Esoterischer Unsinn behauptet Kaiserschnitte verhindern enge Verbindung zwischen Mutter und Kind – 12 Aug 15

Vor einer Weile las Ramona eine Aussage auf ihrem Facebook-Newsfeed, die sie dazu veranlasste, auf einmal laut und voller Verachtung in der Stimme ‚esoterischer Unsinn!‘ zu sagen. Überrascht von ihrer Reaktion fragte ich sie, was sie denn gelesen hatte – und stimmte ihr schließlich zu. Einer ihrer Kontakte bat Frauen, ihre Kinder natürlich zu gebären statt per Kaiserschnitt und riet ihnen, sich keine Epiduralanästhesie geben zu lassen. Folgenden Grund gab er an: laut ihm entsteht durch die Wehen ein enges Band zwischen Mutter und Kind, weshalb folglich eine Epiduralanästhesie oder ein Kaiserschnitt diese Verbundenheit verhindert.

Tja, nun machen meiner Frau öffentliche Diskussionen auf sozialen Netzwerken keinen großen Spaß und so antwortete sie dort nicht, doch wir redeten über all die Dinge, die diese Stellungnahme so falsch machten.

Natürlich wissen wir, wo dieser Gedanke herkommt: es gibt einen Trend dazu, das genaue Datum und die genaue Zeit der Geburt eines Kindes festzulegen, indem man einfach einen Kaiserschnitt durchführt, nachdem das ungeborene Kind ein bestimmtes Gewicht erreicht hat und es medizinisch ungefährlich ist, es per Operation auf die Welt zu bringen. Es gibt Frauen, die eine natürliche Geburt nicht einmal versuchen wollen, sei es aus Angst vor den Schmerzen oder aus kosmetischen Gründen.

Das ist wahrscheinlich das Problem, das dieser Mann eigentlich ansprechen wollte. In der Welt esoterischer Superlative und spiritueller Verbindungen zu alles und jedem konnte er es jedoch nicht einfach so sagen, wie es ist: die Geburt ist ein natürliches Ereignis, bitte nehmt die Veränderungen, die sie deinem Körper bringen, als natürlich an. Nein, er musste Mutterliebe und dieses besondere Band da mit reinbringen, um das Ganze noch wichtiger und spiritueller zu machen.

Einige Leute meinten in Kommentaren, sie würden diese Theorie bezweifeln und fragten nach beweisen, doch er antwortete, er brauche keine Beweise. Denn jeder würde all das am meisten lieben, was er durch Schmerzen erlangt hatte.

Oh nein! Ich kann jede Mutter, deren Kind aus medizinischen Gründen per Kaiserschnitt zur Welt kam, buchstäblich laut fluchen hören! Ohne jegliche Wehen, ohne die Möglichkeit, diese Schmerzen zu erleben, die angeblich so viel mehr Liebe verursachen!

Es mag sich ja toll anhören, wenn man über diese herrliche Liebe spricht, die eine Mutter nach einer schmerzvollen Geburt verspürt, wenn sie die Quälerei vergisst und trotz oder sogar aufgrund der Schmerzen diese Verbindung spürt. Es ist jedoch kompletter Unsinn, denn das würde genauso bedeuten, dass Mütter, die ihre Kinder per Kaiserschnitt bekommen oder die Schmerzen nicht aushalten konnten und Schmerzmittel bekamen, ihre Kinder nicht genauso sehr lieben. Mit ihren Babys keine so enge Verbindung haben.

Wir haben Apra per Kaiserschnitt bekommen. Trotz der Bemühungen der Ärzte, die Wehen einzuleiten, fühlte Ramona sich während wir auf unser Baby warteten zu keinem Zeitpunkt auch nur unbehaglich. Als die Ärztin uns schließlich sagte, dass es riskant wäre, auf eine natürlich Geburt zu warten, waren wir bereit dafür, dass unsere Tochter per Operation auf diese Welt kommt. Hätten wir einen Hirnschaden oder Herzprobleme riskieren sollen, nur um diesen Schmerz zu erleben? Macht das unser Geburtserlebnis weniger wertvoll?

Oh nein, das macht es nicht. Und ich sage bewusst ‘unser Geburtserlebnis’, weil ich von Anfang bis Ende dabei war. Ich hielt Ramonas Hand, während der Arzt ihren Bauch öffnete, ich sah zu, wie das Wunder sich entfaltete und meine Tochter das Licht der Welt erblickte.

Nein, ihr könnt mir nicht sagen, Ramona hätte eine weniger enge Verbindung mit Apra, weil sie nicht mindestens sieben Stunden Wehen hinter sich hat – denn sie sind einander genauso nah, wie ich bei jeder anderen Mutter und ihrem Baby gesehen habe! Nein, ihr könnt mir nicht sagen, dass die Zeit der Geburt für uns auch nur im Geringsten weniger zauberhaft war – denn wir liebten unsere Zeit im Krankenhaus von Anfang bis Ende und sogar heute noch!

Und das gilt auch für jede andere Frau auf dieser Erde. Deine Verbindung zu deinem Kind hängt von deiner Liebe ab und nicht von einer bestimmten Zeit des Leidens!

Schließlich ist da noch das für mich größte Argument hier: ich habe eine sehr enge Verbindung zu meinem kleinen Mädchen. Ich hatte keine Wehen und sie war noch nicht einmal in meinem Bauch, aber sie ist ein Teil von mir, egal, wie sie auf die Welt kam. Väter haben diese Verbindung auch!

Also lass deinen esoterischen Unsinn bitte aus Sachen raus, in denen er überhaupt nichts verloren hat – so vermeidest du, andere zu beleidigen!

Wenn die eigene Realität sich zu weit von der Realität entfernt – 17 Mär 15

Ich habe euch gestern von der Kraft eurer Vorstellung und eurem Glauben erzählt, wie man seine eigene Welt erschafft und wie jeder um uns herum das Gleiche macht. Dir steht jede Möglichkeit frei, die deine Fantasie dir bietet, doch darin liegt auch eine große Gefahr: du musst bestimmte Grenzen einhalten, die die Wirklichkeit dir gibt, ansonsten kannst du verletzt werden, krank werden und mental in Konflikte geraten.

