Fünf Zimmer für 22 Familienmitglieder – Unsere Schulkinder – 11 Sep 15

Heute möchte ich euch Hemlata vorstellen, einem kleinen Mädchen aus einer armen Gegend Vrindavans. Sie wächst in einer Großfamilie auf.

Hemlata ist sechs Jahre alt und ist eines der 22 Familienmitglieder. Ihr Vater ist der Jüngste von fünf Brüdern und sie leben alle mit Hemlatas Großmutter, ihren Ehefrauen und Kindern in einem großen Haus. Wer nun an ein zwei- oder dreistöckiges Haus denkt, in dem jedes Kind sein eigenes Zimmer hat, der kann diese Vorstellung gleich wieder vergessen. Jeder vier- oder fünfköpfige Familie hat ein Zimmer für sich. Diese Zimmer sind alle gerade groß genug für ein oder zwei Betten und vielleicht einen Schrank. Die Großmutter schläft normalerweise draußen auf einem Bett und zieht in das Zimmer ihres ältesten Sohnes, wenn es dafür zu kalt wird.

Der Hauptgrund dafür, dass die Familie das Haus nicht weiter ausbaut – den Platz hätten sie auf einem leeren Grundstück hinter dem Haus – ist, dass sie kein Geld extra haben. Alle fünf Brüder sind Tagelöhner und ihre Ehefrauen sind Hausfrauen. Sie verdienen täglich Geld und kaufen sich davon ihr Essen, ihre Kleidung und andere notwendige Dinge. Normalerweise ist da nicht mehr viel übrig um zu sparen, besonders da die Kinder oft neue Kleidung brauchen oder auch medizinische Versorgung, die wiederum mit Ausgaben verbunden ist.

Hemlatas Vater zum Beispiel muss regelmäßig Geld für Hemlatas Arztbesuche oder Medikamente ausgeben. Von Geburt an hat sie Atemwegsprobleme und ein Kinderarzt in der Nähe hat Asthma diagnostiziert. Sie hustet viel und uns wurde gesagt, dass es im Winter noch schlimmer ist. Sie nimmt Medikamente, die ihr helfen sollen, ruhiger zu atmen.

Bei unserem Besuch liegt Hemlatas jüngerer Bruder auf dem Schoß seiner Großmutter und trinkt Milch. Sie grüßt uns freundlich und erzählt uns von der Zeit, als sie das Haus kauften und einzogen. In der Zwischenzeit scharen sich langsam die Familienmitglieder um uns. Es ist ein Bild der traditionellen Großfamilie und während diese Menschen arm sind und immer Geldprobleme haben, können wir sehen, dass sie immer die emotionale Unterstützung all dieser Menschen hinter sich haben werden.

Wir unterstützen sie nun auch, indem wir Hemlata in unserer Schule völlig ohne Kosten für die Familie unterrichten.

Ihr könnt uns helfen, Kinder wie sie zu unterstützen, indem ihr eine Kinderpatenschaft übernehmt oder das Essen für einen Tag spendet.

Nach einem langen Arbeitstag zu müde für Sex? – 10 Aug 15

Vor kurzem bat mich jemand bei einem privaten Problem um meinen Rat: er arbeitete hart und hatte lange Arbeitstage. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, war er nach einem ganzen Tag voller Stress und Arbeit müde. Er hatte dann entweder keine Zeit oder war, wenn Zeit war, zu erschöpft für Sex! Doch deshalb war nun seine Frau unbefriedigt und unzufrieden. Was sollte er tun?

Erstens möchte ich sagen, es ist gut, dass du nun Leute um Rat fragst, denn dafür ist es höchste Zeit! Wenn die Unzufriedenheit in einer Beziehung bereits so groß ist, dass Beschwerden laut werden und ein Partner dem anderen gegenüber Groll und Wut aufstaut, sollte man seinen Lebensstil überdenken! Und idealerweise auch ein paar größere Veränderungen vornehmen!

Zweitens hoffe ich, dass nicht nur deine Frau den Sex vermisst, sondern du auch!

Sobald du verheiratet bist, gibt es in deinem Leben jemanden, der bestimmte Erwartungen an dich stellt und das auch darf. Und da spreche ich nicht von finanziellen Erwartungen! Um das ganz deutlich zu machen, ich spreche nicht einmal von körperlichen Erwartungen! Bei diesem Problem geht es eigentlich nicht einmal um Sex. Es geht um Emotionen und Liebe. Als dein Liebespartner hat deine Frau ein gewisses Recht auf dein Herz und deine Zeit!

Du entscheidest: was ist dir wichtig? Lebst du für deine Arbeit oder arbeitest du, um zu leben? Genießt du deine Arbeit mehr als die Zeit mit deiner Frau?

