Wenn ein Besuch im Ashram sich anfühlt wie ein Ausflug in einen riesigen Zoo – 20 Okt 15

Wenn du uns in unserem Ashram in Indien besuchen kommst, triffst du jede Menge Tiere. Keine Haustiere, nein – wilde Tiere! Es ist wie ein riesiger Zoo!

Da machen wir manchmal Witze! Man sitzt bei uns im Garten und kann natürlich Vögel und Schmetterlinge beobachten, aber auch Affen und süße Streifenhörnchen. Man geht in die Stadt und läuft an Straßenhunden, wilden Schweinen, Kühen und Ziegen vorbei. Und alle laufen völlig frei herum. Man sieht Pferde, Esel und hin und wieder auch ein Kamel – doch diese Tiere ziehen für gewöhnlich Wägen oder tragen Material in Taschen auf ihrem Rücken spazieren. Man kann praktisch nicht durch unsere Stadt laufen, ohne zumindest einmal einer Kuh ausweichen zu müssen, da sie einfach überall herumlaufen! Das ist etwas, was man nicht jeden Tag sieht, oder?

Selbst, wenn man nur in seinem Zimmer sieht, mag es sein, dass man ein Tier sieht, das man Zuhause so nicht antrifft! Einmal kam eine Ashram-Besucherin an ihrem ersten Tag hier ganz aufgeregt zu uns runter. Sie war außer Atem, weil sie die Treppe herunter gerannt war und musste erst einmal nach Luft schnappen, bevor sie uns schwer atmend erzählen konnte: ‚Da ist ein Baby-Krokodil in meinem Zimmer!‘ Oh, da waren wir auch überrascht! Wir gingen mit ihr rauf, öffneten vorsichtig die Tür, um nach oben zu blicken, wo sie an die Decke zeigte – und sahen eine Eidechse, die da ganz friedlich saß! Naja, wer noch nie einen Gecko gesehen hat, hält ihn vielleicht für ein Baby-Reptil der größeren Art!

Während man wirklich keine Angst vor den Eidechsen haben muss, sollte man mit den Affen jedoch schon etwas vorsichtiger sein! Sie sind freche Diebe und haben in der Mitte unserer Stadt eine recht nervige Angewohnheit entwickelt: sie klauen den Leuten die Brillen von den Nasen! Mit der Brille in der Hand hüpfen sie dann auf die nächstbeste Mauer. Um dir zu helfen, deine Brille wiederzubekommen, wirft jemand dem Affen ein Keks- oder Saftpäckchen zu. Das Tier lässt die Brille fallen, um das angebotene Essen zu fangen – und normalerweise bist du so glücklich, dass du deine Brille wiederhast, dass du deinem Helfer auch eine großzügige Summe dalässt! Eine Situation mit Gewinn für alle Seiten!

Mit den Affen hier draußen im Ashram müssen wir für gewöhnlich nicht so sehr auf unsere Brillen Acht geben, sondern eher auf unseren Garten, da sie diesen als ihren Spielplatz verwenden und auf den Ästen schaukeln, bis diese abbrechen. Sie sind aber auch irgendwie süß anzusehen – und normalerweise ist alles gut, wenn man sie einfach machen lässt, dann schweren sie sich auch nicht um dich.

Vor Kurzem hatten wir eine Dame im Ashram, die Tiere über alles liebte und den Straßenhunden draußen gerne etwas Gutes tun wollte. Es war nicht leicht, aber schließlich fand sie einen Laden, der Hundefutter verkaufte. Stolz verließ sie den Laden, den großen Sack in ihren Händen. Sie hielt an der nächsten Straßenecke, wo mehrere Hunde herumliefen, öffnete den Sack und schüttete für sie etwas Futter auf den Boden. An diesem Tag lernten wir: Vrindavans Straßenhunde mögen kein Hundefutter! Am Ende bekamen es die Affen und Schweine!

Schließlich erinnere ich mich noch an eine Besucherin, die auf eine Weise bis zum heutigen Tag einzigartig war: sie hatte Angst vor den Streifenhörnchen in unserem Garten! Das sind die scheusten Tiere und sind total niedlich! Sie sind es gewöhnt, Essensreste und Krümel aufzuessen. Sie nehmen sie in ihre winzigen Pfoten und knabbern daran rum. Nun saß diese Frau mit einem Teller im Hof und eines der Streifenhörnchen kam auf sie zu, weil es erwartete, dass ein paar Brösel abfallen würden. Die Dame scheuchte sie mit einer Beinbewegung davon. Leicht verängstigt rannte das Streifenhörnchen in einem Halbkreis davon. Unsere Besucherin hörte hinter sich ein Geräusch und dachte wohl, das Streifenhörnchen hätte sich hinterrücks angeschlichen, um sie von hinten anzugreifen! Sie sprang mit einem Schrei auf und rannte rein! Natürlich kamen unsere Mitarbeiter gleich angerannt, weil sie dachten, sie müssten einen riesigen Affen verscheuchen – doch als wir das kleine verschreckte Streifenhörnchen sie von hinter dem Baum anstarren sahen, mussten wir alle lachen! Sogar unser Gast!

Wer also Lust auf einen exotischen Zoo und dieses hautnahe Erlebnis hat, der kann herkommen – unser Ashram ist vielleicht genau der richtige Ort für dich!

Hunde mögen Vagina nur mit Nutella – 11 Aug 14

Ich habe einen Freund hier in Deutschland, der mir eine tolle Geschichte erzählt hat, die mich wie verrückt zum Lachen gebracht hat. Wir lachen nun schon seit mehreren Jahren darüber, erzählen sie Freunden und vielen Leuten – und erinnern uns natürlich wieder und wieder daran und lachen wieder darüber. Der beste Teil der Geschichte ist: sie ist wirklich wahr!

