Sexuelle Belästigung Homosexueller an Flughafen-Sicherheitskontrollen – 17 Sep 16

Heute möchte ich über ein sehr wichtiges Thema schreiben, das Ramona und ich während dem Frühstück besprochen haben. Naja, vielleicht ist es gar nicht SO wichtig. Oder vielleicht auch überhaupt nicht…: Was machen Homosexuelle im Flughafen bei der Sicherheitskontrolle?

Denk mal drüber nach: es gibt die Regel, dass Frauen von Frauen und Männer von Männern durchsucht werden. Mit den neuen Körper-Scannern müssen viele Leute überhaupt nicht mehr angefasst werden, aber wenn der Scanner etwas anzeigt, wirst du angefasst, und zwar gründlich, von einer Person deines Geschlechts. Diese Regel wurde natürlich eingeführt, um sexuelle Belästigung zu verhindern – oder Klagen wegen sexueller Belästigung! Keine Frau sollte sich unwohl fühlen, weil ein Mann sie anfasst. Genauso sollte keine Frau einen Mann herausziehen, um ihn von oben bis unten zu untersuchen, weil sie sich danach fühlt!

Aber was ist mit unseren schwulen und lesbischen Freunden?

Nach dieser Logik wäre das ihr Traumjob! Und der Gang durch die Flughafen-Sicherheitskontrolle für homosexuelle Reisende die größte Freude! Doch würde das nicht zu Problemen führen? Was kann man denn dagegen tun?

Das ist doch ganz klar: wir brauchen eine separate Kollektion für Homosexuelle! Dort werden sie vom anderen Geschlecht durchsucht, um jegliche Art von Beschwerden und Problemen zu vermeiden! Eine lesbische Frau, die eine lesbische Frau absucht? Unmöglich! Ein Schwuler, der von einem anderen schwulen Mann an intimen Körperstellen berührt wird? Unvorstellbar! In dieser Linie untersuchen Lesben schwule Männer und Schwule lesbische Frauen!

Ja, so halten wir jegliche Art sexueller Erregung und Spannung in Schach!

 

Liebe homosexuelle Freunde: bitte versteht, dass ich Witze mache – ihr braucht meinen Posteingang nicht mit schockierten Nachrichten füllen! 🙂

Nein, liebe Tochter, nicht jede dicke Frau ist schwanger! – 9 Mär 16

Gestern habe ich euch erzählt, wie aufgeregt Apra wird, wenn sie schwangere Frauen sieht. Diese Aufregung hat eine lustige Situation geschaffen, von der ich euch gerne erzählen möchte. Ich bin mir nicht sicher, ob die Schlussfolgerung dieser Situation ist, dass Inder direkter sind oder dass sie die Wahrheit einfacher akzeptieren – oder keins von beidem.

Ihr wisst bereits, dass Apra aufgeregt ist, wenn sie schwangere Frauen sieht und sie uns auch extra zeigt. Sie rennt für gewöhnlich zu uns und ruft ‚Schaut, Ma und Pa, da ist eine schwangere Frau!‘ Das ist ziemlich niedlich und bringt uns und für gewöhnlich auch die werdenden Eltern zum lächeln.

Naja, nur dass in einem Fall vor Kurzem die Frau überhaupt nicht schwanger war!

Oh, wie peinlich Ramona das sofort fand! Die schwere Dame jedoch lachte laut auf und erklärte Apra: ‚Nein, ich bin nur fett!‘

Es war zum Schreien komisch! Die Überraschung in Apras und auch Ramonas Augen! Ramona hatte erwartet, dass die Dame empört und wütend reagieren würde, doch das war überhaupt nicht der Fall! Sie wusste, warum unser Mädchen sie für schwanger gehalten hatte: ihr Bauch wölbte sich nach vorne als wäre sie schwanger!

Sie ging weiter, immer noch belustigt, und ließ uns dort stehen, mich am Lachen, Apra ein verlegenes Lächeln und Ramona zwischen Verlegenheit und Heiterkeit! Und da war noch ein Gefühl: Erstaunen darüber, wie diese Frau so klar und laut mit einer Menschenmenge um sich herum sagen konnte: ‚Ich bin fett‘!