Versteh mich nun nicht falsch, du sollst an deiner Arbeit auch Spaß haben! Doch die Zeit, die du mit deiner Familie oder deinem Partner verbringst, sollte dir immer mehr Freude bringen. Wenn es dir nicht möglich ist, dein Herz auf diese Weise mit einer anderen Person zu teilen, hättest du einen anderen Lebensweg wählen sollen!

Viele Leute würden sagen ‘Ich arbeite doch so hart für sie, meine Familie, für unsere Zukunft und die der Kinder!‘ Besonders, wenn du Kinder hast, sollte du dir klar machen, dass du deine Zeit so nicht verbringen kannst. Wenn du weniger arbeitest, etwas weniger verdienst, aber mehr Zeit mit deinen Liebsten verbringst, wirst du ein besseres Leben führen, das verspreche ich dir!

Wenn du so weitermachst, werden du und dein Partner langsam immer weiter auseinander driften. Du wählst jetzt, ob du lieber mehr Zeit mit dem Zusammensein und der Liebe füreinander verbringen möchtest oder mehr Zeit mit der Arbeit. Wenn du die Arbeit wählst und deine Frau etwas anderes findet, etwas, worin sie ihre Zeit investieren möchte, bist du nicht in der Position, dich zu beschweren!

Erwarte nicht, dass deine Frau daheim sitzt, das Haus sauber hält und auf ewig darauf wartet, dass du kommst und mit ihnen Zeit verbringst. Oder mit ihr schläfst – obwohl der Sex bei diesem Problem eher ein Symbol eurer Nähe ist. Es ist der körperliche Ausdruck der Liebe, die ihr füreinander habt. Und in diesem Augenblick erstickt deine Arbeit das.

Du musst in deinem täglichen Leben Zeit für die Menschen haben, die du liebst und dann auch Zeit für echte Wochenenden und Urlaube rausnehmen. Lebe dein Leben!

Westliche Frauen verheiratet in Indien: befolgt ihr ‘indische Menstruations-Regeln’? – 30 Jun 15

Gestern habe ich erklärt, dass eine westliche Frau, die einen indischen Mann heiratet und mit ihm in seiner Großfamilie lebt, sich einigen Herausforderungen stellen muss. Eine von diesen wird wahrscheinlich ihre Schwiegermutter sein und die Entscheidung, bis zu welchem Punkt sie diese ihr Leben beeinflussen lässt. Ein weiterer Aspekt ist der, über den ich heute schreiben werde: inwiefern wirst du, eine Frau aus dem Westen, religiöse und abergläubische Bräuche akzeptieren und annehmen? Wirst du sie befolgen?

So wie immer hängt die Frage auch hier wieder sehr von der individuellen Situation ab. Wo bist du aufgewachsen, wie religiös war dein Umfeld, welchem Glauben gehörst du selbst an und wie weit bist du bereit, einen Teil einer anderen Religion zu praktizieren, nur, um jemanden zufrieden zu stellen? Gleichzeitig hängt es von deinem Partner und seinem Glauben ab, sowie von seiner Familie und wie stark sie an Traditionen festhalten!

Eines ist sicher und daran musst du immer denken: du musst nichts tun, was du wirklich nicht willst. Niemand kann dich dazu zwingen, religiöse Handlungen durchzuführen, die gegen das gehen, was tief in deinem Herzen verwurzelt ist. Sei dir dessen immer bewusst und wenn dein Partner versucht, dich in eine Richtung zu schieben, die du nicht einschlagen willst, ist es an der Zeit zu überlegen, ob das wirklich wahre Liebe ist und ob es den Kampf wert ist.

Das vornweg gesagt, glaube ich jedoch, dass es meistens andere Wege gibt, mit solchen Situationen umzugehen, da es eure Liebe ist, die euch zusammenhält und euch den anderen tief drinnen respektieren lässt.

Es gibt Fragen im täglichen Leben wie die Folgende: das Essen ist fertig, du hast beim Kochen geholfen und deine Schwiegermutter gibt dir einen Teller, bringt dich zum Hausaltar und erklärt dir – oder zeigt dir, wenn ihr keine gemeinsame Spracht habt – wie man alles Essbare erst einmal Gott anbietet, bevor man es selbst isst. Wirst du diese Regel nicht nur befolgen, sondern auch diejenige sein, die das Essen Gott darbietet?

Dann gibt es noch Fragen, die einmal im Monat auftauchen: im Hinduismus dürfen Frauen während ihrer Menstruation nicht die Küche betreten. Auch heute noch essen viele Frauen an diesen Tagen nicht zusammen mit ihrer Familie. Sie dürfen auch nicht die Kleidung anderer waschen. Während ihrer Periode sind sie nicht rein. Wie streng ist die Familie deines Ehemannes mit dieser Tradition? Meiner Meinung nach ist das völliger Unsinn und eine Frau sollte nicht für etwas erniedrigt werden, was einfach ein biologischer, natürlicher Vorgang im Körper ist! Wenn du das Gleicht denkst, würde ich vorschlagen, dass du deinem Mann verständlich machst, dass dieser Vorgang ein Teil des Zyklus ist, der eines Tages Söhne und Töchter hervorbringt – und damit nichts Schmutziges oder Unreines! Am Ende ist es deine Wahl, wie weit du dabei gehen willst, solchen Aberglauben zu akzeptieren oder abzulehnen – doch du solltest vorbereitet sein, indem du dir selbst diese Frage einmal gestellt hast!

