Lass die alten Zeiten hinter dir – ‚Kein Sex vor der Ehe‘ ist eine veraltete Moralvorstellung – 13 Jan 16

In den vergangenen zwei Tagen habe ich von dem Druck erzählt, den insbesondere Frauen hier in Indien nach ihrer Hochzeit spüren: während sie bis zu dem Tag, an dem sie ihr Ehegelübde ablegen, Jungfrauen bleiben sollen, sollen sie nun so schnell wie möglich schwanger werden! In Indien lebt man in einer Gesellschaft mit jeder Menge Einschränkungen, wenn es um Moralvorstellungen geht. Das muss sich meiner Meinung nach ändern, um Raum für mehr Glück und Zufriedenheit in einem modernen Leben zu schaffen!

Es ist wahr, dass viele dieser Moralvorstellungen und Gedanken, wie man sich verhalten sollte, ihren Ursprung irgendwo in der Vergangenheit haben und damals hatten sie vielleicht auch ihre Richtigkeit. Früher hatten die Menschen zum Beispiel keine so hohe Lebenserwartung wie heutzutage. Um sicherzustellen, dass Kinder alt genug zum Überleben waren, bevor man selbst starb müsste man früh damit beginnen, sich fortzupflanzen. So kam es, dass es für ein verheiratetes Paar Sinn machte, sich bereits früh, gleich nach der Hochzeit darum zu kümmern. Und so kommt es, dass es auch heute in Indien noch normal ist, so schnell wie möglich Babys zu bekommen. Neun Monate nach der Hochzeit könnte es schon soweit sein!

Jedoch nicht vor der Hochzeit! Oh nein, unverheiratete Frauen sollten nie schwanger werden, das wäre eine Katastrophe! Früher hätte das wirklich ihren Ruin bedeuten können, denn Frauen waren diejenigen, die auf das Haus aufpassten, wären die Männer die Versorger waren. Sie hatten keine Möglichkeit Geld zu verdienen und sich selbst und ihr Kind zu versorgen!

Heute jedoch stehen die Dinge anders. Die äußere Umgebung hat sich verändert und auch die Gedanken sollten sich demnach ändern! Heutzutage können wir erwarten, dass wir lang genug leben, um unsere Kinder aufwachsen zu sehen und unsere Enkel sogar auch! Wir können also noch ein paar Jahre warten, bevor wir wirklich heiraten und noch ein paar Jährchen, bevor wir Kinder bekommen! Wir müssen nicht in Eile jemanden heiraten, den wir nicht kennen. Arrangierte Ehen machen keinen Sinn – man hat genug Zeit, jemanden zu finden, den man wirklich mag und mit dem man auch den Rest seines Lebens verbringen will! Und man muss sich auch mit Kindern nicht beeilen!

Auch sollten Frauen heutzutage die Möglichkeit haben, ihr eigens Geld zu verdienen und damit für ihren Lebensunterhalt selbst aufzukommen. Wenn sie also Sex vor der Ehe haben, wenn sie schwanger werden und beschließen das Kind zu behalten, sollte das nicht das Ende der Welt bedeuten!

Leider sind wir hier in Indien noch nicht soweit, wie ihr wisst, wenn ihr meinen Blog öfter lest oder euch mit der Situation in Indien etwas auskennt. Doch wir sollten dorthin gelangen – und ich denke mit der Zeit wird das auch geschehen!

Die schrecklichen Folgen des Drucks auf Frauen, Kinder zu bekommen – 12 Jan 16

pregnency test

Gestern habe ich euch von den Erwartungen erzählt, die indische Eltern, Schwiegereltern und die Gesellschaft an frisch verheiratete Pärchen stellen: sie sollten so schnell wie möglich Babies bekommen, sonst stimmt mit ihnen etwas nicht! Das ist jede Menge Druck besonders auf die Frau, die nämlich diejenige ist, die ständig gefragt wird und von der erwartet wird, dass sie Bericht erstattet. Viele Frauen glauben wirklich, dass genau das nach der Ehe sowieso geschehen sollte und auch sie wollen das. Sie wollen ein Kind empfangen – doch diese Entscheidung liegt nicht immer am Menschen! Manchmal klappt es einfach nicht. Und genau da kann dann der Druck der Gesellschaft für sie zu viel werden!

Ich habe schon viele Frauen getroffen, die nicht schwanger werden konnten oder deren Fötus einfach nie wuchs. Ich habe mit Frauen auf der ganzen Welt über ihre mentalen, emotionalen und körperlichen Probleme gesprochen. Der Stress ist für sie alle groß – aber in Indien ist der Druck von außen von Weitem am Größten!

Natürlich ist es eine unglaubliche emotionale Belastung, wenn man es schon lange versucht und mehrere Fehlgeburten hatte oder einfach nie schwanger wurde. Es ist auch körperlich eine Herausforderung. Es ist eine mentale Belastung. Doch im Westen ist es üblicherweise eine Art Stress, die vom Inneren der Frau heraus kommt. Es entsteht von ihrem Wunsch, ein Baby zu haben und der Tatsache, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung ging sowie der Angst, dass es vielleicht nie Wirklichkeit wird.