So etwas kann man in Indien oft sehen: jemand, der definitive übergewichtig ist, kann ganz klar sagen: ich bin dick. Da wird überhaupt nicht gezögert und man ist auch nicht verlegen. Es ist eine Akzeptanz dieser Wahrheit, die so ganz anders ist als das Schamgefühl und Schuldgefühl, das man sonst so oft sieht, wenn es um das Thema Gewicht geht!

Gleichzeitig jedoch gibt es die gleiche fixe Idee, dünn sein zu wollen, die man auch im Westen beobachtet! Frauen machen einander Komplimente zu ihrem Gewichtsverlust und beklagen sich über ihr eigenes Gewicht. Vielleicht ist nur die Art und Weise, wie sie es tun anders?

Eines ist jedoch sicher: Apra hat gelernt, dass nicht jede Frau mit dickem Bauch auch schwanger ist!

Können Männer Babys haben? Warum nicht? – Fragen einer Vierjährigen – 8 Mär 16

Gestern habe ich euch erzählt, wie fasziniert Apra von der Tatsache war, dass wir Freunde, Paare, haben, die zwar zusammen sind, aber nicht verheiratet. Sie ist mindestens genauso fasziniert von der Vorstellung, dass Frauen Babys bekommen können!

Schon lange weiß Apra, dass sie aus Ramonas Bauch gekommen ist. Wir haben ihr die Geschichte erzählt, wie sie im Bauch wir, wie wir ins Krankenhaus gegangen sind und die Ärzte den Bauch ihrer Ma aufgeschnitten haben und sie herausgeholt haben. Wir erzählen ihr, wie sehr wir uns auf sie freuten und wie schön es war, sie endlich zu sehen. Bis vor Kurzem ging es da einzig und allein um sie, da sie damit beschäftigt war, mehr über ihre eigene Identität zu lernen. Jetzt jedoch wird sie älter, weiß viel mehr über sich selbst und will mehr über die Welt um sich herum erfahren. Und dazu gehören natürlich auch Babys anderer Leute!

Also fragte sie Ramona ob nur Frauen Babys bekommen. Könnten denn nicht auch Männer Babys bekommen? Und warum denn nicht? Die nächste Frage war, wie viele Babys denn in einer Mutter sein könnten. Zwillinge, Drillinge, Vierlinge… es dauerte eine Weile bis sie verstand, dass dann all diese Kinder auch gleich alt sein würden und nicht, dass alle Geschwister Zwillinge oder Drillinge genannt werden!

Nun freut sie sich, wann auch immer sie eine schwangere Frau sieht. Sie ruft Ramona oder mich aufgeregt, zeigt uns die schwangere Frau und erklärt uns, dass diese bald ein Baby bekommen würde. Dann stellt sie für gewöhnlich weitere Fragen, die wir normalerweise nicht beantworten können: wann wird das Baby rauskommen? Wie viele Babys sind da drin?

Als wir neulich für eine von Monikas Untersuchungen im Krankenhaus waren, sah sie eine schwangere Ärztin, deren Arztkittel noch gerade so über ihrem Bauch zuging. Apra wurde so aufgeregt, dass sie sich nur mit Mühe beherrschte, Ramona nicht am Shirt zu der Frau zu ziehen: ‚Schau mal, Ma, eine Frau Doktor, die ein Baby bekommt! Sie hat ein Baby im Bauch!‘ Natürlich gingen ihre Gedanken noch weiter und eine Frage folgte: ‚Wer hilft ihr denn dann, das Baby rauszuholen?‘ Oh, eine andere Ärztin natürlich – und sie war die Chefärztin der zahnmedizinischen Abteilung des Krankenhauses, also gehört Geburtshilfe wahrscheinlich sowieso nicht zu ihren alltäglichen Aufgaben…

Ich liebe ihre Neugier, selbst wenn es manchmal ein bisschen viel des nie-enden-wollenden ‚Warum?‘ und ‚Warum nicht?‘ ist. Es hilft ihr mehr Wissen anzuhäufen, die Welt besser zu verstehen und eine bessere Vorstellung des Lebens zu bekommen! Eine neues, vierjähriges Wesen auf dieser Welt will besser verstehen, wie das Leben funktioniert, wie es beginnt – ist das nicht wunderschön?