Es war der Geburtstag einer Freundin meines Freundes. Er selbst war nicht in der Stadt, aber gemeinsame Freunde fragten das Geburtstagskind, was sie denn an ihrem Geburtstag machen wollte. Sie war nicht in der Stimmung, Leute einzuladen oder Party zu machen, also sagte sie, sie würde einfach nur einen normalen, ruhigen Abend daheim haben. Ihre Freunde jedoch wollten feiern! Also planten sie eine Überraschungsfeier. Einer von ihnen hatte einen Schlüssel zu ihrer Wohnung – perfekt!

Es war ein normaler Arbeitstag und sie alle wussten, wann sie von der Arbeit nach Hause kommen würde. Also schlichen sich acht ihrer Freunde – Männer und Frauen – mit etwas Partyessen und Getränken in ihre Wohnung. Sie hatten sogar etwas für ihren kleinen Hund mitgebracht, den sie fast überall hin mitnahm!

Sie wohnte in einer Zweizimmerwohnung mit einem Wohnzimmer, das eine offene Küche hatte. Alle acht Freunde versteckten sich und die Dinge, die sie mitgebracht hatten! Sie waren hinter Vorhängen, in ihrem Schrank, unter dem Esstisch und hinter Pflanzentöpfen. Sie sollte sie nicht bemerken, wenn sie reinkam!

Und das tat sie auch nicht! Als sie den Schlüssel im Loch drehte, hielten sich alle ganz still und man hörte nichts mehr, außer dem glücklichen Hecheln des Hunds. Er hüpfte ihr um die Beine, als sie ihre Arbeitstasche abstellte und langsam ihre Jacke auszog. Die Freunde wollten erst aus dem Versteck kommen, wenn sie sich hingesetzt und etwas entspannt hatte. Aber sie tat etwas Überraschendes: sie hörte nicht bei ihrer Jacke auf! Nach der Jacke öffnete sie ihren Gürtel und eins nach dem anderen fielen ihre Kleidungsstücke auf den Boden, bis sie völlig nackt war.

Von ihren Freunden beobachtet, die nun vor Schreck still in ihren Verstecken waren, ging sie in die Küchenecke. Sie nahm sich ein Glas Nutella und ging zurück zum Sofa. Sie setzte sich hin, öffnete das Glas und nahm mit dem Finger großzügig Nutella heraus. Aber das ging nicht in ihren Mund! Sie legte ihre Hand zwischen ihre Beine und verteilte die Schokocreme auf ihrer Vagina! Der Hund, der die ganze Zeit um ihre Beine geschwänzelt war, legte nun seine Pfoten auf das Sofa und begann, das Nutella abzuschlecken!

Ah, was wohl die Freunde in ihrem Versteck dachten, als sie sahen, wie sie diese tierische Behandlung sichtlich genoss! Wir können uns nur vorstellen, wann sie denn schließlich beschlossen, hinter den Vorhängen und unter den Tischen hervorzukommen!

Das Geburtstagskind verließ nach diesem Vorfall nicht nur diese Wohlnung und Stadt, sondern das Land und sogar den Kontinent. Ich habe gehört, sie hätte sich in Australien niedergelassen – aber ich weiß nicht, ob sie ihren Hund mitgenommen hat!

🙂

Zwei Zoos und ein Strand – Highlights auf der Reise durch Deutschland – 17 Jun 13

Heute ist es wieder an der Zeit für einen Bericht darüber, was wir in unserem Urlaub hier in Deutschland so machen.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass es für Apra auf ihrer ersten Reise ins Land ihrer Mutter ein nicht endendes Highlight ist, dass sie so viele unterschiedliche Tiere trifft. Als ich euch das letzte Mal über unseren Aufenthalt hier geschrieben habe, sagte ich, dass wir mit Andrea in einen Tierpark gehen würden. Wir waren dort, in Lüneburg, und waren gestern gleich nochmal in einem, dieses Mal in München. Beide Male hatten wir einen herrlichen Tag und Apra machte es wahnsinnig viel Spaß!

Beide Parks waren wunderschön angelegt, die Tiere hatten jede Menge Platz zum Herumlaufen und Herumspringen und man fühlte sich oft, als würde man in einem normalen Wald und auf natürlichen Wegen spazieren gehen, da diejenigen, die den Park angelegt haben, offensichtlich darauf geachtet haben, viel Natur in die Parks zu bringen, viele Bäume zu haben und eine natürliche Umgebung für beide, Tiere und Besucher, beizubehalten. Natürlich ist das besonders für die Erwachsenen bemerkenswert – Kinder wie Apra rennen einfach gerne herum und gehen von einem Tier zum Nächsten! Sie hatte so viel Spaß daran, all ihre Lieblingstiere zu sehen: Affen, Löwen, Bären, Schweine, Elefanten, Esel, alle möglichen Vogelarten, Hasen und auch einige Tiere, die für sie neu waren, wie zum Beispiel Eisbären. Sie starrte sie an, erstaunt über ihre wahre Größe, weil sie die meisten Tiere bis dahin ja nur in ihren Büchern oder im Internet gesehen hatte. Sie lachte, kreischte vor Vergnügen und nahm so viele neue Eindrücke in sich auf, dass sie sogar ihren üblichen Mittagschlaf völlig vergaß.

Das Beste an beiden Orten waren jedoch ohne Zweifel die Ziegen. Es ist nglaublich, dass es von allen Tieren dieses ist, dass die meiste Freude bringt, oder? Aber es ist wahr, weil wir sie anfassen und füttern konnten. Sie waren in einem separaten Gehege, wo Besucher etwas kaufen konnten, um sie zu füttern und sie dabei auch streicheln durften. In Lüneburg fütterten wir sie auch, während Apra in München zu sehr damit beschäftigt war, von einer zur anderen zu rennen und sie ganz aufgeregt alle anzufassen. Als sie die meisten von ihnen gestreichelt hatte, hatte sie eine andere Idee – sie ging zu jeder einzelnen hin, sah ihr in die Augen, was sehr süß aussah, wenn sie sich zu einer sitzenden Ziege hinunterbeugte, und sagte ihnen direkt ins Gesicht: ‚Ziiiiiege!‘ – es war urkomisch!