Leider habe ich das mit Menschen in beidem, Religion und der esoterischen Szene. Sie schaffen ihre eigene Welt, doch mit Vorstellungen, die sich nicht einmal den Regeln der Physik halten. Sie schweben in der Luft und sind sich oft noch nicht einmal dessen bewusst, dass das nicht wahr sein kann, dass es bewiesen ist, dass es falsch ist. Sie verlieren sich in ihrer Welt, behaupten sogar, dass Dinge, die alle als bewiesene Tatsachen annehmen, in Wirklichkeit falsch seien.

Da wird es dann gefährlich. Es schadet niemandem, wenn du an eine Seele, an Energie, an Engel glaubst. Es kann gut für dich sein, du kannst Willenskraft und Stärke auf diesem Glauben ziehen. Es kann dir sogar helfen, bestimmte körperliche Probleme zu lösen. Du musst nur darauf achten, das nicht zu weit zu treiben. Ja, Meditation, Visualisierung und Positivität oder Gebete mögen dir helfen, besser mit Schmerzen oder Kopfweh zum Beispiel umzugehen, doch wenn du dir die Knochen brichst, gehst du zu einem Arzt, da führt kein Weg dran vorbei.

Ich weiß, dass es heutzutage Menschen gibt, die ‘spirituelle Operationen’ durchführen, behaupten, Operationen durchzuführen, Stücke ohne Messer aus Menschen herauszuschneiden, ohne sogar die Haut anzuritzen. Sie machen diese ‚Patienten‘ glauben, dass sie sie wirklich heilen, verwenden Blut, um dramatische Wirkung zu erzielen. Es ist gefährlich, weil sie keinen studierten, zertifizierten Arzt besuchen werden!

Viele Menschen werden nicht nur von anderen getäuscht, sondern bringen sich auch selbst dazu, viele dieser Dinge zu glauben. Gemischt mit einer lebendigen Fantasie haben sie bald Welten voller Feen, Engel und Energien. Ihre Welten sind Mischungen aus Fantasiebüchern wie Harry Potter oder Herr der Ringe, esoterischen Texten und Vorträgen, die sie gelesen und gehört haben und natürlich religiöse Mythologie aus verschiedenen Ländern! Die Dinge sind schwarz und weiß, es gibt gute Energien und schlechte, man wird von schlechten Leuten ausgesaugt, die einen krank machen und all das ist für alles Schlechte in dieser Welt verantwortlich.

Für einige Leute war das der Weg zur geistigen Krankheit. Ihre Welt und die echte, die grundlegende, die wir alle mit bestimmten physikalischen Gesetzen, Prinzipien und Tatsachen teilen, die man nicht vermeiden kann, sind zu weit auseinander gedriftet! Sie schweben nur in der Luft und haben keine Verbindung mehr zu dem, was wir andere die Wirklichkeit nennen. Sie werden paranoid, hören Stimmen, die es nicht gibt, sehen Gefahren, wo es keine gibt. Sie haben Angst vor Dingen, die es nur in ihrem Kopf und ihrer eigenen Welt gibt.

Es ist gefährlich, körperlich und mental, in der eigenen Vorstellung, im eigenen Glauben und der eigenen Schaffung so weit weg zu leben, dass man die Wirklichkeit ignoriert. Die Wirklichkeit, die andere teilen, nicht die, die du selbst geschaffen hast! Bitte denk daran, wenn du an etwas anderes zu glauben versuchst, wenn du beschließt, deinen Glauben in eine andere Vorstellung zu stecken. Bleibe mit beiden Füßen auf dem Boden, in der wahren Welt!

Du schaffst deine Welt – für Placebo-Effekte und zum Glücklich-Sein! – 16 Mär 15

Heute möchte ich über ein sehr interessantes Phänomen unseres Lebens schreiben: wie wir unsere Wirklichkeit mit unserer Vorstellung und unseren Gedanken erschaffen. Wenn man nur an etwas glaubt, beginnt man, es zu erschaffen – und bringt seine Gedanken ins wahre Leben. Auf diese Weise leben wir alle in unterschiedlichen Welten!

Vor ein paar Tagen saßen wir nach dem Abendessen bei meinem Vater im Zimmer. Fasziniert beobachtete ich ihn: er nahm eine Tablette Ayurvedischer Medizin heraus, nahm sie in den Mund, öffnete daraufhin eine Flasche Sprudelwasser und schluckte die Tablette damit herunter. Als er wieder herunterblickte, sah er meinen fragenden Blick und beantwortete die unausgesprochene Frage: ‚Mit Sprudelwasser funktioniert die Medizin besser!‘

Wir mussten alle lachen und auch er konnte nicht anders als mitzulachen, während er immer noch fest bei seiner Behauptung blieb, dass die Wirkung der Medizin besser sie, wenn man sie mit Sprudelwasser einnehme, anstatt einfach nur mit bloßem Wasser.

Psychologisch gesehen hat das natürlich eine tolle Wirkung, einen Placebo-Effekt, den du selbst mit deiner eigenen Vorstellungen, deinen Gedanken, deinem Verstand geschaffen hast! Natürlich kann es, je nachdem für was du es genommen hast, auch Schmerzen lindern, dir ein besseres Gefühl geben, dir den Eindruck geben, dass du mehr Blut hast, dass es gesünder ist oder dass deine Haut weniger juckt. Denn da war schließlich Kohlensäure im Wasser!

Was mir dieses Beispiel ganz deutlich zeigt, ist, dass wir die Schöpfer unserer eigenen Welt sind. Mit unserem Glauben können wir einen Gedanken oder eine Vorstellungen so stark bekräftigen, dass sie zur Wirklichkeit wird – zumindest für uns.

Das funktioniert perfekt in dem ganzen esoterischen Bereich, wo es keinen Beweis gibt für jegliche Behauptungen, jegliche Gedanken oder Vorstellungen, die man hat! Es gibt keinen biologischen, körperlichen Beweis dafür, dass das, was du da sagst, falsch ist – also kannst du jederzeit glauben, dass es richtig ist. Und wenn du daran glaubst, ist es für dich wahr, dass dich Engel leiten, dass du mit bestimmten Energien verbunden bist, die dir schaden können oder dass du mit Verstorbenen sprechen kannst. Oder auch, dass es Gott gibt.

