Gesundes Aussehen, Übergewicht und Size Zero – Unterschiede bei Schönheitsidealen in Indien – 10 Mär 16

Ramona und ich sprachen weiter über das Thema der Schönheitsideale in Indien, insbesondere für Frauen, sowie die Einstellung, die Menschen zu diesen Idealen und ihren Körpern haben.

Einerseits ist die Vorstellung, wie dünn eine schöne Frau sein sollte, hier in Indien definitiv anders als im Westen. In Indien wiegen die Models, die wir für gewöhnlich auf den Postern sehen sowie die Schauspielerinnen, die wir in den Filmen sehen üblicherweise einige mehr Kilos als die im Westen. Size Zero, also Größe Null war und ist hier nicht so beliebt wie dort. Ich glaube, dass das etwas mit der Tatsache zu tun hat, dass hier wirklich auch Menschen an Hunger sterben. Der gewöhnliche Inder assoziiert einen extrem dünnen Körper mit Armut, nicht mit Schönheit.

Genauso werden einige Kilos mehr als der Durchschnitt in Indien als etwas Gutes angesehen. So kommt es, dass wir einmal zu Besuch bei Freunden waren, die wir eine Weile nicht gesehen hatten und die Frau mit einem Lächeln zu Ramona sagte ‚Du siehst gesund aus!‘ Was sie damit meinte war, dass Ramona seit unserem letzten Treffen zugenommen hatte – und es war ein ernst gemeintes Kompliment! Ich erklärte Ramona das später, da sie in dem Augenblick einfach nur verwirrt darüber war, dass sie ein Kompliment für ihr gesundes Aussehen bekommen hatte. Sie musste lachen und erzählt nun immer unseren nicht-indischen Freunden, dass sie nicht unbedingt ‚gesund‘ aussehen möchte!

Das ist also der Unterschied darin, wie Frauen in Indien die Figur sehen. Andererseits jedoch sprechen sie darüber auch sehr ähnlich wie außerhalb Indiens! Man hat Frauen, die Gewicht diskutieren sowie Ideen, wie man schnell abnimmt, Fernsehshows, in denen die weiblichen Rollen auf Diät gehen und schließlich noch jede Menge Produkte sowie Scharlatanerie mit dem Versuch, Pillen zu verkaufen, die einen in sehr wenigen Tagen schlank machen.

Beides sieht und hört man in Indien – aber während diejenigen, die gerne dich sind, immer dicker werden, kennen diejenigen, die dünn und fit sein wollen nur eine Möglichkeit das zu erreichen: eine Diät, bei der man die meiste Zeit vom Tag hungrig ist. Natürlich ist das nicht die richtige und beste Lösung, doch die traurige Wahrheit ist, dass es für Frauen in Indien wenige bis keine Fitness-Angebote gibt! Das hängt natürlich davon ab, wo man ist, da man in Delhi oder Mumbai ganz leicht ein Fitness-Center für Frauen finden könnte – doch sobald man aus den Megastädten raus ist, wird es schwierig! Colleges und Universitäten bieten Sport an, aber für Erwachsene, arbeitende Frauen, Hausfrauen und diejenigen, die eben einfach nie auf eine solche Schule gehen, gibt es gar nichts! Nirgendwo, wo man Übungen lernen könnte, kein Ort, an dem man sich treffen und in einer Gruppe Sport trieben könnte!

Es herrscht sogar keinerlei Bewusstsein während der Schwangerschaft oder nach der Geburt. Das ist ein weiterer Grund dafür, dass Frauen schwanger aussehen, wenn sie gar nicht sind – nach fünf Kindern und mit keinerlei Rückbildungsgymnastik oder sonstiger Bewegung für die Bauchmuskulatur ist dein Bauch einfach nicht mehr so flach! Kein Beklagen oder Diät machen wird dir da helfen, du musst dich bewegen!

Natürlich ist Yoga eine Möglichkeit, mit der man daheim ganz leicht und mit wenig Ausrüstung und auf kleinem Raum etwas machen kann. Man kann Hilfe wie unser online Yoga-Übungs-Verzeichnis verwenden.

Am Ende jedoch muss India, um seinen Leuten zu helfen, fit und gesund anstatt über- oder untergewichtig zu sein, zuerst einmal das Bewusstsein fördern und die Möglichkeit für Frauen, Workout zu machen. Das könnte das Bild verändern, das die Menschen von sich selbst haben – und es vielleicht eines Tages verbessern!

Ist es wirklich notwendig, deine Yogaschüler zu korrigieren? – 29 Sep 15

Heute möchte ich gerne ein paar Zeilen schreiben, zu denen ich kürzlich von einer Besucherin im Ashram inspiriert wurde, die für einen Yoga-Retreat für Fortgeschrittene gekommen war. In ihrem täglichen, zweistündigen Unterricht mit Yashendu kam ein Thema auf, das für Yogalehrer und auch Yogaschüler immer interessant ist: sollte ein Yogalehrer seine Schüler korrigieren?

Es ist ja klar, dass verschiedene Lehrer verschiedene Antworten auf diese Frage haben. Ich möchte meine Sichtweise heute aufschreiben und die kann man eigentlich gut in einem Satz zusammenfassen: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Als ich Yoga unterrichtete, hielt ich mich immer an dieses Prinzip und auch Yashendu und Ramona folgen ihm. In einem gewöhnlichen Workshop wird man selten hören, dass einer von uns eine Einzelperson korrigiert, ihm oder ihr sagt, dass die Stellung falsch ist.

