Herausforderungen mit überwältigender Resonanz auf Ammaji’s Restaurant – 1 Mai 16

Letzte Woche habe ich euch von unserem Restaurant erzählt und da dieses zur Zeit das wichtigste Projekt in unserem Leben ist, möchte ich euch heute und in den nächsten Tagen etwas mehr darüber erzählen.

Von unserem großartigen Start mit unserem Restaurant habe ich euch bereits erzählt. Natürlich waren wir zu Beginn etwas unter Druck, alle Besucher unterzubringen, da wir so einen großen Andrang nicht erwartet hatten! Wir mussten schnell mehr Kellner einstellen, um jeden schnell genug bedienen zu können. Selbst mit der Hilfe von Purnendu, Yashendu, Ramona und mir war es manchmal schwierig und am Ende eines solchen Abends waren wir immer alle sehr erschöpft! Doch bald hatten wir ein paar mehr Leute und es wurde besser.

Gleichzeitig jedoch hatte die Küche ähnliche Schwierigkeiten: wir stellten mehr Mitarbeiter für die Küche ein, erfahrenere Köche sowie Helfer – doch sie hatten auf der existierenden Kochfläche nicht genug Platz! Natürlich war derjenige, der die Küche entworfen hatte, in erster Linie Geschäftsmann, nicht Koch, und nun, da es zur praktischen Arbeit kam und mit all dem Druck eines vollen Restaurants wurde es eng. Sofort bestellten wir einen neuen Herd und nachdem wir die Küche nun einige Male umgestellt haben, ist jetzt schließlich alles da, wo es hingehört und funktioniert auch schnell und gut! Wir haben für jeden Bereich zwei Köche, so dass jeder einmal einen freien Tag machen kann, während wir immer noch alle Gerichte anbieten können.

Natürlich bedeutet das alles auch jede Menge Ausgaben. Wir wussten, dass das zu gerade zu Beginn geschehen würde und das ist ja auch normal! Wir sind jedoch nicht auf den größten Gewinn aus, weil das nicht das erste Ziel und der wichtigste Grund für uns war zu öffnen! Unser Ziel ist, die beste Qualität zu niedrigen Preisen zu bieten.

So kommt es, dass wir unsere Preise billiger gehalten haben, als andere Restaurants in Vrindavan. Unsere Gäste sind oft überrascht, wie preisgünstig ihr Abendessen in dieser schönen Atmosphäre und mit so gutem Geschmack. Wir wissen jedoch, dass es genau so sein soll: zuerst zeigen wir den Leuten, dass gesundes Essen sehr lecker sein kann und geben ihnen ein Beispiel der Qualität unseres Essen. An den Preisen können wir später noch Änderungen vornehmen. Wir sehen bereits, dass die Leute wiederkommen – so viel, dass wir ganz bald das erste Stockwerk in unserem Restaurant eröffnen müssen, um mehr Tische hinein zu bekommen!

Eines ist jedoch wahr: wir haben Werbung gemacht, mussten aber nicht so viel ausgeben wie erwartet, da eine andere Art der Werbung sehr gut funktioniert: Mundpropaganda. In unserer Stadt spricht es sich wie ein Lauffeuer herum, dass es einen Ort gibt, an dem man mal gegessen haben muss: Ammaji‘s!

Mein Tag als Kellner – 24 Apr 16

Es ist wieder einmal Sonntag und Ramona schreibt diese Zeilen, während sie in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant hin und wieder einen Schluck aus einem Glas frischer Limonade nimmt, zwischendurch Bestellungen in den Computer eingibt oder Rechnungen für Gäste ausdruckt, die zum Mittagessen gekommen sind. So arbeiten wir nun – eine große Veränderung in unseren Leben!

Natürlich hat sich auch mein Tag verändert und das eigentlich ziemlich stark, da wir heutzutage in unserem Restaurant ganz anders arbeiten. Es gibt eine Konstante, die ich in meinem Tagesablauf beibehalten habe und das ist meine Yoga-Praxis. Genau wie zuvor stehen Ramona und ich in der Früh auf und machen Yoga. Das ist der beste Start in den Tag und hält uns fit und flexibel. Währenddessen gibt Yashendu unseren Ashram-Gästen normalerweise unseren Ashram-Gästen Yogaunterricht. Purnendu ist der Erste von uns vieren im Restaurant, so dass es in der Früh um acht Uhr dreißig öffnen kann.

