Leichtigkeit und Wohlgefühl bei religiösen Menschen in London – 29 Mai 11

Ich erinnere mich daran, dass ich meinen Geburtstag in dem Jahr, den 14. Oktober 2001, in London mit der Familie gefeiert habe, die bald Nachwuchs erwartete. Ich war sowieso dort für mein Programm und mehrere Menschen waren wie üblich für den Vortrag und das Ritual zusammen gekommen. Sie überraschten mich mit dem ersten Geburtstagskuchen meines Lebens. In Indien haben wir diese Tradition des Geburtstagskuchens nicht, aber ich wusste aus dem Fernsehen und von Geschichten, die ich gehört hatte, dass diese Tradition in der westlichen Kultur existiert. In London wurde mein Geburtstag also zum ersten Mal auf diese Weise gefeiert. Ich glaube mich zu erinnern, dass oben auf dem Kuchen sogar ‚Swami Ji‘ geschrieben stand. Mir bereitete diese Feier sehr viel Freude.

Alles in allem hatte ich eine richtig gute Zeit in London. Ich hatte mehreres an Programm in unterschiedlichen Häusern in London, immer mit religiösen und spirituellen indischen Familien. Ich war gerne bei ihnen, besonders weil es zwar anders war als das, was ich von Indien kannte, aber trotzdem noch vertraut.

Ich versuchte damals, so viel Zeit wie möglich außerhalb Indiens zu verbringen, da es für mich dort zu intensiv geworden war. Wie ich bereits erwähnte, fühlte ich mich nach der Zeit in der Höhle in meiner Rolle als Guru nicht mehr wohl. Immer wenn jemand kam, um mich zu treffen und ich auf einem Sofa oder Stuhl saß, setzten sich meine Besucher vor mir auf den Boden. Sie setzten sich zu meinen Füßen, sahen zu mir auf, wünschten sich und glaubten, dass etwas Weisheit, Energie und Kraft von mir zu ihnen fließen würde. Nach der Höhle fühlte ich mich in solchen Situationen nicht mehr wohl und dieses Gefühl hatte mich auch dazu gebracht, Indien zu verlassen.

In London war das anders. Dort war ich auch umringt von religiösen indischen Mesnchen, aber sie waren alle auch etwas westlich. Sie hatten Respekt und liebten mich als heilige Person, aber während ich in Indien alleine auf dem Sofa saß, saßen sie in London neben mir. Sie saßen nicht niedriger und vor mir, sondern neben mir, auf dem gleichen Level. Es gab immer noch viele traditionelle Rituale und Verhaltensweisen, doch es schien mir viel weniger Drama als in der gleichen Szene in Indien. Ich fühlte mich wohler und spürte, dass ich Freunde gewonnen hatte und keine Anhänger.

Zu der Zeit hatte ich das Gefühl, dass es für mich wirklich besser wäre, mehr Programm in Europa, in Großbritannien und an anderen Orten außerhalb Indiens zu geben, obwohl die Gruppen sehr viel kleiner waren.

Damals telefonierte ich auch wieder mit meinem indischen Freund in Deutschland. Er versicherte mir, dass ich in Itzehoe, wo er wohnte, willkommen war und dass ich kommen und ein paar Tage bei ihm bleiben sollte. Ich beschloss, das auch zu tun und so saß ich nach Ende meines Programms in London schließlich wieder in einem Flugzeug nach Deutschland.

Gurus, Frauen und Anhänger verleugnen sexuelle Beziehungen – 11 Mar 11

In der letzten Woche habe ich wegen den Neuigkeiten über Prakashananda wieder einmal über falsche Gurus und ihr Sexualverhalten geschrieben, das nicht selten Missbrauch gleichkommt. Es gibt viele Gurus, die sich solchen Anklagen stellen mussten, so wie auch Nithyananda im letzten Jahr und nicht selten kommen solche Vorfälle ans Licht, weil mehrere Frauen involviert sind. Doch es gibt auch viele große Gurus, die etwas ruhiger sind und wirklich nur eine Frau an ihrer Seite haben, die für sie wie eine Freundin oder Ehefrau ist. Doch diese Frau wird nie als Partnerin anerkannt.

