Verwirrung im Yoga-Markt – Wie die Wahl des Yogaunterrichts dem Milchkauf ähnelt – 17 Nov 14

In Vorträgen, Workshops und sogar in meinem Blog habe ich schon öfter erwähnt, dass ich zu Beginn meiner Zeit im Western von einer Frage immer verwirrt war: ‚Welche Art von Yoga unterrichtest du?‘

Yashendu hatte das gleiche Gespräch auch schon viele Male und natürlich passiert das auch heute noch. Als uns also vor einigen Wochen Yashendu von einer solchen Frage und dem darauffolgenden Gespräch erzählte, mussten wir lachen.

Yashendu hatte mit ‘Einfach nur Yoga’ geantwortet, wie immer, wenn er inmitten einer Stunde gefragt wurde. Sie war ein bisschen verwirrt und beantwortete die Frage für sich offensichtlich mit der Idee, dass wir ‘Hatha Yoga‘ geben. Als Yashendu mit den fitten und fortgeschrittenen Teilnehmern etwas an Geschwindigkeit zulegte, gefiel ihr das deutlich. Hinterher fragte sie ihn, ob er auch von einem Power Yoga Lehrer gelernt hätte.

Nach einer anfänglichen Verwirrung, lachten wir mit ihr.

Für uns gibt es keine bestimmte Art von Yoga. Kein bestimmter Name, keine Marke oder Spezifizierung. Es ist einfach nur Yoga, so wie wir es von Beginn unseres Lebens an gelernt haben.

Man kann das mit dem Kauf von Milch vergleichen. Es gab eine Zeit, da war es einfach nur Milch. Es war klar, dass sie von Kühen kam und es gab sie einfach so, wie sie war. Man ging eben Milch kaufen und das war’s. Jetzt jedoch gehst du einkaufen und musst wählen zwischen Vollmilch und fettarmer Milch, fettfreier, frischer, haltbarer Milch und mehr! Man bekommt Ziegenmilch, Reismilch, Sojamilch und wieder so viel mehr! Deshalb musst du dich beim Kaufen von Milch fragen ‚Welche?‘

Beim Yoga hat man heutzutage das gleiche Problem. Es gibt Power Yoga, Iyengar Yoga, Ashtanga Yoga, Hot Yoga, Hatha Yoga, Flow Yoga, Mysore Yoga, Acro Yoga und vieles mehr. Es ist nicht einfach nur Yoga.

Wir kaufen hier immer noch Milch. Und wir machen Yoga. Es ist nicht nur Hatha Yoga, wenn du das nur als reine Körperübung verstehst, ein paar Stellungen, um flexibel oder stark zu werden. Yoga hat einen größeren Platz in unserem Leben. Es ist eine tägliche Frage des Verhaltens, Denkens und Fühlens.

Natürlich kannst du es nennen, wie du willst, wenn es dir ein besseres Gefühl gibt und Unklarheiten beseitigt. Wir werden es jedoch weiter Yoga nennen und werden dir immer sehr gerne erklären warum!

Richtig oder falsch – Wahrnehmung oder Tatsache – 5 Nov 14

Das Interessante an Gesprächen mit anderen Leuten ist, dass man immer jemanden trifft, der andere Erfahrungen, Ideen und Wissen hat als du. Man bekommt Hilfe, wenn man sie braucht und man kann sich inspirieren lassen. Man bekommt Informationen und gibt diese natürlich auch weiter. Doch es kann auch etwas Unangenehmes geschehen: es kann dich verwirren ob das, was du tust, richtig oder falsch ist.

Das ist nicht ungewöhnlich: du erzählst deinen Freunden von einem Vorfall bei dir in der Arbeit und sie fragen sich, warum du dich so verhalten hast, wie du dich verhalten hast. Wäre es nicht besser gewesen, ruhig zu bleiben? Oder besser, den anderen endlich einmal zu zeigen, woran sie mit dir sind? Einer von ihnen mag bestätigen, dass du genau richtig gehandelt hast, während der andere einfach nur ungläubig den Kopf schüttelt und sich über dich wundert.

Gibt es im Leben denn einen richtigen und einen falschen Weg?

Natürlich gibt es bestimmte Dinge, die ganz offensichtlich und auch überall falsch sind: es wäre falsch, jemanden umzubringen und allgemein hält man Stehlen, Ausrauben und ähnliche Aktivitäten auch nicht für richtig. Es gibt jedoch Fälle, in denen es nicht alles so ganz deutlich schwarz und weiß ist!