Warum? Natürlich stellt diese Frage jeder Yogalehrer, der es gewöhnt ist zu korrigieren und jeder Yogaschüler, der es gewöhnt ist korrigiert zu werden. Woher weiß man sonst, ob man es richtig oder falsch macht?

Zunächst einmal will ich sagen, dass es beim Yoga nicht darum geht, der Beste zu sein. Es ist kein Wettbewerb und während man danach strebt, seine Haltung zu verbessern, geht es hauptsächlich um sein Wohlbefinden und ein gutes Gefühl. Das vorrausgeschickt gibt es natürlich bestimmte Bewegungen, die man besser nicht machen sollte, wenn man sich gerade in der Stellung befindet. Für gewöhnlich jedoch passiert das nicht, wenn man vormacht, wie man in die Stellung rein und wieder rauskommt. Zusammen mit einer Beschreibung in Worten und dann folgen deine Schüler deinem Beispiel. Von Beginn an erwähnst du am Besten, dass jeder nur so weit gehen sollte, wie sein Körper es erlaubt und dass wir nie unsere Grenzen überschreiten sollten.

Sobald dieser Rahmen steht, hat es glaube ich vornehmlich eine negative Wirkung auf Yogaschüler, wenn es im Unterricht ständig Verbesserungen gibt. Es haben mir schon Leute erzählt, dass sie sich von ihren Lehrern entmutigt fühlten, weil sie immer gesagt bekamen, was sie falsch machten. Es besteht das Risiko, dass du so deinen Schülern beibringst, sich auf das Äußere zu konzentrieren und auf Negatives, anstatt auf das gute Gefühl, das sie von ihrer Bewegung, dem Strecken und ihren Übungen bekommen.

Außerdem kennst du die Grenzen des anderen und dessen Körpers nicht. Besonders in Yoga-Workshops, die nur ein paar Stunden lang sind oder wenn du nur einige Tage mit einem Schüler arbeitest, kannst du selbst mit der medizinischen Vorgeschichte des Schülers im Kopf nicht verstehen, warum er seinen Fuß nicht so weit hochhebt wie du oder seinen Rücken nicht so weit vorbeugt wie sein Nachbar! Nun gehst du also hin und sagst ihm, er solle noch die Knie runterdrücken – aber körperlich kann er das einfach nicht! Wie frustrierend ein solches Erlebnis sein muss!

Wenn du wirklich das Gefühl hast, dass der andere nicht genau versteht, wo er seine Gliedmaßen hintun soll oder auf was er achten müsste, kannst du das doch auch anders sagen! Anstatt zu tadeln ‚Sandra, du sitzt krumm, richte dich auf‘ oder ‚Tim, die Hüften weiter runter‘, könntest du ganz allgemein sagen ‚Das Wichtige an dieser Stellung ist, die Wirbelsäule gerade zu halten‘ oder ‚Mit jeder Ausatmung lassen wir dir Hüften noch etwas weiter nach unten sinken.‘ Deine Schüler werden sich selbst bei diesen Worten betrachten und ihre Stellung verbessern, wenn sie das können.

Wenn man natürlich jemanden über längere Zeit hinweg unterrichtet, wenn der andere dich speziell bittet, ihn zu verbessern oder wenn du einem Yogalehrer beibringst, wie man Übungen weiter intensiviert, kann es auch Sinn machen, den anderen direkt zu korrigieren – aber in einer normalen Yogastunde ist das nicht der Fall!

Außerdem noch die eine Sache, die ihr in keiner unserer Klassen jemals sehen werdet: dass wir jemanden körperlich in die richtige Position oder weiter in die Dehnung drücken! Wenn du das tust, glaubst du, dass du den Körper einer anderen Person besser kennst, als er selbst. Das Problem ist: du kannst dem anderen körperlichen Schaden zufügen, ihn ernsthaft verletzen! Selbst, wenn du Anatomie studiert hast, selbst, wenn du die medizinische Vorgeschichte des anderen im Kopf behältst, kannst du den anderen verletzen, indem du zu schnell, zu weit, zu fest drückst!

Zum Schluss weißt du auch nicht, wie angenehm deinen Schülern deine körperliche Nähe wirklich ist! Sie mögen es vielleicht nicht, wenn du so nahe bei ihnen stehst, auf sie runterschaust und sie dann auch noch anfasst! Vielleicht fragst du ja, aber vor den zehn anderen Schülern der Klasse ist dein Schüler vielleicht zu schüchtern, nein zu sagen – und kommt dann nächstes Mal einfach nicht mehr.

Ich glaube einfach, dass man im Unterricht niemanden berühren muss und würde empfehlen, auch die direkten, wörtlichen Korrekturen zu reduzieren. Sagt mir in den Kommentaren, was ihr macht!

Seinen Körper zu lieben heißt nicht, Übergewicht zu akzeptieren, aber auch nicht zu hungern! – 20 Aug 15

In einer Welt, in der es immer um das geht, was du siehst, anstatt um das, was du fühlst, ist unser Aussehen, unser Körper so wahnsinnig wichtig geworden. So kommt es, dass es vor Kurzem einen richtigen Fitness-Boom gegeben hat und jede Menge Leute manchmal verrückte Diäten und ganz strenge Workout-Pläne begonnen haben, um in Form zu kommen. In der spirituellen Szene jedoch predigen die Leute praktisch das Gegenteil: Liebe dich und deinen Körper, so wie du bist. Über diese zwei Ideen und was ich für richtig halte, möchte ich gerne ein bisschen mehr schreiben.