Wir sind wirklich froh, dass das Wetter mit Sonne und Wärme nicht geizte und so konnten wir nicht anders, als Apra eine weitere tolle Erfahrung zu bescheren: wir fuhren mit Michael und Andrea zum Strand, an die Ostsee. In dem Augenblick, in dem Apras Zehen den Sand berührten, wurde sie wieder aufgeregt und saß bald dort und spielte mit dem Sand, total vertieft in ihr Spiel. Wie glücklich ein Kind nur damit sein kann! Yashendu nahm sie dann auch mit ins Wasser, hielt sie hoch und tauchte dann ihre Füße immer wieder ins Wasser, was sie vor Aufregung und Freude wieder zum Kreischen brachte! Der Strand hat eine besondere Atmosphäre, die für Jung und Alt immer toll ist!

Wir hatten eine herrliche Zeit mit Andrea und Michael und kamen daraufhin wieder in den Süden Deutschlands auf einen weiteren Besuch bei Ramonas Vater und Familie. Hier haben wir nun auch ein paar schöne Tage verbracht und ich glaube, ich kann nicht einmal zählen, wie viele liebe Menschen wir in der ganzen letzten Woche getroffen haben. Regina und Celina sind uns am Strand und in Lüneburg besuchen gekommen, mehrere andere Freunde kamen zum Abendessen, wir haben Michaels und Andreas Eltern besucht, Ramona traf ihre Schulfreunde und gestern waren wir mit ihrer Tante, ihrer Cousine, ihrem Cousin und seiner Frau sowie deren Baby im Zoo.

Ihr seht, wir haben auf unserem Urlaub weiterhin einen vollen Terminplan und haben machen weiter tolle Erfahrungen mit Apra und der Welt um sie herum. Jetzt sind wir wieder im Zug, auf dem Weg nach Wiesbaden und haben noch unsere letzte Woche vor uns, bevor wir wieder zurück nach Indien fliegen. Eine Woche voller Abenteuer mit Thomas, Iris und Freunden, die zu Besuch kommen!

Sieh Bilder von Apras Deutschland-Reise

Apras tierischer Spaß in Deutschland – 7 Jun 13

Am letzten Freitag kamen wir gut in Erkelenz und damit bei unseren langjährigen Freunden Sonja, Peter und ihrer Tochter Carolin an. Wir hatten einige tierische Tage dort – perfekt für unsere kleine Apra, die alles liebt, was Pfoten, Fell oder sogar Krallen hat.

Carolin hatte sich schon darauf gefreut, mit Apra zu spielen und sie war ein perfekter Spielkamerad! Sie nahm unser Mädchen mit zu ihren drei Katzen und ein Besuch bei den Katzen entweder mit Sonja oder Carolin wurde zur besten Medizin gegen jegliches Problem oder Langeweile. Es war das erste Mal, dass Apra Katzen von so nahe sah und das erste Mal, dass sie sie streicheln konnte. Sie war so aufgeregt, dass sie vor Glück quietschte und schrie, was prompt zwei der der Katzen zum Weglaufen veranlasste. Die Älteste von ihnen blieb jedoch und ertrug geduldig Apras aufgeregte Berührungen. Der Kater schnüffelte an ihrer Hand, was sie sehr lustig fand. So lustig, dass sie ihn an beiden Ohren packte und ihm gleich zurück ins Gesicht schnüffelte!

Die Katzen waren jedoch nicht die einzigen Tiere! Das Wetter war endlich besser und wir konnten raus in den Hof und den Garten, wo sie noch ganz viele von ihnen traf. Es gab Steinlöwen, einen Steinigel, einen Steinfrosch und auch Keramikkatzen! Sie rannte von einem Tier zum anderen, fütterte sie alle mit Erde und Gras und redete mit ihnen. Einmal sahen wir sogar, wie sie ihre Hände vor der Brust in typisch indischer Grußstellung verschränkte und zu einer der Katzen-Figuren ‚Namaste‘ sagte!

Hinter dem Hof wartete noch eine Überraschung auf uns! Sonja und ihre Familie haben eine große Wiese hinten im Garten und anstatt sie selbst zu mähen, haben sie hin und wieder Schafe da, die das ganze Gras abessen! Es waren sieben Schafe da und zu Apras größter Freude durfte sie sie jeden Tag mit Brot und Karotten füttern. Natürlich blieb unsere Plappermaus auch da nicht still! Immer, wenn sie ‚Maah‘ sagten, antwortete sie mit einem großen ‚Maaaaaah!‘ Eines Tages beschloss sie, dass das Brot für die Schafe lecker aussah und fing an, es selbst zu essen. Da stand sie vor den Schafen, die alle das Brot in ihrer Hand anstarrten, das immer wieder in ihren Mund wartete. Sie starrte zurück und fing plötzlich an, ihnen die erste Zeile eines indischen Kinderreims ins Gesicht zu brüllen. Sie waren nicht gerade beeindruckt, aber unser Baby war glücklich!

Das schöne Wetter erlaubte es uns auch, auf den Jahrmarkt zu gehen, der in Erkelenz stattfand. Dort gab es jede Menge Dinge, die Apra bestaunen konnte. Die Achterbahnen, so viele Leute, die Luftballons, die Stofftiere, die Hunde der Jahrmarktbesucher und andere Kinder. Wir wählten eines der Fahrgeschäfte für kleine Kinder aus, Apra wollte im Elefant sitzen und wir hatten jede Menge Spaß! Es gab noch etwas Eis und am Ende kauften wir einen Luftballon in der Form eines Zebras. Unser Baby war glücklich – und wir natürlich auch!

Wir hatten jedoch einen kleinen Unfall: wir haben ihre Sonnenbrille verloren. Sie hatte eine kleine Sonnenbrille, die wir mitgenommen hatten, aber irgendwo in der Menschenmenge ging diese verloren. Das war das Erste, was wir kauften, als wir hier nach Lüneburg kamen, weil sie uns alle mit Sonnenbrillen sah und nach ihrer eigenen fragte!