Man würde auch sagen, es ist falsch, seine Eltern nicht zu respektieren. Aber wo fängt da die Respektlosigkeit an? Wäre es respektlos, nicht den Entscheidungen zu folgen, die sie für dich und dein Leben treffen wollen? Oder nicht ihren moralischen Werten zu entsprechen? Höchstwahrscheinlich erscheint ihnen das als respektlos, du aber könntest da eine ganz andere Meinung haben!

Tue ich das Richtige?

Das ist eine ganz übliche Frage, die in praktisch jedem Lebensbereich auftauchen kann! Geschäft und Arbeit, Beziehungen, Kindererziehung, Freundschaften – man kann immer an einen Punkt kommen, wo man es einfach nicht mehr weiß. Selbst, wenn man für gewöhnlich selbstsicher ist und die übliche Kritik, die jeder bekommt, einfach abtun kann, kann es einen Punkt geben, an dem sich selbst und die Situation, in der man steckt, aus der Distanz betrachtet und sich fragt:

Was soll ich tun?

Lass mich dir eines sagen: niemand kann dir sagen, was zu tun ist und es kommt keine göttliche Eingebung oder ein göttlicher Eingriff, der auf einmal alles in Ordnung bringt. Gleichzeitig jedoch gibt es auch kein richtig oder falsch und jeder ist hin und wieder in dieser Situation.

Geh im Kopf an den Punkt zurück, an dem du dir sicher bist, zu den Handlungen und Gedanken, die du nicht ändern wirst, egal wie viele Leute dir sagen, dass das falsch ist. Von da an gehst du nun Schritt für Schritt weiter und gehst einfach nach Gefühl. Nimm Rat an, wenn du das Gefühl hast, er ist richtig – und finde heraus, was du wirklich für falsch hälst.

Am Wichtigsten ist, dass dieses Gefühl für gewöhnlich vorübergehend ist. Manchmal hilft es einfach, den Gedanken eine Weile lang aufzugeben und eine Nacht drüber zu schlafen. Und nimm dann deinen Mut zusammen und mach mit vollem Selbstvertrauen weiter!

Selbst im Geschäft ist Geld nicht immer das Wichtigste – 2 Sep 14

Auf meiner Deutschland-Reise kam eine Frau zu einer Einzelsitzung zu mir. Sie hatte einige Probleme und war unsicher, was sie tun sollte. Ein Aspekt dieser Verwirrung ist das Thema meines heutigen Blogeintrags. Was ist wichtiger bei einem Geschäft, das Menschen hilft? Ihnen so schnell wie möglich zu helfen oder so viel Geld zu verdienen wie möglich?

Die Frau, die zu mir gekommen war, verdiente ihr Geld mit einer Art Physiotherapie. Sie war recht erfolgreich damit: meistens brauchten ihre Kunden nur zwei oder drei Sitzungen bei ihr. Danach kamen sie nicht wieder. Das brauchten sie nicht, weil es ihrem Rücken gut ging, ihre Knieschmerzen verschwunden oder besser waren und sie ihnen alle nötigen Übungen für zu Hause gezeigt hatte. Diese Leute brauchten also einfach keine weiteren Sitzungen bei ihr für die gleichen Probleme.

Eigentlich freute sich die Frau darüber. Wenn sie ihre Kunden auf der Straße traf, bedankten sie sich und sagten ihr, sie würden sich nun so viel besser fühlen. Wer würde sich nicht freuen, so etwas zu hören?

Ihr Ehemann. Er erklärte ihr, sie solle eine bessere Geschäftsfrau sein. Sie solle den Leuten zu Beginn der Behandlung sagen, dass sie fünf Sitzungen bei ihr buchen sollten, wenn sie denn kommen wollten. Egal, wie gut es einem nach zwei Sitzungen gehen würde, man hätte schon für drei weitere Sitzungen bezahlt. Jeder könnte dann selbst entscheiden, ob er wirklich die restlichen Sitzungen noch machen wolle oder nicht.

Ich wurde nach meiner Meinung zu diesem Thema gefragt. Sollte sie mehr Geld verdienen, indem sie Leute fünf Mal zu sich rief, obwohl sie das gar nicht brauchten?

Ich antwortete ihr, absolut nicht. Zunächst fragte ich sie: was sagt denn dein Herz? Und sie antwortete, dass es sich für sie nicht richtig anfühlte. Sie war ja eigentlich damit zufrieden, wie es jetzt lief, es war nur der Input von außen, von anderen Leuten, der ihr das Gefühl gab, sie mache etwas falsch. Handle einfach so, wie du das Gefühl hast, dass es richtig ist.

