Gegenteile ziehen sich an – warum also werden Ehen innerhalb der gleichen Unterkaste arrangiert? – 22 Okt 13

Gestern habe ich euch von den Vorteilen einer Beziehung mit jemandem erzählt, der einen völlig anderen Hintergrund hat, der aus einer anderen Kultur kommt und sogar eine andere Sprache spricht. All unsere Argumente weisen darauf hin, dass solche Unterschiede Grund für eine längere Beziehung sind. Seltsamerweise denken Leute hier in Indien beim Arrangieren von Ehen offensichtlich genau das Gegenteil: sie arrangieren eine Ehe zweier junger Menschen nicht nur aus der gleichen Kaste, aber sogar aus der gleichen Unterkaste. Natürlich nehmen sie an, dass der zukünftige Ehepartner ihres Kindes wohl ähnlich aufgewachsen ist und dass dies die Grundlage für den Erfolg der Ehe sein würde.

Der grundlegende Gedanke oder Wunsch dahinter mag ja verständlich sein. Wenn man seine Tochter an einen vollkommen Fremden verheiratet, so will man auch sicherstellen, dass sie ein Zuhause bekommt, das dem eigenen ähnlich ist, wo die Familie ähnlich denkt, wo sie die gleichen Gewohnheiten und die gleiche Kultur haben. Genauso würde man wollen, dass die neue Frau, die in die Familie einheiratet und dann auch mit im Haus lebt, die Rituale des Hauses schon so gut wie möglich kennt. Wenn man sich also sowieso für eine arrangierte Ehe für sein Kind entscheidet, ist das wahrscheinlich ein vernünftiger Gedanke.

Das Problem ist, dass diese Vorstellung auf einem kranken System beruht, das die Menschen in höhere und niedrigere Klassen unterteilt, das Kastensystem. Die Leute glauben nicht nur, dass andere Menschen der gleichen Kaste die gleiche Lebensweise haben wie sie selbst – sie glauben, dass Menschen aus niedrigen Kasten schmutzig sind, dass sie nicht so viel wert sind, wie sie selbst und dass ihr Sohn oder ihre Tochter mit jemandem aus einer solchen Kaste niemals glücklich sein könnte. Es ist also nicht nur der ehrbare Wunsch, das Kind möge ein gutes Leben mit einem verständnisvollen Partner haben, sondern ein Beweis der Abscheu gegenüber anderen menschlichen Wesen.

Dazu kommt, dass es noch nicht einmal wahr ist, dass alle Leute der gleichen Kaste gut miteinander auskommen, bei sich daheim die gleiche Kultur haben und einfach perfekt zueinander passen! Im Gegenteil, jede Einzelperson ist ein Individuum und in jeder Familie können sich mit individuellen Erfahrungen unterschiedliche Einstellungen entwickeln, die die Atmosphäre im Haus beeinflussen, den Charakter der Kinder beim Aufwachsen verändern und die wiederum aus diesen Kindern Individuen machen.

Wenn man erwartet, dass jemand genauso ist, wie man selbst, gibt man diesem frisch verheirateten Paar nicht einmal die Möglichkeit und die Freiheit, diese gesunde Beziehung zu entwickeln, die aus zwei verschiedenen Kulturen stammt. Man ist nicht offen für Veränderungen, intolerant gegenüber Dingen, die anders sind, selbst wenn das für seinen Sohn oder seine Tochter eine glücklichere und längere Beziehung bedeutet!

Also, liebe Mit-Inder, selbst wenn ihr das Argument nicht akzeptieren wollt, dass das Kastensystem unmenschlich ist und abgeschafft werden sollte, so hört doch wenigstens auf die Tatsache, dass eine gleiche Kaste keine Garantie dafür ist, dass deine Tochter oder dein Sohn eine glückliche, langlebige Beziehung haben. Denk zweimal nach, bevor du sie davon abhältst, diejenigen zu heiraten, die sie lieben, nur weil sie aus einer anderen Kaste kommen. Vielleicht haben sie jemanden gefunden, der deinem Herzen näher stehen kann, als du im ersten Moment erkennen kannst! Sei Neuem gegenüber offen und ich bin sicher, du wirst in einer ganz anderen Person wunderschöne neue Aspekte finden!

Seltsamerweise klappt die Kommunikation besser mit unterschiedlicher Kultur und Sprache – 21 Okt 13

Als unsere Freundin Sylvia im Ashram war, hatte Ramona eine Unterhaltung mit ihr, von der sie mir erzählte und die ich für recht interessant hielt. Es ging um Paare, die aus verschiedenen Ländern und Kulturen kommen, besonders, wenn sie auch unterschiedliche Sprachen sprechen. Sylvia hatte von einer Studie gelesen, in der es darum ging, dass solche Beziehungen länger hielten.

Da ich ein Teil eines solchen Paares bin, war das natürlich für mich auch interessant und wir unterhielten uns weiter über die Gründe, warum das Sinn machte und wahr sein könnte.

Das erste Argument könnte natürlich sein, dass Menschen, die sich in einer Beziehung mit jemandem befinden, der nicht aus ihrer normalen Umgebung stammt, anderen Menschen, Dingen und Gedanken, die nicht ‚normal‘ sind, offener gegenüberstehen. Sie mögen vielleicht das Abenteuer und lassen sich von neuen Dingen begeistern oder lehnen einfach nicht gleich alles ab, was anders ist sondern ziehen es zumindest einmal in Betracht. In einer Beziehung kann das viel bedeuten, weil beide Personen sich im Laufe der Jahre verändern. Es ist ganz natürlich, dass im Charakter des einen oder anderen neue Eigenschaften auftauchen und man muss eine gewisse Flexibilität und Offenheit mitbringen, damit die Beziehung halten kann!