Andrea und Michael hatten sich auch schon darauf gefreut, mit uns Zeit zu verbringen. Bei dem wunderschönen Wetter gibt es auch so viel zu tun! Wir haben auf dem Markt frisches Gemüse gekauft, waren auf Spielplätzen, haben Eis gegessen, Enten, Hühner und einen Pfau gefüttert und heute gehen wir in einen Tierpark. Wir machen Pläne für die nächsten Tage und wissen bereits, dass Apra immer, wenn wir zu Hause sind, im Garten rumrennen wird und ‚Jooooy!‘ rufen wird – den Namen von Andreas Katze, die es meistens vorzieht, vor Apra davonzulaufen…

Hier sind Bilder von Apras Zeit in Deutschland

Als wir im Ashram Kühe hatten – 2 Dez 12

Im Jahr 2005 sah der Ashram noch ganz anders aus als heutzutage. Die größte Überraschung für Besucher war damals wahrscheinlich, dass sie durch das Tor kamen, den Sandweg entlang auf unser Hauptgebäude ohne Anstrich zugingen – und abrupt anhalten mussten, weil sich vor ihnen eine Kuh auf den Weg stellte. Ja, wir hatten damals Kühe im Ashram, zwanzig um genau zu sein.

Hier in Vrindavan und in vielen Teilen Indiens ist es sehr normal, eine Kuh zu halten, wenn man den Platz dafür hat. Natürlich muss man sich um die Kuh kümmern, was einiges an extra Arbeit bedeutet, aber im Austausch bekommt man Milch und kann Butter, Joghurt und Ghee daraus herstellen. Kuhdung wird getrocknet und zum Feuer schüren verwendet, worüber dann gekocht wird. Viele Häuser haben einen Boden aus trockenem Kuhdung vermischt mit Erde. Dazu kommt, dass Kühe in Indien – wahrscheinlich auch, weil sie so wertvoll sind – als heilig angesehen werden und viele Menschen sich gerne um Kühe kümmern und deren Segen zu bekommen. Es wird als gute Tat angesehen, wenn man Kühe hält.

Als wir in unserem Haus in der Stadt wohnten, hatten wir natürlich nicht die Möglichkeit oder den Platz, Kühe zu halten, aber nachdem ich in die Höhle gegangen war und meine Brüder dauerhaft im Ashram zu leben begonnen hatten, kauften sie zwei Kühe. Als ich aus der Höhle kam, waren es zwölf oder dreizehn und die Zahl stieg an, bis schließlich zwanzig glücklich Kühe im Ashram Garten grasten.

Eine Kuh zu halten bedeutet einiges an Arbeit – sich um zwanzig Kühe zu kümmern ist ein Vollzeitjob! Sie müssen gefüttert werden, man muss sie milken, sie wollen gebadet werden und man muss nach Anzeichen von Krankheiten Ausschau halten. Im Winter musst du sicherstellen, dass es ihnen nicht kalt ist und im Sommer musst du Acht geben, dass sie in der Hitze genug Wasser zu trinken haben und vielleicht eine Unterstellplatz für Schatten beschaffen. Es ist jede Menge Arbeit und da wir selbst nicht die Zeit hatten, all das zu tun, stellten wir jemanden an, der sich um unsere Kühe kümmern würde.

Es war ein Mann aus der Nachbarschaft, der regelmäßig am Ashram vorbeikam. In seinem Gesicht und an seinem Verhalten sah man, dass er geistig beeinträchtigt war, aber als er anbot, dass er diese Arbeit übernehmen konnte, stimmte Purnendu zu und stellte ihn an. Es stellte sich heraus, dass das für unsere Kühe das Beste war, was wir tun konnten. Er war der liebevollste und zuverlässigste Pfleger dieser Kühe, den es geben könnte. Er vergaß nie, ihnen Essen oder Wasser zu geben, er hielt sie sauber und gab einfach auf sie Acht, so wie andere Menschen auf sich selbst achten. Wenn es jedoch um ihn selbst ging, so bemerkte man seinen geistigen Zustand doch. Wir kümmerten ihn um uns, gaben ihm zu Essen und besorgten ihm Kleidung. Doch eines Tages im Winter, zog er einfach alle Kleidung bis auf die Unterwäsche aus, machte einen großen Haufen aus all seinen Kleidungsstücken und zündete sie an. Anstatt das Holz zu verwenden, das wir jeden Tag verbrannten und das einzig und allein zu diesem Zweck fertig neben ihm lag, zündete er seine Kleidung an. Dann setzte er sich neben das Feuer und wärmte sich auf. Das geschah zwei- oder dreimal, doch er war eine so gute und liebe Person, dass wir einfach beschlossen, ihm mehr Kleidung zu geben – und ihn einfach so sein zu lassen, wie er war. Für die Kühe war es auf jeden Fall das Beste.

Das wahrscheinlich schönste Ereignis mit unseren Kühen war die Geburt eines Kalbs im Ashram. Dieses Wunder einer Geburt mitzuerleben war einfach nur wundervoll. Es waren Helfer da, falls die Mutterkuh Unterstützung brauchen sollte, doch einen Großteil des Vorgangs erledigte sie ganz allein. Nachdem das Kalb geboren war, schleckte sie es von Kopf bis Fuß ab – eine wunderschöne Szene, voller Liebe!

Doch als wir schließlich beschlossen, das Ashram-Gebäude weiter auszubauen, wussten wir, dass wir nicht so viel grünen Freiraum für unsere Kühe haben würden. Das war der Punkt, an dem wir beschlossen, sie in eine Gaushala zu geben, in einen Kuhstall oder Bauernhof, in dem sie gut aufgehoben sein würden und von wo wir dann ihre Milch bekommen würden. Unser Kuhhirte ging mit ihnen – die Kühe waren seine Leidenschaft und das, was ihm das Leben lebenswert machte.

