Abenteuer, Spannung, Aufregung und das Ende von Beziehungen mit mehreren Sex-Partnern – 1 Dez 15

Gestern habe ich euch erzählt, wie viele offene Beziehungen in die Brüche gehen, weil die Beteiligten eigentlich zu sehr am ursprünglichen Partner hängen, statt offen und frei zu sein. Es gibt noch ein anderes Szenario, das oft zu einem Ende dieser Beziehungen führt: wenn einer der zwei das Interesse am anderen verliert. Denn ein stetes Zusammensein mit einer Person wird ihnen dann einfach zu langweilig!

Zu Beginn ist alles sehr aufregend, doch da wird auf gewisse Weise auch gezögert: solch eine Beziehung ist in der Gesellschaft ein Tabu. Was sollen andere von uns denken, wenn sie das erfahren? Kann ich das wirklich tun und dabei meinen Respekt für mich selbst nicht verlieren? Oder werde ich mich eines Tages selbst für eine Prostituierte halten? Ein Partner, der ursprüngliche Partner mit dem die Beziehung begann, ist eine Art Sicherheit, ein sicherer Anker sowohl für die Leute um einen herum als auch für die eigenen Gefühle und Gedanken. Das ist ein bequemer Rahmen, etwas von dem man weiß, wie es funktioniert und zu dem man von dem Abenteuer des freien Sex mit anderen zurückkehren kann.

Doch nach einer Weile gewöhnen sie sich an das Abenteuer. Sie gewöhnen sich an die wechselnden Partner und gewinnen vielleicht Vertrauen in diesen Lebensstil, da sie mehr Leute getroffen haben, die genauso leben. Man kann sich ja vorstellen, was dann passiert: sie brauchen den Anker nicht mehr!

Es wird ihnen langweilig, regelmäßig mit der gleichen Person zusammen zu sein, mit ihr verbunden zu sein, wenn es da draußen so viele andere Möglichkeiten gibt, die aufregend, vielfältig und immer neu und bereit sind. Warum sollte man sich mit all den Schwierigkeiten einer Beziehung rumschlagen, sogar einer offenen?

Was der ursprüngliche Partner bieten kann ist nicht mehr interessant genug, um sie zu halten. Wenn sie beide das gleiche fühlen, enden diese Beziehungen ohne größere Probleme und in gegenseitigem Verständnis, das sie sich weiterentwickelt haben. Wenn beide diesen Lebensstil beibehalten, treffen sie sich vielleicht eines Tages für eine Nacht, aber nicht viel mehr.

Wenn auch nur einer von beiden dieses Gefühl hat, wird das unausweichlich den anderen verletzen, der bald die Idee einer offenen Beziehung verfluchen wird und natürlich das Ego zu denken, dass der andere keinen interessanten Bettpartner finden würde! Diese Person kehrt wahrscheinlich zu stetigen Beziehungen zurück, ohne das Konzept, frei auch mit anderen zu schlafen. Wer einmal diesen Schmerz erlebt hat, will diese Erfahrung nicht wiederholen!

Das grundlegende Problem in diesem Fall ist jedoch ein anderes: wenn man Sex nicht mit Liebe verbindet. Aber mehr dazu morgen.

Als Frau alleine in Indien sicher reisen – 20 Okt 14

Diejenigen von euch, die unseren Newsletter abonniert haben, haben vor Kurzem von einer neuen Seite aus unserer Internetseite erfahren: Indien-Reisen für Frauen

Wenn ihr diese Seite aufmacht, seht ihr, dass wir kein neues Reiseziel anbieten. Wir verweisen auf unsere üblichen Reisen und sagen Frauen, sie können sich mit uns in Verbindung setzen, wenn sie gerne möchten, dass wir ihre Reise durch Indien organisieren. Wir bieten diese individuelle Art der Reise schon lange an, weil Gäste uns während ihres Aufenthalts im Ashram darum gebeten hatten. Warum also haben wir diese extra Seite mit dieser Betonung auf Frauen geschrieben?

Um Frauen ohne Reisebegleitung zu helfen, ihre Träume zu verwirklichen und nach Indien zu reisen! Dieser Tage gibt es so viele negative Medienberichte, die Leute und besonders Frauen in Bezug auf Indien einfach verunsichern! Sie zögern und hören, wie ihre Familie und Freunde fragen ‚Was, du gehst nach Indien? Allein?‘

So fragen uns sogar die weiblichen Reisenden, die bei uns buchen, die also schon beschlossen haben, die Reise anzutreten, uns immer: ‚Ist es auch sicher, kann ich alleine reisen?‘ Sie fragen uns, ob sie die Angst der Leute um sie herum ignorieren sollten oder doch besser nachgeben und stattdessen nach Mallorca, Italien, Florida oder Kalifornien reisen sollten.

Über diese Fragen habe ich schon vier komplette Blogeinträge geschrieben, mit Tipps, auf was man achten sollte, was man tun sollte und was lieber lassen. Wir wollen eigentlich immer sagen Ja, komme, tu es einfach, hab keine Angst, es ist völlig sicher – aber das ist nicht so einfach!

