Ich liebe Überraschungen! – 3 Sep 16

Heute habe ich einen Telefonanruf bekommen, der mich wirklich sehr glücklich machte: Michael und Andrea haben ihre Tickets gebucht – sie kommen uns besuchen!

Ich wollte meinen ersten deutschen Freund heute sowieso anrufen, weil sie nach ihrem Urlaub letzte Woche auch gerade zurückgekommen waren. Ich dachte wir würden über ihren vergangenen Urlaub sprechen, aber Michael und Andrea hatten eine Überraschung parat: sie waren von Italien nach Hause gekommen, noch völlig in Urlaubsstimmung und hatten das Gefühl, uns in Indien besuchen kommen zu wollen! Einige Gegenden Italiens hatten sie an Indien erinnert und sie waren nun schon eine Weile nicht hier gewesen – also beschlossen sie, nach Flügen zu suchen! Sie fanden ein sehr gutes Angebot und genau wie ich das so liebe, zögerten sie nicht: Ende November werden sie hier sein!

Ich liebe das – solche Überraschungen sind die Besten! Ich liebe auch diese Einstellung, einfach spontan zu entscheiden, das Leben zu genießen, wenn sich dafür die Gelegenheit ergibt! Und natürlich freuen wir uns alle darauf, unsere Freunde wieder hier zu haben! Wir wollen ihnen so viele neue Dinge zeigen und natürlich auch, wie das Restaurant unser Leben verändert hat!

Oh, ich weiß, sie werden gern am Nachmittag Kaffee trinken und Kuchen essen, unsere Pizza und Pasta lieben und natürlich all unsere indischen Spezialitäten probieren!

Das wird eine super Zeit!

Virtuelle Facebook-Freunde im echten Leben Treffen – welche Freude – 9 Jun 16

Ich habe euch bereits mehrere Male erzählt, wie wahnsinnig sich unser Leben verändert hat. Ich habe das gestern und heute wieder gemerkt: früher war ich am Besten am Abend zu erreichen. Unter Tags war ich am Computer beschäftigt, mit dieser Internetseite, auf sozialen Netzwerken, beantwortete Anfragen, Emails, Nachrichten und mehr. Nun – naja, jetzt bin ich am Abend zu beschäftigt, irgendetwas anderes zu tun, als Tische zuzuweisen, zu bedienen und im Restaurant zu helfen!

Gestern kam ein Facebook-Freund zu Besuch, der schon wirklich sehr lange mit mir in Verbindung ist. Er kam mit seiner Frau und ich freute mich wirklich sehr über ihren Besuch. Es ist großartig, jemanden endlich persönlich kennen zu lernen, mit dem man sich schon mehrere Jahre lang unterhalten hat!

Sie kamen am späten Nachmittag, so dass wir ihnen ihr Zimmer zeigten und sie dann im Restaurant zu Abend aßen. Bis sie fertig waren, war das Restaurant voll und wir beim Bedienen unserer Gäste. Wir hatten nur ein kurzes Gespräch, bevor sie ins Bett gingen.

In der Früh jedoch trafen wir uns zum Frühstück und hatten ein langes Gespräch. Ich zeigte ihnen den Ashram, die Schule und das Restaurant, zeigte ihnen unsere Projekte und unseren Fortschritt und teilte meine Gedanken mit ihnen.

Ist es nicht lustig, wie sich das Leben verändert? Aber mach dir keine Sorgen, wenn du mich besuchen kommst, mag ich am Abend recht beschäftigt sei und auch unter Tags habe ich Dinge, die erledigt werden müssen – doch ich werde immer Zeit finden, um sie mit Freunden zu verbringen, zu reden und natürlich auch meinen Rat anzubieten, wo er gebraucht wird!