Natürlich fällt auch alles, was mit Religion zu tun hat, in den gleichen Bereich. Der Glaube an etwas Göttliches, an Regeln, die er – oder sie – für uns Menschen aufgestellt hat, dass man eine Sünde begeht, wenn man sie nicht befolgt und dass man gerettet wird, wenn man gehorcht. Dass ein Gebet dich retten kann, heilen kann, helfen kann.

Vorstellung, Glaube und schließlich deine Wirklichkeit. Du kannst glauben, was du möchtest, es kann für dich wahr werden. Hierin liegt große Kraft, aber gleichzeitig auch große Gefahr. Über diese Gefahren möchte ich morgen schreiben.

3 Typen Mensch, die in unseren Ashram kommen wollen – 12 Feb 15

Ich habe euch gestern erzählt, dass wir Emails von Leuten bekommen, die religiöse Interessen haben und hierherkommen möchten, aber offensichtlich mit Erwartungen, die wir nicht erfüllen könnten. Ich erklärte also, wie wir solche Vorstellungen schon aus den wenigen Zeilen, die wir bekommen, herauslesen können. Während wir manchmal solche Emails bekommen, sind es jedoch viel öfter Mails von Leuten, die ganz andere Gedanken und Gefühle haben, wenn sie nach einem Aufenthalt im Ashram fragen.

Wir bekommen wirklich viel häufiger Anfragen von anderen ‚Typen‘ Leuten. Neben dem über-religiösen Gläubigen, von dem ich euch gestern berichtet habe, möchte ich euch jetzt drei weitere dieser Typen vorstellen, die zu uns kommen möchten:

1. Die Durchschnitts-Person, die einfach nur entspannen will

Der erste dieser ‘Typen’ ist einfach ein durchschnittlicher Mann oder eine durchschnittliche Frau, die die Nase voll hat vom Stress und der Hektik in riesigen Konzernen, der Anonymität in Arbeit, Wohngegend und dem Leben im Allgemeinen. Die vielleicht einsam ist und unter Depressionen leidet, Entspannung und Wege zur Stressbewältigung sucht oder sogar unter körperlichen Schmerzen leidet, sich entgiften will, Schmerzen lindern will und Übungen lernen will, die helfen, in Zukunft Schmerzen zu verhindern.

Natürlich stehen unsere Türen offen für diese ‘Art‘ von Person, weil wir wissen, dass Yoga und Ayurveda Wissenschaften sind, die nicht nur bei vielen körperlichen Themen helfen, sondern auch mental entspannen. Ein Aufenthalt bei uns im Ashram kann helfen – und wir lernen liebend gerne neue Freunde in allen Lebensphasen, aus allen Arbeitsbereichen und von allen Orten der Welt kennen.

2. Die Gesundheitsbewussten mit viel Wissensdurst

Ein weiterer Typ, der uns schreibt, ist derjenige, der an einer alternativen Lebensweise interessiert ist, die unserem Körper und unserem Planeten nicht schadet. Es sind Vegetarier, Veganer, Rohköstler, Therapeuten, Masseusen und Heilpraktiker – und natürlich noch viele, viele mehr. Eben einfach jemand, der weiß, dass Yoga und Ayurveda ihm eine andere Sichtweise, mehr Wissen, viele nützliche Tipps, Ideen und Inspiration, um ihr Leben weiter zu verändern.

Wir öffnen diesen Menschen unser Haus und genießen es, unser Wissen mit ihnen zu teilen und auch zu hören, was sie gelernt und erlebt haben. Sich austauschen und Unterstützung anbieten – wundervoll!

3. Der esoterische Hippie auf seiner Traumreise nach Indien

Dieser letzte ‘Typ’ ist die esoterisch interessierte Person, derjenige, der sich selbst spirituell, aber nicht religiös nennen würde. Männer und Frauen, die an Philosophie und einer anderen Lebensweise interessiert sind, die sich selbst als ‚anders‘ sehen und oft nicht dazu passen zu scheinen. Oft machen sie sich gerade auf eine lange Reise, um sich selbst zu finden. Um herauszufinden, was sie wirklich wollen, wer sie wirklich sind und was sie glücklich macht. Sie suchen nach einem tieferen Sinn und wollen es im Land von Yoga und Ayurveda versuchen.

Während ich das Wort ‘Hippie’ verwende, würden viele der Leute, die in diese Kategorie fallen, sich selbst nicht als solche bezeichnen und das macht mir nichts aus oder ist mir eigentlich egal. Ich weiß nur, dass unsere Herzen diesen Menschen offen stehen und wir freuen uns, dass wir oft der erste Anlaufpunkt sein können, der erste Ort, den sie in Indien besuchen, da dieses Land sich oft als ganz anders herausstellt, als sie es sich vorgestellt haben. Natürlich bekommen sie, wie ich gestern erklärt habe, in unserem Ashram einen Ort ohne religiöse Dogmen. Wir lieben es, ihnen einen sanften Start in diese verrückte Kultur zu geben und indem wir sie an unserem Leben teilhaben lassen und sie mit Liebe und Lebendigkeit umgeben, hoffen wir, dass wir sie auf ihrer Suche nach sich selbst ein klein wenig unterstützen können!

Einen Vortrag zu geben ist etwas anderes als Fisch zu verkaufen! – 12 Jan 14

Zu Beginn 2006, als ich noch in Australien war, hatte ich eine Erlebnis, das mich erkennen ließ, wie kommerziell die spirituelle Szene bereits war. Ich war auf einer Esoterik-Messe – und zur Überraschung meiner Organisatoren lehnte ich es ab, dort zu arbeiten.

