Brillen für unserer Kinder! – 20 Sep 16

Heute möchte ich euch ein schnelles Update zu etwas geben, über das ich mich sehr freue: die Brillen sind angekommen!

Ich hatte euch ja erzählt, dass die Augenärzte in unserem Augencamp herausgefunden haben, dass mehrere unserer Kinder Brillen brauchen. Nun sind ihre Brillen endlich angekommen – gerade rechtzeitig für ihre Prüfungen, die gestern begonnen haben. Diese Kinder können nun an die Tafel sehen und dort klar und deutlich lesen, was sie abschreiben müssen. In der Zukunft verschlechtert sich dadurch ihre Sicht dann nicht mehr!

Dazu kommt, dass einige Kinder weitere Untersuchungen und Behandlung brauchen. Sie haben ihre ersten Untersuchungen schon hinter sich und wir schicken sie noch einmal hin, um den Oberarzt zu treffen, der dann sicherstellt, dass ihre Augen die Behandlung bekommen, die sie brauchen!

Die nächsten zehn Tage kommen die Kinder in der Früh nun aufgeregt zur Schule für die ersten Prüfungen des Jahres und gehen dann erleichtert und glücklich, wenn sie ihre Seiten mit Wissen gefüllt haben.

Für heute war es das mit Nachrichten unserer Schule. Wenn du uns unterstützen möchtest, kannst du Pate für ein Kind werden oder das Essen für einen Tag für die Kinder unserer Schule spenden – wir danken dir von Herzen für deine Unterstützung!

Kostenlose Augenuntersuchung für die Kinder unserer Schule – 31 Aug 16

Vor zwei Tagen hatten die Kinder unserer wohltätigen Schule eine Veranstaltung der besonderen Art: ein Team Ärzte kam aus einem Augenspital in der Nähe und jedes einzelne Kind unserer Schule wurde untersucht – und das völlig kostenlos!

Eine Augenuntersuchung scheint vielen Leuten keine große Sache. Das ist es jedoch, wenn die Arztkosten dich das Einkommen eines ganzen Tages kosten und jegliche Behandlung dich mindestens zwei weitere Tage obendrauf kosten würde! Brillen kosten mindestens das Gehalt einer Woche – kannst du dir das leisten?

Das ist die Situation der Familien unserer Schulkinder. Sie verwenden ihr täglich verdientes Geld für ihre Mahlzeiten. Wenn sie das Geld für einen Arzt ausgeben, dann in der Situation, wenn es wirklich ernst ist, wenn Hausmittel oder einfach nur Zeit nichts mehr helfen und definitiv nicht für Präventiv-Untersuchungen. So kommt es, dass kleinere und auch größere Probleme mit den Augen oft unentdeckt bleiben und so im Laufe der Zeit ohne Behandlung immer schlimmer werden.

So kommt es, dass das Ärzteteam vorgestern wirklich großartige Arbeit leistete, als sie alle Kinder untersuchten, sie selbst versuchen ließen und schließlich die genaue Dioptrien für die Brillen bestimmten. Unter fast 250 Kindern bekommen nun 32 Kinder eine Brille und sieben von ihnen müssen ins Krankenhaus, um sich weiter untersuchen zu lassen. Vielleicht benötigen sie noch weitere Behandlungen oder haben so hohe Werte in ihrer Brille, dass sie noch einmal untersucht werden müssen, um sicherzustellen, dass da sonst nichts ist, was man behandeln müsste!

Es ist erstaunlich, dass es ein paar Kinder gibt, die praktisch nichts deutlich sehen, was weiter we gist als drei Meter – doch sie haben nie bemerkt, dass das ein Problem ist! Unsere Lehrer erzählten, dass sie bereits bei einigen so etwas geahnt hatten.

Wir warten nun also darauf, dass die Brillen ankommen – so dass all unsere Kinder eine klare Sicht auf die Tafel haben!