In Indien hat die Belastung ihren Ursprung meistens in der Angst, andere zu enttäuschen, im Wunsch anderer, ein Enkelkind zu haben, in der Erwartung und dem Druck – denn das ist es – Kinder zu bekommen. Die Angst, als unfähig angesehen zu werden, nicht in der Lage, die grundlegendste deiner Pflichten als Frau zu erfüllen und der emotionale Schmerz, die Wünsche anderer nicht erfüllen zu können. Gepaart mit dem Bedauern, dass die eigenen Gefühle überhaupt nicht zählen. Die eigene Enttäuschung spielt vielleicht auch eine kleinere Rolle, wird jedoch von den Einflüssen aus dem Außen bei Weitem überschattet!

Natürlich gibt es auch in Indien Maßnahmen, die man ergreifen kann, wenn man kein Kind bekommen kann. Fruchtbarkeitstests für beide Partner, Geräte, mit denen man die Zeit des Eisprungs messen kann, mehrere Methoden, die helfen, natürlich zu empfangen und natürlich künstliche Befruchtung. Neben der Tatsache, dass viele junge Paare für einige dieser Behandlungen Kredite aufnehmen müssen, um dafür zahlen zu können, sind sie emotional genauso schmerzvoll wie körperlich! Nach dem Scheitern – und leider sind die Chancen auf Erfolg oft entmutigend niedrig – sind Frauen am Boden zerstört! All ihre Hoffnungen auf Glück, Liebe und Respekt von Außen gingen verloren, zusammen mit den Eiern oder Embryos, die ihren Körper wieder im nicht-schwangeren Zustand zurückgelassen haben!

Frauen bekommen Depressionen. Sie verlieren die Lust am Leben. Es gab sogar Selbstmorde aus diesem Grund! Besonders aufgrund arrangierter Ehen, die ein Handelsgeschäft der Heirat sind und wo Liebe in der Gleichung keine Rolle spielt. Es ist als hätte der Bräutigam beschädigte Ware bekommen, die nicht gut funktioniert und nicht die Waren hervorbringt, die sie sollte!

Es ist nicht zu glauben, dass wir aufgrund dieser dummen Erwartungen Leben verloren haben! Natürlich haben Eltern das Recht, sich Enkelkinder zu wünschen. Doch sie haben kein Recht dazu, Druck auszuüben und die ganze Gesellschaft sollte eines wissen: indem man das Phantom eines zukünftigen Kindes höher schätzt als die Gefühle der Frau, macht man sie krank. Ihr tötet sie mit jeder monatlichen Blutung Stück für Stück! Ist es das, was ihr wollt? Das kann ich nicht glauben!

Also lasst bitte Paare sich verlieben und aus Liebe heiraten. Lass sie entscheiden, wann die Zeit richtig ist für ein Kind. Lass sie ihr eigenes Leben leben. Sei für sie da, wenn du gebraucht wirst – sei es als Hilfe beim Windeln-wechseln oder, damit sie sich bei dir ausweinen kann, wenn der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht!

Wenn deine Schwiegermutter nach deiner Hochzeit deinen Menstruations-Kalender führt – 11 Jan 16

Zu Apras Geburtstag waren viele Freunde gekommen und es war wirklich schön, wieder einmal mit Ihnen zu reden! Als wir beisammen saßen, erzählte eine Freundin, die vor etwa einem Jahr geheiratete hat, wie viel Druck sie nicht nur von ihrer Familie und ihren Schwiegereltern bekam, sondern auch von der Gesellschaft allgemein. Was für Druck? Endlich schwanger zu werden!

Ja, hier in Indien ist es recht normal, dass einige Monate nach der Hochzeit – die natürlich arrangiert war – jeder die frohe Nachricht erhält: ein Baby ist auf dem Weg! So funktioniert es, so soll es sein und das ist schließlich der ganze Sinn der Ehe. Von dir wird erwartet Kinder zu bekommen, vorzugsweise Jungen, um sicherzustellen, dass der Familienname fortgeführt wird und dass du Erben für das Familiengeschäft zur hervorbringst! Das ist dein Haupt-Lebenszweck nach der Hochzeit: so schnell wie möglich Kinder zu bekommen!

Diese Freundin erzählte, dass sie und auch ihr Ehemann eigentlich recht zufrieden damit waren, nicht gleich Kinder zu bekommen, sondern stattdessen einfach etwas Zeit damit zuzubringen, einander kennen zu lernen und ihre Beziehung zu intensivieren. Das ist in Indien eine sehr ungewöhnliche Idee, da die meisten Menschen sagen, das Kind sei eine Art Kleber oder Magnet für die Eltern, die einander aufgrund des Kindes näher kommen! Während sie beide mit dieser Situation glücklich waren, waren das die Familien jedoch nicht! Sie war unglücklich über den Druck, der von überall her aufgebaut wurde!

