Werde aktiv und lass Hass nicht die Welt regieren – 1 Feb 16

Heute möchte ich gerne über ein Thema schreiben, das ich normalerweise sonst nicht so oft erwähne: die Politik. Naja, die Sache ist nunmal die, das uns Politik am Ende alle betrifft und wir, wenn wir uns überhaupt nicht engagieren, wir daheimbleiben und nicht wählen, Politikern erlauben, das Land ohne unsere Stimme zu regieren. Und das ist etwas, was wir nicht tun sollten, da es an uns ist, Verrückte daran zu hindern, an Machtpositionen zu kommen!

Ich bin eigentlich recht zuversichtlich, dass wir in demokratischen Ländern genug intelligente Menschen haben, dass wir hasserfüllte Menschen in Top-Positionen vermeiden könnten. Solche Leute, die das Feuer für Konflikte schüren, die rassistische, sexistische und homophobe Gedanken stärken. Die anderen durch falsche Moral Ausreden für Gewalt geben. Ich glaube, wir könnten sie daran hindern, an die Macht zu kommen.

Wenn wir uns jedoch einmal in der Welt umsehen, sehen wir, dass genau solche Leute zur Zeit langsam vorrücken!

In Indien haben wir derzeit unseren Premierminister Modi mit dem Hintergrund einer nationalistischen Partei, die den Hinduismus preist und damit Konflikte zwischen Hindus und Moslems schürt, wobei nicht-hinduistische Minderheiten im Land es mit der Angst bekommen.

In Frankreich konnte die alte rechte Partei ‘Front National’ mit Marine Le Pen an der Spitze in der jüngsten Vergangenheit große Erfolge feiern. Eine Partey, die die weiße Bevölkerung Frankreichs bevorzugt, zum Nachteil von Immigranten aus Afrika und früheren französischen Kolonien, trotz der Tatsache, dass viele der ‚dunkelhäutigen‘ Franzosen dort bereits seit Generationen leben!

In Deutschland ist eine relative neue rechte Partei entstanden, die AfD heißt, ‚Alternative für Deutschland‘ und die aktiv Ideale verbreitet, die man aus Geschichtsstunden über den zweiten Weltkrieg und der Nazi-Zeit in Deutschland kennt! Die Parteivorsitzende erwähnte sogar, dass Polizisten das Recht haben, Flüchtlinge an der Grenze zu erschießen, wenn sie diese illegal überqueren – und sie sollten dieses Recht auch nutzen!

Schließlich blacken wir heute auf die erste der Vorwahlen in den USA, bei denen es darum geht, ob Donald Trump Präsidentschaftskandidate wird oder nicht. Wenn Modi es hier geschafft hat, wäre es auch nicht unmöglich, dass dieser Mann gewinnt, obwohl man manchmal meint, man hätte es mit einer Cartoon-Figur zu tun. Mit seinem Hass gegen Mexikaner, Moslems und im Grunde Einwanderer überhaupt, hat man das Gefühl, es wäre für ihn lächerlich, das in einem Land überhaupt zu versuchen, das eine Geschichte der Einwanderung hat, dessen fast ganze Bevölkerung seine Wurzeln auf der ganzen Welt hat! Aber nein, er ist doch so weit gekommen und führt in den meisten Umfragen dafür, wer der Präsidentschaftskandidate für die Republikaner wird!

Doch hier kommt, was wir meiner Meinung nach tun können: es gibt genug von uns, die diese Leute verrückt, unheimlich und gefährlich finden. Die nicht wollen, dass sie an die Macht kommen, nach der sie streben oder die sie bereits erlangt haben. Wir haben eine Stimme und wir müssen sie auch anwenden! Mit dem Internet haben wir ein Medium, um uns auszudrücken und zu zeigen, dass wir solche Leute nicht unterstützen.

Modi verliert bereits Anhänger hier in Indien. Viele Leute protestieren gegen seine Regierung und sogar diejenigen, die davon überzeugt waren, dass er eine Veränderung bringen könnte, beginnen, die Dinge anders zu sehen. In Frankreich haben die Wähler erkannt, dass sie nicht einfach daheim bleiben und den Front National so viele Stimmen bekommen lassen können – und so stärkten sie andere Parteien mit ihren Stimmen!

Das zeigt, dass wir alle aufstehen und unser Recht zu wählen wahrnehmen müssen, unsere Stimmen erheben müssen, sagen müssen, was wir denken und zeigen müssen, dass wir hier sind, um zusammen zu leben, nicht gegeneinander. Um Lösungen für Konflikte zu finden, die die ganze Menschheit weiterbringen, nicht nur einige auserwählte Einzelpersonen. Um Frieden zu bringen, egal, wie kitschig sich das anhören mag!

Dein Leben, deine Entscheidungen – lass Religion dir nicht vorschreiben, was du tun sollst! – 17 Sep 15

Gestern habe ich euch erzählt, dass Religionen die Meinungsfreiheit einschränken. Religion will den Menschen sagen, was sie tun sollen und behauptet, sie hätte ein Recht darauf. Alle Religionen behaupten, sie würden wissen, wie Menschen sich verhalten sollen. Sie geben ihnen sogar die Anweisung zu töten. Und das ist ein Problem!