In einer interkulturellen Beziehung sind sich beide Partner der Tatsache bewusst, dass der andere, als er aufgewachsen war, vollkommen andere Erfahrungen gemacht hat, von Menschen umringt war, die ganz anders dachten und wahrscheinlich auch selbst zumindest ein wenig anders denkt. Das ist etwas, das sogar in ein und derselben Kultur im gleichen Land geschieht, da die Kultur in zwei einzelnen Häusern sich sehr voneinander unterscheiden kann, selbst wenn sie nur zwei Meter voneinander getrennt sind! Das internationale Paar hat da den Vorteil, dass sie sich dieses Unterschieds bewusst sind! Sie nehmen nicht einfach an, dass sie wissen, was der andere meint! Sie stellen nicht einfach ihre Meinung in den Raum und meinen, ihr Partner würde das Gleiche fühlen und denken. Sie sehen ihn noch einmal an, um zu bestätigen, sie warten auf eine Reaktion und sind bereit, sich wenn nötig zu erklären.

Da kommt der nächste Aspekt mit ins Spiel: die Sprache. Wegen kulturellen Unterschieden ist ein interkulturelles Paar bereit, mit Worten auszudrücken, was sie sagen wollen. Ein zweisprachiges Paar jedoch gibt noch mehr Acht auf die Worte, weil sie wissen, dass es entweder nicht die eigene Muttersprache ist oder nicht die Muttersprache des anderen oder sogar von keinem der beiden! Ein Wort kann, wenn es falsch verstanden wird, ganz andere Gedanken hervorrufen und solche Paare müssen oft in den Augen ihres Partners nach einem kleinen Tipp für die wahre Bedeutung suchen, dabei die Gefühle füreinander beachten und auf diese Weise ein Wort manchmal sogar als das Gegenteil der wörtlichen Bedeutung verstehen.

Allgemein gesagt, zwingt dich eine Beziehung mit jemandem auf einem anderen Land und einer anderen Kultur und vielleicht sogar mit einer anderen Sprache dazu, das zu tun, was manche Leute mit Meditation und anderen Übungen zu erreichen versuchen: sich dessen bewusst zu sein, was man will, denkt und fühlt, danach zu handeln und genau das auch auszudrücken. Man ist sich mehr bewusst, was man sagt und welche Wirkung das auf die Menschen um einen herum hat.

Während dich vielleicht deine Liebe zu einem Mann oder einer Frau einer anderen Nationalität hierzu bringen, glaube ich, es wäre gut, wenn das jeder in seiner Beziehung auch mit einem Partner der gleichen Nationalität tun würde. Nein, nicht nur das, ich würde sogar vorschlagen, das in allen Beziehungen im Leben zu tun – sie dir dessen bewusst, was du ausdrückst und deine Beziehungen und Freundschaften halten länger!

Wenn ein Partner sein oder ihr sexuelles Interesse verloren hat – 7 Apr 13

In den Einzelsitzungen, die ich gab, war ich an Leute gewöhnt, die mit ihren sehr privaten Problemen zu mir kamen, von denen sie niemand anderem erzählt hatten. Die Leute haben so die Möglichkeit, sich in einer Umgebung zu öffnen, in der sie das Vertrauen haben können, dass niemand sonst davon erfährt. Unser Gespräch ist vertraulich. Selbst in Fällen, in denen ich mich mit der Person, die zu mir gekommen war, anfreundete, sprach ich nie über das Thema unserer Sitzung, außer sie baten mich darum. Ich war demnach also nicht überrascht, als sich 2005 ein Freund mir gegenüber zu einem privaten Thema öffnete.

Er war durch seine Frau mit mir in Kontakt gekommen. Sie war zu unterschiedlichen spirituellen Veranstaltungen in der Gegend gegangen, hatte von mir gehört und ihren Ehemann davon überzeugt, dass es für ihn auch gut wäre, einmal mitzukommen. Nachdem sie mich in einer Meditation kennen gelernt hatten, beschlossen sie, getrennt voneinander auch Einzelsitzungen zu nehmen. Der Mann vertraute mir jedoch erst dann genug, als wir eine kleine Freundschaft entwickelten, dass er mit mir über seine Beziehung zu seiner Frau sprechen konnte. Kurz gesagt, er war sexuell unzufrieden.

Er erzählte mir, dass er seine Frau innig liebte und dass er mit ihr zusammen so viele Jahre verbracht und so viel auf und ab im Leben erlebt hat, dass er sie nicht missen wollte. Nein, alles war in Ordnung, außer einer Sache: sie hatte absolut kein Interesse am Sex. Er hatte sich ihr auf unterschiedlichste Wege genähert, versucht romantisch zu sein oder wild, sie an alte Zeiten zu erinnern oder etwas neues auszuprobieren, aber sie fühlte sich irgendwie nie danach. Im Laufe der Jahre waren ihre sexuellen Aktivitäten immer weniger geworden, die Gelegenheiten, zu denen sie auf seine Annäherungsversuche reagierte, wurden immer weniger und nun, das sie im Ruhestand lebten, hatten sie einen Punkt erreicht, an dem er glaubte, dass er in seinem Leben vielleicht nie mehr Sex haben würde.

Seine Geschichte berührte mich, besonders, weil er für seine Frau so viel Liebe ausdrückte. Er sagte ‚Ich liebe sie und darum will ich auch zu keiner anderen Frau gehen, um meine körperlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Ich finde ja vielleicht eine, die da gerne aushelfen würde oder ich könnte dafür zahlen, aber das will ich meiner Liebsten nicht antun!‘ An einem Punkt in der Entwicklung dieser sexuellen Krise hatte sie ihm sogar erlaubt, genau das zu tun. ‚Es macht mir nichts aus, wenn du dafür zu jemand anderem gehst!‘ hatte sie gesagt – doch er hatte das Angebot zurückgewiesen.

Er erzählte mir auch, dass ihr Widerwille sich auf jegliche Art von sexueller Handlung bezog. ‚Ich müsste ja gar nicht immer alles haben, aber sie weigert sich ja sogar, ein klein bisschen was zu machen!‘ Ich hörte seinen Schmerz über die Tatsache, dass sie einander, sobald sie im Schlafzimmer waren, wie Fremde begegneten, an dem Ort, wo sie miteinander doch am intimsten sein sollten.