Nach unserem Yoga und sobald Apra wach, gewaschen und angezogen ist, treffen wir unsere Hausgäste im Restaurant. So frühstücken zur Zeit alle zusammen dort! Die Teilnehmer unserer Yoga- und Ayurveda-Retreats und auch die unseres Abnehm-Retreats – diese bekommen einen leckeren Früchte-Teller! An Tagen, an denen keine Schule ist, gesellen sich auch unsere Ashram-Kinder zu uns und wir frühstücken.

Ramona nimmt daraufhin ihren Computer mit hinter ins Büro, um dort etwas zu arbeiten und zu sehen, was im Ashram so vor sich geht. Wir drei Brüder kümmern uns derweil um die Gäste im Restaurant und organisieren andere Dinge.

Am Mittag und Nachmittag wechseln Purnendu, Yashendu und wir zwei uns mit unserer Mittagspause ab. Wir hatten nie die Angewohnheit, tagsüber zu schlafen, obwohl das in Indien sehr üblich ist. Ich habe viel Zeit in Europa verbracht und da die meisten Leute dort üblicherweise keinen Mittagsschlaf halten, ist mir das eben nie zur Gewohnheit geworden. Nun jedoch wird es abends spät und so brauchen wir mittags eben einen Mittagsschlaf.

Einer von uns ist jedoch immer im Restaurant, um Gäste willkommen zu heißen. Natürlich haben wir unser Team im Restaurant, doch wir wollen selbst auch dort sein. Gleichzeitig finden die Leute es gut, wenn wir dort sind. Wir heißen Gäste willkommen, wir fragen sie, wie ihnen ihre Mahlzeit schmeckt und wie das Essen war. Das gefällt allen: Feedback geben zu können.

Schließlich sind wir am Abend alle wieder zurück im Restaurant. Und da wird es immer voll! Ein toller Erfolg, den wir nicht erwartet hatten – und natürlich auch jede Menge Arbeit! Ein paar Stunden lang nach unserem eigenen Abendessen sind wir alle sehr mit unseren Gästen beschäftigt. Und ich sage euch: wir lieben es!

Die Abende werden jedoch lang und so fallen wir oft nach Mitternacht ins Bett. Aber: wir lieben unseren neuen Job!

Ramonas erster Geburtstag als Restaurant-Besitzerin – 20 Mär 16

Gestern war Samstag und damit der Tag, an dem ich euch immer ein Rezept gebe. Wäre es ein anderer Tag gewesen, hätte ich euch von einem Anlass am 19. März erzählt, den ich seit 2007 feiere: die Geburt meiner Frau Ramona. Gestern war ihr Geburtstag und gleichzeitig war es der Beginn der Holi-Festlichkeiten in Vrindavan!

Unsere Freunde und auch die Leser, die all den wichtigen Tagen in unserem Jahr folgen, wissen, was das normalerweise bedeuten würde: eine große Party mit tollem Essen, Musik und jeder Menge Farbe sowie Tanz bis spät in die Nacht!

Naja, dieses Mal war es etwas anders! Warum? Natürlich wegen unserem Restaurant! Da wir erst in diesem Monat eröffnet haben, sind wir immer noch sehr dort beschäftigt und lieben es, unsere Abende in Ammaji’s zu verbringen, dort zu bedienen, mit Gästen zu reden und unserem Team zu helfen. Wir wollten das nicht wegen einer privaten Party verpassen, wollten aber gleichzeitig auch unsere Party nicht ausfallen lassen! Also änderten wir einfach die Zeit ein wenig: Ramona hat dieses Jahr eine Nachmittags-Party bekommen!

Nachdem wir das Restaurant in der Früh eröffnet hatten und unseren Restaurant-Gästen Mittagessen serviert hatten, kamen wir alle mit unseren Kindern, Mitarbeitern und Ashram-Gästen zusammen, damit Ramona ihren Kuchen anschneiden konnte. Natürlich half Apra ihr dabei und wir alle teilten. Den Rest des Kuchens schickten wir nach vorne in Richtung Tor, zum Restaurant, so dass die Mitarbeiter dort auch etwas davon hatten!