Diese Unterhaltung beginnt dann, wenn du mit deinem Körper, wie er jetzt ist, nicht glücklich bist, wahrscheinlich, weil er nicht in das Schönheitsideal passt, das von den Medien propagiert wird. Du willst das ändern und dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Die erste ist, dass du deinen Körper auf die Größe und Form bringst, die du an anderen bewunderst. Dafür musst du deine Ernährung ändern oder einschränken und dich körperlich betätigen.

Wenn du diesen Weg wählst, möchte ich dir, wie ich das zuvor bereits getan habe, empfehlen, dich auf deine Gesundheit zu konzentrieren. Das bedeutet, dass du auf keinen Fall eine Diät beginnen solltest, die deinem Körper schadet! Das Gleiche gilt für jede Art von Tabletten oder Shakes, die dir angeblich helfen sollen, abzunehmen. Diese beinhalten oft chemische Zutaten, die ungeahnte Nebeneffekte haben. Wenn es zur körperlichen Bewegung kommt, so nimm bitte professionelle Hilfe in Anspruch, um zu erfahren, was du tun kannst, ohne dich zu verletzen.

Und ich will euch noch vor zwei Dingen warnen: zum einen ist es unmöglich, die Figur der Bikini-Models auf den Plakaten zu erreichen – weil Photoshop eine große Rolle dabei spielt, sie so aussehen zu lassen! Und zum anderen kann es sein, dass du auf diese Weise nicht glücklich und zufrieden wirst. Vielleicht bist du so nie zufrieden damit, wie dein Körper aussieht und probierst einfach weiter unterschiedliche Diäten oder Sportarten aus, um etwas zu erreichen, was für dich vielleicht einfach nicht möglich ist – weil du eben einen anderen Körpertyp hast oder die Ideale, die du anstrebst, unrealistisch sind!

Also kommen wir du der anderen Möglichkeit: lernen, deinen Körper so zu akzeptieren und zu lieben, wie er ist. Wahrscheinlich nehmt ihr an, dass ich meine Stimme dieser Option gebe. Das tue ich nicht. Zumindest nicht ganz.

Ja, du solltest deinen Körper lieben. Ja, du solltest dich selbst akzeptieren. Gleichzeitig jedoch solltest du meiner Meinung nach auch gesund sein! Wenn du übergewichtig bist und du einfach nur daran arbeitest, dich selbst zu akzeptieren, gehst du vielleicht noch weiter und akzeptierst deinen Widerwillen, dich zu bewegen und deinen Drang, mehr zu essen, als dein Körper überhaupt braucht! Vielleicht akzeptierst du sogar ein gesundheitliches Problem, von dem du noch nichts weißt und wegen dem du immer mehr zunimmst! Dann akzeptierst du Knieprobleme und Rückenschmerzen, weil du dein Gewicht akzeptierst. Du versuchst, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind und vermeidest so jegliche Veränderung, die daraus entstehen könnte.

Also nein, diesem Konzept stimme ich auch nicht zu. Ich glaube, wir sollten und darauf konzentrieren, gesund zu sein und uns gut zu fühlen. Du kannst mir nicht erzählen, du würdest dich gut fühlen, wenn deine Knie nach einem zehnminütigen Spaziergang wehtun. Versuche nicht, mich zu überzeugen, dass du dich gut fühlst, wenn dein Körper sich nach mehr sehnt, als dem einen Apfel, den du über den ganzen Tag hinweg gegessen hast.

Die üblichen Schönheitsideale sind verzerrt und falsch, da wir alle unterschiedlich sind und nicht in einen Rahmen passen. Du musst dich nicht selbst zu einem bestimmten Gewicht runterhungern, wenn du dich in Hosen wohlfühlst, die eine oder zwei Größen größer sind. Aber achte bitte darauf, dass du deinen Körper so sehr akzeptierst und liebst, dass du ihn auch gesund hältst. Iss gutes Essen, kein Junk-Food. Bleibe fit und genieße die Bewegung.

Mache es so, wie es für dich richtig ist!

Bist du unglücklich mit deinem Körper? Hast du nach deinem Lieblingsessen Schuldgefühle? – 23 Feb 15

Heute möchte ich gerne über ein Thema schreiben, das meiner Meinung für jeden wichtig ist, also für beide Geschlechter: man muss sich in seinem Körper gut fühlen. Er sollte gesund sein und du musst auf ihn Acht geben, aber du musst nicht versuchen, die üblichen Schönheitsideale zu erreichen oder die Zahlen, die dir sagen, was dein ‚Idealgewicht‘ sein sollte. Lass dich das nicht unglücklich machen!

Zuerst möchte ich euch sagen, dass ich wirklich für gesundes Essen und ein gesundes Körpergewicht bin. Wenn ich sage, dass du deinen Körper lieben solltest, meine ich nicht, dass du Übergewicht ignorieren sollst, das deinen Rücken, deine Hüften und deine Knie schädigt und sehr ernste gesundheitliche Probleme wie Diabetes verursachen kann. Wenn ich sage, dass du dich in deinem Körper gut fühlen sollst, will ich dich auch nicht dazu ermutigen, ein ungesundes Untergewicht zu haben, was auch wirklich eine Gefahr darstellen kann.

Da ist jedoch ein weiter Bereich zwischen Über- und Untergewicht. Und das ist etwas, was weitgehend nicht akzeptiert wird. Schönheitsideale, die von den Medien verbreitet werden, zeigen dir immer genau eine Figur, ein Gewicht, ein Bild, wie ‚man sein soll‘. Es ist höchst unrealistisch, nein, unmöglich, dass jede Person auf dieser Erde gleich aussieht.

