Lasst uns Bauern helfen, deren Getreide komplett zerstört wurde! – 12 Apr 15

Letzten Sonntag habe ich euch von dem großen Hagelsturm erzählt, den wir in unserer Gegend hatten. Während für uns der einzige Schaden ein Loch in unserem neuen Werbe-Poster für unser Ayurvedisches Restaurant Ammaji’s war und dazu noch ein paar Dellen im Auto, sind viel schlimmere Dinge passiert – und passieren immer noch! Der Klimawechsel und seine Konsequenzen haben großes Leiden und sogar Tod gebracht! Wir wollen helfen!

Wir haben nun schon seit Wochen sehr untypisches Wetter. Normalerweise sollten wir hier nun heißes und trockenes Wetter haben, doch stattdessen haben wir ein paar Tage lang Wärme und Sonne und dann zwei oder drei Tage lang Regen und Wind. Selbst während ich das hier schreibe, haben wir einen wolkenbehangenen Himmel und es sieht aus, als würde es wieder regnen. Und während zu dieser Zeit normalerweise die Ernte vorbei und der Weizen vom Feld ist, wurde dieses Jahr ein Großteil der Getreideernte vom Regen zerstört, wertlos und kaputt!

Deshalb hören wir seit Wochen jeden Tag von Bauern, die Herzanfälle bekommen, wenn sie auf ihr Feld gehen oder von anderen, die Selbstmord begehen und ihre eigenen Leben beenden, weil sie mit ihrem Getreide am Boden zerstört sind! In der Zeitung stand heute, dass in den vergangenen 24 Stunden in unserem Staat Uttar Pradesh 44 weitere Bauern entweder an Herzinfarkt oder durch Selbstmord gestorben sind, 14, davon in unserer Region. Zusammen sind mehr als 2500 crore Rupien, also mehr als 378 Millionen Euro wert an Getreide zerstört.

Wer in einem Land lebt, das ein ordentliches Sicherheitsnetz für solche Katastrophen hat, fragt man sich vielleicht, warum jemand sich das Leben nehmen würde, weil es in einem Jahr zu viel geregnet hat. Lasst mich das erklären: es gibt Bauern, denen ihre Felder nicht selbst gehören. Sie haben einen großen Kredit aufgenommen und alles, was sie hatten, in das Mieten eines Feldes und den Kauf der Samen investiert. Ihr ganzes Geld und ihre Mühe ging in dieses Getreide – und alles wurde zerstört. Sie stehen da mit nichts zu essen, ohne Geld und einem Kredit, den sie zurückzahlen müssen!

So etwas wie eine Versicherung gegen Wetter und schlechte Ernte gibt es nicht. Es bringt sie in eine völlige Schocksituation. Viele sterben gleich und andere verzweifeln und sehen keinen anderen Ausweg als den Tod!

Die Regierung versucht, finanziell zu helfen. Viele Bauern jedoch, die ihre Hoffnung in diese Unterstützung gesetzt haben, sind enttäuscht. Es ist nicht genug, sie bekommen sehr wenig und viele bekommen gar nichts. Es sind einfach zu viele!

Viele Kinder unserer Schule sind auch Söhne und Töchter von Bauern. Gestern kamen einige von ihnen vorbei und erzählten uns von ihrer Situation – es ist schrecklich.

Außer der Regierung versuchen auch einige Privatorganisationen, die Bauern je nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen. Wenn wir die Situation der Bauern so sehen, haben wir auch das Gefühl, dass wir etwas tun sollten, um ihnen zu helfen!

Wegen Geld verlieren Menschen das Leben. Das sollte nicht der Fall sein und wir wollen helfen, wo auch immer wir können, auf jede Art und Weise, die wir können! Natürlich können wir alleine nicht viel tun und so möchten wir euch um eure Unterstützung bitten! Wenn ihr mit den Bauern unserer Gegend fühlt, wenn ihr jemanden unterstützen wollt, dessen Getreide zerstört war und der von Hilfe von Außen abhängt, könnt ihr hier spenden! Bitte leitet diese Nachricht auch an Freunde und andere Leute weitere, die gerne helfen möchten!

Vielen Dank!

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Schwerer Hagelsturm in Vrindavan – 5 Apr 15

Wir hatten bereits einige herrliche Tage mit Thomas und Iris hier im Ashram, haben uns etwas entspannt, auch gearbeitet, aber eigentlich einfach nur die etwas ruhigere Zeit zusammen mit Freunden genossen. Ich sage ruhig, aber vor ein paar Tagen gab es ein größeres Ereignis: ein großer Hagelsturm in unserer Gegend und Stadt!

Das Wetter ist schon seit einer Weile richtig untypisch für diese Jahreszeit, in den letzten Wochen immer wieder mit Regenfällen. Darum waren wir nicht sehr überrascht, als der Sonnenschein und der blaue Himmel am Freitag plötzlich einfach verschwanden und von recht dunklen Wolken ersetzt wurden. In der Ferne begann es zu donnern und ein starker Wind wehte, der bereits Blätter von den Bäumen riss. Ein Sturm kam auf, das konnten wir schon sehen. Doch dann war da noch so ein seltsames Geräusch!