Üblicherweise hat jeder Guru eine Gruppe enger Anhänger, die immer bei ihm sind. Sie stehen in ihrer eigenen ‚Hierarchie‘ höher, tragen mehr Verantwortung und haben mehr Rechte. Und an ihrer Spitze steht oft eine Frau. Sie hat das Recht, jede Nacht ins Schlafzimmer des Guru zu kommen. Sie sind immer beieinander, in der Öffentlichkeit sitzt sie bei seinen Füßen und ist diejenige, die dem Guru die wichtigsten notwendigen Dinge bringt.

Jeder sieht das. Jeder weiß, dass der Guru mit ihr schläft, seine Mahlzeiten mit ihr teilt und mit ihr zusammenlebt. Doch sie wird nie seine Frau genannt. Sie wird nie seine Freundin genannt. Er wird sie nie in der Öffentlichkeit in dieser Rolle akzeptieren und keiner seiner Anhänger würde das gerne hören.

Was würde geschehen, wenn diese Gurus ihre Frauen in ihrem Leben akzeptierten? Warum tun sie es nicht? Naja, sie könnten sich selbst nicht mehr Sanyasi nennen. Sie würden ihren Status als Guru verlieren, da dieser auf der Annahme beruht, dass sie enthaltsam leben, dass sie keine körperlichen Bedürfnisse haben und, um ganz deutlich zu sein, keinen Sex haben. Sie würden ihren besonderen Status verloren und damit auch viele Anhänger.

Ich möchte diese Gurus fragen, warum akzeptiert ihr diese Frauen nicht offen in eurem Leben? Ihr tut nichts falsches! Ihr habt keine Sex Parties, vergewaltigt keine Frauen, belästigt keine Kinder oder Teenager und missbraucht niemanden, ihr habt einfach nur eine Beziehung! Wenn ihr diese Beziehung versteckt, dann macht ihr etwas falsch. Ihr seid nicht ehrlich!

In Wirklichkeit wissen aber alle Anhänger von diesen Frauen! Was ist mit euch, den Anhängern? Ihr gebt eurem Guru diesen Status, obwohl ihr genau wisst, das er das tut, was ihr als falsch betrachtet. Wenn ihr doch sowieso wisst, dass er eine Freundin oder Frau hat, warum würde es euch wütend machen, wenn er sie akzeptiert? Ihr nennt sie weiterhin eine enge Anhängerin anstatt Freundin oder Frau, obwohl sie miteinander intim sind und miteinander schlafen. Seid ihr nicht selbst scheinheilig?

Ich habe eigentlich Mitleid mit der Frau, die immer versteckt ist und nie so akzeptiert wird, wie sie ist! Ich sehe auch indische Swamis und Gurus, die ihren Partner fürs Leben im Westen gefunden haben. Sie haben immer eine weiße Frau an ihrer seite, ihre ‚sehr enge Anhängerin‘. Wenn ich das sehe, muss ich mich schon wundern. Ihr, Frauen aus dem Westen, nehmt diese Rolle einfach so an? Indische Frauen sollten ihre Beziehung auch nicht verstecken, aber ich weiß, dass sie in dieser Kultur so aufgewachsen sind. Ihr seid aber in einer Kultur aufgewachsen, in der Beziehungen offen sind, in denen ihr nicht einmal rein sexuelle Beziehungen verstecken würdet, warum akzeptiert ihr also dieses Spiel wie es ist? Warum lehnt ihr euch nicht auf und sagt euren Guru-Partnern ‚Hey, akzeptiere es, wie es ist und akzeptiere, dass wir eine sexuelle Beziehung haben, dass wir einander lieben und dass wir ein Paar sind!‘ Ihr tut nichts Falsches, doch eure Beziehung zu verstecken ist falsch!

Ich muss hier keine Einzelperson nennen, da es hierfür eine lange Liste von Leute gibt und es so viele sind, von denen ich weiß, dass sie in dieser Situation sind. Ich habe das mit eigenen Augen gesehen. Jeder Guru, jeder Anhänger und jeder, der einmal ein solches Paar gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Sie würden es vielleicht nie zugeben, aber jeder kann es deutlich sehen.

