Komm und sei ein Teil von Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant – 16 Okt 14

Gestern habe ich euch von unserem großen Projekt erzählt, dem Ayurvedischen Restaurant mit Bio-Essen, Eis und einer Bäckerei. Ich habe erwähnt, dass wir bereits jede Menge Erfahrung mit Ayurvedischem Kochen haben und dass wir unsere Köche eine Weile lang vor der Restaurant-Eröffnung unterrichten werden, um ihnen zu zeigen, worauf sie achten müssen. Wir haben auch etwas an Übung im Backen von Broten, Herstellen von Eis und auch bei Pizza und Pasta können wir mithalten – würden in diesem Bereich jedoch liebend gern noch mehr lernen!

Wir werden kontinentale Gerichte in unserer Speisekarte haben, von frischen Brötchen und Croissants bis hin zu Pizza und Kuchen. Wenn du Bäcker, Eismacher oder italienischer Koch bist – oder auch ein Koch, der auf vegetarisches westliches Essen spezialisiert ist, möchten wir dir gerne einen Austausch vorschlagen:

Komme in den Ashram nach Indien, besuche uns und teil dein Wissen und deine Praxis mit uns! Trainiere uns und unsere Köche – die in ihrem Bereich natürlich professionell sind – und wohne im Austausch zwei Wochen lang völlig kostenlos im Ashram!

Ich bin mir sicher, dass die Köche schnell lernen und vielleicht bekommst du ja auch noch ein paar neue Ideen und etwas Wissen, wenn du Zeit in der Restaurant-Küche verbringst.

Während dieses Angebot von heute an gilt, haben wir auch noch ein bisschen weiter in die Zukunft gedacht und da fällt uns gleich ein weiteres Angebot ein, von dem wir wissen, dass es unter Indien-Reisenden mit weniger Reisegeld sehr beliebt sein wird: sobald unser Restaurant aufmacht, werden wir gerne freiwillige Helfer willkommen heißen, mit den vielen Aufgaben im Restaurant zu helfen – Vorbereitungen, Kellnern, Saubermachen und so weiter.

Wir bekommen bereits jede Menge Anfragen von Leuten, die gerne arbeiten wollen, weil ihnen nicht viel Geld zur Verfügung steht. Im Augenblick können wir da nur Computerarbeit anbieten und nicht jeder ist dazu bereit. Sobald das Restaurant aufmacht, haben wir jedoch die Möglichkeit, viel mehr Leuten dieses Angebot zu machen!

Ob du also gerne dein Wissen in Sachen Kochkunst teilen möchtest oder als freiwilliger Helfer in einem Ayurvedischen Restaurant aushelfen willst, deine Anmeldung nehmen wir gerne entgegen! Schicke uns einfach eine E-Mail an [email protected] mit einer kurzen Vorstellung, wer du bist – und wir freuen uns schon darauf, dich hier willkommen zu heißen!

Hier seht ihr, wie weit der Bau von Ammaji's Ayurvedischem Restaurant ist.

Die Deutschland-Reise meiner Schwester und wie sie den ersten unserer Kochworkshops gab – 4 Aug 13

2005 war auch das Jahr, in dem meine verstorbene Schwester Para Deutschland besuchte. Genau wie meine Brüder war sie noch nie in Europa gewesen, hatte aber bereits viele Freunde unter den Leuten, die uns im Ashram besuchen gekommen waren. Sie freute sich also nicht nur auf eine Reise in ein anderes Land, sondern auch darauf, Freunde wiederzutreffen.

Eine unserer gemeinsamen Freundinnen war in Köln und wir beide wohnten bei ihr in ihrer kleinen Wohnung. Für deutsche Verhältnisse könnte man vielleicht sagen, dass ihre Wohnung zu klein war für drei Erwachsene, aber meine Schwester und ich schliefen einfach beide auf dem großen Schlafsofa in ihrem Wohnzimmer.