Wenn ich die ganze Geschichte erzählen will, muss ich auch sagen, dass meine Organisatoren selbst auch einen Stand an dieser Messe hatten. Als ich also bei ihnen ankam, erklärten sie mir, dass sie für das Wochenende keine Workshops geplant hatten, sondern mich stattdessen zu der Messe mitnehmen wollten, so dass ich dort arbeiten und den Menschen helfen konnte. Ich war bereits auf ähnlichen Messen gewesen und war nicht sicher, was ich davon halten sollte. Ich war bisher nur als Besucher auf solchen Veranstaltungen gewesen, nicht als Vortragender, aber ich wusste, dass es dort gut organisiertes Programm gleichzeitig zu der Einkaufswelt an den Ständen gab. Ich war also wieder einmal offen dafür zu sehen, was auch immer kommen würde.

Wir kamen zu dem großen Gebäude, in dem diese Messe stattfand und meine Organisatoren nahmen mich gleich mit zu ihrem Stand, den sie bereits am Tag zuvor aufgestellt hatten. Während wir durch die Halle gingen, sah ich mir die anderen Aussteller und ihre Stände an. Die Leute verkauften Kristalle, Engelkarten, spirituelle Bücher, Klangschalen und viele Geschenkartikel. Es gab Tarotkarten-Leser, Hellseher und Wahrsager. Man konnte seine Aura fotografieren lassen, sich seine Zukunft voraussagen lassen und sich sogar in kleinen, von Vorhängen abgetrennten Bereichen massieren lassen. Es gab dort auch Programm, in einigen großen Seitenhallen, wo Zeitpläne von Vortragenden vor der Tür und in kleinen Broschüren angekündigt wurden. Es war ein spiritueller Supermarkt, eine Messe, auf der Kauf und Verkauf von Energie für alle ganz normal war.

Der Stand meiner Organisatoren war recht groß und lag an einem der Hauptwege durch die Halle. Nachdem ich dort angekommen war, erzählten sie mir schließlich, was sie eigentlich geplant hatten. Er sagte mir ‚Wir können mit Vorhängen einen kleinen Bereich von unserem Stand abgrenzen und du kannst gleich hier Einzelsitzungen geben. Und wir machen eine Zeit aus, zu der wir deinen Vortrag hier ankündigen. Wer auch immer dann in der Nähe ist und Zeit hat, kann einfach hier vorbeikommen und dir zuhören!‘

 

Ich war zunächst sprachlos und nicht sicher, wie ich meine Gefühle nun am Besten ausdrücken soll. Am Ende begann ich bei dem, was ich für offensichtlich hielt: ‚Es ist recht laut hier‘ und weiter erklärte ich ihm, dass ein einfacher Vorhang nicht ausreichen würde, die störenden Geräusche von außen abzuhalten, damit sich jemand in einer Einzelsitzung entspannen könnte! Außerdem würde ich so auch keinen Vortrag geben können, wie ein Marktschreier, der in der Mitte eines geschäftigen Markts seinen Fisch anpreist und über den Lärm der Menge hinwegzuschreien versucht! Ich muss mich für einen Vortrag konzentrieren, ich muss in den Augen der Menschen ihre Reaktion lesen können und da brauche ich auch ihre Aufmerksamkeit! Es geht nicht, wenn ich als Zuhörerschaft nur Leute habe, die im Vorbeigehen anhalten und weitergehen, wenn sie merken, dass sie am Thema nicht interessiert sind! Ich bewerbe ja nichts und will gar nichts verkaufen!

Jemand antwortete, und wie ich hoffe halb im Scherz, er meinte, ich sei ein Expert der Konzentration und könnte mich überall konzentrieren. Ich erklärte ihm, dass er ja vielleicht ein Meister dieser Kunst sei, dass ich jedoch meine Unfähigkeit, das zu tun, erkannte. Ich könnte mich ja vielleicht inmitten einer Menschenmenge auf mich selbst konzentrieren, doch im Umgang mit anderen muss ich mich auch auf das Außen konzentrieren, ein Gefühl für die Atmosphäre in meiner Zuhörerschaft bekommen und einfach etwas mehr Frieden haben als inmitten einer vollen Markthalle!

Naja, ich denke ich bin einfach nicht der Richtige für eine solche Messe!

Als ich in Deutschland Zeuge einer wahren Geistergeschichte wurde – 10 Feb 13

Ich habe euch bereits erzählt, dass ich im Jahr 2005 recht viele esoterische Menschen kennen gelernt habe – westliche Gurus, Hellseher, Channels, Schamanen und viele mehr. Mehrere Male war ich überrascht über die vielen seltsamen Dinge, an die Menschen glauben konnten. Ich wusste, dass viele Inder abergläubisch waren und an Geister und ähnliche Fantasiewesen glaubten, aber bis zu dem Punkt hatte ich gedacht, dass es eher wenige Westler mit einer solchen Einstellung geben würde. Ich traf jedoch eine überraschende Anzahl gebildeter Westler, die an solchen Unsinn glaubten. Und dazu noch viele Menschen, die solche Gedanken unterstützten und manchmal sogar damit Geld verdienten. Bis zu einem bestimmten Grad machte mir das nicht viel aus – schließlich darf jeder glauben, an was er will – doch dann war da dieser eine Vorfall, nach dem ich meine Zweifel hatte für wie leichtgläubig die Menschen mich hielten.

An einem Abend saß ich mit einer Gruppe von Leuten zusammen, die nach einer Veranstaltung noch da geblieben waren. Ich glaube, es war eine Meditation gewesen. Sie waren alle bereits zum zweiten oder dritten Mal in meinen Veranstaltungen und hatten ein großes Interesse an Indien, meiner Philosophie und einfach daran, mit mir Zeit zu verbringen, also hatte ich sie dazu eingeladen, etwas länger zu bleiben, damit wir uns etwas unterhalten konnten. Das Zentrum, in dem die Meditation stattgefunden hatte, war neben dem Haus meiner Organisatorin, bei der ich auch wohnte, also bestand keine Eile, wieder zurück zu fahren. Meine Organisatorin hatte sich bereits in ihr Haus zurückgezogen, doch da wir nicht weit weg waren, konnten wir noch sitzen bleiben und den Abend genießen, solange wir wollten.

