Drogen-Halluzinationen sind keine spirituellen Erfahrungen – 27 Apr 14

Letzte Woche habe ich euch von dem Wochenende erzählt, das ich mit Freunden, einer Gruppe junger Leute, im Wald verbracht habe. Mehrere von ihnen waren Musiker und sie waren alle im Allgemeinen an Spiritualität, Indien und indischer Musik interessiert. Und, leider, anscheinend auch an bewusstseinserweiternden Drogen. Das brachte mich dazu, dass ich ein bisschen mehr über die Verbindung von Drogen und dem nachdachte, was die Menschen als ‚Spiritualität‘ erleben.

Als ich diese Gruppe junger Männer und Frauen zum ersten Mal traf, waren einige von ihnen zu meiner Meditation gekommen. Sie blieben nach dem Programm noch etwas und wir unterhielten uns. Es war interessant und es machte Spaß. In den nächsten Tagen kamen sie wieder und wir hatten auch einige Musiksessions. Sie fragten mich nach meiner Ansicht zu vielen Themen und dann war da auch diese eine Frage: rauchst du? Als ich mit ‚nein‘ antwortete, erläuterten sie vorsichtig, dass sie da nicht von Tabak sprachen.

Ich sagte ihnen noch einmal klar nein, und dass ich auch anderen Leuten vorschlagen würde, das nicht zu tun.

Ich weiß jedoch, warum sie das dachten: Ich kam aus Indien, hatte das Leben eines Sadhu geführt, drei Jahre lang in einer Höhle gelebt und sprach in meinem Programm über Spiritualität, Meditation und ähnliche Themen. Ich trug meine Haare in Dreadlocks, wie viele Sadhus in Indien und es ist weit bekannt, dass sie rauchen und dann im Rausch ihre spirituellen Erfahrungen machen. Doch das eine und das andere hatte meiner Meinung nach nichts miteinander zu tun.

Niemand sagte mir offen, dass sie selbst irgendetwas rauchten, vielleicht aus Respekt vor mir und meiner Meinung oder weil sie Angst hatten, ich würde über sie urteilen. Doch an dem Abend im Wald sah ich, dass einige von ihnen definitiv etwas genommen hatten, das sie entspannter werden ließ, als sie es normalerweise waren. Ein bisschen offener, das zu sagen, was sie dachten. Ein bisschen bereiter zu lachen und einfach zu genießen, ohne allzu viel zu denken.

Warum denke ich, dass das nicht gut ist? Weil ich nicht verstehe, warum man diesen Zustand derSorglosigkeit, der Offenheit und der Entspannung nicht auch ohne Drogen erreichen können sollte! Weil ich glaube, dass es keine spirituellen Erfahrungen sind, wenn man etwas Stärkeres raucht, damit man halluziniert.

Diese Gruppe wusste also, dass sie zu Beginn angenommen hatte, ich wäre jemand, der ich eben nicht war. Vielleicht war das der Grund, dass wir nicht mehr sehr lange in Kontakt waren, obwohl wir ein sehr schönes Wochenende miteinander verbracht hatten. Ich denke, sie suchten nach etwas anderem. Nach einem Rausch und dann spirituellen Erfahrungen. Etwas, an das ich nicht glaubte.

Naga Sadhus – Konzept der Loslösung oder das Herzeigen von Genitalien und Drogenkonsum – 29 Jan 13

Immer, wenn man etwas über die Kumbh Mela liest, denkt man üblicherweise an die bekanntesten Szenen, die man ja normal auch in den Nachrichten sieht: tausende nackte Männer rennen in den Ganges. Viele Leute sind sich darüber bewusst, dass diese Männer nicht nur für ihr heiliges Bad im Ganges nackt sind – das ist ihre übliche Kleidung: überhaupt keine Kleidung. Sie werden Naga Sadhus genannt und sind interessant genug, dass ich nun einen ganzen Artikel über sie und ihre Philosophie schreibe.

Naga bedeutet einfach nur nackt, also sind sie die nackten Sadhus. Man kann sagen, dass sie die Höchstform der Sadhus sind. Das Prinzip eines Sadhu ist ganz klar: sie üben Loslösung. Sie habe jegliche Verbindung zu ihrer Familie abgebrochen, so dass sie sich von ihnen loslösen können. Sie sind immer unterwegs, so dass sie auch keine Anhaftung zu einem bestimmten Ort entwickeln. Sie haben auch nicht viel Hab und Gut. Sie essen, was sie finden oder was ihnen die Menschen geben. Sie lagern nichts und heben nichts auf, sondern essen genau so viel, wie sie in den Händen halten können.