Ich reiste weiter, da mein Programm bereits gebucht war. Para hatte jedoch drei oder vier Wochen und sie füllte sie mit Erfahrungen voller Freude und Spaß. Unsere gemeinsame Freundin in Köln hatte zwei weitere Freunde, die auch bereits im Ashram gewesen waren und die meine Schwester kannte. Sie lebten in Hamburg und so reiste sie bis in den Norden Deutschlands, um dort ein Wochenende mit ihnen zu verbringen. Von Hamburg aus war es nicht weit bis nach Lüneburg, wo mein erster deutscher Freund, der Arzt lebte. Natürlich besuchte sie ihn auch, bevor sie wieder zurück nach Köln kam.

Ich weiß nicht mehr genau, wo ich arbeitete, als sie in Europa war, aber ich erinnere mich daran, dass wir uns in Zürich wiedergetroffen haben. Eine Woche lang war sie dort bei indischen Freunden, einer Familie aus Vrindavan, die einige Jahre zuvor in die Schweiz gezogen war. Ich glaube, von dort aus stiegen wir gemeinsam in den Zug nach Heidelberg, in Mitteldeutschland. Ich werde nie vergessen, wie wir beide die schöne Landschaft bewundert haben, die damals voller Schnee war. Es war Anfang November, glaube ich, und alles war mit einer Schicht weiß bedeckt. In dem Monat gab es jede Menge Schnee und es war wirklich wunderschön!

Para war auf einen Urlaub gekommen, aber spontan gab sie auch noch einen Workshop, der die Grundlage für einen unserer beliebtesten Programmpunkte wurde: sie gab einen Ayurvedischen Kochworkshop. Unsere Freundin in Köln sagte ihr, dass sie und mehrere ihrer Freunde indisches Essen liebten und liebend gerne auch indisch kochen lernen würden. Sie war bereits im Ashram gewesen, also wusste sie, dass meine Schwester leckere Mahlzeiten zubereiten konnte. Natürlich stimmte sie zu und so gab meine Schwester den ersten Kochworkshop in Deutschland.

Während Para in Deutschland war, überraschte mein bester Freund Govind uns mit einer Nachricht: er wollte heiraten. Die Hochzeit würde in ein paar Wochen stattfinden! Es war eine recht schnelle Entscheidung gewesen, die Hochzeit zu arrangieren und da mein gesamtes Programm bereits gebucht war, wusste ich auch, dass ich nicht dabei sein würde. Am Telefon sagte ich aber ‚Ich schicke Para für die Hochzeit!‘ Ihr Ticket war per Zufall genau richtig gebucht, so dass sie kurz vor der Hochzeit wieder daheim sein würde.

Ich muss wohl nicht sagen, dass sie eine herrliche Zeit in Deutschland hatte und ich mit ihr.

Schädigende Wirkung von Mikrowellen – Keine Zeit, dich gut zu ernähren? – 11 Dez 10

Heute, als Ramona und ich unser Mittagessen kochten, war ich sehr hungrig und sagte zu ihr ‘Komm, wir kochen was Schnelles.‘ Wir kochten und in einer halben Stunde, vielleicht ein bisschen länger, hatten wir ein großartiges Mittagessen auf dem Tische stehen. Es gab Reis, Linsen und ein Gemüsegericht mit Pilzen und Paprika. Wir haben uns unser Essen schmecken lassen und haben hinterher miteinander darüber gesprochen, was für ein gutes Mittagessen wir in so einer kurzen Zeit gezaubert haben. Ich weiß, dass viele Leute sich, wenn sie wirklich sehr hungrig sind, einfach nur etwas zum Aufwärmen in die Mikrowelle stecken.

Ich würde nie im Leben eine Mikrowelle für mein Essen verwenden. Ich sage immer, dass eine Mikrowelle unser Essen tötet. Später sprachen wir auch mit Michael darüber und er erzählte von etwas, dass er als Arzt gelernt hat.

