Weibliche Unabhängigkeit ist attraktiv – Kein Bedarf an Bedürftigkeit! – 30 Aug 16

Ich habe gestern etwas erwähnt, das einiger meiner feministischen Leserinnen erzürnt haben mag. Ich versichere euch, liebe Damen, dass die Worte, die ihr gelesen habt, nicht so gemeint waren, wie ihr sie verstanden habt. Ich bin in der Tat für unabhängige Frauen und denke nicht, dass man nur dann ‚einen Kerl bekommt‘, wenn man bedürftig ist.

Diese Frage kam von einem Satz, den ich geschrieben habe: „Solange du der Welt zeigst, dass du eine taffe alleinstehende Frau bist, die das Leben selbst angeht und ihre Unabhängigkeit liebt, gibt es vielleicht wenige Männer, die sich trauen, ein entsprechendes Angebot zu machen.“

Einige meiner weiblichen Leser fühlten sich von diesem Satz offensichtlich beleidigt und interpretierten es als Aufforderung an Frauen, hilfsbedürftig und abhängig zu erscheinen, unfähig, diese harte Welt alleine zu meistern! Oder, dass man nur einen Mann bekommt, der einen liebt, wenn man sich eben so verhält. Damen, bitte versteht mich nicht falsch, das ist wirklich nicht das, was ich meinte und ich dachte, der darauffolgende Satz würde es etwas deutlicher machen: „Du scheinst als würdest du sie nicht in deinem Leben haben wollen!“

Also noch einmal, etwas ausführlicher: bitte sei unabhängig und taff! Du kannst dich dieser Welt alleine gegenüberstellen und brauchst dafür sicher keinen Mann. Ich glaube eigentlich nicht, dass alle Männer kinderähnliche Frauen wollen, um die sie sich in jeder Hinsicht kümmern müssen. Nein, ich finde es an einer Frau attraktiv, wenn sie ihren Mann stehen kann und ich bin sicher nicht der einzige Mann, der so denkt!

Gleichzeitig jedoch senden viele dieser Frauen Männern gleichzeitig ein Signal, das diese von ihnen fernhält. Sie sagen ihnen mit ihrem Verhalten, ihren Gesten und sogar ihren Worten praktisch, dass sie besser Abstand halten sollten! Vielleicht denkst du innerlich, jeder Mann hätte gerne eine bedürftige Frau und deswegen verteidigst du automatisch deine Unabhängigkeit! Du gehst davon aus, dass ein Mann dich hierfür angreifen würde und so beugst du jeglicher Handlung von ihrer Seite aus vor, indem du ihnen zeigst, sie sollen sich dir besser überhaupt nicht nähern.

Genau das meinte ich mit meinem Satz. Du brauchst nicht vorgeben, bedürftig zu sein, um einen Mann zu bekommen. Doch du könntest dir überlegen, sie nicht zu verschrecken! Du kannst zeigen, dass du offen dafür bist, jemandem nahe zu kommen. Du kannst zeigen, dass du dafür bereit wärst, weiter zu gehen, wenn der Richtige kommt – ein Mann, der deine Unabhängigkeit respektiert.

Arbeit für beide Geschlechter, doch der Haushalt bleibt den Frauen überlassen – 10 Dez 15

Gestern habe ich begonnen, über die Rollenverteilung der Geschlechter zu sprechen und wie sie auch im Westen noch gegenwärtig ist, wenn auch nicht so stark,wie man sie in Indien sieht. Während ich mich gestern eher darauf konzentriert habe, dass Männer Druck bekommen, nicht ‚unmännlich‘ zu sein, indem sie zum Beispiel Aufgaben im Haushalt erledigen, müssen sich Frauen jedoch auch noch gegen veraltete Vorstellungen von Leuten gegenüber ihrem Geschlecht durchsetzen.

Natürlich erwarten viele Familien in Indien, dass Frauen daheim bleiben, während im Westen bereits Generationen von Kindern mit arbeitenden Müttern aufwuchsen – sei es halbtags oder ganztags! Von Frauen wird nicht erwartet, dass sie nach der Ehe Hausfrauen sind. Die Infrastruktur für arbeitende Mütter hat sich verbessert.

Aber es ist auch nicht perfekt. Frauen sind nicht frei von dieser Rollenverteilung und der Erwartung, wie sie sich verhalten sollen. Wir haben in so vielen Aspekten noch keine Geschlechtergleichheit erreicht: die Chancen für Frauen, ins Management zu kommen, sind niedriger und ihr Gehalt ist auch niedriger als das von männlichen Angestellten in den gleichen Positionen! Und in den Köpfen der Menschen ist die Ungleichheit noch viel schlimmer, was oft die Frauen selbst dazu bringt, ihre eigene Selbstständigkeit und ihre Rolle in der Familie und der Gesellschaft in Frage zu stellen!