Der zweite Punkt ist, dass du ja bereits das Beste tust, das man für sein Geschäft tun kann: du machst deine Kunden glücklich. Siehst du nicht, dass es im Geschäft nicht darum geht, die Leute über den Tisch zu ziehen? Darum, ihnen so viel Geld aus den Taschen zu ziehen wie möglich? Es geht darum, eine Dienstleistung zu erbringen oder ein Produkt zu verkaufen, das ein Bedürfnis erfüllt, dem anderen hilft oder ihn glücklich macht!

Es gibt keine größere Werbung für dich als einen zufriedenen Kunden! Wenn diese Leute schon auf der Straße zu dir kommen und dir sagen, wie glücklich sie sind, erzählen sie das sicher auch anderen. Und da sagen sie ‚Sie hat mir in nur zwei Sitzungen geholfen!‘ und fügen hinzu, wie viel besser das ist als jede Behandlung, die sie zuvor hatten und für die sie viel Zeit und Geld investiert haben, von der aber nichts besser wurde. Das bringt dir dann mehr Kunden und sichert dir ein Einkommen auf lange Sicht, anstatt dir nur so viel wie möglich in diesem Augenblick zu bescheren!

Das Lustige hierbei ist, dass die Leute von Innen heraus eigentlich normalerweise das Richtige machen. Es ist Unsicherheit und ein Zögern, den eigenen Gefühlen zu vertrauen, das uns verwirrt und uns vielleicht etwas anderes wählen lässt. Hör nicht auf solche Ängste – tue das Richtige, indem du deinem Herzen folgst!

Nur unzufriedene Menschen fragen nach dem Sinn des Lebens – 28 Jul 14

Vor Kurzem hatte ich eine Sitzung mit einem Mann, der einige recht typische Fragen hatte. Natürlich denke ich, wenn ich eine solche Unterhaltung mit jemandem habe, an meinen Blog und euch Leser, sicher, dass es euch auch gefallen würde, bei uns zu sitzen und am Gespräch teilzuhaben. Da das natürlich nicht geht, schreibe ich unsere Worte für euch in diesen Blogeintrag.

Der Mann, der zu einer Einzelsitzung zu mir kam, erzählte mir, dass er alles in allem eigentlich recht zufrieden war mit seinem Leben. Er war Rentner, hatte Familie und einige Hobbies, an denen er wirklich Freude hatte. Yoga war eines davon. Er fügte jedoch hinzu, dass es in seiner Yogaklasse viele Leute gab, die sich selbst als Suchende bezeichnen und ihn fragten, ob er denn nicht auch nach Antworten auf die ‚Grundfragen des Lebens‘ suche: warum bin ich auf dieser Erde? Was ist mein Sinn und Lebenszweck?

Er meinte auch, dass er nun das Gefühl hatte, er müsse auch eine Antwort finden oder zumindest danach suchen. Er hatte bereits unterschiedliche Möglichkeiten in Betracht gezogen, darunter auch die Vorstellung, dass dieses Leben nur eine von vielen Inkarnationen ist und dass man so gut wie möglich leben sollte, so dass man eines Tages Nirvana, die völlige Befreiung, erreicht. Er fragte mich, was ich dazu dachte.

Ich antwortete, dass ich all diese Fragen eigentlich für unwichtig hielt. Du lebst hier und jetzt. Solange du hier auf dieser Erde bist und alles hast, was du dir wünscht, warum machst du dir solche Sorgen? Du bist gesund, hast Essen, hast Familie und Freunde. Du erzählst mir sogar, dass du jetzt gerade richtig glücklich bist! Warum also ist das überhaupt wichtig?

Diese Fragen sind für diejenigen und von denjenigen, die unglücklich sind. Die nie mit dem zufrieden sind, was sie in ihrem Leben haben. Du bist hier, jetzt! Statt dich jedoch darauf zu konzentrieren, anstatt sicherzustellen, dass du das bekommst, was dir fehlt, denkst du an die Zeit nach diesem Leben!

Niemand weiß, was kommen wird und was passiert, nachdem wir unseren letzten Atemzug genommen haben. Aber ich glaube, dass es eigentlich egal ist. Wirklich, es ist für diesen Augenblick nicht wirklich relevant.

Meiner Meinung nach fördern nur Religionen und Leute, die die spirituelle Verwirrung anderer ausnutzen, solche Fragen, blasen sie auf, machen sie immer größer und stellen sie dadurch als extrem wichtig dar, was sie überhaupt nicht sind.