Gespräche mit Restaurant-Gästen – eine andere Dimension der Unterhaltung – 25 Apr 16

Gestern habe ich begonnen, euch von unseren Tagen im Restaurant zu erzählen und ich habe vor, euch in den nächsten Tagen noch mehr Einblicke in unser neues Leben als Besitzer und Kellner von Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant zu gewähren. Heute möchte ich euch ein bisschen mehr dazu schreiben, wie anders diese Arbeit ist

Früher habe ich schon auf unterschiedliche Weise gearbeitet. Ich war Darsteller auf der Bühne, vor Tausenden Menschen. Ich habe Einzelsitzungen und Beratungen gegeben. Ich habe Workshops und Meditationen geleitet. Ich habe am Computer gearbeitet. Ich heiße auch heute noch in unserem Zuhause Retreat-Gäste willkommen. Und nun heiße ich sie in unserem Restaurant willkommen. Diese Arbeit bringt eine ganz andere Beziehung zu Menschen mit sich, als ich zuvor gehabt hatte!

Ich habe schon immer eine recht tiefe Beziehung mit den Menschen hergestellt, die ich getroffen und mit denen ich gearbeitet habe. Viele dieser Menschen wurden zu Freunden. Sie kamen oft, nur um mich zu treffen und wir hatten auch lange Gespräche. Nun treffe ich immer noch viele Leute – doch sie kommen aus einem anderen Grund und so kommt es, dass die Beziehung, die ich zu ihnen entwickle, auch anders ist.

Meine Unterhaltungen zur Zeit sind kürzer. Sie sind zum Essen da, haben Hunger und wollen wählen, was sie essen. Sie wollen an einem netten Ort sitzen und gut essen, weshalb sie ja zu uns gekommen sind. Und sie haben Interesse an unserem Konzept, unseren Ideen und unserem Essen. Den meisten Leuten erkläre ich also die Ayurvedischen Werte unserer Mahlzeiten und wie wir in unserer Speisekarte für jedes Dosha ein Zeichen abgedruckt haben. Ihnen gefällt das Konzept, gesund zu essen und etwas zu sich zu nehmen, was neben dem guten Geschmack auch noch gut für ihren Bauch ist.

Wenn ich gefragt werde, woher wir die Idee für dieses Konzept haben, erzähle ich ihnen von meiner früheren Arbeit in Europa, Amerika und Australien. Naja, soviel wie ich in der begrenzten Zeit eben erzählen kann. Es ist wie eine fünfminütige Zusammenfassung der vergangenen Jahre meines Lebens!

Natürlich haben die Leute auch Interesse an unseren Retreats im Ashram sowie unseren Kochworkshops – wer hätte das nicht, nach so leckerem Essen? Wenn ich ihnen schließlich von unserer wohltätigen Arbeit erzähle, schätzen das alle sehr! Ihre Mahlzeit in unserem Restaurant unterstützt auch die kostenlose Bildung und das Essen unserer Kinder!

Am Ende nehmen die Leute eine Visitenkarte mit und lassen ihre hier, nehmen unsere Telefonnummer und sagen, sie würden für ein Essen wiederkommen, sie würden anrufen oder manchmal, sie würden in den nächsten Tagen für ein längeres Treffen und Gespräch kommen. Das ist jedoch keine ernsthafte Verabredung. Sie waren hier zum Essen, nicht um Freundschaften zu schließen. Vielleicht kommen sie, vielleicht nicht. Ich erinnere mich vielleicht daran, vielleicht nicht.

Eines jedoch weiß ich sicher: ihnen hat ihre Zeit hier gefallen, ihre Mahlzeit und ihr Gespräch mit ihr. Das macht mich glücklich und ist schließlich etwas, was diese Arbeit mit allen Vorherigen gemeinsam hat: ich bin vollkommen glücklich, weil ich Menschen helfen kann und ein Bedürfnis stillen kann, während ich mittellose Kinder unterstütze!

Wenn alte Freunde um die Welt reisen, um mit dir Zeit zu verbringen – 18 Feb 16

Zur Zeit haben wir zwei ganz besondere Besucher im Ashram: eine von Ramonas ältesten Freundinnen, die sie kennt, seit sie zehn Jahre alt war, und ihr Freund. Veri und Chris haben im letzten Jahr beschlossen, dass sie uns auf ihrem Urlaub im Februar gerne besuchen kommen wollen – und wir freuen uns sehr, dass wir sie da haben!