Als ich Guru war, haben die Menschen von mir erwartet, dass ich ihnen sage, was sie tun sollen. Es war ein Teil meiner Rolle als religiöser Prediger, jemand, dem die Menschen folgen. Man kam zu mir mit Fragen und ich dachte, es wäre richtig, diesen Menschen genau zu sagen, was sie tun sollen. Ich gab ihnen meine Meinung und wusste gleichzeitig, dass sie dieser genau folgen würden. Sie gaben mir die volle Verantwortung ihrer Entscheidungen. Und einige dieser Entscheidungen waren sehr große, wichtige Lebensfragen.

Dann kam der Punkt, an dem ich mich veränderte. Nach meiner Zeit in der Höhle wollte ich das nicht mehr. Ich wollte nicht mehr höher sein, sondern gleich. Das bedeutete auch, dass ich nicht mehr die Lebensentscheidungen anderer Leute treffen wollte! Ich wollte einfach nur mein eigenes Leben leben. Wenn ich jemand anderem mit meiner Erfahrung und meiner Ansicht helfen konnte, war ich froh, aber ich wolle ihnen helfen, die Entscheidung selbst zu treffen, ihren Gefühlen zu vertrauen und auch zu lernen, wie man seinen Gefühlen folgt!

So bin ich nun schließlich Atheist, sitze heute hier und schreibe einfach nur, was ich denke. Jedem Leser steht frei, darüber nachzudenken und selbst zu entscheiden. In meinen Einzelberatungen ist eines immer ganz klar: ich kann dir nur meinen Sichtpunkt anbieten, die Entscheidung musst du aber selbst treffen!

Religion jedoch existiert dafür, den Menschen zu sagen, was sie denken und tun sollen. Religion glaubt nicht an das überdenken unterschiedlicher Sichtpunkte. Religion gibt dir nicht die Freiheit, selbst zu entscheiden. Religion sagt dir, was du tun sollst.

Religiöse Priester glauben, sie haben dieses Recht und im Fall islamistischer Fundamentalisten bringen sie den Menschen bei, es sei richtig, diejenigen umzubringen, die das, was sie sagen, nicht befolgen! Religiöse Anführer des Islam sagen ihren Anhängern, sie sollen eine Bombe um ihre Hüfte binden und sich selbst mit Hunderten anderen Menschen in die Luft sprengen.

Einige Menschen wollen, dass man ihnen sagt, was sie tun sollen. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen und schieben das auf die Religion, auf einen Priester, einen Guru, irgendjemanden, der sie nimmt und ihnen sagt, was sie tun sollen.

Keine Person würde bei gesundem Verstand beschließen, Terrorist, Selbstmordattentäter, Mörder für Religion zu werden. Es ist die Manipulation von Religion, die sie zu diesem Punkt bringt. Sie beginnen als diejenigen, die sich nicht selbst entscheiden wollen und tun schließlich Dinge, die sie niemals selbst getan hätten. Sie fügen anderen Schaden zu, töten, bringen der Welt Kummer und Sorgen.

Ich schlage euch vor, selbst zu denken. Übernimm Verantwortung für dein Leben und lass die Religion dich nicht manipulieren, dich dazu zu bringen zu tun, was du nie tun würdest, hättest du selbst entschieden.

Warum es Atheisten leichter fällt, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen – 30 Jul 15

Natürlich gibt es nach einem Wochenende mit so vielen Nicht-Gläubigen ein paar Dinge, die einem in Gesprächen aufgefallen sind. Eines dieser Dinge ist, dass sie im Allgemeinen eher bereit dazu scheinen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, als der durchschnittliche Gläubige es wäre. Und das erscheint mir auch ganz logisch!

Wenn man sich nur das gestrige Beispiel ansieht, ein Unfall, nach dem Atheisten versucht haben, dem Verletzten zu haben, jedoch von einem religiösen Mann, der Angst hatte, daran gehindert wurden. Es sind Nicht-Gläubige, die bereit dazu sind, Entscheidungen zu fällen und die Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen, um Hilfe zu leisten.

Ich glaube, dass Atheisten so etwas einfacher tun können, weil sie bereits einen schwierigeren Weg gegangen sind. Sie haben bereits die Entscheidung getroffen, nur das zu glauben, was sie wirklich fühlen, nicht, was ihre Familie oder Tradition ihnen sagt. Etwas anderes tun als das, was alle um dich herum tun, ist keine einfache Aufgabe. Man braucht eine feste Entscheidung, Willenskraft und man muss bereit sein, sich allem zu stellen, was da kommen mag. Ein Atheist in Indien ist also für gewöhnlich jemand, der all das obige hat. Nur so kann er oder sie Atheist sein!

So haben Atheisten in Indien sich bereits Herausforderungen gestellt und wissen, dass sie trotz der Schwierigkeiten um sie herum weiterleben werden und das auch noch gut. Sie sind bereit dazu, ihren Verstand einzusetzen, um eine Lösung zu finden.

Religiöse Menschen neigen zu einem anderen Ansatz: sie legen alles in die Hände Gottes. Aufgrund ihres Vertrauens, dass alles so geschehen wird, wie Gott es möchte, sind sie oft wiederwillig, ja fast lethargisch, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Sehr oft versuchen Gläubige erst gar nicht, ein Problem zu lösen, weil sie glauben, dass Gott es geschaffen hat. Es sollte da sein, es muss schwierig sein – schließlich hat Gott es geschaffen! Sie weichen nicht von ihrer alltäglichen Routine ab, weil sie dieser imaginären Kraft vertrauen.

