Eine herrliche Kombination aus Musik, Yoga, Tanz und Liebe – 24 Aug 14

Ich habe euch von den zwei Wochen des Sommers 2006 erzählt, während denen ich Vorträge auf dem No Mind Festival in Angsbacka, in Schweden hielt. Ich erwähnte, dass die Besucher dieses Festivals ihre Zeit wirklich genossen, dass sie unbekümmert und entspannt waren. Und heute möchte ich da noch etwas hinzufügen: in diesen zwei Wochen gab es jede Menge Sex!

Ja, viele Leute schliefen während dieser zweiwöchigen Festival-Zeit miteinander. Sie kamen dorthin, um eine tolle Zeit zu haben und was ist es, was den meisten Leuten doch am meisten Spaß macht? Richtig!

Nein, wirklich, ich mache keine Witze. Jeden Tag gab es neue Paar-Konstellationen. Untertags lernten die Leute einander kennen und an den Abenden, an den Lagerfeuern, kamen sie einander näher und machten die ersten Schritte. Oft verließen sie das Feuer in Richtung Zelte gemeinsam. Bei einigen hatte ich den Eindruck, dass sie genau hierfür gekommen waren.

An diesem Punkt möchte ich etwas ganz Wichtiges hinzufügen: wenn ich solche Zeilen schreibe, denken einige meiner Leser, dass ich da etwas Schlechtes beschreibe. Manche denken vielleicht sogar, es sei schlecht, dass ich überhaupt an einer solchen Veranstaltung teilgenommen habe. Und manche haben vielleicht den Eindruck, dass ich selbst auch meine, dass das falsch war. Dass ich über dieses Festival und seine Besucher schlechte Dinge erzähle.

Wer das denkt, hat einen ganz falschen Eindruck bekommen. Wenn ich darüber schreibe, dass Leute Sex hatten, dann erzähle ich das aus meiner Sicht. Wenn du das hörst, dann hörst du das mit deinen Ohren. Ich glaube jedoch wirklich und ganz ehrlich, dass es ganz natürlich und schön ist!

Auf einer solchen Veranstaltung trifft man gleichgesinnte Leute, mehr, als man je treffen könnte, wenn man in seiner eigenen Stadt auf einen Abend ausgeht. Schließlich kamen all diese Leute zusammen, weil sie Interesse an den gleichen Dingen haben wie du! Dazu kommt, dass es viele Workshops gab, die sich eigentlich alle darum drehten, dass man seine Sexualität akzeptiert. Ich habe zum Beispiel einen Vortrag über ‚Sex und Freiheit‘ gegeben, es gab Tantra Workshops und überall bekam man die Nachricht, dass man seinen Gefühlen freien Lauf lassen sollte.

Wenn man sich also mit jemandem gut fühlt, wenn man sich zu jemandem hingezogen fühlt und der andere das Gleiche fühlt, warum sollte man dann nicht eine schöne Nacht zusammen verbringen? Wenn es dann länger anhält, super! Wenn nicht, auch gut! Wenn ich an dem Festival für jemanden diese Art von Gefühle gehabt hätte, hätte ich vielleicht das Gleiche gemacht – und da auch nichts Falsches dran gefunden! Ich war auch Single – aber als Vortragender hatte ich eine andere Verantwortung und wollte auch nicht mit Leuten näherkommen, mit denen ich arbeitete.

Bevor ihr nun den Eindruck bekommt, dass es bei diesem Festival nur um Sex ging, möchte ich eurer Vorstellungskraft hier einmal Einhalt gebieten. Wie ich letzte Woche beschrieben habe, gab es jede Menge wunderbare Workshops, Vorträge, Yoga, Malerei, viel Musik und schönen Tanz, alles eingebettet in herrliche Natur. Die Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen und zu genießen und mit anderen, aber auch sich selbst, in Kontakt zu kommen. Die Teilnehmer waren glücklich.

So erinnere ich mich an die zwei Wochen den No Mind Festivals als eine tolle Zeit, die vielen Leuten sehr viel Spaß gemacht hat. Ich persönlich habe wirklich viele nette Menschen kennen gelernt, darunter auch einige gute Freunde, mit denen ich noch heute Kontakt habe.

Für einen indischen Musiker die Chance seines Lebens: ein Angebot im Westen zu arbeiten – 8 Dez 13

Ich habe euch bereits erzählt, dass der Musiker, den ich zu Beginn des Jahres 2005 auf meine Europa-Reise mitgenommen hatte, mich mit seiner Einstellung enttäuscht hatte. Ich hatte also beschlossen, ihn nicht mehr mitzunehmen. Ich wusste jedoch, wie gut es war, einen Musiker für mein Programm dabei zu haben – Musik ist immer super – und als ich also Ende 2005 wieder nach Europa kam, suchte ich wieder nach einem Musiker, den ich mitnehmen könnte.