Sei einfach glücklich im Hier und Jetzt. Bist du das? Dann fange nicht an, nach etwas zu suchen, das fehlt und lass dich nicht mit Fragen verwirren, die sowieso keine richtige Antwort haben. Lass nicht zu, dass andere dich verwirren! Sei glücklich mit wer du bist und was du hast – du brauchst nicht anfangen zu suchen!

Agnostizismus kann ein Übergang sein, keine Endstation – 16 Jan 14

Heute möchte ich ein bisschen etwas schreiben und zwar nicht über religiöse Menschen, auch nicht über Ungläubige oder Atheisten. Nein, ich schreibe heute über Agnostiker.

Für diejenigen, die diesen Ausdruck bis heute vielleicht noch nicht gehört haben, da handelt es sich um solche Menschen, die sich selbst nicht als Gläubige sehen, aber auch nicht als Nicht-Gläubige. Sie sagen praktisch, dass die Möglichkeit besteht, dass Gott existiert. Sie sind nicht sicher, dass es so etwas wie eine höhere Macht gibt oder nicht gibt. Sie nennen sich selbst Skeptiker, Zweifler und manche kategorisieren sich weiter als ‚Agnostische Theisten‘ und ‚Agnostische Atheisten‘, je nachdem, zu welcher Seite sie mehr neigen.

Das Argument eines Agnostikers ist, dass es unerklärliche Dinge gibt und während es keinen Beweis dafür gibt, dass es Gott gibt, kann man auch nicht sicher sagen, dass es keinen Gott gibt. Da ist immer der Zweifel und darum bleiben auch sie im Zweifel.

Dieser Zweifel gründet sich auf einen Zweifel an der Religion, ohne jedoch die möglichen Vorteile des Glaubens verlieren zu wollen. Wenn es sich am Ende doch noch als wahr herausstellen sollte, könnte man immer noch den Himmel haben, das Seelenheil oder was auch immer man für seinen Glauben versprochen bekommt. Doch für diese Vorteile bist du nicht qualifiziert, da du ja sowieso nicht wirklich daran glaubst! Laut einem Gläubigen, bist du Gott nicht treu, wenn du zweifelst. Keine Religion würde dich einen treuen Gläubigen nennen, wenn du Zweifel ausdrücken würdest, ob ihr Gott denn überhaupt existiert. Laut ihnen bist du also ein Ungläubiger. Du selbst jedoch willst eine besondere Kategorie mit dem Namen ‚Agnostiker‘ mit Sonderbedingungen. Du glaubst nicht an Gott, doch sollte er am Ende doch existieren, würdest du gerne den Nutzen daraus ziehen.

In vielen Bereichen dieser materiellen Welt hört man, es sei gut zu zweifeln. Wenn man Dinge hinterfragt, die um einen herum als die Wahrheit akzeptiert werden, bringt es Fortschritt, wie zum Beispiel Zweifel auch der Grund für wissenschaftliche Forschung in so vielen Bereichen war. Wenn es jedoch um den Verstand geht, so sind Zweifel überhaupt nicht gut. Das würde ich dann auch nicht mehr Zweifel nennen, sondern Verwirrung. Und die Situation von Menschen in dieser Verwirrung ist am Schlimmsten, weil sie weder hier noch dort sind.

Diejenigen, die sich ihres Glaubens sicher sind, sind im Verstand auch ganz klar. Sie wissen, dass es einen Gott gibt, sie wissen, was sie tun müssen, um von ihm geliebt zu werden und danach handeln sie. Diejenigen, die frei jeden Glaubens sind, sind auch ganz klar. Sie wissen, dass es keinen Gott gibt und dass sie nichts tun müssen außer dem, was ihre Moral und Werte ihnen sagen. Die Verwirrten jedoch haben keine Richtlinien wie die Gläubigen und sind nicht so frei wie die Nicht-Gläubigen!

Ich glaube, dass diese Situation am Ende zu Persönlichkeitskonflikten führt. Sie werden Probleme haben, Entscheidungen zu treffen, weil sie nicht wissen, welche Richtung sie einschlagen sollen. Kann ich frei sein und selbst entscheiden oder sollte ich religiöse Regeln befolgen, weil sie am Ende doch wichtig sein könnten, selbst wenn sie veraltet erscheinen? Wer genau bist du? Identitätsprobleme, Unentschlossenheit und am Ende kann es sogar zu psychologischen Problemen führen.