Natürlich haben wir eine tolle Zeit zusammen! Ramona hat ihnen bereits Teile der Stadt gezeigt, sie haben unsere Schule gesehen und sie haben eine Führung durch unser Restaurant bekommen, welches ganz bald eröffnet werden soll!

Da Chris selbst Koch ist, hatten wir viel Spaß daran über unterschiedliche Konzepte zu reden, über unsere Idee, gesundes aber leckeres Essen anzubieten, über die Arbeitssituation in deutschen Restaurants und Unterschiede, die es dazu hier geben mag – und natürlich konnten wir ihm und Veri einen Vorgeschmack auf das Essen geben, das wir in unserem Restaurant servieren werden!

Da sie sich in den letzten zehn Jahren nicht so oft und immer nur kurz gesehen haben, haben meine Frau und ihre Freundin aus Kindheitstagen einander jede Menge zu erzählen! Sie graben Erinnerungen aus, sprechen über gemeinsame Freunde und Bekannte und tauschen natürlich auch Einzelheiten darüber aus, wie ihr Leben heute so aussieht. Ramona hat sich darauf gefreut ihr zu zeigen, wie wir hier leben, da es natürlich eine ganz andere Welt ist, die man kaum mal eben so beschreiben kann!

Um ihnen etwas mehr zu zeigen als nur Vrindavan, machten wir gestern einen Ausflug nach Delhi! Wir sahen uns nicht so viele Sehenswürdigkeiten an, weil wir nicht nur zwischen alten Gemäuern herumlaufen wollten. Stattdessen machten wir einen schnellen Halt am India Gate und gingen dann weiter auf einen Spaziergang und eine Einkaufstour in der Altstadt Delhis, besuchten Chandni Chowk und natürlich Khari Baoli, den Gewürzmarkt! Am Nachmittag fuhren wir in Richtung Connaught Place und flanierten um die Geschäfte dort. Nach einem tollen Abendessen kamen wir schließlich mit jeder Menge Eindrücke aus der Hauptstadt zurück!

Am Wochenende planten wir ein weiteres Highlight: wir werden einen Ausflug nach Jaipur machen, in die pinke Stadt und die Hauptstadt Rajasthans. Natürlich gehen sie auch noch Agra und das Taj Mahal besuchen. Zusammen mit einem Besuch daheim bei Schulkindern, einigen weiteren Sehenswürdigkeiten in unserer Kleinstadt, Kochen und Backen im Ashram und Spielen mit Apra werden wir noch eine weitere volle Woche haben, bevor sie uns in Richtung Goa verlassen – und wir freuen uns auf den Spaß, den wir noch gemeinsam haben werden!

Stresst es dich, wenn alle um dich herum entspannt sind? – 17 Feb 16

Gestern habe ich euch von einer gewissen Flexibilität erzählt, die man braucht, wenn man in Indien ist und dort irgendwelche Pläne schmiedet. Man könnte sich deswegen stressen – aber es ist so viel leichter, sich einfach zu entspannen. Um vom Beispiel Indien jedoch etwas wegzukommen, möchte ich etwas mehr zu einer gewissen Gewohnheit sagen, die viele Leute haben: sie bekommen Stress, wenn andere um sie herum zu entspannt sind!

Das ist etwas, was ich oft gesehen habe: es gibt Leute, die sich nur entspannen können, wenn jemand anderes in ihrer näheren Umgebung gestresst ist. Ihr eigenes Stresslevel steigt, wenn um sie herum niemand Stress hat. Das bedeutet, dass sie den Stress zu brauchen scheinen!