Natürlich hatte diese Situation zwischen ihnen Konflikte ausgelöst. Er hatte sexuelle Bedürfnisse und diese sexuelle Energie begann sich aufzustauen, da sie nicht verbraucht wurde. Um Druck abzulassen, hatte er angefangen, sich Pornos anzusehen – doch als sie ihn dabei erwischte, zeigte sie ihm, wie wütend sie war und wie sehr sie sich deswegen vor ihm ekelte, was ihm wiederum Schuldgefühle gab. Sie stritten deswegen und dadurch vergrößerte sich der Abstand zwischen ihnen auf ihrem Bett. Sie schien prüde und tat, als wäre Sex an sich etwas, das nur Leute mit schmutzigen Gedanken taten und zum Gesprächsthema hatten.

Sie achteten jedoch gut darauf, nichts von dieser Unzufriedenheit hinaus in die Welt gelangen zu lassen. In aller Augen waren sie das perfekte, liebende Paar. Sie hatten auch keine anderen Probleme als dieses! Sie konnten ihren ganzen Tag harmonisch miteinander verbringen und keiner würde etwas bemerken, nicht einmal sie selbst, bis der Abend kam. Für die Welt und sich selbst hatten sie das Abbild eines perfekten Paares geschaffen.

Nachdem ich all das gehört hatte, sagte ich ihm ganz klar, dass ich darüber auch mit seiner Frau und, wenn möglich, mit beiden zusammen sprechen müsste, da dies ein Thema war, dass alle beide sehr privat betraf. Er fragte sie vorsichtig und sie stimmte zu. Um es kurz zu machen, ich konnte ein sehr übliches Muster von Schuldgefühlen in ihr ausmachen, die mit dem Thema der sexuellen Intimität zusammenhingen und diese wiederum mit ihrer Kindheit in einer traditionell katholischen Umgebung in Verbindung bringen. In ein paar Sitzungen mit ihr und auch beiden zusammen schafften wir es, über diese Punkte zu sprechen. Ich sprach darüber, wie natürlich Sex war und dass es nichts Schmutziges ist, sondern etwas, das man mit seinem Partner eng zusammen erlebt.

Es war für sie nicht leicht, diese lang beibehaltenen Gefühle, die Religion in ihr gesät hatte, aufzugeben, doch an irgendwann, als wir uns wieder trafen, sagten sie mir beide, dass ihr Schlafzimmer wieder zum Leben erwacht war und dass sie ihre private Intimität wieder genossen. Ich freute mich sehr zu hören, dass ich ihnen hatte helfen können.

Ich weiß, dass es viele Paare gibt, die ein solches Problem und noch keine Hilfe gefunden haben. Es ist immer ein sehr individueller Fall, etwas, das nicht mit einem allgemeinen Vorschlag gelöst werden kann und ich hoffe, dass diese Leute einen geeigneten Berater finden, der ihnen helfen kann, wieder zurück zueinander zu finden, da eine Beziehung ohne körperliche Nähe nicht lange funktionieren kann!

Hingabe oder mangelnde Hingabe verantwortlich für Erfolg oder Scheitern von Beziehungen – 6 Jul 11

In den letzten Wochen, während meiner Arbeit in ganz Deutschland, habe ich viele Einzelsitzungen gegeben. Da waren zwei Sitzungen, von denen ich schon in der Zeit dachte, dass ich sie euch gerne in einem meiner Artikel im Tagebuch beschreiben würde. Sie haben eine nach der anderen stattgefunden.

Zuerst kam eine Frau zu mir, die sagte, sie sei jetzt etwas über 60 Jahre alt. Sie ist entschlossen, in diesem Alter ihr Leben drastisch zu verändern. Sie ist nicht zu einer Beratung gekommen, um mich zu fragen, ob sie diese Veränderung machen sollte oder nicht, sondern hat bereits beschlossen, dass sie das auf jeden Fall tun würde. Sie kam, weil sie ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle hat. Sie will sich von ihrem Ehemann trennen, der jetzt 80 Jahre alt ist. Sie waren 40 Jahre lang zusammen und haben zwei erwachsene Kinder. Sie sagt, dass sie jetzt etwas für sich selbst tun möchte.

Gleich danach kam ein junges Paar zu mir, beide etwas über dreißig. Sie sind seit dreieinhalb Jahren in einer Beziheung, aber weil sie recht weit voneinander entfernt wohnen, konnten sie sich immer nur an Wochenenden treffen. Manchmal kam er zu ihr, manchmal besuchte sie ihn. Vor fünf Monaten fiel der junge Mann vom Dach seines Hauses, auf dem er arbeitete. Er hat sich die Wirbelsäule gebrochen und ist jetzt mit einer Querschnittslähmung im Rollstuhl. Er wird immer noch im Krankenhaus behandelt und sie hat ihn abgeholt, um ihn mit zu mir zu bringen. Sie machen jetzt Pläne, wie sie mit dieser Veränderung im Leben weitermachen. Sie haben beschlossen, zusammenzuziehen, nahe zu ihrer Arbeitsstelle und sie freuen sich darauf, diesen Schritt zu machen.

Wenn du die obigen zwei Abschnitte gelesen hast und bis hier gekommen bist, muss ich dir glaube ich nicht viel dazu sagen, was in meinem Kopf vor sich ging. Ich hatte das gleiche Gefühl wie du jetzt. In diesen zwei Geschichten dreht es sich um das gleiche Thema, aber die Personen gehen in völlig unterschiedliche Richtungen. Das gemeinsame Thema ist deutlich: Hingabe. Beiden Paaren ist etwas geschehen, das niemand hätte verhindern können. Für das ältere Paar ist es einfach das Alter. Jeder wird älter. Für das jüngere Paar war es ein Unfall, etwas, das jedem jederzeit passieren kann. In einer Geschichte ist keine Hingabe, nicht einmal nach einer so langen Zeit zusammen. Da muss nicht einmal ein guter Grund für Trennung vorhanden sein, der Mangel an Hingabe ist genug für den Wunsch zur Trennung. In der anderen Geschichte ist ganz viel Hingabe. Sie zeigt Bindung, stärkt die Liebe und gibt dem Paar ein gutes Gefühl und obendrauf noch jedem, der diese Geschichte hört.