Während es dir also wahrscheinlich nichts ausmacht, an Festtagen an der Familienzeremonie teilzunehmen und während du höchstwahrscheinlich bei vielen kleinen Dingen einfach mitmachst, wird es auch andere Aspekte geben, die dich stören. Ich möchte dich bitten, solche Probleme nicht in dir zu behalten. Du musst darüber sprechen und dein Ehemann muss offen sein, sich das anzuhören und zu bedenken. Ich bin mir sicher, dass ihr einen Weg findet, der für euch beide angenehm ist – egal, was die Leute um euch herum dazu sagen!

Pläne, einen indischen Mann zu heiraten? Bist du auch bereit für die Großfamilie? – 29 Jun 15

Heute möchte ich wieder dazu zurückkehren, einige Dinge für internationale Paare aufzuschreiben, die aus einer westlichen Frau und einem indischen Mann bestehen. Es sind Gedanken für diejenigen, die gerade dabei sind, sich für ein Leben miteinander zu entscheiden, ihrer Liebe eine Chance zu geben, obwohl sie aus zwei so ganz verschiedenen Kulturen kommen. Es ist nicht immer ganz einfach, aber mit etwas Reife im Denken und Handeln, könnt ihr euch selbst und den jeweils anderen glücklich machen. Davor jedoch müsst ihr eure Hausaufgaben machen und euch vorbereiten, indem ihr mehr über die Kultur des anderen herausfindet. Indem ihr über die Zukunft nachdenkst und darüber sprecht. Heute möchte ich beginnen, über die Themen zu schreiben, die ihr bedenken müsst, wenn ihr beide beschließt, in Indien zu leben – in seiner Großfamilie!

Vielleicht war es immer dein Traum, als Frau aus einem westlichen Land, nach Indien auszuwandern. Du hast so viel über dieses Land gehört und jetzt, da du den Mann gefunden hast, den du für deinen Seelenverwandten hältst, stehst du kurz davor, diesen Traum zu verwirklichen. Jetzt möchte ich dir nur von einigen Tatsachen erzählen, die in deinem Traum vielleicht anders aussehen als in der Wirklichkeit und eine dieser Tatsachen, hat mit der Frau zu tun, die vor dir die wichtigste Frau im Leben deines Partners war: deine Schwiegermutter.

Ich will nicht negativ sein, will niemandem einen Schrecken einjagen und will nichts gegen diesen Weg sagen. Ich möchte nur, dass du dir bewusst bist, wie einige Dinge hier in Indien für gewöhnlich laufen. In einer traditionellen Familie gibt es eine gewisse Hierarchie, die dem Alter der Männer in der Familie folgt. Unter den Frauen bedeutet das also, dass deine Schwiegermutter das Oberhaupt ist, dann die Frau des ältesten Bruders, dann die Frau des zweitältesten Bruders und so weiter. Das ist die Kommandofolge in Haushalt, Küche und Kindererziehung.

Wie viel Einfluss willst du, dass andere Frauen auf dein Leben haben? Besonders deine Schwiegermutter?

Es besteht die Möglichkeit, dass die Familie, in die du hineinheiratest nicht sehr traditionell ist, sonst wäre es für sie schwierig dich, eine nicht hinduistische Ausländerin, die nicht aus ihrer Kaste sein kann, in ihrer Familie zu akzeptieren. Wie wichtig sie die Traditionen wirklich nehmen, hängt jedoch wirklich von der einzelnen Familie ab.

Es ist klar und versteht sich von selbst, dass dein Ehemann wollen wird, dass du seine Mutter respektierst – und ich nehme an, dass du auch den Wunsch hast, genau das zu tun. Wie weit jedoch erwartet er von dir, dass du die Wünsche und auch Anordnungen seiner Mutter befolgst? Wie sehr wirst du ein Teil dieser Hierarchie sein? Wirst du ein Teil des Vorganges sein, für die ganze Familie Essen zuzubereiten oder plant ihr, eine getrennte Küche vom Rest der Familie zu haben, wie so viele Leute es heutzutage haben?

Wenn deine Schwiegermutter von dir erwartet, dass du einen Sari trägst, sogar zuhause, weil nur das schicklich ist, richtest du dich nach ihr? Wird dein Partner deine Entscheidung, das nicht zu tun, akzeptieren? Selbst, wenn das zwischen den Eltern und vielleicht anderen Familienmitgliedern, so wie Tanten und älteren Brüdern Spannung bringt?