Ich habe gesehen, wie solche Leute in extrem stressigen Situationen völlig ruhig reagierten. Alle um sie herum drehen fast durch und werden so nervös, dass es schwierig ist, eine Lösung für das Problem zu finden. In solchen Situationen glänzen sie. Sie sind in der Lage, einen kühlen Kopf zu bewahren und Kontrolle zu übernehmen, die anderen zu beruhigen, oft die Führung zu übernehmen und sie aus diesem stressigen Wahnsinn herauszubringen. Natürlich werden sie in Firmen für diese Fähigkeit geschätzt – aber sie reagieren anders, wenn sie Leute um sich haben, die entspannt sind!

Wenn man diese gleichen Personen in eine Situation mit wenig oder keinem Stress steckt, werden sie nervös. Sie genießen hektische Situationen um sich herum, so dass sie sich darauf konzentrieren können, ruhig zu sein. Wenn da niemand Stress macht, haben sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Als ob da etwas ist, um was sich jeder Sorgen machen sollte! Wahrscheinlich vergisst jemand etwas. Da muss es ein wichtiges Thema geben, das jeder gerade vergisst! Da muss es etwas geben, was so schnell wie möglich erledigt werden muss!

Sogar wenn da kein offensichtlicher Grund besteht, in Stress zu geraten, bekommen diese Leute Stress. Sie brauchen den Stress, um sich gut zu fühlen und wenn es keinen Grund gibt, machen sie sich selbst Stress. Für sich selbst sowie leider auch für andere.

Jetzt wird es wichtig: du hast vielleicht das Gefühl, dass diese Beschreibung auf dich zutrifft. Wenn ja, versuche bitte, das so schnell wie möglich zu ändern. Die Leute um dich herum handhaben ihr normales Leben offensichtlich lieber ruhig und du machst ihnen Stress. Niemand will von außen gestresst werden und das ist etwas, was negativ auf dich zurückkommen wird! Du musst dich entspannen. Immer wenn du das Gefühl hast in Stress zu verfallen, denk darüber nach, wo das herkommt! Ist da wirklich etwas, was den Stress rechtfertigt oder schaffst du ihn nicht doch selbst? Beruhige dich sowieso – dieser Stress ist nicht gut für deine Gesundheit und deine Beziehung zu den Leuten um dich herum!

Wenn du jemanden in deiner Umgebung kennst, der so handelt und reagiert, bleibe ruhig. Wenn du den Menschen gut genug kennst, kannst du nett erklären, was da geschieht und dass es unnötig ist, in so viel Stress zu verfallen. Wenn du ihm nahe stehst, kannst du die Probleme aufzeigen, die davon kommen können. Wenn nicht – versuche sowieso, ruhig zu bleiben und nicht genervt zu reagieren.

Stress ist für keinen von uns gut! Lasst uns also versuchen, es zu vermeiden und uns zu entspannen – dann können wir Probleme viel einfacher lösen!

Es geht auch im echten Leben – wenn soziale Medien wahre Freundschaften schaffen – 16 Dez 15

सोशल मीडिया मित्रों को वास्तविक जीवन में एक-दूसरे से मिलवाता है

In meinen letzten zwei Blogeinträgen hat es sich vielleicht so angehört, als würde ich soziale Medien überhaupt nicht mögen. Naja, das ist so nicht ganz richtig. Sie haben in der Welt viele positive Änderungen gebracht und als moderner Mensch schätze ich die Vorteile, die sie bringen. Es gibt jedoch etwas, was ich merklich vorziehe: das wahre Leben.

Ich liebe technischen Fortschritt. Ich war schon früh von technischen Geräten fasziniert – Kameras zum Beispiel. Ich war einer der Ersten in unserer Stadt, der eine Digitalkamera hatte, als wir ein Telefon bekamen, kamen viele Nachbarn zu uns, um Telefonate zu empfangen, das erste Handy, das ich hatte war ein riesiger Ziegel, weil es eines der ersten war und sie damals eben so aussahen! Ich glaube, dass technischer Fortschritt uns unglaublich viel helfen kann. Ich verwende das Internet jetzt schon lang und habe natürlich auch eines Tages begonnen, auf sozialen Netzwerken aktiv zu werden.