Natürlich kann dieser Zustand des Agnostizismus auch nur ein Zwischenhalt auf der Reise vom Gläubigen zum Nicht-Gläubigen sein und eines Tages in der Vergangenheit stand ich selbst einmal an diesem Punkt. Es ist eine Zeit des Übergangs, während der sich unterschiedliche Vorstellungen vermischen, bis man endlich Klarheit erlangt. Doch es ist wichtig, dass man diese Klarheit erreicht! Man sollte mit dieser Verwirrung nicht auf lange Zeit leben – sonst sind mentale Probleme wahrscheinlich unvermeidbar!

Wenn du einer derjenigen bist, der sich selbst als ‚agnostisch‘ bezeichnet, überleg einmal, dich eines Tages für die eine oder andere Seite zu entscheiden – zu deinem eigenen Besten!

Hilfe für einen Freund, der sich in der esoterischen Szene verliert – 4 Jan 12

Gestern habe ich über Astrologen und Hellseher geschrieben und nebenbei erwähnt, dass es einige Leute gibt, die sich sehr auf den Ratschlag verlassen, den solche Menschen ihnen geben. Was kann man tun, wenn man einen Freund oder Verwandten hat, der an solche Vorhersagen glaubt, von denen man selbst meint, das sie vollkommener Unsinn sind?

Für viele Menschen ist das wirklich eine sehr relevante Frage, besonders in der esoterischen Szene oder für diejenigen, die die eine oder andere Art eines spirituellen Glaubens haben. Die Wahrheit ist, dass es im Bereich von Spiritualität, Religion und allem, was mit Glauben zu tun hat wirklich viele seltsame Methoden, Theorien und Lehren gibt. Am Ende kommt es darauf an, wie tief du dich darauf einlassen willst und wie viel du glauben willst.

Es gibt verschiedene Persönlichkeiten in dieser Welt und jeder hat seine eigene Weise, mit den Dingen umzugehen. Manche Menschen glauben alles Neue, was ihnen ins Augenmerk fällt. Sie sind tief in dieser ‚Szene‘ und haben schon von fast allem gehört, was es gibt. Es ist unglaublich, wie sie es schaffen, aber sie scheinen alle verschiedenen Vorstellungen und Wege zusammenzubringen und irgendwie an alle auf einmal zu glauben.

Ein weiterer Typ Mensch ist da eher skeptisch, sei das nun aufgrund einer Erfahrung oder von Natur aus. Diese Person glaubt an die Regeln der Physik und lässt sich nicht so leicht täuschen von neuen Erfindungen und Theorien, die als sensationell dargestellt werden, aber eigentlich nur dazu dienen, dem Erfinder Geld zu bringen. Diese Person glaubt, dass es in der Welt etwas mehr gibt, als nur trockene und nüchterne Wissenschaft. Er oder sie glaubt an Gefühle und ihre Macht, erkennt aber auch die psychologischen Prozesse dahinter. Diese Person kann sich verzaubern lassen, lässt sich jedoch normalerweise nicht von Scharlatanen betrügen.

Wenn du einer der Letzteren bist, weißt du wahrscheinlich, wie frustrierend es sein kann, jemanden in der nahen Umgebung zu haben, der an alles glaubt, was ihm über den Weg läuft. Du hast einen Freund oder Verwandten und siehst, wie er jede Woche zu einem anderen Seminar geht und dir von einem anderen Weg, einer weiteren Methode oder einem anderen Training erzählt, an dem er teilnehmen sollte. Du siehst, wie er haufenweise Geld für Geräte ausgibt, von denen du weißt, dass sie absolut nutzlos sind, für Workshops, von denen er verwirrter denn je zurückkommt und für Bücher, CDs und andere Produkte, die er liest und sich anhört und denen er folgt, bis ihm der nächste Meister oder Lehrer mit einer weiteren, völlig neuen Idee über den Weg läuft. Was kannst du tun, um diesem Freund aus seiner Verwirrung zu helfen?

Die Wirklichkeit ist leider, dass du nicht viel tun kannst. Warum? Ich weiß, dass du versucht hast, deinem Freund jede Menge Dinge auszureden. Vielleicht hast du es in der Vergangenheit ja auch geschafft, ihn oder sie vor einigen Fehlern zu bewahren. Doch bis jetzt hat all deine Willenskraft, deinen Freund zu überzeugen es nicht geschafft, ihn von dieser Suche nach etwas abzubringen – was auch immer das sein mag.