Ich weiß nicht, ob ihr wisst, was für eine große Chance das für in etwa jeden Musiker in Indien ist. Sie träumen von einem Angebot für ein Programm im Westen, die Möglichkeit, um die Welt zu reisen und außerhalb Indiens berühmt – oder zumindest bekannt – zu werden! Sie glauben, dass einem, sobald man es einmal in den Westen geschafft hat, alle Türen zu Erfolg, Reichtum und Glück offenstehen, dass Gold auf der Straße herumliegt und man bei jeder kleinen Andeutung einer Chance deshalb sofort zugreifen und nicht mehr loslassen sollte!

Es ist nicht überraschen, dass Musiker so denken und teilweise ist es wahrscheinlich sogar wahr. In Indien gibt es unzählige mittelmäßige, sehr viele gute und viele sehr gute Musiker. Es ist ein sehr großes Land und nicht jeder Musiker, der Talent hat, bekommt auch die Anerkennung, die diesem Talent und seiner Übung gebühren sollte. Sobald man jedoch auf eine Bühne im Westen tritt, zusammen mit einem bereits etablierten anderen Künstler, Musiker, Guru, Vortragendem oder jemand ähnlichem, so hat man plötzlich die Möglichkeit, seine Fähigkeiten auf einem Markt zu präsentieren, der noch nicht überfüllt ist und man hat Zugang zu einer riesigen Menge neuer Kontakte. Für viele Musiker ist ihre erste Reise in den Westen damit der Beginn einer erfolgreichen internationalen Karriere.

Für viele ist es jedoch ihre erste und letzte Reise, weil sie nicht offen genug für die andere Kultur sind, weil Geld nicht wirklich überall auf der Straße herumliegt und darauf wartet, dass man es aufhebt, oder weil sie wirklich nicht so talentiert und begabt sind, wie die Person dachte, die sie mitgenommen hatte.

Doch sie alle versuchen es und so bin ich von so ziemlich jedem indischen Musiker, den ich kenne, bereits Millionen Mal gefragt worden, ob ich ihn mit auf eine meiner Reisen um die Welt nehmen würde. Mir fehlte es also nicht an Auswahl, als ich 2005 einen neuen Musiker brauchte. Ich hatte zu unterschiedlichen Zeiten Künstler verschiedener Instrumente zu verschiedenen Ländern mitgenommen und versuchte nun, beim Aussuchen eines Musikers für diese Reise aus meinen vorherigen Erfahrungen zu lernen.

Ich wählte schließlich einen Musiker aus, der zuvor bereits in Indien mit mir gereist war, den ich daher persönlich kannte und von dem ich sagen konnte, dass er genug Talent und Übung für die Arbeit hatte, die ich für ihn im Sinn hatte. Er war außer sich vor Freude, als er von mir hörte und traf sofort Vorbereitungen, um mitzukommen. Es dauerte nicht lange und er hatte ein Visum, ein Ticket und seinen Koffer, bereit zur Abreise.

Ich hatte einen neuen Musiker – und natürlich machte ich wieder einmal neue Erfahrungen mit ihm, aber das ist eine Geschichte, die ich euch nächste Woche erzählen werde.

Als meine Musiker für mein Programm in Irland keine Visa bekamen – 28 Apr 13

Im Sommer 2005 hatte ich endlich das große Programm in Dublin, das wir seit mehr als einem halben Jahr planten. Viele Vorbereitungen mussten vor der Veranstaltung getroffen werden, da der Organisator, ein irischer Freund, mit einer riesigen Anzahl Besuchern rechnete. Es war meine Aufgabe, die Musiker für die Veranstaltung mitzubringen und ich plante auch, einige Yogalehrer mitzunehmen, um bei dem yogischen Teil des Programms zu helfen. Ich bekam da jedoch ein Problem!

Ich kannte eine ganze Gruppe Musiker in Indien sehr gut, die mit mir zu meinen Vorträgen in ganz Indien gereist war. Diese Musiker wollte ich auch zu diesem Programm in Irland einladen. Es war eine Gruppe von sechs oder sieben Musikern, die Flöte, Sitar, Tabla, Sarangi, eine indische Art Geige, und einige Nebeninstrumente spielen würde. Und natürlich war da noch ein Sänger.

