Hand, die anderen hingestreckt wird, nur ausnutzen. Es gibt Menschen, die großzügig geben und sie wollen helfen, aber es kommt nicht an. Diejenigen, die die Lebensmittel dann ausnutzen, sind selber gar nicht wirklich betroffen. Sie sind reich und leben in guten Gegenden, wo kein Wasser hinkommt. Diejenigen, die es brauchen, sind arm und haben das verloren, was sie hatten.

Wenn ich das sehe, freue ich mich einfach nur, dass wir in der Lage sind, das zu tun, was wir tun. Ja, wir sind nur eine kleine Gruppe, aber aus diesem Grund können wir auch versprechen, dass wir all unsere Hilfe geben, soviel wir können. Für morgen haben wir wieder medizinische Verpflegung vorbereitet. Morgen werde ich mehr über dieses Projekt schreiben.

In den Bildern in unserem Album seht ihr, wie schlimm die Situation der Häuser ist.

Heute haben mein Freund Michael und seine Familie uns unterstützt, indem sie das Essen für Michaels Geburtstag gespendet haben. Wir alle wünschen ihm ein großartiges neues Jahr in seinem jungen Leben und alles Liebe!

Seht die Bilder des Mittagessens im Ashram




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Überschwemmung in Vrindavan an Krishnas Geburtstag – 1 Sep 10

Heute ist Janmashtami, Krishna’s Geburtstag, ein Tag, der besonders in dieser Gegend gefeiert wird, da Krishna hier geboren wurde. Viele Leute machen an diesem Tag Pilgerreisen nach Vrindavan, weshalb die Innenstadt voller Menschen ist. Der Parikrama Marg jedoch, der Pilgerweg um die Stadt ist heute für diesen festlichen Anlass ungewöhnlich leer. Es scheint, als würden viele Menschen den Weg nicht gehen, weil er an mehreren Stellen von Wasser überspült ist.

In den Hindu Schriften wird erwähnt, dass auch an dem Tag, an dem Krishna geboren wurde, die Yamuna über die Ufer getreten war. Es ist also die Zeit der Überschwemmungen und jeder hofft, dass das Wasser nach diesem Tag wieder abfließt, so dass die Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren können, damit beginnen können, aufzuräumen und Häuser zu reparieren und schließlich irgendwann wieder zum Alltag zurückkehren können.

Leider sieht es nicht aus, als würde die Situation sich bald verbessern. Monsunregen kann jederzeit kommen und nach einem kleinen Schauer gestern, goss der Regen heute mehr als eine Stunde lang in Strömen. Wir können uns nur vorstellen, wie es in den Kolonien nun aussieht. Die Dächer, die die ganze letzte Woche ihr Wohn- und Schlafzimmer waren, sind jetzt ganz sicher auch nass.

Ich möchte all denen danken, die auch heute gespendet haben und bitte jeden, auch Freunden und Familie von der Situation hier zu erzählen. Viele von euch waren schon einmal hier und ihr alle seht die Videos und Bilder und die sofortige Hilfe, die wir mit euren Spenden hier anbieten können. Sagt es weiter, so dass wir noch mehr Menschen helfen können!

Bilder von der Flut

 

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