Es ist lustig, aber gleichzeitig stimmt es mich für diese Menschen traurig. Was für ein unehrliches Leben sie leben müssen, immer Angst davor, dass jemand in der Öffentlichkeit über ihre Beziehung spricht! Wie schrecklich das für die mentale Situation sein muss? Sie leben in einer Illusion, nicht im wahren Leben. Sie wissen, sie gehören zusammen, aber glauben sie denn, dass alle anderen blind sind? Sie müssen doch erkennen, dass jeder andere das auch sieht. Wie, so frage ich mich wirklich, können sie mit diesem Wissen in Frieden mit sich selbst sein?

Roboter Erlangen Bewusstsein – 18 Juni 10

Gestern habe ich mit einem Freund über unsere Rolle in dieser Welt gesprochen. Sind wir nicht wie Roboter in diesem System und folgen unserer Rolle? Wir sind wie Marionetten, die in diesem großen Stück ihren Teil spielen. Mein Freund meinte, dass in den meisten dieser Science-Fiction Filme die Roboter Bewusstsein erlangen, während die Menschen immer weniger bewusst werden. Diejenigen, die bewusst sind, werden immer mehr zu Maschinen und lassen das Bewusstsein hinter sich. Sind wir nicht alle wie Roboter in diesem Spiel und versuchen Bewusstsein zu finden? Oder sind wir die Menschen, die diesen Weg verlassen haben?

Manchmal merkt man, dass der Mensch nur wie eine Marionette in einem großen Spiel ist. Du denkst, du hast alles im Griff, aber da ist noch etwas Größeres als du. Natur, Gott, Universum, wie auch immer du es nennen möchtest, doch bestimmte Ereignisse zeigen dir nur, dass du nicht derjenige bist, der die Dinge in der Hand hat. Du kannst deinen Körper kennen, aber selbst, wenn du das tust, hast du nicht volle Kontrolle über ihn. Niemand weiß, wann was passieren kann. Niemand kann irgendetwas vorhersagen. Offensichtlich macht jeder Pläne, aber du weißt nie, ob dein Plan so funktioniert, wie du das willst, oder ob es da noch einen anderen Plan für dich gibt. Du siehst das vielleicht nicht und fühlst dich schlecht, dass dein Plan sich in Stücke zerschlagen hat, aber der andere, größere Plan hat etwas Gutes für dich vorausgesehen. Unser Plan ändert sich ständig, aber ich lebe in der Gegenwart und bin offen, das zu akzeptieren, was kommt. Manchmal macht mir das Schwierigkeiten, zu beantworten, was meine Zukunftspläne sind.

Ich glaube, wenn du erkennst, dass du nur ein Teil dieses großen Spiels bist, macht dich das bescheiden vor dieser größeren Macht. Und vielleicht ist das der erste Schritt zum Bewusst-Sein.
 

Sonnenfinsternis als Zeichen böser Mächte – 20 Feb 10

Es gibt keinen Beweis dafür, wann genau unser Planet und alle anderen Planeten entstanden sind. Wissenschaftler können Berechnungen anstellen und eine ungefähre Zahl nennen, doch am Ende ist das auch nur eine Schätzung , die der Wahrheit wahrscheinlich nahe kommt, doch niemand kann es genau sagen. Wissenschaftler und die Forschung haben vielleicht eine Vermutung, eine Berechnung davon, wie es wahrscheinlich war.

Religion jedoch, die ihre Rolle in allen Teilen des Lebens spielt und eine eigene Theorie dazu hat, wie alles auf Erden funktioniert, hat natürlich auch eine eigene Vermutung, wann und wie diese Erde geschaffen wurde und wie und wann das Leben begann. Unterschiedliche Religionen haben unterschiedliche Berechnungen und Schätzungen, die sich von einander und dann auch von dem, was die Wissenschaft sagt, sehr unterschieden können. Und so ist es nicht nur beim Alter der Planeten, das Wissenschaftler nur schätzen können, auch für viele Natur-Phänomene hatte und hat Religion auch heute noch eine andere Erklärung als diejenige, die von Wissenschaftlern vertreten wird.