Dazu kommt, dass sie Angst haben. Religion basiert auf der Angst der Menschen. Ohne Angst würde es nicht gehen. Keiner würde an den Himmel glauben, wäre da nicht die Angst vor der Hölle! Deine Sünden, die Strafe dafür, Reue und alles darum herum. Instrumente dafür, die Angst zu schüren. Und sobald du diese Angst gewöhnt bist, ist sie zu jeder Zeit ein Teil deines Lebens. Wenn du einen Unfall siehst, bekommst du es mit der Angst. Du denkst gar nicht daran, dem anderen zu helfen, sondern rettest dich selbst vor jeglichen Problemen, die daraus entstehen könnten!

Religiöse Menschen fragen ihren Gott auch an schwierigen Punkten in ihrem Leben nach einer Entscheidung. Sie glauben, er hilft ihnen damit – doch ich habe so viele Leute gesehen, die sich einfach nicht entscheiden können, die nicht in der Lage dazu sind, vorwärts zu kommen, weil sie immer noch auf göttliche Führung warten, die einfach nie kommt!

Natürlich gibt es immer Ausnahmen, doch das ist eine allgemeine Tendenz, die ich bemerkt habe. Habt ihr das auch bemerkt?

Hier sind die Bilder unseres Atheisten-Treffens

Die Gefahren, wenn man jemandem Zugang zu seinen Gedanken gibt – 18 Mär 15

Gestern habe ich die geistigen und körperlichen Gefahren beschrieben, die es mit sich bringt, wenn man mit seinen Gedanken eine Welt weit weg von der Wirklichkeit schafft. Es gibt da noch eine Gefahr, die ich bis jetzt noch nicht erwähnt habe, dazu noch etwas mehr gesagt werden muss: wenn du jemandem erlaubst, deine Vorstellung, deinen Glauben und damit deine Welt zu beeinflussen – und er oder sie das missbrauchen!

Wer vorgestern meine Erklärung dazu gelesen hat, wie wir alle unsere eigene Welt schaffen, der versteht bereits, was ich damit meine. Wir haben normalerweise unsere eigenen Gedanken und Vorstellungen und wenn wir beschließen, an manche zu glauben, werden diese für uns zur Wirklichkeit. Nun stellt euch vor, dass jemand in der Lage ist, eure Gedanken zu manipulieren! Das verändert deine Welt, deine Wirklichkeit!

Es können viele unterschiedliche Menschen sein, die diesen Einfluss haben. Es beginnt mit Eltern, die aus genau diesem Grund eine riesige Verantwortung haben: sie haben Zugang zu einem Verstand, der da ist, um geformt zu werden. Sie schaffen Welten. Deine Familie, deine Lehrer, Freunde und später mehr Leute, denen du vertraust oder die du als Autoritäten ansiehst, deren Gedanken dir gefallen. Das beinhaltet jede Art von Anführern, seien sie spirituell, religiös oder politisch!

Eine verantwortliche Person achtet auf die Menschen, deren Gedanken er oder sie beeinflussen kann. Natürlich kann diese Macht auch missbraucht werden – und wahrscheinlich habt ihr von den Abertausenden Fällen gehört, in denen Gurus, religiöse Anführer und Sektenoberhäupter genau das getan haben: sie haben ihren Einfluss gebraucht, nicht nur um Menschen zu helfen, sondern um sie dazu zu bringen, ihnen zu gehorchen, so dass sie tun, was sie sagen. Um sie zu kontrollieren, zu manipulieren und oft genug um Dinge zu tun, die niemand anderem helfen als dem Anführer selbst. Sie untergehen einer Gehirnwäsche, werden mit Gedanken und Vorstellungen gefüttert, Glaube daran gegeben und so werden sie in eine Welt gesetzt, die von außen geschaffen wurde und die von außen kontrolliert wird.

Das Ergebnis: der Guru, die Sekte oder die Organisation wird jeden Tag reicher, je mehr Menschen sich in ihren Einfluss begeben. Diese Anhänger leben wie blinde Schafe in dieser Welt, befolgen Anordnungen und geben sogar jahrzehntealte Beziehungen auf, kündigen Freundschaften und brechen mit ihrer Familie. Viele von ihnen bleiben jahrelang in dieser manipulierten Welt. Manchmal immer.

Für manche kommt schließlich ein Punkt, an dem sie plötzlich Zweifel haben. Der Zweifel wächst und schließlich beginnen sie wieder, selbst nachzudenken. Es scheint gefährlich, als ob sie das Laufen wieder lernen müssten! Und natürlich zerstört es ihre ganze Welt, an die sie sich im Laufe der Jahre gewöhnt haben. Ihr Guru, den sie respektierten und liebten, ist plötzlich ein Feind und mit ihm oder ihr auch alle momentanen Freunde.

Jemand kann also wirklich deinen Versand kontrollieren, wenn er Zugang zu deinem Schaffungsprozess hat. Aber nur, wenn du diesen Zugang erlaubst! Gib gut Acht, wen du so weit kommen lässt – und sobald du das Gefühl hast, dass jemand aus diesem Privileg nur seinen Vorteil zieht oder nicht verantwortlich damit umgeht, musst du den Zugang verweigern!