Ich möchte nicht negative klingen und ich bin es auch wirklich nicht. Ich finde es großartig, dass du für deinen Freund da bist und einen beruhigenden und realistischen Einfluss auf ihn hast. Es ist notwendig und wahrscheinlich sehr hilfreich für deinen Freund, dass er dich hat und mit dir sprechen kann – mit jemandem, der nicht verwirrt ist, was er glauben soll und der eine ehrliche Meinung hat. Vielleicht hast du deinen Freund ja wirklich davor bewahrt, in die Hände einer Sekte zu fallen oder seltsame Drogen mit schlimmen Nebenwirkungen zu nehmen. Sei da für deinen Freund, wenn er dich braucht und rede ihm alles aus, was du für gefährlich hälst. Aber lass dich nicht frustrieren von dem Versuch, ihn und seine Angewohnheit zu ändern, jede Woche eine andere Philosophie zu haben.

Dein Freund sucht offensichtlich nach etwas Tieferem, um in seinem eigenen Leben Frieden zu finden. Er hat wohl schon Hundert Mal gelesen, dass er nach diesem Frieden in sich selbst suchen muss, aber bis jetzt ist es ihm nicht gelungen, diesen Punkt auch wirklich zu erreichen. Was du deinem Freund jedoch geben kannst, ist eine Stabilität und Hilfe, die ihm all seine Methoden und unterschiedlichen Lehren ihm nicht geben können. Du kannst wahre Liebe geben. Und eines Tages, wenn dein Freund genug davon hatte, in Kreisen herumzulaufen, wird er erkennen, dass es in seinem Leben immer einen konstanten Faktor gab und das war deine Freundschaft und Liebe.

Flexible Anhänger mehrer Gurus – Verwirrte, gesellige Verkäufer – 10 Jun 11

Flexible Anhänger vieler Gurus auf einmal

Das Gegenteil von strengen Anhängern, die ich gestern beschrieben habe, sind flexible Anhänger, denen es nichts ausmacht, mehrere Gurus zu haben, im Gegenteil, die es lieben, so viele Gurus wie möglich zu haben. Sie folgen wirklich jedem, den sie finden können. Sie haben hundert Bilder unterschiedlicher Meister auf ihrem Altar und kaufen jedes Buch von jedem Guru.

Flexible Anhänger haben hier einen deutlichen Vorteil: sie können die positiven Anteile der Botschaft eines jeden Gurus nehmen und das, was ihnen nicht passt, einfach vergessen. Sie können auch nur die guten Lehren auswählen und müssen nicht tief in die zweifelhaften Reste jeder Philosophie gehen.

Es fällt ihnen leicht, sich unter alle Arten von Anhängern zu mischen. Es ist egal, wem die anderen folgen, flexible Anhänger haben über jeden Guru etwas positives zu sagen. Dem anderen gefällt das natürlich und so machen sie jeden anderen Anhänger glücklich.

Manchmal sind Menschen, die in der Esoterik-Szene ein Geschäft betreiben diese Art von Anhänger. Für ihr Geschäft hat das viele Vorteile, weil sie ihre Sachen an jedermann verkaufen können, egal wem derjenige folgt.

Ein Nachteil ist jedoch, dass sie sich leicht verwirren lassen. Jeder dieser Meister verwendet unterschiedliche Worte, sieht die Dinge anders und erzählt seinen Anhängern verschiedene Dinge. Wenn man hundert Bücher über Erleuchtung liest, findet man hundert unterschiedliche Wege, um dorthin zu gelangen und es hilft nicht immer, diese miteinander zu mischen.

Während strenge Anhänger eines Gurus manchmal Probleme mit Intoleranz und Engstirnigkeit haben, haben flexible Anhänger Probleme mit zu großer Auswahl, einer Vielzahl an Möglichkeiten, die einfach zu viele sind. Sie finden es schwer, bei all diesen Gurus einen gemeinsamen Faktor zu finden und können nicht wirklich entscheiden, welchen Weg sie nun einschlagen sollen. Sie versuchen alles ein bisschen und sind dann vom Versuch, allen auf einmal zu folgen, vollkommen verwirrt.

Panikattacken und Angst vor dem Tod – Verwirrung der Gedanken – 16 Dez 10

Vor ein paar Tagen kam eine Frau mit einem sehr intensiven Problem zu einer Heilsitzung: Sie hat häufig Panikattacken. Während diesen Attacken rast ihr Puls, sie fühlt sich als könnte sie nicht mehr atmen und sie denkt jedes Mal, sie würde nun sterben. Sie sagte ‚Ich weiß da nicht wann oder ob es wieder aufhört. Ich verliere Kontrolle über meine Körperfunktionen und sogar das Atmen. Ich habe Angst, dass es für meinen Körper eines Tages zuviel ist und ich sterbe. Dieser Gedanke macht mir Angst davor, eine Panikattacke zu haben!‘ Eine Angst macht die andere größer und je mehr Angst sie hat, desto öfter bekommt sie solche Anfälle.