Um überhaupt nach Irland zu kommen, brauchten sie noch Visas, was ich dem Organisator sagte. Ich hatte mich erkundigt und konnte ihm genau sagen, welche Papiere benötigt wurden. Diese wurden in Irland vorbereitet und nach Indien geschickt. Daraufhin erklärte ich den Musikern, was sie tun mussten, um ihren Visumsantrag zu stellen.

Das Datum für die Veranstaltung kam immer näher, nun nur noch eine Woche bis zum großen Tag. Dann kam ein Anruf aus Indien und die schockierende Nachricht: die Botschaft hatte den Visumsantrag abgelehnt. Den Musikern wurde die Erlaubnis, nach Irland zu reisen nicht erteilt. Was sollte ich nun tun?

Ich war nur froh, dass ich ihre Flüge noch nicht gebucht hatte! Tja, so ist das Leben, manchmal laufen die Dinge eben anders als geplant und man muss etwas umplanen. Das tat ich dann auch. Nach einigen Überlegungen beschloss ich, dass ich auf jeden Fall Musiker brauchte, da es ein großes Programm mit Workshops werden würde, die über den ganzen Tag laufen würden. Die Leute brauchten nach einem Vortrag eine Pause und Musik ist gut zur Auflockerung und zur Entspannung während der Meditation. Für den Gesang war da eine Sängerin aus England an, die ich ein halbes Jahr zuvor bei meinem Kurzbesuch in London getroffen hatte. Sie hatte sowieso geplant zu kommen, aber nun war sie die einzige Musikerin, die wir hatten. Ich musste also irgendwo Musiker mit Instrumenten auftreiben, vorzugsweise indische Instrumente, die improvisieren konnten und Zeit und die Erlaubnis und Möglichkeit hatten, nächste Woche nach Irland zu kommen.

Ich begann, einige Freunde anzurufen. Ein niederländischer Tabla-Spieler aus Amsterdam, der zuvor bereits in meinem Programm gespielt hatte, war sofort bereit zu kommen! Er freute sich über das Angebot und sagte, er würde auch einige seiner Freunde fragen. Etwas später rief er mich an und erzählte, dass er eine Flötenspielerin in Deutschland kannte, die sich uns gerne anschloss! Wir hatten also bereits eine gute Gruppe beisammen, aber wenn ich nur einen Musiker mit einem Saiteninstrument finden würde, wäre es perfekt, dachte ich!

Ich war bereits für anderes Programm in Irland und verbreitete dort weiterhin die Nachricht, dass ich immer noch Musiker brauchte. Als mich schließlich ein Mitglied des technischen Teams ansprach und meinte, ein Freund von ihm spiele die Sitar, wusste ich, dass wir nun vollzählig waren!

Es war ziemlich aufregend und sogar die Medien hatten die Nachricht mit dem Visa-Problem aufgegriffen. Sie machten ein paar recht lustige Schlagzeilen daraus, aber ich war einfach nur froh – ich hatte eine tolle, internationale Musikgruppe, die auf der Veranstaltung ihre Arbeit wundervoll erledigten!

Als mein indischer Musiker lernen musste, wie man eine westliche Toilette verwendet – 6 Jan 13

Als ich im Frühling und Sommer 2005 in Deutschland und Europa reiste, hatte ich bereits einen vollen Terminplan mit Workshops, Vorträgen und Meditationen in unterschiedlichen Städten. Die ungefähre Planung hatte ich bereits gemacht, als ich noch in Indien war und freute mich damals zu sehen, wie sich das Programm entwickelte. Als klar war, dass ich wirklich recht viel zu tun haben würde, beschloss ich, noch ein kleines Extra für mein Programm zu arrangieren: einen live Musiker.

Ich hatte schon immer Programm mit Musikern gegeben, weil Musik einfach eine tolle Atmosphäre schafft. Musik kann den Menschen helfen, sich zu entspannen, zu meditieren oder einfach nur, sich gut zu fühlen. Musik macht einen bereits schönen Abend noch schöner. In der Vergangenheit hatte ich oft Musiker vor Ort, die mir von ihrem Talent erzählt hatten, gefragt, ob sie nicht in meinem Programm spielen wollten. Nun beschloss ich, einen Musiker aus Indien mitzunehmen, wie ich es bereits zuvor für ein Programm in London gemacht hatte oder damals, als ich in Indien gereist war. Ich sprach mit meinen Organisatoren, bat sie, eine offizielle Einladung zu schreiben und arrangierte so das Visum für ihn.