Es war zunächst wie Donner, doch dann hörte es nicht auf, ein Trommelwirbel, im Augenblick noch weit entfernt. Verwirrt sahen wir einander an. Was war das? Plötzlich fielen die ersten, winzig kleinen Hagelkörner und wir wussten, was es war: das Geräusch von Hagel, aber wirklich schwerem Hagel, jetzt nicht mehr weit weg!

Einen Augenblick nach der Erkenntnis rannte unser Fahrer zu unserem Auto, das bis zu diesem Punkt noch draußen unter offenem Himmel vor dem Gebäude stand, sprang hinein und fuhr, so schnell er es auf dem nassen Boden wagte, zum Restaurant, um es unter das Dach zu fahren.

Als das Auto bereits auf halbem Weg war, verstärkte sich die Kraft des Hagels und es war nur eine Frage von Sekunden, bis riesige Hagelkörner auf die Erde, den Weg, den Garten und alles vor unseren Augen herunterrasten!

Es war unbeschreiblich! Dieses Naturschauspiel, das wir hier beobachten durften! Unglaublich und auch ein bisschen beängstigend!

Es schien lange so weiterzugehen, obwohl es wahrscheinlich nur ein paar Minuten waren. Als es weniger wurde, folgte ein Nieselregen und als es wieder trocken war, rannten die Kinder und natürlich unsere Mitarbeiter, die im Herzen noch Kinder sind, alle hinaus, um die schmelzenden Hagelsteine aufzusammeln, sie einander zuzuwerfen, im Spaßvorzugeben, als hätten sie eine Schneeballschlacht oder sie in Eimern zu sammeln. Natürlich machten wir alle Bilder mit den diversen Telefonen und Kameras, weil die Größe einfach beeindruckend war: größer als Tennisbälle!

Für uns war es natürlich unglaublich, aber man kann sich den ganzen Schaden vorstellen, den dieser Sturm der Gegend gebracht hat! Die Felder, auf denen der Weizen von den Regenfällen vor Kurzem sowieso schon fast zerstört war mussten noch eine Katastrophe über sich ergehen lassen. Am Abend und am nächsten Morgen sahen wir Hunderte Autos mit zerbrochenen Windschutzscheiben oder zersplitterten Fenstern vorbeifahren, Dellen im ganzen Auto – von denen wir glücklicherweise nur vier oder fünf haben!

Das Schlimmste ist jedoch, dass 14 Menschen in dem Sturm gestorben sind! Entweder direkt vom Hagel getroffen oder, viel öfter, von etwas erschlagen, was der starke Wind und der Hagel heruntergerissen hatten.

Der Klimawandel ist offensichtlich, jetzt mehr als jemals zuvor – und wir können die Folgen spüren!

Yamuna Arti – Aberglaube, Essensverschwendung, Umweltverschmutzung und eine schöne Atmosphäre – 3 Dez 14

Wir genießen diese Zeit sehr – Michael und Andrea sind hier! Mit meinen ersten deutschen Freunden hier im Ashram haben wir jede Menge Spaß! Natürlich wollen sie auch ein bisschen ausgehen und Ramona kam gerade mit ihnen vom Kheshi Ghat und der Yamuna Arti zurück. Natürlich, wie könnte es bei meiner Frau anders sein, hat sie bei der Zeremonie einige unreligiöse Beobachtungen angestellt.

Unsere Freunde, auch unreligiös, saßen dort mit Ramona und Purnendu und sahen zu, wie die Männer, die die Zeremonie durchführten, zuerst Milch in den Fluss gossen. Danach sahen sie, wie sie Süßigkeiten in den Wasser warfen und schließlich noch Hunderte Rosenblätter. Als sie den Blättern nachsahen, die den Fluss hinunterflossen, merkten sie plötzlich, was mit diesen Blumenblättern geschehen war: nur etwa hundert Meter weiter unten fischten Kinder sie wieder aus dem Fluss. Kinder in ausgetragenen Klamotten, ohne Schuhe und mit Dreck und Staub von oben bis unten. Die gleichen Kinder, die zuvor versucht hatten, unseren Freunden kleine Schalen mit Blumen und einer Kerze zu verkaufen, die sie dann selbst in den Fluss hätten geben können.

Es war eine Erkenntnis: auf einer Seite gossen Menschen nahrhafte Milch in das dreckige Wasser des Flusses und auf der anderen Seite waren da Kinder, die versuchten, irgendwie ein paar Rupien zu verdienen, die sie dann heimbringen könnten und von denen ihre Familie Reis, Getreide und – ja – Milch kaufen könnte. Sie werden jedoch nicht die Süßigkeiten bekommen, die auch im Fluss landeten! Das können sie sich nicht leisten.

Gleichzeitig sieht man sich den Fluss an und wundert sich, ob man es denn immer noch einen Fluss nennen kann. Aufgrund des geringen Niederschlags während der Monsunzeit und großen Staudämmen in Delhi hat der Fluss zurzeit ganz wenig Wasser. Ein Großteil des Flussbettes ist trocken und wo vorher Boote Touristen und Pilger mit auf den Fluss hinaus nahmen, laufen nun Kamele herum. Für die Zeremonie mussten sie einen Kanal schaufeln, um das Wasser bis zu den Treppenstufen zu bringen. Dieses seichte Wasserloch ist nun der Fluss, in den sie ihre Blumen, Milch und Süßigkeiten werden, womit sie den Fluss noch mehr verschmutzen, als er sowieso schon ist.