Man sieht das daran, wie eine Familie aufgebaut ist. Es mag ja normaler sein, dass eine Mutter auch zur Arbeit geht, aber gleichzeitig sieht man oft, dass sie trotzdem diejenige ist, die eine Mehrzahl von Arbeiten im Haus übernimmt. Auf der Arbeit mag sie die taffeste Frau sein, aber zuhause hält sie es für richtig, dass sie das Kochen übernimmt und die Kinder abholt. Ihr Ehemann, der genauso lange gearbeitet hat wie sie, legt sich auf die Couch. Oft sehen beide da gar nichts falsch dran, bis sie plötzlich unter extremem Stress, Depressionen und Burnout leidet. Sie hat alles geschultert, dachte, es sei ihre Aufgabe, eine moderne, arbeitende Frau zu sein und dabei gleichzeitig eine perfekte Hausfrau und Mutter!

Ich habe viele Frauen getroffen, die sich alle diese Aufgaben selbst aufbürden. Sie willkommen die Idee, dass sie unabhängig sein können, Männern gleich gestellt und dass sie so lange und hart arbeiten können, wie sie – doch sie erwarten von sich selbst trotzdem, all die Aufgaben perfekt erledigen zu können, die ihre Großmütter daheim auch erledigten! Sie vergessen, dass ihre Großmütter nicht nur das taten. Nicht, dass es nicht gewürdigt werden soll – aber du kannst nunmal nicht Superwoman sein und Arbeit, Haushalt und Kinder gleichzeitig perfekt managen!

Leider spielen Männer auch eine Rolle darin, diesen Glauben zu stärken: es ist so bequem, wenn die Ehefrauen alles machen, warum also helfen? Warum aufstehen und das Geschirr selbst spülen? Warum die eigenen Hemden bügeln, wenn es doch jemand für dich tut?

Weil du deine Frau liebst und willst, dass deine Töchter auch starke Frauen werden. Bringe deinen Söhnen bei, dass sie daheim helfen können, indem du ihnen ein Beispiel bist. Zeige deinen Töchtern, dass Männer und Frauen einander helfen und Arbeit und Haushalt zusammen meistern! Übernimm daheim Verantwortung – schließlich hilft deine Frau durch ihre Arbeit finanziell auch mit!

Wir stecken immer noch in veralteten Geschlechterrollen und es wird noch eine lange Weile dauern, bis wir da rauskommen und Gleichberechtigung erreichen. Solange wir jedoch einen Schritt nach dem anderen machen, können wir eines Tages dort ankommen!

Nein, das Haus zu putzen ist überhaupt nicht unmännlich – 9 Dez 15

Als ich gestern über das Schulbuch schrieb, das vorschlug, dass man sich vor mindestens einem Familienmitglied, meistens dem Vater, fürchten sollte, musste ich ein wenig über Geschlechterrollen nachdenken. Ich kam zu dem Schluss, dass selbst in modernen Ländern die Menschen immer noch mit dem Probleme haben, was sie ‚tun sollten‘, einfach nur, weil sie entweder Mann oder Frau sind.

Natürlich ist in Indien die traditionelle Verteilung von Aufgaben nach dem Geschlecht immer noch sehr gegenwärtig. Der Mann ist der Versorger der Familie. In vielen Familien gehen die Frauen nur zur Arbeit, wenn die Familie sonst überhaupt nicht überleben kann. Selbst unter den armen Familien unserer Schule gibt es jedoch auch einige jener Väter, die es als große Schande sehen würden, wenn ihre Frau arbeiten und zum Familieneinkommen beitragen würde! So kommt es, dass sie lieber hungrig ins Bett gehen, als ihre Frau arbeiten zu lassen. Und das, obwohl die Frau mehr als willig ist, arbeiten zu gehen!

Natürlich bleiben in Indien viele Frauen nach ihrer Ehe und wenn sie Kinder haben immer noch daheim, obwohl sie an einer Universität studiert haben. Sie haben Master-Studiengänge abgeschlossen, doch weil sie Frauen sind haben sie die Aufgabe, sich um das Haus zu kümmern, Kinder zur Welt zu bringen und sie großzuziehen.

Doch im Westen habe ich auch gesehen, dass sich beide, Frauen und Männer, ohne diese Rollen immer noch nicht völlig wohl fühlen. Ich finde es auch völlig in Ordnung, wenn eine Frau als Mutter daheim bleiben und die Kinder großziehen möchte. Wenn es finanziell möglich ist und sie glücklich macht, würde ich das empfehlen. Doch gleichzeitig sollte es genauso in Ordnung sein, wenn stattdessen ihr Ehemann beschließt, das zu tun! Sie geht zur Arbeit und finanziert das Haus, während der Ehemann die Arbeit von der Wäsche bis zu den Windeln übernimmt!