Eine weitere Freundin, deren dreijährige Tochter in dem Augenblick mit Apra spielte, erinnerte sich an die gleiche Situation nach ihrer eigenen Hochzeit. Ihre Schwiegermutter hatte begonnen, sie jeden Monat anzurufen und zu fragen, ob sie bereits ihre Periode gehabt hatte. Sie begann sogar, im Kalender anzustreichen, wann ihre Schwiegertochter ihre Menstruation hatte und rief genau an diesen Tagen an, woraufhin sie immer wieder sehr enttäuscht war, wenn sie hörte, dass sie blutete, also nicht schwanger war!

Könnt ihr euch vorstellen, was für ein Gefühl das einer Frau gibt? Du bist praktisch nur als Brutstation da, sonst nichst! Egal, was du willst oder nicht – deine ganze Umgebung denkt, du musst ein Baby wollen. Sie warten alle auf die frohe Nachricht.

Wenn diese einige Monate lang oder sogar ein Jahr lang nicht kommt, beginnen die Gerüchte: sie müssen Probleme haben, schwanger zu werden! Wer der beiden ist wohl unfruchtbar? Sind sie in Behandlung? Oder ist er vielleicht nicht an Sex interessiert, etwa gar schwul?

Oh, Gerüchte-liebende Nachbarschaften freuen sich, solche Themen zu haben und sie riechen überall Skandale, auch wenn da nichts anderes ist als Mutter Natur am Werk!

Es ist lächerlich, dass wir Frauen und auch Männern sagen, wie ihr Leben aussehen sollte und wann sie im Leben was denken oder wünschen sollen! Es ist für eine Gesellschaft im Ganzen und auch für die individuellen Frauen nicht gesund. Denn was geschieht, wenn sie wirklich nicht schwanger werden können? Doch zu diesem Szenario morgen mehr.

Bist du ein Inder, der online mit westlichen Frauen über Sex spricht? Lies das! – 17 Jun 15

Ich habe die Enttäuschung vieler westlicher Frauen beschrieben, die wir im Laufe der Zeit erlebt haben und dazu ihre Situation, wie sie einen Inder online kennen gelernt haben, sich verliebt haben und nun nach Indien reisen, um ihn zu treffen. Ich habe meine Worte in den vergangenen zwei Tagen an Frauen in dieser Situation gerichtet, aber heute mochte ich meinen Blogeintrag für die indischen Männer schreiben, die an der Wurzel des Problems sind.

Wieder basieren meine Worte auf Erfahrungen, die wir hier mit Frauen mit genau diesem Thema gemacht haben.

Meine lieben indischen Freunde, ich habe überhaupt kein Problem, wenn ihr mit meinen Freunden über soziale Netzwerke in Kontakt tretet. Wenn sie antworten und ihr eine Freundschaft entwickelt, ein bisschen redet und euch interkulturell austauscht, so freut mich das für euch! Doch denkt daran, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Frauen, die ihr auf diese Weise kontaktiert, mir auch schreiben und mir von euren Unterhaltungen erzählen.

Wenn ich dann erfahre, dass ihr mit ihnen geflirtet habt und sie überlegen, nach Indien zu kommen, um euch zu treffen, so werde ich ihnen auf jeden Fall raten, vorsichtig zu sein, genauso, wie ich es in meinen vorherigen Blogeinträgen beschrieben habe. Denn ich weiß, dass sie es ernst meinen, du aber vielleicht nicht.

Ich möchte das hier ganz klar sagen: diese Frau ist drauf und dran, sich über das Internet in jemanden zu verlieben, der ganz weit weg ist und dieser jemand bist du! Sie glaubt ganz ehrlich, was du sagst und sie vertraut deinen süßen Worten. Ich bin immer für Liebe und jedem steht es frei selbst zu wählen, wo sie nach Liebe suchen – aber sie hat sich in dich verliebt und ich habe großen Zweifel daran, dass du deine Worte genauso ernst nimmst wie sie es tut!

Warum treibst du solche Späße mit den Gefühlen einer anderen Person? Vielleicht hast du ehrlich nicht gedacht, dass die andere deinen Flirt ernst nimmt. Vielleicht hast du gedacht, sie chattet sicher noch mit zehn anderen Kerlen, genau wie du auch mit zehn anderen Frauen chattest. Vielleicht hattest du ähnliche Gespräche mit indischen Mädchen in der Anonymität des World Wide Web und das wurde nie auch nur annähernd was Ernstes. Ihr habt beide einfach nur rumgealbert und es genossen, dass ihr über Sex schreiben könnt. Ihr könnt ja eh nicht darüber sprechen und es auch nicht tun, weil es nicht Teil dieser Kultur ist. Weder du noch dieses Mädchen hätten je daran gedacht, einander zu treffen, selbst wenn ihr darüber geschrieben hattet. Selbst wenn du davon träumst, mit ihr zu schlafen.