Ihr könnt ein bisschen über die grundlegenden Aspekte sprechen, bevor ihr in diese Erfahrung einer Großfamilie eintaucht. Viele Dinge müssen in der Situation erforscht werden. Eines jedoch sollte immer klar sein: du passt dich nur so weit an, wie es sich für dich gut anfühlt. Wenn da irgendetwas ist, was deine Grenzen überschreitet, erzähle deinem Partner davon, so ruhig wie möglich. Behalte dabei im Kopf, dass du den kulturellen Hintergrund dessen, was hier vor sich geht, vielleicht nicht wirklich verstehst – aber erkläre auch deinem Partner, warum bestimmte Dinge für dich einfach nicht in Ordnung sind.

Das gilt insbesondere für gewisse abergläubische Handlungen – aber das ist ein anderes Thema, über das ich morgen mehr schreiben werde.

Entscheidung einer Frau in einer indo-westlichen Beziehung: arbeiten oder daheim bleiben? – 23 Jun 15

Ich halte es immer für gut, sich zu verlieben und wenn es beide Seiten ernst nehmen, ist das wunderbar! Ich habe auch eine Partnerin aus einer ganz anderen Kultur, aber ich muss zugeben, dass wir einen Vorteil hatten: Ich hatten schon vor unserem ersten Treffen jahrelang in ihrer Kultur gelebt! Ich war offen und hatte schon viel darüber gelernt, wie westliche Frauen und Menschen im Allgemeinen anders denken, als Inder. Ich möchte ein wenig dieses Wissens und die Erfahrungen, die wir beide in unseren Jahren zusammen gemacht haben, mit euch teilen, so dass andere indo-westliche Paare davon profitieren können!

Ich möchte euch gerne ein paar konkrete Beispiele für die Bereiche geben, in denen ihr wahrscheinlich unterschiedlich denkt. Der erste Bereich ist die Beziehung zwischen Mann und Frau und der kulturelle Unterschied zwischen Männern und Frauen im Westen und in Indien.

Liebe Damen: in der indischen Kultur ist der Ehemann ein Versorger, während die Frau sich um Haus und Kinder kümmert. Das ist höchstwahrscheinlich auch das, was dein Partner bei sich daheim immer gesehen hat. Heutzutage und besonders in großen Städten genießen immer mehr Frauen eine gute Schulbildung, gehen zur Universität und suchen sich auch Arbeit, wo sie dann in dem Bereich ihrer Wahl arbeiten. Wenn man in einer Metropole wie Delhi oder Mumbai spazieren geht, sieht man viele Frauen, die in Arbeitskleidung von und zu ihrem Arbeitsplatz gehen.

In den Städten befindet sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung und selbst dort beschließen viele junge Frauen immer noch, nach der Ehe Hausfrauen und Mütter auf Vollzeit zu werden! Sie tun das, weil sie glauben, dass sie das erfüllen wird und vielleicht auch, weil die Gesellschaft es von ihnen erwartet.

Passt du in dieses Bild? Wenn du beschließt, nach Indien zu ziehen, kannst du dir vorstellen, einfach nur in der Großfamilie deines Partners zu leben, Hausarbeit zu machen und auf die Kinder aufzupassen? Würde dich das völlig zufriedenstellen oder bräuchtest du mehr als das? Was auch immer du für ein Gefühl zu diesem Thema hast, du musst es ausdrücken! Es gibt hier kein falsch oder richtig und besonders, wenn ihr diesen Weg zwischen den Kulturen und Gesellschaften geht, müsst ihr beide erst einmal wissen, was ihr wollt und was der andere will.

Liebe Herren: in den meisten westlichen Ländern finden die Eltern es genauso wichtig, dass ihre Mädchen zur Schule gehen, studieren und eine Arbeitsstelle finden, wie sie es für ihre Söhne tun. Frauen haben in der Folge genauso gute Arbeitsplätze wie Männer und verdienen ihr eigenes Geld. Eine Hochzeit ist ein großes Ereignis, verändert jedoch normalerweise nur das Privatleben der Frau, nicht ihre Arbeitssituation!

Mütter machen für gewöhnlich ein paar Jahre Arbeitspause, wenn sie Kinder bekommen, aber sobald die Kinder in Kindergrippen gehen, gehen auch sie wieder zur Arbeit. Das ist in vielen westlichen Ländern auch finanziell notwendig, so dass die Familie sich einen guten Lebensstandard leisten kann. Gleichzeitig jedoch wollen Frauen einfach nur mehr, als das Leben daheim ihnen bieten kann. Denk daran, dass sie üblicherweise daheim auch keine Großfamilie haben, sondern dass es Einzelhaushalte sind, in denen niemand daheim ist, wenn du auf der Arbeit bist und das Kind im Kindergarten! Vielleicht erwarten sie sogar, dass du eine Auszeit von der Arbeit nimmst und für einige Monate auch Hausmann bist, während sie wieder zur Arbeit gehen.