Gib auf dich Acht!

Du bist für dich und dein Glück selbst verantwortlich – 20 Nov 14

Gestern habe ich erklärt, warum meiner Meinung nach niemand seinen Eltern für seine eigenen Fehler im Leben die Schuld geben sollte, sondern stattdessen für seine Entscheidungen und sein eigenes Glück die Verantwortung übernehmen sollte. Es gibt eine Redewendung: ‚Jeder ist seines Glückes eigener Schmied‘ – und so veraltet sich das anhören mag, so viel man dagegenhalten mag, dass das nur ein altes Sprichwort ist, ich glaube, dass es wahr ist. Du bist derjenige, der für dein Glück verantwortlich ist.

Wenn du merkst, dass du nicht glücklich bist, scheint es natürlich nie etwas mit deinen eigenen Taten zu tun zu haben. Andere haben dich falsch behandelt oder die Dinge sind einfach schief gelaufen, ohne, dass du etwas dafür könntest. Du hast nicht den Erfolg, den du gerne hättest, die Frauen oder Männer, mit denen du dich verabredest, sind nie die richtigen, deine Familienmitglieder ignorieren dich und deine Kollegen und dein Chef schätzen dich auch nicht genug. Was von all diesem könnte denn deine Schuld sein?

Jetzt will ich dich bitten, diese innere Argumentation eine kleine Weile lang zu beenden. Vergiss all die Argumente und beginne einen Tag, als wärst du mit deinem ganzen Leben vollauf zufrieden, so wie es ist.

Während du deinen Tag ganz normal verbringst, versuche, ein bisschen Abstand von dir selbst zu bekommen. In Situationen, in denen du normalerweise verstimmt reagieren würdest, schreibe auf warum. Was war geschehen? Was hat dich aus diesem Zustand des Glücklich-Seins geholt? Schreibe es auf, vergiss es und mach weiter, so glücklich wie möglich.

Am Abend siehst du dir deine Liste an. Finde heraus, was eine neutrale Person, ein Beobachter dazu sagen würde. Vielleicht hilft es, laut auszusprechen, was dich genervt hat – und versuche dann zu sehen, ob deine Verstimmung wirklich von etwas von außen verursacht wurde.

Hättest du anders reagieren können? Hättest du weniger aufbrausend und stattdessen geduldiger sein können? Hat es dich nicht eigentlich genervt, aufgrund dessen, was der andere gesagt hat, sondern wegen etwas, was in dir ist?

Ich gebe euch ein Beispiel, um das noch etwas deutlicher zu machen. Ein Mitarbeiter bittet dich immer, kleine Dinge für ihn zu erledigen. Ein Botengang hier, ein Gefallen da. Es sind so kleine Dinge, dass es dir unhöflich und falsch erscheint, nein zu sagen – aber es nervt dich, weil es so viel deiner Zeit in Anspruch nimmt. Schließlich bist du wütend auf ihn, weil du das Gefühl hast, dass er dich und deine Zeit nicht respektiert. Also ist es seine Schuld, dass du jetzt unglücklich bist, oder?

Nein, nicht wirklich. Er schätzt deine Zeit nicht, weil du es selbst nicht tust. In Wirklichkeit bist du unglücklich mit deinem eigenen Mangel an Willenskraft, deiner Unfähigkeit, in solchen Situationen nein zu sagen. Sobald du das erkennst, musst du einen Weg finden, das zu ändern. Erkläre ihm, dass du im Augenblick sehr beschäftigt bist und zeige ihm, wenn er es wirklich nicht selbst kann, wie es geht, mit den Worten, dass du das machst, damit er es nächstes Mal selbst tun kann! Du siehst, dass du selbst dafür verantwortlich bist, dich in einer solchen Situation glücklich zu machen!

Manchmal ist es schwierig, genug Abstand zu haben, um wirklich herauszufinden, was das Problem ist. Du musst dir Zeit nehmen und in dein Glück investieren. Das passiert nicht vor dem Fernseher. Geh raus in die Natur, mach einmal Pause, vielleicht musst du auch etwas reisen, um Abstand zu bekommen und es herauszufinden!

Du bist selbst verantwortlich und kannst das auf niemand anderen schieben. Du bist derjenige, der dich selbst glücklich macht. Achte darauf, wenn du dich das nächste Mal beschwerst.

Hör auf, deinen Eltern die Schuld zu geben – übernimm Verantwortung für dein Leben! – 19 Nov 14

In meinem Leben waren schon sehr viele Leute zu Einzelberatungen bei mir. Wir sprechen über Probleme, schwierige Themen und wichtige Lebensfragen. Etwas, das ich oft gesehen habe ist, dass Leute einen Groll gegen ihre Eltern mit sich rumtragen. Und ich habe den Menschen schon immer erzählt, dass das eine nutzlose Last ist, die sie sich nicht aufbürden müssten!

Man kann Leute oft sagen hören, dass sie ihre Kinder nie so behandeln würde, wie ihre Eltern sie behandelt haben. Wenn man sie fragt, können sie einem mehrere Beispiele vom Verhalten ihrer Eltern nennen, die sie bei ihren Kindern vermeiden wollen, weil sie meinen es wäre falsch gewesen und hätte ihnen geschadet oder sogar Langzeitschäden hinterlassen.