Ich sage euch eins: mit einer westlichen Frau zu sprechen ist anders. Ihre Kultur ist anders. Sie denkt anders und sie leidet höchstwahrscheinlich nicht von unterdrückter Sexualität, so wie du! Deshalb braucht sie auch keine Worte ohne Handlungen. Es ist ihr ernst, weil sie an einem Punkt in ihrem Leben ist, an dem sie wirklich etwas Ordentliches, Stabiles und Langjähriges finden möchte! Sie kann zu jedem Zeitpunkt hier in Indien vor deiner Tür stehen und von dir verlangen, dass du all die Dinge tust, die du ihr online versprochen hast!

Macht dir das Angst? Gut! Denn wenn du Angst hast, bedeutet das, dass du es nicht ernst gemeint hast und wenn du es nicht ernst meinst, dann solltest du JETZT damit aufhören! Du stehst kurz davor, die Gefühle einer anderen Person zu verletzen. Stell klar, dass du nur herumalberst, stell klar, dass du die Frau heiraten wirst, die dir deine Eltern in ein paar Jahren aussuchen oder dass du bereits verheiratet bist und einfach nur reden möchtest. Das ist in Ordnung und ich verspreche dir, dass die meisten Frauen immer noch gerne mit dir reden, als Freund – solange du nicht versuchst, sie zu betrügen und ihnen wieder falsche Versprechungen zu machen!

Unsere Arbeit mit Ayurveda beinhaltet keine Energiearbeit – 29 Sep 14

Vor Kurzem hatten wir unsere Ayurveda Massage Training. Es war sehr erfolgreich, die Teilnehmer haben viel gelernt und wir haben das Wissen und vor Allem die Erfahrungen, die wir im Laufe der Jahre mit Ayurveda-Massagen und –Behandlungen gemacht haben, weiterzugeben. Da kam jedoch ein Punkt, an dem wir uns nicht mehr ganz wohl fühlten: die Teilnehmer fragten nach den energetischen Aspekten solcher Massagen.

Ayurveda ist wörtlich übersetzt die Wissenschaft des Lebens. In einem Ayurveda Retreat konzentrieren wir uns sowohl auf die körperlichen als auch die mentalen Probleme, versuchen sie zu lindern und vielleicht sogar zu heilen. Die Massagen entspannen den Körper und man kann dasselbe sogar mit dem Verstand machen. Es gibt Behandlungen für Schmerzen in Rücken, Knien und anderen Körperteilen. Es gibt auch Behandlungen, um bei Stress, Depressionen und Schlaflosigkeit zu helfen.

Wir arbeiten jedoch nicht mit Energie.

Nein, wir glauben nicht einmal an Energie! Ich weiß, dass es viele Leute gibt, die diese Wissenschaft, die eine messbare, echte Wirkung auf den Körper hat, mit ‚Energie‘ in Verbindung gebracht haben, etwas, das man nicht berühren, messen oder erklären kann. Etwas, das vielleicht auch gar nicht existiert. Ich weiß auch, dass viele Massagetherapeuten aus religiösem Glauben eine Massage auf eine Weise beginnen, die ich als abergläubisch bezeichne: sie zünden an einem kleinen Altar eine Kerze an, berühren den Massagetisch und dann ihren Kopf, sagen ein Gebet – für Unterstützung, Heilung oder was auch immer. So etwas machen wir nicht.

Durch solche Handlungen religiöser Therapeuten und wahrscheinlich auch Vorträgen von religiösen Ayurvedischen Professoren, kann jemand, der mit Ayurveda nichts zu tun hatte, sehr wohl auch den Eindruck bekommen, dass das alles ein Teil von Ayurveda ist, dass Ayurveda etwas mit Energie zu tun hat. Es ist jedoch grundlegend eine Wissenschaft mit Ergebnissen, die bewiesen werden können.

Du bist derjenige, der Akkupunkturpunkte drückt, der die Hände über verspannte Muskeln bewegt und der die Techniken kennt, wie man eine Hand auf einem schmerzenden Gelenk bewegen muss! Natürlich kannst du dem anderen helfen, natürlich hilft eine bestimmte entspannende Atmosphäre und eine Art innere Ruhe dir, deine Arbeit gut zu machen. Wir glauben jedoch, dass das alles mit dir zusammenhängt, deiner inneren Situation und deiner Arbeit, nicht mit etwas von außen. Neben der psychologischen Wirkung, die es haben könnte, glauben wir nicht, dass diese religiösen oder abergläubischen Handlungen dir oder der Person vor dir helfen könnten.

Wenn du so etwas in unserem Training erwartest, wirst du natürlich enttäuscht. Wir können dir keine Zeremonien, Rituale oder Gebete beibringen, die du vor einer Massage oder einer Behandlung machen solltest. Wenn du gerne Gott, das Universum oder irgendjemand anderen um Unterstützung anflehen willst und für denjenigen vor dir Heilenergie erbitten willst, kannst du das gerne selbst tun. Wir können dir so etwas nicht beibringen. Ganz einfach, weil wir nicht daran glauben.