Ja, du kannst es tun. Du kannst nach Indien kommen und wenn du gut informiert bist, wenn du weißt, wo du hingehst und auf was du achten musst, liegen die Chancen gut, dass es auch völlig ohne Probleme abläuft. Wir sagen den Reisenden immer, dass sie ja auch in Paris im Dunkeln in bestimmten Gegenden nicht alleine rumlaufen würden! Zuerst würden sie sich erkundigen, wo es sicher ist und wie sie wieder nach Hause kommen.

Viele Frauen beschließen jedoch, dass sie mit dieser Unsicherheit nicht reisen wollen. Ich verstehe das – man fühlt sich nicht gut, wenn man nicht sicher ist, wenn man ausgeht! Jeder kennt sich selbst am Besten und kann vorher wissen, dass man seine Reise nicht genießen würde, wenn man bei jeder Rikscha und jedem Taxi, das man nimmt, aufpassen muss.

Wir wollen diesen Frauen helfen, ihre Träume zu verwirklichen und ihre Reise nach Indien ohne Nervosität zu genießen. Wir helfen dir und begleiten dich von der ersten Email durch die ganze Planung, auf der Reise und bis zu dem Tag, an dem wir dich am Flughafen wieder absetzen! Es ist nicht nur sicher – es ist auch eine einfache, unbeschwerte und sehr bequeme Art zu reisen!

Wenn du also nach Indien kommen, aber nicht alleine gehen willst, wenn du zögerst und lieber ohne dieses Gefühl der Nervosität reisen willst, schick uns einfach eine E-Mail. Erzähle uns, was du gerne tun und sehen willst – und wir können zu planen beginnen! Das wird dich vor jeder Menge Sorgen bewahren. Vor allem fühlst du dich sicher mit ortskundiger männlicher Begleitung an deiner Seite.

Wenn du natürlich ein Mann bist und auch gerne eine Begleitung hättest, darfst du uns gerne auch eine Mail schicken!

Warum ich wohl nie wieder nach Südafrika reisen werde – 19 Okt 14

Die Zeit verging, als wir 2006 um meine Schwester trauerten. Irgendwann schien es, als hätten wir alle Tränen ausgeweint. Yashendu und ich waren einen Monat und vielleicht noch ein paar Tage länger in Indien und stiegen dann wieder ins Flugzeug. Er ging zurück nach Deutschland und ich flog wieder nach Südafrika.

Vor dem Unfall meiner Schwester war ich nur ein paar Tage in Südafrika gewesen. Es war mein erstes Mal in Südafrika, das erste Mal in Afrika überhaupt – und bis heute auch das letzte Mal. Ich kann wirklich nicht sagen, dass es mir sehr gut gefallen hätte.

Ich hatte Einzelsitzungen, Vorträge und auch einige Workshops in verschiedenen Yogastudios in Johannesburg gegeben. Ich wohnte bei Indern, war so aber auch in Kontakt mit vielen nicht-indischen Südafrikanern. Mein ganzes restliches Programm war natürlich abgesagt worden, aber wegen meines Tickets, das ich von Südafrika nach Indien und wieder zurück gebucht hatte, hatte ich noch weitere zwei Tage in diesem Land.

Es fühlte sich für mich nicht wirklich gut an. Nicht sicher, nicht entspannt. Das Haus, in dem ich wohnte und die, die ich besuchte, hatten alle ohne Ausnahme hohe Zäune oder Mauern um das Grundstück, obendrauf Stacheldrahtzaun und, wie mir gesagt wurde, oft war dieser Stacheldraht dann auch noch unter Strom, so dass jeder, der da durchkommen wollte, einen Stromschlag bekommen würde.

Ich fragte meine Organisatoren, ob die Kriminalität denn wirklich so schlimm war hier und erfuhr von ihnen und vielen anderen Leuten, dass es wirklich sehr gefährlich war! Eine Familie, bei der ich zum Abendessen eingeladen war, erzählte, dass vor erst zwei oder drei Monaten ihr Büro ausgeraubt wurde, trotz all dieser Sicherheitsvorkehrungen.

Natürlich übertreiben die Leute immer ein bisschen, wenn sie solche Geschichten erzählen, aber ich konnte nicht umhin, daran zu denken, wenn ich draußen unterwegs war. Jemand könnte dich nur wegen deinem Handy töten. Für die fünf Dollar, die du vielleicht in der Tasche hast.

Mir wurde gesagt, ich sollte am Abend, wenn es dunkel war, nicht raus. Man konnte keine Spaziergänge machen, außer im hellen Sonnenschein und natürlich in den richtigen Gegenden – aber besser war es, das Auto zu nehmen. Ich erinnerte mich an zwei Freunde, die im Urlaub ausgeraubt worden waren. Ich wusste, dass viele Leute Südafrika trotzdem gerne mochten und dort als Touristen hingehen.

Ich habe mich dort einfach nie wohlgefühlt, an einem Ort, an dem man die Gefahr immer im Kopf hat und sich draußen überhaupt nicht frei bewegen kann. Warum also sollte man wieder an einen solchen Ort gehen, wo man sich nicht sicher fühlt? Wo man das Gefühl hat, ständig auf der Hut sein zu müssen?

Ich verabschiedete mich nach zwei weiteren Tagen dort und flog nach Deutschland.

Später wurde ich nochmal nach Südafrika eingeladen, lehnte aber ab. Einmal war genug gewesen.