Ein Naga Sadhu geht noch einen Schritt weiter und löst sich sogar von seiner Kleidung. In dem Prozess, immer weniger an den Dingen zu haften, ist das der logische nächste Schritt. Wenn man nichts mehr hat außer der Kleidung an seinem Körper, sich aber von allem lösen will, müssen die Klamotten weg. Wer Kleidung hat, muss diese auch waschen. Während man sie wäscht, muss man auch etwas tragen, also braucht man mindestens ein weiteres Set Kleidung. Wenn man zwei Hosen hat, trägt man eine und muss die zweite in einer Tasche oder einem Stofftuch aufbewahren. Wenn du nun eine Tasche hast, musst du aufpassen, wo du sie hintust, wenn du dich schlafen legst und darauf achten, dass du sie nicht vergisst. Wenn sie jemand stiehlt, kannst du das nicht mehr ruhig hinnehmen – die Anhaftung ist also schon zu einem Problem geworden. Die Naga Sadhus haben beschlossen, all solche Sorgen zu verbannen und nackt zu bleiben.

Naga Sadhus sollen so tief in ihrer Spiritualität und Liebe zu Gott sein, dass es ihnen egal ist, wie sie aussehen und sogar, ob es warm oder kalt ist. Sie haben sich von ihrem eigenen Körper so sehr losgelöst, dass sie ihn nicht mehr vor hohen oder niedrigen Temperaturen schützen.

So soll es zumindest sein und vielleicht war es das in alten Zeiten auch wirklich. Sie hatten nichts, noch nicht einmal Kleidung. Heute sieht man meistens, dass sie alles haben, nur keine Kleidung. Viele von ihnen haben Geld, Gold, Schmuck – sie sind Luxus-Sadhus! Die normalen, bekleideten Sadhus heutzutage geben bis zu drei Millionen Rupien dafür aus, ihre temporären Zeltbehausungen auf der Kumbh Mela aufzustellen und zu dekorieren! Genauso laufen die Naga Sadhus herum, nackt, aber mit wertvollen Ringen an den Händen und bitten die Leute um Geld, während sie ihnen ihre Genitalien zeigen. Die Naga Sadhus wissen, wie sie vor einer Kamera posieren müssen und wie sie ihre nackten Körper Mädchen aus dem Westen zeigen können, in dem Wissen, dass ihre Bilder in den internationalen Medien veröffentlicht werden. Sie haben Drogen und spüren deswegen die Kälte nicht. Wie sehr losgelöst ist das wirklich?

Ich habe gehört, dass es auch weibliche Naga Sadhus auf der Kumbh Mela gibt, getrennt und in einem anderen Zelt, das für die Öffentlichkeit verschlossen bleibt. Wenn das wahr ist, warum sitzen sie dann nicht in der Öffentlichkeit, wie die Männer es tun? Ist es nicht sowieso seltsam, dass es eine Erregung öffentlichen Ärgernisses ist, wenn eine normale Person seine Genitalien in der Öffentlichkeit zeigt, wenn es jedoch ein religiöser Mann macht, ist es in Ordnung! Wenn du das tust, wirst du festgenommen und musst wahrscheinlich Strafgeld zahlen. Wenn sie das tun, machen die Leute Bilder von ihnen, diese werden dann auf der ganzen Welt in Magazinen abgedruckt und alle sind fasziniert, nicht verärgert.

Ist es nicht eine sehr seltsame Welt?

Sex, Drogen und Amsterdam – 23 Dez 12

Während Yashendu 2005 in Köln seine Angina auskurierte, reiste ich weiter, um meine Programme zu geben und kam so auch nach Amsterdam. Ich war bereits 2004 in der Hauptstadt der Niederlande gewesen und während mir meine Arbeit dort auch Freude bereitete, kam ich nach mehreren Besuchen zu folgendem Schluss: Das ist eine Stadt, in der ich ein paar Tage verbringen kann, vielleicht eine Woche, aber nicht viel länger – die Stadt ist einfach nur zur verrückt!

Meine Kontaktperson und Organisatorin war eine junge Frau aus Edinburgh, die zur Zeit in Amsterdam wohnte. Sie hatte nicht kommen können, als ich in Schottland Vorträge gab und so hatte sie mich per Email angeschrieben und gefragt, ob ich nicht nach Amsterdam kommen und dort Programm veranstalten wollte, sie würde für mich organisieren. Wir legten ein Datum fest und ich war bereit, sie zu besuchen!