Wir haben weiterhin Spaß in Deutschland – 29 Nov 15

Eine weitere Woche hier in Deutschland ist vorüber und wir hatten wieder so viele tolle Erlebnisse, dass es schwierig ist, sie alle in einem Blogeintrag zu erwähnen! Ich werde es trotzdem versuchen:

Ich habe euch bereits von dem Schneesturm erzählt, den wir letzten Sonntag in Hamburg erlebt haben. Nach diesem schönen Tag machten wir am Montag einen weiteren Ausflug, aber nicht nach Hamburg, sondern in die Innenstadt Lüneburgs, zum Thermalbad! Während wir schon in Freibädern waren, war es für Apra und auch mich das erste Mal in einem Hallenbad und ich muss sagen, es war ein tolles Erlebnis! Es gab viele verschiedene Becken, eines mit Wellen, Whirlpools, einen Baby-Pool und ein Kleinkinderbecken, eines mit salzigem Thermalwasser und sogar ein Außenbecken! Nachdem Apra sich ein bisschen mit der Idee angefreundet hatte, auch in Wasser zu gehen, das nicht nur knietief war, bekamen wir sie auch dazu, mit uns zu rutschen, in den Whirlpool zu gehen und auf unseren Rücken mit zu schwimmen. Wir hatten unglaublich viel Spaß!

Außerdem füllten wir unsere Zeit in Lüneburg mit viel Freude! Andrea ging mit uns zum Spielplatz und zum Einkaufen, was für Apra hier immer ein Abenteuer ist, und wir hatten mehrere Freunde zu Besuch! Wir kochten eine leckere Mahlzeit und hatten einen schönen Abend miteinander!

Am Mittwoch, unserem letzten Tag in Lüneburg gab es ein weiteres Highlight der Woche: wir gingen auf den Weihnachtsmarkt in Lüneburg. Noch etwas, was Apra zum ersten Mal in ihrem Leben sah – und etwas, was ich immer sehr schön finde. Die Leute haben gute Laune, es gibt Süßes, Kinder können Karussell fahren und es gibt schöne Musik. Apra, die ein Buch über einen Maskenball gelesen hatte, ging mit ihrer Feen-Prinzessinnen-Maske auf dem Kopf auf das Karussell und den kleinen Zug, aß ein Lebkuchenherz und trank mit uns eine heiße Schokolade!

Am Donnerstag verabschiedeten wir uns von Michael und Andrea und stiegen in einen Zug Richtung Süden, nach Augsburg, wo Ramonas Großeltern leben! Mit dieser Fahrt quer durch ganz Deutschland feierten Ramona und ich unseren 5. Deutschen Hochzeitstag! Vor fünf Jahren waren wir alle in Wiesbaden mit Freunden zusammengekommen, um ein Stück Papier zu unterschreiben – die Zeit geht so schnell vorbei!

Vorgestern fuhren wir nach München, nicht nur um in ein richtig schönes Museum mit vielen Ausstellungen für Kinder zu gehen, sondern hauptsächlich, um noch mehr von Ramonas Familienmitgliedern zu besuchen, einschließlich dem Sohn Ihres Cousins, der nun bald seinen dritten Geburtstag hat! Für uns alle ein fröhliches Wiedersehen, bei dem Apra sich vor allem über den Austausch von Geschenken freute – und über einen Kreisel, mit dem bereits Ramona und ihre Cousins gespielt hatten.

Zurück daheim, wachten wir gestern in einem Winterlandschaft voller Schnee auf! Es schneite den ganzen Morgen lang und so nahmen wir die Möglichkeit wahr, das zu tun, was wir vor einer Woche im Schnee nicht gemacht hatten: Ramona, ihr Vater und Apra bauten einen Schneemann! Vollständig mit Karottennase!