Wir selbst begaben uns hinaus in den Hof, wo wir von einem Regen aus Blütenblättern vom Balkon aus begrüßt wurden! Es war schön und natürlich fingen nicht nur die Kinder an, die Blumen aufzuheben und auf einander zu werfen! Schon bald kam Farbpulver hinzu und nach nur einer kurzen Weile waren wir alle rot, orange, grün, gelb und pink!

Da es jedoch erst der erste Tag von Holi war, übertrieben wir es nicht und gingen nach zwei oder drei Stunden alle duschen – so dass wir hinterher wieder ins Restaurant konnten, um den Abend dort zu genießen!

Es war ein schöner Tag und auch ein sehr besonderer Geburtstag für Ramona: der Erste als stolze Besitzerin eines Restaurants!

Eine Woche im Krankenhaus – 13 Mär 16

Diese ganze Woche war eine ‘Krankenhaus-Woche’ für mich! Ramona, Apra und ich haben die letzte Woche in Gurgaon verbracht und sind erst gestern Abend nach Vrindavan zurückgekommen.

Ich habe bereits die Woche vor dieser tägliche Fahrten nach Gurgaon begonnen, da Purnendu und ich meinen Vater ins Krankenhaus brachten: er hatte einen Termin für zwei neue Kniegelenke! Jahrelang wussten wir nun schon, dass das eines Tages getan werden müsste, da er hin und wieder Schmerzen zu haben begann. Diese Schmerzen waren jedoch in den letzten Monaten zugenommen und so schlimm geworden, dass es klar war, dass beide Gelenke ausgetauscht werden müssten.

Natürlich war das Timing weniger als perfekt, da unser Restaurant gerade geöffnet hatte, doch manchmal laufen die Dinge eben so!

Da Purnendu mit zwei Ashram-Gästen auf eine gebuchte Reise nach Varanasi ging, übernahmen Ramona, Apra und ich die Pflege für Babbaji und wohnten die letzte Woche in Gurgaon. Während Pawan bei Babbaji im Krankenhaus übernachtete, schliefen wir in einem Hotel und verbrachten einen Großteil des Tages im Krankenhaus.

Da Delhi jedoch in der Nähe war, machte ich natürlich auch, wenn die Zeit es erlaubte, einige Abstecher dorthin, um für das Restaurant einzukaufen. Nach diesen Fahrten schickte ich das Auto zurück nach Hause, bis zum Dach voll mit Sachen für Ammaji’s! Und natürlich gingen Ramona und ich nun mit einer ganz anderen Sichtweise in Restaurants: wir sahen uns ihre Innenausstattung an, ihre Speisekarten, Preise und Dekorationen, ständig mit dem Gedanken, ob etwas davon eine Inspiration für unser Restaurant sein könnte!

Während wir bereits im Krankenhaus waren, holten wir unsere zweite Patientin dazu: Monika kam zusammen mit ihrer Mutter. Sie hat ihre Operation auch hinter sich – doch mehr dazu morgen! Heute nur so viel: alles ging gut und sie erholt sich nun im Gasthaus.

Nun ist mein Vater wieder daheim, wir sind auch wieder zurück und ich freue mich, dass diese zwei Operationen vorüber sind. Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf eines freue: Gäste in Ammaji’s willkommen zu heißen und ihnen Essen zu servieren!

Ammaji’s Ayurvedisches Restaurant ist offen – Essen wie von den Händen deiner Mutter! – 6 Mär 16

Gestern war ein sehr wichtiger Tag für uns: nach zwei Jahren des Bauens, Ausstattens und Vorbereitens konnten wir schließlich Ammajis Ayurvedisches Restaurant eröffnen!

Natürlich war es für uns ein großer Tag, obwohl wir keine große Feier oder riesigen Event hatten. Wir servieren unser Essen nun im Erdgeschoss des Restaurants – und werden eine große Party geben, sobald der erste Stock fertig ist und wir dort bedienen können! Ihr seid jedoch bereits jetzt herzlich willkommen, das Essen in Ammaji’s zu probieren!