Unsere Teilnehmer haben den Ashram glücklich und zufrieden mit dem Wissen und der Übung verlassen, die sie hier bekommen haben. Vielleicht haben sie diesen Punkt der Energien vermisst, aber wir konnten ihnen unseren Sichtpunkt erklären. Wir haben jedoch gelernt, dass wir eine Notiz auf unserer Internetseite machen müssen und klar sagen, dass es keine Energiearbeit geben wird. Überhaupt keine. Das wird uns helfen, die richtigen Leute zu unserem Training zu bekommen und wird sie vor dieser Enttäuschung bewahren.

Wie wir den Samen der Depression und des Burn-out in unseren Kindern säen – 2 Apr 14

Gestern habe ich euch erzählt, warum ich glaube, dass es keine gute Idee ist, die Terminpläne unserer Kinder so voll zu stopfen, bis es keine freie Minute mehr gibt. Außer, dass wir ihnen die Fähigkeit nehmen, sich selbst zu beschäftigen, pflanzen wir die Samen für die großen Probleme in unserer heutigen Gesellschaft: Depression, Burn-out und andere psychologische Probleme. Diese Probleme, die früher an etwa Vierzig-Jährigen zu beobachten waren, sind nun etwas, was man an jungen Menschen in Schulen auf der ganzen Welt beobachten kann.

Denken wir noch einmal an die Aktivitäten, die die Eltern für ihre Kinder auswählen. Es gibt viele, manche bringen ihnen mehr bei und andere weniger. Manche sollen den Intellekt des Kindes fördern, manche das musikalische Können, wieder andere sollen sie einfach nur zur Bewegung animieren und Verabredungen zum Spielen sollen soziale Fähigkeiten stärken. Alles hat einen Sinn.

Ja, da steht der Gedanke hinter all diesen, dass das Kind etwas lernen sollte. Es ist eine Erwartung: Kinder sollten sich während diesen Aktivitäten gut verhalten! Wenn sie sich so verhalten, wie erwartet, werden sie auch gelobt. Selbst in gesellschaftlichen Aktivitäten ist da ein Beobachter, der die Wirkung dessen, was vor sich geht, beurteilt. Das erzeugt Druck.

Nun einmal abgesehen von den Freizeitaktivitäten, sollten wir uns ansehen, was in der Schule geschieht: es ist schwer zu glauben, wie viel Druck bereits unsere Jugendlichen aushalten müssen! Sie müssen viel lernen, ihnen werden immer wieder die Konsequenzen aufgezeigt, falls sie das nicht tun und ihnen wird Angst vor der Zukunft gemacht.

Lehrer, Eltern, die Schule und sogar Schüler untereinander erinnern einander immer wieder daran, dass das Leben keinen Spaß macht. Dass man für ein höheres Ziel lernt: so dass man nach der Schule nicht arbeitslos und ohne Geld auf der Straße sitzt. Denn es geht ums Geld. Dafür muss man einen guten Job haben, dafür muss man die Prüfungen gut bestehen, dafür muss man mehr lernen und noch mehr und immer mehr! Keinen Spaß haben, Lernen ist nicht zum Spaß! Mache einen Fehler und du wirst bestraft! Mache einen Wettstreit mit denen um dich herum! Sind sie besser als du? Bemühe dich mehr! Sind sie schlechter als du? Lass sie nie bis an dich rankommen!

In manchen Schulen und für manche Kinder ist es offensichtlicher, während der Druck für andere subtiler ist. Wie auch immer, ihr könnt euch die psychologischen Folgen vorstellen. Es gibt kein Ventil, keine Zeit, diesen Druck loszuwerden. Und da ist kein Respekt für die Tatsache, dass wir alle unterschiedlich sind und nicht alle zur Elite gehören können. Dass wir nicht alle Ärzte und Ingenieure sein können.

Darum haben Kinder Lernschwierigkeiten, mentale Zusammenbrüche und Burn-out. Weil sie nie genug sind, wie sie sind. Weil ihre Zukunft schrecklich aussieht, egal, wie sehr sie sich anstrengen!

Das müssen wir ändern.

Lasst unsere Kinder mit mehr Freiheit lernen, gebt ihnen die Möglichkeit, Spaß zu haben. Seid positiv und bringt auch ihnen positives Denken bei!

Was tun, wenn die Freundschaft wegen unterschiedlichem Glauben und Interessen nicht tief geht – 17 Dez 13

Gestern habe ich erklärt, dass es im Leben viele Freunde geben kann, die ganz andere Dinge für richtig halten als man selbst. Was kann man tun, wenn das der Fall ist und sich eine Freundschaft entwickelt hat, die eher formell ist und nicht so tief, wie man sie gerne hätte?