Am Nachmittag versuchte Apra ihr Glück beim Eislaufen! Gleich vor dem Haus hier gibt es ein künstliches Eisfeld, wo man Schlittschuhe leihen kann – und ich muss sagen, wenn Apra jeden Tag zum Üben kommen könnte, würde sie bald wie ein Profi Schlittschuh laufen!

Schließlich gingen wir noch mit Apras deutscher Großmutter, Großvater und Tante zum Augburger Weihnachtsmarkt. In der ganzen Stadt waren Kerzen aufgestellt, was eine herrlich besinnliche Stimmung schuf. Um sechs Uhr kamen alle vor dem Rathaus zusammen und blickten in Richtung Rathaus, um zu sehen, wie Kinder und Jugendliche als Engel verkleidet und mit Harfen, Flöten und einer Orgel an die Fenster und auf den Balkon kamen. Sie spielten und sangen ganz himmlisch – aber Apra hatte nur eine Frage: warum fliegen die denn nicht?

Mal sehen, was wir heute machen werden – morgen werden wir wieder nach Wiesbaden zurückfahren, also wird es wohl ein Tag in der Familie werden. Wir haben gerade dieen allerschönsten Urlaub, den man sich vorstellen kann und zeigen unserem kleinen Mädchen Deutschland!

Holi 2016 – komm zum Farbenfest nach Indien! – 22 Okt 15

Wer unseren Newsletter bekommt, hat bereits eine Einladung zu dem Retreat bekommen, den wir als nächstes planen: den Holi Retreat 2016! Während wir in den letzten Jahren jedermann eher locker mit einem Sonderangebot für die Zeit des Farbenfestes eingeladen haben, haben wir jetzt ein komplettes Programm bereit für ein hautnahes Erleben Indiens, des Ashrams und natürlich der Farben zur Holi-Zeit!

Holi, für alle, die es nicht kennen, ist eine der zwei größten indischen Feiern des Jahres! Es ist ein riesiges Farbenfest und während der Rest Indiens es an einem Tag im Frühling feiert, wirft sich der Rest Vrindavans eine ganze Woche lang in die Farben!

Es ist eine außerordentliche Zeit des Jahres, während der man sich wirklich wieder wie ein Kind fühlt! Man spielt einander Streiche, malt mit Farben, ohne sich um seine Kleidung Gedanken zu machen und bewirft einander mit Farben!

Mit unserem Holi-Retreat-Programm habt ihr die Möglichkeit, indische Kultur von innen zu erleben, begonnen mit einer Willkommensparty im Ashram gefolgt von einer geführten Tour durch Vrindavan, so dass ihr die Stadt kennen lernt, in der ihr die nächsten ein oder zwei Wochen verbringen werdet. Als Nächstes seht ihr, wie Holi im Haupttempel Vrindavans gefeiert wird, wie wir selbst frische Farben zubereiten und daraufhin nehmt ihr an der großen Holi-Feier im Ashram am Tag des Höhepunktes von Holi teil. In der sicheren Umgebung unserer privaten Feier werden wir verrückt in den Farben!

Nachdem Holi vorbei ist, geht euer Urlaub etwas ruhiger weiter, aber nicht weniger interessant! Ihr besucht unsere Schule und die Schulkinder, habt Zeit für eine Frage-und-Antwort-Runde mit Yashendu, wo ihr fragen könnt, was auch immer ihr wollt und natürlich macht ihr noch einen Ausflug zum Taj Mahal in Agra! Bei einer Präsentation indischer Gewürze erfahrt ihr, was den herrlichen Geschmack des Ashram-Essens ausmacht und in einem Ayurvedischen Kochworkshop lernt ihr, wie ihr diese Gerichte selbst zubereiten könnt. Mit einem Spaziergang um die Stadt und einem Besuch bei der Feuerzeremonie am Fluss werden wir das Programm beenden – und nach einer Abschiedsfeier seid ihr wieder auf dem Weg nach Hause mit den schönsten Erinnerungen an die Zeit in Indien.