Und wie würdest du deinen Körper im Laufe der Zeit genauso verändern wie sich diese Ideale verändern? Wie kann man von rund und kurvenreich in einem Jahrzehnt zu superdünn im nächsten kommen? Mit dem einen Körper, den du hast, kannst du nicht beides haben!

Deshalb sage ich, das Wichtigste ist, dass du dich wohlfühlst! Selbst wenn du unter oder über der Zahl liegst, die dein ‚Idealgewicht‘ darstellt, solltest du dich wohlfühlen, solange du gesund bist! Und das beinhaltet auch bei Mahlzeiten und beim Sport!

Ich bin wirklich ein Fan von Essen und genieße auch mein tägliches Yoga und Workout. Ich habe jedoch schon von so vielen Frauen gehört, dass sie beim Essen jede Kalorie zählen und sich nach Festtagsessen oder nach ihrem Lieblingsessen schuldig fühlen – obwohl sie das eigentlich genießen sollten! Das Ergebnis ist, dass es sie vor Mahlzeiten graust und die Folge kann sogar eine Essensstörung sein!

Männer haben jedoch auch solche Probleme, nur dass sie meistens von Sport besessen sind, Muskeln aufbauen und jede extra Kalorie, die sie haben, rausschwitzen wollen. Nichts gegen ein gutes, verschwitztes Workout – aber sobald du jeden einzelnen Tag ins Fitnessstudio gehen MUSST und das nach Festtagen stundenlang, wird das zum Zwang. Das ist kein Verhalten, das deine Liebe für deinen Körper zeigt.

Fühle dich nicht weiter schlecht wegen Essen, liebe das Essen. Liebe deinen Sport, aber mach dir nichts draus, wenn du an einem Tag etwas weniger machst oder es mal ausfallen lässt. Nimm die äußeren Ideale nicht so wichtig – und liebe deinen Körper. Genieße das Leben – und das kannst du nicht, wenn du deinem Körper Krieg erklärst!

Shiva Lingam – Wie die Verehrung des Penis im Hinduismus begann – 17 Feb 15

Heute ist Shivaratri, ein Hindu Feiertag in Indien, der als der Hochzeitstag von Shiva und seiner Frau Parvati gefeiert wird. Für jeden Hindu Tempel ist es der Tag der größten Shiva-Verehrung des Jahres. Viele von euch wissen sicher bereits, dass Shiva in der Form des Shivling oder Shiva Lingam, einer Statue in Penis-Form verehrt wird. Heute möchte ich euch die Geschichte der Hindu Schriften schreiben, die hinter dieser Verehrung steht.

Diese Geschichte wird in verschiedenen Schriften und, wie gewöhnlich, mit einigen Variationen erwähnt. Ich möchte euch zwei davon geben, so dass ihr eine Vorstellung bekommt:

Shivas erste Frau war gestorben und in dieser unglaublichen Trauer wanderte er ruhelos umher, alleine in einem Wald, nackt und wie ein Verrückter.

In diesem Wald lebten viele Rishis, heilige Männer mit besonderen Kräften, die Siddhis genannt werden. Sie waren auch verheiratet, hatten Ehefrauen und während Shiva so herumlief, sahen ihn die Frauen. Sie konnten nicht an sich halten, als sie beobachteten, wie er so vorbeilief, nackt und sein göttlicher Körper in voller Pracht sichtbar. Sie rannten ihm hinterher, bewunderten ihn und begannen schließlich, ihn zu berühren und zu umarmen.

Wie der Zufall es wollte kamen just in diesem Augenblick ihre Ehemänner, die Rishis, auch vorbei. Als sie ihre Ehefrauen in enger Umarmung mit Shiva sahen, wurden sie sehr wütend und beschuldigten ihn unmoralischen Verhaltens sie legten ihre Kräfte zusammen und verfluchten Shiva, nein, seinen Penis, er solle auf der Stelle von ihm abfallen!

Es gibt eine andere Version, in der sie Steine aufheben und sie nach ihm werfen, die ihm mit den scharfen Kanten dann den Penis abschneiden, so dass dieser hinunterfällt.

Egal, wie es geschah, der Penis fiel zur Erde, stand dort, wo er aufkam, aufrecht und begann, wie verrückt zu brennen. Wo auch immer er hinkam – meine Frau fragte mich, wie genau er denn irgendwo ‚hinkam‘, aber das kann ich euch leider nicht genau sagen – verwandelte sich alles in Chaos und Inferno. Schlimme Dinge geschahen auf einmal in der Welt, als hätte die letzte Stunde der Erde geschlagen. Berge rissen auf, Feuer ergoss sich aus ihnen und alle gerieten in Panik. War das der Weltuntergang?

Alle Halbgötter und Rishis machten sich auf zu Brahma, dem Schaffer der Welt. Er erfuhr, was geschehen war und zusammen gelangten sie alle zu Shiva. Alle begannen Shiva flehentlich zu bitten: ‚Bitte nimm deinen Penis wieder zurück, er zerstört die Welt!‘

All diese Bitten beschwichtigten Shiva und er stimmte zu, aber nur unter einer Bedingung: ‚Ich nehme ihn nur wieder zurück, wenn ihr beginnt, meinen Penis zu verehren!‘

Und so wurden überall auf der Erde in Tempeln Shiva Lingams eingerichtet und die Verehrung von Shivas Penis begann.