Du musst akzeptieren, dass du sterben musst. Sei bereit dafür, jederzeit zu sterben. Wovor hast du Angst? Du weißt nicht, ob Sterben gut oder schlecht ist. Wir haben diese Vorstellung geschaffen, dass der Tod schlimm ist, aber vielleicht ist er das ja gar nicht. Tot zu sein könnte herrlicher sein als alles, was du dir jemals vorgestellt hast. Sei also einfach bereit. Wenn du tot bist, bist du tot. Kein Problem.

Die Tatsache jedoch, dass du diese Panikattacken hast, zeigt, dass du Angst vor dem Sterben hast. Es ist nur eine Frage des Verstandes. Dein Herz ist gesund, dein Körper hat kein Problem, es ist also dein Verstand, der diese Angst schafft! Das ist gut, denn mit deinem Verstand kannst du selbst arbeiten. Für dein Herz bräuchtest du einen Chirurgen, aber jetzt ist es deine Aufgabe.

Wie oft hast du schon gedacht, dass du sterben würdest? Wie viele Male hattest du eine Panikattacke, saßt in einem Stuhl und dachtest ‚Jetzt ist es vorbei‘? Aber du bist immer noch hier! Und warum? Weil du von diesen Panikattacken nicht stirbst! Sie machen dich nervös, sie lassen dein Herz rasen und sie machen das Atmen schwierig, aber du stirbst nicht! Mache dir selbst verständlich, dass es ungesund ist, wenn du Panik hast, kontrolliere deinen Verstand und habe einen starken Willen!

Vor allem solltest du nicht denken, dass der Tod etwas schreckliches ist. Er ist ein Teil des Spiels. Akzeptiere den Tod als ein Teil des Lebens und lebe ohne die Angst vor dem Tod.

Glaube ist etwas Persönliches! Religiöse Anführer: Verbreitet keine Verwirrung! – 12 Okt 10

Ich erzählte, dass ein christlicher Pfarrer, Albert Mohler, in seinem Blog sagte, Yoga sei mit dem Christentum nicht vereinbar. Er sagte “Christen werden nicht dazu angehalten, den Geist zu leeren oder den menschlichen Körper als Mittel dafür anzusehen, mit Gott in Verbindung zu treten oder Gott zu erkennen. Gläubige werden dazu angehalten, über das Wort Gottes zu meditieren.“

Ich habe wirklich eine sehr starke Meinung zu dieser Art von Ratschlag. Ich bin der Meinung, dass Glaube und Religion eine persönliche Angelegenheit sind. Ich bin dagegen, wenn religiöse Anführer jedweder Religion, ob nun Hinduismus, Islam, Christentum oder einer anderen Religion, den Menschen sagen, was sie zu glauben haben. Das kann ein Hindu Priester oder Guru sein oder auch ein Mann wie dieser Mohler. Wir sollten alle davon lernen, dass jeder seinen eigenen Weg hat.

Menschen in höheren Positionen in religiösen Institutionen versuchen immer, Gläubige auf einen bestimmten Weg zu dirigieren. Sie wollen ihnen nicht nur einen der vielen möglichen Wege aufzeigen, sondern bestehen darauf, dass der Weg, den sie gehen, der einzig wahre ist. Wenn du ihnen daraufhin sagst, dass du den gleichen Weg gehen wirst wie sie, glauben sie, dass sie die Autorität besitzen, dir zu sagen, was du auf deinem Weg richtig oder falsch machst.

Mohler sagt, dass Christentum und Yoga nicht vereinbar sind. Das mag ja für ihn so richtig sein. Er meint ‘über das Wort Gottes zu meditieren‘ ist etwas ganz anderes, als mit Gott in Verbindung zu treten, doch für andere, wie auch für mich, bedeutet Meditation immer, sich mit Gott zu verbinden. Selbst wenn man über etwas meditiert, dass man selbst als Gottes Worte ansieht, verbindet man sich mit ihm, oder? Für mich bedeutet das in Liebe sein, sich mit der Liebe in sich selbst zu verbinden.