Das Erste, was er und Andrea mir erzählten war, dass einmal ein Test mit Katzen durchgeführt wurde, bei dem den Katzen mehrere Wochen lang Essen gegeben wurde, das in der Mikrowelle aufgewärmt worden war. Jede Katze, die nur dieses Essen aß, starb.

Michael erzählte mir, dass bei Operationen im Krankenhaus immer etwas Blut für Transfusionen bereit steht. Diese sind natürlich gut gekühlt, müssen aber vor dem Gebrauch auf Körperwärme aufgewärmt werden. Die Krankenhäuser haben einmal versucht, Mikrowellen für das Aufwärmen von Blut zu verwenden, haben aber sofort wieder damit aufgehört: alle Patienten, die Blut Transfusionen bekommen haben, die zuvor in der Mikrowelle aufgewärmt wurden, starben. Seit damals ist es in Deutschlands Krankenhäusern verboten, Blut in Mikrowellen aufzuwärmen.

Das hört sich logisch an, aber was bedeutet das für unser Essen? Was genau isst man, wenn man Essen aus der Mikrowelle aufwärmt?

Neben der Frage, was genau die Mikrowelle mit dem Essen macht, frage ich immer, warum genau man eine solche Maschine zum Kochen verwendet? Ich höre üblicherweise die Antwort ‚Weil es schneller ist‘ oder ‚Ich komme von der Arbeit, habe Hunger und da sicher keine Zeit, etwas zu kochen!‘ Ist es nicht traurig, dass wir unser Essen eher für zwei Minuten in die Mikrowelle stellen und es so töten, als uns zwanzig Minuten für uns selbst zu nehmen und etwas Gesundes zu kochen? Wenn man diese zwei Minuten hat, hat man dann nicht auch 20 Minuten für sich selbst?

Das geschieht ganz oft in sehr gut besuchten Restaurants: Sie haben nicht die Zeit, für jeden Kunden frisches Essen zu machen und so bereiten sie es vorher zu und stellen es nur noch einmal in die Mikrowelle, um es noch einmal aufzuwärmen. Man ist von ihrem tollen Service begeistert, weil man in nur zwei Minuten sein Essen bekommt, man erkennt aber nicht, dass sein Essen bereits tot ist – umgebracht von der Mikrowelle.

Es ist traurig, dass Essen für die meisten Menschen so wenig wichtig ist. Nimm dir Zeit für dich selbst, um deinen Körper zu ernähren, um gutes Essen zu essen. Wenn du nicht einmal zum Essen Zeit findest, wann hast du dann wirklich Zeit, dir auch einmal etwas Gutes zu gönnen? Das ist das Minmum an Zeit, die wir in uns selbst investieren – Zeit, um sich selbst gutes Essen zu geben.

Vergesst das Kastensystem im 21. Jahrhundert – 12 Sep 10

Gestern habe ich über die Reservierung von Arbeitsplätzen für Angehörige niedriger Kasten geschrieben und wie das eigentlich nur die Trennung und den Abgrund zwischen den Kasten vergrößert. Eine weitere solche Maßnahme, die vielleicht gut gemeint ist, aber nur die Trennung verschlimmert hat war diese: die Regierung dieses Staates hat für ihre Schulen die Regel aufgestellt, dass der Kaste der Unberührbaren für die Arbeit des Kochens für Kinder Priorität gegeben wird. Wenn sich jemand aus der Kaste der Unberührbaren für die Arbeitsstelle des Koches bewirbt, haben sie bessere Chancen als Mitglieder anderer Kasten.

Es war jedoch unvorstellbar für manche Eltern, dass ihre Kinder Essen essen sollten, das von einem Angehörigen einer niedrigen Kaste zubereitet wurde. Mit der Unterstützung einer orthodoxen Organisation brachte eine Gruppe von Eltern einer höheren Kaste ihren Kindern bei, in der Schule nichts zu essen. Sie drohten sogar, ihre Kinder nicht zu schicken.