Mache deinen Kindern keine Angst! Zeige ihnen, dass du immer für sie da bist! – 17 Apr 14

Gestern habe ich euch von Apras Besuch im Krankenhaus erzählt, wo eine frische Mutter es schaffte, sie mit einem Satz dazu zu bringen, alles Staunen über das neugeborene Baby zu vergessen. Solche Hänseleien sind nicht ungewöhnlich, weswegen ich bereits zuvor darüber geschrieben habe. Aber ich wundere mich wirklich immer wieder, ob die Leute denn die Gefühle von Kindern nicht sehen können – oder ob sie ihnen einfach egal sind.

Wir haben das mit Apra unzählige Male erlebt. Wenn wir bei Freunden sind und sei es nur für eine Stunde, kann ich euch mit 100%iger Wahrscheinlichkeit sagen, dass eine der Personen im Raum zumindest einmal meiner Tochter sagt ‚Und du bleibst jetzt bei uns, okay? Lass die anderen heimgehen!‘

Herzlichen Glückwunsch! Während einem einstündigen Besuch bei dir zu Hause hast du es geschafft, einen solchen Eindruck bei meiner Tochter zu hinterlassen, dass sie dich in Zukunft nicht mehr besuchen möchte. Ja, das hat sie mir gesagt, gleich nachdem wir aus deiner Tür raus waren. Ich will heim. Ich will sie nicht mehr besuchen!

Ich weiß, du meinst es nicht ernst, dass du sie dabehalten willst, aber das weiß sie nicht! Ich weiß, du willst ihr dieses Gefühl gar nicht geben, aber merkst du nicht, dass du das tust? Ich weiß, es ist eine verbreitete Angewohnheit, aber meinst du nicht, dass es eine schlechte Angewohnheit ist?

Eltern machen das mit ihren eigenen Kindern auch oft. Ich muss sagen, dass mir diese Kinder wirklich leidtun, wenn sie hier zu Besuch sein, eigentlich heim wollen und dann ihre Mutter oder ihr Vater sagt ‚Ich gehe jetzt heim und lasse dich hier!‘ Halt, nein, mir tun nicht nur sie leid, ich möchte auch nicht, dass du mir das antust! Dein Kind mag dann doch gar nicht mehr hier zu mir nach Hause kommen, wenn du solche Drohungen verwendest!

Was willst du deinem Kind damit zeigen? Ganz offensichtlich das Gegenteil von dem, was ich meinem Kind beibringen will! Ich will, dass mein Kind immer weiß, dass ich für sie da bin, egal was passiert. Ich bin für sie da, wenn sie sich irgendwo nicht wohl fühlt. Ich bin ihr Hafen, mein Schoß ihr sicherer Ort und meine Arme ihr Zufluchtsort, wenn sie einen braucht. Sie soll nie das Gefühl haben, dass ich nicht für sie da bin. Wenn sie Unsinn gemacht hast und ich sie geschimpft habe, umarmen wir uns. Ich zeige ihr, dass ich sie liebe und für sie da bin, selbst nachdem ich wütend war und ihr gesagt habe, dass sie so etwas nie wieder machen soll.

Ihr werdet es nie miterleben, dass ich mein Kind hänsele, indem ich ihr sage, ich würde sie jetzt verlassen, während sie gerade glücklich am Spielen ist. Ich will sie nicht ängstlich sehen. Ich will nicht, dass sie weint und mich anbettelt. Ich will, dass mein Baby glücklich ist.

Und was willst du?

Was man NICHT tun sollte, wenn man als weiße Frau allein in Indien reist – Teil 2 – 4 Feb 14

Gestern habe ich einige Reisetipps für westliche Frauen gegeben, was sie nicht tun sollten, wenn sie alleine in Indien sind. Heute möchte ich meine Liste gerne weiterführen und mit einigen sehr wichtigen Punkten beenden.

4. Nicht flirten

Ja, unglaublich, wie es sich anhören mag, aber das muss gesagt werden. Du denkst vielleicht, dass es unnötig ist, Frauen davor zu warnen, Männer zu ermutigen, wenn sie sich ja sowieso schon Sorgen um ungewollte Aufmerksamkeit des männlichen Geschlechts machen, aber das passiert die ganze Zeit. Und weißt du was? Es passiert sogar ohne, dass die Frau sich dessen bewusst ist.

Achte auf deine Worte, deinen Ton und deine Körpersprache. Ist es deutlich, dass du nicht flirtest, selbst wenn man die andere Kultur beachtet? Nenne einen männlichen Gesprächspartner nicht ‚Schätzchen‘ oder ‚Süßer‘, etwas, was wir mit amerikanischen Gästen hier schon oft erlebt haben. In Indien sind solche Kosenamen nicht Teil der Alltagssprache mit den Menschen der Umgebung! Es wäre etwas, das man nur einer Person sagt, die einem nahe steht!

Vermeide, den anderen zu berühren. Es ist in vielen Ländern normal, beiläufig die Hand auf den Arm oder die Schulter des anderen zu legen. In Indien ist das nicht der Fall und Körperkontakt zwischen Männern und Frauen findet so selten statt, dass ein Mann bei einer solchen Geste vielleicht denkt, dass du Interesse an ihm hast.