Es ist wirklich nicht viel mehr als Abwasser und Chemiereste, die allesamt aus Delhi kommen. Da ist kein Leben drin. Keine Fische, keine Schildkröten, keine von all den Tieren, die um uns herumschwammen, als wir als Kinder in dem Wasser schwammen! Sie können da nicht mehr leben – das Wasser ist tot.

Trotz all dem und trotz zweier Zeremonien, die einander im Wettbewerb mit Lautsprechern anplärren, genossen Ramona und unsere Freunde den Besuch beim Fluss und der Zeremonie. Wie kommt das? Meine Frau hat sich sehr bemüht, das in Worte zu fassen: sie empfindet keine religiöse Ehrfurcht. Kein Gefühl, dass eine Göttin oder ein Gott sie nun für ihren Besuch dort segnen würde. Nein, aber auf diesen alten Steinen vor dem uralten Gebäude zu sitzen, sich die untergehende Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen und einfach nur durch die Runde der Leute zu sehen, die alle zusammenkamen, fühlte sich gut an. Es war eine gewisse Atmosphäre, die, wenn man sich darin befindet, einem ein gutes Gefühl gibt.

Da ist nichts Göttliches dran. Es ist nicht Gott, der dich gut fühlen lässt. Es bist du. Du genießt das Zusammenkommen mit Menschen, weil der Mensch dafür gemacht ist, in Gesellschaft zu sein. Du siehst gerne die Natur, auch wenn sie eigentlich noch viel imposanter sein könnte. Und du genießt die Musik und hörst anderen gerne beim Gesang zu.

Könnten wir das alles nicht ohne Aberglaube, Verschwendung von Nahrungsmitteln und Verschmutzung des Flusses haben?

Die Gefahren der Globalisierung – wenn alles Gute exportiert wird! – 10 Jul 14

Gestern habe ich euch erzählt, dass es für uns schwierig war – oder eher unmöglich –gute Tomaten auf den Kanarischen Inseln zu finden, da die Besten üblicherweise in andere Länder exportiert wurden. Das ist jedoch kein Problem, das sich auf diese Inseln oder Spanien beschränkt! Es ist ein globales Problem, ein Nachteil und eine große Gefahr, die mit der Globalisierung kommt.

Wir kennen das gleiche Problem auch in Indien! Indien ist weltweit der größte Mango-Produzent. Trotzdem ist da immer die Beschwerde, dass wir keine der großartigen Mangos zu Gesicht bekommen, die in unserem eigenen Land wachsen! Sie werden alle gleich vom Baum weg zu den Märkten anderer Länder verschifft.

Das Gleiche gilt auch für Reis! Auf Reisen im Ausland kennt jeder die Qualität von indischem Reis und wenn man Reis von guter Qualität isst, den man im Westen gekauft hat, hat man diesen unvergesslichen Duft von Reis in der Küche – doch den findet man in Indien nur schwer!

Indien produziert jede Menge Tee und Kaffee! Tees aus Darjeeling und Assam sind mit die Berühmtesten der Welt, doch gerade gestern schrieb mir jemand als Antwort auf meinen Tagebucheintrag, dass auch der beste Tee direkt exportiert wird! Und derjenige fragte sich auch, warum ganz Indien Instant-Kaffee trinkt. Wo ist denn all der Kaffee, der bei uns produziert wird?

Es geht nur ums Geld. Länder im Westen zahlen einen höheren Preis für die gleichen Produkte, also werden diese exportiert, selbst wenn das bedeutet, dass für das eigene Land weniger übrig bleibt. Weniger Qualität und Quantität. Die Gewinnspanne ist höher – doch es kommt zu einem hohen Preis und ignoriert alles, das man mit Menschlichkeit oder allgemeinem Menschenverstand erklären könnte!

Seht euch doch nur einmal die Situation des Wassers in Afrika an! Riesige Firmen wie Nestle haben Wasserquellen gekauft, die früher von den Ortsansässigen benutzt wurden und die ganze Dörfer mit Wasser versorgt haben! Jetzt ist das Wasser privatisiert, was bedeutet, dass die Firmen es in Flaschen füllen und ins Ausland verkaufen! Oder es gegen gutes Geld in der Stadt verkaufen, die das gleiche Wasser früher kostenlos trank!Ohne die Tatsache zu beachten, dass sie diesen Menschen, den Arbeitern in ihrer Firma, nicht genug zahlen, um dieses Wasser auch wirklich zu kaufen und dann noch ihre Familien zu ernähren! Sie müssen nun weit laufen, um zu einer Wasserpumpe zu kommen und das Wasser dann gut einteilen, so dass sie genug für den Tag haben.

Wasser. Reis. Früchte. Alles ganz übliche, tägliche Dinge! Als Auswirkung der Globalisierung will jeder immer das Beste von allem und das gleich vor seiner Türe. Können wir uns nicht einmal eine Minute Zeit nehmen und bedenken, dass das zwar bequem sein mag, gleichzeitig jedoch schreckliche Auswirkungen auf unsere Erde hat? Dass Menschen verhungern und verdursten, weil der Mensch nach Bequemlichkeit, dem höchten Gewinn und dem meisten Geld sucht!