Haustiere als Ersatz für Kinder oder Partner, um emotionale Lücke zu füllen – 30 Jun 11

Ich denke ich habe bereits klar gesagt, dass ich dagegen bin, Tiere zu produzieren, um sie zu essen. Auf die gleiche Weise bin ich jedoch dagegen, Tiere für andere egoistische Zwecke zu züchten: zur eigenen Unterhaltung oder für das Ego.

Warum hat man denn ein Haustier? Oft ist es wirklich nur zur eigenen Unterhaltung da und stellt vielermals einen Ersatz dar für fehlende soziale Kontakte im Leben. Ich habe schon so viele Menschen getroffen, die ihre Haustiere dafür verwenden, ihre Gefühle auszudrücken, weil sie kein anderes Ventil finden.

Viele von ihnen brauchen jemanden, den sie herumkommandieren können. Sie genießen das Gefühl, dass sie etwas sagen und es gemacht wird. Da sie das nicht mit anderen Menschen machen können, schaffen sie sich einen Hund an und bringen ihm bei, was er tun soll. Das gibt ihnen ein Gefühl der Macht und so fühlen sie sich gut und im Reinen mit sich selbst. Ist das aber wirklich der richtige Grund, um einen Hund zu halten, nur damit man ein Sklaven-artiges Wesen hat, dass einem gehorcht?

Andere haben in ihrem Leben niemanden, den sie umarmen können, der ihnen Wärme und Liebe schenkt. Viele dieser Menschen sind einfach nicht in der Lage, Freundschaften zu knüpfen. Sie können mit anderne nicht auf normale Weise in Kontakt treten und so fühlen sie sich einsam. Die Lösung ist ein Haustier. Eine Katze, die bei ihnen auf dem Schoß liegen kann, die sie streicheln und die zu ihnen kommt, weil sie auch einfach einsam ist und jemanden braucht. Sie können mit der Katze reden und sie gibt nie eine Antwort, die sie nicht hören wollten. Doch solltest du nicht lieber rausgehen und lernen, wie man mit Menschen umgeht, dich dem wahren Leben stellen?

Manchmal müssen Katzen und Hunde sogar als Ersatz für eine bestimmte Rolle herhalten: die der Kinder. Menschen, die keine Kinder haben können oder die zu beschäftigt sind, um wirklich Kinder zu haben, holen sich manchmal ein oder zwei Haustiere und benehmen sich, als wären es ihre Kinder. Sie nennen sich selbst Mama und Papa und haben das Gefühl, dass sie so eine kleine Familie gegründet haben. Da ist jedoch noch die Tatsache, dass eine Katze oder ein Hund keine so hohe Lebenserwartung hat wie ein Kind hätte. Wann auch immer der Hund also im Sterben liegt, sind die ‘Eltern’ verzweifelt. Immerhin war der Hund wie ein Sohn für sie! Sie versuchen alles mögliche, um ihn zu retten, bringen ihn zum Tierarzt und geben viel Geld aus und trotzdem stirbt der Hund am Ende vor ihnen. Ich habe sogar Menschen getroffen, die, natürlich nach eine angemessenen Trauerzeit, losgezogen sind, um sich einen weiteren Hund zu kaufen, der genauso aussah wie der Alte, die gleiche Rasse, die gleiche Farbe und die gleiche Größe. Sie nennen ihn beim gleichen Namen und wurden wieder Eltern. Meinst du nicht, du betrügst deine eigenen Gefühle? Kinder zu kaufen und sie dann, wenn sie sterben, wieder zu ersetzen?

Und natürlich sind Katzen oder Hunde nicht so pflegeintensiv wie Kinder! Man muss nicht schwanger sein und sie zur Welt bringen, sondern kann einfach losgehen und sie sich kaufen. Es ist ziemlich einfach, man bekommt mit dem Haustier gleich ein ganzes Paket von Zubehör das man braucht. Für ein Kind ist man mindestens die nächsten 18 Jahre verantwortlich. Man muss es zur Schule schicken, man muss auf es aufpassen und sich um es kümmern, wenn es seine eigenen Freundschaften knüpft und Erfahrungen macht. Eine Katze oder ein Hund sind nicht so schwierig! Für Menschen, die einsam sind, sind Haustiere auch einfacher als Partner. Sie streiten sich nicht, sie betrügen dich nicht, du musst mit ihnen nicht auf Dates gehen und sie davon überzeugen, dass du der oder die Richtige bist – du kaufst sie dir einfach! Es ist so viel einfacher. Aber trotzdem, solltest du wirklich dein Leben so verbringen und sollte das Tier sein Leben wirklich so verbringen?

Denk noch einmal darüber nach, warum du ein Haustier haben willst. Wenn dieser Wunsch von deinem Ego stammt und von dem Wunsch, jemandem zu befehlen oder wenn es ein Ersatz für einen menschlichen Gefährten ist oder wenn es nur zu deiner Unterhaltung ist, tue es nicht. Ich liebe Tiere und wegen ihnen möchte ich dich bitten, ihnen ihre Freiheit zu lassen. Morgen werde ich ein bisschen über Fälle schreiben, in denen ich es gutheiße, wenn jemand ein Haustier hat, im Gegenteil zu den Fällen, die ich heute beschrieben habe.

Eine gesunde Beziehung mit gleichwertigen Partnern – 5 Mai 11

Letzte Woche habe ich beschrieben, was passieren kann, wenn dein Mann sich wie dein Vater verhält oder deine Frau eher wie deine Mutter. Heute würde ich den Fokus gerne darauf richten, wie eine ausgeglichene Beziehung aussieht, in der sich beide Partner in ihrer Rolle als Mann und Frau wohlfühlen.