Diese Stadt hat wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich war zuvor von Freunden ‚gewarnt‘ worden, die manchmal im Spaß und manchmal ernsthafter von den Besonderheiten Amsterdams erzählten. Einer von ihnen sagte im Spaß, dass Amsterdam ‚der zivilisierteste Ort der Welt‘ sei. Offen, wie ich üblicherweise bin, ging ich hin und sah mir die Stadt selbst an.

Meine Organisatorin und ihre Freunde zeigten mir die Stadt. Zuerst hatte ich den Eindruck, es wäre ein bisschen wie Indien – Bettler saßen auf den Straßen und hatten nichts zu tun, manche von ihnen starrten in den Himmel, andere redeten mit sich selbst, vielleicht ein bisschen verrückt oder auch auf Drogen. Als ich jedoch genauer hinsah, merkte ich, dass sie letzteres waren – auf Drogen. Sie bettelten nicht, sie waren high oder vielleicht betrunken. Sie saßen einfach da auf der Straße. Naja, ich dachte, es war etwas seltsam, aber dann wurde mir erzählt, dass Marihuana dort einfach legal war und dass sogar Touristen für diesen Zweck nach Amsterdam kamen!

Meine Unterkunft war auch in einem sehr interessanten Stadtteil. Vom Bahnhof aus mussten wir nicht weit laufen – die Freundin meiner Organisatorin, bei der ich wohnte, hatte eine Wohnung in der Nähe des Rotlichtviertels. Also liefen wir gerade durch diesen Bezirk und meine Organisatorin erzählte mir mehr über die Prostitution dort und sagte, dass es alles legal war. Ich erinnere mich noch, wie sie sagte ‚Weißt du, sie sind eigentlich ganz so wie du und ich!‘ und sie erzählte mir von Leuten, die einen ganz normalen Beruf hatten und das als Nebenjob machten, um etwas Geld extra zu verdienen. Als wir um die Ecke bogen, war da ein Haus, das wie ein Geschäft aussah, mit einem großen Schaufenster. Ausgestellt war jedoch weder Kleidung noch Mobiliar – in den Fenstern standen halb-nackte Frauen und warteten auf Kunden. Manche hatten einen Vorhang vor ihrem Teil des Fensters und ein rotes Licht war an. Ich war nicht mehr sehr neu im Westen und hatte viele Geschichten über Amsterdam gehört, aber natürlich war ich neugierig. Ich glaube, ich habe viele Fragen gestellt dazu, wie es alles funktionierte, ob die Leute denn glücklich waren und so weiter.

Ansonsten schien Amsterdam jedoch eine sehr schöne Stadt zu sein und das hauptsächlich wegen dem Wasser überall! Man konnte mit den Wasserkanälen überall hin kommen und an einem Tag nahm uns ein Freund meiner Organisatorin auf seinem Boot mit auf eine Tour durch die Stadt. Vom Boot aus sah ich ganz Amsterdam und das gefiel mir wirklich sehr. In der Zeit konnte ich diese besondere Anziehungskraft verstehen, die Amsterdam auf viele Leute hatte.

Es war ein ganz anderer Eindruck Europas und 2005 konnte ich diesen auch mit Yashendu teilen, der sich mir dort anschloss, sobald er sich von seiner Krankheit erholt hatte. Ich hatte bereits Jahre auf Reisen in Europa verbracht, aber für ihn, der gerade ganz frisch aus Indien kam, war es ein großer Kulturschock.

Alles in allem jedoch beschloss ich wie gesagt, dass das für mich keine Stadt war, in der ich lange Zeitabschnitte verbringen konnte. Die Stadt ist sehr verrückt, stark, viel los – aber es ist in Ordnung, hin und wieder für ein Wochenende oder eine Woche hinzufahren, wenn man mal etwas anderes sheen will, als man das für gewöhnlich tut.

Beneidest du das strahlende Leben der Stars? – Sieh hinter die Fassade! – 14 Mar 12

Vor Kurzem haben Ramona und ich über einige Berühmtheiten geschrieben, die nicht nur im letzten Jahr, sondern in den mehreren Jahren gestorben sind. Vor Kurzem war da Whitney Houston zum Beispiel. Ich hatte ihren Namen vorher schon einmal gehört und vielleicht hatte ich auch ihre Musik zuvor gehört, aber da ich nicht wirklich viel westliche Musik höre, wusste ich nicht, wie berühmt und erfolgreich sie wirklich gewesen war. Als Amy Whinehouse starb und Ramona einige ihrer Lieder abspielte, hatte ich keine Ahnung, wer sie eigentlich gewesen war, genau wie ich Heath Ledger und keinen seiner Filme gekannt hatte. Ich kannte jedoch Michael Jackson und seine Musik und als ich hörte, dass er gestorben war, wusste ich, dass das auf der ganzen Welt in den Nachrichten sein würde. Als wir über diese Berühmtheiten sprachen, konnten wir nicht anders als bemerken, dass sie alle und noch so viele andere verstorbene Berühmtheiten Probleme mit Alkohol oder Drogen hatten.