Was, einige von euch denken, das sei alles nur ein Witz? Nein, das ist es nicht – und vielleicht gefällt euch auch die folgende Variation:

In dieser Version der Geschichte war Shiva bereits mit seiner zweiten Frau Parvati verheiratet. Er rannte trotzdem nackt im Wald herum – nicht aus Trauer, einfach nur, weil er Lust dazu hatt – und traf auf die Frauen der Rishis. Diese konnten seiner Anziehungskraft nicht widerstehen und umarmten ihn. Ihre Ehemänner fanden das gar nicht lustig und verfluchten seinen Penis, der prompt zur Erde fiel und dort apokalyptische Zustände hervorrief.

Alle versammelten sich zu einem Krisenrat, um eine Lösung zu finden. Wer könnte Shivas Penis einfangen und ihn auch noch halten? Wo sollte er hin, wenn er einmal eingefangen ist? Oh ja, sobald ihnen die rettende Lösung eingefallen war, war es auf einmal ganz klar: nur Parvati wäre in der Lage, Shivas Penis zu halten – in ihrer Vagina!

Sie alle beteten zu Parvati und so geschah es: von der Zeit an wird Shiva Lingam verehrt, erigiert und fest in der Vagina.

Für mehr Geschichten und meinen Kommentar zur größten Scheinheiligkeit im Hinduismus, rund um Shivas Penis, kannst du morgen meinen nächsten Blogeintrag lesen.

Westliche Bauchnabel oder indische Beine – was ist sexier? – 22 Dez 14

Vor einer Zeit machte eine Frau einen Kommentar zu einem meiner Blogeinträge. In dem schrieb ich, dass Inder Westler für freizügiger hielten, was den nackten Körper anging. Sie wies darauf hin und machte mir wieder einmal klar, dass das wirklich ein kulturelles Thema ist – und dass du nicht schwarz auf weiß sagen kannst, dass Westler das Thema Nacktheit entspannt sehen, während Inder das nicht tun! Man muss da schon etwas mehr ins Detail gehen!

Natürlich ist da ein Unterschied – während man im Westen Nacktstrände hat, kann man in Indien noch nicht einmal daran denken, sein Bikinioberteil auszuziehen. Die Worte ‚im Westen‘ sind jedoch sehr weit gefasst! Mir wurde gesagt, dass die Briten früher Probleme hatten, sich so wie deutsche und französische Touristen oben ohne zu sonnen – und die Touristen der anderen Länder da in ihrem Verhalten auch kritisierten.

Als ich 2010 in Amerika war, gingen wir an den Strand und ich trug das, was ich schon an vielen Stränden in ganz Europa getragen habe – es sieht ein bisschen aus wie ein String-Tanga. Die Dame, die mit uns dort war, unsere Organisatorin, bekam es mit der Angst zu tun und erzählte mir, die Polizei könnte kommen und Einwände erheben! Und dabei war ich noch nicht einmal nackt!

Also sind die Moralvorstellungen, wenn es um Kleidung geht, in verschiedenen Ländern unterschiedlich. Wenn es um Indien geht, so ist die allgemeine Vorstellung, dass die Inder sehr verschlossen und eher prüde sind und sogar in voller Kleidung im Ozean baden. So ganz so ist das jedoch nicht!

In Indien gibt es jede Menge Hindu und Jain Sahus, die vollständig nackt durch das Land laufen! Da sind überall Männer und Frauen – aber niemand stört sich an den Nackten. Sie haben sogar Anhänger, eine ganze Schar von Leuten, die nur einige Schritte von ihrem nackten Penis entfernt sitzen – und weder sind sie selbst verlegen, noch ihre Anhänger. Sie waschen die Füße ihres nackten Guru. Versuche einmal in einer Stadt im Westen in deinem Geburtsanzug herumzulaufen und höchstwahrscheinlich wirst du festgenommen! Du kommst auf jeden Fall nicht mit der Erklärung davon, dass du heilig bist und dass das deine Art der Hingabe ist!

Noch etwas ist die Kleidung von Frauen – immer eines der größten Probleme, wenn die Menschen von der mangelnden Moral anderer Kulturen, und dabei insbesondere der westlichen, sprechen. Doch wenn Gäste bei uns in den Ashram kommen, sehen sie es andersrum! Sie wissen, dass es in Indien als sehr sexy angesehen würde, wenn sie ihre Beine zeigen würden und sie haben gelesen, dass indischen Frauen deshalb lange Röcke oder Hosen tragen! Für sie jedoch würde es sich nicht so sexy anfühlen, ihre Beine zu zeigen, wie es für sie wäre, ihren Rücken und ihren Bauch so zu enthüllen, wie es die indischen Frauen in ihren Saris tun!

Ja, ein Sari sieht für viele Westlerinnen extreme sexy aus, weil er fast den gesamten Rücken und Bauch zeigt! Viele Frauen, zumindest in Deutschland, würden den Bauch nur am Strand zeigen, wo sie einen Bikini tragen – oder nicht einmal da, weil sie auch einen Badeanzug vorziehen können. Aber sie würden bequem in einem Rock zur Arbeit gehen, den indischen Frauen nicht im Traum tragen würden.

Die Schlussfolgerung ist einfach: urteile nicht über andere, bevor du die Umstände ihres Landes kennst und weißt, dass sie vielleicht über dich auf die ein oder andere Weise das Gleiche denken!