Es gibt tägliche Yogastunden und genug Zeit, die Gegend selbst zu erkunden, sich im Ashram auszuruhen, Ayurvedische Massagen und Anwendungen zu genießen, mit den Kindern zu spielen oder in Vrindavans farbenfrohen Märkten einzukaufen!

Mit diesem Holi Retreat wollen wir den Spaß der Holi-Feier mit dem Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit bei deinem Erlebnis Indiens vereinen – und wir freuen uns bereits darauf, uns mit dir in die Farben zu werfen!

Hier bekommt ihr alle Einzelheiten für den Holi Retreat 2016!

Und hier seht ihr Bilder von vorherigen Holi Feiern

Eine tolle Zeit mit Freunden – 18 Okt 15

Oh, wir haben eine großartige Zeit! Ja, es ist herrlich – das Leben ist voller Ereignisse, Menschen kommen und gehen, jeden Tag gibt es eine neue Entwicklung und gerade jetzt haben wir liebe Freunde im Ashram und genießen unsere Zeit mit ihnen!

Am Freitag sind Thomas und Iris zusammen mit unseren gemeinsamen Freunden Peter und Heike, deren Sohn und zwei weiteren Freunden angekommen. Nach einem Abend der Entspannung hatten wir gestern eine großartige Geburtstagsparty! Wir haben eigentlich nichts sehr aufwendiges gemacht, aber es war wirklich besonders: wir hatten ein leckeres Abendessen gefolgt von einer kleinen Tanzparty. Dann etwas Schokokuchen für alle und noch etwas tanzen! Apra, Pranshu und Guddu, unsere Jüngsten, haben ihre Tänze vorgeführt, gezeigt was sie gelernt haben und dann hat Melanie, unsere Freundin aus Frankreich, ihren Feuertanz gezeigt. Schließlich gaben wir dem Abend ein schönes musikalisches Ende mit Musik von unseren deutschen Freunden mit den unterschiedlichsten Instrumenten.

Es war ein schöner Abend, den wir alle sehr genossen – Familie, Freunde und Ashram-Gäste! Für drei Frauen war es auch ihr letzter Abend im Ashram vor einer Reise durch Rajasthan, die wir für sie organisiert haben. Heute früh sind sie in Richtung Jaipur aufgebrochen, werden dann weiterfahren nach Jaisalmer und schließlich via Delhi zurückkommen, von wo aus eine von ihnen nach Hause zurückfliegen wird.

Nun sitzen wir also hier, mit weniger Gästen und unseren Freunden, und genießen unsere gemeinsame Zeit, erzählen, was so alles geschehen ist, schwelgen in Erinnerungen und machen Pläne für unsere nächsten Abenteuer.

Apra ist gerade überglücklich, weil Thomas hier ist. Den ganzen Tag lang spielt sie mit ihm oder erzählt uns, was sie so alles gespielt haben und denkt darüber nach, was sie wohl als nächstes machen werden. Sie liebt es, wenn das Haus voller Leute ist und besonders, wenn es nicht nur Unbekannte sind, sondern Freunde, mit denen sie fast jede Woche auf Skype redet!

Dazu haben noch all unsere deutschen Freunde aus Deutschland jede Menge Geschenke für Apra und die Ashram Jungs mitgebracht. Alle probieren also gerade neues Spielzeug aus und essen leckere deutsche Süßigkeiten! Wir haben eine herrliche Zeit!

Das Leben ist gut!

Als Apra einen Tiger wusch – 28 Sep 15

Vor ein paar Tagen am Nachmittag kam Apra in unser Büro. Ramona arbeitete am Computer, als Apra hereinkam. Sie drehte sich um und sah, wie Apra ihre Hände ausstreckte und sie vorsichtig von ihren Klamotten weghielt mit den Worten ‚Ma, ich muss mir die Hände waschen!‘

Ramona warf einen Blick auf ihre Hände, doch sie sahen eigentlich sauber aus. Trotzdem folgte sie ihr ins Badezimmer und fragte auf dem Weg, bereits mit einem Verdacht, ‚Wie sind deine Hände denn dreckig geworden?‘

’Ich habe meinen Tiger sauber gemacht’, erklärte Apra. Die Rede war von dem großen Stofftiger in ihrem Zimmer.