Die sanfte Musik, die wir zur Meditation angemacht hatten, spielte noch im Hintergrund und wir hatten Spaß daran, uns über unterschiedliche Philosophien zu unterhalten, als plötzlich Lichter und Musik ausgingen. In der nächsten Sekunde war alles wieder an. Wir sahen einander überrascht an. In Indien wäre das nichts gewesen, worüber man sich hätte wundern müssen – da fällt der Strom die ganze Zeit aus. In Deutschland jedoch hatte ich noch nie so viel wie ein Flickern erlebt und es gab ohne Unterbrechungen den ganzen Tag Strom. Meine Freunde sagten naja, es kann vielleicht manchmal passieren, ganz selten, wenn es ein größeres Problem gibt. Wahrscheinlich war etwas kaput gegangen und sie hatten von einer Leitung auf die andere umgestellt. Das war die Erklärung, die uns für den Augenblick zufrieden stellte.

Wir führten unsere Unterhaltung fort, aber nach zwei Minuten geschah es wieder! Wir sahen einander an und warteten. Da – noch ein drittes Mal ging alles aus. Das war nicht mehr normal. Wir standen auf um zu sehen, was los war und vielleicht meine Organisatorin zu fragen, ob sie so etwas schon einmal bemerkt hatte. Doch als wir aus dem Meditationszimmer kamen, hörten wir, wie sich die Haustür schloss. Als ich aus dem Fenster sah, sah ich eine dunkle Gestalt davonlaufen. Ich sah genauer hin und dachte, ich hatte die Form im Dunkeln erkannt, diese Art sich zu bewegen – hey, das war meine Organisatorin, die quer über die Wiese zu ihrem Haus rannte! Und ja, da öffnete sie die Tür und das Licht aus dem Zimmer beleuchtete ihr Gesicht, was mir die letzten Zweifel nahm.

Natürlich war ich nicht der Einzige gewesen, der sie gesehen hatte und so herrschte im Raum eine sehr merkwürdige Atmosphäre. Alle blickten vom Fenster zur Tür und dann zum Sicherheitskasten daneben, dessen Tür immer noch leicht offen stand. Was sollte man denn seinen Gästen in einer solchen Situation sagen? Wir beschlossen, für heute Schluss zu machen und verabschiedeten uns voneinander.

Als alle gegangen waren, ging ich zum Haus hinüber. Ich fand sie, ganz offenbar tief in die Lektüre eines Magazins versunken. Sie begrüßte mich und gab vor, ganz erstaunt zu sein, dass ich so schnell gekommen war. Ich fragte sie geradeheraus: „Warum hast du mit dem Hauptschalter den Strom ausgeschaltet?“ Ein weiterer falscher Blick voller Erstaunen: „Nein, das war ich nicht! Ich war die ganze Zeit hier! Aber ich weiß,“ – und sie senkte die Stimme – „das passiert hier manchmal. Ich glaube, ein paar Seelen haben ihren Weg ins Licht noch nicht gefunden!“

Ich nehme an, mein Blick muss ein ungläubiges Starren gewesen sein und ich fragte mich, ob es überhaupt Sinn mache, darüber zu diskutieren. Ich beschloss, dass es sinnlos war. Wenn sie in der Lage war, eine solche Show abzuziehen, würde sie nicht einfach aufgeben und zugeben, dass sie es gewesen war. Warum sollte ich also mit ihr streiten? Ich beschloss, das Thema einfach sein zu lassen, machte aber ganz deutlich, dass ich an solche Dinge nicht glaubte. Ein seltsames Gefühl, eine komische Situation. Eine weitere Lektion für mich: Es gibt nicht nur abergläubische Menschen, sondern auch diejenigen, die Tricks dazu verwenden, diesen Aberglauben noch weiter zu schüren!

Wenn Westler Gurus werden – als ich die Esoterik-Szene im Westen erlebte – 27 Jan 13

Im Jahr 2005 habe ich viele Leute getroffen, an vielen verschiedenen Orten, aus vielen unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und mit vielen verschiedenen Interessen. Ich bin mit ziemlichen vielen Leuten in Kontakt gekommen, die in der esoterischen Szene aktiv waren und erkannte, dass es nicht nur in Indien Gurus gab – ich traf moderne, westliche Gurus und ihre Anhänger. Sie hatten für gewöhnlich als Anhänger eines indischen Gurus begonnen und irgendwann ihr eigenes Geschäft gegründet, indem sie sich genau wie ihr Guru verhielten und ihn und seine Handlungen imitierten. Zusammen mit all den Dingen, an die westliche Esoteriker glauben, war das keine gute Kombination!

Ich war ja selbst Guru gewesen. Ich hatte diesen Beruf hinter mir gelassen, nachdem ich erkannt hatte, was ich daran nicht mochte, weil ich den Leuten näher sein wollte und Freundschaften schließen wollte statt Anhänger zu gewinnen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt auch schon, dass viele Westler indische Gurus hatten, aber ich umarmte die Menschen immer, lud sie zu Mahlzeiten ein und stellte sicher, dass der Abstand, der zwischen Guru und Anhänger besteht, zwischen uns nicht aufkam.

Es war für mich jedoch normal zu sehen, dass die Leute ihre eigenen Gurus hatten. Oft waren diese Gurus Inder und meistens kannte ich sie nicht. Ich kannte natürlich das Konzept, aber es machte mir nichts aus, wenn die Menschen um mich herum Anhänger eines Guru waren – solage sie nicht meine sein wollten.

Einmal jedoch bemerkte ich, dass es unangenehm werden kann, mit jemandem zusammenzuleben, der in dieser Hinsicht eine ganz andere Einstellung hat. Yashendu, mein Musiker aus Indien und ich waren im Haus einer neuen Organisatorin angekommen und saßen im Wohnzimmer zusammen. Es war ein sehr großes, altes Haus und die Frau, die uns eingeladen hatte, lebte dort ganz alleine. Unser Musiker, der zum ersten Mal in Deutschland war und der die Menschenmengen Indiens, das Leben in Großfamilien und die niemals endende Geräuschkulisse gewohnt war, fand, dass das Haus der gruseligste Ort war, den er jemals besucht hatte. Er hatte ernsthaft Angst und glaubte, dass im Haus ein Geist spukte.