5. Versuche nicht, mit x-beliebigen Männern auf der Straße Freundschaft zu schließen

Ich weiß, dass einige Leute mir nach diesem Punkt sagen werden, dass ich Reisende abschrecke und ihnen sage, sie sollten nicht offen sein, obwohl ich doch selbst zuvor zu Offenheit geraten habe. Da gibt es jedoch noch einen Unterschied, mit wem man offen ist und mit wem man beschließt, sich näher einzulassen. Ja, du solltest offen sein, du solltest Spaß haben und mit den Leuten sprechen, da dies den Horizont erweitert. Aber nicht mit einfach nur jedem auf der Straße.

Wirklich, wenn du überhaupt nichts über einen Mann weißt, wenn er keinerlei Verbindung zu dem Ort hat, an dem du wohnst oder es zum Beispiel auch keine gemeinsamen indischen Freunde gibt, würde ich empfehlen, ihm nicht alles über dich selbst du erzählen und ihn nicht allein zu treffen, wenn niemand sonst weiß, wo du bist. Du kennst ihn nicht wirklich, weißt nicht, wer er ist und was er für Absichten hat und warum er sich überhaupt mit dir unterhält. Ja, er könnte einfach nur ein normaler, neugieriger Kerl sein, der gerne eine Freundin aus dem Westen hätte. Aber das weißt du nicht. Freunde dich mit Frauen an oder mit Männern, die auf irgendeine Weise bereits mit Leuten in Verbindung stehen, die du bereits kennst und bleibe so auf der sicheren Seite.

6. Reise nicht allein, wenn du dir nicht sicher bist

Wenn du dir nach all diesen Tipps immer noch nicht sicher bist, ob du wirklich alleine in diesem fremden Land umherreisen solltest, tu es nicht. Nein, ich sage nicht, dass du nicht nach Indien kommen solltest! Reise nicht allein. Überrede eine Freundin oder einen Freund mitzukommen oder buche eine Tour, wie wir sie anbieten. Schließe dich einer organisierten Gruppe an oder nimm einen individuellen Reiseführer. Wenn du jemanden an deiner Seite hast, der Land und Kultur kennt, bist du nicht nur sicher, sondern bekommst auch noch tiefere Einblicke und eine authentischere Erfahrung als du es je auf einer Reise allein bekommen könntest.

Die Hauptsache ist: du kannst nach Indien kommen, ohne dich unsicher zu fühlen, wenn du nur ein bisschen vorbereitet bist. Wenn du möchtest, kannst du uns bitten, eine Tour für dich zu organisieren, weil dir das einiges an Sorgen erspart und du einfach nur dieses Land erleben kannst. Wenn das dein Wunsch ist und vielleicht seit Jahren bereits dein Traum war, warum sollte er denn nicht wahr werden?

Eine Vielzahl an Erfahrungen in Neuseeland – 15 Apr 12

Bei meinen Vorträgen und Einzelsitzungen in dem ersten Ort, in dem ich 2003 in Neuseeland war, lernte ich auch viele Menschen aus den umliegenden Städten und Dörfern kennen. Unter ihnen waren einige Yogalehrer, die mich zu ihren Yogastudios einluden, um auch in ihren Städten Heilsitzungen und Vorträge zu geben. Es war also gut, dass ich mich noch auf kein weiteres Programm festgelegt hatte und etwas Zeit offen gelassen hatte, um in der Gegend zu bleiben und dort etwas zu reisen. Ich hatte in Indien mein ganzes Leben lang solche Erfahrungen gemacht. Ich war lang und oft gereist, ohne festzulegen, wann ich wiederkommen würde und so vertraute ich darauf, dass ich genug programm haben würde, um meine Zeit in Neuseeland auch zu füllen.

Ich kann euch nicht sagen, an wie vielen Orten ich in den darauf folgenden Tagen und Wochen war. Da waren so viele unterschiedliche Menschen Leute, so dass ich manchmal täglich den Ort wechselte. Jemand kam zu einem Programm, sagte, er würde mich auch gerne zu sich einladen und ich sagte okay, los geht’s! Sie nahmen mich dann gleich mit oder an einem der nächsten Tage. Ich war einfach nur frei und offen, das zu akzeptieren, was da kommen würde.

In der Zeit habe ich so viele Erfahrungen mit vielen unterschiedlichen Menschen gemacht. Einmal wurde ich von einer Frau abgeholt, die mich auf eine zweistündige Fahrt mit in ihre Stadt nahm. Als wir dort ankamen, parkten wir das Auto, stiegen aus und ich sah ihr erstaunt zu, wie sie einfach in das Haus hineinging – ohne Schlüssel, sie öffnete einfach die Tür. Sie war also für mehr als vier Stunden von daheim weg gewesen, um mich abzuholen und sie hatte die Tür nicht zugesperrt! Ich war verblüfft, dass es in diesem Land offensichtlich so wenig Verbrechen gab und so viele ehrliche Leute, dass man nicht einmal seine Tür absperren musste. Sie hatte keine Angst, dass jemand kommen und ihr Haus ausrauben könnte!