Dieser Musiker war noch nie außerhalb Indiens gewesen und war ganz offensichtlich froh, dass ich ihn eingeladen hatte, zu kommen und in meinen Programmen Bansuri zu spielen, die indische Bambusflöte. Es mussten Formalitäten erledigt werden und obwohl das kein Hindernis war und er sein Visum ohne Probleme bekam, war ich da dann schon in Deutschland. Ich arbeitete in einer anderen Stadt und bat Freunde aus Mainz, meinen Musiker vom Frankfurter Flughafen abzuholen. Sie waren selbst Musiker und waren natürlich froh, einen indischen Kollegen bei ihnen zu Hause willkommen zu heißen! Sie holten ihn ab und er wohnte ein oder zwei Tage bei ihnen, wo er Zeit hatte, in diesem Land anzukommen – und sie Zeit hatten, Musik miteinander zu teilen.

Die Zeit ging schnell vorbei und schon holten sie ihn ab, hatten Freude an der Zeit mit ihm und setzten ihn schließlich in einen Zug nach Köln, wo ich in der Zeit war. Wenn ihr jedoch jemals meine Freunde aus Mainz treffen solltet und sie nach der Zeit fragt, als mein Musiker bei ihnen wohnte, lachen sie und erinnern sich an ihren völlig unerfahrenen indischen Gast bei ihnen zu Hause.

Sie erzählen, wie mein Flötenspieler sie am ersten Tag nach seiner Ankunft nach einen Eimer fragte. Meine Freundin dachte, er wolle vielleicht etwas darin waschen oder war es gewöhnt, mit einem Eimer zu duschen, also gab sie ihm einfach einen und ja, er stellte ihn in das Badezimmer. Sie dachte nicht weiter farüber nach, aber als sie das nächste Mal zur Toilette musste, ging sie in das Zimmer, schloss die Tür hinter sich zu, zog die Hosen herunter, setzte sich auf den Sitz – und sprang mit einem Überraschungsschrei wieder auf: der Toilettensitz war völlig nass! Er hatte nicht verstanden, wie die Toilettenspülung funktioniert und hatte eimerweise Wasser in die Toilette gestürzt und das ganze Bad gleich mit unter Wasser gesetzt! Diese Geschichte, natürlich in Verbindung mit der lebhaften Darstellung der Geschehnisse durch unsere Freundin, bringt immer wieder den ganzen Tisch zum Lachen!

Naja, sie stellten sicher, dass mein Freund keine weiteren Badezimmer fluten würde, indem sie ihm zeigten, wie man eine Toilettenspülung handhabte. Das hört sich vielleicht nach einer Kleinigkeit an, ist aber definitiv wichtig für die Leute die nach dir die Toilette aufsuchen!

Erfahrungen und Eindrücke der Himalayareise – 23 Apr 12

Am Freitag ist Yashendu gut in Wiesbaden angekommen. Er wird die nächsten zwei Monaten damit verbringen, in Europa zu reisen und zu arbeiten. Ramona und ich waren normal um diese Zeit des Jahres mit ihm dort, aber wie ich bereits gesagt habe, werden wir jetzt mit unserem Baby hier im Ashram bleiben. Für Ramona wird es die erste Erfahrung eines heißen Sommers in Vrindavan. Und es wird heiß werden – bis zu 48 oder 50 Grad! Viele Inder flüchten vor dem heißen Wetter und gehen weiter in den Norden, in die Himalayas, wo es schön kühl ist. Erst vor etwa zehn Tagen ist Yashendu mit den Teilnehmern der Himalaya Reise aus den Bergen gekommen.

Wir haben von der Gruppe sehr gutes Feedback bekommen, haben ihre Bilder gesehen und Geschichten gehört von ihren lustigen, aufregenden und atemberaubenden Erlebnissen. Sie sind nach unserer großen Feier für Apra aus dem Ashram aufgebrochen und haben in den darauffolgenden zehn Tagen die Himalayas in all ihrer Schönheit erlebt und auf ihrer Reise dazu noch Music und Yoga genossen.

Fast täglich haben sie in einer anderen Stadt Halt gemacht und besuchten so Rishikesh, die Stadt, die, die auch das Tor zum Himalaya genannt wird, Gangotri, die Quellstadt des Ganges, New Tehri, wo sie eine großartige Aussicht auf Asiens größten, vom Menschen geschaffenen See hatten, Joshimath, von wo aus sie einen Ausflug nach Auli machten, um sich Indiens zweitgrößten Berg Nanda Devi aus der Ferne anzusehen und den Jim Corbett Nationalpark, Indiens ältesten Nationalpark.