Unsere Organisatorin half nicht unbedingt dazu, solche Ideen zu vertreiben! Sie war vollkommen im esoterischen Glauben von Geistern, Wesen, Seelen, Seelenteilen, Engeln und mehr. Ich war ziemlich beschäftigt, als wir dort waren und hatte nicht viel Zeit, dem Aufmerksamkeit zu schenken. Ich hatte sowieso nie an Geistergeschichten geglaubt und auch nicht an irgendwelche gruseligen Wesen, die niemand jemals gesehen hatte. Also tat ich solche Gedanken einfach nur als Hirngespinste ab und tat meine Arbeit, freute mich, dass ich neue Leute traf und knüpfte einige Freundschaften.

Es war eine dieser Freundinnen, die mir später sagte, bei was für einer Frau ich da eigentlich gewesen war! Ich sprach ja kein Deutsch und so verstand ich nicht, was zu den Menschen gesagt wurde, die zu mir kamen. Alles andere war für mich normal – während Meditationen ist es ganz normal, dass die Leute Kerzen anzünden und ruhige Musik spielen, was ja auch ganz schön ist. Ich war es auch gewöhnt, dass die Organisatoren eher leise mit den Leuten sprechen und sah das als Bemühung, sie zu beruhigen und ihnen vor einem Workshop, einer Meditation oder einer Einzelsitzung ein gutes Gefühl zu geben.

Später habe ich erfahren, dass diese Frau glaubte, sie sei eine Seherin und hellsichtig. Das bedeutet, sie war in der Illusion, dass sie Dinge sehen konnte, die andere nicht sahen und dass Wesen in der Geisterwelt ihr Geheimnisse über ihre Umgebung verrieten. Sie hatte also all diese seltsamen Sachen den Leuten erzählt, die für ein Treffen mit mir gekommen waren. Was für einen Eindruck die Leute davon bekommen haben mussten!

Dazu kommt etwas, was ich nicht nur bei ihr sondern auch an anderen Orten bemerkt habe und zwar eine Art Ego, das für die Leute um die Person herum sehr seltsam ist. Dieses ‚esoterische Ego‘, wie ich es nach mehreren solchen Erfahrungen nannte, lässt die Menschen glauben, dass sie wirklich großartige Hellseher sind und dass sie aufgrund dieses falschen Wissens, das sie behaupten zu haben, auf irgendeine Weise besser seien als andere. Andere sollten dankbar sein, dass sie ihre Eindrücke mit ihnen teilten. Manchen Menschen gefällt das und sie werden so zu Anhängern westlicher Gurus – andere fühlen sich von solchem Ego abgestoßen.

2005 fing ich erst an, mit all diesen Dingen umzugehen zu lernen. Ich begann, die Esoterik-Szene mit all ihren Illusionen von Channels und Wesenheiten zu verstehen, ich erlebte das ‚esoterische Ego‘ zum ersten Mal und ich lernte die ersten westlichen Gurus kennen. Das alles bestätigte für mich nur, dass der Guruismus wirklich nichts mehr für mich war.

Hilfe für einen Freund, der sich in der esoterischen Szene verliert – 4 Jan 12

Gestern habe ich über Astrologen und Hellseher geschrieben und nebenbei erwähnt, dass es einige Leute gibt, die sich sehr auf den Ratschlag verlassen, den solche Menschen ihnen geben. Was kann man tun, wenn man einen Freund oder Verwandten hat, der an solche Vorhersagen glaubt, von denen man selbst meint, das sie vollkommener Unsinn sind?

Für viele Menschen ist das wirklich eine sehr relevante Frage, besonders in der esoterischen Szene oder für diejenigen, die die eine oder andere Art eines spirituellen Glaubens haben. Die Wahrheit ist, dass es im Bereich von Spiritualität, Religion und allem, was mit Glauben zu tun hat wirklich viele seltsame Methoden, Theorien und Lehren gibt. Am Ende kommt es darauf an, wie tief du dich darauf einlassen willst und wie viel du glauben willst.

Es gibt verschiedene Persönlichkeiten in dieser Welt und jeder hat seine eigene Weise, mit den Dingen umzugehen. Manche Menschen glauben alles Neue, was ihnen ins Augenmerk fällt. Sie sind tief in dieser ‚Szene‘ und haben schon von fast allem gehört, was es gibt. Es ist unglaublich, wie sie es schaffen, aber sie scheinen alle verschiedenen Vorstellungen und Wege zusammenzubringen und irgendwie an alle auf einmal zu glauben.

Ein weiterer Typ Mensch ist da eher skeptisch, sei das nun aufgrund einer Erfahrung oder von Natur aus. Diese Person glaubt an die Regeln der Physik und lässt sich nicht so leicht täuschen von neuen Erfindungen und Theorien, die als sensationell dargestellt werden, aber eigentlich nur dazu dienen, dem Erfinder Geld zu bringen. Diese Person glaubt, dass es in der Welt etwas mehr gibt, als nur trockene und nüchterne Wissenschaft. Er oder sie glaubt an Gefühle und ihre Macht, erkennt aber auch die psychologischen Prozesse dahinter. Diese Person kann sich verzaubern lassen, lässt sich jedoch normalerweise nicht von Scharlatanen betrügen.

Wenn du einer der Letzteren bist, weißt du wahrscheinlich, wie frustrierend es sein kann, jemanden in der nahen Umgebung zu haben, der an alles glaubt, was ihm über den Weg läuft. Du hast einen Freund oder Verwandten und siehst, wie er jede Woche zu einem anderen Seminar geht und dir von einem anderen Weg, einer weiteren Methode oder einem anderen Training erzählt, an dem er teilnehmen sollte. Du siehst, wie er haufenweise Geld für Geräte ausgibt, von denen du weißt, dass sie absolut nutzlos sind, für Workshops, von denen er verwirrter denn je zurückkommt und für Bücher, CDs und andere Produkte, die er liest und sich anhört und denen er folgt, bis ihm der nächste Meister oder Lehrer mit einer weiteren, völlig neuen Idee über den Weg läuft. Was kannst du tun, um diesem Freund aus seiner Verwirrung zu helfen?