Leider werden Männer, die sich für diesen Weg entschieden, oft ausgelacht. Ihre Anstrengungen werden herabgesetzt – was nur zeigt, wie wenig du in der Tat die Frauen respektierst, die all diese Arbeit tun! Du denkst immer noch, dass die ganze Arbeit, die daheim erledigt wird, weniger wichtig ist, weniger schwierig und von jemandem erledigt werden kann, der nicht für die ‘höhere Arbeit‘, die, bei der man Geld verdient, geeignet ist! Was für ein Unsinn! Das beste Heilmittel für jeden, der so denkt, wäre, es einfach mal an sich selbst auszuprobieren! Nimm die Herausforderung an und zeige mir, wie du das ganze Haus putzt, einkaufen gehst, für die ganze Familie kochst und jedermanns Klamotten wäscht, während zwei Kleinkinder um dich herumtoben!

Ist es nicht unglaublich, dass auch heute noch, 15 Jahre nach Beginn des 21. Jahrhunderts, so viele Menschen denken, es sei unmännlich, seine eigene Kleidung zu waschen und sein eigenes Essen zu kochen, geschweige denn, seine Sprösslinge zu füttern, die für einen eines Tages das gleiche tun werden?

Es ist der gleiche Grund, aus dem Menschen meinen, Männer sollten nicht weinen, der gleiche Grund, aus dem man im Westen Frauen Hand in Hand laufen sieht, aber keine Männer. Warum Zuneigung zu zeigen etwas ist, was Frauen machen und Alkohol die Lösung für Probleme ist anstatt dass mans über seine Gefühle redet!

Höre auf, dem Mann so viel Druck aufzubürden und dabei die Fähigkeiten der Frauen nicht wert zu schätzen und zu respektieren! Frauen haben ihre eigene Last zu tragen – aber mehr dazu morgen.

Sind wir so negativ, dass wir überall Geschlechterdiskriminierung und andere Übel sehen? – 25 Okt 15

Heute hatte ich einige Gedanken zur Gleichberechtigung der Geschlechter, zum Feminismus und der Einstellung einiger Menschen, die in allem, was sie sehen, etwas Schlechtes suchen. Lasst mich euch das erklären und auch, was das alles mit der Ashram-Küche zu tun hat.

Heute hatten einige unserer Ashram-Gäste einen Ayurvedischen Kochworkshop. Sie hatten in der Früh damit begonnen, Paneer zu machen und am Nachmittag saßen alle zusammen in der Eingangshalle des Ashrams und lasen Spinatblätter aus. Es war eine nette Frauenrunde mit meiner Großmutter, drei unserer weiblichen Mitarbeiter und unsere Gäste. Ich fand das eine hübsche Szene und machte ein Bild.

Nachdem ich es auf Facebook gestellt hatte, bekam ich mehrere positive Kommentare und dazu noch zwei weitere, die einander ähnelten:

“Tragen bei euch die Frauen die volle Verantwortung dafür, das Essen zuzubereiten?“ und „Nach deinen vorherigen Einträgen hoffte ich, dass die Männer in eurem Ashram an der täglichen Essensvorbereitung teilnehmen würden!“

Ganz offensichtlich nahmen diese zwei Kommentatoren nach nur einem einzigen Bild von unserem Ashram, einer Abbildung eines einzigen Augenblicks, an, dass die Damen, die den Spinat auslasen, auch diejenigen sein würden, die die Mahlzeit zubereiteten. Dass sie diejenigen waren, die für die Küche zuständig waren.

Ich antwortete mit einem weiteren Bild der Situation in unserer Küche: mehrere männliche Mitarbeiter in der Küche, die Fladenbrot ausrollten und backten. Ich erwähnte meine Hoffnung, dass dieses Bild keine Diskussion darüber auslösen würde, warum wir in unserer Küche keine Frauen erlaubten!

Die Kommentatoren sind Menschen, die nie hier waren, die ich nicht persönlich kenne und die wirklich keine Vorstellung vom Aufbau und der Struktur unseres Ashrams, unserer Mitarbeiter und unserer Familie haben.

An alle, die dieses Bild sehen: ihr könnt euch sicher sein, dass Männer und Frauen hier in allen Bereichen zusammenarbeiten und sich die Arbeit teilen! Zur Zeit ist der Hauptkoch unserer Küche männlich. Seine Helfer sind sowohl männlich als auch weiblich. Sie alle schneiden Gemüse, rühren in den Töpfen und bringen sie an den Tisch! Es würde uns auch gar nichts ausmachen, eine weibliche Hauptköchin zu haben! Meine Mutter war diejenige, die immer die Küche leitete, während meine Brüder und ich das nach ihrem Tod übernahmen – es ist ganz egal, welchem Geschlecht die Person angehört, solange er oder sie weiß, was getan werden muss und wie!