Die Partner müssen aufeinander abgestimmt sein. Wir haben alle beides, männliche und weibliche Energie in uns und in einer Beziehung müssen wir ein Gleichgewicht mit unserer Energie und der Energie unseres Partners herstellen. Man könnte jetzt eine große Analyse machen, ob man selbst eher weiblich oder männlich ist und wie demnach der Partner sein sollte. Die Wahrheit ist jedoch, dass das eine Frage des Gefühls ist, nicht der Gedanken und man kann es nicht berechnen.

Denk nicht zu sehr darüber nach, welche Energie gut ist und welche schlecht, sondern fühle hinein und lebe einfach nur in Liebe. Wenn beide Partner im Gleichgewicht sind, beginnen sie nicht, von einer Rolle in die nächste zu schlüpfen, geben nicht vor, jemand zu sein, der sie nicht sind und müssen in ihrem Partner niemanden anderen suchen als den, der er auch wirklich ist. Sie fühlen sie sicher, weil sie einander kennen, lieben und in den anderen Vertrauen haben. Wegen diesem Wissen und Gefühl müssen sie nichts vorgeben.

Wenn ein Paar im Gleichgewicht ist, sind sie Partner einander gleichermaßen wichtig und beide stehen in ihrer ganzen Kraft. Wenn sie nicht im Gleichgewicht sind, sind beide unglücklich und müssen für ihre Beziehung kämpfen. Oft trägt einer alle Verantwortung, während der andere unsicher ist und nicht in der Lage ist, mit den Dingen alleine umzugehen. Wenn aber beide, Mann und Frau, in ihrer ganzen Kraft sind, teilen sie sich ihre Verantwortung und verlassen sich beide aufeinander in dem Vertrauen, dass der andere mit seinen Fähigkeiten da sein wird, wenn sie selbst etwas nicht schaffen. Sie respektieren einander für ihre Eigenschaften und der Mann kann die Mütterlichkeit seiner Frau respektieren, ohne zu sehr auf sie angewiesen zu sein. Die Frau kann es dann ihrerseits genießen, wenn der Mann die Dinge einmal in die Hand nimmt und auf eine männliche Weise die Führung übernimmt, ohne ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht in der Lage ist, die Dinge selbst zu tun.

Das bedeutet nicht, dass der Mann in seiner männlichen Energie immer dominant sein muss. Natürlich ist es schön für beide Seiten, wenn der Mann das Gefühl hat, dass er seine Frau beschützt und die Frau sich von einem starken Mann beschützt fühlt. Das ist ein natürlicher und uralter Instinkt. Manchmal übernimmt aber auch die Frau die Führung und erkann sich mit dem Gefühl zurücklehnen, einen sicheren Hafen zu haben, in dem sie sich um die Dinge kümmert.

Es ist die Mischung, die das Ganze ins Gleichgewicht bringt. Dann hat niemand eine große Last, weil sie beide zusammen tragen und einander aushelfen. Entscheidungen werden zusammen getroffen und man geht wirklich zusammen durch gute und schlechte Zeiten.

Die Hauptsache war, ist und bleibt die Liebe. Wenn man füreinander tiefe Liebe empfindet, will man den anderen glücklich sehen und fühlt sich selbst in seinem Glück und seiner Liebe glücklich. Liebt einander und seid für die Bedürfnisse des anderen da.

Suchst du in der Beziehung zu deiner Frau nach einer Mutter? – 28 Apr 11

Gestern habe ich geschrieben, dass eine Überbehütung durch die Eltern zur Folge haben kann, dass eine Frau auch in ihrer Beziehung nach einer Vaterfigur sucht. Die gleiche Überbehütung, besonders durch die Mutter, kann einen Mann auch dazu bringen, nach einer Frau zu suchen, die zu ihm ist wie seine Mutter.

Die Grundlagen hierfür werden gesetzt, während der Junge aufwächst. Viele Mütter tun alles für ihre Söhne bis sie erwachsen sind und oft sogar länger, vielleicht bis sie eine Freundin gefunden haben, die es für sie übernehmen wird. Das Problem ist nicht so sehr die Liebe der Mutter, die sie so viel wie möglich für ihren Jungen tun lässt, dass sie ihm Essen macht, seine Kleidung wäscht, vorbereitet, was er am Morgen anziehen soll und seine Schuhe sauber macht, wenn sie dreckig sind. Das Problem ist, dass sie ihrem Jungen nicht hilft aufzuwachsen und ihn praktisch daran hindert, seine Dinge selbst zu erledigen und manchmal eben auch, selbst zu denken.

Zu Beginn einer Beziehung ist es vielleicht noch kein Problem, dass der junge Mann jemanden braucht, der sich um ihn kümmert, wie es seine Mutter früher tat. Im Gegenteil, beide Partner können damit sehr zufrieden sein. Der Junge meint, seine Mutter hat das Gleiche ja auch für seinen Vater getan und bei ihnen hat es geklappt! Sie ist vielleicht glücklich damit, sich um jemanden zu kümmern, jemanden zu verpäppeln und für jemanden verantwortlich zu sein.

Wenn das so bleibt und beie damit glücklich sind, sage ich kein einziges Wort. Was jedoch meistens passiert, ist, dass beide Partner irgendwann nicht mehr vollkommen zufrieden sind, unglücklich sind, sich über den jeweils anderen beschweren und einfach keine liebevolle Beziehung mehr führen.