Die Touristensaison beginnt in den Bergen erst jetzt, also war unsere Gruppe etwas früh dran – was das Abenteuer größer und die Reise gleichzeitig noch schöner machte. Auf der ganzen Reise hatten sie den Vorteil, dass noch nicht so viele Touristen im Himalaya unterwegs waren. So konnten sie fast leere Hotels und Städte genießen. In Gangotri zum Beispiel sah es aus, als wären sie die einzigen Leute dort – und so konnten sie die Natur völlig ohne Ablenkung und Störung genießen. Keine Geräusche anderer Leute störten, sie konnten in Frieden Bilder machen und sogar am Fluß meditieren. Es gab zwar auch keinen Strom – aber mit einem schönen Feuer und etwas Musik am Fluss haben sie sich am Abend warm gehalten! Alle hatten sich auf dieses Abendteuer vorbereitet und obwohl es ziemlich kalt war, war es eine besondere Erfahrung!

Sie reisten viel in ihrem Minibus und machten lange Pausen an den schönen Zwischenpunkten ihrer Reise. Sie konnten auf der Reise den Wechsel der Vegetation und auch der Temperatur beobachten von Vrindavan, wo wir 30 bis 35 Grad hatten, bis nach Gangotri oder Auli, wo sie um die Null Grad hatten und wo es sogar zu schneien begann, als sie gerade den Berg wieder herunterkamen.

Sie lebten im Augenblick, Yashendu machte mit ihnen am Ufer des Ganges oder auf Hotelterrassen Yoga und sie atmeten die gute Bergluft. Thomas Musik half ihnen zu entspannen und all die Informationen, Eindrücke und Erfahrungen zu verarbeiten.

Kurz gesagt, es war einfach eine tolle Reise und wir planen ganz sicher eine für das nächste Jahr, so dass mehr Leute den grandiosen Himalaya erleben können!

Sieh Bilder der Himalaya Reise 2012

Tribut für den Ghazal König Jagjit Singh

Gestern haben wir die traurige Nachricht erhalten, dass Jagjit Singh diese Welt verlassen hat. Jeder muss eines Tages gehen, aber ich dachte nicht, dass er auf diese Weise gehen würde. Obwohl er gesundheitliche Probleme hatte, war er immer noch fit gewesen. Nur zwei Tage bevor er ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hatte er ein Konzert und am Tag darauf war ein weiteres geplant. Er war also aktiv, aber als er im Krankenhaus ankam, war seine Situation kritisch.

Bei dieser Nachricht kamen viele Erinnerungen hoch, da ich ihn persönlich kannte. Auf der ganzen Welt ist bekannt, was für ein großartiger Künstler er war, aber er war auch ein sehr netter Mensch. Er war mehrere Male hier in Vrindavan und ich traf ihn und seine Frau bei ihnen zu Hause in Mumbai, er lud uns zu seinem Programm in Delhi ein und ich traf ihn sogar einmal in Frankfurt. Wenn er in der Gegend war, zu einem Konzert in Agra oder in der Umgebung, rief er an und kam vorbei oder ließ uns wissen, wo er war, so dass wir zu einem Treffen kommen könnten. Wir hatten also eine gute Freundschaft.

Er war der ‘Ghazal König‘ und dafür ist er auch bekannt, aber mit seiner seidenen Stimme hat er auch viele Bhajans aufgenommen. Während er diese religiösen Lieder jedoch aufnahm und CDs verkaufte, gab er in seinem Leben nur ein einziges Bhajan Konzert und das war hier im Ashram an meinem Geburtstag, als ich in der Höhle war. Ansonsten lehnte er es ab, Bhajan Konzerte zu geben. Wir wurden einmal von einem Organisator gebeten, ihn zu fragen, ob er für deren religiöses Programm Bhajans singen würde, aber er sagte klar und deutlich, dass er das nicht tun würde. Er würde nur Ghazal Konzerte geben, aber das war und blieb sein einziges Bhajan Konzert, egal wie viel Geld sie ihm anbieten würden. Er war ein großartiger Mann mit Prinzipien.

Ich ehre ihn mit diesem Tribut.

 

Bilder von Jagjit Singhs letztem Besuch im Ashram

Der heutige Zeitungsartikel in Hindi

Geschäft religiöser Programme mit einem predigenden Guru – 13 Mar 11

Der Gedanke an Veränderung war da, doch noch nicht in einer deutlichen Form bezüglich dessen, was sich eigentlich verändern würde. Wir hatten die Vorbereitungen für mein neun-tägiges Programm genau so getroffen, wie wir es vor meiner Zeit in der Höhle immer taten. Purnendu war bereits am Veranstaltungsort gewesen, um zu sehen, wo wir untergebracht werden würde, wie die Bühne aussehen würde, hatte mit den Organisatoren alles besprochen, hatte Vorkehrungen für den Transport getroffen und auch für die Musiker. Er hatte die gleiche Gruppe von Musikern informiert, mit denen ich auch früher gereist bin und sie hatten zugestimmt, von verschiedenen Orten Indiens anzureisen, um in den neun Tagen zu meinen Vorträgen zu spielen.