Die Frage der Gleichberechtigung der Geschlechter hatte ich also nicht lange im Kopf, da ich weiß, dass wir hier niemanden diskriminieren – doch ich dachte etwas länger über die mentale Situation der Kommentatoren nach. Ich finde, es spiegelt das Innere wieder, wenn man bei allem, was man sieht, nach etwas Negativem sucht. Ohne mehr zu wissen, interpretiert man etwas in Bilder hinein.

Warum kann man die Dinge nicht einfach hin und wieder leicht nehmen? Warum kann man nicht einfach ein schönes Bild ansehen und es dabei belassen, ohne nach einem Fehler zu suchen?

Rettung der Männer vor dem weiblichen Sexualtrieb – Ein Plädoyer für Geschlechtergleichheit – 7 Mai 15

Als ich gestern über Vergewaltigung in der Ehe schrieb, merkte ich wieder einmal, dass immer die Frage der Einwilligung der Frau aufkommt, wenn es um Sex geht. Ich habe nie jemanden die Einwilligung des Mannes besprechen hören! Und ich habe in solchen Diskussionen auch noch nie etwas vom sexuellen Bedürfnis der Frau gelesen! Wie kommt das?

Wie ich gestern erklärt habe, erwartet der Hinduismus von Frauen, dass sie ihren Ehemännern einfach gehorchen. Das bedeutet, wenn er Sex haben will, sollte sie bereits sein. Der Islam ist, wie ihr euch vorstellen könnt, ähnlich respektlos gegenüber den Wünschen der Frau. In der Tat habe ich vor Kurzem gelesen, dass Mohammed die erforderliche Verfügbarkeit einer Frau für ihren Ehemann sehr detailreich beschrieb: eine Frau sollte sich ihrem Mann bei dessen Verlangen nach Sex nicht verweigern, selbst wenn sie gerade ‚auf einem Kamelsattel‘ sitzt!

Wow – dieser Prophet hatte eine ziemlich lebendige Fantasie, oder?

Also geht es bei der ganzen Diskussion um die Einwilligung der Frau. Sie sollte für ihren Mann immer zum Sex bereit sein. Aber was geschieht, wenn sie ihr Ehemann nie – oder sehr selten – darum bemüht? Was ist mit ihrem eigenen Bedürfnis nach Sex?

Es geht bei allem und immer darum, dass Männer wie Tiere zu jeder Tageszeit Sex wollen! Nein, nicht nur zu jeder Zeit, sondern egal, in welcher Situation sich ihre Frau befindet – außer natürlich, sie hat gerade ihre Menstruation, denn dann ist sie unrein und unberührbar. Könnte es nicht sein, dass ein Mann auch mal einfach keine Lust hat auf Sex?

Oh ja, und dass eine Frau hingegen sehr viel Lust auf Sex hat? Unterschätze niemals das Sexualverlangen einer Frau! Viele Frauen würden alles Erdenkliche tun in dem Bemühen, einen Mann zu sich ins Bett zu bringen, wenn sie das wollen, nein, wenn sie das brauchen! Das ‚schwächere Geschlecht‘ erlangt dann unglaubliche Kraft und hat ein viel größeres Repertoire an verwendbaren Waffen als Männer, deren Gehirne bekanntlich nicht der aktivste Teil ihres Körpers ist, wenn das Blut gen Süden fließt! Und mit der Hilfe ihres Intellekts kann sich das ‚schöne Geschlecht‘ sehr schnell gar nicht mehr so schön verhalten!

Deshalb plädiere ich hiermit für die Berücksichtigung der männlichen Einwilligung in jeglicher zukünftigen Diskussion über einvernehmlichen oder nicht-einvernehmlichen Sex! Ein Aufruf gegen die Diskriminierung der männlichen Unlust und eine Forderung nach Gleichberechtigung der Geschlechter!

Ein Gefühl des Vertrauens und der Liebe – 15 Feb 15

Ich hatte einige Gedanken zu Partnerschaften und das Zusammensein mit denen, die du im Leben am meisten liebst.

Am Abend, nach dem Abendessen und nachdem wir etwas Zeit mit unseren Gästen verbracht haben, sitzen wir oft im Zimmer meines Vater, um auch ein bisschen mit ihm zusammen zu sein. Es ist die Zeit, bevor Apra zu Bett geht – oder genauer gesagt, bevor wir die Schritte beginnen, die dazu führen, dass sie einschläft. Wir spielen, wir reden, wir verbringen einfach ein Zeit miteinander und sitzen alle auf seinem Bett. Gestern, als wir dort zusammensaßen, lehnte ich meinen Kopf auf Ramonas Schulter, sie rutschte etwas näher zu mir und so lag ich halb auf ihr, in ihren Armen. Es war dieses Gefühl, das in mir einige Gedanken auslöste.