In früheren Zeiten, als die Wissenschaft noch nicht so weit war wie heute, haben unsere Vorfahren immer wenn sie nicht in der Lage waren, etwas zu verstehen, es mit Gott erklärt, mit Religion, mit einer höheren Energie, dem Teufel oder übernatürlichen Kräften. Sie haben sich für Gründe an die Religion gewandt und von da kam üblicherweise auch eine Erklärung.

Wenn man eine Sonnenfinsternis als Beispiel nimmt: der Hindu Glaube ist, dass in der Zeit, wenn die Sonne verdunkelt ist, böse Kräfte überhand nehmen und Sonne und Mond in Schwierigkeiten sind. Wenn also Sonne und Mond in Schwierigkeiten sind, müssen diese bösen Kräfte um uns herum sein und wir müssen gut auf uns achten. Und so verließen in der Zeit einer Sonnenfinsternis schwangere Frauen und Kinder ihr Haus nicht. Als die Sonnenfinsternis vorbei war, wuschen sie sich und reinigten auch das Haus von allen Überresten, die noch dort sein könnten. 

Es ist schwierig zu glauben, doch sogar heute noch tun Menschen das Gleiche, wenn es eine Sonnenfinsternis gibt, sogar, wenn es nur eine partielle Finsternis ist. Es ist seltsam, weil es doch eine ganz normale Sache ist, die immer wieder geschieht und natürlich hat die Wissenschaft auch schon längst bewiesen, warum das geschieht. Diese Stellung des Mondes zwischen Sonne und Erde geschieht regelmäßig und ist nichts mysteriöses, doch dieser Glaube ist beständig geblieben. Sogar einige wirklich gebildete Menschen bleiben auch drinnen und lassen ihre Kinder nicht raus und fürchten sich. Obwohl es wirklich keinen Grund gibt. Es ist interessant, was für einen großen Einfluss alte religiöse Erklärungen doch haben können.

Heute ist unsere liebe Freundin Su im Ashram angekommen und wir freuen uns sehr, dass wir sie wieder hier haben.

Du bist der Held in deinem Leben – auch ohne Superkräfte – 6 Dez 09

Ich habe viel über Heiler und Priester und Gedankenleser und Gurus geschrieben. Und bei all diesen Menschen fühle ich, dass sie das dringende Bedürfnis haben, außergewöhnlich zu sein. Ein starkes Verlangen danach, etwas zu haben, das niemand sonst hat.

Jeder kennt die Geschichten von Superman und anderen Helden mit tollen Fähigkeiten, die die Welt retten. In jedem Film, den man sieht und jedem Buch, das man liest, gibt es einen Helden, der etwas besonderes ist. Ob es ein Action-Film ist, Fantasy, ein Drama oder sogar eine Romanze, ein Buch oder ein Film benötigt diese Charaktere, die extra Fähigkeiten, besondere Gefühle oder ein tolles Aussehen haben. Jemand, der das Buch lesenswert macht, weil man hofft, dass der Held auftaucht und jeden rettet, dass der perfekte Mann kommt und das Leben der Frau vollständig macht oder dass die taffe Frau hereinspaziert und jedem zeigt, wie unabhängig Frauen sein können. Nur so kann eine Geschichte die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen.

Ich denke, dass Menschen, die sagen, dass sie außergewöhnliche Fähigkeiten haben, den Wunsch haben, genau dieser eine Charakter zu sein. Sie denken, dass sie in der Geschichte ihres Lebens in dieser Rolle sein sollten. Sie wollen keine Nebenrolle, die der normalen Person mit guten und schlechten Gefühlen. Oder, wenn sie zugeben, schlechte Gefühle zu haben, dann gibt es dafür einen anderen Grund, zum Beispiel ihre extreme Verwundbarkeit, die mit niemand anderem verglichen werden kann.

Und so ist es immer etwas größeres, besseres, tieferes, extremeres. Lass mich dir eins sagen: egal, wer du bist und was du tust, im Film deines Lebens wirst du immer die Hauptrolle haben, du wirst der Held sein. Höre also auf damit, jemand sein zu wollen, der du nicht bist, lass das Ego des anders-und-besser-sein-wollens zurück und sei einfach nur du selbst! Du bist nicht besser oder schlechter, höher oder niedriger als irgendjemand anderes. Gott hat dich perfekt so geschaffen, wie du bist.