Es war vielleicht nicht für alle der Todesgrund, dass sie zu betrunken waren oder dass sie zu viele Drogen genommen hatten, doch es fällt schon auf, dass so viele Stars jung sterben und dass sie eine Gemeinsamkeit haben: ihren übermäßigen Alkoholgenuss und ihren Drogenkonsum. Selbst wenn man sich die Stars ansieht, die noch am Leben und auch berühmt sind, merkt man, dass ein großer Teil von ihnen eine Geschichte von Drogenmissbrauch, Rehabilitation und Alkoholproblemen hat und dazu noch oft wegen Alkohol oder Drogen angezeigt worden waren.

Diese Erkenntnis steht sehr im Kontrast mit dem üblichen Bild, das man von einem Star hat. Was sehen wir von den Berühmtheiten, üblicherweise im Fernsehen und vielleicht einmal in einer Live Show? Wir sehen ein strahlendes Gesicht, das einen gesunden und glücklichen Eindruck macht. Sie lächeln, sie lachen, sie sehen toll aus. Frauenkörper sind dünn, sie tragen umwerfende Kleider und sie bezaubern das Publikum mit ihrem Auftreten und ihren Auftritten. Männnerkörper sind muskulös und ihr Lächeln hat die Macht, Frauen in der Nähe in Ohnmacht fallen zu lassen. Hin und wieder jedoch merkt man, dass da ein Körper zu dünn ist, um gesund zu sein, dass da ein bisschen zu viel Make-up ist, das wohl etwas versteckt und dass ein Lächeln zu gezwungen und unnatürlich aussieht. Man entdeckt müde Augen, den Hinweis darauf, dass hinter dieser strahlenden Fassade etwas anderes vor sich geht.

Und dann sind da natürlich noch die Berichte von Unfällen in denen Stars betrunken Auto gefahren sind. Es gibt Geschichten von Berühmtheiten, die, ganz offensichtlich unter dem Einfluss von Drogen, in Schlägereien geraten. Man hört von Gerichtsurteilen, dass sie erst ihre Rehabilitation beenden müssen und hin und wieder hört man von einem Fall, in dem einer von ihnen starb, jung, alleine, mit Drogen oder Alkohol ganz frisch im Blut.

An diesem Punkt sollte man erkennen, dass das Leben eines Stars nicht so strahlend ist, wie man sich das vorstellt. Nun solltest du auch merken, dass dein Leben im Vergleich nicht so schlecht ist, wie du das immer dachtest. Ich höre, wie die Leute sich beklagen, dass sie gerne so leben würden, wie die großen Stars, dass sie gerne so berühmt wären wie sie und vor allem, dass sie gerne so viel Geld hätten wie sie. Was sie jedoch nicht sehen ist das Leben, das damit einhergeht. Es ist ein Leben im Druck der Öffentlichkeit, ein Leben, das voll sein mag mit Parties und Dingen, die von außen nach Spaß aussehen, sich von innen jedoch vollkommen leer anfühlen. Viele Stars sind einsam, obwohl sie immer von einer Menschenmenge umgeben sind. Sie geben vor, ein gutes Leben zu leben, doch oft ist die Wahrheit, dass sie nicht glücklich sind.

Bevor du dich also das nächste Mal mit einer dieser Berühmtheiten vergleichst und bevor du beginnst, dich über dein Leben beschwerst, denke nach, wie gut du es eigentlich hast. Du kannst hingehen, wo auch immer du willst, du kannst Freunde haben, ohne zu denken, dass sie nur wegen deiner Bekanntheit Freunde sind und du brauchst keine Drogen und keinen Alkohol, um mit deinem Leben fertig zu werden. Sei glücklich, erkenne, dass du ein gutes Leben hast und lebe es!