Welchen Einfluss wird das auf die Kinder haben? Was lernen sie? Ich will nicht über irgendeine bestimmte Partei sprechen, ich spreche nur über die Wirkung, die diese Maßnahmen haben! Sie helfen überhaupt nicht, sie machen den Menschen nur wieder die Anwesenheit von Kasten bewusst. Schlimmer noch, es vergrößert den Hass und die Vorurteile, die Menschen für andere Kasten als die eigene haben.

Menschen niedrigerer Kasten haben die Vorstellung, dass alle Leute höherer Kasten reich, arrogant und auf irgendeine Weise bessere Menschen sind und sie beneiden sie. Natürlich entwickeln sie schlechte Gefühle für Menschen höherer Kasten, wenn sie von denen respektlos und sogar mit Ekel behandelt werden!

Menschen höherer Kasten bekommen manchmal nicht die Arbeitsstellen, für die sie eigentlich am Besten qualifiziert sind. Manchmal bekommen sie in der Universität keinen Platz, weil eine Prozentzahl erfüllt werden muss und Studenten mit schlechteren Noten aber aus niedrigen Kasten Plätze bekommen! Und natürlich gibt allein schon das Wort ‚hohe Kaste‘ den Menschen bereits diese Gefühle. ‚Wir sind besser‘, obwohl keine Person höher oder niedriger steht.

Wie ich sagte, werden diese Maßnahmen getroffen, um Diskrimination zu verringern, doch in der Wahrheit macht es alles nur noch schlimmer. Ich glaube nicht, dass solche Reservierungen eine Lösung für das Problem darstellen. Die Menschen werden sich immer noch an niedrigere und höhere Kasten erinnern. Es vermehrt Hass und vergrößert die Kluft zwischen den Kasten.

Lasst die Menschen im 21. Jahrhundert endlich das altmodische Kastensystem vergessen! Wir müssen daran arbeiten, dass jeder die Kasten vergisst und niemand sich mehr darum kümmert, welcher Kaste der andere einst angehört hat. Ich möchte vorschlagen, dass wir den Menschen helfen, das zu vergessen. Aber vielleicht möchten die Politiker das nicht wirklich.

Ich habe diese Tage mehrmals gelesen, dass das Gandhis Lebenswerk und sein Ziel war und ich stimme dem völlig zu. Heutzutage sprechen alle von ihm als Vater der Nation. Respektiere sein Leben, seine Arbeit und seine Vorstellung, dass wir alle gleich sind! Wenn du siehst, dass jemand etwas Falsches tut, arbeite dagegen an, indem du ein gutes Beispiel setzt und zeigst, was richtig ist. Es ist wichti, dass wir alle handeln und für Gleichheit einstehen!
 

Essens-Lager im Überschwemmungs-Gebiet – 31 Aug 10

Wie wir geplant hatten, sind Purnendu, Yashendu und Ramona mit zusammen 20 Menschen, großen Töpfen, Gas zum Kochen und Essen in die Gegend gegangen, wo die Häuser von der Überschwemmung betroffen sind. Wir kennen einen Mann, der dort einen Ashram hat, der zeri Stockwerke hat und etwas höher gelegen ist. Es ist eines der wenigen Gebäude, in die das Wasser noch nicht eingedrungen ist. Dort wurde heute die Küche aufgestellt. Sie sind um etwa zwei Uhr hier losgefahren und waren erst um sechs zurück.

Als sie zurückkamen, erzählte mir Ramona von der Situation dort:

‘Es ist noch schlimmer geworden. Wir hatten Schwierigkeiten, einen Ort in der Nähe vom Boot zu finden, das jetzt die Leute zu ihren Häusern bringt. Wo zuvor Rikshaws gefahren sind, muss jetzt jeder warten, bis das Boot alle Leute ausgeladen hat und sie einsteigen können.

Um unser ‘Essenslager’ zu erreichen, mussten wir teilweise durch Knie-hohes Wasser laufen und die Leute hatten mit Ziegelsteinen einen Weg ins Wasser gelegt, um es etwas einfacher zu machen. Als wir dort ankamen, sahen wir eine Frau in der Tür stehen und weinen. Sie zeigte uns ihr Haus, das im Wasser stand, große Risse in den Wänden und im Begriff, auseinanderzufallen.