Natürlich fühlte ich mich geliebt, aber da waren noch mehr Feinheiten. Ich fühlte mich umarmt, umsorgt und geschützt. Das hört sich vielleicht seltsam an, da es nichts gibt, wovor Ramona mich beschützen müsste und natürlich bin ich – für jeden, der denkt, dass das ein unmännliches Gefühl ist – durchaus in der Lage, mich selbst zu beschützen. 🙂 Dieses Gefühl ist jedoch da und es ist ein wunderschönes Gefühl, ein Gefühl des Vertrauens und der Liebe.

Gleichzeitig dachte ich daran, wie schön es auch für mich ist, sie in meinen Armen zu halten! Das Gefühl, einen Menschen zu haben, um den du dich kümmern kannst und für den du sorgen kannst – obwohl meine Frau, für jeden Feminist, der meinen Blog liest, völlig in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen! 🙂 Dieses Gefühl ist auch herrlich und obwohl ich das natürlich noch intensiver mit Apra habe, die als Kind wirklich auf mich und die Erwachsenen um sie herum angewiesen ist, ist es mit Ramona anders. Ich bin stolz darauf, dass diese Frau mich als denjenigen gewählt hat, in dessen Armen sie liegen möchte und an dessen Schulter sie sich lehnen kann, wenn sie das braucht oder möchte.

Ich weiß, dass diese Gefühle irgendwie ursprünglich sind, dass es ganz grundlegende Instinkte sind, die diese in unseren Herzen, Körpern und Köpfen auftauchen lassen. Das macht sie jedoch meiner Meinung nach nicht weniger wichtig. Für mich ist es wichtig, diese Gefühle zu spüren und ich schätze sie jedes Mal sehr, wenn ich sie bewusst wahrnehme!

Was mich gestern verblüfft hat, war die Erkenntnis, dass wir wirklich beide Seiten dieser Gefühle haben. Wenn man von Urinstinkten spricht, denkt man, dass der Mann immer stolz ist, der Beschützer zu sein und das Bedürfnis hat, der Versorger zu sein, während die Frau immer beschützt werden will. Ich weiß jedoch, dass wir alle beides in uns haben und ich glaube, wir sollten beide Seiten ausleben!

Ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen und auch sie hat beide Gefühle erlebt. Ich nehme an, dass das ein Gefühl ist, das in den Beziehungen von heute entstehen kann, in einer modernen Gesellschaft, weil es in der heutigen Zeit für einen Mann möglich ist zu akzeptieren, dass er auch beschützt werden will und für eine Frau, dass auch sie der Versorger sein möchte für diejenigen, die sie liebt.

Wir brauchen beide Seiten – und ich hoffe, du kannst sie genauso genießen wie ich!

Die Enttäuschung, wenn ein Mädchen zur Welt kommt – selbst in der indischen High Society! – 14 Jan 15

 

Als ich gestern über Monika schrieb, musste ich wieder an ihre ganze Familiensituation denken und die Geschichte ihrer Mutter, deren zwei Töchter zur Adoption freigegeben worden waren. Weil es Mädchen waren, nicht Jungen. Ramona hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit ihrer Frauenärztin – und was sie erzählte, bestätigte wieder einmal, dass das auch in höheren gesellschaftlichen Kreisen die schreckliche Antwort ist!

 

Das Krankenhaus, in dem Ramonas Gynäkologin arbeitet, in dem Apra geboren wurde und in dem auch Monika behandelt wird, ist, wie ich euch bereits erzählt habe, ein gutes Krankenhaus. Das bedeutet, dass die Ärzte wissen, was sie tun, die Mitarbeiter sehr freundlich und kompetent sind und man natürlich dafür auch zahlt. Wenn die Ärztin uns von den Frauen erzählt, die dort Kinder zur Welt gebracht haben, so spricht sie von Frauen der oberen Mittelschicht oder der Oberschicht. Sie sind gebildet, hatten oder haben oft gute Arbeitsstellen und haben Zugang zu internationalen Medien, einem modernen Lebensstil und der Wahrheit über veraltete Werte.

Leider berichtete die Ärztin, dass sie ständig von Aberglauben und schrecklichen Wertvorstellungen und Einstellungen. Sie bekommt nicht nur regelmäßig die Bitte, einen Kaiserschnitt am richtigen Datum und zum richtigen Zeitpunkt zu machen – dem ‚Muhurt‘, der sich aus der Sternen- und Planetenkonstellation errechnet – und dem Kind somit das bestmögliche Geburtshoroskop zu verschaffen.