’Mit was?’ fragte Ramona und überlegte bereits, ob sie das wirklich wissen wollte. ‚Mit Wasser?‘

’Oh nein, einfach so’, antwortete Apra, als sie durch die Badezimmer-Tür ging.

’Aber mit was, mit einem Lappen, einer Bürste, sonst irgendwas?‘ bohrte Ramona nach.

’Ja, mit einem Lappen’, kam wieder so eine kurze Antwort, während Apra einen Stuhl zu dem Waschbecken zog, so dass sie hochklettern konnte.

’Einem nassen Lappen?’ fragte Ramona noch einmal, obwohl sie die Antwort schon ahnte. Doch es wurde noch besser als gedacht:

‘Ja, nass, und mit Schaum! Du darfst ihn jetzt aber nicht anfassen, sonst werden deine Hände auch dreckig!‘ war die Antwort unserer Tochter in sachlichem Ton.

Das war der Moment, als ich reinkam und Ramona, die gerade mitten in einer wichtigen Email war, fragte mich einfach ‚Kannst du bitte die Tiger-Situation hier übernehmen?‘ 🙂

Tja, was tut ein hingabevoller Ehemann und Vater nicht alles? Offensichtlich ist Tiger-Waschen ein Teil dieser Aufgaben!

Mit vereinten Kräften Apras, Pranshus und Guddus, bewegten wir den Tiger ins Badezimmer und wuschen seinen Schaum-umhüllten Schwanz, bis er nicht mehr alles mit Schaumblasen volltropfte. Apra trocknete den Schwanz daraufhin mit einem Handtuch ab, während die Jungs das Wasser aufwischten und den Raum trockenlegten, so dass es nicht mehr wie der Duschraum eines Hallenbades aussah!

Apra war sehr zufrieden mit dem Ergebnis dieser Aufgabe, die sie sich selbst gestellt hatte: der Tiger ist sauber und es hat jede Menge Spaß gemacht!

Peinliche Situationen mit dem Handschlag für Frauen in Indien – Hände schütteln oder nicht? – 22 Mär 15

Gestern waren Ramona und ich zu einem Treffen in Delhi. Während ich euch zu einem anderen Zeitpunkt mehr über dieses Treffen erzählen werde, möchte ich euch gerne von einem Thema erzählen, über das Ramona und ich gesprochen und gelacht haben: der Handschlag in Indien.

Es ist nicht so, dass Inder einander nicht die Hände schütteln. Das tun sie und bei Treffen, Konferenzen und Veranstaltungen genauso übermäßig oft wie die Menschen in so ziemlich jedem anderen Land auch. Sie verwenden diese internationale Art einander zu begrüßen. Die Männer in ihren drei-teiligen Anzügen strecken ihre Hände aus und schütteln die des jeweils anderen, in Hemdärmeln oder sogar im Pullover. Eine neue Person kommt dazu, läuft von einem zum anderen und schüttelt eine Hand nach der anderen. Da ist die nächste eine Frau, an der Seite eines Mannes…

Und sie wird ausgelassen!

Oh ja, die Damen kommen nicht in den Genuss eines festen – oder auch nicht so festen – Händeschlags. Oder, man kann sagen, dass sie eine Sonderbehandlung bekommen: ein ‚Namaste‘ mit den Handflächen vor der Brust zusammengenommen oder einfach nur ein Kopfnicken.