Sei bitte nicht Enttäuscht, wenn ich die Stille vorziehe – 5 Nov 09

Obwohl ich weiß, dass die Menschen von mir oft erwarten, dass ich viel spreche und ich weiß, dass sie etwas von mir hören wollen, kann es geschehen, dass sie manchmal enttäuscht werden. Egal ob ich unterwegs bin und dort Menschen treffe, oder ob wir hier im Ashram Menschen treffen. Ich lade immer viele Menschen ein, das ist einfach meine Natur. Die Türen meines Ashrams stehen immer offen und häufig kommen Menschen, weil ich sie eingeladen habe.

Manche meinen, dass sie dann mehr Gelegenheiten bekommen, mir zuzuhören, weil sie, wenn ich unterwegs bin, mich immer mit etwas beschäftigt sehen. Die, die mich kennen, wissen, dass ich kein großer Redner bin und oft einfach nur mit denen in Stille bin, die das mit mir genießen. Sogar hier bei mir zu Hause, wo ich viel Zeit zum Reden hätte, bin ich gerne still. Natürlich kann man dann enttäuscht sein, wenn man erwartet, dass ich viel spreche und hierher kommt.

Ich kann nie die Rolle des Unterhalters mimen, das bin ich einfach nicht. Ich glaube wirklich daran, das zu leben, was ich sage, das ist nicht nur Gerede. Ich liebe es, in Frieden und Stille zu leben. Wenn ich mich danach fühle, habe ich ein nettes Gespräch und da ist jeder willkommen, einige Worte mit mir zu wechseln. Aber bitte erwarte keinen Vortrag und keine Diskussion. Und natürlich ist es hier eine wertvolle Zeit mit meiner Familie und den Kindern im Ashram. Ich spiele gerne mit den Kindern, ohne irgendeinen Zeitplan.

Gestern ist Dagmar hier angekommen, die auch eine Woche voller Ayurvedischer Massagen und Ernährung nach ihrem Körpertyp genießen wird. Sie war schon einmal hier im Ashram und sagte gestern Abend, dass es jetzt viel ruhiger ist, als letztes Jahr, als sie da war. In der Zeit waren viele Feiern in der Nachbarschaft. Vrindavan ist ein Pilgerort und in der festlichen Zeit wird viel gechantet, Mantras und Kirtans werden gesungen, doch einige Male im Jahr haben wir hier auch Ruhe. Jetzt im Moment ist es etwas ruhiger und wir freuen uns alle darüber.

Stell dich nicht gegen Alles, um Aufmerksamkeit zu bekommen – 22 Jun 09

Es gibt Menschen, die dir immer widersprechen, egal was du sagst. Du kannst sogar etwas sagen, von dem sie normalerweise auch überzeugt sind, aber nur weil du das gesagt hast, müssen sie dagegen reden. Und später, wenn du bei deinem Punkt bleibst, wenn du erklärst, warum du denkst, was du gerade gesagt hast, dann stimmen sie auch zu. Aber zuerst müssen sie dagegen reden. Es ist einfach ihr Prinzip und ihre Art zu reagieren.

Ich fühle, dass es etwas damit zu tun hat, dass sie Aufmerksamkeit möchten. Diese Menschen müssen etwas sagen, so dass sie jeder ansieht, auch wenn es nur für eine Sekunde ist, und dem zuhört, was sie zu sagen haben. Die Sache ist jedoch die, wenn man das zu oft hört, wird das niemand mehr hören wollen. Ich sehe das oft und fühle oft, dass es nur Negativität erzeugt. Sei positiv. Denke nochmal nach, bevor du nein sagst. Oder besser gesagt, spüre nochmal nach, ob du wirklich nein sagen willst. Viele Menschen unterschätzen andere.