Eine Frau in dieser Situation, mit Ehemann und mehreren Kindern, um die sie sich kümmern muss, wird oft ihrer Rolle als Mutter überdrüssig. Sie muss sich um eine weitere Person kümmern und fühlt manchmal, das selbst das schon zu viel ist. Eltern sollten da sein, um gemeinsam Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen, aber ihr Ehemann selbst ist von ihr abhängig und das für solche Kleinigkeiten, wie die richtigen Socken zu finden oder einen Koffer für eine Geschäftsreise zu packen. Sie macht alles für alle Kinder und ist manchmal überwältigt von der schieren Masse an Dingen, die es zu tun gibt. Gepaart mit Perfektionismus kann dieses Gefühl, für alle verantwortlich zu sein, dazu führen, dass eine Frau hysterisch wird, zu viel Stress aufbaut und unter Burn-out und Depressionen leidet.

Für den Mann ist diese Situation aber auch nicht immer so angenehm wie sie scheint. Wenn er mit einer Frau zusammen ist, die gerne die Mutter ist und vollkommen in dieser Rolle aufgeht, ist sie es gewöhnt, ihn in allem, was er im Haus tut, Ratschläge zu geben in der Annahme, dass er nicht in der Lage ist, es selbst zu erledigen. Wenn er sich ohne ihren Rat einzuholen anzieht, sieht sie ihn kritisch von oben bis unten an. Wenn er etwas in der Küche macht, wenn er zum Beispiel ein Messer sucht und nicht findet, macht sie ihn darauf aufmerksam, wie dumm es von ihm ist, es überhaupt zu versuchen. Es ist überhaupt nicht angenehm, wenn man als Mann das Gefühl bekommt, man sei ohne den Rat seiner Frau nicht einmal in der Lage, sich die Unterwäsche richtig herum anzuziehen.

Diese Probleme tauchen alle auf und sollten nicht vernachlässigt werden, aber sie wären vielleicht nicht so schlimm, wäre da nicht das größte Problem von allen: ihr Sexualleben bereitet ihnen keine Freude mehr.

Eigentlich ist es ganz logisch, dass dieses Problem so häufig autritt. Das Gefühl stimmt einfach nicht. Zu Beginn stellte das vielleicht noch nicht ein sehr großes Problem dar, aber nach einigen Jahren spürt der Mann, dass er sich zu seiner Frau sexuell einfach nicht mehr sehr angezogen fühlt, da diese immer mehr wie seine Mutter wird und er für sie immer mehr die gleichen Gefühle hegt wie für seine Mutter. Seine eigenen Gefühle für diese Frau können ihn da reizen und irritieren.

Sie hat das Gefühl, dass sie die ganze Zeit auf ihren Ehemann achten muss. Auf diese Weise kann sie sich nicht im Geringsten für jegliche sexuelle Aktivität entspannen. Wie denn auch? Den ganzen Tag lang kümmert sie sich bis ins kleinste Detail um ihren Ehemann und versucht, ihn so glücklich zu machen, vielleicht mit dem Gefühl, dass sie nie genug Anerkennung bekommt für das, was sie tut. Für sie ist es fast zum Job geworden, seine Mutter zu sein. Am Ende des Tages wäre es nun ihr Job, sich auch im Bett um sie zu kümmern. Wenn man so an Sex denkt, als etwas, das gemacht werden muss, hat das offensichtlich mit Spaß oder Erregung nichts zu tun. Da sie natürlich im Bett nicht seine Mutter sein kann, muss sie sich da ändern und zur Liebhaberin werden. Sie setzt sich unter Druck, da sie ja auch diesen Job ordentlich erledigen will, gerät in Stress und wieder sicherlich keine Erregung.

Das Ergebnis ist leider oft, dass beide Partner eine Affäre mit einer anderen Person beginnen, mit der es keine weiteren Pflichten gibt, außer sexuellen.

Das kann keine Lösung für eure Beziehungsprobleme sein. Ihr müsst euch ihnen stellen, über sie sprechen und zusammen eine Lösung finden, nicht getrennt voneinander.

Als Frau musst du akzeptieren, dass dein Mann erwachsen ist und allgemein in der Lage ist, die Dinge zu erledigen, die du für ihn tust, auch wenn du sie für ihm mit viel Liebe machst. Als Mann wäre es vielleicht gut, wenn du einige der Dinge selbst tun würdest, die deine Frau bis jetzt für dich getan hat. Das würde den Druck auf sie verringern und würde dir auch ein gutes Gefühl geben.

Unternehmt etwas miteinander, findet eure Übereinstimmung als Mann und Frau, als Liebhaber, als Menschen, die einander lieben, nicht als Mutter und Sohn, sondern als Mann und Frau.

Was ist Sexualkunde? – Verwirrung, Missverständnisse und Realität – 6 Apr 11

Gestern habe ich bereits das Thema der Sexualkunde im Westen angesprochen und damit auch gleich das völlige Gegenteil davon in anderen Ländern, in denen Sex ein solches Tabu ist, dass niemand jemals einem Kind davon erzählten würde.

Als ich ein junger Erwachsener war, las ich in indischen Zeitungen ein bisschen über Sexualkunde in anderen Ländern und hörte noch mehr darüber durch andere Medien. Ich muss zugeben, dass ich in der Zeit auch dagegen war. Ich fragte mich, warum man einem Kind Sexualkunde geben muss? Sexuelle Erregung ist ein normales und natürliches Gefühl, das sich mit der Entwicklung des einen Körpers ganz von alleine einstellt. Dein Körper weiß wahrscheinlich ganz alleine über alles Bescheid, was sodann darauf folgt. Diejenigen, die in der Schule nichts über Sex gelernt haben, sind auch in der Lage, ordentlich Geschlechtsverkehr zu haben! Ihr seht also, ich war diesem Konzept gegenüber sehr skeptisch. Und ich weiß, dass viele Menschen in Indien genauso denken wie ich damals.

Man kann jedoch hinzufügen, dass ich nicht wirklich wusste, was das Wort ‚Sexualkunde‘ eigentlich beinhaltet. Nachdem ich 2001 aus der Höhle gekommen war, begann ich im Westen zu reisen und schloss im Laufe der Jahre dort immer mehr Freundschaften. Natürlich war ich neugierig und unterhielt mich mit ihnen über dieses Konzept, Kinder in Sexualkunde zu unterrichten. Erst dann erfuhr ich, was Sexualkunde eigentlich war.