Mir war das nie so aufgefallen, aber Ramona natürlich schon, als sie versuchte herauszufinden, wie sie die Leute in Indien begrüßen sollte! Ich glaube, es gibt wenige Dinge, die peinlicher sind, als jemandem die Hand hinzustrecken, um die seine zu schütteln, der in dem Moment zur nächsten Person hinüberlangt und dich komplett ignoriert. Oder vielleicht ist es noch peinlicher, wenn dann diese Person schließlich beschließt, dir die Hand zu schütteln, wenn du gerade beschlossen hast, diese vor dir zu verschränken und einfach nur zu Nicken!

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, auch eine Hand zum Schütteln zu bekommen und nachdem sie mehrere Variationen des obigen durchlaufen hatte, gab sie auf. Nicken und Lächeln heißt es nun für sie! 🙂

Eher amüsiert fragte sie mich, was denn wohl die Wurzel dieses Verhaltens war. Der Handschlag als etwas, was die Briten in dieses Land gebracht haben und dazu die reservierte Haltung der indischen Tradition, wenn es um die Berührung von Mann und Frau geht? Wir lachten und überlegten, ob ein Handschlag vielleicht ja sogar schon eine unangebrachte Berührung sei. Und besonders, da die glückverheißende Zeit des Navaratri begonnen hat, während der viele Leute fasten – vielleicht würde das ja das Fasten brechen, wenn man sich mit einer Frau, die nicht sein Eheweib ist so unerhört sexuell nahekommt!

Vergebt uns unsere albernen Gedanken – aber wir mussten viel lachen und haben gerne solchen Spaß, ohne die Dinge zu ernst zu nehmen. Ich wollte das alles, die Peinlichkeit und natürlich noch viel mehr den Spaß mit euch teilen, so dass ihr nächstes Mal, wenn ihr in einer solchen Situation seid, entscheiden könnt, was ihr machen wollt: dem anderen Geschlecht ein reserviertes Kopfnicken zukommen lassen oder ein paar Leute mit einer herzlichen und engen Umarmung überraschen – oder vielleicht sogar mit einem Küsschen aufs Bäckchen?

🙂

Wenn du zu beschäftigt bist, um Spaß zu haben, läuft etwas falsch – 2 Mär 15

In Vrindavan hat Holi begonnen! Für alle, die Holi noch nicht kennen: es ist ein riesiges und wildes Farbenfest, das in ganz Indien an einem Tag gefeiert wird, in unserer Gegend jedoch eine ganze Woche lang! Der Ursprung ist eine Art Erntedankfest, das Ende der Ernte. Heute spielen alle Leute einander Streiche und werfen Farbenwasser und Farbenpulver aufeinander. Es ist eine richtige Sauerei – und macht wahnsinnig viel Spaß!

Viele Leute denken, Holi sei ein Fest für Kinder. Während diese sich natürlich das ganze Jahr über darauf freuen, macht es aber auch Erwachsenen so viel Spaß! Und wer da den Spaß dran nicht sehen kann, dem würde ich sagen, dass er etwas falsch macht! Da geht es nicht nur um Holi, sondern um jede Art der Feier, die man aus einem der folgenden Gründe auslässt.

Vielleicht hast du das Gefühl, dass du zu viel zu tun hast, um eine solche Feier zu genießen. Ich weiß genau, dass du wahrscheinlich jede Menge Arbeit hast. Es gibt Projekte, um die du dich kümmern musst, Anrufe, die getan werden müssen, Treffen, die abgehalten werden müssen und Papierarbeit, die erledigt werden muss. Es ist die vollste Zeit deines Lebens und du kommst nicht vom Computer oder deinen Kunden weg.

Vielleicht bist du aus irgendeinem Grund verärgert und denkst, du bist nicht in der richtigen Laune. Du sitzt in deinem Zimmer und findest, dass du zu deprimiert und einfach in einer zu schlechten Laune bist, um gerade glücklich zu sein.

Das alles ist Unsinn! Wofür ist denn das Leben, was bleibt dir denn vom Leben, wenn du ständig zu beschäftigt bist, um feiern zu können, zu gestresst, um das Leben zu genießen? Und denkst du nicht, dass sich deine Stimmung vom Feiern bessern könnte, davon, unter anderen zu sein, die glücklich und fröhlich sind?