Ich muss sagen, dass es heutzutage eine Art der Kommunikation ist, die mit jeglicher vorherigen Methode unvergleichbar ist! Viele Leute, die ich im wahren Leben kenne, sind dort mit mir in Kontakt und ich kann ihnen allen auf einmal schreiben. Gleichzeitig jedoch gibt es sogar noch mehr Leute – Menschen, die ich überhaupt nicht kenne und noch nie getroffen habe – die meine Worte lesen, sie vielleicht mogen und daran Interesse haben, mehr zu erfahren.

Ich kann mit so vielen Leuten auf einmal in Kontakt sein und jeder kann sich aussuchen, ob er er mehr lesen möchte oder nicht! Sie können ihre Einstellungen so wählen, dass sie meine Worte sehen oder überhaupt nicht! Ich glaube, es ist eine wunderbare Möglichkeit für die Menschen zu wählen, was sie tun wollen.

So viel dazu, mit Leuten in Kontakt zu sein. Danach jedoch glaube ich, sollte es noch einen Schritt weitergehen. Bringe es ins wahre Leben. Wenn du das Gefühl hast, mit jemandem online in Verbindung zu stehen, kann das ein sehr einseitiges Gefühl sein! Du liest die Worte des anderen die ganze Zeit. Du siehst Bilder und vielleicht ‚gefällt‘ dir das, was du auf Facebook siehst. Der andere jedoch mag noch nicht einmal gemerkt haben, dass du ihm so nahe bist. Dafür musst du schon eine direkte Nachricht schicken, eine Email, einmal anrufen oder einen Besuch abstatten.

Und da kommts: ich habe online viele Freunde kennen gelernt, die mich dann hier besuchen gekommen sind. Inder, die eine andere Denkweise mögen, sind für einen Tagesbesuch oder über das Wochenende gekommen. Menschen von überall auf der Welt kommen für ein paar Tage oder sogar mehrere Wochen und Monate für Yoga und Ayurveda Retreats.

Da weiß ich, dass soziale Medien auch fürs echte Leben gut sind: wenn mir jemand erzählt, dass er online etwas von mir gelesen hat, dann zum Blog gekommen ist und Hilfe für sein oder ihr Leben gefunden hat. Wenn mich jemand online gefunden hat, dann auf die Seiten über unsere wohltätige Arbeit kam und eine Patenschaft übernahm. Wenn jemand online meine Einträge gelesen hat und quer durch Indien reist, um mich persönlich zu treffen. Wenn jemand Bilder unserer Retreats sieht und beschließt, hier bei uns Yogaferien zu machen.

Ich glaube an eine echte Verbindung und soziale Medien sind nur ein Werkzeug, ein Instrument, um dorthin zu gelangen. Ich glaube daran, authentisch zu sein – offline und online gleichermaßen.

Eine weitere Feier und eine Überraschung für die Kinder – 19 Okt 15

Gestern habe ich euch von meiner Geburtstagsfeier am Samstag erzählt. Diese Feier sollte eigentlich bereits am Morgen mit einem großen Mittagessen und einer Überraschung für die Kinder beginnen. Am Samstag jedoch hatten wir in einem Bereich Vrindavans örtliche Wahlen und da viele unserer Kinder aus jenem Teil der Stadt kommen, hatten sie am Samstag schulfrei. Und so kam es, dass wir eine weitere Möglichkeit hatten zu feiern und so konnten wir auch noch einen weiteren Anlass feiern: Thomas und Iris 10. indischer Hochzeitstag!

Die Kinder kamen heute früh an und dachten, es würde ein weiterer gewöhnlicher Schultag. Sie waren überrascht, als wir sie zum Mittagessen riefen und unsere Gäste und wir bereits hier saßen und warteten, dass sie kamen und wir zusammen anfangen konnten! Wir aßen alle mit ihnen zusammen und als wir alle voll waren, kamen wir noch einmal für die Überraschung zusammen: alle Kinder bekamen neue Schultaschen!