Nein, ein weiterer Aspekt ihrer Arbeit ist es, die Frauen zu trösten, die gerade ein Mädchen zur Welt gebracht haben. Es gibt Frauen mit hohen Universitätsabschlüssen, die stundenlange Wehen aushalten und dann in Tränen ausbrechen, wenn das Baby schließlich geboren ist. Nicht aus Erleichterung oder Erschöpfung, sondern aus Erleichterung. Die Worte ‚Es ist ein Mädchen!‘ bringen weder Freude noch Wärme ins Herz!

Ihr seht also, es ist egal, ob die Frau gebildet ist oder nicht, ob sie bereits einen Jungen hat oder nicht, sie kann meinen, ein Sohn sei mehr wert als ein Mädchen. Mit diesem Gedanken ist sie aufgewachsen, solche Dinge hört sie ihre Familie sagen und so sehen die Erwartungen derer aus, die möchten, dass sie einen Jungen zur Welt bringt.

Wenn wir Kindern Fragen zu ihrer Familie stellen, zum Beispiel ob ihr Onkel und ihre Tante auch Kinder haben, hören wir Dinge wie ‘Sie haben nur drei Mädchen, keine Jungen’. Wenn Mädchen reden, sprechen sie manchmal über die schlimme Situation ihrer Familie, weil ‚wir so viele Schwestern sind‘. Als Ramona schwanger war, wünschten ihr mindestens zehn Leute, dass es ein Junge wird!

Indien wächst und entwickelt sich – aber das Land muss noch viel Fortschritt machen, um solch schreckliche Vorstellungen, Einstellungen und Werte loszuwerden!

Mehr Frauen für Führungspositionen im Management! – 8 Mai 14

Nach dem gestrigen Tagebucheintrag erzählte mir jemand, dass ich von den Reaktionen der Kollegen unserer Besucherin nicht so überrascht sein sollte. Schließlich war sie eine Frau und machte ihre Arbeit offensichtlich besser als ihre männlichen Kollegen. Frauen in solchen Stellungen bekommen kaum die Anerkennung, die sie verdienen. Dieses Feedback war für mich sehr interessant und ich möchte es gerne noch etwas näher beleuchten.

Zunächst einmal ist da die Aussage, dass Management immer noch ein Bereich ist, in dem vorwiegend Männer Stellungen innehaben. Es gibt Frauen im Management und in vielen Ländern auch in den höchsten Stellungen, aber die Prozentzahl zeigt immer noch, dass mehr Männer wirklich die Karriereleiter so weit aufsteigen. Die Gründe, wie zum Beispiel Schwangerschaft und Familiengründung, lassen wir mal beiseite und konzentrieren uns auf die Folgen.

Da ist also eine Frau in einem Team von vielleicht zehn Männern. Sie schafft es, in der Statistik bessere Ergebnisse zu erzielen als sie alle, während in den Köpfen dieser Männer immer noch der Gedanke herrscht ‚Wie soll eine Frau meine Arbeit machen können?‘ Ja, dieser Gedanke, diese Herabsetzung von Frauen existiert leider noch. Die Gesellschaft hält allgemein bestimmte Arbeitsbereiche für ‚männlich‘ und andere für ‚weiblich‘, obwohl große Schritte in Richtung Geschlechtergleichheit bereits gemacht wurden.

Wenn wir zum Management zurückkommen, denken Männer jedoch, dass Frauen nicht so hart und taff sein können, wie sie selbst. Es läge ihnen nicht in ihrer Natur. Sie zögern, ihre Angestellten anzuschreien. Wenn das der Fall ist und diese Härte sich zeigt, indem man seine Angestellten anbrüllt, laut wird und sie als minderwertig behandelt, glaube ich, wir sollten wirklich mehr Frauen auf Management-Posten befördern. Wenn Männer sich selbst, aus Natur, nicht unter Kontrolle haben, dann müssen Frauen auf höhere Stellungen kommen und zeigen, dass es möglich ist, ein Team zu führen, ohne auf andere herabzuschauen und sie zu erniedrigen! Dass man streng sein kann, ohne laut zu werden. Dass man höflich und nett sein kann, während man andere zum Erfolg führt.

Mit mehr Frauen in höheren Stellungen wären die anderen Probleme sofort gelöst. Niemand würde denken, dass diese Jobs nur für Männer sind. Kein Mann würde sich in seinem Stolz verletzt fühlen, wenn eine Frau bessere Ergebnisse bringt als sie! Und kein Mann könnte einer Frau sagen, sie könne ihre Arbeit nicht so gut machen wie er.

Ich weiß, dass es im Westen viele Frauen in guten Stellungen gibt, die solche Probleme vielleicht nicht haben oder vielleicht nur das leichte Gefühl, nicht so sehr respektiert zu werden, wie ihre männlichen Kollegen. Das gibt es jedoch und jeder, der einmal erlebt hat, wie ein Mitarbeiter ihr das Gefühl gegeben hat, unfähig zu sein ihre Arbeit so gut zu machen, wie er es könnte, weiß, wovon ich spreche.