Viele Menschen hatten sich bereits in dem Ashram versammelt in der Hoffnung, dort Essen zu bekommen. Sie mussten warten, bis das Gemüse gekocht war und die Brote fertig, doch dann kamen alle mit Töpfen, Tellern, Schüsseln, Gläsern und sogar Plastiktüten, um das Essen hineinzufüllen. Wir sahen, dass manche Kinder zwei oder dreimal kamen, aber wer würde einem drei- oder vierjährigem Kind sagen, dass es nicht um mehr Brot bitten soll? Wir wissen auch, dass manche Menschen etwas mehr mitnahmen, so dass sie sich etwas für später zur Seite legen können. Sie sind nicht sicher, wann sie die nächste Mahlzeit bekommen. Wir haben also verteilt und verteilt, bis die Eimer leer waren.

Auf dem Weg zurück sind wir bei den Häusern der Kinder vorbeigegangen und sahen, dass sich die Situation auch dort verschlimmert hat. In den Räumen, die vor zwei Tagen noch trocken waren, steht jetzt auch Wasser. Sanju, einer der Jungen, wollte nach Hause gehen und bei seiner Mutter bleiben. Doch sie sagte ihm, er sollte mit zurück zum Ashram gehen, in dieser Gegend sind jetzt zu viele Moskitos und das Leben wird schwieriger. Es war ein langer Tag, aber es ist wundervoll, dass wir helfen können!“

Wir haben auch den Besitzer des Ashrams gebeten, noch mehr Familien aufzunehmen, die einen trockenen Ort zum Schlafen brauchen und er hat eingewilligt.

Ich möchte allen danken, die nach dem gestrigen Newsletter und Tagebucheintrag gespendet haben! Nur mit dieser Hilfe konnten wir heute dorthin gehen und diesen Menschen zu Essen geben! Wir werden die Namen der Spendenden an einem späteren Tag veröffentlichen, im Moment sind wir einfach sehr beschäftigt damit zu helfen und darüber nachzudenken, wie wir diese Familien unterstützen. Und vielen Dank für die Mails mit den besten Wünschen für die Kinder, ihre Familien und alle Menschen in der Gegend.

Ich habe mich heute gewundert, dass manche Menschen, die immer von ihrer Liebe zu Vrindavan und unseren Schulkindern gesprochen haben, kein Anzeichen von Mitgefühl gezeigt haben. Ich hatte gedacht, sie wären die ersten, die eine Spende schicken, aber selbst wenn es keine Spende ist, so doch zumindest ein paar Worte, die bezeugen, dass sie Gebete und gute Wünsche schicken. Das ist eine kritische Zeit und wir würden uns wünschen, jeden mit seiner Unterstützung, seinen Gedanken und seinem Segen an unserer Seite zu wissen.

Wie auch immer, meinen Dank noch einmal an alle, die geholfen haben und an jeden, der in den nächsten Tagen noch hilft!

Bilder vom Essens-Lager und neue Bilder der Situation im Überschwemmungsgebiet

 

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Kulturelle Unterschiede USA-Indien-Deutschland – 31 Mai 10

Ich habe gestern schon über den Kochworkshop geschrieben, den wir mit so vielen Menschen hatten. Wir hatten wirklich viel Spaß. Es war eine kleine Gruppe zum Kochen und dann kamen noch viele mehr, nur zum Essen. Als alle Gerichte zubereitet waren, füllte sich jeder seinen Teller und alle suchten sich einen Platz im Esszimmer, Wohnzimmer oder am Küchentisch.

Und dann war es etwas seltsam für uns drei, zu sehen, dass manche fertig waren, aufstanden und das Haus verließen. Sie verabschiedeten sich von ein oder zwei anderen und gingen. Wir mussten darüber lachen und beschlossen, dass das wohl ein kultureller Unterschied war. Mehrere Leute gingen, andere blieben da und wir hatten nach dem Essen noch ein schönes Gespräch, bevor wir uns offiziell von allen verabschiedeten.