Wo stehst du da? Siehst du da irgendein Problem, wenn deine Frau rausgeht und genauso viel Geld verdient wie du oder sogar noch mehr? Würdest du mit deinem Kind daheimbleiben, so dass deine Frau zur Arbeit gehen kann?

Sprecht ein paar Szenarien durch, erwägt die Optionen, in Indien zu leben oder in ihrem Land. Erfahrt mehr über den jeweils anderen! Sobald ihr etwas Zeit miteinander verbringt, werdet ihr mehr über die Unterschiede im allgemeinen Verhalten herausfinden – aber dazu morgen mehr!

Wenn Streit eine Großfamilie kaputt und das Leben noch schwieriger macht! – Unsere Schulkinder – 1 Mai 15

Heute möchte ich euch einem Jungen vorstellen, der in paar Häuser hinter dem Ashram wohnt. Er heißt Mohit und ist ein Cousin von Anuradha, einem weiterem Mädchen unserer Schule, das ich euch bereits letztes Jahr vorgestellt habe.

Mohit ist acht Jahre alt und der Jüngste von vier Kindern. Seine älteste Schwester ist 14, sein Bruder 12 und seine zweite Schwester 10 Jahre alt. Sie leben bei ihren Eltern und ihrer Großmutter, der auch das Haus gehört.

Mohits Vater ist Maurer und sucht jeden Tag nach Arbeit. An einem Arbeitstag verdient er etwa fünf Euro. Seine Frau erzählt jedoch, dass er in einem Monat maximal zehn Tage lang Arbeit findet. Das bedeutet, dass sei nicht viel Geld übrig haben, um ihre vier Kinder mit Essen, Kleidung und Bildung zu versorgen!

Wenn man ihr Haus durch ein enges Tor betritt, sieht man zu seiner Linken einen kleinen Unterstand mit einer Kuh. Ein paar Schritte weiter sieht man ein Toilettenhaus links, dann eine Art Dachterrasse und geradeaus steile Stufen hinunter zu dem Haus, dessen Dach man da sieht. Es liegt ein ganzes Stockwerk weiter unten, da das Haus gebaut wurde, als die Straße noch auf diesem Leben lag. Die Straße kam nach oben – und sie mussten sich anpassen!

Man merkt bereits, wenn man reinkommt, dass die Wand auf der rechten Seite nicht immer da war. Sie trennt etwas – und wenn man hinunterblickt, weiß man genau, was das sein muss: eine Großfamilie kam nicht mehr miteinander aus und so wurde eine Wand eingezogen, um zwei getrennte Häuser zu schaffen. Das Haus gehört Mohits Großmutter, die in einem der zwei Zimmer auf Mohits Seite wohnt. Sie haben auch eine Küche, aber nicht mehr Platz als das. Auf die Frage, was zu der Trennung geführt hat, bekommen wir keine klare Antwort. ‚Die andere fingen immer wieder Streit an…‘

Natürlich machen es solche Streitereien in der Familie noch schwieriger, über die Runden zu kommen. Ihnen fehlt die finanzielle Unterstützung des anderen Geldverdieners – und auch die moralische und emotionale Unterstützung in schwierigen Zeiten!

Es ist schade, wenn man so etwas passieren sieht und auch noch auf solche Weise, das seine arme Familie, die sowieso nicht viel Platz hatte, Wände baut und ihr Haus in zwei kleine Bereiche teilt! Sie haben ja kein Geld, woanders hin zu gehen!

Das sind die Familien, aus denen unsere Schulkinder kommen! Mohit ist nun seit zwei Jahren bei uns. Er hat die zweite Vorschulklasse bestanden und kommt ab Juli in die erste Klasse.

Du kannst Kinder wie ihn unterstützen! Werde Pate oder spende das Essen für einen Tag!

Traditionelle arrangierte Ehe in Indien – findet man so ein billiges Dienstmädchen? – 3 Feb 15

Ihr wisst, dass arrangierte Ehen in Indien normal sind. Man hört alle möglichen Geschichten über solche Hochzeiten und Westler fragen sich oft, wie man einen völlig Fremden heiraten kann. Manchmal jedoch benötigt man da eine praktischere Sichtweise. Zum Beispiel muss man da an die Hilfe denken, die die neue Frau für die Familie des Jungen sein wird! Ist eine Ehe nicht eine tolle Idee, wenn man gerade ein paar helfende Hände mehr gebrauchen kann?

Das hört sich für euch wahrscheinlich nicht sehr schön an und auch für mich nicht, aber wenn man es nüchtern betrachtet, dann geschieht genau das manchmal. Ich möchte euch von einem jungen Inder erzählen, den ich neulich getroffen habe:

Dieser Mann ist etwa 30 Jahre alt und der einzige Sohn seiner Familie. Er hat drei Schwestern, von denen zwei bereits verheiratet sind. Er selbst ist noch nicht verheiratet und auch seine kleine Schwester noch nicht. Seine Mutter ist vor fünf Jahren gestorben und daheim wohnen also nun nur noch sein Vater und die kleine Schwester. Seine Schwestern leben bei den Familien ihrer Ehemänner und er mietet etwa 600 Kilometer weit weg eine Wohnung, in der Nähe seines Arbeitsplatzes.