Während es im Westen viel besser ist, da dort die Bewegung zur Gleichberechtigung der Frau bereits so viel Erfolg hatte, sieht die Situation in Indien noch ganz anders aus. Es gibt nicht viele Frauen in Führungspositionen großer Firmen. Die Anzahl arbeitender Frauen ist insgesamt recht niedrig.

Ihr könnt euch also ihre Situation vorstellen – akzeptiert in niedrigen Stellungen, billiger als männliche Angestellte und man vertraut ihnen keine schwierigen Aufgaben an.

Auf der Welt muss sich noch einiges verändern. In Ländern im Westen wie im Osten. Um Gleichberechtigung, Respekt für alle und eine bessere Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Um mehr glückliche Leute zu haben.

Warum feiern wir den Internationalen Frauentag? – 8 Mar 12

Heute ist Internationaler Frauentag. Das ist ein Tag, an dem Frauen auf der ganzen Welt feiern, dass sie Frauen sind und an die Frauen denken, die in der Welt Großes vollbracht haben. Sie haben wichtige Erfindungen gemacht oder sie haben Wohltätigkeitsorganisationen gegründet. Sie waren die ersten Frauen in großen Industrien oder Firmen, sie sind hohe Politiker oder sie haben sich in ihrem Land für mehr Frauenrechte eingesetzt. Warum aber feiern wir das?

Gibt es denn einen Internationalen Männertag? Vielleicht ja, aus Gründen der Gerechtigkeit, aber selbst wenn, habe ich noch nie davon gehört. Es gibt Tausende Männer, die wir feiern könnten. Sie waren die Ersten auf dem Mond, sie führen die erfolgreichsten Firmen, sie sind Oberhäupter der meisten Länder und sie haben auch die meisten wohltätigen Organisationen gegründet. Trotzdem ist der Internationale Frauentag wichtig – weil es immer noch selten ist, dass Frauen an der Spitze von Geschäften stehen. Weil weibliche Staatsoberhäupter noch lange nicht so zahlreich sind wie männliche. Weil es immer noch so viele Länder gibt, die von Männern kontrolliert werden und so viele Orte, an denen Frauen unterdrückt werden. Wir haben keinen Zustand der Gleichheit oder Gleichberechtigung und darum wird der Internationale Frauentag öffentlich so betont.

Natürlich liegt der Grund für die Ungleichheit in der Geschichte des Menschen. Es gab unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Gesellschaften, beeinflusst von Religion und von der Gier nach Macht getrieben, die diesen Zustand geschaffen haben, in dem wir uns nun befinden. Natürlich waren Männer dafür verantwortlich, das muss deutlich gesagt werden, aber wir alle, Männer und Frauen, können daran arbeiten, einen Zustand der Gleichberechtigung herzustellen.

Warum sage ich, dass beide Geschlechter daran arbeiten müssen? Männer müssen natürlich ihr Verhalten gegenüber Frauen verändern. In Ländern, in denen Frauen nicht Auto fahren dürfen oder nicht ohne ihren Ehemann oder ein anderes männliches Familienmitglied ausgehen dürfen, müssen sich die Gesetze ändern! Männer müssen ihre Fehler im gleichen Licht sehen, in dem sie auch die von Frauen sehen und gesetzliche Strafen müssen für beide gleich sein.

Zusätzlich sollten Männer an Frauen nicht nur ihr Äußeres sehen. Eine Frau ist nicht nur ihr Körper, sie ist nicht nur ein Schaubild oder eine Werbung für dich. Sie ist eine Person mit Charakter, Intellekt und einer Meinung.

Frauen müssen das alles jedoch auch erkennen. Ich fühle oft, dass manche Frauen glauben, sie seien frei und unabhängig und sich deswegen in sehr kurze Kleidung kleiden und ihren Körper zur Schau stellen. In Wirklichkeit jedoch finde ich, dass sie sich auch auf ihren Körper reduzieren. Sie tun genau das, was die Männer gerne sehen wollen. Trägt das auf eine Weise nicht auch zu der Ungleichheit bei? Auf einem anderen Teil des Planeten würde ich die Frauen gerne bitten, die Burka abzunehmen, die ihr Haar und ihren Kopf bedeckt, damit kein anderer Mann sie sieht. Warum sollte es sonst dir erlaubt sein, andere Männer anzusehen?

Es gibt so viele weitere Themen, wie zum Beispiel weibliche Beschneidung, das Steinigen von Frauen oder niedrigere Arbeitslöhne für Frauen in den gleichen Positionen. Die Welt muss sich von Ungleichheit wegbewegen. Die Wahrheit ist, dass Frauen nicht niedriger oder weniger wert sind als Männer. Sie sind genauso intelligent und können sogar genauso stark sein. Die Stärke, die sie vielleicht in den Armen nicht haben, haben sie in ihren Herzen. Vergiss das nicht! Einen frohen Internationalen Frauentag!