Ich denke, das ist ein kultureller Unterschied. Wenn man es mit Deutschland vergleicht, so glauben wir, dass das nicht passieren würde uns es ist auch in keinem unserer Workshops bis jetzt vorgekommen, dass Menschen das Haus verließen, während der Hausbesitzer immer noch aß. Manche verabschiedeten sich von Joanne, während die noch einen Teller voller Essen und den Löffel in der Hand hatte. In Deutschland ist es üblich, zu warten, bis jeder mit dem Essen fertig ist.

In Indien ist es wieder etwas anders. Man denkt nicht einmal daran, jemanden beim Essen zu stören. Du würdest diese Person nicht einmal ansprechen, weil Essen etwas so Wichtiges ist. Wir haben Witze gemacht und gesagt, dass Inder vor dem Gehen eher noch fünf Stunden in deinem Haus sitzen würden. Doch es würde ihnen auch nichts ausmachen, wenn du in dein Zimmer und ins Bett gehen würdest. Das sind kulturelle Unterschiede. Wir haben beschlossen, dass man als Reisende einen offenen Geist und ein offenes Herz haben muss. Man sieht immer Unterschiede und übernimmt dann die besten Teile jeder Kultur.

Ayurveda Kochworkshop in Texas – 30 Mai 10

Heute war ein sehr voller Tag. Unsere Vorbereitungen für heute begannen schon gestern, als wir mit Lola zum Einkaufen fuhren und Lebensmittel für die Leute kauften, die wir für den heutigen Kochworkshop erwarteten – wir wussten es würden mehr als 30 kommen. Und so haben wir die Kichererbsen gestern schon in Wasser eingeweicht und heute Morgen begonnen, sie zu kochen. Wir haben auch schon etwas Gemüse vorbereitet, bevor die Leute kamen und dann, als sie hier waren, haben wir den Rest für ein tolles Abendessen vorbereitet!

Es war herrlich, wie hatten 6 verschiedene Gerichte: Panir, gemischtes Gemüse, Pulaw, Kadhi, Kichererbsen und Kartoffeln. Ich glaube, alle haben es richtig geliebt.

Jetzt sind wir nach vielen Stunden Kochen müde, aber wir sind glücklich über den schönen Tag, den wir hatten.
 

Dal – Lindeln – Indisches Vegtairisches Gerich – 5 May 09

Viele Menschen mochten das Rezept, das ich letzte Woche geschrieben habe und ich wurde von mehreren Freunden gebeten, auch eines unserer Hauptrezepte hier reinzuschreiben. Und so habe ich heute beschlossen, zu erklären, wie man Dal, Linsen, auf eine sehr leckere indische Weise kocht.

Es ist nicht wirklich schwierig. Wenn du eine Tasse Linsen kochen möchtest, brauchst du drei Tassen Wasser. Wir kochen gerne Toor Dal.

Zuerst waschen wir die Linsen. Dann erhitzen wir einen Löffel voll Ghee in einem Topf und sobald es heiß ist, kannst du die Linsen in den Topf geben und sie anrösten bis sie leicht pink sind. Ramona sagt immer, dass sie bräuner werden und egal wie lange man sie röstet, nie eine pinke Farbe bekommen, aber wir können uns darauf einigen, dass es die richtige Zeit ist, das Wasser hineinzugeben, wenn die Linsen die Farbe gewechselt haben.