Klick hier für Bilder der Augenuntersuchtung

Hungrige Kinder füttern oder doch die Affen? – 23 Aug 16

Gestern hatte eine liebe deutsche Freundin von uns Geburtstag. Ihr Name ist Susanne und sie hat uns nun schon mehrere Jahre lang unterstützt. Sie war mit einer Gruppe Natur-Friseure hier und wir hatten in den vergangenen Jahren viele tolle Workshops, Sitzungen und auch schöne private Zeit miteinander. Für ihren Geburtstag hat sie das Essen für die Kinder gespendet – und noch etwas extra dazu gegeben, so dass wir ihnen auch Bananen kaufen konnten!

Nur einige Stunden später war ich im Restaurant und sah draußen dem Verkehr zu, als ein Auto vor unserem Gebäude anhielt. Die Insassen öffneten die Fenster und begannen Bananen aus dem Auto zu werfen. Sofort war da eine riesige Menge an Affen, die alle versuchten, zumindest eine Banane zu erhaschen, wenn nicht zwei oder drei! Sie balgten sich darum und als schließlich keine Bananen mehr nachkamen, rannten sie davon mit allem, was sie ergattern konnten. Das Auto fuhr davon.

Ich sah also diese zwei Bananen-Verteilungen und fragte mich: warum würde jemand dieses Essen Affen geben anstatt Kindern?

Es war das schönste Gefühl, in den Augen der Kinder die Freude über eine Banane zu sehen! Wir verteilen immer mal wieder Früchte, immer, wenn es die Jahreszeit für etwas ist und wir viele dieser Früchte bekommen, so dass die Kinder auch ihre Vitamine bekommen. Wir wissen, dass sie daheim nicht viel davon haben, weil Früchte teuer sind! Also füllt eine Verteilung von Früchten – oder Essen im Allgemeinen – nicht nur ihre Bäuche, sondern auch unsere Herzen, weil wir wissen, dass wir diesen Familien geholfen haben, ihre Kinder zu füttern und dass das ihnen hilft zu wachsen.

Diejenigen, die die Affen füttern – und das war heute kein Einzelvorfall, das geschieht öfter – haben eine andere Idee im Kopf. Sie glauben das ist etwas, was Gott gut findet. Viele von ihnen verehren den Affengott Hanuman und glauben, indem sie die Affen füttern, dienen sie Gott direkt.

Wenn sie Gott dienen, ist Gott ihnen gnädig. Dann bekommen sie gute Gesundheit, Glück, Erfolg und so weiter. Sie fühlen Genugtuung, wenn sie die Affen gefüttert haben, denn am Ende nutzt das ihnen. Es ist ein eigennütziger Wunsch, der sie dazu bringt, die Bananen zu verteilen.

Für die Anwohner jedoch bedeutet das, dass es auf den Straßen und in der ganzen Gegend mehr Affen gibt. Und das ist etwas, was niemandem hier wirklich gefällt. Sie randalieren nicht nur in deinem Garten und zerstören deine Pflanzen, sondern sie sind wirklich auch gefährlich! In der Stadt sind Leute von ihrem Dach gefallen und gestorben, weil Affen im Clan gekommen sind und sie angegriffen haben – für Essen, das sie in der Hand hatten oder einfach, weil sie meinten, es sei ihr Revier. Die Regierung hat schon mehrere Pläne, um Herr dieses Problems zu werden – sie einzufangen, zu kastrieren, sie in Wälder außerhalb der Stadt zu bringen und mehr. Sie kommen wieder und machen weiter Probleme für die Leute, die hier leben. Doch religiöse Menschen glauben, es sei eine Tugend, sie zu füttern!

Nun sag mir mal, was mehr Sinn macht: Früchte an hungrige Kinder zu verteilen und sich damit gut zu fühlen, oder sie an wilde Tiere zu verteilen und sich vorzustellen, dass ein imaginäres Wesen dich dafür belohnt?

Wir feiern Geburtstag mit dem Verteilen neuer Uniformen – 8 Aug 16

Für unsere Familie ist der heutige Tag jedes Jahr wichtig: am 8. August feiern wir den Geburtstag meines jüngsten Bruders Yashendu!

Gestern ist er gerade mit einer britischen Familie von einer Himalaya-Reise zurückgekehrt. Sie haben eine Tour von Vrindavan über Amritsar und Dharamshala bis nach Palampur gemacht – und sind glücklich und voller Eindrücke und Erinnerungen an ihre Erlebnisse zurückgekommen.