Der Wunsch von Teenagern, Erwachsen zu Sein – 15 Jan 11

Ich habe gestern bereits erwähnt, dass Teenager viele Dinge tun, um den Menschen um sie herum erwachsen zu erscheinen. Oft sind dies Dinge, die ihre Eltern nicht unbedingt gutheißen. Sie fangen zu Rauchen an, trinken mehr Alkohol als für sie gut ist, wenn sie mit Freunden unterwegs oder auf Parties sind, Mädchen tragen Kleidung, die Jungen zu ermutigen scheint und Jungen nähern sich jedem Mädchen, von dem sie meinen, das es für ihren Charme empfänglich ist. Und das alles beginnt im Alter von 12 Jahren.

Warum tun sie das? Weil sie erwachsen sein wollen. Warum unterscheidet es sich von Land zu Land, was genau Kinder tun? Weil Erwachsene sich in verschiedenen Ländern unterschiedlich verhalten. In Indien kauen viele Männer Tabak mit Betelnüssen und spucken dann an den Straßenrand oder in irgendeine Ecke. Wenn Jungen hier also 15 oder 16 Jahre alt sind und erwachsen aussehen wollen, gehen sie heimlich los und kaufen sich eine dieser kleinen Plastiktüten, in denen man diese Mischung bekommt. Obwohl es überhaupt nicht gut schmeckt und dem Körper schadet, kauen sie, grinsen sich an und spucken es wieder aus. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Erwachen-Sein!

Da gibt es eine ganze Reihe von Dingen, manche schädlich, andere weniger, die Kinder imitieren können, um sich erwachsen zu fühlen. Ob das nun Alkohol, Nikotin, Tabak oder sogar nur Kaffee ist, all dies sind Zutaten im Hauptgericht des Lebens, das man nur zu essen bekommt, wenn man erwachsen ist. Sie wollen nicht mehr nur die Vorspeisen. Und der Grund hierfür ist ja auch verständlich: du bringst ihnen das alles bei. Sagst du nie ‚Wenn du erwachsen bist, kannst du all das auch tun‘ oder ‚Da wirst du warten müssen, bis du selbst erwachsen bist‘?

Meiner Meinung nach sollten wir in unserem Leben jene Dinge reduzieren, von denen wir meinen, dass sie uns schaden. Das wird auch das Risiko deiner Kinder verringern. Wenn du nicht rauchst, hat dein Kind weniger Grund dafür, mit dem Rauchen anzufangen. Wenn du keinen Tabak kaust, stehen deine Chancen gut, dass deine Kinder ihn auch nicht mögen. Denn für sie bist du das erste Beispiel eines Erwachsenen. Wenn deine Kinder klein sind oder noch am Beginn ihrer Jugend, solltest du so leben, wie du sie leben sehen willst. Wenn sie ein Alter erreichen, in dem sie mehr von ihrer Umgebung lernen, hast du bereits einen solchen Eindruck hinterlassen, dass sie wissen, auf was sie achten müssen. Wenn sie dich nie betrunken gesehen haben, kann es gut sein, dass sie der Anblick und das Verhalten einer betrunkenen Person abstößt und sie nicht meinen, dass sie das auch einmal versuchen müssen. Wenn du jedoch im Jahr zwei- bis dreimal oder öfter betrunken warst, ist das für sie Teil des Erwachsenen-Lebens und sie wollen das auch erleben.

Diesem ganzen Problem liegt eine Sache zu Grunde: Deine Kinder wollen so sein wie du. Das ist deine Verantwortung, denke daran und lebe dein Leben danach.

Kinder Zerbrechen oder Wild Werden Lassen – 14 Jan 11

Auf meine Tagebucheinträge bekomme ich viele verschiedene Reaktionen. Das ist ganz natürlich, da jede Person anders ist und so eine andere Meinung hat. Viele Leute haben auch das, was ich im gestrigen Tagebucheintrag geschrieben habe, gut geheißen. Sie sagten, es sei sogar Untertreibung zu sagen, dass es nicht leicht ist mit Teenagern umzugehen, im Gegenteil kann es wirklich schwierig sein. Eine weitere Person jedoch sagte, dass er oder sie zwar denkt, dass man ein Kind nicht zerbrechen soll, Kinder aber auch nicht ohne Disziplin das machen lassen kann, was sie wollen.

Ich stimme diesen beiden Punkten zu, selbst wenn dies den Autor vielleicht überrascht. Man sollte einen jungen Geist nie brechen. In älteren Zeiten und in vielen Ländern dieser Welt, auch in Indien, schlagen Eltern immer noch ihre Kinder und das dient natürlich nur diesem einem Zweck: ihren Willen zu brechen! Häusliche Gewalt ist in Indien leider immer noch sehr üblich.