Vielleicht denkst du nun, da geht es ja nur um riesige Firmen, was solltest du denn da tun können? Doch das kannst du!

Geh einen Schritt zurück und überlege einmal, wo dein Essen eigentlich herkommt! Wann auch immer möglich, kaufe Gemüseaus der Region, sieh nach Etiketten der Bio-Produktion und nimm lieber Fair Trade Produkte, auch wenn es etwas mehr kostet. Sieh dir deinen eigenen Konsum einmal genau an.

Wenn wir alle das tun, können wir diese Welt zu einem besseren Ort machen, einer nach dem anderen!

Spaß auf der schönen Insel Gran Canaria – 25 Jun 14

Wir sind mitten in unserer letzten Woche hier auf Gran Canaria und ich dachte, ich könnte euch einmal ein Update geben, was hier los ist, was wir hier machen und wie wir diese wunderschöne Insel genießen!

Natürlich sind wir hier für unser Programm und hatten also eine Reihe verschiedener Workshops und Einzelberatungen. Doch mit unserer lieben Freundin Betty hatten wir die Möglichkeit, nicht nur zu arbeiten, sondern auch Gran Canaria zu sehen und mehr über die Leute zu erfahren, die hier leben, wie das Leben ist und wie ihre Heimatinsel aussieht!

Es ist eine herrliche Insel mit so vielen verschiedenen Orten, die es wert sind, dass man sie besucht! Gran Canaria wird auch als Miniatur-Kontinent bezeichnet und wir haben bereits gesehen, dass das wahr ist. Wir haben sogar Witze gemacht, dass es wie in Indien ist, wo man zu jeder Jahreszeit jedes Wetter haben kann – nur, dass man dieses Land von Norden bis Süden in vielleicht drei Stunden durchfahren kann! Gran Canaria und die kanarischen Inseln gehören zu Spanien, doch eigentlich sind sie weiter weg vom Festland Spaniens, viel näher an Afrika. Marokko ist nur 95 Kilometer von hier entfernt und mit dem Schiff kann man ganz bequem dorthin fahren!

Wir leben in der Hauptstadt, Las Palmas de Gran Canaria. Unsere Wohnung liegt nahe am Strand – und darum waren wir fast jeden Tag am Strand! Während diese Stadt im Norden der Insel ist, hatten wir auch im Süden Programm und waren an einem Tag auch als Touristen dort. Ich war überrascht: da standen wir also auf einmal auf fantastischen Sanddünen in Maspalomas, einer Region im Süden, und es sah aus, als wären wir in der Wüste, der Ozean direkt hinter uns!

Gleich neben den Dünen gingen wir dann auf einen der touristischsten Strände Gran Canarias und genossen den Sand und das Meer noch einmal. Ja, wir sind also auch ein bisschen als Touristen unterwegs – und das an einem Ort, der so voller deutscher Touristen ist, dass jedes Schild auf Spanisch, Englisch und Deutsch ist, die Restaurants Kellner haben, die Deutsch sprechen und die Geschäfte Zeitschriften mit dem deutschen Fernsehprogramm verkaufen.

An einem anderen Tag nahm Betty uns mit auf die Hügel – nicht ganz bis in die Berge – und zeigte und das Innere des Landes mit einigen kleineren Dörfern, wundervoller Landschaft und sehr schönen Gebäuden. Dort sahen wir keine Touristen, nur Ortsansässige. Da die Insel so klein ist, haben wir sowieso den Eindruck, dass sehr viele Leute einander kennen und das nicht nur in den Dörfern! Wo auch immer wie mit Betty hingehen treffen wir jemanden, den sie kennt – selbst auf dem Schiff zwischen Gran Canaria und Teneriffa!

Teneriffa ist eine weitere kanarische Insel, die wir vor drei Tagen besuchten. Wir hatten zwei Tanzparties dort – und ein bisschen Tourismus. Auf Teneriffa kann man noch deutlicher sehen, dass die kanarischen Inseln Vulkaninseln sind. Die ganze Insel ist hügelig, viel hoch und runter, und an der Küste kann man sehen, dass die Steine eigentlich geschmolzene und dann erhärtete Lava sind. Dort, zwischen den Felsen und im blauen Ozean hatten Ramona, Yashendu und Betty viel Spaß beim Schwimmen! Apra und ich machten danach eine Runde im Pool!

Und nun erhebe ich mein Glas voll mit leckerem, frisch gepressten Orangensaft und spreche einen Toast an euch alle, die gute Zeit, die ihr hoffentlich auch verbringt und die großartigen Orte dieser Welt, die noch da draußen liegen und zusammen entdeckt werden wollen!