Wir haben den Tag also damit begonnen, Neuigkeiten auszutauschen und zu hören, was auf der Reise geschehen ist. Nach unserem Frühstück kamen die Kinder klassenweise für ihre Überraschung: wir haben die neuen Uniformen verteilt! Letztes Jahr haben wir eine Weile lang Spenden gesammelt und bekamen auch Hilfe von Freunden, die unsere wohltätige Arbeit unterstützen. Natürlich geht ein großes Dankeschön auch an sie für ihre Unterstützung!

Da die alten Uniformen wirklich schon alt und in vielen Fällen bereits zu klein geworden waren, waren neue wirklich dringend nötig. Es ist schön zu sehen, wie viel Freude man diesen Kindern einfach mit etwas Stoff machen kann! Nichts als etwas, was sie in der Schule anziehen werden!

Und auf diese Weise feiern wir gerne unsere Geburtstage – wir teilen mit denen, die es brauchen und besonders mit unseren Schulkindern! Diese Freude, jemandem etwas zu geben, kann man nie durch ein gewöhnliches Geschenk erleben!

Natürlich hatten wir auch einen Kuchen! Am Abend kamen wir alle zusammen, unseren Ashram-Gäste, die Familie und unsere Mitarbeiter und teilten den riesigen Schoko-Kuchen, den unser Bäcker und unser Konditor gemacht hatten!

Und so war es wieder mal ein schöner Tag!

Sieh die Bilder hier

Vier Mädchen und zwei Jungs – und fünf von ihnen lernen bei uns! – Unsere Schulkinder – 29 Apr 16

Heute möchte ich euch einem der Kinder vorstellen, die im nächsten Schuljahr das erste Mal an unsere Schule gehen werden: Hari Om. Als wir bei ihm daheim ankommen, merken wir, dass diese Familie für uns keine Fremden sind! Hari Om wird sich bei uns an der Schule sicher wie daheim fühlen – denn drei seiner Schwestern lernen schließlich auch bei uns und seine älteste Schwester hat ihre Grundschulbildung bei uns bereits abgeschlossen!

Es ist eine dieser Familien, die nicht so viele Kinder gehabt hätte, wären ein paar Chromosomen anders gewesen: sie hatten vier Mädchen bevor sie schließlich die zwei Söhne hatten, auf die sie gewartet hatten! Genau wie so viele andere Familien mit ungebildeten Eltern hatten sie auch an eines nicht gedacht: sie müssen diese vier Mädchen auch noch großziehen! Sie haben nicht einmal die finanziellen Mittel, sie zur Schule zu schicken – wie sollen sie denn für ihre Hochzeit zahlen?

Da hat sich die Familie in eine rechte Zwickmühle gebracht, besonders, da es um die Gesundheit des Vaters nicht so gut steht. Er hat eine Art permanenten Husten, der manchmal besser wird und zu anderen Zeiten so schlimm wird, dass er in der Früh nicht einmal aufstehen kann! Nach unserem letzten Besuch bei ihnen daheim habe ich euch bereits erzählt, dass die Ärzte meinten, es wäre ihnen nicht mehr möglich, dagegen noch etwas zu tun. Eine Kindheits-Verletzung, die man heute nicht mehr behandeln kann, zumindest nach dem, was die Familie uns erzählt.

Sie haben ihre Büffelkühe, die Milch geben, wenn sie Kälber hatten, doch gleichzeitig auch jede Menge fressen, was den Gewinn natürlich reduziert. So kommt es, dass sie eines ihrer Zimmer in Richtung Straße geöffnet haben und dort nun Süßes, Snacks, Stifte und ähnliches an diejenigen verkaufen, die dort vorbeilaufen. Da der Vater auf Arbeitssuche geht, verkauft dort die Mutter und, wenn sie zum Beispiel mit den Büffelkühen beschäftigt ist, übernehmen die Mädchen das Geschäft.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass sie sehr arm sind, aber wie ich euch bereits letztes Mal erzählt habe, als ich über sie schrieb: sie sind einige der fröhlichsten Menschen, die das Leben genießen, lachen und Spaß haben, jedes Mal, wenn man sie trifft!