Natürlich waren wir aufgeregt! Die Entscheidung, das Restaurant zu eröffnen war auch sehr schnell gefällt worden: wir hatten unsere Test-Party bereits im Februar, als wir zum ersten Mal im Restaurant aßen. Davon erzählte ich euch damals in einem anderen Blogeintrag. Danach besorgten wir all die Dinge, die uns damals als fehlend auffielen, stellen die Mitarbeiter des Abends ein und noch ein paar mehr, übten mit allen in der Küche, zeigten ihnen, wie das Essen zubereitet werden sollte und vor allem wie es in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant schmecken sollte! Und da waren wir nun am Freitag, mit einigen weiteren Dingen, die noch getan gehörten, aber mit so vielen bereits fertig, so dass wir einfach beschlossen, den Schritt zu machen und es zu tun: lass uns aufmachen!

Nun also könnt ihr, meine Leser, unsere Freunde im Ashram, Freunde in der Stadt Vrindavan und der Umgebung sowie jeder, der einfach nur vorbeikommt oder irgendwie von uns hört, in unser Restaurant kommen und dort essen!

Wir haben nordindische Gerichte und Spezialitäten, südindische Möglichkeiten, einige chinesische Gerichte, italienisches und anderes westliches Essen sowie natürlich deutsche Backwaren und unser eigenes, hausgemachtes Eis!

In unserer Speisekarte erfahrt ihr, welche Gerichte für welche Doshas gut sind und könnt auch mehr über die Doshas lesen, lernen, welches Essen für den individuellen Körpertyp gut ist. Wir haben auch ein ausgeglichenes Thali, eine Auswahl an indischen Gerichten auf einem Teller. Gleichzeitig wird unser ganzes Essen in weniger Fett gekocht, mit gemäßigten Gewürzen und gesünder, als es in Restaurants üblich ist, während wir auch den Geschmack bewahren!

Wir bleiben also dem Konzept unseres Namens treu: Ammaji’s. Essen, wie von den Händen deiner Mutter. Essen, wie es auch meine Mutter kochte. Essen, das wie das beste Essen schmeckt, das du je daheim gegessen hast!

Komm und probier es – wir freuen uns darauf, dich in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant bedienen zu dürfen!

Aktuelle Bilder und Neuigkeiten kannst du auf Ammajis Facebookseite bekommen und ich möchte jeden bitten, der die Erfahrung eines Essens bei uns schon gemacht hat, uns auf TripAdvisor eine Bewertung zu schreiben!

Guter Service macht ein gutes Produkt noch besser! – 28 Feb 16

Ich habe euch bereits erzählt, dass Ramonas Schulfreundin uns mit ihrem Freund im Ashram besuchte und dass wir ihnen auch ein bisschen unsere Umgebung zeigen wollten. Das machten wir auch – inklusive dem letzten Wochenende in Jaipur, der schönen Hauptstadt Rajasthans. Wir sahen uns die Sehenswürdigkeiten an, gingen nach Herzenslust shoppen für Kleidung und Souvenirs und aßen auch leckeres Essen. Eine der besten Mahlzeiten gab es an einem Ort, den ich in Jaipur unbedingt ausprobieren wollte: ein Café mit biologisch angebautem Essen.

Es war wirklich ein Café, kein Restaurant und deshalb wurde uns, als wir dort um kurz nach sieben ankamen, bereits gesagt, dass wir nur etwa eine Stunde haben, bevor sie schließen würden. Wir wollten jedoch ihr Essen probieren und antworteten, dass uns das zum Essen ausreichen würde!

Alle Gerichte standen bei ihnen im Display: es gab Salate und kleine Pizzas, einige Nudelgerichte und Brot mit Dips. Wir sahen uns alles an und entschieden uns für mehrere unterschiedliche Gerichte, so dass wir am Ende eine gute Mischung auf dem Tisch stehen hatten.

Als wir uns so das Essen ansahen, hatte ich gemischte Gefühle. Ich hatte ja gewusst, dass sie nicht indisch kochten, doch war ich wirklich unsicher, ob es mir schmecken würde. Dazu kam, dass die Kellner nicht gerade die freundlichsten Menschen waren, die ich je getroffen hatte. Auf dem Tisch gab es auch seltsame Schilder, die einen baten, die Tische bitte mit wartenden Gästen zu teilen und das Lokal zu verlassen, sobald man mit dem Essen fertig sei… wie einladend!

Doch: selbst kurz vor Ladenschluss waren noch mehrere Leute zum Essen anwesend und sobald das Essen ankam, war ich überzeugt!

Es war richtig leckeres Essen! Man schmeckte die Frische und es war einfach ein super Geschmack!