Ich erinnere mich, dass ich in einer Stadt einen Vortrag vor der theosophischen Gesellschaft hielt. Ich glaube, es war der Mann, der mich zu diesem Vortrag eingeladen hatte, mit dem ich ein lustiges Missverständnis hatte. Ich wohnte glaube ich einige Tage bei ihm und bei unserer ersten gemeinsamen Mahlzeit fragte ich ihn, ob er Vegetarier sei. Er antwortete ‚Nein, ich mag mein Fleisch!‘. Ich war sehr überrascht und auch etwas geschockt bei meinem ersten Gedanken ‚Was? Dieser Mann isst seinen eigenen Körper?‘ Als ich merkte, was er eigentlich meinte, dass er nämlich einfach nur Fleisch mochte, musste ich lachen. Mein Englisch, obwohl es jeden Tag besser wurde, ließ mich denken, er würde sich selbst aufessen!

Was ich von meinen Reisen in dem Land jedoch noch genau weiß ist, dass es auf dem Weg in jede Stadt und in jedes Dorf herrliche Landschaften zu bewundern gab. Ich war von der wunderschönen Natur und der Schöpfung dieser Welt fasziniert. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass Neuseeland einer der schönsten Orte dieser Welt ist.

Babybett vs. Baby im Bett – Körperliche Nähe, Sicherheit und Vertrauen – 16 Jan 12

Unsere Tochter Apara ist jetzt eine Woche alt. Ich habe euch gesagt, ich würde meine Gefühle und Erfahrungen mit euch teilen und es war wirklich eine außerordentliche Woche. Der ganze Ashram ist aufgeregt, glücklich und sehr aktiv. Sie beschäftigt alle. Als Eltern merken Ramona und ich nicht einmal, wie die Zeit vergeht. Wir haben angefangen, ein bisschen zu arbeiten, aber wie ich euch schon gesagt habe, konzentrieren wir uns nicht lange auf den Bildschirm, sondern verbringen mehr Zeit damit, unsere kleine in den Armen zu halten und sie zu betrachten.

Wir haben viele Glückwünsche bekommen und in vielen Mails haben uns die Leute auch ruhige Nächte oder Kraft für kurze Nächte geschickt. Ich muss sagen, dass unser Baby wirklich sehr friedlich ist. Man kann mit ihr spielen, sie füttern oder saubermachen und bei dem ganzen schaut sie dir zu, was du machst. Sie lächelt hin und wieder und nur selten hört man sie weinen. Natürlich ist ihr Weinen der einzige Weg für sie, ihre Bedürfnisse wirklich auszudrücken, aber normalerweise dauert es nicht länger als eine halbe Minute und schon ist sie wieder glücklich. Unser Schlaf wird dafür unterbrochen, sie zu füttern oder zu wickeln, aber sie hält uns nicht die ganze Nacht wach. Sie und wir schlafen sehr gut zusammen in unserem Bett.

Ich habe in vielen europäischen Ländern gesehen, dass Eltern neben ihrem Ehebett ein Babybett haben, in dem ihr Baby in der Nacht schläft. Viele Leute empfehlen, dem Baby von Anfang an anzugewöhnen, in einem anderen Bett zu schlafen. Andere haben sogar von Beginn an oder wenn das Baby ein paar Wochen oder Monate alt ist ein separates Zimmer.

Für diese Trennung habe ich verschiedene Gründe gehört. Einer von diesen, meiner Meinung nach ein sehr seltsamer, ist, dass die Eltern im Schlaf auf ihr Kind draufrollen könnten und ihn oder sie verletzen könnten. Ich verstehe nicht, wie das irgendeiner Mutter oder einem Vater passieren könnte, der nicht unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol steht. Wenn ich neben meiner Tochter schlafe, bin ich mir meiner Bewegungen bewusst und weiß, dass sie zwischen uns liegt. Es gibt also keinen Grund, für sie ein anderes Bett zu haben.

Wir wollten nie ein getrenntes Babybett ode rein Babyzimmer für unsere Tochter haben. Ich glaube, das ist eine westliche Idee. In Indien habe ich das noch nie gesehen. Meine Brüder und ich sind nicht so aufgewachsen und für mich und sogar für Ramona war es ganz klar, dass Apara in unserem Bett schlafen würde. Wir haben für sie eine Wiege gekauft, aber einfach nur für die Freude, darin ein Baby zu schaukeln. Sie wurde jedoch nicht noch nicht eingeweiht – sie schläft einfach nur in unserem Bett und im Ashram gibt es fünfzig Paar Arme, die sie den ganzen Tag lang wiegen.

Es ist egal, wie viele Argumente der Westen dafür haben mag, ein Kind in einem Babybett schlafen zu lassen, ich lehne sie alle ab und empfehle stark, dem Baby so viel Körperkontakt wie möglich zu geben. Mit diesem Körperkontakt fühlt sich ein Baby sicher und das emotionale Band zwischen dir und deinem Kind wird gestärkt.