Unsere Arbeit mit Ayurveda beinhaltet keine Energiearbeit – 29 Sep 14

Vor Kurzem hatten wir unsere Ayurveda Massage Training. Es war sehr erfolgreich, die Teilnehmer haben viel gelernt und wir haben das Wissen und vor Allem die Erfahrungen, die wir im Laufe der Jahre mit Ayurveda-Massagen und –Behandlungen gemacht haben, weiterzugeben. Da kam jedoch ein Punkt, an dem wir uns nicht mehr ganz wohl fühlten: die Teilnehmer fragten nach den energetischen Aspekten solcher Massagen.

Ayurveda ist wörtlich übersetzt die Wissenschaft des Lebens. In einem Ayurveda Retreat konzentrieren wir uns sowohl auf die körperlichen als auch die mentalen Probleme, versuchen sie zu lindern und vielleicht sogar zu heilen. Die Massagen entspannen den Körper und man kann dasselbe sogar mit dem Verstand machen. Es gibt Behandlungen für Schmerzen in Rücken, Knien und anderen Körperteilen. Es gibt auch Behandlungen, um bei Stress, Depressionen und Schlaflosigkeit zu helfen.

Wir arbeiten jedoch nicht mit Energie.

Nein, wir glauben nicht einmal an Energie! Ich weiß, dass es viele Leute gibt, die diese Wissenschaft, die eine messbare, echte Wirkung auf den Körper hat, mit ‚Energie‘ in Verbindung gebracht haben, etwas, das man nicht berühren, messen oder erklären kann. Etwas, das vielleicht auch gar nicht existiert. Ich weiß auch, dass viele Massagetherapeuten aus religiösem Glauben eine Massage auf eine Weise beginnen, die ich als abergläubisch bezeichne: sie zünden an einem kleinen Altar eine Kerze an, berühren den Massagetisch und dann ihren Kopf, sagen ein Gebet – für Unterstützung, Heilung oder was auch immer. So etwas machen wir nicht.

Durch solche Handlungen religiöser Therapeuten und wahrscheinlich auch Vorträgen von religiösen Ayurvedischen Professoren, kann jemand, der mit Ayurveda nichts zu tun hatte, sehr wohl auch den Eindruck bekommen, dass das alles ein Teil von Ayurveda ist, dass Ayurveda etwas mit Energie zu tun hat. Es ist jedoch grundlegend eine Wissenschaft mit Ergebnissen, die bewiesen werden können.

Du bist derjenige, der Akkupunkturpunkte drückt, der die Hände über verspannte Muskeln bewegt und der die Techniken kennt, wie man eine Hand auf einem schmerzenden Gelenk bewegen muss! Natürlich kannst du dem anderen helfen, natürlich hilft eine bestimmte entspannende Atmosphäre und eine Art innere Ruhe dir, deine Arbeit gut zu machen. Wir glauben jedoch, dass das alles mit dir zusammenhängt, deiner inneren Situation und deiner Arbeit, nicht mit etwas von außen. Neben der psychologischen Wirkung, die es haben könnte, glauben wir nicht, dass diese religiösen oder abergläubischen Handlungen dir oder der Person vor dir helfen könnten.

Wenn du so etwas in unserem Training erwartest, wirst du natürlich enttäuscht. Wir können dir keine Zeremonien, Rituale oder Gebete beibringen, die du vor einer Massage oder einer Behandlung machen solltest. Wenn du gerne Gott, das Universum oder irgendjemand anderen um Unterstützung anflehen willst und für denjenigen vor dir Heilenergie erbitten willst, kannst du das gerne selbst tun. Wir können dir so etwas nicht beibringen. Ganz einfach, weil wir nicht daran glauben.

Unsere Teilnehmer haben den Ashram glücklich und zufrieden mit dem Wissen und der Übung verlassen, die sie hier bekommen haben. Vielleicht haben sie diesen Punkt der Energien vermisst, aber wir konnten ihnen unseren Sichtpunkt erklären. Wir haben jedoch gelernt, dass wir eine Notiz auf unserer Internetseite machen müssen und klar sagen, dass es keine Energiearbeit geben wird. Überhaupt keine. Das wird uns helfen, die richtigen Leute zu unserem Training zu bekommen und wird sie vor dieser Enttäuschung bewahren.

Was könnte natürlicher sein als nackt zu sein? – 7 Sep 14

Ich habe euch bereits erzählt, dass ich auf dem spirituellen Festival 2006 in Schweden viele nette Leute getroffen habe. Unter ihnen war auch ein schwedisches Paar, das auch Workshops gab und auch zu einigen von meinen Workshops kam. Ich lernte sie nicht nur auf dem Festival besser kennen, sondern auch danach. Lasst mich euch mehr von diesem herrlichen Sommer erzählen.

Das Paar gab Workshops wie ich, aber sie hatten eine ziemlich große Bandbreite an Themen. Ich sah, wie sie mit Kindern malten, wie sie Body Painting Workshops gaben und erfuhr, dass sie auch über Sexualität sprachen. Sie kamen zu vielen meiner Workshops und hatten auch Spaß daran.

In unserer Freizeit kamen wir irgendwie ins Gespräch und lernten einander besser kennen. Er war auch Fotograf und erzählte mir, dass er in den letzten 20 Jahren jeden Tag etwas fotografiert hatte. Diese Hingabe gefiel mir sehr! Er machte auf dem Festival Bilder und machte später auch einige von mir.

Als sie mich nach meinen Plänen nach dem Festival fragten, erzählte ich ihnen, dass ich einige freie Tage hatte. Ich musste erst in der darauffolgenden Woche wieder in Deutschland sein. Sie luden mich daraufhin spontan ein – und mit mir meinen Musiker – sie bei ihnen zu Hause in Stockholm zu besuchen.