Natürlich war ein Grund für uns, in dieses Café zu gehen, dass wir vorhaben auch in Ammajis Ayurvedischem Restaurant Bio-Essen anzubieten. Wir wollten alos sehen, wie andere biologisch angebautes Essen ausgeben und vielleicht auch ein paar Ideen bekommen.

Für uns bestätigte der Besuch, dass wir eine tolle Idee haben, die auch funktionieren wird – und wir werden obendrauf guten Service haben, was diesem Ort fehlte und was die Erfahrung für jeden, der hier zum Essen kommt, zu etwas Besonderem machen wird. Ja, wir werden nicht damit beginnen, die Lichter auszuschalten und fast beleidigend gegenüber denen zu werden, die in unserem Restaurant essen, wie es dort geschah – und um das Essen mache ich mir keine Gedanken!

Voller Ideen, Enthusiasmus und Energie dafür, bald zu beginnen, sind wir zurück – und ich bin sicher, dass wir euch bald die gute Nachricht der Eröffnung geben können!

Das erste Abendessen in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant – 21 Feb 16

Heute möchte ich euch von einem Tag in der vergangenen Woche erzählen. Dieser Tag, oder genauer gesagt dieser Abend, war ganz besonders für uns und eine Anzahl Leute um uns herum: wir hatten das erste Testessen, einen Versuchs-Party in unserem Restaurant!

Ja, Ammajis Ayurvedisches Restaurant ist fast fertig für die Eröffnung! So weit ist es schon, dass wir ein Test-Kochen veranstaltet haben! Die Köche, Helfer und Kellner, die wir für das Restaurant einzustellen planen, waren alle da und durften zum ersten Mal in unserer Küche arbeiten!

Es war ein Test-Abend, um zu sehen, was sie können und um unsere Küche und auch unser Restaurant mit seinen Bambusmöbeln und dem schönen Geschirr in Aktion zu sehen! Ein Test, der notwendig war um herauszufinden, was in der Küche noch fehlt und ob es sonst noch Dinge gibt, auf die wir noch nicht geachtet haben und um die wir uns noch kümmern müssen.

Am Ende hatten wir einen wunderschönen Abend mit herrlicher Atmosphäre und wahrhaft traumhaftem Essen. Die Ashram-Gäste sowie einige enge Freunde hatten das Vergnügen, das Restaurant mit uns zu testen, auf den neuen Bänken und unter unserer Bambus-Decke zu sitzen.

Bevor wir nun unser Restaurant der Öffentlichkeit zugänglich machen, müssen wir jetzt noch unsere Erfahrung dieses Abends hernehmen und das, was noch fehlt besorgen, sowie die weiteren Punkte angehen, die noch nicht ganz klar waren. Das Menü ist im Druck, die Mannschaft ist fast komplett da und die Bambus-Arbeiter haben ihre Arbeit im Inneren des Erdgeschosses fertig gestellt.

Natürlich werden wir nun unsere neue Köche noch etwas trainieren, wie sie Essen auf unsere Art zubereiten, in Hinblick auf Ayurveda und auch gesünder als sie es zu kochen gewöhnt sind.

So kommt es, dass ich euch noch kein genaues Eröffnungsdatum nennen kann, aber natürlich ist es jetzt schon sehr nahe. Und wenn ich so in unserem Restaurant stehe, in die glücklichen Gesichter von Freunden und Familie blicke und dann meinen Blick auf das Bild meiner Mutter an der Wand richte, muss ich sagen, dass ich mich nicht nur darauf freue, bald unser Restaurant zu eröffnen. Ich freue mich darauf, einen Ort zu haben, wo sich Menschen treffen, ihren Körpern gute Nahrung zuführen und eine schöne Zeit haben können! Ich freue mich darauf, Menschen etwas anzubieten, was sie noch nie zuvor erlebt haben!

Hier seht ihr Bilder unseres Test-Essens

Die Odyssee meines Passantrags – 14 Feb 16

Da ich euch für gewöhnlich in meinen sonntäglichen Blogeinträgen erzähle, was in meinem Leben so vor sich geht, würde ich euch gerne etwas erzählen, was mich die letzten zwei Monaten beschäftigt hat: ich brauchte einen neuen Pass!