So viel Nacktheit, dass man gar keine Erektion mehr bekommt – 6 Feb 14

Ich habe gestern erwähnt, dass auch Frauen in Burkas vergewaltigt werden, obwohl sie ihren ganzen Körper bedecken. Da kann also niemand sagen, sie hätten freizügige Kleidung getragen. Während das beweist, dass Kleidung nicht der Grund für Vergewaltigung ist, ist es auch der Beweis für eine Tatsache, die ich immer wieder erwähne: jeder Körperteil, den du über längere Zeit hinweg versteckst, wird für die Menschen um dich herum mehr und mehr sexy, weil sie ihn nie zu Gesicht bekommen. Vielleicht war es dieser Gedanke, der jemanden dazu gebracht hat vorzuschlagen, dass in Indien Nudisten-Kolonien eingerichtet werden sollten, um das Problem der sexuellen Belästigung zu bekämpfen!

Während das vielleicht kein ernsthafter Vorschlag für ein landesweites Problem ist, besonders in dieser Kultur, in der Sexualität unterdrückt wird, steckt hinter dieser Idee auch etwas Wahrheit, weswegen ich sie heute auch ein bisschen näher beleuchten möchte.

Auf der Suche nach einem relevanten Beispiel, musste ich an meine Besuche an FKK-Stränden in vielen verschiedenen Ländern auf der Welt denken. Während es manchen Menschen vielleicht seltsam erscheint, dass ich auf meinen Reisen auch Nacktstrände besucht habe, finde ich das eigentlich nicht seltsam. Ich bin immer bei Menschen, die an eine natürliche Lebensweise glauben und was könnte natürlicher sein als der eigene, nackte Körper? Und da sind wir bereits beim Hauptpunkt der Frage angelangt: warum denkst du wäre es seltsam, an einen Strand zu gehen, an dem alle nackt sind? Weil du dir vorstellst, dass alle Männer eine Erektion haben und die Frauen um sich herum anstarren?

Wenn du jemals selbst an einem solchen Ort gewesen bist, weißt du, dass das nicht wahr ist. Ich bin bereits an Nacktstränden mit riesigen Menschenmengen von Frauen, Männern, Teenagern und Kindern gewesen. Noch nie habe ich da einen Mann mit einer Erektion gesehen.

Warum? Weil es einfach nur natürlich ist, nackt zu sein und wenn jeder nackt ist, ist da nichts Besonderes mehr daran, nicht, was der Grund für eine Erektion wäre. Und nichts, was sexuelle Belästigung oder einen Angriff auf eine Frau verursachen würde.

Die Gesellschaft hat so viel Scham um die menschlichen Genitalien geschaffen, so dass Menschen in manchen Ländern schockiert nach Luft schnappen, wenn sie denken, dass es solche Dinge gibt wie Nacktstrände, -Resorts und ganze Kolonien, in denen die Menschen einfach nackt leben, so wie sie sind, ohne etwas zu bedecken. Je mehr man bedeckt, je mehr man versteckt, desto sexier wird es. Wenn du morgen beginnst, deinen Zehennagel zu verstecken, wird er genau so sexy wie deine Genitalien es für die meisten Menschen heute wären.

Wenn versteckt wird, können die Menschen nicht sehen, dass sie nichts besonderes haben, dass Milliarden von Männern und Frauen das Gleiche haben, die gleichen Körperteile und die gleichen Gefühle und Bedürfnisse.

Nun werde ich in unserem Ashram keine Nackt-Kommune starten, um meinen Punkt zu beweisen, aber vielleicht befolgt die indische Regierung eines Tages den Vorschlag dieses Kommentators und eröffnet FKK-Kolonien, um Verbrechen zu verhindern. Doch bis zu diesem Tag haben die Menschen Indiens noch viele Veränderungen vor sich.

Indias religiöse Geschäftsmänner betrügen Gott und seine Anhänger erfolgreich – 22 Oct 12

In unserer Gegend, nicht weit von Vrindavan, gibt es einen Ort, der Govardhan heißt. Es ist ein beliebter Pilgerort für religiöse Menschen. Täglich kommen große Menschenmengen von Pilgern dorthin und an Wochenenden, Vollmondtagen und anderen religiösen Anlässen ist es noch mehr. Das Hauptritual dort ist, eine Statue Krishnas mit Milch zu waschen. Viele religiöse Pilger gehen auch den Parikrama Weg, der sich 21 Kilometer um die Stadt erstreckt, und tragen dabei einen Topf Milch, von dem stetig Milch ohne Unterbrechung auf den Boden fließt.

Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Milch jeden Tag an diesem Ort verwendet wird. Doch wo kommt all diese Milch her? Religiöse Geschäftsmänner der Stadt haben sich darum gekümmert! Sie stellen synthetische Milch aus Harnstoff, Reinigungsmitteln und Fleischresten her und verkaufen sie an Pilger, so dass diese sie über ihren Gott gießen können. Wie einfach ist es, Gott und seine Gläubigen im Namen religiöser Tradition zu betrügen! Oder vielleicht haben sie einen festen Glauben daran, dass ihr Gott nicht kommen wird, um sich über die falsche Milch zu beschweren oder dass sie dass dann nicht weiter kümmern würde. Auf diese Weise haben sie seit Jahren ihr Geschäft betrieben!

Was ist das schlechte Ergebnis hiervon? All diese falsche Milch fließt in den religiös wichtigen Teich der Stadt, der Mansi Ganga heißt. In örtlichen Zeitungen lesen wir, dass ihr Teich von dieser falschen Milch so verschmutzt ist, dass die Fische darin sterben. Viele Pilger sind sich dessen nicht bewusst und trinken diese Milch als gesegnete Milch. Man kann sich vorstellen, was mit ihnen geschieht!