Vor Kurzem begann sich der Gesundheitszustand seines Vaters zu verschlechtern. So wurde die Arbeit daheim der kleinen Schwester zu viel und dieser Mann war sowieso an der Reihe zu heiraten. Also beschleunigten sie den Vorgang ein bisschen, sprachen mit mehr Familien und schließlich fand der Vater ein Mädchen, das er für seinen Sohn als richtig befand.

Die letzten Hochzeitsvorbereitungen sind im Gange, beide Familien freuen sich, bereiten sich vor und sind glücklich. Das Mädchen weiß von der Arbeitssituation ihres zukünftigen Ehemannes. Sie kennt auch die Familienlage.

Sie weiß, dass sie nicht bei ihrem Ehemann nahe seiner Arbeit wohnen wird, sondern bei dessen Vater, ihrem zukünftigen Schwiegervater. Dass sie jüngere Schwester in ein paar Jahren auch heiraten wird. Dass sie diejenige sein wird, die sich um den älteren Vater kümmern wird. Er erzählte mir das, einfach so, in unserer Unterhaltung: dann gibt es jemanden, der sich um den Haushalt kümmern und seinen Vater pflegen kann. Er weiß, dass er für seine Frau nicht viel Zeit haben wird. Dafür heiratet er ja auch nicht.

Was also ist das – eine Möglichkeit, eine billige Arbeitskraft zu bekommen? Oder eine gute Sache für sie, weil sie keine Schwiegermutter oder ältere Schwägerin im Haus haben wird? Keine Machtkämpfe und kein Streit um Unabhängigkeit im Austausch gegen kostenlose Arbeit und Pflege?

Oder sehe ich das jetzt ein bisschen zu nüchtern?

Monika nach ihrer Operation – keine Besuche oder Anrufe von ihrem Vater oder ihrer Familie! – 29 Dez 14

Sogar nachdem wir nun seit schon fast 48 Stunden wieder zurück im Ashram sind, denken Ramona und ich immer noch sehr viel an Monika. Nicht nur daran, wie es ihr jetzt nach der ersten Operation geht – worauf die Antwort ‚gut‘ lautet, den Umständen entsprechend – aber auch an ihre Familie, ihre Situation, unsere Erfahrungen im Krankenhaus und kleine Einzelheiten, über die wir uns unterhalten haben, seit wir uns am Samstag im Krankenhaus von ihr verabschiedet haben. Ich wollte all diese Eindrücke gerne mit euch teilen.

Bevor wir am Samstag nach Vrindavan aufbrachen, besuchten wir Monika noch einmal. Sie war wach und es ging ihr recht gut. Sie konnte Saft trinken und meinte bereits, dass die wässrige Suppe, die sie bekommen hatte, ihr überhaupt nicht geschmeckt hatte. Ich unterhielt mich ein bisschen mit den Ärzten, die die Operation durchgeführt hatten. Sie erzählten, dass alles gut gelaufen war und dass Monika nun ein paar weitere Tage im Krankenhaus bleiben müsste, so dass sie ihre Wunden im Blick haben können.

Danach wollen sie jeden zweiten Tag den Verband wechseln. Da es für Monika sehr erschöpfend wäre, jeden zweiten Tag drei Stunden ins Krankenhaus und dann wieder zurückzufahren, versuchen wir nun, für sie und ihre Mutter in der Nähe ein Zimmer zu finden, das wir für sie nächsten zwei bis vier Wochen mieten können. Dort kann sie sich dann erholen und viel leichter zum Krankenhaus kommen!

Wenn wir hier, zurück im Ashram, um das Feuer sitzen und unsere Hände über die Flammen halten, denken wir manchmal an Monikas Unfall und die Schmerzen, die sie gehabt haben muss! Als sie vor der Operation nervös war, sagten wir ihr, sie solle sich keine Sorgen machen – nie wieder wird etwas so schlimm sein, wie an den Tagen, die bereits hinter ihr liegen!

Wir bleiben nun über Telefon mit Monikas Mutter in Verbindung, die Monika im Krankenhaus Gesellschaft leistet, mit ihr spricht, ihre Hand hält und Witze macht, damit sie bei guter Laune bleibt. Die Krankenschwestern sind sowieso sehr freundlich und hilfreich und werden sich gut um sie kümmern!