Und zum Schluss noch eine Anmerkung: Happy Holi! Heute war der letzte Tag des Farbenfests!

Unterdrückung und Ungleichheit der Frau in der Religion des Islam – 20 Jun 11

Vor einiger Zeit habe ich in der online Version einer indischen Zeitung einige Artikel gelesen. Darin ging es um den Islam und die Rolle der Frau in vielen Ländern, in denen der Islam die Hauptreligion und manchmal die einzige erlaubt Religion ist. Als ich so las, musste ich mich wieder einmal fragen, wie irgendeine Religion solch einen Unterschied der Geschlechter machen konnte, so einen Unterschied zwischen Mann und Frau.

Ich will mit dem, was ich gelesen habe nicht ins Detail gehen, würde aber gerne einige Beispiele aufschreiben, die in diesen Artikeln erwähnt wurden. Die Autoren hatten die religiösen Gesetze des Islam aufgeschrieben, die den Frauen sagten, was sie tun und – noch wichtiger, was sie nicht tun dürfen:

Muslimische Frauen dürfen keine Arbeit außer Haus annehmen.

Es ist muslimischen Frauen nicht erlaubt, einen Mann einer anderen Religionszugehörigkeit zu heiraten.

Muslimischen Frauen ist es nur erlaubt, längere Reisen anzutreten, wenn sie in männlicher Begleitung sind. Und diese Begleitung muss ein männlicher Verwandter sein, mit dem sie keinen Sex haben können, zum Beispiel ihr Vater oder Bruder.

Eine muslimische Frau oder ein Mädchen darf nicht mit ihrem Verlobten telefonieren.

Da standen zwei weitere Gesetze, die nicht direkt mit Frauen zu tun hatten, die mich jedoch auch über diese Religion nachdenken ließen:

Über das Internet zu chatten ist gegen das Gesetz des Islam.

Der Islam erlaubt seinen Gläubigen nicht, Blut zu spenden. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn man dadurch jemanden rettet, der einem nahe steht.

Im Iran machte ein berühmter religiöser Anführer einmal die folgende Aussage: Indem sie Kleidung Tragen, die andere dazu ermutigt, sie anzusehen, verleiten Frauen junge Männer zu außerehelichem Sex. Wegen diesem Fehlverhalten hat unser Land unter so vielen Erdbeben zu leiden.

Es scheint, als hätte außerehelicher Sex so viel Macht, dass er die ganze Welt zum Erbeben bringt! Jeder weiß, dass der Iran in einer Gegend liegt, die nun einmal Erdbeben-gefährdet ist. Vielleicht war das in Japan auch der Fall und zu viele Frauen haben freizügige Kleidung getragen, während es in Deutschland anscheinend nicht allzu viel außerehelichen Geschlechtsverkehr gibt, wenn man dieser Argumentation folgt.

Doch ernsthaft, ich verstehe solche Gesetze nicht und ich verstehe auch nicht, wie Menschen an solche Ungleichheit glauben können! Wenn es einem Mann erlaubt ist, vier Frauen zu haben, warum kann eine Frau nicht auch mehrere Ehemänner haben oder zumindest mit dem einen telefonieren, den sie heiraten wird? Womit begründen sie all das? Ich habe schon zuvor über diese Unterdrückung und Ungleichheit geschrieben und gesagt, dass Frauen auf keinste Weise Menschen zweiten Grades sind. Sie sind im Leben genauso wichtig wie Männer und sie sind diejenigen, in denen Leben heranwächst und die gebären. Wir alle haben eine Mutter, wie können wir glauben, es sei gut, Frauen zu unterdrücken, wenn unsere Mütter doch auch Frauen sind?

Ich weiß auch nicht, wie Frauen in solchen Bedingungen und in dieser Unterdrückung leben können. Doch es gibt viele Länder in denen es normal ist, dass Frauen in völliger Unterdrückung leben und irgendwie sind viele von ihnen sogar in der Lage, ihr Schicksal so anzunehmen, wie es ist. Ich habe viel Respekt für jede Frau in diesen Ländern, die kämpft, für ihre wahren Rechte als gleichwertiger Mensch einsteht und anderen Frauen hilft, in ihre Kraft zu kommen. Es gibt Ärztinnen, Journalistinnen, Menschenrechts-kämpferinnen und auch Bloggerinnen, die über die Situation in ihren Ländern schreiben. Viele von ihnen riskieren täglich ihr Leben, doch es ist ihr Ziel, der Welt zu zeigen, was vor sich geht. Es muss sich etwas ändern und das wird es auch.