Immer, wenn ich heutzutage den Menschen erzähle, dass noch im Jahr 2005 zwanzig Kühe genau dort herumliefen, wo sie jetzt Yoga machen, im Gras liegen oder im Garten meditieren, sind unsere Besuchter überrascht und lachen. Es ist schwer, sich das vorzustellen, aber im Jahr 2005 sah es hier wirklich ganz anders aus…

Warum machst du wilde Tiere und Reptilien zu Haustieren? – 5 Jul 11

Gestern habe ich über das Züchten von Haustieren geschrieben und geschrieben, dass es das Ego des Besitzers und des Züchters ist. Die Leute sind stolz, wenn sie ein Haustier haben, das auf irgendeine Weise besonders ist – wenn es Wettbewerbe gewinnt, wenn es besser und neidlicher aussieht als andere, wenn es in deinem Land nicht üblich ist, ein Tier, das in den Wohnzimmern der Menschen selten gesehen wird. Es gibt alle Arten von exotischen Tieren, die als Haustiere gehalten werden.

Manche Menschen haben Schlangen und andere Reptilien wie Leguane oder Chamäleons. Das Bild, das ihr oben seht, haben wir mit einer versteckten Kamera in einem Haustier-Geschäft gemacht, in dem diese Tiere zu Verkauf standen. Offensichtlich sind manche Leute daran interessiert, solche Reptilien zu kaufen. Andere mögen es wilder und haben Fuchse oder sogar große Käfige mit gefährlichen Tieren wie Tiger und Löwen.

In diesem Fall kann ich dir ganz sicher sagen, dass diese Tiere nicht artgerecht gehalten werden. Es ist praktisch unmöglich, das zu tun! Man kann einer Schlange keinen Dschungel geben und einem Tiger nicht die Möglichkeit, täglich Hunderte Kilometer zu laufen. Es gibt keine Möglichkeit, diese Tiere wirklich gut zu halten, weil sie nicht in dein Haus gehören. Sie gehören oft nicht einmal in deine Klimazone und so musst du die Reptilien in einem beheizten Terrarium halten! Warum will irgendjemand eine wilde Schlange als Haustier halten? Meiner Meinung nach, wenn du sie wirklich liebst, steckst du sie nicht zu deiner Unterhaltung in einen kleinen Kasten oder zeigst sie her!

Ein weiterer Grund kann der Wunsch sein, ein wildes Tier zu zähmen. Um die Macht über ein Tier zu spüren, um es zu seinem Befehl zu haben und um das Gefühl zu haben, die Natur im Zaum halten zu können. Das ist die Faszination der Menschen, die in einen Zirkus gehen, um dort eine Show der wilden Tiere zu sehen. Sie sehen gerne, wie ein kleiner Mensch sechs oder acht Tiger oder Löwen das machen lassen kann, was er ihnen befiehlt.

Es ist jedoch egal, auf welche Weise man einen Tiger zähmt, er bleibt ein wildes Tier und bleibt auch ein Tiger, während du ein Mensch bist. Mir wurde von zwei Zauberkünstlern erzählt, von Geburt Deutsche, aber in Amerika wohnhaft, Siegfried und Roy. Sie hatten weiße Tiger gezähmt und während einer ihrer Zaubershows 2003, bei der die Tiger auch mitmachten, fiel Roy hin und der Tiger, aus dem Wunsch heraus, seinen Freund zu beschützen, nahm ihn beim Nacken, um ihn wegzuzerren. Der Tiger hat den Mann schwer verletzt und er erholt sich immer noch, lernt wieder zu gehen, leidet aber unter den langfristigen Konsequenzen.

Davon lernen wir, dass selbst wenn du einen Tiger gezähmt hast und dich zu seinen Freunden zählst, immer noch die Möglichkeit besteht, dass er dich eines Tages umbringt. Es gab bereits so viele Fälle in Zirkussen, in denen Menschen ernsthaft verletzt wurden oder sogar starben. Die Tiere, die mit einem Zirkus reisen, sind sowieso diejenigen, die in ihrer Freiheit am meisten eingeschränkt sind. Es sind auch die besten Beispiele für Tiere, die zur Unterhaltung des Menschen geschaffen wurden. Ich glaube, ich muss nicht wiederholen, wie sehr ich diese Tiere bedaure.

Wilde Tiere sollten nicht mit Menschen zusammenleben, in ihrem Haus oder in einem Käfig. Sie sind nicht zu unserer Unterhaltung gemacht.

Grausame Züchtung von Hunden und Haustieren mit schmerzvollen Krankheiten – 4 Jul 11

Letzte Woche habe ich viel über Haustiere und Tiere geschrieben, wie man sie meiner Meinung nach halten sollte und wie sie nicht gehalten werden sollten. Ich habe auch meine Meinung allgemein zu der Vorstellung, ein Haustier zu halten, ausgedrückt und gesagt, dass man ein Haustier nicht zu seiner eigenen Unterhaltung halten sollte, wenn das auf irgendeine Weise die Freiheit des Tieres einschränkt und nicht gut für es ist. Menschen haben für ihren eigenen Nutzen Haustiere gehalten, ohne viel darüber nachzudenken, was für das Tier gut ist. Das Ego, mit seinem Haustier angeben zu wollen, hat dazu geführt, dass Tiere auf eine bestimmte Weise und mit bestimmten Eigenschaften gezüchtet werden.

Das ist eines der besten Beispiele dafür, wie der Mensch ganz bewusst die Leben vieler Tiere zerstört hat und sie zu einem Leben voller Schmerzen verdammt hat. Die Menschen dachten, dass ein zum Beispiel Hund einer bestimmten Rasse nur schön ist, wenn er all die Merkmale dieser Rasse besitzt. Um dieses Aussehen zu schaffen, haben Hundezüchter viele Experimente gemacht und die besten Exemplare für viel Geld verkauft. Für sie ist es die Habgier, für diejenigen, die die Hunde kaufen, ist es das Ego, aber für den Hund bedeutet es oft ein Leben voller Schmerz.