Die Wirklichkeit ist leider, dass du nicht viel tun kannst. Warum? Ich weiß, dass du versucht hast, deinem Freund jede Menge Dinge auszureden. Vielleicht hast du es in der Vergangenheit ja auch geschafft, ihn oder sie vor einigen Fehlern zu bewahren. Doch bis jetzt hat all deine Willenskraft, deinen Freund zu überzeugen es nicht geschafft, ihn von dieser Suche nach etwas abzubringen – was auch immer das sein mag.

Ich möchte nicht negative klingen und ich bin es auch wirklich nicht. Ich finde es großartig, dass du für deinen Freund da bist und einen beruhigenden und realistischen Einfluss auf ihn hast. Es ist notwendig und wahrscheinlich sehr hilfreich für deinen Freund, dass er dich hat und mit dir sprechen kann – mit jemandem, der nicht verwirrt ist, was er glauben soll und der eine ehrliche Meinung hat. Vielleicht hast du deinen Freund ja wirklich davor bewahrt, in die Hände einer Sekte zu fallen oder seltsame Drogen mit schlimmen Nebenwirkungen zu nehmen. Sei da für deinen Freund, wenn er dich braucht und rede ihm alles aus, was du für gefährlich hälst. Aber lass dich nicht frustrieren von dem Versuch, ihn und seine Angewohnheit zu ändern, jede Woche eine andere Philosophie zu haben.

Dein Freund sucht offensichtlich nach etwas Tieferem, um in seinem eigenen Leben Frieden zu finden. Er hat wohl schon Hundert Mal gelesen, dass er nach diesem Frieden in sich selbst suchen muss, aber bis jetzt ist es ihm nicht gelungen, diesen Punkt auch wirklich zu erreichen. Was du deinem Freund jedoch geben kannst, ist eine Stabilität und Hilfe, die ihm all seine Methoden und unterschiedlichen Lehren ihm nicht geben können. Du kannst wahre Liebe geben. Und eines Tages, wenn dein Freund genug davon hatte, in Kreisen herumzulaufen, wird er erkennen, dass es in seinem Leben immer einen konstanten Faktor gab und das war deine Freundschaft und Liebe.

Warum es gut und notwendig ist über andere zu urteilen – 10 Mai 11

Vor Kurzem hat mir jemand in deinem Kommentar auf meine Tagebucheinträge gesagt, dass ich in vielen meiner Einträge zu beurteilend und wertend schreibe. Vielleicht sollte mir das das Gefühl geben, dass ich etwas Falsches geschrieben habe und vielleicht wollte diese Person, dass ich meinen Schreibstil ändere. Ich finde jedoch wirklich nichts falsches daran, wenn ich in meinem Blog darüber schreibe, was meiner Meinung nach richtig oder falsch ist. Eine weitere Frage: wenn du sagst, dass ich zu viel urteile, urteilst du da nicht auch über mich?

Ich weiß, dass es in der ‘esoterischen Szene’ und bei vielen spirituellen Menschen als Tugend gesehen wird, über niemanden und nichts zu urteilen. Wenn man diesen Menschen sagen würde, dass sie zu sehr urteilen, würden sie sich beleidigt fühlen. Lasst mich euch erklären, warum es meiner Meinung nach gut und notwendig ist, dass wir urteilen.

Der erste Grund ist, dass du ein Mensch bist und mit der Fähigkeit geboren wurdest, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Du bist kein Tier, das nur von seinem Instinkt angetrieben wird. Du kannst deine Sinne benutzen, sehen, hören, fühlen und dann selbst entscheiden. Ist es richtig oder ist es falsch? Solltest du das tun oder nicht? Du hast die Möglichkeit, darüber nachzudenken und auf deine Gefühle zu hören. Warum solltest du das dann nicht tun? Wenn Gott, oder welche Kraft auch immer diese Erde und die Menschen auf der Erde geschaffen hat, dir die Möglichkeit gegeben hat, über richtig und falsch nachzudenken, warum solltest du diese Möglichkeit dann nicht nutzen?

Ein weiterer Punkt ist, dass es keine Weiterentwicklung gäbe, wenn nie jemand urteilen würde. Man würde immer alles so annehmen, wie es ist. Man könnte nie erkennen, das etwas schlecht ist und verbessert werden könnte. Auch Menschen würden sich nie ändern. Wenn man sieht, dass jemand korrupt ist, betrügt, einfach etwas sehr Falsches tut, jedoch niemals jemand darüber urteilt, hören diese Menschen nie damit auf, Falsches zu tun. Wir müssen urteilen.

Zusätzlich denke ich, dass man psychologische Probleme bekommt, wenn man es sich zur Gewohnehit macht, über niemanden und nichts zu urteilen, da man nicht in der Lage ist, unabhängige Entscheidungen zu treffen und man nie wüsste, welchen Weg man einschlagen sollte. Eigentlich urteilt man im täglichen Leben die ganze Zeit. Das lässt sich nicht vermeiden. Wenn man in einen Supermarkt geht, urteilt man darüber, welches Produkt man kaufen sollte. Wenn du liest, dass in der Nacht in der Stadt eine Frau vergewaltigt wurde, urteilst du und sagst, dass es falsch ist. Wenn ein Kind missbraucht wird, denkst du, dass es falsch ist. Es hätte deine eigene Tochter oder dein eigener Sohn sein können, also urteilst du ganz natürlich darüber.

In der Folge ist es auch notwendig, darüber zu schreiben. Es ist notwendig, eine Botschaft zu verbreiten, so dass auch mehr Menschen über ein Thema nachdenken können. Ich sage nicht, dass sie mir zustimmen sollten, aber es ist gut, wenn sie den Impuls bekommen, über etwas nachzudenken, das nicht gut ist oder etwas zu unterstützen, das wirklich großartig ist.