Das Gegenteil kann in vielen Ländern gesehen, auch in Deutschland, wo ich viele Kinder ohne Respekt, Disziplin, Anstand oder wie man es auch nennen will, gesehen habe. Sie rauchen, trinken und nehmen Drogen, obwohl ihre Eltern es ihnen verbieten. Manchmal sogar direkt vor ihrer Nase, wo ihre Eltern sie ganz genau sehen können. Sie sprechen mit ihren Eltern auf eine Weise, die man sich nicht vorstellen kann, voller Schimpfwörter. Das ist auch nicht die richtige Art.
Was wir wollen sind starke Kinder mit einem starken Willen, aber dem Wissen, was richtig und was falsch ist. Ich habe schon mehrere Male über Probleme mit Alkohol, Zigaretten und sogar Drogen geschrieben. Ich ermutige Eltern immer dazu, zu erkennen, warum ihr Kind das tut. Ein 12 Jahre alter Junge, der raucht, fühlt sich erwachsen, weil er die Zigarette in seiner Hand hat. Ein 14 Jahre altes Mädchen betrinkt sich auf einer Party und küsst wild mehrere der Jungen um sie herum und tut das alles, weil sie sich dadurch erwachsen fühlt. Denke an deine eigene Jugend. Du hast vielleicht etwas ähnliches getan, vielleicht auf eine andere Weise, weil es eine andere Zeit war, aber trotzdem etwas, um deinen Eltern zu zeigen, dass du erwachsen bist.

Du solltest dein Kind nicht wild werden lassen, ohne jegliche Regeln oder Disziplin. Nein, du musst Regeln aufstellen und Disziplin lehren, schon einige Jahre vorher. Wenn du aber an einem solchen Punkt angekommen bist, musst du zusehen, ob du auf irgendeine Weise das Herzinnere dieses jungen Mädchens oder Jungens erreichen kannst. Wenn er oder sie sich mit dir unterhalten kann und dir sagt, was in ihm oder ihr vorgeht, hast du die Möglichkeit, sie zu berühren und sanft davor zu bewahren, ernsthaft verletzt zu werden. Sie über das Wochenende in ihrem Zimmer einzusperren, so dass sie nicht auf eine Party gehen können, ist nicht der richtige Weg. Und dann würden sie sich darum auch nicht sonderlich kümmern, sie hätten einfach an irgendeinem Wochentag nach der Schule ihre eigene Party. Du kannst sie nicht davon abhalten, älter zu werden und ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Alles, was du tun kannst, ist ihnen zu helfen und das ist deine Rolle, sobald dein kleines Kind zum Teenager oder jungen Erwachsenen wird.

8 Typen Mensch, die im Ashram nicht willkommen sind – 18 Nov 10

1995 haben wir begonnen, den Ashram zu bauen. In den letzten zehn Jahren haben wir Menschen aus ganz Indien und der ganzen Welt hier willkommen geheißen. Der Ashram hat sich sehr verändert und ist mit der Zeit bekannter, öffentlicher und beliebter geworden. Wir bekommen immerzu viele Anfragen von Menschen, die für verschiedene Zwecke nach Indien kommen wollen. Mit all den süßen und sauren Erfahreungen, die wir im Laufe der Jahre gemacht haben, möchten wir euch eine Liste der Menschen präsentieren, die wir hier nicht willkommen heißen.

Komm bitte nicht in unseren Ashram,

– Wenn du während deinem Aufenthalt Drogen oder Alkohol konsumieren willst. Wir wollen auf dem Ashram Gelände keine Drogen und keinen Alkohol haben und erlauben auch keinen betrunkenen Personen, den Ashram zu betreten.

– Wenn du einer Sekte angehörst oder von ihr beeinflusst wirst und mit dem Ziel unterwegs bist, diesen Glauben zu verbreiten. Wir heißen Sekten und ihre manipulativen Aktivitäten und Gehirnwäschen nicht gut und möchten nicht, dass unsere Freunde und andere Gäste im Ashram mit derartigen Versuchen belästigt werden.

– Wenn du nach einem Guru oder Meister suchst. Das ist etwas, was du hier ganz sicher nicht findest. Wir wollen alle einfach nur Freunde sein und einander ebenbürtig begegnen. Es gibt in diesem Ashram keine Anhänger und keine Schüler, keine Gurus und keine Meister.

– Wenn du nach einem Ort der religiösen Verehrung suchst. Dies ist ein Ashram, kein Tempel, keine Kirche und keine Moschee. Wir gehören keiner Religion an und führen keine religiösen Gottesdienste jeglicher Art durch.