Mit einer Kinderpatenschaft oder einer Spende für das Essen für einen Tag für die Kinder unserer Schule, könnt ihr Familien wie die von Hari Om unterstützen!

Abschiedsparty für unsere Fünftklässler in Ammaji’s Ayurvedischem Restaurant – 26 Apr 16

Gestern habe ich erwähnt, dass Ammaji’s Ayurvedisches Restaurant auch unsere wohltätige Schule unterstützt und als ich meinen Text nochmal las, fiel mir ein, dass ich euch noch nicht von einem Ereignis erzählt habe, das wir letzte Woche in unserem Restaurant gefeiert haben: die Abschiedsfeier für die Kinder der fünften Klasse unserer Schule!

Ja, das Jahr ist bereits so weit fortgeschritten, dass das Ende des Schuljahres gekommen ist und die ältesten Kinder unserer Schule, die der fünften Klasse, ihre Zeit bei uns beendet haben. Die Prüfungen sind vorbei und an dem Tag, an dem sie ihre letzte Prüfung hatten, luden wir die vierte und fünfte Klasse zur Abschiedsfeier in Ammaji’s ein.

Es ist Tradition, dass die zweitältesten Schüler die Ältesten verabschieden. Sie hatten handgemachte Karten für diejenigen, deren Plätze sie nächstes Jahr einnehmen, jede mit einem Gedicht und ein paar persönlichen Zeilen für jeden Fünftklässler. Die Kinder der fünften Klasse hatten Karten für die Lehrer und Ramona vorbereitet, in denen sie die besten Eigenschaften eines jeden lobten und ihnen für ihre Zeit, Mühe und Liebe, die sie in ihre Ausbildung gesteckt haben, dankten.

Nach diesem Austausch ließen sich die Kinder, alle in ihren besten Klamotten, an den Tischen nieder und hatten ihre erste Erfahrung in einem feinen Restaurant, wo unsere Kellner ihnen ein leckeres Mittagessen servierten!

Als ihre Mahlzeit vorüber war, wurde noch ein Bild gemacht und dann verabschiedeten wir uns – mit einer Ermutigung, weiter gut zu lernen. Und natürlich sagten wir ihnen, dass wir, und auch ihre Lehrer, immer für sie da sind, egal welche Fragen, Probleme oder Bedürfnisse in den kommenden Jahren aufkommen.

Es ist immer ein bittersüßer Abschied. Kinder, die vor unseren Augen von kleinen Jungs und Mädchen zu jungen Erwachsenen gewachsen sind. Kinder, auf die wir stolz sind, weil sie bereits in der Grundschule so viel mehr gelernt haben als ihre Eltern in ihrem ganzen Leben! Sie standen Hindernissen gegenüber und werden in Zukunft noch mehr davon überwinden müssen, aber wir wissen, dass wir ihnen eine gute Grundlage gegeben habe, auf die sie nun aufbauen können. Ihre Grundschulbildung wird der Samen für das, was sie in Zukunft machen werden.

Wir freuen uns darauf, sie in Zukunft wiederzusehen und herauszufinden, wo ihre Wege sie hingeführt haben!

Wenn das warme Schulessen das Beste am Tag ist – Unsere Schulkinder – 18 Mär 16

Heute möchte ich euch Dhruv vorstellen, einen Schüler unserer Schule, der seit Juli bei uns ist. Damals waren wir zunächst nicht sicher, ob er nicht noch zu klein ist – doch bald merkten wir, dass er nur zu Beginn schüchtern ist und neue Informationen recht schnell aufnimmt und verarbeitet!

Dhruv war mit seinen fünf Jahren unter den jüngsten Kindern unserer neuen Schüler. Da sein Vater in einer armen Gegend Vrindavans als Friseur arbeitete, hatten seine Eltern von Nachbarn und ihren Kindern von unserer Schule gehört. Dhruvs Familie besitzt ein kleines Haus in der zweiten Reihe hinter der Hauptstraße. Der Eingang ist eine Tür, die durch einen recht engen Gang hinter in einen Innenhof führt. Dort führen drei Türen in drei Zimmer: eines ist Wohn- und Schlafzimmer, eines die Küche und eines ein Lagerraum.