Bei unserer Rückkehr aus Deutschland Anfang Dezember wusste ich, dass ich einen neuen Pass beantragen musste. Mein alter Pass würde erst gegen Ende 2016 auslaufen, aber er war noch ein handgeschriebener Pass. Von Beginn 2016 an werden handgeschriebene Pässe an den Flughäfen nicht mehr als gültige Ausweise akzeptiert und das wurde mir auf meinen beiden Flügen von und nach Deutschland auch gesagt!

Kein Problem, dachte ich, heutzutage kann man ja seinen Pass online beantragen. Das tat ich und gab beim Antrag gleich die Veränderungen zu meinem alten Pass an: Adressänderung, da in meinem alten Pass noch meine vorherige Adresse in der Mitte der Stadt stand, die Änderung im Aussehen, da mein alter Pass noch ein Bild von mir mit langen Dreadlocken zeigte, was das Personal der Fluglinien immer dazu brachte, meine Identität dreimal zu überprüfen und schließlich noch meine Ehe mit Ramona, da der Ehepartner im indischen Pass namentlich erwähnt wird.

Der Antrag ging durch und ich bekam einen Termin im Pass-Zentrum in Ghaziabad. Ich brachte alle notwendigen Dokumente mit, einschließlich der internationalen Heiratsurkunde, die wir im Standesamt Wiesbaden bei unserer Hochzeit haben ausstellen lassen. Als der Beamte diese jedoch sah, gab er sie mir zurück und erklärte mir, dass ich diese attestieren lassen müsste, als Beweis dafür, dass dieses ausländische Dokument gültig war. Mein Antrag würde sonst nicht angenommen werden. Es half nicht, dass ich ihm erklärte, wie wir diese internationale Version extra für den Fall bestellt hatten, dass wir sie jemals in Indien brauchen würden!

Naja, also kam ich zurück und versuchte dort anzurufen, wo er mich für das Bestätigen der Urkunde hatte hinschicken wollen. Da wurde mir gesagt, dass sie diese Arbeit nun nicht mehr machten, dass ich das Außenministerium dafür würde anrufen müssen. Ich bekam dort einen Termin und Ramona und ich fuhren gemeinsam nach Delhi. Nachdem wir das beeindruckende Gebäude mit strengen Sicherheitskontrollen betreten hatten, kamen wir bei dem Büro der Frau an, die ich kontaktiert hatte – nur, um zu hören, dass der Stempel des Standesamtes auf unserer Urkunde nicht ausreichte! Wir brauchten eine Apostille. Wo wir diese denn bekommen würden, fragten wir.

Bei der indischen Botschaft in Frankfurt! Aber ich konnte mit meinem Pass doch nicht mehr nach Deutschland reisen – wie sollte ich denn an die Botschaft in Frankfurt kommen? Es gab da eine Möglichkeit, meinte sie: vielleicht würde uns die deutsche Botschaft in Delhi helfen können!

Es war zwanzig vor zwölf und wir wussten, dass die Botschaft um zwölf Uhr mittags zumachen würde – also rasten wir aus dem Gebäude des Außenministeriums und fuhren direkt zur Botschaft. Wir kamen um fünf vor zwölf an – und nachdem wir unseren Fall präsentiert hatten, wurden wir gebeten, doch bitte eine E-Mail mit unserer Anfrage zu schicken! Naja, also fuhren wir wieder nach Hause.

Auf unsere Email antwortete die Botschaft: sie würden für uns gegen eine Gebühr eine Ausnahme machen, aber nur mit einer Bedingung: wenn das Standesamt in Wiesbaden, wo wir geheiratete hatten, die Gültigkeit unserer Eheurkunde bestätigen würde!

Also schrieb Ramona dem Standesamt und rief dort auch an. Nach mehreren E-Mails und Anrufen, während denen uns erst vorgeschlagen wurde, wir sollten einen Freund zum Regierungspräsidium schicken, um dort eine Apostille abzuholen und sie dann bei der indischen Botschaft eintragen zu lassen, stimmten sie schließlich zu, dass sie auch eine Ausnahme machen konnten. Sie schrieben also an die Botschaft.

Als das erledigt war, ging ich wieder zur Botschaft, von dort zum Außenministerium, wo ich endlich die Bestätigung bekam, die ich für das Passbüro brauchte. Ich meldete mich zu einem weiteren Termin an und konnte schließlich hinein. Meine Dokumente wurden gescannt und ich wurde an Level zwei weiterverwiesen. Dieser Beamte sah sich den Nachweis meiner Anschrift an – meinen Kontoauszug – und lehnte ab. Was denn falsch war, fragte ich. Er meinte, er bräuchte ein Sparbuch einer indischen Bank mit Passbild als Nachweis.