Das war mein Geburtstagsgeschenk von meiner Familie und meinen Freunden! Sie hatten für jedes Kind eine Tasche machen lassen, welche wir nun verteilen konnten. Das größte Geschenk war das Lächeln auf den Gesichtern unserer Schulkinder! Wie sie ihre Taschen nahmen, sie in den Händen rumdrehten, sie ansahen und jeden einzelnen Reißverschluss öffneten, um zu sehen, wie viel Platz sie in den neuen Taschen hatten!

Mein Geburtstag war jedoch nicht der einzige Anlass zu feiern heute! Heute ist noch ein weiterer besonderer Tag: es ist der 10. indische Hochzeitstag von Thomas und Iris! Wir können kaum glauben, dass es bereits so lange her ist, aber wirklich, vor zehn Jahren kamen Thomas und Iris das erste Mal in den Ashram. 2005 hatten wir uns in Deutschland kennen gelernt und dann reisten sie nach Indien und kamen zu uns. Hier hatten sie ihre indische Hochzeitszeremonie – und natürlich mussten wir auch das feiern!

Es war also wie eine dritte Geburtstagsparty und ein Jubiläum zusammen und beides teilten wir mit den Kindern!

Ich freue mich, eine so wundervolle Familie und tolle Freunde zu haben – und es ist herrlich, dass ich all das auf diese Weise auch mit euch teilen kann! Ich hoffe, dass ihr eines Tages auch bei einer unserer Feiern dabei sein werdet!

Eine tolle Zeit mit Freunden – 18 Okt 15

Oh, wir haben eine großartige Zeit! Ja, es ist herrlich – das Leben ist voller Ereignisse, Menschen kommen und gehen, jeden Tag gibt es eine neue Entwicklung und gerade jetzt haben wir liebe Freunde im Ashram und genießen unsere Zeit mit ihnen!

Am Freitag sind Thomas und Iris zusammen mit unseren gemeinsamen Freunden Peter und Heike, deren Sohn und zwei weiteren Freunden angekommen. Nach einem Abend der Entspannung hatten wir gestern eine großartige Geburtstagsparty! Wir haben eigentlich nichts sehr aufwendiges gemacht, aber es war wirklich besonders: wir hatten ein leckeres Abendessen gefolgt von einer kleinen Tanzparty. Dann etwas Schokokuchen für alle und noch etwas tanzen! Apra, Pranshu und Guddu, unsere Jüngsten, haben ihre Tänze vorgeführt, gezeigt was sie gelernt haben und dann hat Melanie, unsere Freundin aus Frankreich, ihren Feuertanz gezeigt. Schließlich gaben wir dem Abend ein schönes musikalisches Ende mit Musik von unseren deutschen Freunden mit den unterschiedlichsten Instrumenten.

Es war ein schöner Abend, den wir alle sehr genossen – Familie, Freunde und Ashram-Gäste! Für drei Frauen war es auch ihr letzter Abend im Ashram vor einer Reise durch Rajasthan, die wir für sie organisiert haben. Heute früh sind sie in Richtung Jaipur aufgebrochen, werden dann weiterfahren nach Jaisalmer und schließlich via Delhi zurückkommen, von wo aus eine von ihnen nach Hause zurückfliegen wird.

Nun sitzen wir also hier, mit weniger Gästen und unseren Freunden, und genießen unsere gemeinsame Zeit, erzählen, was so alles geschehen ist, schwelgen in Erinnerungen und machen Pläne für unsere nächsten Abenteuer.

Apra ist gerade überglücklich, weil Thomas hier ist. Den ganzen Tag lang spielt sie mit ihm oder erzählt uns, was sie so alles gespielt haben und denkt darüber nach, was sie wohl als nächstes machen werden. Sie liebt es, wenn das Haus voller Leute ist und besonders, wenn es nicht nur Unbekannte sind, sondern Freunde, mit denen sie fast jede Woche auf Skype redet!

Dazu haben noch all unsere deutschen Freunde aus Deutschland jede Menge Geschenke für Apra und die Ashram Jungs mitgebracht. Alle probieren also gerade neues Spielzeug aus und essen leckere deutsche Süßigkeiten! Wir haben eine herrliche Zeit!