Das Erste, was man tun kann, ist dem anderen einfach zu erklären, an was man glaubt. Drücke die Themen aus, in denen sich eure Meinungen unterscheiden, so dass ihr beide wisst, woran ihr seid. Wenn du dann das Gefühl hast, dass sich keiner von euch irgendwie ändern wird, akzeptiere einfach die Tatsache, dass ihr nicht übereinstimmt.

Lass das nicht das Band der Freundschaft zwischen euch zerstören. Gleichzeitig jedoch solltest du nicht zu viel erwarten. Behalte die Liebe bei, aber sei nicht enttäuscht, wenn es nicht tiefer geht, als hin und wieder einmal ein Treffen.

Wenn ich mir zum Beispiel meine Großmutter und meinen Vater ansehe, so kann ich sehen, dass sie sich sehr verändert haben, aber natürlich werden sie sich nie so sehr verändern wie ich. Sie haben ihr ganzes Leben mit dem Glauben an Religion verbracht und obwohl sie viele der Dinge, die da dazugehören hinter sich gelassen haben, werden sie sich nicht mehr völlig verändern. Und das verlange ich auch gar nicht.

Der Schlüssel ist, dass ihr einander verstehen und respektieren müsst. Lass sie so leben, wie sie leben möchten und lebe du auch so, wie du möchtest. Da Familienmitglieder sowieso Familienmitglieder bleiben, egal was passiert, ist das mit ihnen meistens einfacher als mit Freunden, aber auch mit Freunden kann man eine solche Beziehung haben. Wenn die Freundschaft und Liebe wirklich echt ist und sich einer von euch ändert, während der andere gleich bleibt, solltet ihr in der Lage sein, das zu akzeptieren.

Eines ist jedoch sicher: es entsteht eine gewisse Lücke zwischen euch. Ihr könnt das nicht miteinander teilen, was ihr tief im Herzen habt, ihr könnt nicht so sehr am Leben des anderen teilhaben und ihr könnt euch nicht stundenlang unterhalten.

Das bedeutet nicht, dass e seine unehrliche Freundschaft ist. Ihr wünscht einander das Allerbeste, aber ihr denkt so unterschiedlich, dass ihr miteinander nicht so schöne Erfahrungen machen könnt, wie mit jemandem, der die gleichen Emotionen teilt.

Bitte akzeptiere das. Wenn du akzeptieren kannst, dass der andere anders ist, dann musst du auch die Tatsache akzeptieren, dass ihr euch nicht so nahe sein werdet, wie ihr es sein könntet, wäre das eben nicht der Fall. Respektiere den Glauben des anderen und behalte die Liebe im Herzen. Das kannst du für deine Freundschaft tun!

Keine Einladung zu einer Party von Freunden – warum das für mich total in Ordnung ist – 23 Oct 13

Heute möchte ich euch von einem Vorfall erzählen, der mir wieder einmal zeigt, wie sehr sich das Leben verändert, wenn man aufhört, an Religion, Gott und alles drum herum zu glauben.

Eine enge Bekannte unserer Familie hat vor Kurzem ein neues Haus gebaut. Meine Familie und ich hatten uns das Haus schon angesehen, als es noch im Bau begriffen war und wir freuten darauf, dass sie hier wohnen würden, weil es praktisch nebenan war, in unserer Nachbarschaft. Schließlich kam der Tag, an dem sie einziehen und eine Einzugsparty geben wollte.

Es ist im religiösen Indien normal, eine Zeremonie durchzuführen, um das Haus zu segnen und Freunde für dieses Ritual und eine Mahlzeit einzuladen. Diese Familie gab uns das Datum, an dem sie umziehen wollten. Meine Frau freute sich und bereitete sich mit einigen anderen Familienmitgliedern auf die Feier vor. Sie bereiteten ein Geschenk vor und erzählten sogar einer Freundin, die zu der Zeit im Ashram zu Gast war, dass sie eingeladen waren und zum Abendessen vielleicht nicht da sein würden.

Ich bin kein riesiger Fan solcher Veranstaltungen, aber meine Frau schon. Da wir das Datum kannten, aber noch nicht wussten, um wie viel Uhr das Programm beginnen würde und wann wir kommen sollten, fragte mich meine deutsche Frau natürlich einen Tag zuvor, wann sie denn gehen sollte. Ich antwortete, dass wir untereinander nicht so formell waren, einander schriftliche Einladungen zu schicken. Sie würden anrufen, die Zeit durchgeben und dann könnte sie ja gehen!

Sie warteten und warteten – aber der Anruf blieb aus. Der ganze Tag ging vorüber, sie sahen, wie Köche Töpfe und Zutaten an unserem Tor vorbei zu dem Haus brauchten, alles in Vorbereitung, aber niemand rief an und sagte ihnen, sie sollten kommen.

Am Abend rief uns dann ein Verwandter dieser Bekannten an, den wir auch kennen. Wir wurden informiert, dass wir absichtlich nicht eingeladen worden waren, weil wir an der religiösen Zeremonie ja doch kein Interesse haben würden. Wir glauben nicht daran, wir sind Ungläubige, ja sogar Atheisten – also dachten sie, sie sollten uns für eine solche Veranstaltung auch nicht einladen.