Ihr must wissen, dass die Vorträge, wie ich sie üblicherweise gab, auch immer ein sehr musikalisches Programm darstellten. Wir begannen und endeten immer mit dem Singen von Mantras. Die Vorträge basierten auf Hindu Schriften, wie die Ram Charit Manas, auch Ramayana genannt, die Bhagavat Gita, die Bhagavat Maha Puran und andere. In den zwei bis drei Stunden des Vortrags gab es immer wieder kurze Unterbrechungen, in denen die Musiker spielten und ein Sänger Sätze und Verse der Schriften oder Mantras sang oder auch Bhajans anführte.

Unser Sänger war mit mir durch Indien gereist, seit wir uns 1986 kennen gelernt hatten. All meine Musiker kannten sich in der indischen klassischen Musik gut aus und der Sänger hatte in meiner Gesellschaft viele Bhajans von meinem Großvater gelernt, die in Indien bereits bekannt waren. Zusammen haben wir viele Kompositionen für unterschiedliche Mantras und Verse geschaffen. In der Gruppe war er der älteste und erfahrenste Musiker und so wurde er zum Direktor meines ganzen Orchesters.

Wir hatten einen Tabla-Spieler, der mit seiner Table, einer indischen Trommel, den Rhythmus bestimmte und einen Flötenspieler für Bambusflöten. Dazu kamen zwei Musiker mit ihren Saiteninstrumenten, eine Sitar und eine Sarangi, eine Art weiterentwickelte indische Geige mit vielen Saiten. Schließlich reiste noch ein Musiker mit, der verschiedene Instrumente spielen konnte, wie Zimbeln, Rasseln und einige weitere unterstützende Instrumente, was auch immer nötig war, und der auch als Hintergrund-Sänger singen konnte und so den Hauptsänger mit seiner Stimme unterstützte.

Zusätzlich zu den Musikern stellten wir auch einen Koch und seinen Assistenten ein, die mitkommen und für die Gruppe kochen würden. Das waren die Maßnahmen, die von unserer Seite getroffen wurden. Ich möchte euch gerne ein detailliertes Bild davon geben, wie ein solches großes und gut organisiertes Programm aussah, also werde ich euch beschreiben, was die Organisatoren taten, damit es erfolgreich verlief.

Üblicherweise wird ein so großes Programm nicht von einem einzigen Organisator organisiert, außer dieser ist reich und kann sich die großen Ausgaben, die notwendig sind, leisten. In den meisten Fällen, so auch in diesem, gibt es ein Komitee, das aus mehreren religiösen Menschen besteht, die das Programm zusammen organisieren. Mit dem Management des Guru machen sie ein Datum aus und bekommen gesagt, wie viel der Guru für sein ganzes Programm verlangt. Das beinhaltet bereits das Gehalt der Musiker und Köche oder weiterer Personen, die der Guru mitbringt. Sobald sie die Daten festgelegt haben, fangen sie an zu werben und gehen von Tür zu Tür, um den Leuten von dem Programm zu erzählen und sie um eine Spende zu bitten, die sie bei der Organisation unterstützen würde. Ich hatte in dieser Gegend bereits zuvor Vorträge und Reden gehalten, also war mein Name in der Gegend bekannt und ich hatte in der Umgebung viele Anhänger, die den Organisatoren gerne Geld gaben, so dass mich die Stadt einladen konnte. So funktioniert es normalerweise. Die Organisatoren sammeln bereits im Vorfeld Geld, so dass sie alles, was gebraucht wird, vorbereiten können. Die Leute sind bereit zu geben, weil sie ihren Guru wiedersehen wollen, die Vorträge hören wollen und glauben, dass es für ihre spirituelle Entwicklung und ihr Karma gut ist, wenn sie das ermöglichen.

Die Organisatoren arrangieren dann alles notwendige, von den Zelten bis zu der Unterkunft für den Guru, vom Essen, das oft kostenlos ausgegeben wird bis zu den Mikrofonen und den Stron-Not-Reserven.