Es beginnt jetzt die Zeit der Pilgerreisen und nach einem Bericht ist 68% der Milch in Indien keine echte Milch. Der Verzehr solcher Milch kann mehrere unterschiedliche ernste und gefährliche Krankheiten hervorrufen, besonders bei Kindern. Ich bin immer überrascht über solche Menschen, die dieses falsche Geschäft betreiben. Leider nehmen in diesem religiösen Land und an religiösen Gelegenheiten solche falschen Handlungen immer mehr zu und das hinter dem Vorhang der Religion, weil diese religiösen Geschäftsmänner nicht nur meinen, dass sie Gott und seine Anhänger betrügen können, indem sie ihnen synthetische Milch aus Fleischresten, Reiningungsmitteln und Harnstoff geben, sondern auch meinen, dass sie Gott bestechen können, wenn sie mit dieser sündigen Arbeit Geld verdienen und ein paar Rituale tun können, um sich von dieser Sünde wieder zu befreuen. Denn Religion gibt jedem die Möglichkeit, alles vergeben zu bekommen!

Vielleicht habt ihr schon von der Verschmutzung des heiligen Flusses Yamuna gehört. Ich weiß nicht, wie viel Heiligkeit da noch übrig ist! Man kann wegen dem Gestank nicht einmal mehr an der Seite des Flusses stehen! Fische, Schildkröten und andere Wassertiere sterben ab. Um den Yamuna zu reinigen und bei anderen religiösen Ritualen gießen die Menschen viele Liter Milch in den Yamuna. Ich weiß nicht, wie man ihnen verständlich machen kann, dass der Yamuna von der Milch nicht sauber wird, sondern dass sie stattdessen unbehandelte Abfallstoffe und Chemikalien aus Fabriken vom Fluss fernhalten müssen.

Naja, da geht es natürlich nicht um synthetische Milch, viele religiöse Menschen geben wohl sehr gut Acht auf die Qualität ihrer Milch und geben Gott nur gute Milch von guter Marke. Man kann sich jedoch nicht vorstellen, wie viel Milch für religiöse Zwecke im ganzen Land, nicht nur in dieser Gegend, verschwendet wird! Millionen Liter Milch werden auf Shiva Lingams gegossen und in anderen Ritualen verwendet. Und das in einem Land, in dem jedes Jahr 14 Millionen Kinder an Unterernährung und Hunger sterben! Und 200 Millionen Menschen gehen jeden Tag hungrig schlafen.

6 Antworten, wenn dir ein Fleischesser sagt ‘Pflanzen sind auch Lebewesen, die Gefühle haben!’ – 27 Jul 12

Jeder, der mein Tagebuch eine Weile lang gelesen hat und diejenigen, die sich die verschiedenen Themen angesehen haben, über die ich schreibe, weiß, dass ich Vegetarier bin, meine Familie vegetarisch isst und es in unserer ganzen Stadt kein nicht-vegetarisches Essen gibt. Vielleicht habt ihr auch gehört oder gelesen, dass ich mich für vegetarische Ernährung einsetze, was ich auch weiterhin auf jeden Fall tun werde. Eines der Gegenargumente von Fleischessern erscheint mir so albern, dass ich oft keine Worte für eine Antwort habe: „Aber warum tötest du denn Pflanzen? Sie haben auch Gefühle und du tust ihnen weh!“ Ich habe beschlossen, all meine Gedanken zu sammeln und sie heute hier aufzuschreiben. Wenn mich diese Frage in Zukunft sprachlos macht, habe ich einen Blogeintrag, den ich der Person empfehlen kann.

Hier sind also meine Antworten für euch:

  1. Meinst du nicht, dass du nun nur in die Defensive gehst, weil du weißt, wie viel Leiden dein Fleischessen verursacht?
     
  2. Wenn man Gemüse ist, bedeutet das moistens nicht, dass man die ganze Pflanze umbringt! Wenn man eine Tomate vom Strauch pflückt, wächst sie einfach wieder nach. Schneide deinen Spinat und lass ihn nachwachsen. Hast du das schonmal mit Hähnchenflügeln versucht? Nein, die wachsen nicht nach!
     
  3. Vielleicht argumentierst du nun, dass es der Tomatenpflanze jedes Mal weh tut, wenn du eine Tomate abpflückst, genau wie es mir wehtun würde, wenn mir jemand einen Büschel Haare ausreißen würde. Wenn du jedoch wirklich diese Art von Vergleich verwenden willst, dann denke erst einmal an die ganze Haare, die dir jeden Tag einfach so ausfallen – das kommt dem Abpflücken einer reifen Tomate schon viel näher, einfach, schmerzlos und sie würde sowieso abfallen.
     
  4. Warum, ja warum meinst du eigentlich, dass Pflanzen Schmerz verspüren? Hat jemals eine Pflanze bei der Ernte geschrien? Ist dir jemals eine Pflanze davongelaufen? Das glaube ich nicht! Von den Millionen von Schweinen, Kühen, Ziegen, Schafen und Hühnern, die jeden Tag geschlachtet werden, kannst du das jedoch nicht sagen. Es gibt viele Dokumentationen, die die Angst in diesen Tieren zeigen, wenn sie wissen, dass sie bald getötet werden – so etwas habe ich bei Pflanzen noch nie gesehen. Du etwa?
     