Natürlich stimmte ich zu – und gleich nach dem Festival setzten wir uns in ihr Auto und fuhren zusammen nach Stockholm.

Sie zeigten mir die Stadt, ich traf einige ihrer Freunde und ich freute mich sehr, dieses Land ein bisschen kennen zu lernen! Nach der schönen Natur in der Umgebung des Festivals erwartete ich eine Großstadt, etwa so wie Frankfurt, da es ja auch die Hauptstadt Schwedens ist. Stattdessen fand ich diesen wunderschönen Ort vor, der so viel ruhiger war, als ich gedacht hatte!

Und die Natur war trotzdem so nahe! In diesen heißen Sommertagen beschlossen meine Freunde, wir wollten schwimmen gehen. Wir brauchten zehn Minuten aus der Mitte der Stadt raus, um in den Wald hinaus zu kommen, wo ich niemanden entdecken konnte außer meinen Musiker, das Paar, bei dem wir wohnten und ihren einen Freund, der mit uns gekommen war! Wir kamen bei einem See an, in der Mitte des Waldes und alles um uns herum war so herrlich grün! Wir sahen keine einzige Menschenseele um uns herum!

Meine Freunde gingen direkt auf das Seeufer zu, zogen all ihre Kleidung aus und sprangen hinein. Es war so normal für sie, dort nackt zu schwimmen, dass sie kein zweites Mal darüber nachdachten! Naja, wenn sie so natürlich damit umgehen, so dachte ich, wäre es seltsam vorzugeben, schüchtern zu sein! Also zog ich auch alles aus und gesellte mich zu ihnen, zu einem nackten Bad im See.

Mein indischer Musiker zögerte und behielt seine Unterhose schließlich an. Er ging auch nicht so tief rein wie wir, weil er nicht schwimmen konnte.

Es war das schönste Bad, das ich jemals hatte! Um uns herum war es völlig still, nur die Natur und wir. Kein einziger anderer Mensch!

Normalerweise gehöre ich nicht zu den Leuten, die auf FKK-Strände gehen. Ich habe viele von diesen gesehen, habe mich aber nie danach gefühlt, meine Kleidung auszuziehen. Hier jedoch war das eine ganz andere Sache! Da gab es kein Schild, auf dem ‚FKK-Strand‘ stand und keine Grenze oder Zeichen, wie man sich verhalten sollte, was man tragen sollte. Es war einfach nur natürlich.

Von meinen Besuchen in Dänemark wusste ich, dass Skandinavier im Allgemeinen natürlicher mit Nacktheit umgehen. Ich hatte ein unvergessliches Erlebnis!

Schönheit kommt in allen Formen! – Die Gefahr falscher Schönheitsideale – 28 Aug 13

Gestern habe ich erklärt, wie viele Menschen, besonders Frauen, sich selbst ständig mit anderen vergleichen, aus den zweifelhaften Siegen dieser Vergleiche ihr Selbstwertgefühl und fühlen sich schlecht, wenn sie glauben, dass sie bei diesen Vergleich verloren haben. Neben der Tatsache, dass dir es das schwierig macht, dich gut zu fühlen, wenn du alleine bist, musst du auch erkennen, dass das Schönheitsideal, dem du da folgst noch jede Menge weitere Probleme mit sich bringt.

Ich glaube, wir brauchen nicht viel Zeit darauf verwenden zu diskutieren, ob das Schönheitsideal, mit dem die meisten Frauen ihren eigenen Körper vergleichen, realistisch ist oder nicht. Die Bilder, die die Medien zeigen, sind mit Computern bearbeitet, die Frauen, die dargestellt werden, tragen wahnsinnig viel Make-up, das Licht ist extra für sie eingestellt, sie handeln nicht in Situationen, die dem wahren Leben entsprechen und es ist ihr Beruf, so auszusehen. Das Bild, das du demnach normalerweise auf Plakaten, Zeitschriften oder im Fernsehen siehst, brennt sich in deinen Verstand ein und lässt dich vergessen, dass dir diese Bilder gezeigt werden, damit du das kaufst, was sie verkaufen. Du nimmst an, das wäre ganz normal, als müsstest du und jeder andere Frau so aussehen, um schön genannt werden zu können.

Die normalen Medien ignorieren die Tatsache, dass es Menschen in allen möglichen unterschiedlichen Körperformen gibt! Die Menschen, Männer und Frauen, die man dadurch am Ende sieht, sind nur ein paar Ausgewählte, die mit strengen Kriterien gewählt wurden, die ein Großteil der Menschen nie erfüllen könnte.

Das Ergebnis ist klar: Menschen überall glauben, dass das normal ist und versuchen, genauso auszusehen. Wenn sie das nicht erreichen können, glauben sie, dass sie nicht schön sind – obwohl es wirklich meistens einfach unmöglich ist! Und diese Tatsache, nämlich dass es unmöglich ist, frustriert viele Frauen, die ehrlich und mit Mühe versuchen abzunehmen, damit sie die gleiche Form haben, wie die Frauen auf dem Bildschirm! Das können sie nicht erreichen, weil zum Beispiel ihre Körperstruktur ganz anders ist!

Wenn sie das erkennen, geben viele einfach vollständig auf. Sie sehen, dass sie nur dann als ‚schön‘ gelten, wenn sie so aussehen – aber das werden sie einfach nie erreichen, warum also sollten sie es überhaupt versuchen? Sie haben keinerlei Antrieb oder Grund dafür, Sport zu treiben, sich zu bewegen oder etwas für ihren Körper zu tun. Der einzige Grund, den sie sehen, wäre der Wettbewerb und das Ziel, das jedoch unmöglich ist zu erreichen. Warum sollten sie es dann also überhaupt versuchen? Sie wissen, dass sie nie gewinnen können.