Du solltest in jedem Fall aufpassen, dass nichts am Boden anbrennt und deswegen eifrig rühren. An diesem Punkt kannst du Kurkuma und Salz hinzugeben. Man braucht pro Tasse Dal, die man macht, einen Teelöffel Kurkuma und eineinhalb Teelöffel Salz. Sobald das Wasser mit dem Linsen kocht, kannst du den Herd auf mittlere Stufe stellen. Und dann müssen die Linsen noch mindestens eine halbe Stunde kochen, bis sie gut durch sind. In der Zwischenzeit kann man schonmal die Tomaten vorbereiten. Für eine Tasse Linsen nimmt man etwa zwei große oder drei mittelgroße Tomaten und schneidet sie in kleine Stücke. Danach musst du noch einen Löffel Ghee in einer Pfanne erhitzen. Da kommen dann die folgenden Gewürze hinein:

je 1 ½ Teelöffel Kreuzkümmel, Garam Masala und Koriander, je eine Messerspitze Muskatnuss und Muskatblüte, ¼ Teelöffel Zimt (oder auch mehr, wenn du das gerne magst), ½ Teelöffel Ingwerpulver und ein paar Curryblätter.

Um das Essen noch ein bisschen zu würzen, kannst du noch frischen Ingwer kleinschneiden und hinzugeben. Die Gewürze röstest du so zusammen ein bisschen an, passt aber gut darauf auf, dass sie nicht anbrennen. Bevor das passiert, gibst du die Tomaten dazu und kochst sie in der Pfanne, bis sie wie Tomatensoße aussehen.

Wenn die Tomaten fertig sind und die Linsen so weich sind, dass sie sich mit dem Wasser vermengen, kannst du die Tomaten in den Dal geben. Und da hast du schon ein wundervolles grundlegendes Gericht, das bei keinem indischen Abendessen fehlen sollte. Du kannst etwas Zitronensaft hinzufügen, das gibt dem ganzen noch eine sehr gute Note!
Ich wünsche euch viel Spaß beim Kochen!

Verteilen von Kartoffeln an besonderem Pilgertag – 9 Nov 08

Heute war ein großartiger Tag. Den ganzen Tag und die ganze Nacht lang, rund um die Uhr, haben tausende von Menschen den Parikrama um Vrindavan gemacht, ein Weg von 9 Kilometern. Ortsansässige, Pilger von außerhalb, Junge, Alte, Männer, Frauen, Kinder, manche allein, andere in Gruppen mit Familie und Freunden, alle ohne Schuhe. Es gab Gesang und manche tanzten. Es war eine tolle Atmosphäre.

Unser Ashram liegt am Parikrama Weg, also haben wir auf eine besondere Weise Kartoffeln zubereitet, um sie an die Pilger zu verteilen, die ja alle vorbeikamen. Heute ist ein besonderes Ekadashi des Jahres. Ekadashi ist der elfte Tag des Mondes und kommt also zweimal im monat. Viele Menschen fasten an diesem Tag. In dieser Fastenzeit sind Kartoffeln und bestimmtes grünes Gemüse erlaubt, also haben wir die Kartoffeln gekocht und sie mit Kümmel, Koriander, schwarzem Pfeffer und Kristallsalz zubereitet. Wir haben morgens angefangen und bis um sechs Uhr abends haben wir diese Kartoffeln an Tausende von leuten verteilt. Jeder im Ashram hatte Spaß, die Kartoffeln herzurichten, zu kochen und zu verteilen und natürlich haben die Leute die Kartoffeln sehr genossen. Wir hatten die Live-Video-Kamera an und viele Menschen haben zugesehen, was bei uns los war. Auf diese Weise mag ich die Technologie. Nur so konnten unsere Freunde um den Erdball bei uns sein.

Es ist auch im Hinduismus ein wichtiger Tag. Im hinduistischen Glauben hat Tulsi, die als heilige Pflnze und Göttin angesehen wird, Shaligram, eine Form von Vishnu, genau an diesem Tag geheiratet. Mit diesem Tag beginnt eine Zeit, von der die menschen sagen, dass sie gut ist, um etwas neues zu beginnen. Es ist auch der Tag, an dem viele Paare heiraten udn jeder eine Puja zu Hause macht. Meine Eltern haben auch an diesem Tag geheiratet und heute feiern wir ihren 45. Hochzeitstag.

Hier klicken, um Bilder von der heutigen Essensverteilung und von den Pilgern zu sehen