Denke nicht, dass die Menschen um dich herum dumm sind. Andere können spüren, wer und wie du bist, selbst wenn du versuchst, jemand anderes zu sein. Du kannst gegen etwas anreden und jeder weiß, dass du eigentlich dafür bist. Und selbst wenn du deine Rolle gut spielst, werden die Menschen merken, dass es nicht dein wahres Gesicht ist. Sei ehrlich damit, wer du bist und was du fühlst. Ich kann es nicht oft genug sagen.
 

Wenn du Homosexuell bist, versuche nicht, Heterosexuell zu scheinen – 29 Mai 09

Gestern habe ich über Homosexualität gesprochen und gesagt, dass es sehr individuell ist, wie die Menschen hierüber denken und wie sie ihre Sexualität ausdrücken wollen. Ich mag auch keine religiöse Einmischung hierein. Was hat das mit Religion zu tun? Jeder sollte frei leben dürfen, wie er möchte und seine Sexualität frei ausdrücken dürfen.

Aber ich sagte auch, dass ich es nicht verstehe, wenn jemand sich verkleidet und versucht, vom anderen Geschlecht zu sein. Wenn du dich so anziehst und benimmst wie das andere Geschlecht, respektierst du dich selbst und deinen Körper nicht. Du möchtest dein Geschlecht verändern, was bedeutet, dass du deinen eigenen Körper nicht liebst und dich nicht so akzeptierst, wie du bist.

Die Wahrheit ist, dass du das nicht wirklich ändern kannst. Du lebst dann nicht in deiner Originalität, sondern spielst eine Rolle. Du lebst in einer Illusion und gibst vor, jemand zu sein, der du nicht bist. Vielleicht kommt das auch von den sogenannten ‚Regeln‘ der Gesellschaft, zum Beispiel, dass die Gesellschaft Homosexualität nicht so akzeptiert, wie sie es sollte. Und darum versuchen Menschen vielleicht, die traditionelle Rolle von Mann und Frau zu spielen. Wenn die Gesellschaft Homosexualität als eine andere Weise, seine Sexualität auszudrücken, ansehen würde, wäre jeder viel freier, sich selbst auszudrücken. Dann würden wir auch keine Operationen zur Geschlechtsumwandlung benötigen. Ein Mann kann in seiner männlichen Energie leben und eine Frau in ihrer weiblichen Energie, obwohl sie Partner des gleichen Geschlechts haben.

Und es ist absolut keine Sünde, wenn eine Frau ihre sexuelle Energie und Liebe zu einer Frau ausdrückt oder wenn ein Mann seine sexuelle Energie gegenüber einem Mann ausdrückt. Wenn sie die Rolle von weiblich und männlich spielen, scheint es mir, als wären sie nicht wirklich homosexuell. Sie spielen die Rolle der Heterosexuellen! Wenn du homosexuell bist, schäme dich bitte nicht dafür! Lebe es und versuche nicht, etwas zwischen deinen Gefühlen und der alten Tradition zu schaffen. Fühle dich frei, deine Sexualität zu leben!

Das ist unser letzter Abend zusammen mit dieser netten Familie. Wir hatten hier eine sehr schöne Zeit zusammen. Am Wochenende haben wir wieder die internationale Yogalehrerausbildung.

Homosexualität und Persönlichkeitskonflikte – 28 Mai 09

Ich wurde einmal gefragt ‘Was denkst du über Homosexualität?‘ Ich sagte ‚Das ist etwas sehr persönliches. Es macht mir wirklich nichts aus und ist vollkommen in Ordnung, wenn ein Mann sich dafür entscheidet, lieber Geschlechtsverkehr mit Männern zu haben oder eine Frau lieber mit Frauen verkehrt. Es ist einfach etwas sehr individuelles und hängt davon ab, wie man sich fühlt. Da ist nichts falsch daran. Jeder kann seine eigenen Gedanken, Fantasien und seinen Geschmack haben. Ich habe auch Freunde, die homosexuell sind und sehe darin kein Problem. Das besteht ja auch schon seit Tausenden von Jahren. Wir sollten das auf natürliche Weise akzeptieren.