Und das ist auch gut so – denn außer ihrer Mutter und uns, ist niemand Monika besuchen gekommen und es hat auch keiner angerufen! Ihre Familie ist nicht gekommen und sogar ihr Vater, der bis jetzt nicht einmal weiß, wie die Operation verlaufen ist, ob es ihr gut geht oder nicht, hat sich nicht die Mühe gemacht, anzurufen. Kein Anruf von zu Hause. Es ist schwer, sich das vorzustellen, aber so haben wir einfach all die guten Wünsche und wundervollen Nachrichten der Unterstützung überbracht, die Freunde und Helfer geschickt haben, um ihr zu zeigen, dass es da Leute gibt, die sich um sie Gedanken machen – und zwar ganz viele!

Es war mehr, als nur jemandem im Krankenhaus abliefern. Wir hätten einfach jemanden mit ihr mitschicken können und hätten dann nicht alles selbst machen müssen. Aber das wollten wir. Wir wollten für sie da sein und auch für uns war und ist es eine gute Erfahrung. Wenn man mit jemandem in einer tragischen Situation wie Monika’s ist und dabei offen ist, selbst da zu sein und zu helfen, bringst du dich selbst mit Körper, Geist und Herz ein!

Jetzt bereiten Purnendu, Ramona, Apra und ich uns auf einen Kurzurlaub in Amritsar vor, den wir gebucht hatten, schon lange bevor Monika wieder zur Schule kam. Wir werden uns ein paar Tage entspannen und die Zeit genießen – aber natürlich werden wir weiter an Monika denken und in Kontakt bleiben. Auf dem Weg zurück werden wir sie am 2. Januar besuchen und da die Ärzte gerechnet hatten, sie um das Datum herum aus dem Krankenhaus zu entlassen, möchten wir sie gerne an dem Tag zu ihrem Zimmer bringen. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Worte können die Trauer um einen geliebten Menschen nicht beschreiben – 5 Okt 14

Am letzten Sonntag habe ich euch erzählt, wie meine Schwester am 18. September 2006 ums Leben gekommen ist. Die Tage nach ihrem Tod verbrachte ich in einer Art Umnebelung. Ich erinnere mich nicht genau daran, was wann passiert ist, aber an die extreme Traurigkeit der Zeit erinnere ich mich genau.

Was taten wir denn zuhause, nach ihrem Tod? Wir hatten eigentlich nichts zu tun. Wir klammerten uns nur aneinander und stützten einander in unserer Trauer. Naniji hatte eine Enkelin verloren. Babbaji und Ammaji ihre einzige Tochter. Wir drei unsere Schwester.

Am Anfang stand ich noch ganz unter Schock. Ich weinte nicht. Ich hielt meine weinende Mutter in den Armen, war so traurig und in Kummer wie noch nie zuvor oder danach in meinem Leben, aber ich konnte nicht weinen. Wir sprachen über Para und dachten an eine Zukunft ohne sie, die grau, traurig und einsam aussah. Alle weinten – nur ich konnte es nicht.

Ich glaube, der Schock hatte meinen Verstand wirklich zerrüttet. Ich hatte noch nie viel Schlaf gebraucht, aber in den Tagen schlief ich extrem schlecht. Eines Morgens nach einer solchen Nach kam ich in einer Art halbwachem Zustand aus der Höhle. Ich hatte eine lächerliche Idee im Kopf, die mir in dem Augenblick als die Lösung erschien. Als ich Yashendu sah, drängte ich ihn dazu, schnell den Computer anzuschalten: wir würden auf Google nach ihr suchen! Das war’s, sie war nicht weg, wir würden sie finden! Ich konnte die bittere Wahrheit nicht akzeptieren, der Realität nicht ins Auge sehen.

Viele Leute kamen in den Tagen nach Paras Tod bei uns vorbei. Noch mehr Leute, Freunde aus der ganzen Welt, schickten Emails und Nachrichten oder riefen an, um ihre Unterstützung zu zeigen und ihr Mitgefühl auszudrücken. Mit jeder Mail, jedem Wort über sie, sei es eine Erinnerung an die Zeit zusammen oder nur ein Versuch, Trost zu spenden, hatte ich das Gefühl, dass nicht nur ich und nicht nur meine Familie eine wundervolle Person verloren hatte. Nein, die ganze Welt hatte sie verloren. Sie war zu jung, sie hätte so viel von der Welt sehen können und hätte mit ihrem Herzen so viele andere bewegen können!

Eine liebe Freundin, bei der Para nach ihrer Landung in Deutschland eine Weile wohnen wollte, stieg sogar ins Flugzeug und kam in den Ashram. Sie kam zu uns, um einfach nur da zu sein und mit uns um meine Schwester zu trauern.

Schließlich kam jedoch der Punkt, an der ich es loslassen konnte. Ich fing an zu weinen und weinte, bis ich keine Tränen mehr hatte. Es war erleichternd, es rauszulassen – aber es linderte die Trauer kein bisschen. Nichts würde jemals diesen Raum füllen, den sie zurückgelassen hatte.

Die schwierige Situation alter Leute im Westen – 25 Sep 14

Ich habe gestern erwähnt, dass Leute im Westen ihre Eltern oder Großeltern in Altersheime schicken mussten. Ich habe das Wort ‚mussten‘ bewusst gewählt, weil sie wirklich in einer schwierigen Situation waren und keinen anderen Weg fanden.