Hundezüchter haben sich nicht viel darum gekümmert, ob die Hunde, die sie zusammenbrachten, vielleicht blutsverwandt waren, solange ihr Blut klar und bewiesenermaßen reinrassig war. Auf diese Weise, durch Inzucht, haben die das Problem geschaffen: zwei rezessive Gene, die beide einen Fehler trugen, kamen zusammen. Das wäre kaum einmal zu einem Problem geworden, wenn die Hunde draußen in der Natur einen Partner einer anderen Rasse oder Familie gefunden hätten. Doch innerhalb der Familie tragen sie alle diese fehlerhaften Gene in sich und Inzucht vergrößert das Risiko, dass diese Gene sich durchsetzen, um ein Vielfaches.

So haben viele reinrassige Hunde heutzutage ernsthafte Erkrankungen. Züchter versuchen, die Gesichter von Bulldoggen und anderen Rassehunden so flach wie möglich zu halten und dadurch haben diese Rassen große Atemprobleme, da ihre Nasen so weit innen liegen. Zusätzlich haben Bulldoggen so große Köpfe, aber so enge Hüften, dass sie nicht natürlich gebären können. Ihre Hundekinder müssen per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden, da führt kein Weg daran vorbei!

Möpse werden als besonders schön angesehen, wenn sie sehr große, runde Augen haben. Sie werden so gezüchtet, dass die Augen der meisten Möpse heutzutage so weit rausstehen, dass ihre Augenlider sie kaum bedecken und reinigen können. Viele von ihnen leiden an chronischer Bindehautentzündung, die oft zur Erblindung führt.

Deutsche Schäferhunde, Labradore und andere große Hunderassen, aber auch einige kleinere Rassen, haben oft ein bekanntes Problem, das auch durch Inzucht entstanden ist: Hüftdysplasie. Bei dieser Krankheit passen die Oberschenkelknochen nicht genau zur Hüfte und so reibt der Hund einfach nur beim Gehen das Gelenk ab, was ihm Schmerzen verursacht und am Ende oft den Hund verkrüppelt. Er kann nicht mehr ordentlich gehen, hat Arthritis, versucht, die Schwäche seiner Hüfte auf andere Weise auszugleichen und führt einfach nur ein elendes Leben, das oft damit endet, dass er von seinem Besitzer eingeschläfert wird, der zuvor noch so stolz war, dass er einen reinrassigen Hund besitzt.

Große Hunde, die dazu gezüchtet wurden, noch größer und schwerer zu sein, haben allgemein Probleme, ihren Körper zu kühlen, während kleine Hunde nicht genug Wärme produzieren, um sich warm zu halten. Große Hunde haben zudem Probleme mit ihren Kniegelenken und haben oft Tumore in den Beinen, einfach nur aufgrund ihres Gewichts!

Man könnte weiter schreiben über Immunkrankheiten, Hautprobleme, Blut-Krankheiten, Gelenkprobleme, Verkrüppelungen, Lähmungen, Beeinträchtigungen des Seh- und Hörsinns, Herzerkrankungen und Krebs, das alles bei diesen reinrassigen Haustieren vermehrt vorkommt. Es leiden aber nicht nur Hunde, sondern auch Katzen, Pferde und andere Tiere darunter.

Das Schlimmste daran ist: den Menschen ist das immer noch egal! Sie gehen zu Shows und Wettbewerben, wo die Schönheit ihrer Tiere an genau den Merkmalen bewertet wird, die sie krank machen! Je kranker sie sind, desto höher ihr Wert! Die Menschen schaffen diese Tiere bewusst und machen sie krank. Ist der Mensch nicht das grausamste Geschöpf auf dieser Welt?

Tierlieb – Die einzige richtige Weise, Haustiere zu halten – 1 Jul 11

Ich sagte gestern bereits, dass ich auch etwas positives über die Haustierhaltung schreiben würde und damit meinte ich die Fälle, in denen ich es gut finde, wenn jemand ein Haustier hält. Dafür gibt es zwei Hauptfaktoren: wo man sein Haustier herbekommt und wie man es hält.

Ich bin gegen Geschäfte, in denen Haustiere verkauft werden, die alle zusammengedrängt in kleinen Käfigen sitzen und darauf warten, von jemandem genommen zu werden. Sie wurden für diesen Zweck geboren und sind jetzt dort ausgestellt, so dass jemand kommt, sich ‚das Süßeste‘ aussucht und es zu seinem Haustier macht. Wir sind zu einem solchen Geschäft gegangen, um Bilder von den Tieren zu machen – was nicht erlaubt war. Das Bild oben und die des vorgestrigen Tagesbucheintrags wurden dort gemacht. In diesen Läden hat man ein Haustier produziert, genauso wie man einen Blumentopf produziert. Man stellt alle Töpfe aus und hofft, dass jemand vorbeikommt und das Ausstellungsstück mag. Was geschieht aber, wenn es niemand haben will? Man mag ja alle alten Töpfe wegschmeißen, aber was macht man mit den Tieren? In solchen Läden sieht man immer Jungtiere. Was passiert mit den Älteren?

Nein, das ist nicht richtig und ich glaube, wenn man sich in einem solchen Geschäft ein Haustier aussucht, macht man es nicht aus Liebe für das Tier. Meiner Meinung nach ist es was anderes, wenn man ein Tier aus dem Tierheim holt, wo man die Tiere findet, die von ihren Vorbesitzern auf die Straße gesetzt wurden, Tiere, die von ihren Besitzern gerettet wurden, weil sie dort geschlagen oder vernachlässigt wurden und sogar Tiere, die in Tierversuchen gefoltert wurden. Du hast die Möglichkeit, all diesen Tieren deine Liebe und ein Heim zu geben. Sie sind diejenigen, die wirklich jemanden brauchen.