Doch ich bin nicht wirklich von diesem Konzept überzeugt, wenn ich Menschen sehe, die sich wie das andere Geschlecht kleiden und benehmen, wie ein Mann, der sich wie eine Frau kleidet und benimmt oder eine Frau, die sich wie ein Mann kleidet und verhält. Das schafft einen Konflikt in ihrer Persönlichkeit. Es zeigt, dass sie sich nicht so akzeptieren, wie Gott sie geschaffen hat. Sie akzeptieren ihr Geschlecht nicht. Wenn zwei Menschen miteinander Sex haben wollen, warum muss dann einer von ihnen vorgeben, eine Frau zu sein? Das bedeutet, dass sie verschiedene Rollen spielen. Sie gehen zurück ins Traditionelle und spielen die Rolle von jemandem, der sie nicht sind.

Natürlich sollten sie von der Gesellschaft akzeptiert werden, doch ich glaube, sie sollten da selbstbewusster sein. Sie müssen nicht die Rolle einer Frau oder eines Mannes spielen. Warum kann eine Frau ihre Sexualität nicht gegenüber anderen Frauen ausdrücken? Warum muss sie dafür zum Mann werden? Ich denke, dass du in deiner Persönlichkeit einen Konflikt schafft, wenn du dich selbst nicht akzeptierst. Ich sehe kein Problem darin, wenn jemand eine Beziehung mit dem gleichen Geschlecht hat, aber wieso bemühst du dich, zum anderen Geschlecht zu werden? Warum kannst du nicht original so sein, wie du bist? Da kannst immer noch und ehrlich deine Liebe so ausdrücken, wie du willst, ob die andere Person nun ein Mann oder eine Frau ist. Das ist, was ich immer sage: Akzeptiere dich selbst! Das ist ein interessantes Thema, über das ich morgen gerne mehr schreiben möchte.

Wir sind hier in Köln bei sehr lieben Freunden. Antje, Joachim und ihr Sohn Simon hatten die schöne Idee, für heute 30 Freunde einzuladen und ein ‚Essen für Essen‘ zu haben. Das bedeutet, dass wir für alle ein sehr schönes Abendessen gekocht haben und sie dann eine Spende für das Essen der Kinder in Indien geben konnten. Es war ein richtiger schöner Abend mit sehr lieben Menschen und herrlichem Essen. Es waren auch viele Kinder da und es hat uns gefreut zu sehen, dass das Essen ihnen auch geschmeckt hat.

Wechsel und Veränderung von Glaube und Bewusstsein ist beständig – 10 Mai 09

Gestern habe ich geschrieben, dass man nicht versuchen sollte, andere von einem bestimmten Glauben zu überzeugen, weil sich dein eigener Glaube ändern kann. Diese Veränderung ist ein fortwährender Prozess für jede Seele. Dieser ständige Wechsel liegt in der Natur des Universums, in dem wir leben. In jedem Moment und in jeder Sekunde siehst du überall Veränderung. Wie oft ändert sich in einem Jahr die Natur und wie oft ändert sich das Wetter? Alles ändert sich, das ist der normale Fluss dieses Universums.

Als Kinder war unser Glaubenssystem anders. Wir kannten nur unsere Familie und glaubten an nichts anderes als diese kleine Welt. Als wir aufwuchsen, lernten wir die Nachbarn kennen und glaubten an ein wenig mehr. Und dann haben wir mehr von dieser Welt kennengelernt und mit jedem kleinen Teil hat sich unser Bewusstsein verändert. Das ist ein Prozess von der Geburt bis zum Tod und jeder kann diese Veränderung spüren.

Natürlich spreche ich von meinem Standpunkt aus, doch ich glaube, dass jeder in seinem Leben zurückschauen kann und sehen kann, dass sich das Glaubenssystem, das Bewusstsein und der Geist verändert hat. Wenn man diese Tatsache nicht annimmt und nicht danach lebt, ist man nicht ehrlich und lebt vielleicht ein Leben mit zwei Gesichtern. Das ist heutzutage die größte Verwirrung und der größte Konflikt im Herzen der spirituellen Menschen, die ich treffe. Ich sehe so oft, dass sie etwas tun und sagen, woran sie nicht glauben. Und das schafft psychische Probleme und macht geistig krank. Wie lange willst du ein Theaterstück spielen? Du musst in deinem eigenen Bewusstsein leben.