Das Leben ist gut!

Manchmal muss man einfach mit jemandem reden, der weit weg ist! – 8 Sep 15

Vor Kurzem habe ich mit einem Freund telefoniert. Er lebt in Österreich und wir lernten uns kennen, als ich dort vor etwa sechs Jahren Workshops gab. Wir waren über die Jahre hinweg immer mal wieder miteinander in Kontakt und haben einander erzählt, was in unseren Leben so vor sich ging. Letzte Woche rief er mich an, nicht, um nach dem Wetter zu fragen, sondern um die Hilfe eines Freundes zu erbitten.

Jeder sagt immer, dass Freunde für dich da sind, wenn du sie brauchst. Es gibt jedoch Situationen, in denen du ganz engen Freunden dieses Bedürfnis nicht zeigen kannst, in denen du zögerst, mit denen zu teilen, die dir am nahesten stehen. In solchen Zeiten ist es gut, einen Freund zu haben, der etwas weiter weg ist und die Situation aus einer gewissen Distanz betrachten kann. Das war der Fall mit meinem österreichischen Freund.

Als ich ihn kennen lernte, war er gerade mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Söhnen in sein eigenes Haus in seinem Dorf gezogen. Sie freuten sich gerade, ein neues Kapitel in ihrem Leben zu beginnen, ihr älterer Sohn fing an, ging nun zur Schule und alles war gut.

Am Telefon erzählte er mir, dass die Situation sich dramatisch verändert hatte. Er hatte herausgefunden, dass seiner Frau ihn über Jahre hinweg mit einem gemeinsamen Freund betrogen hatte. Er wollte sich also von ihr trennen und eine Scheidung. Das war etwas, was ihm das Herz gebrochen hatte, doch er hatte sich bereits entschieden: er konnte ihr das nicht vergeben, er musste diese Beziehung beenden.

Um zu verstehen, warum er darüber nicht mit seinen Freunden sprechen konnte, müsst ihr noch zwei Einzelheiten wissen: mein Freund lebt in einem kleinen Dorf, in dem wirklich jeder jeden kennt. Jegliche Neuigkeit wie eine Trennung oder auch nur Eheprobleme macht wie Lauffeuer die Runde und jeder weiß sofort darüber Bescheid.

Die zweite Sache ist die, dass seine Frau ein Alkoholproblem hat und das schon seit einer ganzen Weile. Mein Freund hat versucht ihr zu helfen, hat sich dabei jedoch immer bemüht, es zu verstecken, um zu vermeiden, dass das ganze Dorf davon erfährt. Er wollte seine Frau, den Ruf der Familie und auch seine Söhne auf diese Weise beschützen.

Und das tat er auch jetzt noch. Er wollte seinen Herzschmerz mit seinen Freunden nicht teilen, er wollte nicht über seine Beziehungsprobleme sprechen, denn dann wüsste gleich das ganze Dorf Bescheid. Das nächste Problem jedoch ist, dass er seine Söhne nicht bei seiner Frau lassen will, da diese ja ein Alkoholproblem hat! Das wiederum kann er niemandem erzählen ohne ihr zu schaden, zumindest dachte er das! Jeder würde dann Bescheid wissen – etwas, was er schon so lange zu vermeiden versucht hat!

Also rief er mich an und fragte, was er tun sollte.

Zunächst einmal sagte ich ihm, er solle aufhören, sich Sorgen zu machen, was andere Leute von ihm und seiner zukünftigen Ex-Frau halten. Das ist doch ganz egal! Wichtig ist sein Herz, seine Gefühle und seine Kinder! Egal, was andere sagen, seine Kinder müssen sicher sein! Ich empfahl ihm also, erst einmal einen guten Anwalt zu finden und die Sache mit ihm zu besprechen, ohne sich um anderes zu kümmern.