Und dann ist da noch die Frage, wie du dein Haustier hälst. Ich habe bereits erwähnt, dass ich es nicht gutheiße, wenn der Mensch den Tieren die Freiheit raubt. Ich weiß, dass die meisten Menschen, die Haustiere haben, sie deswegen halten, weil sie Tiere lieben. Sie wollen sich um diese Tiere kümmern. Man muss realistisch beurteilen, ob man diesen Tieren etwas Gutes tut, wenn man sie zu seinen Haustieren macht. Kann man ihm einen Ort in der Natur anbieten, einen großen Garten und alles, was sie brauchen, so dass sie ein besseres Leben haben können?

Früher lebten die Menschen auch mit ihren Kühen und Pferden, ihren Ziegen und Hühnern zusammen, so wie heute die Menschen mit ihren Katzen und Hunden zusammenleben. Damals brauchten sie die Arbeitskraft der Tiere, sie waren Nutztiere und die Menschen gaben ihnen einen Ort zu leben und viel Liebe. In der Zeit gab es auch Katzen und Hunde und Mensch und Tier lebten auf eine Weise zusammen, die für beide gut war. Die Tiere verloren nicht ihre Freiheit, sie hatten alles, was sie brauchten und dazu die Hilfe der Menschen. Doch im durchschnittlichen, modernen Leben geht das nicht! So kann man in der normalen Wohnung in New York, Paris oder Delhi nicht leben!

Es ist jedoch auch heute noch möglich, mit Tieren auf eine Weise zusammenzuleben, die artengerecht ist und die ihre Freiheit nicht einschränkt. Es ist toll, wenn Tierliebhaber die Möglichkeit haben, Tiere auf natürliche Weise zu halten.

Wir haben auf diesem Planeten viel Natur zerstört und haben es manchen Tieren schwer gemacht, ohne die Hilfe des Menschen zu überleben. Sie haben keinen natürlichen Lebensraum mehr. Wir haben ihre Wälder gerodet und Häuser auf ihre Wiesen gebaut. Ihre Beutetiere sind geflohen und es gibt für sie keinen Platz mehr.

Zusätzlich haben wir viele dieser Tiere unfähig gemacht, auf sich selbst zu achten. Einer Katze, die immer mit Menschen gelebt hat und immer gefüttert worden ist, fällt es schwer, ihrem natürlichen Instinkt zu folgen und einen Vogel oder eine Maus zu jagen. Sie weiß nicht mehr, wie sie überleben soll! Wir haben auf diese Weise auch die Tiere zerstört!

Aus diesen Gründen, weil wir ihren Lebensraum und sie selbst zerstört haben, kann ich sagen, dass es großartig ist, wenn Menschen die Möglichkeit haben, ihnen einen Ort anzubieten, an dem sie natürlich und frei leben können. Einen Ort, an dem sie sich um sich selbst kümmern können und was auch immer sie dazu brauchen, vom Menschen bekommen. Auf diese Weise ist ein Zusammenleben von Mensch und Tier möglich und macht Sinn. Wenn du Tiere liebst, ist das meiner Meinung nach der einzige Weg, sie in voller Liebe auch als Haustiere zu halten.

Haustiere als Ersatz für Kinder oder Partner, um emotionale Lücke zu füllen – 30 Jun 11

Ich denke ich habe bereits klar gesagt, dass ich dagegen bin, Tiere zu produzieren, um sie zu essen. Auf die gleiche Weise bin ich jedoch dagegen, Tiere für andere egoistische Zwecke zu züchten: zur eigenen Unterhaltung oder für das Ego.

Warum hat man denn ein Haustier? Oft ist es wirklich nur zur eigenen Unterhaltung da und stellt vielermals einen Ersatz dar für fehlende soziale Kontakte im Leben. Ich habe schon so viele Menschen getroffen, die ihre Haustiere dafür verwenden, ihre Gefühle auszudrücken, weil sie kein anderes Ventil finden.

Viele von ihnen brauchen jemanden, den sie herumkommandieren können. Sie genießen das Gefühl, dass sie etwas sagen und es gemacht wird. Da sie das nicht mit anderen Menschen machen können, schaffen sie sich einen Hund an und bringen ihm bei, was er tun soll. Das gibt ihnen ein Gefühl der Macht und so fühlen sie sich gut und im Reinen mit sich selbst. Ist das aber wirklich der richtige Grund, um einen Hund zu halten, nur damit man ein Sklaven-artiges Wesen hat, dass einem gehorcht?

Andere haben in ihrem Leben niemanden, den sie umarmen können, der ihnen Wärme und Liebe schenkt. Viele dieser Menschen sind einfach nicht in der Lage, Freundschaften zu knüpfen. Sie können mit anderne nicht auf normale Weise in Kontakt treten und so fühlen sie sich einsam. Die Lösung ist ein Haustier. Eine Katze, die bei ihnen auf dem Schoß liegen kann, die sie streicheln und die zu ihnen kommt, weil sie auch einfach einsam ist und jemanden braucht. Sie können mit der Katze reden und sie gibt nie eine Antwort, die sie nicht hören wollten. Doch solltest du nicht lieber rausgehen und lernen, wie man mit Menschen umgeht, dich dem wahren Leben stellen?

Manchmal müssen Katzen und Hunde sogar als Ersatz für eine bestimmte Rolle herhalten: die der Kinder. Menschen, die keine Kinder haben können oder die zu beschäftigt sind, um wirklich Kinder zu haben, holen sich manchmal ein oder zwei Haustiere und benehmen sich, als wären es ihre Kinder. Sie nennen sich selbst Mama und Papa und haben das Gefühl, dass sie so eine kleine Familie gegründet haben. Da ist jedoch noch die Tatsache, dass eine Katze oder ein Hund keine so hohe Lebenserwartung hat wie ein Kind hätte. Wann auch immer der Hund also im Sterben liegt, sind die ‘Eltern’ verzweifelt. Immerhin war der Hund wie ein Sohn für sie! Sie versuchen alles mögliche, um ihn zu retten, bringen ihn zum Tierarzt und geben viel Geld aus und trotzdem stirbt der Hund am Ende vor ihnen. Ich habe sogar Menschen getroffen, die, natürlich nach eine angemessenen Trauerzeit, losgezogen sind, um sich einen weiteren Hund zu kaufen, der genauso aussah wie der Alte, die gleiche Rasse, die gleiche Farbe und die gleiche Größe. Sie nennen ihn beim gleichen Namen und wurden wieder Eltern. Meinst du nicht, du betrügst deine eigenen Gefühle? Kinder zu kaufen und sie dann, wenn sie sterben, wieder zu ersetzen?