Eine weitere Frage ist, warum die Menschen meinen oder irgendeinen anderen Blog lesen. Es ist interessant, die Meinung eines Autors zu verschiedenen Themen zu lesen. Wann ist eine solche Meinung interessant? Sicherlich nicht, wenn die Person sich nur umsieht, versucht, nicht über das nachzudenken, was in der Umgebung vor sich geht und erzählt, dass alles in Ordnung ist, nicht gut und nicht schlecht. Wenn ich nur solche Tagebucheinträge schreiben würde, wäre ich bald der einzige, der sie liest. Es ist einfach nur langweilig und führt zu keiner Schlussfolgerung, was es zur Zeitverschwendung macht, den Blog zu schreiben oder zu lesen. Die Menschen wollen wissen, wer du bist und wo du stehst. Wenn du es deutlich sagst, können sie selbst darüber nachdenken, eine neue Sichtweise überdenken und dann entweder zustimmen oder auch nicht.

Auf diese Weise urteilen bedeutet nicht, jedermanns kleinste Handlung im täglichen Leben zu verdammen. Es bedeutet auch nicht, dass man alles, was neu oder anders ist ablehnt. Man sollte nie urteilen, bevor man etwas gesehen oder erfahren hat.

Eine wahre Beurteilung, von der ich hier spreche, findet statt, wenn du tiefer gehst, analysierst, eine Erfahrung machst und unter Einbezug all dieser Faktoren eine Schlussfolgerung darstellst. Es gibt einige Dinge, bei denen es einfach ist, zum Beispiel zu sagen, dass es falsch ist, jemanden zu ermorden oder die Handtasche einer alten Frau zu stehlen. Es gibt andere Dinge, bei denen man mehr nachdenken muss und seine Schlussfolgerung mehr mit Gefühl machen muss. Man hat jedoch auf eine Weise das Recht und oft auch die Pflicht, eine Meinung zu haben.

Schließlich möchte ich hinzufügen, dass der Satz ‘Du sollst nicht urteilen’ oft auch von Meistern und Gurus gesagt wird, die ihre Anhänger davon abhalten wollen zu hinterfragen, was sie tun. Sie sollen die Handlungen des Meisters nicht beurteilen. Es ist offensichtlich was sie sollen: niemand sollte einen Blick hinter die Vorhänge werfen und dort vielleicht unschöne Geheimnisse aufdecken. Manchmal zeigt das nur, dass sie keine Gottesmänner sind, als die sie sich selbst darstellen. Und so erzählen sie ihren Anhängern, nicht über sie zu urteilen und am Besten, nicht zu denken. Der Guru hat immer Recht und was er tut ist immer gut. Denk nicht weiter darüber nach.

Darum sage ich, dass es gut und notwendig ist, dass wir Urteile fällen. Benutze dein Wissen, deinen Verstand, deine intelligenz und all deine Gefühle. Du kannst, wenn nötig, Experten fragen, im Internet Nachforschungen anstellen und mehr herausfinden, wenn nötig. Bilde dir eine Meinung und habe keine Angst davor, dass andere dich kritisieren könnten. Vielleicht hindert auch diese Angst die Menschen am Urteilen. Sei selbstbewusst und sage, was deiner Meinung nach richtig und was falsch ist.

Keine übernatürlichen Kräfte und kein Mitglied der esoterischen Szene – 14 Apr 10

Es ist toll, dass ich positive Erfahrungen mit dem neuen Weg der Heilung habe, aber ich habe auch bemerkt, dass es doch einige Menschen gibt, die immer zu einer Heilsitzung kamen, wenn ich hier war. Als sie von den Veränderungen der Heilmethode hörten, verloren sie das Interesse daran, noch einmal zu kommen. Ich kannte sie auch persönlich, weil ich jetzt schon viele Jahre lang regelmäßig hier bin und so kann ich mir auch vorstellen, warum sie nicht mehr kommen: sie sind tief in der esoterischen Szene und hätten es gerne, wenn ich wie sie an Wunder, Materialisierung und ähnliches glauben würde.

Ich war nie in dieser Szene, die hier Esoterik genannt wird und natürlich versuchte ich immer, wenn jemand zu mir kam, dieser Person mehr in die Realität zu bringen und in die Liebe, sie oder ihn wieder auf den Boden zu bringen. Bis jetzt habe ich das versucht, aber ich glaube, dass viele auch dachten, dass ich genau das tun würde, was sie von mir erwarteten, dass ich irgendeine Art von übernatürlichen Kräften hätte. Sie dachten von mir auf andere Weise und das war auch einer Gründe für meine Veränderung. Die Menschen sollten mich nicht in falschem Licht sehen und jemanden sehen, der ich nicht bin. Ich muss deutlicher machen, woran ich glaube. Jetzt haben sie keinen Grund mehr dafür, mich in jenem Licht zu sehen, im Licht eines Gurus und Wunderheilders, weil ich offen sage, dass ich das nicht möchte. Vielleicht sagen sie jetzt, dass ich keine Kraft oder Energie mehr habe, die ich ihnen geben könnte, weil ich mich verändert habe.

Ich heiße das auch willkommen und ich wusste, dass das mit dieser Veränderungen passieren könnte. Es ist gut, dass die Menschen sich selbst filtern, so dass diese, die überhaupt nicht passen, die das, was ich sage niemals akzeptieren können, nicht einmal zu mir kommen. Als ich mit Sonja hierüber sprach, haben wir erkannt, dass wir eine andere Gruppe von Leuten brauchen, wenn diejenigen, die zuvor da waren, diese Veränderung nicht mitmachen können. Ich möchte nicht, dass Menschen zu mir kommen und Magie erwarten, weil sie da enttäuscht würden. Sie stellen sich dann entweder Dinge vor, die nicht real sind oder sie hören von mir, dass ich da nicht daran glaube und gehen dann mit einem schlechten Gefühl oder Enttäuschung. Es ist nichts neues, wenn Menschen zu meinen Vorträgen kommen, kommen sie mit einer bestimmten Erwartung und manchmal sind auch einige wieder gegangen, weil ich das einfach nicht bin. Ich möchte ihnen ihre Enttäuschung ersparen; sie müssen nicht kommen. Ich will hier sein für Menschen, denen es ernst ist, die mit ihrem Leben und Herzen arbeiten müssen und die dazu bereit sind, ihre Denkweise zu verändern.