Das bedeutet, dass Dhruvs Eltern dieses Wohnzimmer mit ihren drei Kindern sowie Dhruvs Großmutter teilen. Sie haben drei Betten, von denen eines ein einfaches Metallgestell ist, in das in der Mitte Stoff gespannt ist. Als wir Dhruv fragen, wer wo schläft, erzählt er, dass sein Vater normalerweise auf dem Boden schläft – so dass die Frauen und Kinder auf den Betten schlafen können. Dhruv ist der Älteste von drei, mit zwei jüngeren Schwestern.

Dhruvs Vater ist Friseur und mietet zwei Häuser weiter einen Laden, von dessen Gewinn er seine Miete bezahlt. Da es in der unmittelbaren Umgebung mehrere Männer des gleichen Berufs gibt, kann dieser Gewinn stark schwanken – und oft ist das Ergebnis, dass sie nicht mehr als das absolut Notwendigste zum Abendessen haben. ‚Wir essen Brot und Linsen und beten, dass es besser wird‘, sagt Dhruvs Großmutter. Natürlich wäre auch Gemüse und Frucht wichtig für die Kinder, aber das ist etwas, was es nur gibt, wenn das Geschäft gut läuft.

So ist es für die Familie nicht nur wichtig, dass wir Dhruv qualitativ hochwertige Bildung geben – völlig kostenlos. Nein, Er bekommt in unserer Schule jeden Tag ein warmes Mittagessen, wodurch sichergestellt ist, dass zumindest eines der drei Kinder etwas Warmes im Bauch hat!

Dhruv beginnt gerade seine Jahres-Endprüfungen und ist natürlich sehr aufgeregt deswegen. Wir freuen uns, dass wir diesen Jungen und diese Familie noch mehrere Jahre lang unterstützen können!

Wer uns gerne hierbei helfen möchte, kann eine Kinderpatenschaft übernehmen oder das Essen für einen Tag spenden. Wir danken dir jetzt bereits für deine Unterstützung!

Eine weitere drei-in-eins Operation für Monika – 14 Mär 16

Ich habe bereits gestern begonnen, euch von Monikas dritter Operation zu erzählen! Diese war erfolgreich und sie erholt sich in einem Gasthaus in der Nähe des Krankenhauses in Gurgaon, einem Vorort Delhis.

Ich hatte euch bereits im Januar erzählt, dass wir mit ihr ins Krankenhaus gehen. Das taten wir auch und kehrten unverrichteter Dinge wieder heim, da sie in der Nacht Fieber und eine Atemwegs-Infektion bekommen hatte, weshalb der Anästhesist beschloss, nichts mit einer Operation zu riskieren.

Wir hatten Monika also wieder nach Hause gebracht und ihr Zeit gegeben, sich zu erholen. Es war jedoch eine hartnäckige Entzündung und es dauerte lange, bis sie völlig genesen war. Schließlich war sie wieder gesund, etwa zeitgleich mit dem Beschluss der Operation meines Vaters. Die Warteliste für plastische Chirurgie ist offensichtlich länger als die für künstliche Knie und so bekam Monika einen späteren Termin in der vergangenen Woche.

Natürlich war sie aufgeregt, als wir ins Krankenhaus kamen: die Ärzte hatten vor, an ihrem Mund zu arbeiten, so dass sie ihn wieder ganz würde öffnen können! Und sie wollten noch einmal an ihrem rechten Auge arbeiten, da sie es trotz der vergangenen Operation im Dezember 2014 am gleichen Auge immer noch nicht ganz schließen konnte.

Wir waren da, als sie in den Operationssaal ging und natürlich auch, als sie zurückkehrte – und wir waren überrascht, ihren Verband zu sehen: er ging nicht nur über ihr rechtes Auge und ihren unteren Kiefer, sondern auch um ihren ganzen Hals und Brustkorb. Hatten sie etwa wieder an ihrem Hals gearbeitet?