Ja, manche sind da weniger deutlich und andere mehr, wenn sie erzählen, wie ihre heutigen Komplexe, Ängste und Unsicherheiten darauf zurückgehen, wie ihre Eltern sie behandelt haben. Dass es praktisch die Schuld ihrer Eltern ist, dass sie bei ihrer Arbeit oder im Liebesleben keinen Erfolg haben, emotional instabil sind, nicht in der Lage sind zu lieben oder Angst davor haben, geliebt zu werden.

Ja, natürlich hat deine Kindheit und ihre Erziehung grundlegend die Person geformt, die du heute bist – aber was ist mit den ganzen Jahren, nachdem du daheim ausgezogen bist? Oder den Jahren, nachdem du das Erwachsenenalter erreicht hattest, Verantwortung für dein Leben übernommen hast und begonnen hast, deine Entscheidungen selbst zu treffen?

Du bist erwachsen! Du bist für dein Leben selbst verantwortlich!

Langjährige Konditionierung hat natürlich eine gewisse Wirkung, kann aber auch geändert werden! Du hast ganz offensichtlich das Problem und auch die Grundlage bereits erkannt – nun musst du nur noch etwas verändern! Wer trifft in deinem Leben denn heute die Entscheidungen? Du!

Wenn du in einem Bereich eine Arbeitsstelle hast, die dir nicht wirklich gefällt, weil es das war, was deine Eltern für die sicherste Möglichkeit hielten, du deine Arbeit jedoch hasst, verändere etwas! Geh in die Abendschule, nimm Unterricht für einen anderen Arbeitsbereich, reduziere Arbeitsstunden, arbeite halbtags in einer anderen Sparte,… es gibt immer so viele Möglichkeiten, etwas in die Richtung zu verändern, die dich glücklich macht!

Du bist derjenige, der für sein eigenes Glück sorgen muss! Du kannst deine Eltern nicht auf ewig dafür beschuldigen, wer du heute bist. An einem Punkt in deiner Pubertät hast du begonnen, Teile deines Lebens in die eigenen Hände zu nehmen und dieser Vorgang sollte weitergangen sein, bis du als Erwachsener selbst volle Verantwortung übernehmen konntest! Wenn du dich immer noch beklagst, weil du aufgrund der Handlungen deiner Eltern nicht glücklich bist, versuchst du, einen Teil deiner Verantwortung auf sie abzuschieben und ihnen zu überlassen! Glaubst du wirklich, dass das eine gute Idee ist?

Verändere etwas und nimm dein Glück in deine eigenen Hände!

Freiheit und Verantwortung für mein eigenes Glück mit voller Unterstützung meiner Familie – 1 Dez 13

Ich habe euch von der Reaktion meines Vaters erzählt, als ich erklärte, warum ich kein Guru mehr sein wollte und warum ich nicht einmal mehr einem großen Teil der Schriften folgte, die ich selbst in der Vergangenheit gepredigt hatte. Er sagte mir, die ganze Familie sei glücklich, wenn ich glücklich wäre. Das hätte mich eigentlich nicht sehr überraschen sollen!

Ich hätte wissen können, dass er so reagieren würde. Ich hätte mir überhaupt keine großen Gedanken machen müssen und als er so antwortete, erinnerte ich mich ganz deutlich an die Unterstützung meiner Eltern in der Vergangenheit.

Als ich erst 13 Jahre alt war, hatte ich bereits mit dem Arbeiten begonnen und hatte auch immer mehr zu tun. Manchmal ging ich noch zusammen mit meinem Vater auf Programme, aber ich reiste und arbeitete bereits alleine in verschiedenen Teilen Indiens. Natürlich fanden solche Programme nicht nur an Schulfeiertagen statt und so wurde ich relativ oft auch in der Schule als abwesend eingetragen.

Nach einem meiner Programme in dem Jahr kam ich wieder zur Schule und ein Lehrer fragte mich, wo ich gewesen war und warum ich nicht zur Schule gekommen war. Ich antwortete, dass ich in einem anderen Bundesland gewesen war, in Madhya Pradesh, und dort einen Vortrag gegeben hatte. Natürlich war das auch dem Lehrer nicht vollkommen neu, aber trotzdem fragte er daraufhin ‚Wenn du sowieso so oft nicht zur Schule kommst, warum kommst du denn überhaupt noch?‘ Er sagte mir praktisch, dass ich meinen Beruf ja schon gewählt hatte und mich nicht mehr um die Schule kümmern brauchte, sondern mich eher darauf konzentrieren sollte, was ich gerade machte.

Ich war total verwirrt. Ich hatte auf meine Reisen immer meine Schulbücher mitgenommen und versucht mit dem Stoff mitzuhalten. Als Ergebnis hatte ich auch recht gute Noten, obwohl ich so oft nicht da war! Jetzt schlug dieser Lehrer mir vor, überhaupt nicht mehr zu kommen. Ich war mir nicht sicher, was ich tun oder sagen sollte.

Als ich an dem Tag grübelnd nach Hause kam und meine Eltern fragte, was ich tun sollte, hatte mein Vater die gleiche Antwort für mich parat: tu das, was dir richtig erscheint.