In der Nacht, wenn Apara ihre Milch getrunken hat, lege ich sie mir auf die Brust, um ihr auf den Rücken zu klopfen und sie schläft sofort ein, einfach so auf mir. In ihrem Gesicht sieht man und an ihrer Atmung merkt man, wie gemütlich das für sie ist und wie gut sie sich fühlt. Und ihr könnt euch kaum vorstellen, wie schön dieses Gefühl für mich ist! Nach einer Weile lege ich sie dann auf den Rücken zwischen uns, wo sie dann weiterschläft, bis sie sich in die Windel macht oder wieder hungrig ist. Sie verbringt auch etwas Zeit damit, einfach nur mit den Beinen in die Luft zu treten. Wir haben bemerkt, dass sie, selbst wenn wir beide schlafen, manchmal wach ist, sich umsieht und mit sich selbst spielt. Ich glaube, dass es ihr ein sicheres Gefühl gibt, ihre Eltern auf ihren beiden Seiten zu sehen und zu riechen. Sie hat nichts, worum sie sich Sorgen machen muss und sie muss nicht weinen!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Babies gut fühlen, wenn sie in einem getrennten Bett schlafen. Sie können dich von dort aus nicht riechen, sie können dich dort nicht fühlen, du bist weit weg! Hast du schonmal einem Baby beim Schlafen zugesehen? Während ihrem Schlaf scheinen sie sich manchmal zu erschrecken und der ganze Körper zuckt zusammen. Man weiß nicht, was sie träumen, sehen oder hören, aber man sieht, dass sie etwas plagt. Wenn man das Baby bei sich im Bett hat, kann man einfach seine Hand ausstrecken, den kleinen Körper berühren und er oder sie fühlt sich ruhig und wieder sicher. Und wenn dein Kind getrennt schläft, entgeht dir dazu noch dieser wundervolle Geruch, den nur Babies haben.

Ich kann mir vorstellen, dass Eltern kurze Nächte haben, wenn sie ein Babybett separate von ihrem eigenen Bett haben. Jedes Mal, wenn das Baby schreit, müssen sie aufstehen und zu ihrem Kind hinübergehen. Dazu schreit das Baby mehr – muss es ja, die Eltern müssen doch hören, dass etwas nicht in Ordnung ist und müssen zum Aufstehen gezwungen werden. Nein, ich denke es ist nicht richtig. Immer, wenn unsere kleine Apara etwas braucht – eine neue Windel, etwas Milch oder einfach nur ein paar geflüsterte Worte oder eine Berührung auf ihrem kleinen Körper – sind wir in der nächsten Sekunde da.

Als ich ich meine Gefühle über Babybetten in Worte fasste, sagten mir einige Eltern im Westen, dass sie ihre kleinen Kinder in ihrem Bett schlafen lassen, wenn diese Angst haben oder schlecht geträumt haben. In dem Fall dürfen die Kinder zu ihnen ins Bett kommen. Ich muss noch einmal fragen, warum man dann überhaupt ein getrenntes Bett hat. In deinen Gedanken ist dieses Bett ihr Ort, also hast du in deinem Kopf bereits eine Trennlinie gezogen. Du gibst deinem Kind das Gefühl, dass es fragen muss, bevor es zu dir ins Bett kommt. Dein Kleines muss weinen oder sich fürchten, um die Erlaubnis zu erhalten, zu dir zu kommen. Warum?

Vielleicht hat der Westen dieses Konzept des getrennten Bettes oder Zimmers geschaffen, um dem Kind von Anfang an beizubringen wie es ist, allein zu sein. Ich habe schon zuvor erwähnt, dass Familienbeziehungen im Westen nicht so nahe sind, wie sie es in Indien sind und dass die Menschen früh lernen müssen, alleine und auf sich gestellt zu sein. In Indien ist es nicht normal, daheim auszuziehen, wenn man erwachsen wird und unsere Alten leben auch nicht in Altersheimen. Familien in Indien haben mehr Zusammenhalt und die Verbindungen der einzelnen Mitglieder sind stärker.

Wenn ich das Argument höre, dass ein Kind lernen muss, auch alleine zu sein und dass Eltern ihre sehr kleinen Kinder in ein getrenntes Zimmer legen, wie ich es auf meinen Reisen gesehen habe, tun mir diese ganz kleinen Wesen leid. Gib deinem Kind deine Körperwärme, deine Liebe über deine Berührung und Nähe. Auf diese Weise gibst du deinem Kind das tiefe Vertrauen, dass du da sein wirst, egal was passiert. Das fühle ich ganz tief und noch stärker nachdem ich die letzte Woche lang mit meiner neugeborenen Tochter in einem Bett geschlafen habe.

Mehr Bilder von Apara im Ashram

Eltern behüten zu sehr und verhindern, dass Kinder eigene Erfahrungen machen – 13 Jul 11

Gestern habe ich hervorgehoben, dass Eltern ihren Kindern die Freiheit geben müssen, ihre Verantwortung zu übernehmen und ihre Entscheidungen zu treffen. Für die Entwicklung des Kindes zu einem unabhängigen Erwachsenen mit einem Leben voll Sicherheit ist das sehr wichtig.

Für Eltern ist es ganz normal, dass sie wollen, dass die eigenen Kinder sicher sind. Deswegen sagst du ihnen, was sie tun sollen und bereitest so viel wie möglich für sie vor, so dass sie bei dem, was sie tun, nicht auf Schwierigkeiten treffen. Du gibst ihnen Sicherheit, indem du ihnen Entschiedungen abnimmst. Sie müssen nicht nachdenken, sie müssen sich keinen schwierigen Situationen oder negativen Folgen ihrer Handlungen stellen, weil du ja sichergestellt hast, dass es keine geben wird.