Danach soll er mit seinem besten Freund sprechen. Du musst doch aussprechen und teilen, was in dir ist! Seine Frau braucht Hilfe mit ihrem Alkoholproblem und die bekommt sie nicht, wenn man es noch weiter versteckt. Es wäre also auch ihr nichts Gutes getan, wenn man versucht, es weiter zu verstecken – und seine Söhne brauchen ihn jetzt!

Ich habe ihm erklärt, dass es auch kein großes Thema wäre in eine andere Stadt zu ziehen, noch einen Neuanfang zu machen und einfach mal für eine Weile aus dem Klatsch und Tratsch rauszukommen. Eines Tages kühlt sich das alles ab und seine echten Freunde werden auch auf seiner Seite sein!

Er war froh, vor allem darüber, dass er sich mal das Herz ausschütten konnte. Und ich freue mich, dass ich Freunde habe, die mich anrufen, wenn sie wirklich jemanden brauchen!

Der Ashram zu Beginn einer Saison – Freunde kommen und gehen! – 6 Sep 15

In diesem Jahr hatten wir das ganze Jahr lang Besucher, sogar im Sommer während der heißesten Zeit des Jahres. Nun wird das Wetter langsam besser, die Luftfeuchtigkeit wird weniger und die Temperaturen sinken auch langsam. Damit beginnt die Saison und in den nächsten Wochen und Monaten werden wir den Ashram wieder voll haben. Es beginnt bereits – wir heißen neue und alte Freunde für ihre Zeit hier und verabschieden sie danach wieder.

Morgen werden wir uns in der Früh von Susan verabschieden, eine Dame aus Großbritannien, die ein paar Tage lang für Yogastunden, Ayurvedische Massagen und Sightseeing in Vrindavan war. Sie hat ihre Zeit hier in vollen Zügen genossen und sich auch gefreut, wie die Ayurvedischen Ölbehandlungen ihre Rückenschmerzen linderten. Zusätzlich hat sie nun den festen Vorsatz, ihre eigene tägliche Yoga-Routine zu beginnen, nachdem sie nun die grundsätzlichen Stellungen gelernt hat, von denen viele ihr helfen, ihre Rückenmuskulatur zu stärken. Wir freuen uns, dass sie eine so tolle Erfahrung mit uns gemacht hat und freuen uns darauf, sie wieder hier begrüßen zu dürfen!

Ein weiterer Abschied war heute Abend und in diesem Fall wissen wir schon sicher, dass es bald auch eine Rückkehr gibt: Yashendus Freundin Eva war hier und ist gerade nach einer herrlichen Zeit mit uns wieder abgefahren. Es ist schön, diese Erweiterung der Familie zu haben – und nicht nur Yashendu, wir alle können es kaum abwarten, sie wieder hier zu haben!

Ich bin mir sicher, dass diese zwei nicht die Einzigen sein werden, die wiederkommen – und wir lieben es, wenn ein neuer Freund mit der Zeit zum alten Freund wird und wiederkommt, so wie der, den wir hier gestern wieder willkommen heißen durften! Unser Freund Scott ist wieder im Ashram angekommen! Er war das erste Mal vor vier Jahren hier, als Ramona mit Apra schwanger war und zwischendurch kam er auch schon. Nun ist er da und wir können einander auf den letzten Stand bringen, was in der Zwischenzeit in seinem und unserem Leben los war!

Mit ihm kamen zwei Freunde, auch sehr liebe Menschen, die wir nun kennen lernen und die uns genauso kennen lernen. Sie sind auch Reisende und wir wären nicht überrascht, wenn sie eines Tages nach Vrindavan zurückkehren, um und wiederzusehen!

Das ist ein wundervoller Beginn einer Saison und wir freuen uns auf noch viele weitere solche Begegnungen in den nächsten Monaten! Das ist die Schönheit dessen, was wir tun – wir treffen jede Menge weitere liebe Menschen, wir schließen neue Freundschaften, teilen Erfahrungen und Gefühle und geben ihnen dabei auch eine Erfahrung von Indien hautnah!

Vielleicht kommt ihr ja auch bald? Wir würden uns auf jeden Fall sehr freuen!