In einem religiösen Land wie Indien ist jeder Anlass mit irgendeinem Ritual oder irgendeiner Zeremonie verbunden. Bei jeder Veranstaltung und Feier, sei das nun eine Einweihungsfeier, eine Geburtstagsfeier, eine Hochzeit oder eine Bestattung, Religion ist ein grundlegender Teil der Veranstaltung. Besonders religiöse Familien legen Wert auf solche Rituale und natürlich würde das auch an diesem Tag einen Teil der Feierlichkeiten darstellen. Wahrscheinlich würde es eine Feuerzeremonie, das wussten wir. Und als Ungläubige waren wir zu solchen Veranstaltungen anscheinend nicht mehr willkommen.

Natürlich fühlte sich diese Erfahrung nicht gut an. Es schien, als könnte unsere unheilige Gegenwart die heilige Atmosphäre der Veranstaltung schwächen. Was auch immer der Grund war, wir waren nicht eingeladen. Da ich auch nur ein Mensch bin und noch dazu emotional sehr sensibel, war ich traurig, dass jemand, den ich als Freund und als sogar mehr als das ansah, einen Freudentag nicht mit mir teilen wollte. Natürlich war auch der Rest der Familie, der sich auf die Feier vorbereitet hatte, genauso enttäuscht wie ich.

Wir haben darüber geredet, aber am Ende ist es so, dass ich solche Emotionen nicht lange in mir zurückhalte und sie keine große Wirkung auf mich haben lasse. Ich sehe die positive Seite der Dinge und da war mir eines ganz klar: wir können uns darüber freuen, dass die Leute langsam wissen, wer wir sind. Sie erkennen, wer wir sind und laden uns nicht mehr zu religiösen Feiern ein. Natürlich bedeutet das vielleicht auch, dass wir auch nicht mehr für die darauffolgenden Mahlzeiten, Feiern und Tänze eingeladen werden, aber ich glaube, dass man sich darüber auch freuen kann.

Wir sollten uns nach einem solchen Vorfall freier fühlen, weil es uns von einer gewissen sozialen Verantwortung befreit. Als ich das jedoch auf Facebook teilte, fand das die einladende Familie nicht so amüsant – aber die Geschichte erzähle ich euch morgen.

Erwarte nicht mehr von dir selbst, als deine natürlichen Grenzen erlauben – 15 Oct 13

Bei den Leuten, die sich selbst spirituell nennen, gibt es viele unterschiedliche Ideen dazu, wie man sein Leben leben sollte. Natürlich sind das alles positive Ratschläge, dass man zum Beispiel die Menschen in seiner Umgebung lieben sollte, man sich bewusst sein sollte, wer man ist und was man will, dass man weniger erwarten sollte, um Enttäuschungen zu vermeiden und dass man sein Ego kontrollieren sollte. Während eine allgemeine Neigung dazu besteht, dass der Westen solche Vorstellungen von östlichen Philosophien importiert und versucht, das im dortigen Leben anzuwenden, denke ich, dass man auch einen gewissen Kulturunterschied beachten muss. Es gibt nun mal bestimmte Dinge, die perfekt in eine östliche Kultur wie die indische passen würden, der westlichen Kultur jedoch so fremd sind, dass man sich unglücklich machen würde bei dem Versuch, sein Leben da hineinzupressen.

Nehmen wir da mal das Beispiel der Erwartungen. Es ist ein bekanntes Ziel spirituell interessierter Menschen, Erwartungen zu reduzieren oder sogar vollständig zu beseitigen. Ich habe immer geschrieben und erklärt, dass es eigentlich keinen Grund gibt, seine Erwartungen völlig abzulegen zu versuchen. Es sollte sogar einige von ihnen geben und die gibt es auch, wenn man ein normales Leben lebt mit Menschen um einen herum, mit Freunden und Familie. Lasst uns also über die Vorstellung sprechen, dass man seine Erwartungen drastisch zu einem Minimum reduzieren sollte.

Ich glaube, dass das ein guter Punkt ist, dass dich das glücklicher machen kann, weil du nicht so oft enttäuscht wirst. Ich glaube jedoch auch, dass man nicht versuchen und sich nicht dazu zwingen sollte, überhaupt keine Erwartungen zu haben – und sich auch nicht schuldig fühlen sollte, wenn man eine bestimmte Anzahl Erwartungen hat, die man einfach nicht loswerden kann. Und diese Anzahl hängt auch von deiner kulturellen Herkunft ab!

Wenn man sich jemanden ansieht, der in indischer Umgebung aufgewachsen ist, so neigt diese Person nicht zu so vielen Erwartungen wie eine Person in den meisten westlichen Ländern würde. Hier wird nicht erwartet, dass man sehr pünktlich ist. Man erwartet nicht, dass eine Arbeit in dem Zeitraum erledigt wird, der zuvor abgemacht wurde. Man erwartet nicht, dass eine Aufgabe präzise und perfekt erledigt wird. Ein normaler, Durschnitts-Inder ist Anpassung, Kompromisse und Unvollkommenheit bereits gewöhnt. Da gibt es bereits weniger Enttäuschung, da gibt es bereits weniger Erwartungen.