Die Lösung für dieses Problem – außer, die Gesellschaft daran zu hindern, unrealistische Schönheitsideale anzupreisen – ist, dass man Sport, gesunde Ernährung und seinen Körper im allgemeinen in einem anderen Licht betrachtet. Du musst erkennen, dass du nicht gesund essen solltest, um abzunehmen, nur um wie jemand anderes auszusehen. Du musst auch deinen Körper nicht bewegen, rennen oder schwimmen, um wie jemand anderes auszusehen. Du solltest nichts dergleichen für andere tun, sondern für dich selbst!

Tu es für dich! Iss gesund, weil du dich damit besser fühlst! Trainiere deinen Körper, weil das deine Stimmung hebt und du deinen Körper wieder spürst! DU bist diejenige, die einen Vorteil von einem gesunden Körpergewicht hat, niemand sonst! Tu es, weil du deinen Körper liebst, weil du dich selbst liebst!

Wenn genug Menschen so handeln, können wir vielleicht sogar die Werbefirmen, die Filmindustrie und das allgemeine Denken in der Gesellschaft zu der Erkenntnis bringen, dass jede Einzelperson in sich Schönheit trägt, in allen unterschiedlichen Formen, die es gibt!

Ein Vergleich mit anderen hat weder positiven noch negativen Einfluss auf deine Schönheit – 27 Aug 13

Gestern habe ich erwähnt, dass viele Menschen einfach nur deswegen viel Stress haben, weil sie sich selbst ständig mit anderen vergleichen. Der Bereich, in dem besonders Frauen die meisten Vergleiche anstellen ist natürlich die Schönheit. Diese Art von Vergleich ist meiner Meinung nach jedoch der Grund, warum es so viele Frauen mit geringem Selbstwert und einem schlechten Einstellung zu ihrem eigenen Körper gibt.

Das Hauptproblem ist wieder der Vergleich mit dem Außen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Frau einen Raum betritt und diesen nach anderen Frauen absucht. Es hört sich wie ein Klischee an, aber die Mehrheit der Frauen wird zugeben – zumindest innerlich und für sich – dass sie sich die Körper und Gesichter anderer Frauen ansehen und ihre Kleidung, ihre Figur, ihre Haare und sogar ihr Make-up mit ihrem eigenen vergleichen. Je nach dem Ergebnis dieses kleinen Scans hebt sich ihr Selbstbewusstsein oder es sinkt etwas ab. Sie fühlen sich schöner, wenn die Frau vor ihnen schwerer ist, ein Akne-Problem hat oder ihre Haare schlecht frisiert sind. Genauso sind sie sich jedoch auch ihres Gewichts bewusst und der Stellen, die sie als ‚Problemzonen‘ empfinden.

Während ich hier über Frauen spreche, ist das jedoch nicht nur ein Problem für das weibliche Geschlecht! Vielleicht spricht man nicht von Schönheit, wenn Männer das Gleiche tun, doch was geschieht, ist auf keine Weise anders! Männer sehen sich die Bauchmuskulatur anderer Männer an, ihre Muskeln, ihre durchtrainierten Bizeps und Trizeps und dann natürlich noch deren Lässigkeit oder das selbstbewusste Lächeln und haben das genau gleiche Gefühl!

Doch ist man denn nur schön, wenn man im Vergleich zu anderen gewinnt? Fühlst du dich wirklich nur schön, wenn du eine andere Frau ansiehst und das Gefühl hast, dass sie sogar noch weniger wie ein Filmstar oder Supermodel aussieht als du? Denkst du wirklich, dass du nur dann schön bist, wenn du so aussiehst wie die Frauen, die man auf Plakaten und in der Fernsehwerbung sieht?

Ich verstehe, dass es sich auf gewisse Weise gut anfühlt, wenn man in einem Vergleich besser abschneidet, selbst wenn dieser nur im eigenen Kopf stattfindet und es keine Zuschauer gibt, die den Sieg bezeugen könnten. Du solltest jedoch einmal wirklich erkennen, was du da tust und darüber nachdenken, was dein Schönheitsideal eigentlich ist!

Es ist eine Tatsache, dass dieses Schönheitsideal nicht realistisch ist, da alle Medien Computerprogramme verwenden, um das Äußere ihrer Models und Schauspieler zu ‚optimieren‘. Du jedoch nimmst dieses Schönheitsideal als Ziel dafür, wie du aussehen möchtest und gleichzeitig auch noch als Maßstab für andere Leute.

Wieder stellt sich die Frage, wie sehr du wirklich im Außen suchen musst, um dich selbst zu definieren und deine Identität zu finden? Musst du wirklich denken ‚Ich bin dünner als Michaela, habe reinere Haut als Anna und volleres Haar als Luise‘? Wäre es nicht genug, einfach nur zu denken ‚Ich bin schön‘?

Ich kann gar nicht oft genug betonen, dass Schönheit nicht nur äußerlich ist und dass jedermanns Wahrnehmung der Schönheit anders ist! Du musst dich auch dann schön fühlen, wenn du alleine in einem Zimmer stehst, wenn niemand da ist, mit dem du dich vergleichen kannst! Und du solltest dich schön fühlen, wenn du in einer Menge von Superstars stehst. Du bist einzigartig und schön!