Wenn es ein großes Programm ist, zu dem Tausende Menschen kommen, sind dort oft auch hohe Beamte und Politiker bei den Vorträgen anwesend. Politiker kommen zu solchen Veranstaltungen, weil sie zeigen wollen, wie religiös sie sind, so dass religiöse Leute ihnen in der nächsten Wahl ihre Stimme geben. Mit diesen VIPs müssen sich die Organisatoren natürlich um eine erhöhte Sicherheit kümmern und auch die Polizei wird anwesend sein.

In der ganzen Stadt sieht man dann Banner, Plakate und Poster, auf denen ein Bild des Gurus zu sehen ist, dazu die Termine und eine offene Einladung, dazu zu kommen. Je nachdem wie groß die Organisatoren sind, machen sie auch in den umgebenden Städten und Dörfern Werbung.

Sie organisieren sogar Busse, um die Leute aus diesen Dörfern abzuholen. Sie schreiben dort mit auf die Poster, wann ein Bus sie abholen kommt und wann er sie wieder im Dorf absetzen wird. Solche Busse sind für alle völlig kostenlos und es gibt keine Eintrittsgelder oder Tickets. Jeder kann kommen, völlig gratis, aber natürlich geben die Menschen kleinere oder größere Spenden.

Das alles ist ein richtig großes Geschäft wie jedes andere. Die Organisatoren haben einen Plan, was sie erreichen wollen, sie sammeln die finanziellen Mittel bei Sponsoren, investieren manchmal auch etwas von ihrem Geld und beginnen mit den Vorbereitungen. Während den neun Tagen des Programms, bitten sie die Menschen um Spenden und machen so ihre Einnahmen. Manche geben fünf Rupien, andere geben 50000, aber jeder gibt etwas, je nachdem, was ihnen möglich ist. Nach dem Programm zahlen sie die Darsteller, den Guru und seine Gruppe und was auch immer dann noch über ist, ist ihr Gewinn. Wenn insgesamt nicht genug Geld zusammengekommen ist, können sie auch Verluste machen, doch meistens machen sie noch einen guten Gewinn, selbst nachdem sie die Künstler, das Zelt, das Gehalt für alle Angestellten, das Essen, die Unterkunft, die Busse und alles bezahlt haben. Und es stimmt, sie haben viele Anstrengungen unternommen, also ist das einfach das, was sie für ihre Arbeit verdienen. Je mehr Leute kommen, desto höher ist ihr Gewinn und in meinen Programmen war es normal, dass 20000 und mehr Leute kamen.

Es ist ein Geschäft, dass jeden glücklich macht. Ich, der Guru, bekommen mein Geld und kann meine Musiker und Köche bezahlen, was sie glücklich macht. Die Organisatoren bezahlen all die Leute, die für sie gearbeitet haben und so sind sie auch glücklich. Die Organisatoren selbst bekommen Geld von tausenden von Leuten und sind auch glücklich, genause wie tausende von Leute, die ein tolles Programm hatten, für einen religiösen Zweck gespendet haben und ihren Guru in ihrer Stadt hatten.

Als Guru, wie ich es in der Zeit war, lebt man wie ein Rockstar, nur dass du für deine Konzerte keine Eintrittsgelder verlangst.

Verabschieden von Thomas und Iris – 13 Mai 09

Heute früh sind wir von Wiesbaden nach Lüneburg aufgebrochen. Unsere Freundin Sabine hat uns zum Bahnhof gebracht und uns noch beim davonfahren gewunken. Dieses Mal haben wir eine lange Zeit in Wiesbaden bei Thomas und Iris verbracht und haben viele Dinge zusammen gemacht und einige Veränderungen haben sich getan. Ich freue mich, dass Thomas immer tiefer in die Musik und in das Helfen durch Musik geht. Es ist bewiesen, dass Musik als Therapie hilft. Ich habe dieses Mal auch eine Klanmassage genossen und es war wirklich schön.

Doch auch diese Wochen in Wiesbaden gingen schnell vorbei und seit gestern spürte ich, dass sie daran dachten, dass wir gehen würden, obwohl wir noch da waren und sie fühlten, dass sie uns vermissen würden, das gemeinsame kochen, essen, Eis essen und Zusammensein. Thomas sagte auch, dass das Haus sehr leer sein würde und Iris wird die Begrüßung vermissen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt. Heute morgen, als wir uns verabschiedeten, waren wir alle traurig.

Ich bin dankbar, dass ich diese Freunde und ihre Unterstützung und Liebe auf allen Wegen habe. Ein Freund ist jemand, der dir seinen Arm reicht und in jeder Situation bei dir ist. Wir vermissen sie auch und tragen ihre Liebe in unseren Herzen. Wir treffen uns bald wieder und ich denke es ist schön, dieses Tagebuch zu haben, so dass unsere Freunde die Möglichkeit haben, so mit uns zu reisen und täglich an unserem Leben teilzuhaben.
Wir sind gut in Lüneburg angekommen und Michael hat uns abgeholt.