Vielleicht meint ihr nun, dass dies für einen 13-Jährigen eine große Last ist, eine Entscheidung, die er nicht treffen müssen sollte. Ich jedoch hatte ein ganz anderes Gefühl. Ich fand es toll, dass mein Vater mir vertraute und mir zutraute, dass ich meinen Weg selbst wählen und meinem Herzen folgen könnte. Das tat ich auch. Ich wählte meinen Beruf, nicht die Schule.

Es gab mir Freiheit und Verantwortung zugleich. Es befähigte mich dazu, mich selbst darum zu kümmern, dass ich glücklich war, etwas, das ich damals lernte und wofür ich meinen Eltern auf ewig dankbar sein werde! Etwa zwanzig Jahre später tat mein Vater das Gleiche noch einmal. Er, dessen Leben auf Religion aufgebaut war und der dieses als Guru verbracht hatte und dessen Leben immer noch daraus bestand, selbst wenn er sich aus dem aktiven Teil zurückgezogen hatte, sagte mir, ich solle einfach meinem Herzen folgen, selbst wenn mich das von dem Weg abbrachte, den er für sich gewählt hatte.

So kommt es, dass ich meiner ganze Familie bis an mein Lebensende dankbar sein werde für ihre Unterstützung bei allem, was ich tat und wer ich war. Wir haben diese Reise des Lebens gemeinsam angetreten und ich hatte sie zu jedem Zeitpunkt an meiner Seite. Sie waren immer für mich da und genauso werde ich immer ihre Wünsche respektieren und unterstützen, egal wo diese hinführen. Ich glaube, dass wir alle nur auf diese Weise glücklich sein können!

Versuche nicht, die Verantwortung anderer zu übernehmen – 24 Okt 13

Gestern habe ich erzählt, dass meine Familie nicht zu der Einweihungsfeier von Bekannten eingeladen war und ich beschloss, mich trotzdem darüber zu freuen, auch wenn es zu Beginn schmerzte. Die Geschichte war jedoch an diesem Punkt noch nicht vorbei – heute erzähle ich euch ein bisschen mehr über die Wut, Verwirrung und andere Gefühle, die sie verursacht hat.

Jeder weiß, dass ich eine ausdrucksstarke Person bin und in meinem Herzen nichts lange mit mir herumtrage. Nachdem unsere Emotionen und Gefühle zu diesem Vorfall sich zwei Tage später etwas gelegt hatten, schrieb ich diese Geschichte und meine Gefühle auf Facebook. Ich verrate nie die Identität anderer und habe mich auch in diesem Fall an diese Regel gehalten und nur die Schlussfolgerung ausgedrückt, die ich für meine eigenen Emotionen gezogen habe.

Ein Freund von uns und Verwandter der Gastgeberin, die uns nicht eingeladen hatte, war wütend hierüber. Doch als er auf Facebook schrieb und mit seinen Worten meinen Atheismus – und Facebook gleich mit – in die Hölle wünschte, hat er die Identität der Gastgeberin aufgedeckt, was ich wirklich nicht wollte. Also entfernte ich seine Antwort und rief ihn an, um das Thema klarzustellen.

Um es kurz zu machen, unser Freund, der als Verwandter natürlich an dem Programm teilgenommen hatte, sagte mir, ich hätte die fehlende Einladung falsch aufgefasst, es sei nur ein kleines Haus mit wenig Platz, wir hätten an der religiösen Zeremonie doch sowieso keine Freude gehabt und das Essen sei scharf gewesen und damit für uns nicht essbar. Wir hätten einige Tage später eine Einladung für ein Essen nur mit der Familie bekommen.

Die Gastgeberin rief mich schließlich auch noch an – eine Woche später, um mir alles Gute zum Geburtstag zu wünschen – und gab eine ganz andere Erklärung. Sie sagte, sie hätte niemanden eingeladen, aber alle über den Termin informiert. Eine seltsame Aussage – woher sollen deine Gäste wissen, wann sie kommen müssen? Sind alle ganz zufällig zur gleichen Zeit aufgetaucht? Naja, wie auch immer, diese Freundin gab ihren Fehler zu und entschuldigte sich am Ende. Interessanterweise jedoch stritt sie ab, jemals eine von den Ausreden verwendet zu haben, die wir gehört hatten und sie hatte auch nie gesagt, sie würde uns später einladen.

Jetzt war es klar, dass unser Freund versuchte, etwas in Ordnung zu bringen, das nicht er, sondern eine Verwandte getan hatte. Hätte uns irgendjemand ein paar Tage später einladen wollen, hätten sie uns auch am gleichen Tag anrufen können! Wir waren nur einen Anruf entfernt! In mehreren Gesprächen, die ich noch mit diesem Freund hatte, sagte ich ihm, dass man doch nicht die Verantwortung für die ganze Familie übernehmen kann! Es ist einfach unmöglich, weil das alle Individuen sind, die ihre eigenen Entscheidungen treffen und diese Entscheidungen vielleicht ganz anders aussehen, als das, für was du dich entscheiden würdest! Ich erzählte ihm, dass all meine Brüder und meine Frau ihre Verantwortung selbst übernehmen müssen!

Mein Freund hatte mich angelogen. Ein seltsames Gefühl. Zuerst fühlte ich mich schlecht wegen der fehlenden Einladung, dann wegen dem Angriff wegen meines Facebook-Texts und dann wegen der Lüge.