– Wenn du nach einer billigen Unterkunft oder einem Ort suchst, an dem du kostenlos übernachten kannst, denn wir werden dich bitten, deine Lebenskosten zu decken.

– Wenn du nach einem Hotel suchst und die Dienstleistungen eines Hotels erwartest. Wir sind kein Hotel, sondern ein Ashram. Du lebst in einer Familie und teilst und lebst mit allen in Liebe zusammen.

– Wenn du kein Interesse an unseren Wohltätigkeitsprojekten, den Schulkindern und am Ashram-Leben hast, sondern nur Nutzen aus dem Ashram-Gelände als Ort ziehen willst.

– Wenn das Ziel deiner Indien-Reise spiritueller Sex-Tourismus ist.

Natürlich kann sich unsere Liste noch verändern und verlängern, wenn wir neue Erfahrungen machen. Morgen kannst du mehr über die Menschen lesen, die wir mit Freuden an diesem schönen Ort willkommen heißen.

Alkohol gefährlicher als Kokain oder andere Drogen, aber immer noch legal! – 10 Nov 10

Ich habe über eine Studie gelesen, die die Gefahren von Drogen miteinander vergleicht. Wissenschaftler untersuchten die Wirkungen verschiedener legaler und illegaler Drogen. Sie haben den Schaden für denjenigen gezählt, der die Droge konsumiert und genauso haben sie gezählt wie viel Schaden seine oder ihre Umgebung dadurch nimmt. Der Schaden an sich selbst beinhaltet Krankheiten, die man davon bekommt, Konzentrationsverlust, wirtschaftliche Verluste, Sucht, soziale Schwierigkeiten und mehr. Der Schaden für andere beinhaltet ihre Gesundheit, finanzielle Konsequenzen durch den Gebrauch der Droge und Umwelt-Probleme, die daraus entstehen.

Das Interessante ist, dass das höchste Ergebnis, die Droge, die eine Person am meisten schädigt, ist eine legale Droge: Alkohol. Alkohol ist die Nummer eins, Heroin und Crack folgen an zweiter und dritter Stelle. Tabak war auch unter den höheren Nummern, ungefähr am gleichen Gefahrenlevel wie Kokain. Alkoholkonsum ist also eine der gefährlichsten Dinge, die man tun kann. Es gibt einen Grund dafür, warum Alkohol der dritthäufigste Grund für verfrühte Todesfälle und Behinderung! Du schädigst deinen Körper, du schädigst deinen Geist, du schädigst die Menschen um dich herum, du wirst gewalttätig oder depressiv und du bringst dich selbst und andere in Gefahr.

Doch Alkohol ist trotzdem eine legale Droge! Für Alkohol wird Werbung gemacht, er wird offen in vielen Ländern verkauft, an vielen Orten der Welt ist er sogar für Kinder erlaubt und in so vielen Gesellschaften ist es offen und akzeptabel zu trinken und man wird sogar zum trinken ermutigt! Warum verbieten die Regierungen diese Drogen nicht, wie sie es mit Kokain, Heroin, Cannabis und so vielen anderen Drogen getan haben? Versteht mich nicht falsch, ich möchte Marihuana, Ecstasy oder irgendeine andere der illegalen Drogen nicht legalisieren! Ich sähe es gerne, wenn Alkohol illegal würde oder Regierungen zumindest aufhören würden, dafür zu werben!

Warum ist das nicht schon geschehen? Du glaubst nicht, dass Regierungen von diesen Studien noch nichts gehört haben, oder? Sie wissen es besser als ein Großteil der Bevölkerung, dass Alkohol und Tabak Drogen sind, die sehr schädigend sind, aber sie verbieten sie nicht und nennen sie nicht illegal. Wenn einem kein logischer Grund mehr einfällt, gibt es am Ende immer eine Antwort: Geldinteressen. Regierungen verdienen so viel Geld durch Steuern für Alkohol und Tabak, dass sie eine große Einnahmequelle verlieren würden, wenn sie sie plötzlich verbieten würden oder nicht mehr bewerben würden. Leider leben wir nicht in einer perfekten Welt, sonst würden Regierungen lieber die Gesundheit ihrer Bevölkerung retten als ihnen das zu verkaufen, was sie krank macht. Doch in dieser Welt müssen wir selbst für unsere Handlungen und das, was wir unserem Körper antun, verantwortlich sein.