Die folgende Erklärung ist hauptsächlich für die Menschen, die, so wie ich früher, meinen, dass Sexualkunde bedeutet, dass ein Lehrer den Schülern erklärt, wie man Sex hat. Vielleicht glaubst du fälschlich, dass der Lehrer Bilder unterschiedlicher Stellungen zeigt und erklärt, wie man seinen Partner im Bett am Besten befriedigt. Offensichtlich würde einem diese Vorstellung nicht gefallen, wenn man in der religiösen indischen Kultur aufgewachsen ist, in der Sex vor der Ehe nicht in Frage kommt und selbst in der Ehe oft nur zu dem einen Zweck der Empfängnis gesehen wird, nicht zum Vergnügen. Ich denke auch, dass eine Schule nicht der richtige Ort ist, an dem Teenager lernen sollten, wie man mit seinem Partner schläft. Doch selbst diejenigen, die dieser Tradition und Kultur folgen, sollten verstehen, dass wahre Sexualkunde, die in vielen fortschrittlichen und zivilisierten Ländern um die Welt gelehrt wird, fü jeden von Vorteil wäre, sogar für Ehepaare!

Zunächst einmal findet die übliche Biologie-Stunde über die Sexualorgane und ihre inneren Vorgänge statt. Ich denke die meisten Menschen, selbst in Indien, würden zustimmen, dass es gut ist, wenn wir alle unsere Körper kennen. Lehrer erklärten die Menstruation, wie und warum sie stattfindet. Dann erklären sie weiter, wie die Empfängnis stattfindet. Kinder und Teenager lernen, wo die Kinder herkommen, anstatt weiterhin die Geschichten ihrer Großmütter über Vögel und Bienen zu glauben, oder darüber, wie Kinder aus dem Haus Gottes kommen. Sie erfahren mehr über Verhütungsmittel, welche unterschiedlichen Methoden es gibt und welche Wirkung sie haben. Es wird ihnen gesagt, welche Geschlechtskrankheiten existieren und wie sich selbst davor schützen können. Frauen erfahren, dass es normal und empfohlen ist, sich regelmäßig von einem Gynäkologen untersuchen zu lassen. Und Jungen lernen, dass nächtlicher Samenerguss im Teenager-Alter normal ist und keine Krankheit, über die sie sich Sorgen machen müssten.

Und glaube mir, Lehrer im Westen haben während diesen Sexualkundestunden im Klassenzimmer weder Sex mit ihren Schülern, noch halten sie die Kinder zu praktischen Übungen an!

So viel dazu, was Sexualkunde ist und was es nicht ist. In den nächsten Tagen werde ich weiter erläutern, warum es Sinn macht, unsere Kinder in dieser Richtung zu unterrichten.

Liebevolles Verhalten am Valentinstag zerstört indische Kultur nicht – 14 Feb 11

Ich wünsche allen einen frohen Valentinstag! Es gibt jedoch Leute in Indien, die wütend und gereizt reagieren, wenn man ihnen an diesem Tag Freude und Liebe wünscht. Es gibt eine Hindu Organisation, die Bajrang Dal, die sich jedes Jahr jeder Art von Valentinstags-Feier widersetzt.

Bajrang Dal ist der Jugendbund der Vishva Hindu Parishad, der VHP, und sie sind auch mit der Shiv Sena Partei, einer rechtsstehenden Hinduistischen politischen Partei verbunden. All diese Organisationen gehören auf eine Weise zusammen und haben verschiedene Projekte, Kampagnen und Aktionen, die die Bewahrung der indischen Kultur und Hindu Religion zum Ziel haben.

Bereits Wochen vor dem Valentinstag haben die Bajrang Dal angekündigt, sie würden ihr möglichstes tun, um ihren Protest gegen diese Feierlichkeiten zu zeigen. Ihrer Meinung nach ist die Feier dieses Tages, die natürlich von westlichen Ländern herrührt, eine Beleidigund und eine Bedrohung der indischen Kultur. Liebe offen zu zeigen wird von ihnen obszön genannt und als Handlung gegen den Hinduismus und gegen indische Kultur beschrieben, besonders, wenn das Paar noch nicht verheiratet ist.

In den Zeitungen der letzten Tage und von heute, so wie auch in den letzten Jahren, konnten wir lesen, dass sie sich wie eine Art religiöse Moralpolizei verhalten. Sie zünden Valentinskarten an und ließen in der Öffentlichkeit verkünden, dass sie stärker eingreifen müssten, wenn sie am 14. Februar jegliche Art von unmoralischem Verhalten unter Liebenden sehen. Sie haben mit Restaurant- und Hotel-Besitzern gesprochen und sie überredet, keine jungen, unverheirateten Paare einzulassen.

Heute, am Valentinstag, gehen sie in Gruppen durch Hotels, Restaurants, in Parks und an Strände, auf der Suche nach Paaren, die sich dort treffen, um ihre Liebe zu feiern. Sie ergreifen sie, trennen sie und bringen sie zu ihren Eltern. Sie sagen den Eltern des Jungen, sie sollten ihn von jungen Mädchen fernhalten und den Eltern des Mädchens, sie sollten besser auf ihre Tochter Acht geben.

Sie sind sehr aggressive, was schon oft zu Gewalttätigkeiten mit dem Paar geführt hat. Das scheint wirklich wieder wie Hinduistischer Terrorismus und ihre Verbindungen zu anderen Organisationen zeigt, dass dieser Gedanke nicht so weit hergeholt ist. Sie sind Nationalisten, extreme rechtsstehende Aktivisten und Organisationen, die einfach nur Wut und Hass verbreiten. Jetzt sind die Leute von Bajrang Dal jung, aber später schließen sie sich einfach einer der anderen Organisationen an, die die gleichen Vorstellungen fördern, oft auch mit Gewalt.