Trotzdem hege ich für diesen Freund keine schlechten Gefühle und die ganze Geschichte wird an unserer Freundschaft nichts ändern. Warum? Weil ich weiß, warum er das getan hat. Er hat versucht, mich aufzuheitern und wollte nicht, dass sich die Beziehung zwischen mir und seinen Verwandten verschlechtert. Es war ein Versuch von einem guten Herzen, aus Freundschaft und Liebe. Ich weiß, das liegt in seiner Natur – er will für die Handlungen anderer Verantwortung übernehmen. Aber wenn jemand anderes isst, so füllt sich nicht dein Magen. Wenn jemand anderes etwas Falsches macht, liegt es nicht an dir, das Problem in Ordnung zu bringen! Warum nimmst du den Fehler anderer Leute auf deine Schultern? Ich hätte es besser gefunden, wenn er gesagt hätte ‚Ich weiß nicht, warum ihr nicht eingeladen wart‘ anstatt zu versuchen, die Verantwortung einer anderen Person zu übernehmen – doch am Ende ist die Grundlage unserer Freundschaft nicht die Bedingung, dass man den anderen immer einlädt.

Ich beendete das Thema schließlich, indem ich ihm sagte, dass es keine große Sache sei. Ich habe darüber auf sozialen Medien und hier geschrieben, um meine eigenen Gefühle zu ordnen und auszudrücken. Unsere Vorstellung zu solchen Dingen mögen ja unterschiedlich sein, aber ich weiß, er hat in seinem Herzen Liebe, Freundschaft und gute Wünsche – und so liebe ich ihn wie zuvor.

Warum willst du, dass ein Guru die Führung über dein Leben übernimmt? – 22 Jul 13

Heute ist in Indien Guru Purnima, der Tag der Meister. Es ist ein Tag, an dem jeder Schüler seinen Guru ehrt. Selbst wenn er das ganze Jahr nicht an ihn denkt, kommt er an diesem Tag, wäscht die Füße seines Gurus, zeigt seine Hingabe und überrascht ein Geschenk sowie etwas Geld. Selbst wenn er weit weg ist, wird er ihn anrufen, um ihn zu grüßen. Ich habe die Rolle des Guru selbst gespielt und kenne die Szene sehr gut. Ich habe mich geändert und zwar so sehr, dass ich heute das, was ich vor Jahren selbst empfohlen habe, vollständig ablehne. Und damit auch das Prinzip des Guruismus.

Ich glaubte und predigte das, was in den Schriften steht: ohne Guru erreicht man keine Erlösung. Erlösung ist das, wonach alle streben – also sollte jeder einen Guru finden, der ihn zur Erlösung bringt.

Heute habe ich das Gefühl, dass diese Bedingung der Grund ist, warum es in diesem Bereich so viel Korruption gibt. Unschuldige, leichtgläubige Menschen kommen und sie lehren ihnen drei Dinge:

1. Man kann nur Erlösung finden, wenn man einen Guru hat.

2. Man kann nur einen Guru haben, genau wie man nur einen Vater haben kann.

3. Dem Guru musst du alles widmen, was du hast und was du tust. Er übernimmt Verantwortung für dich und dafür musst du tun, was er sagt.

Von dem Augenblick an, in dem du von deinem Guru eingeweiht wirst, widmest du ihm alle deine Rituale. Du folgst seinem Rat und betest mit dem Gedanken an ihn. Du wirst freiwillig und freudig zur Marionette dieses Meisters mit seinem Versprechen, dass er dich aus dieser Welt der Illusion herausholt. Offensichtlich mögen diese Gurus die Macht und alles, was damit kommt. Darum sagen sie es sei ein Muss und notwendig, die Einweihung durch einen Guru zu haben. Um ihre Anhänger bei sich zu halten, fördern sie die Regel, dass jeder Anhänger nur einen Guru haben kann.

Dieses ganze System ist meiner nach wie für den Missbrauch gemacht, der in den vergangenen Jahrzenten und Jahrhunderten stattgefunden hat. Diese Gurus bekommen sehr viel Macht über die Gedanken dieser Menschen und sie missbrauchen diese Macht wissentlich, um Reichtum zu erlangen und nicht nur ihre körperlichen Bedürfnisse zu stillen, sondern auch ihre sexuellen Fantasien, die nicht selten die Grenze dessen überschreiten, was man ‚normal‘ nennt. Es ist falsch, was da geschieht.

Meiner Meinung nach ist ein Guru nur ein Lehrer, im grundlegenden Sinn des Wortes. Wenn man etwas lernen will, braucht man einen Guru. Als ich zur Schule ging, nannte unsere ganze Klasse unseren Lehrer ‚Guruji‘, um ihm Respekt zu zeigen. Es ist egal, wer es ist, jeder von dem du lernst, sei das eine jüngere oder ältere Person, kann dein Guru sein. Und es ist egal wie viele Gurus man hat, wer auch immer dir etwas beibringt, ist dein Guru.

Werde nicht zur Marionette eines anderen. Gib jedem, von dem du lernst, den Respekt eines Guru, aber mache dich nicht von einer Person vollständig abhängig. Schaffe eine Beziehung von Lehrer und Schüler – der Aspekt der Göttlichkeit ist da absolut unnötig.