  5. Wenn wir einmal kurz annehmen, dass man Pflanzen wie Weizen beim Ernten wirklich ‚tötet‘, so lass uns doch mal zählen, wie viele davon für mein Essen gestorben sind und wie viele du indirekt getötet hast, um dein Fleisch essen zu können. Wie viele Pflanzen hat diese arme Kuh gegessen, bevor sie geschlachtet wurde und auf deinem Teller landete? Und wie viele nicht nachwachsende Pflanzen esse ich jeden Tag? Ich glaube, du bist derjenige, der mehr davon tötet!
     
  6. Wenn du wirklich meinst, dass Pflanzen Schmerz verspüren und du dich darum sorgst, solltest du nicht besonders dann die Moral haben, keine Tiere zu töten? Und wenn du das wirklich glaubst, solltest du nur Frucht und Gemüse essen, das von Bäumen und Büschen gefallen ist – dann würdest du keiner Pflanze schaden.

Du siehst also, dass das Argument nicht wirklich anti-Vegetarier ist, sondern eher Anti-Fleischesser! Ich hoffe, dass das einigen Vegetariern weiterhilft, die keine Lust mehr haben, dieses Thema mit Leuten zu diskutieren, die solch dumme Argumente liefern. Ich werde mir diesen Link auf jeden Fall abspeichern und ihn von nun an als meine standard Antwort verwenden.

Erfahrungen eines Touristen in Vrindavan – 11 Apr 12

Als unsere Freunde hier waren, haben sie natürlich auch die Sehenswürdigkeiten Vrindavans besichtigt. Wie ich ja schon erzählt habe, sind wir zum Yamuna hinuntergegangen, sie sind die Treppen bis zur Spitze des Pagal Baba Tempels hinaufgestiegen, von wo aus sie einen Blick auf die ganze Stadt hatten, sie haben mehrere Ausflüge zum farbenfrohen Markt gemacht, sie sind durch den Garten Nidhivan gegangen und sie haben sich die Abendzeremonie am Kesi Ghat angesehen. Sie hatten Spaß und haben all diese Orte mit Freude angesehen. Es gibt aber immer etwas, wie diese Erfahrung noch schöner hätte sein können.

Ich habe bereits von unserem kurzen Spaziergang zum Yamuna hinunter erzählt. Wir sind den vor Kurzem geteerten Parikrama Marg hinunter gelaufen und sind dann auf eine sandige Straße gestoßen. Ich habe mich sehr über den Sand gefreut, es war genau wie es in meiner Kindheit in Vrindavan überall war. Da waren Papageien und Pfauen und alle waren von der Schönheit der Natur verzaubert – bis wir an die dreckigen Wasser des Yamuna kamen, in dem tote Kühe lagen und wo alles schrecklich stank.

Unsere Freunde stiegen die neun Stockwerke des Pagal Baba Tempels hinauf und genossen von da die Sicht, versuchten den Ashram zu finden, sahen den Yamuna in der Ferne und bekamen einen besseren Eindruck von der Situation in Vrindavan. Ramona, die mit ihnen dort war, erzählte mir, dass Leute auf die Wände der gesamten Treppe ihre Namen geschrieben hatten, das Datum, wann sie da gewesen waren, Sätze, die lustig sein sollten oder auch Beleidigungen. Das ist ein Tempel, ein heiliger Ort, Pilger gehen dorthin – wer schreibt da an die Wände und warum?

Als sie von Nidhivan zurückkamen, dem Garten, in dem Krishna jede Nacht mit seiner Geliebten tanzen soll, erzählten sie uns von den tollen Bäumen dort. Es war schön, in ihrem Schatten zu laufen und ihre knochigen Äste zu bewundern. Es ist ohne Zweifel einer der angenehmen Orte in Vrindavan. Um jedoch den Frieden des Gartens zu genießen, muss man am Eingang mehrere Führer abschütteln, die aufdringlich anbieten, dich durch den Garten zu führen und dir dort die Geschichte Krishnas zu erzählen. Sie bestehen darauf und können für einen erstmaligen Besucher sehr nervig sein. Dieser Besucher geht dann durch den Garten und vorbei an den vielen Spendendosen dort. Meine Freunde meinten, dass ein Hindu Pilger wirklich viel Geld ausgeben muss, wenn er an jeder dieser Boxen und an jedem Tempel spenden muss.