Und natürlich sind Katzen oder Hunde nicht so pflegeintensiv wie Kinder! Man muss nicht schwanger sein und sie zur Welt bringen, sondern kann einfach losgehen und sie sich kaufen. Es ist ziemlich einfach, man bekommt mit dem Haustier gleich ein ganzes Paket von Zubehör das man braucht. Für ein Kind ist man mindestens die nächsten 18 Jahre verantwortlich. Man muss es zur Schule schicken, man muss auf es aufpassen und sich um es kümmern, wenn es seine eigenen Freundschaften knüpft und Erfahrungen macht. Eine Katze oder ein Hund sind nicht so schwierig! Für Menschen, die einsam sind, sind Haustiere auch einfacher als Partner. Sie streiten sich nicht, sie betrügen dich nicht, du musst mit ihnen nicht auf Dates gehen und sie davon überzeugen, dass du der oder die Richtige bist – du kaufst sie dir einfach! Es ist so viel einfacher. Aber trotzdem, solltest du wirklich dein Leben so verbringen und sollte das Tier sein Leben wirklich so verbringen?

Denk noch einmal darüber nach, warum du ein Haustier haben willst. Wenn dieser Wunsch von deinem Ego stammt und von dem Wunsch, jemandem zu befehlen oder wenn es ein Ersatz für einen menschlichen Gefährten ist oder wenn es nur zu deiner Unterhaltung ist, tue es nicht. Ich liebe Tiere und wegen ihnen möchte ich dich bitten, ihnen ihre Freiheit zu lassen. Morgen werde ich ein bisschen über Fälle schreiben, in denen ich es gutheiße, wenn jemand ein Haustier hat, im Gegenteil zu den Fällen, die ich heute beschrieben habe.

Tiere werden zu Haustieren und verlieren ihre natürliche Freiheit – 29 Jun 11

Gestern habe ich darüber geschrieben, auf welche grausame Weise Tiere, die nur dazu da sind, gegessen zu werden, in Käfigen oder Massentierhaltungs-Ställen eingepfercht gehalten werden und dort nur ein winziges Stückchen Platz für sich haben. Ich denke manchmal, dass Haustierhaltung auch nicht viel besser ist als das. Das geht auch gegen die Natur und obwohl es vielleicht nicht ganz so grausam ist, sind die Leben vieler Haustiere doch elend.

Ich bin nicht für Haustierhaltung. Die Menschen haben Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ratten und Mäuse, aber auch Reptilien wie Schlangen in allen Größen oder bestimmte Arten von Eidechsen.

Eine meiner Hauptgründe für meine Einstellung ist, dass das für ein Tier – egal welches – nicht die natürliche Lebensform ist. Wir zwingen sie dazu, auf eine Weise zu leben, die für sie nicht gedacht ist. In der Natur konnten die Hasen herumrennen, sie konnten springen und graben und sie konnten sich ihr eigenes Essen suchen. Jetzt holst du dir einen Hasen, steckst ihn in einen kleinen Käfig, der einen oder vielleicht zwei Quadratmeter groß ist und wo er den Rest seines Lebens verbringen wird, weil du einen Hasen für deine Unterhaltung willst.

Auf die gleiche Weise ist eine Katze ein freies Tier, das herumstreicht und die Gegend erkundet, Mäuse, Vögel und andere Tiere jagt und einfach frei lebt. Nun kommst du, holst dir eine solche Katze und zwingst sie dazu, für den Rest ihres Lebens in deiner drei-Zimmer-Wohnung oder sogar auf noch weniger Platz zu leben. Die Wohnung ist in einer größeren Stadt, im zehnten Stock, und hat keinen Garten. Diese Katze wird die Wohnung nie wieder verlassen und nie die wahre Welt zu Gesicht bekommen. Meinst du wirklich, dass das für eine Katze ein schönes Leben ist?

Ich hatte über dieses Thema einmal eine Unterhaltung mit einer Frau, die selbst in ihrer sehr kleinen Wohnung eine Katze hielt. Als ich sie danach fragte, meinte sie, dass diese Katze nie etwas anderes gekannt hätte. Sie war in einer Wohnung geboren worden, war ihr geschenkt oder verkauft worden, zog zu ihr in die Wohnung und kann also das wahre Leben gar nicht vermissen. Sie hat nie einen Garten gesehen, also macht es nichts, dass sie nie einen sehen wird. Es macht ihr nichts aus, auf weniger als 50 Quadratmetern zu leben, weil sie nie mehr als das hatte. Stell dir aber vor, jemand tut einem Menschen das Gleiche an! Behalte einen Jungen von dem Augenblick seiner Geburt an in der Wohnung und lasse ihn nie raus. Würdest du nicht sagen, dass das unmenschlich und wie ein Gefängnis ist? Er kennt doch auch nichts anderes! Einer Person würdest du so etwas niemals antun, einer Katze jedoch schon. Es geht gegen die Natur der Katen!

Wir schaffen ein Tier zu unserer Unterhaltung und schränken es für den Rest seines Lebens ein. So achten wir nicht auf die Natur und so sollten wir nicht leben. Wir sollten mehr an das Tier denken als an uns selbst. Würde es dem Tier gefallen, so zu leben? Kann ich dem Tier alles geben, das es in freier Natur auch haben würde?

Ich habe noch viele Gedanken zu diesem Thema im Kopf und werde sie in den nächsten Tagen aufschreiben.