Wenn du nicht trinkst, nicht rauchst und keine andere Droge verwendest, wirst du merken, dass das das Beste für deinen Körper, deinen Geist und deine Seele ist.

Einzelheiten: http://www.impactlab.net/2010/11/01/alcohol-more-dangerous-than-crack-or-heroin-say-drug-experts/

Spiritueller Sex-Tourismus – 12 Mai 10

Ich habe einmal mit einem Freund über das Image gesprochen, das Westler in Indien haben. Da Indien noch in vielen Dingen konservativ und traditionell ist, haben manche Menschen die Vorstellung, dass Sex im Westen etwas ist, das jeder mit jedem hat.

Natürlich haben wir über diese Idee gelacht, aber dann dachten wir auch darüber nach, wo das herkommt. Es ist weithin bekannt, dass der Westen in Sachen Sex freier ist, aber wer diese Vorstellung wirklich nach Indien bringt, das sind natürlich die Touristen. Mein Freund nannte es ‚Spiritueller Sex-Tourismus‘. Es gibt viele Menschen, die nach Indien kommen und dort alleine Reisen, um ihren Seelenfrieden zu finden, um Frieden im Leben zu finden oder nach dem Sinn des Lebens zu forschen. Da ist abloslut nichts falschen dran. Leider kombinieren sie diese Suche nach Frieden mit der Suche nach sexuellen Erfahrungen.

Für Viele ist das der Richtige Ort, weit weg von ihrem üblichen Umfeld, Dinge zu tun, die sie zu Hause niemals tun würden. Für manche von ihnen bedeutet das, mit vielen verschiedenen Menschen zu schlafen, für andere heißt das, den Parter zu betrügen. Manche nehmen auch Drogen mit in diese Erfahrung. Warum wundert es dich denn, dass das allgemeine Bild vom westlichen Touristen nicht ein sehr Gutes ist?
Jeder weiß, dass Menschen nach Thailand fliegen, um dort billigen Sex zu haben. Wir haben gewitzelt und gesagt, dass es aussieht als kämen die mit den spirituellen Interessen nach Ineien. Denn Sex ist das spirituellste auf der Welt. Doch einmal ernsthaft, denk daran: es ist wirklich schade, dass dieses Image geschaffen ist. Ich möchte auch noch einmal sagen, dass deine spirituellen Handlungen niemanden verletzen sollten.
 

Kumbh Mela in Vrindavan – 31 Jan 10

Hier in Vrindavan und in Haridwar findet im Moment die Kumbh Mela statt. Das ist das größte und am besten besuchte religiöse Fest der Welt. Es ist ein Fest, das alle drei Jahre in einer von vier Städten Indiens stattfindet. Und wenn es in Haridwar stattfindet, kommen die Feiernden auch nach Vrindavan.

Eine große Menge von Pilgern sammelt sich bei dieser Gelegenheit und natürlich finden viele Zeremonien und spirituelle Vorträge statt. Viele Sadhus nehmen auch teil. Ich habe schon zuvor in meinem Tagebuch über das Konzept der Sadhus geschrieben. Die ursprüngliche Einstellung ist, dass sie sich von allen weltlichen Dingen, sei das Geld, Kleidung oder auch Beziehungen zu anderen loslösen. Und sie leben üblicherweise von dem, was die Menschen ihnen als Spende geben.

Leider werden die Menschen auch in diesem Bereich heutzutage faul und missachten und betrügen auf eine Weise dieses alte Konzept. Es ist auf der Kumbh Mela üblich, dass sogenannte Sadhus dort die Zukunft vorraussagen. Und nicht nur eine vage Vorhersage über die Zukunft des Kunden, nein, die Menschen kommen zu ihnen, um die kommenden Lottozahlen zu erfahren! Lotterie ist in Indien übrigens illegal.

Ich sagte, dass die Menschen faul werden und es ist auch so: diejenigen, die die Lottozahlen vorhersagen, bekommen Geld dafür und müssen sich also keine Gedanken mehr über spirituelle Ausübung oder das ganze Konzept des Sadhu-Lebens mehr machen. Und diejenigen, die die Zahlen erfahren, wollen reich sein und das schnell und ohne sich anzustrengen.

Leider findet das hier statt und zusätzlich nehmen manche auch noch Drogen, um ihre Vorstellung einer spirituellen Erfahrung zu erreichen. Ich habe nicht wirklich Interesse an diesem Fest, ich freue mich einfach nur, hier im Ashram zu sein, das gute Wetter zu genießen, meine Arbeit zu machen und bei meiner Familie zu sein.