Wenn du jedoch so handelst, nimmst du ihnen die Möglichkeit zu entscheiden und ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Du lässt sie ihre eigenen Entscheidungen nicht treffen und so wissen sie nicht, was geschieht, wenn sie einmal eine falsche Entscheidung treffen. Zu Beginn des Lebens, in der Kindheit und im Teenager-Alter, müssen Kinder lernen, ihre Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu tragen, sonst werden sie dazu auch als Erwachsene nicht in der Lage sein.

Das Leben lehrt jeden Menschen. Lass es auch dein Kind lehren! Für größere Probleme, Entscheidungen und Themen bist du ja da, du kannst es beschützen, wenn es wirklich notwendig ist. Lass es jedoch die Umstände im Leben kennen lernen, in denen es etwas lernen kann. Wie sonst soll es das Leben kennen lernen?

Behüte dein Kind nicht zu sehr. Achte da von Anfang an darauf, sonst merkst du Jahre später, dass dein Kind unsicher ist und selbst keine Entscheidungen treffen kann. Mangelndes Selbstbewusstsein, Unsicherheit und auch Probleme damit, Gesellschaft zu finden, sind die Folgen. Kinder, die in einem sehr behütetem Umfeld aufgewachsen sind und die ihre eigenen Erfahrungen nicht machen konnten, sind immer unsicher. Sie können kein Selbstbewusstsein entwickeln, weil sie selbst nie etwas getan haben, auf das sie stolz sein könnten. Sie sind immer unsicher ob das, was sie getan haben richtig war oder nicht.

Zusätzlich fühlen sich viele in der Gesellschaft anderer nicht wohl. Es ist ganz logisch, warum das passiert. Wenn du dich in einer Gruppe von Menschen befindest, wird von dir erwartet, dass du irgendwie handelst. Jeder Handlung geht jedoch eine Entscheidung voraus, so zu handeln und sie haben einfach nur Angst, dass sie falsch handeln könnten! Vor einiger Zeit habe ich über die Probleme geschrieben, die Kinder von überbehüteten Eltern haben, wenn sie versuchen, eine Beziehung aufzubauen.

Wenn du als Elternteil siehst, dass dein Kind nicht ausgeht und Spaß hat, dass es für alles deine Nähe und deinen Rat sucht, obwohl es bereits in einem Alter ist, in dem es eigentlich viel Zeit mit Freunden verbringen sollte und auch Entscheidungen treffen sollte, musst du erkennen, dass du dein Kind wahrscheinlich zu sehr behütet hast. Du hast es aus Liebe getan, aber jetzt müssen du und dein Kind die Folgen tragen. Es ist natürlich noch nicht zu spät, aber wenn du etwas ändern willst, solltest du das besser bald tun. Es ist deine Verantwortung, deinem Kind Verantwortung zu überlassen.

Behüte nicht zu sehr, gib den Kindern Freiheit und lass sie ihre Erfahrungen machen. Sie werden die Welt von morgen erschaffen, also versuche nicht, sie in deine Welt zu pressen. Lass sie frei.

Gibt es einen größeren Plan? ? Unser Bedürfnis nach Sicherheit – 24 Jun 11

Vor ein paar Wochen sagte eine Frau in einer Beratung zu mir ‚Ich glaube daran, dass es für alles, was im Augenblick vor sich geht und alles, was in der Zukunft geschehen wird, einen Plan gibt. Was meinst du?‘ Ich erzählte ihr, dass ich eine ganz andere Vorstellung hatte. Lasst mich meine Gedanken zu diesem Thema erläutern.

Wer meinst du hat einen Plan? Für gewöhnlich beantworten religiöse Menschen diese Frage mit Gott. Menschen, die weniger religiös sind, nenen es das Universum, die höhere Energie oder etwas ähnliches. Es ist also keine Vorstellung, die von der Religion abhängt. Einige Religionen sagen uns, dass Gott einen Plan hat, aber es gibt auch Menschen, die das glauben, ohne dass sie einer bestimmten Religion angehören.

Wo kommt diese Vorstellung her? Ich denke, es kommt vom grundlegenden menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit. Die Menschen wollen sicher wissen, dass alles, das geschieht, Teil eines Planes ist. Sie wollen Regeln haben. Wenn ich dies tue, geschieht etwas Gutes, wenn ich das tue, geschieht etwas Schlechtes. Das Konzept von Himmel und Hölle bietet Sicherheit, weil es bedeutet, dass es jemanden gibt, der einen Plan hat. Religionen wurden geschaffen, da gesehen wurde, dass die Menschen Sicherheit brauchten. Sie haben sie angeboten und die Menschen kamen.

Astrologie und Horoskope sind auch aus diesem Bedarf nach Sicherheit entstanden. Die Menschen wollten wissen, was am nächsten Tag geschieht. Sie vertrauen darauf, dass die Sterne es ihnen sagen und dass ein größerer Plan in den Sternen steht. Andere glauben and die Hellsichtigkeit eines Individuums, an jemanden, der die Karten liest, die Zukunft aus einer Kristallkugel herausliest oder jemand, der sagt, er habe Kontakt mit Engeln, die über den größeren Plan Bescheid wissen. Das Problem ist, dass solche Prophezeiungen oft davon abhängen, wie viel Geld man demjenigen, der die Weissagung macht, geben kann. Je mehr man gibt, desto erfolgreicher sieht die Zukunft aus.