Ich musste also noch einmal nach Hause. Ein Besuch bei meiner Bank brachte nichts: dort geben sie keine Sparbücher mit Passbildern aus! Ich fand keine andere Möglichkeit als Wohnorts-Nachweis und machte mich also daran, den zu bekommen, den sie verlangt hatten: Ich öffnete ein neues Konto bei einer indischen Staatsbank! Einen Tag später hatte ich ein Sparbuch mit Passbild!

Ich kam wieder im Passbüro in Delhi an. Ich kam an den Schalter. Ich legte meine Dokumente vor. Als der Beamte sich jedoch meinen Fall und meine Papiere ansah, warf er einen Blick auf mein altes Passbild und sagte ‚Da bräuchten wir eigentlich eine Bestätigung, dass das auch wirklich Sie sind‘! Ich sah ihn verzweifelt an und bat ihn: ‚Lassen Sie es doch bitte einfach so durchgehen, Sie sehen doch, dass ich das bin!‘ Er lächelte schließlich und akzeptierte es.

Ich war jedoch immer noch nicht fertig! Sie mussten noch eine polizeiliche Untersuchung in Gang bringen, um zu bestätigen, dass ich wirklich an meinem neu eingetragenen Wohnort wohnte! Dafür schickten sie die Papiere an die örtliche Polizei und wir bekamen einen Anruf. Der Polizist informierte mich, dass er kommen und einen Blick auf meine identifizierenden Papiere werfen würde, zum Beispiel meine alten Schulzeugnisse! Also machten wir uns dran, diese rauszukramen und als er schließlich hier war, zeigten wir ihm, was er sehen wollte.

Danach dauerte es weitere zwei Wochen bis der Pass endlich da war. Es dauerte alles in allem zwei Monate, aber nun ist er endlich hier!

Die Vorbereitungen für die Eröffnung von Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant halten mich auf Trab! – 7 Feb 16

Hier im Ashram ist jede Menge los und ich laufe eigentlich den ganzen Tag zwischen dem Restaurant und dem Hauptgebäude des Ashrams hin und hier. Warum? Wir kommen dem Tag der Eröffnung von Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant näher – und natürlich geschehen viele Dinge hier deswegen recht schnell!

Wir haben mehrere Monate an unserer Inneneinrichtung gearbeitet und Wandverkleidung, Möbel und Decken selbst aus Bambus gemacht, uns immer wieder mit den Arbeitern beraten, ihnen neue Ideen gegeben, ausprobiert was funktioniert und was nicht. Gestern haben wir die Lichter über den Tischen aufgehängt, letzte Nacht kam endlich unser wunderschönes Geschirr in unserem Restaurant an und heute wird an unserem Lagerraum noch letzte Hand angelegt, so dass wir jede Menge Platz für die Waren haben, die wir bald kaufen müssen.

Jeden Tag führen wir Interviews mit Bewerbern, die in unserem Restaurant arbeiten wollen. Manager, Buchhalter, Köche, Kellner, Reinigungspersonal – es gibt so viele Stellen zu füllen!

Wir stellen unser Menü fertig, haben die Software für den Kassencomputer installiert und überlegen, wo wir Werbung platzieren sollen. Wir fahren immer wieder nach Delhi, um Dinge zu kaufen, die wir brauchen, an die wir jedoch noch nicht gedacht hatten oder die wir bestellt haben und persönlich abholen mussten.

Außerdem läuft unser Ashram wie immer mit Gästen, die den Ayurveda und Yoga Retreat zum Abnehmen mit Massagen und Yoga genießen. Die Schule ist auch voll am Laufen, die Kinder beginnen sich auf die letzten Monate des Schuljahres vorzubereiten. Oh ja, und natürlich braucht unsere kleine Apra auch unsere Aufmerksamkeit.

Doch alle, die Ashram-Gäste, Schulkinder, Ashram-Jungs und auch Apra freuen sich darauf, dass unser Restaurant endlich aufmacht. Wir können es auch kaum noch erwarten – und natürlich werdet ihr es erfahren, wenn der Tag gekommen ist. Es ist nicht mehr lange hin!