Viele Leute, besonders aus Indien, mögen dieser Aussage widersprechen. Für jemanden, der in der Umgebung einer Großfamilie aufgewachsen ist, ist es kein Wunder, dass einem die Idee zutiefst zuwider ist, seine Eltern der Pflege Fremder anzuvertrauen, an einem Ort, fern von daheim. Voller Empörung protestierst du, dass es doch einen anderen Weg geben muss und dass es immer einen Weg gibt. Doch wenn du das ganze Bild betrachtest, verstehst du vielleicht, warum manche Leute für sich keinen Weg mehr sehen.

Ich habe das mit deutschen Freunden erlebt. Wie ich gestern erklärt habe, lebt man im Westen nicht in Familie, selbst wenn man alt wird. Man lebt in seiner Wohnung oder seinem Haus und dort wird man mit der Zeit einfach älter. Man trifft dort viele Frauen im Alter von 75 Jahren oder mehr, die ihren Ehemann überlebt haben und ihre eigene kleine Wohnung haben, in der sie gut zurechtkommen. Sie gehen selbst einkaufen, halten sich mit Sport fit, sind sozial aktiv und erstaunlich mobil.

Bis sie eines Tages fallen, einen Unfall haben und ins Krankenhaus müssen. Oder sie langsam kleine Dinge vergessen, ihr Essen zu lange auf dem Herd lassen und es anbrennt, Kerzen brennen lassen und ihre Türglocke nicht mehr hören. Dinge, die ihren Kindern Sorgen bereiten. Sobald die zuständigen Ämter von der gesundheitlichen Situation erfahren, bestehen sie darauf, dass diese alten Leute Hilfe brauchen.

Es gibt Regelungen, was für bestimmte Gesundheitszustände getan werden muss. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln muss sichergestellt werden, Hilfe im Notfall muss erreichbar sein, das Badezimmer muss mit Haltegriffen ausgestattet werden, damit man leichter von der Toilette aufstehen kann und so weiter. Das alles ist möglich, wenn derjenige immer noch mobil ist und das Geld da ist, um die Wohnung entsprechend vorzubereiten. Sobald sich jedoch die Gesundheit so sehr verschlechtert, dass immer die Gefahr eines Unfalls besteht, dass Hilfe eigentlich die ganze Zeit benötigt wird, um ins Bad zu gehen oder sicherzustellen, dass Medizin regelmäßig eingenommen wird, wird es schwierig.

Selbst wenn eine ältere Person im Haus der Tochter oder des Sohnes lebt, ist es sehr wahrscheinlich, dass jeder andere Erwachsene im Haus zur Arbeit gehen muss, um Geld zu verdienen. Das bedeutet zumindest für den halben Tag, dass niemand daheim ist, um sich zu kümmern! In Indien hat man nicht nur Großfamilien mit Großeltern, Kindern und Enkeln, sondern auch Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins und einfach so viele weitere Leute, die da sein können! Frauen gehen nicht immer zur Arbeit, irgendeine hat normal immer ein kleines Kind daheim und ist deswegen sowieso da – es ist einfach immer einer da! Im Westen ist das nicht so. Nicht jede Familie kann es sich leisten, dass nur einer zur Arbeit geht – sie brauchen das Einkommen von zwei Elternteilen.

In Deutschland besteht die Möglichkeit, eine 24-Stunden-Hilfe für daheim einzustellen, aber für diese Krankenschwester oder Pflegerin braucht man ein weiteres Zimmer und dann auch wieder das Geld, um sie zu bezahlen! Arbeitskräfte sind sehr teuer und es gibt so viele Regeln, die da befolgt werden müssen. Pflegegelder und Sozialhilfe, obwohl es natürlich toll ist, dass so etwas existiert, zahlt das nicht alles. Die Regierung verwendet das Geld der Steuerzahler, um auszuhelfen, sagt aber auch den Kindern, dass sie dazulegen müssen. Am Ende ist es billiger, auf mehrere alte Leute an einem Ort aufzupassen, als an mehreren verschiedenen Orten in der Stadt verteilt!

Was ich sagen will ist, dass man nicht urteilen soll. Es ist leicht, das aus einem anderen Kulturkreis heraus zu tun. Ich glaube immer noch, dass eine Großfamilie der bessere, liebevollere und schönere Ort für alte Leute ist. Ich glaube, dass ich alles Mögliche versuchen würde, um sicherzustellen, dass die Menschen, die ich liebe, nicht in ein Altersheim müssen. Aber ich verurteile auch diejenigen nicht, die das nicht schaffen. Das System um sie herum hat sie und auch ihre Eltern auf diesen Schritt vorbereitet. Ich hoffe nur, dass die Gesellschaft sich eines Tages verändert und einen Weg findet, der ihnen mehr Liebe bietet!