Sie schreien raus, dass sie die indische Kultur schützen wollen und stellen alles, was westlich ist, als teuflisch und zerstörerisch dar. Lustigerweise tragen all die Leute, die ich auf den Zeitungsbildern sehe, westliche Kleidung! Hemden und Hosen, Jeans und T-Shirts, das alles sind westliche Kleidungsstücke! Wie kann man gegen westliche Kultur protestieren während man Kleidung anhat, die so offensichtlich un-Indisch ist?

Sie sehen nur, was sie sehen wollen. So viele westliche Dinge geschehen um sie herum uns sie akzeptieren sie in ihrem Leben, ohne darüber nachzudenken, aber dann haben sie ein Problem mit dem Valentinstag. Ist die Verbreitung von Gewalt wirklich indische Kultur im Land von Mahatma Gandhi? Viele große Führer dieser Organisationen haben große Streitigkeiten in ihren Familien, die mir auch eher westlich als indisch erscheinen. Sie haben Kämpfe mit ihren Brüdern, Vätern und Onkeln und sie trennen sich von ihnen und leben lieber allein, als in einer Großfamilie, wie es indische Kultur ist. Indische Kultur bedeutet ein Leben zusammen in Liebe und Frieden. Sie streiten sich und prügeln sich mit ihren eigenen Familienmitgliedern und dann wollen sie Inder davor bewahren, sich am Valentinstag zu verlieben.

Radha und Krishna waren auch nicht verheiratet, liebten sich aber. Das ganze Land und jeder Hindu auf der Erde verehrt sie als ein Paar. Sie drücken ihre Liebe überall aus, vor allen Gopis und den Leuten dieser Gegend. Das ist auch Hinduismus, doch Bajrang Dal wird gewalttätig während vorgegeben wird, dass sie den Hinduismus retten wollen, indem sie Leute davon abhalten, einander vor der Ehe zu lieben.

Die Vorstellung, dass es indischer Kultur schaden könnte, sich zu verlieben, ist lächerlich. Liebe auszudrücken soll kein Teil indischer Kultur sein, aber Gewalt im Namen von Religion ist es? Kann es indische Kultur zerstören, wenn ein Junge einem Mädchen sagt, dass er sie mag, bevor sie zustimmt, ihn zu heiraten? Lasst junge Menschen ihre Liebe feiern, anstatt das ganze Land mit dieser Trennung im Namen von Religion zu vergiften. Du trennst die Menschen voneinander und lässt sie einander hassen, anstatt sie mit Liebe füreinander zu erfüllen.

Ich bin vielleicht nicht für die ganze kommerzielle Werbung und das Konzept, dass dies im ganzen Jahr der eine Tag der Liebe ist, aber an diesem Tag die Liebe zu feiern ist definitiv besser, als Angst, Wut und Hass unter den Leuten zu schüren. Für mich ist jeder Tag des Jahres ein Tag der Liebe und du kannst jeden Tag das Beisammensein mit denjenigen feiern, die du liebst.

Zeitung

Warum Inder Westler mit Sex in Verbindung bringen – 28 Jan 11

Gestern habe ich über den Eindruck geschrieben, den Westler von Indern aufgrund ihres Verhaltens in der Öffentlichkeit bekommen. Um ehrlich zu sein, das Bild, das viele Inder von Menschen aus dem Westen haben – sei das aus Europa, Amerika, Australien oder irgendeinem anderen Land, das als ‚westlich‘ angesehen wird – ist, dass sie alle bezüglich ihrer Sexualität völlig offen sind. Sie glauben, dass es eine ‚freie Sex-Kultur‘ ist, in der jeder jederzeit mit jedem Sex haben kann. Und wenn ein Inder in ein anderes Land kommt und sieht, wie dort Jungen und Mädchen einander auf der Straße küssen und umarmen, dazu noch leichter bekleidet, als Inder es gewöhnt sind, sieht er sich in seiner Ansicht bestätigt. Leider lässt das manche auch denken, dass es leicht ist, mit jedem westlichen Mädchen zu schlafen und in der Folge versuchen sie es, was manchmal zu peinlichen Augenblicken für beide Seiten führt.

Ich habe vielleicht zuvor bereits erwähnt, dass ich nach meiner ersten Reise nach Europa von einer indischen Person gefragt wurde ‘Wenn die Leute dort das Haus verlassen und auf die Straße gehen, ziehen sie Kleidung an, oder?‘ Der durchschnittliche Inder, der nicht mehr über westliche Länder weiß, als er im Fernsehen gesehen hat, mag denken, dass man jeden im Westen fragen kann, ob er mit einem Geschlechtsverkehr haben möchte und es würde niemandem etwas ausmachen. Sie hören, dass die Menschen im Westen dazu neigen, ihre Partner manchmal sehr schnell zu wechseln, dass viele Menschen nicht heiraten und jede Woche, jeden Monat oder jedes Jahr einen anderen Freund oder eine andere Freundin haben. Das stärkt natürlich ihren ursprünglichen Eindruck.

Natürlich tragen westliche Touristen auch zu diesem Bild bei. Wenn Westler nach Indien kommen und sich nicht über die Kultur informiert haben, tragen sie manchmal Kleidung, die jedermanns Aufmerksamkeit auf sich zieht. Kurze Röcke und tiefe Ausschnitte, die die Hälfte der Brust zeigen sind einfach keine übliche indische Kleidung. Hier haben wir erfahren, dass Frauen, als Westler den Strand von Kovalam als einen tollen Ort entdeckten, anfingen, sich dort oben ohne in die Sonne zu legen – eine absolute Sensation für Inder. Und natürlich kommen Männer und Frauen nach Indien, um eine kurze Beziehung, Affäre oder Urlaubs-Romanze zu haben, während sie hier sind. Es ist also nicht wirklich verwunderlich, dass ungebildete Inder, die nicht viel von der Welt wissen, diesen Eindruck gewinnen.

Naja, ich bin mir sicher, dass auch dieser Eindruck sich mit Globalisierung und Bildung langsam verändern wird.