Benefiz-Konzert zu Gunsten unserer Kinder in Indien – 1 Feb 09

Gestern hatten Thomas und Iris in dem indisch-vegetarischen Restaurant " Zimt & Koriander" ein Benefiz Konzert unter dem Motto "Food for a Day" veranstaltet. Pavan Sharma, der Besitzer des Restaurant unterstützt seit gut einem Jahr mit einer Spendendose das Future for Kids Projekt in Indien. Insgesamt konnten bis jetzt 5 Essen für die Kinder im Ashram ausgerichtet werden. Um den Menschen dieses gemeinnützige Projekt besser verständlich zu machen, hatte Pavan die Idee, eine kleine Fotoausstellung in seinem Restaurant zu organisieren. So gab es also gestern eine Vernissage zusammen mit einem kleinen Konzert.

Yashendu hatte einige Fotos gesendet und Thomas und Iris haben noch ein paar ihrer eigenen Bilder dazu genommen, so dass sie insgesamt 12 Bilder ausstellen konnten. Die Bilder zeigen verschiedene Aktivitäten im Ashram:
Die Essenszubereitung, einen food for a day ausgerichtet von den Gästen des Restaurants, die Essensverteilung an die Pilger, großes Bandhara mit der Speisung von etwa 500 Menschen, sowie schöne Nahaufnahmen der Kinder.

Thomas berichtete, dass viele der Besucher gestern deutlich berührt waren, von den Fotos der zufriedenen Kindergesichtern , die ein gutes Essen genießen durften. Iris hat die Veranstaltung mit Gedichten von Rabindranath Tagore umrahmt. Tagore hat ja auch ein Schule für Kinder in Shantiniketan/ Bengalen gegründet, so passten die lyrischen Verse, die er über die Kinder geschrieben hatte, wunderbar zur Ausstellung. Thomas hat dann die Stimmung der Verse mit der Sitar aufgenommen und weitervertieft, zusammen mit seinem Freund Michael, der die arabische Udu – Drum dazu spielte.

Pavan hat alle Gäste mit köstlichem vegetarischen Essen versorgt, so dass auch nicht nur die Ohren und das Auge, sondern auch der Gaumen verwöhnt wurde. Die Gäste haben auch an diesem Abend die Spendendose großzügig gefüllt, so dass schon bald wieder ein food for a day ausgerichtet werden kann. Die Ausstellung wird noch bis Ende Februar im Restaurant zu sehen sein. www.zimtandkoriander.de.

Danach gibt es die Möglichkeit, dass die Fotos auch in anderen Städten gezeigt werden könnten. So wäre es möglich, eine Wanderausstellung entstehen zu lassen, die auf sehr ungezwungene Weise, die wunderbare Arbeit des Ashrams verdeutlicht. Wer Interesse an einer Ausstellung hat, kann sich gerne an Thomas wenden. thomas@jaisiyaram.com

Energiemessung und Verkauf van Erleuchtung – 9 Feb 08

Heute kam jemand, der eine meiner Heilpatientinnen begleitete. Er zeigte mir ein elektronisches Gerät, eine kleine Box, und fragte: „Swami Ji, kannst du die kosmische Energie hier drin spüren?“ Und er schaltete es an einem ‘Power’-Knopf an. Ich antwortete „Nein.“  Er sagte „Oh, ich dachte, du wärst vielleicht beeindruckt, weil du eine wahnsinnige Energie spürst.“ Tat ich aber nicht.

Nachdem der Mann gegangen war, erzählte mein Freund Thomas mir, dass er eine Werbung gesehen hat: Offensichtlich hat jemand eine Pille für Erleuchtung geschaffen. Nimm sie ein und du bist erleuchtet. Diese Art von Dingen sind schon fast Teil der Kultur geworden. Wir wollen alles kaufen und glauben, wir können alles für Geld haben. Sogar Erleuchtung.

Besonders der Abend war schön heute. Zwei Freunde von Thomas und Iris waren zum Abendessen da. Nach dem Essen spielte einer von ihnen die Tanpura und sang dazu. Er ist ein groβartiger Sänger. Thomas hat uns auch glücklich gemacht, indem er Rudraveena spielte. Musik ist eine tolle Hilfe zur Konzentration. Meditation kann viel einfacher sein mit Musik. Musik kann dich in einen Bewusstseinszustand bringen, in dem du dich auf dein inneres konzentrieren kannst und versuchen kannst, deine innere Freude zu finden.