Ja, das hatten sie! In einer Besprechung kurz vor der OP hatten die Chirurgen kurzfristig beschlossen, dass sie einen weiteren Schnitt am Hals und eine weitere Hauttransplantation hierfür machen würden, wenn sie ja schon an ihrem Mund arbeiteten! Sie war seit ihrer ersten Operation sehr gewachsen und man konnte sehen, dass die Haut ihr Kinn wieder runterzog!

Es war also eine drei-in-eins-Operation und natürlich wird es etwas dauern, bis sie sich erholt hat! Sie haben sie jedoch schnell entlassen, da sie den Verband erst in ein paar Tagen wechseln wollen. Wie zuvor wohnt Monika also zusammen mit ihrer Mutter in einem Gasthaus in der Nähe. Wir werden sie auf unserer nächsten Fahrt nach Delhi besuchen – und ich bin mir sicher, dass das tapfere Mädchen dort darauf brennt, die nächsten Schritte zu ihrer Genesung zu machen.

Klick hier, um mehr über Monika zu erfahren und ihre Behandlung zu unterstützen

Ein Halbwaise, der nach seinem Ort sucht – Unsere Schulkinder – 11 Mär 16

Heute möchte ich euch gerne Harshit vorstellen, einem weiteren Jungen unserer Schule. Er ist Halbwaise und wohnt nicht einmal bei dem Elternteil, der noch am Leben ist, seiner Mutter. Er lebt bei seiner Tante – die auch nicht allzu glücklich darüber ist, ihn bei sich zu haben!

Vor drei Jahren schien Harshits Vater plötzlich verrückt zu werden. Er sagte seltsame Dinge, er begann an Orte zu gehen, wo er nichts zu tun hatte und vor allem machte er seine Arbeit als Traktor-Fahrer nicht mehr ordentlich. Seine Familie brachte ihn zu einem Arzt, der ihm Medikamente verschrieb. Er begann wieder Traktor zu fahren – doch leider nahm er seine Medikamente nicht ordentlich. Manchmal nahm er sie, manchmal nicht. Am Ende gewann, was auch immer seinen Verstand durcheinander gebracht hatte und sein Körper unterlag. Er starb und ließ seine Frau, zwei Töchter und einen Sohn, Harshit, zurück.

Harshits Mutter ist nun diejenige, die sich um Harshits Großeltern väterlicherseits kümmert sowie um die Kuh und die Büffelkuh. Und natürlich ist sie nun auch allein verantwortlich für ihre drei Kinder. Es wurde immer schwieriger, Harshit, einen sehr lebendigen Jungen, davon abzuhalten Unsinn zu machen und so bat sie ihre Schwester um Hilfe. So kam Harshit vor fast einem Jahr nach Vrindavan.

Er lebt nun bei seinen zwei Cousinen und seiner Tante, die am Morgen in einem Ashram in der Küche hilft und dazu noch Blusen näht, um zum Einkommen beizutragen. Harshits Onkel arbeitet als Wachmann in einem Tempel. Sie haben kein riesiges Einkommen und mit Miete, Essen und den Schulgebühren für Harshits Cousinen kann es recht eng werden!

Das, sowie Harshits Angewohnheit in schwierige Situationen zu geraten, scheint die Tante dazu zu bringen, das Angebot der Schwester zu helfen leicht zu bereuen. Für sie ist es auch nicht leicht, den Jungen großzuziehen – doch sie macht es, weil man der Familie helfen sollte, wenn diese es braucht.

Für Harshit ist dieser Zustand natürlich nicht angenehm. Seine Mutter konnte ihn im vergangenen Jahr in Vrindavan überhaupt nicht besuchen. Sein Vater ist verstorben und seine Tante fängt an, sich über seine Anwesenheit in ihrem Haus zu ärgern. Doch was soll er tun? Vielleicht haben einige seiner frechen Ideen ihren Ursprung in der schwierigen Situation!

Einen Lichtblick gibt es jedoch: Harshit ist letztes Jahr an unsere Schule gekommen! Es gefällt ihm dort sehr und er hat auch Freunde gefunden. Und das alles ohne die Familie finanziell zu belasten!