Schließlich die beste Erfahrung: die Yamuna Aarti, eine Feuerzeremonie, am Kesi Ghat. Das ist etwas, was wir allen unseren Besuchern empfehlen und sie lieben es, dort zu sitzen, den Sonnenuntergang zu beobachten und vielleicht eine Kerze und Blumen in einer kleinen Schale zu kaufen, um sie den Fluss hinunter schwimmen zu lassen. Früher kamen alle zurück und erzählten von der friedvollen Atmosphäre dort. Sie sind immer noch glücklich, wenn sie zurück kommen und sie fühlen sich an dem Ort gut – aber das Wort friedvoll ist nun nur noch selten Teil ihrer Beschreibung. Die ersten Leute, die sie dort treffen sind Bootsfahrer, die miteinander wetteifern, wer als Erstes sein Boot für eine Fahrt anbietet. Wenn man ihre Annäherungsversuche abgewehrt hat, indem man sich hingesetzt hat und sie ignoriert hat, sehen die Besucher zum Sonnenuntergang – und sehen die hässlichen Überbleibsel einer Bücke, die dort gebaut werden sollte, aber dann mitten im Bau gestoppt wurde. Glücklicherweise wird nun eine künstliche Insel davor die hässliche Ansicht verdecken. Was am Ghat jedoch am meisten stört ist das Geräusch von mehreren Lautsprechern, die spirituelle Lieder raustönen. Wenn jemand dort einfach nur singen würde, wäre das in Ordnung, aber das Lautsprechergeräusch von beiden Seiten ist zu viel, um den Frieden des Ortes zu spüren. Die Menschen sind am glücklichsten, wenn Stromausfall ist – dann hören wir das Wort friedvoll wieder!

All diese Geschichten zeigen, dass die Menschen sich Vrindavan gerne ansehen und gerne an diese Orte gehen, doch dass sie das noch mehr genießen würden, wenn da nicht diese Störfaktoren wären. Und diese Faktoren wurden vom Menschen geschaffen und könnten vermieden werden. Ich weiß, dass die Flüsse in anderen Länderen auch dreckig sind, dass Touristen auf der ganzen Welt auf Wände schreiben und dass es an jeder Touristenattraktion nervige Führer gibt, nicht nur hier. Warum machen wir unsere Erde nicht zu einem schöneren Ort und stoppen all das? Stell dir vor, du bist derjenige, der dorthin geht, würdest du dir nicht etwas mehr Frieden und Sauberkeit wünschen? Trage deinen Teil dazu bei und verhalte dich so, wie du es möchtest, dass andere sich verhalten. Ich warte auf den Tag, an dem unsere Stadt ein Ort ist, den ich meinen Freunden ohne das Gefühl zeigen kann, dass er früher viel schöner war.

Amerika – höchster durchschnittlicher Wasserverbrauch pro Person pro Tag – 30 Aug 11

Gestern habe ich über Individualismus geschrieben und erwähnt, dass ich in den USA eine bestimmte Einstellung bemerkt habe, die mir den Eindruck gab, dass viele Menschen dort nicht viel über die Umwelt und ihr Umfeld nachdenken. Als wir einmal mit unserer Freundin Iris darüber sprachen, die im Umweltamt in der Abteilung für Wasser arbeitet, erzählte sie uns, dass Amerika auch das Land mit dem höchsten durchschnittlichen Wasserverbrauch pro Person ist.

Als sie das sagte, erinnerte ich mich daran, wie wir einmal in einer Wohnung bemerkten, dass in der Badewanne das Wasser lief. Es tropfte nicht hin und wieder einmal, sondern floß stetig aus dem Hahn in die Wanne und in den Abfluss. Der Hahn war absichtlich offen. Der Besitzer erklärte uns, dass der Hahn immer offen war, damit die Katze trinken konnte. Als wir uns nach der Wasserrechnung erkundigten, erfuhren wir, dass es eine Flatrate war, also ein festgelegter Preis für das Wasser. Es ist also egal, wie viel Wasser in der Wohnung verbraucht wird, die Kosten würden dadurch nicht größer.

Es gibt Hunderte solcher Beispiele von kaputten Wasserhähnen, die immerzu tropfen, bis hin zu Menschen, die ihre Autos täglich im Hof waschen. Wieder einmal beschränkt sich das natürlich nicht auf Amerika. Die Menschen vieler Länder sind mit ihrem Wasserverbrauch unachtsam, weil es für sie selbstverständlich ist, dass immer genug Wasser in der Leitung ist.

Ich habe mir jedoch online Statistiken angesehen und gesehen, dass Amerika mit einem Durchschnitt von 575 Litern den höchsten Wasserverbrauch pro Person pro Tag hat. Natürlich habe ich die Zahlen mit denen von Deutschland verglichen, wo 193 Liter verbraucht werden und mit denen von Indien, wo eine Person pro Tag im Durchschnitt 135 Liter verbraucht. Es gibt natürlich viele Länder, in denen weniger Wasser verbraucht wird, so zum Beispiel all die Afrikanischen Länder, in denen Wasser einfach nur so wenig vorhanden ist, dass die meisten Menschen keinen Zugang zu so vielen Litern pro Tag haben.

Es gibt so viele Probleme was Wasser betrifft, den Zugang zum Wasser für die ländliche Bevölkerung und auch die Frage, ob das Wasser dann sauber genug ist, um getrunken zu werden. Wenn wir all das sehen und an diejenigen denken, die in anderen Teilen der Welt verdursten, müssen wir unsere Gewohnheiten des Wasserverbrauchs überdenken. Wasser ist wertvoll. Es ist Leben. Verschwende es nicht! Denke weiter und verstehe, dass das Wasser, das du unachtsam in den Ausguss schüttest für jemand anderen Leben bedeutet.