Manch einer mag nun dagegenhalten, dass man einen spirituellen, religiösen Guru braucht, wenn man etwas zu den Schriften und zur Religionsphilosophie lernen möchte. Ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, genau das zu lernen. Heute jedoch möchte ich euch frage: warum willst du diese Philosophie überhaupt lernen? Meiner Meinung nach ist das vollkommen nutzlos. Du willst ein ehrliches und glückliches Leben leben. Warum brauchst du dazu die Veden, den Koran oder die Bibel? Mit dem Studium dieser Bücher grenzt du nur dein Sichtfeld ein, schränkst du deinen Weg ein und verwirrst dich selbst. Wenn du diese Philosophie also nicht brauchst, wozu brauchst du dann einen Guru?

Sei dein eigener Guru. Lass deine eigene Liebe, Bescheidenheit und Moral dein Guru sein. Sie werden dir ein guter Führer sein, wenn du sie nur lässt.

Das verlockende Angebot der Gurus, dich von jeglicher Verantwortung zu befreien – 3 Apr 13

Gestern habe ich über die Verantwortung geschrieben, die beide, Autor und Leser für ihr Leben und ihre Handlungen haben und übernehmen sollten. Jeder sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein und diese übernehmen. Während das etwas ist, das die meisten Leute als das akzeptieren würden, wie es sein sollte, lehren Hinduismus und Guruismus leider etwas völlig anderes: man kann und sollte alle seine Verantwortung an seinen Guru abgeben.

Ja, das steht in den höchsten Schriften geschrieben und das predigen Gurus seit Jahrhunderten und versuchen Anhänger schon immer zu erreichen. Die Vorstellung ist, dass man sich selbst vollkommen einem Guru hingibt. Sich selbst an ihn abgibt, sein schlechtes, aber auch sein gutes Karma dem Guru gibt und macht, was er sagt, ohne für sich selbst irgendetwas zu erwarten. Dann erreicht man den Punkt, an dem man für sich selbst kein Karma mehr hat und deshalb nach seinem Tod in den Himmel kommt.

Dieses Konzept ist eigentlich der Schlüsselpunkt, mit dem der Guruismus überhaupt funktioniert. Gurus laden die Leute ein: Kommt, gebt mir all euer Karma, macht, was ich sage und dann müsst ihr euch nicht mehr um euer Leben oder sogar euer Nachleben sorgen. Gebt euch hin und lasst los, ich werde mich in dieser Inkarnation und auch danach um dich kümmern.

Ist das nicht ein herrliches Konzept? Ein verlockendes Angebot für jeden normalen, unschuldigen, religiösen Menschen! Jeder Hindu, der in dieser Religion aufgewachsen ist, glaubt, dass das der richtige Weg ist und alle anderen können verstehen, wie einladend das klingt: Setz dich in mein Boot, ich rudere und nehme dich mit ans andere Ufer! Du musst nicht nachdenken und dir keine Sorgen machen, du wirst gut ankommen. Du kannst das Boot nicht zum Kentern bringen, du kannst nicht von der Strömung mitgerissen werden, du kannst nicht ertrinken – du wirst nicht einmal nass werden!

Sie geben sich hin und lassen los. Es ist einfach und wird in der Gesellschaft sogar als etwas Gutes angesehen! Sie sagen stolz ‚Ich bin ein Anhänger, ich habe mich selbst aufgegeben und tue, was mein Guru mir sagt. Ich bin niemand‘. Diese Bescheidenheit ist genau das, was von ihnen erwartet wird. ‚Vernichte dein Ego‘ wird ihnen gesagt, sonst kann der Guru nicht übernehmen. Er wird sich um dein Karma-Konto kümmern, also musst du ihm alle Rechte dafür übertragen.

Für diese Dienste muss man natürlich auch einen gewissen Betrag zahlen. Manche Gurus nehmen diesen Betrag nicht direkt. Manche sind wie Banken, bei denen man eine bestimmte Versicherung abschließen muss, bevor einem besondere Dienste zugängig gemacht werden. Doch man muss zahlen, sei das direkt oder indirekt.

Große Mengen an Geld ist nicht der einzige Vorteil, den die Gurus von dieser Einstellung haben. Sie haben viele Menschen, die ihnen so ergeben sind, dass sie alles machen, würden, was auch immer sie sagen. Diese Macht, die ihnen ihre Anhänger geben, ebnet ihnen den Weg zu sexuellem Missbrauch. Viele frühere weibliche Anhänger von Gurus haben mir erzählt, dass sie ihren Guru einfach für einen Got gehalten haben. Sie haben sich vollkommen hingegeben und vertrauten darauf, dass sie durch ihn und dadurch, dass sie tun, was auch immer er will, gerettet werden. Als er ihnen auftrug, ihm in seinem privaten Schlafzimmer zu dienen, seine Genitalien zu massieren und sogar Sex mit ihm zu haben, sind viele darauf eingegangen! Es gibt so viele Fälle von Gurus, die Frauen missbrauchen, weil sie unschuldig glauben, dass es das ist, was sie tun sollten.

Ihr seht also das Ausmaß des Problems, wenn die Leute keine Verantwortung für sich selbst übernehmen wollen und lieber den leichten Weg nehmen – und diese an jemand anderen übergeben. Es ist nie richtig, das zu tun. Nimm deine Verantwortung für deine Handlungen und ihre Folgen in deine Hände und erkenne, dass du keinen Guru brauchst, um im Leben glücklich zu sein.