Ihr könnt uns helfen, Kinder wie Harshit zu unterstützen! Werde Pate für ein Kind oder spende das Essen für einen Tag!

Wenn Teenager als Tagelöhner arbeiten – Unsere Schulkinder – 4 Mär 16

Heute möchte ich euch zwei Brüdern vorstellen, die im letzten Jahr an unsere Schule gekommen sind: Mukesh und Jitendra. Die beiden sind Brüder und nur ein Jahr auseinander, doch bereits in den ersten Tagen nach der Schuleinschreibung bemerkten die Lehrer, dass sie sich recht stark voneinander unterscheiden!

Während Mukesh die Fragen der Lehrer beantwortete, gut mitarbeitete und auch recht schnell Freundschaften schloss, sagte sein jüngerer Bruder Jitendra kein Wort. Oft fing er die Aufgaben, die Lehrer ihnen gaben nur an, beendete sie aber nicht und reagierte oft überhaupt nicht.

Im Laufe des vergangenen Schuljahres jedoch begann auch Jitendra mitzuarbeiten! Die Lehrer bemerkten bald, dass Jitendra wirklich Acht gab – er sprach nur nicht viel. Es war nicht einfach, doch mit jeder Menge Aufmerksamkeit der Lehrer spricht Jitendra nun. Leise und nicht viel, aber er spricht!

Jitendra ist neun Jahre alt und Mukesh zehn. Sie sind die Jüngsten von fünf Kindern, mit zwei älteren Schwestern und einem älteren Bruder. Mit seinen fünfzehn Jahren ist der Bruder der älteste – und seit drei oder vier Jahren geht er bereits zur Arbeit und verdient Geld!

Die Mutter der Jungs erzählt, dass er die Grundschule beendet hat, also bis zur 5. Klasse, und dann nicht mehr zur Schule gehen wollte. So kam es, dass der Vater beschloss, dass es besser wäre, er ginge mit ihm zur Arbeit und verdiene etwas Geld, als dass er daheim nur rumsäße. Er solle sich nützlich machen und zum Familien-Einkommen beitragen. Der Vater ist Tagelöhner, der auf Baustellen arbeitet, dort Sand und Ziegel von einem Ort zum anderen bringt und eben einfach harte körperliche Arbeiten erledigt. Seinem Sohn hat er das Gleiche nun bereits in seinen ersten Teenager-Jahren beigebracht.

Die älteste Tochter geht auch nicht zur Schule. Ihre Mutter erzählt, dass auch sie fünfzehn Jahre alt ist, dass ihre ältesten Kinder jedoch keine Zwillinge sind. Da sieht man bereits, dass die Eltern nicht genau wissen, wann ihre Kinder geboren wurden. Dieser Teenager ist also daheim und hilft der Mutter im Haushalt, wobei sie alles Notwendige lernt, um später selbst eine gute Hausfrau zu werden.

Die nächste Tochter, 12 Jahre alt, geht zur Schule und wird von der Mutter ‚die Intelligenteste der Familie‘ genannt. Und dann sind da natürlich noch Mukesh und Jitendra.

Das Einkommen des Vaters und Bruders ist natürlich nicht übermäßig viel. Sie verdienen etwas, wenn sie Arbeit finden und sie geben ihr Bestes, dass das regelmäßig geschieht. So können sie sich die Miete für das Haus und das Essen für die Familie leisten. Schuleinschreibungs-Gebühren, monatliche Gebühren, Prüfungsgebühren, Uniformen und Bücher jedoch wären riesige extra Ausgaben. Sie könnten versuchen, sich auch das zu leisten – doch es wäre sehr schwierig und vielleicht würden sie aufgeben, insbesondere bei jemandem wie Jitendra, der zu Beginn einfach keinerlei Informationen aufzunehmen schien!

Doch wir werden ihn und kein anderes Kind aufgeben – wir werden diesen Jungs und den anderen Kindern unserer Schule helfen, eine solide grundlegende Bildung zu bekommen, die als Grundlage für weiteres Lernen dienen wird! Ihr könnt uns hierbei helfen, indem ihr eine Kinderpatenschaft übernehmt oder das Essen für einen Tag spendet!