Wenn du jetzt nicht rausgehst und mit deinen Kindern, deinem Parnter, deinen Freunden oder auch nur alleine feierst, wird es in der Zukunft einen Tag geben, an dem du das bereust. Wenn du jetzt rausgehst und Spaß hast, macht dich das nicht nur jetzt glücklich, sondern bringt dir noch viele Stunden der Fröhlichkeit und des Glücks in vielen weiteren Jahren! All die Erinnerungen, die du schaffst – lass dir das nicht entgehen!

Manchmal bedarf es nur einer kleinen Veränderung im Inneren, eines aktiven Umschaltens, der Entscheidung, zu feiern – und glücklich zu sein!

Wenn bei der Vorstellung ein Wort alles verändert! – 4 Feb 15

Vor Kurzem hatten wir eine freie Lehrstelle an unserer Schule. Immer, wenn eine Stelle frei ist, gehen wir durch die Bewerbungen, die wir früher bekommen haben und fragen auch unsere Freunde, ob sie Lehrer kennen, die gerade auf Arbeitssuche sind. Dieses Mal haben wir eine Empfehlung bekommen, die uns zuerst überraschte und schließlich zum Lachen brachte.

Eine Freundin erzählte Ramona, sie hätte eine Freundin, die Lehrerin sei und gerne kommen würde. In ihren Worten: ‚Sie ist behindert und braucht die Stelle wirklich!‘

Ramona lud ihre Freundin für ein Interview ein und erzählte uns davon. Wir unterhielten uns und beschlossen, dass es nichts ausmacht, ja, dass es für unsere Kinder sogar gut wäre, wenn sie jemanden sehen würden, der zum Beispiel Probleme beim Gehen hat – oder was auch immer sonst die körperliche Einschränkung ist – und sie unterrichtet! Es würde ihnen zeigen, dass wir alle gleichwertige Menschen sind, egal, wie wir aussehen! Sie könnten auch lernen, dass, egal, welche Probleme man hat, man es immer positiv nehmen kann und trotzdem die Stärke haben kann, im Leben weit zu kommen!

Mit all diesen guten Gedanken warteten wir darauf, dass diese Dame kam, ihren Lebenslauf abgab und ihr Jobinterview gab. Eine Frau kam und stellte sich selbst als Freundin einer Freundin vor. Wir wussten, dass es diese junge Frau sein musste, von der wir gesprochen hatten. Doch halt – wir konnten nicht erkennen, dass sie auf irgendeine Weise behindert wäre!

Also unterhielt sich Ramona mit ihr. Sie las ihren Lebenslauf, sprach mit ihr über ihre Erfahrungen und Ziele. Während der ganzen Unterhaltung versuchte Ramona unauffällig irgendetwas über die zuvor erwähnte Behinderung herauszufinden! Sie hatte beide Arme und Beine, an jeder Hand fünf Finger, nichts war verformt oder funktionierte nicht. Zwei Augen, eine Nase, ein Mund, wie alle anderen.

Ein Gedanke kam auf: vielleicht hatte ihre Freundin ja ‘geistig behindert’ gemeint? Nein, das konnte auch nicht sein – wie würde sie denn mit solchen Problemen studieren und dann unterrichten? Und auch so deutete in der Unterhaltung nichts daraufhin, dass sie Schwierigkeiten beim Denken, Sprechen oder Ausdrücken hatte!

Als wir also das nächste Mal unsere Freundin trafen, fragte Ramona: es war ein gutes Vorstellungsgespräch – aber warum meintest du denn, sie wäre behindert?

Die Antwort war deutlich: ‘Sie ist behindert! Ihre Familie ist so arm, das hindert sie daran, Essen und Kleidung zu kaufen!‘

Wir sahen sie erstaunt an – und fingen an zu lachen! Unsere Freundin hatte versucht höflich zu sein und hatte das englische Wort für ‚arm‘ mit dem Wort für ‚behindert‘ ersetzt! Naja, so oder so, wir unterstützen ja auch die Armen immer gerne!