Ich glaube, dass es keinen Plan gibt und dass niemand weiß, was morgen geschehen wird. Wir können unsere Entscheidungen selbst treffen und müssen für die Konsequenzen Verantwortung übernehmen. Keiner weiß vorher, was geschehen wird, wenn du den einen Weg einschlägst oder den anderen. Ich glaube, dass alles zum Guten geschieht, was bedeutet, dass selbst Dinge, die dir in diesem Augenblick nicht wie etwas Gutes erscheinen, einen Aspekt haben, der positiv ist. Den kennst du jedoch nicht zuvor und es ist nicht ‚geplant‘, dass das passiert. Jedes Ereignis ist das Ergebnis vorhergehender Entscheidungen oder Ereignisse. Es gibt keinen Plan.

Wenn sowieso niemand weiß, was am nächsten Tag geschehen wird, warum sollten wir uns denn dann darum sorgen? Es wird nie eine Antwort geben! Wir werden sehen, was geschieht und werden mit dem umgehen, was da kommt. Die Vergangenheit ist vorbei und das Morgen kommt noch. Lebe in der Gegenwart, jetzt, heute!

Blackberry ist Bereit, in Indien Gehackt zu Werden – 17 Aug 10

In den letzten Tagen waren in der Zeitung häufig Nachrichten darüber, dass in Indien bald keine Blackberries mehr funtionieren werden. Die indische Regierung will den Dienst von Blackberries in Indien vollständig beenden, weil sie darin eine Gefahr sehen: Terrorristen könnten sie zum Informations-Austausch verwenden.

RIM, ‘Research in Motion’, die kanadische Firma, die den Blackberry geschaffen hat und ihn verkauft, hat einen Service, der ‘Blackberry Enterprise Service’ heißt und der Emails und Nachrichten verschlüsselt, die von einem Blackberry zum anderen geschickt werden. Nachrichten können dann von niemand anderem als dem Empfänger gelesen werden, was der Grund dafür ist, dass Firmen ihn verwenden, da sie auch wichtige Daten sicher versenden können. Diese Sicherheit ist das Versprechen von RIM an seine Kunden.

Die indische Regierung will nun den Code haben, mit dem auch sie diese Nachrichten lesen können, um terroristische Aktivitäten zu verhindern. RIM hat sich jedoch geweigert, den Schlüssel zu diesem Geheimnis preiszugeben. Ihre Antwort, laut der heutigen Zeitung, ist etwas wie: ‚Fragt uns nicht danach! Wenn Amerika eine Lösung gefunden hat, könnt ihr das auch!‘ Im gleichen Artikel steht beschrieben, wie es in Amerika läuft: sie haben Hacker, die den Code hacken und dann die Nachrichten lesen! Warum ermuntern die Blackberry-Schöpfer Indien, diese Daten zu stehlen?

Auf diese Ankündigung und Diskussion hin hat die indische Regierung bereits Angebote von vielen indischen Hackern bekommen, die behaupten, dass sie die Nachrichten für die Regierung decodieren und hacken könnten. Das indische Talent, was Informatik und Softwares angeht, ist überall bekannt. Es gibt Menschen, die dazu bereit wären. Das Innenministerium hat jedoch in einer Stellungnahme gesagt, dass es nicht bereit ist, Daten zu stehlen, selbst wenn das moralisch sogar vertretbar ware – schließlich retten Hacker mit dieser Arbeit vielleicht sogar Leben!

Das war nicht der einzige Dienst, dem die indische Regierung kritisch gegenüber stand. Doch als sie einen anderen, den Messenger Dienst von Blackberry ablehnten, erklärte sich RIM dazu bereit, den Code für diesen Service herauszugeben. Sie wollen den Enterprise Dienst immer noch nicht decodieren, weil sie ihren Kunden versprechen, dass ihre Daten verschlüsselt und ungelesen beim Empfänger ankommen. Sie wollen jedoch auch den großen indischen Markt verlieren, der im Moment boomt.

Ihr fragt euch vielleicht, was mich dazu inspiriert hat, heute über dieses Thema zu schreiben. Natürlich kann ich die Sorgen der Regierung verstehen, da Indien ein Land ist, dass vom Terrorismus gefährdet ist. Ich mag Technik und Technologie und ich bin daran interessiert, was in diesem Bereich vor sich geht. Zudem hat dieses Thema einen moralischen Aspekt: die Firma besteht darauf, dass die Regierung illegale Methoden anwendet, um an die Daten der Firma zu kommen!

Sie stimmen also sowieso zu, dass die Daten der Regierung sichtbar werden, doch sie hätten es doch lieber, wenn die Regierung sie selber stehlen würde! Ich glaube, Kunden würden die Notwendigkeit der Sicherheit verstehen und eine offene Stellungnahme zu dem Thema gutheißen, anstatt ausgetrickst zu werden. Nach dieser Diskussion werden sie sowieso wissen, dass die Regierung ihre Daten bekommt.

Schaut euch einmal an, was in den USA geschieht: RIM verspricht, dass sie niemandem selbst Daten geben und so halten sie ihr Versprechen, doch sie wissen genau, dass der Code gehackt und im Land aus Sicherheitsgründen verbreitet wird. Das ist auch keine Art, ein Versprechen zu halten! Ich finde, dass man auch im Geschäft ehrlich bleiben sollte. Trickse deine Kunden nicht aus, sie werden es herausfinden!