Jedem sollte frei stehen zu glauben, was sie wollen. Niemand hat Recht darauf, dem anderen zu sagen, er würde einen falschen Glauben haben. Anführer aller Religionen und Glaubensgemeinschaften haben das in der Geschichte immer wieder getan, doch die Zeit zeigte einfach, dass jeder einen anderen Weg hat und das ist seine persönliche Weise an Gott zu denken oder an ihn zu glauben. Jeder, alle Priester, Gurus, Lehrer, Prediger und religiöse Anführere, die glauben, dass einzig sie im Recht sind, müssen diese Lehre der Toleranz lernen. Man sollte Liebe und nicht Verwirrung verbreiten.

Deutsche Eigenschaften – Pünktlich, Ordentlich und alles Geplant – 9 Juli 10

Ich habe von der typischen deutschen Weise erzählt, alles ‚so wie es sich gehört‘ zu haben. Alles hat seine Ordnung. Das kann manchmal wirklich sehr schön sein. Ich habe bereits ab und zu geschrieben, dass man sich für gewöhnlich auf Deutsche verlassen kann, sie sind pünktlich und wenn sie etwas sagen, tun sie ihr bestes, um ihr Wort zu halten. Der Stereotyp eines Deutschen ist korrekt, ordentlich, pünktlich und auch direkt, man muss normalerweise nicht fragen, was sie meinen, sie werden es dir sagen. Ich mag diese Eigenschaften, sie geben dir etwas standhaftes und machen es leicht und schön, mit ihnen zusammen zu sein. An anderen Orten habe ich diese Eigenschaften nicht so vorgefunden. Und so liebe ich Deutschland auch und fühle mich hier wie in meinem zweiten Zuhause.

Es gibt jedoch auch manche Dinge, über die ich hin und wieder lachen muss. Ich erzähle immer eine Geschichte, um eine deutsche Eigenschaft zu erklären: Ein Deutscher fährt Auto. Er hat drei verschiedene Karten in seinem Auto mit dem Weg bereits eingezeichnet, so dass alles ganz klar ist. Er hat genau geplant, wann er losfahren sollte, so dass er fünf Minuten vor seinem Termin dort ankommt, also ist er froh, dass alles genau so läuft, wie er es geplant hast

Dann ist da plötzlich vor ihm eine Mauer. Einfach nur eine Mauer auf der Straße. Er kann nicht weiter auf dieser Spur fahren, also hält er vor der Mauer an. Verwirrt nimmt er seine Karten in die Hand, sucht auf der Karte nach seinem Standpunkt, findet ihn, sieht aber keine Mauer! Er sieht in den anderen zwei Karten nach, aber auch da ist keien Mauer eingezeichnet! Er beginnt, nervös zu werden. Was bedeutet das? Er steigt aus dem Auto und starrt die Wand an. Es ist nicht zu glauben! Sie ist einfach nur da, mittem im Weg!

Ich muss immer über diese Geschichte lachen. Eine deutsche Person denkt vielleicht nicht daran, links und rechts der Mauer zu sehen, ob er darum herumfahren kann, er verbringt viel Zeit, starrt die Mauer an und versteht nicht, warum sie da ist. Er fühlt Stress, der immer größer wird mit der einen Frage: warum ist diese Mauer da? Das kann vielleicht sogar dazu führen, dass er seinen Plan aufgibt und wieder nach Hause zurückfährt, weil er nicht spontan genug ist, den Plan so schnell zu ändern. Es ging nicht nach Plan und das hat das ganze System verwirrt.

Das ist es, was ich allen Deutschen gerne sagen möchte, die manchmal in diese Art von Situation kommen: sei flexible, entspanne dich, es gibt immer noch einen anderen Weg! Es ist gut, einen Plan zu haben, aber bleibe flexibel! Der Plan mag nicht so funktionieren, wie du dachtest, aber die Lösung für das Problem ist am Ende vielleicht viel besser als der originale Plan! Ich weiß, dass manche Menschen sehr in Stress geraten, wenn der ursprüngliche Plan nicht funktioniert. Sie versuchen manchmal, ihren Stress nicht zu zeigen, sie wissen, dass sie sich so nicht fühlen sollten, aber man sieht und fühlt, dass sie mit der Planänderung nicht umgehen können. Doch du tust dein Bestes und dann siehst du, was dabei herauskommt. Ich kann dir versprechen, wenn du dich entspannen kannst und nur zusehen, wo das Leben dich hinführt, wirst du die Reise viel mehr genießen!

Wir hatten richtig gutes Eis heute an unserem letzten Tag hier in Wiesbaden mit Thomas und Iris.