Wenn du in deinem täglichen Leben von unvernünftigen Erwartungen Abstand genommen hast, hast du bereits einen großen Schritt getan! Wenn du dir nun Gedanken machst um die Tatsache, dass du von deinem Geliebten trotzdem erwartest, dass er im Restaurant zu der abgemachten Zeit erscheint, so halte ich das nicht für falsch! Es ist die Kultur, in der du aufgewachsen bist und da ist etwas so tief verwurzelt, dass du das vielleicht nie loswerden wirst.

Was ich versuche zu sagen ist, dass man nicht meinen sollte ‚Immer, wenn ich eine Erwartung habe, mache ich etwas falsch!‘ Mach dich selbst nicht mental für die Tatsache fertig, dass du Erwartungen hast, nur weil es Menschen aus einem anderen Land leichter fällt. Du kommst au seiner anderen Kultur, du hast eine andere Identität.

Akzeptiere, wer du bist und versucht nicht, etwas zu ändern, was eigentlich gar nicht verändert werden muss. Es gibt Dinge, die einfach okay sein können, so wie sie sind – selbst wenn andere da nicht zustimmen.

Finde selbst heraus, ob du in unseren Ashram passt, bevor du überhaupt kommst! – 28 Mai 13

Mit der Zeit und auch mit seltsamen Erfahrungen, von denen ich euch in den vergangenen Einträgen erzählt habe, haben wir gelernt, dass wir den Leuten ganz klar sagen müssen, was sie in unserem Ashram erwartet. Wir haben eine Liste von Leuten, die wir hier willkommen heißen und eine Listen von Leuten, die wir im Ashram willkommen heißen und eine Listen von Leuten, die wir eben nicht willkommen heißen. Wir sind da wirklich sehr deutlich – aber trotzdem hatten wir vor nicht allzu langer Zeit eine weitere Erfahrung eines Besuchers, für den wir eigentlich nicht die richtige Gesellschaft waren.

Es war ein Amerikaner mit indischen Wurzeln, der mit uns per Email in Kontakt gekommen ist und sich über eine Reise erkundigte, die er mit uns buchen wollte. Er erzählte uns in einer kurzen Vorstellungs-Mail, dass seine Eltern in die USA ausgewandert waren und dass er nach dem Retreat mit uns noch einige Mitglieder seiner Familie in Indien besuchen würde.

Wir waren offen wie immer, machten jedoch auch gleich ganz klar, dass wir vollständig unreligiös sind. Auf Reisen mit ganzen Gruppen besuchen wir nicht unbedingt die bekannten Pilgerstädte und wir gehen auch nicht in die Tempel. In der Zeit, die ihnen zur freien Verfügung steht, können die Teilnehmer natürlich in Tempel gehen und ihr Verehrung betreiben, aber da wir uns auf das Erlebnis anderer Dinge konzentrieren, könnten unsere Reisen religiöse Personen enttäuschen, die eine Art Pilgerreise erwarten und keine Tour, wie wir sie anbieten.

Als wir das per Email klarstellten, bekamen wir eine sehr positive Antwort, die uns sofort überzeugte, dass es keine Probleme geben sollte. Der Mann schrieb, dass er viele Seiten meines Tagebuchs gelesen hatte und dass er viel zweifelte und traditionelle Gewohnheiten hinterfragte. Laut ihm hinterfragte er eigentlich alles – eine Aussage, die er später persönlich im Gespräch mit mir wiederholte. Er hatte einmal nach einem Guru gesucht, war dann jedoch von dem schmutzigen Verhalten ebenjener schrecklich enttäuscht worden, davon, dass sie so auf Geld aus waren, dass sie Entsagung predigten und dabei so weltliche Interessen hatten.

Wir bekamen einige nette Emails von ihm, die ihn als eine Person darstellten, die auf dem gleichen Weg der Veränderung war, den ich bereits gegangen war. Wir stimmten überein, dass wir uns gut unterhalten würden, wenn er im Ashram war.

Er buchte und kam. Es war nicht viel Zeit, bevor er mit den anderen auf die Reise ging, aber wir schafften es, eine kleine Unterhaltung unterzubringen. Während dieser Unterhaltung verstand ich bereits, dass dieser Mann nicht ganz so unreligiös war, wie er in seinen Mails erzählt hatte. Ich habe auch einen Tagebucheintrag zu unserer Unterhaltung geschrieben. Es überraschte mich also nicht mehr sehr, als Yashendu und die Teilnehmer mir nach ihrer Rückkehr erzählten, dass er ihnen hatte beibringen wollen, wie man betet, als wäre er selbst ein Guru oder spiritueller Lehrer.

Er erwähnte sogar ‚Oh, was ich mache, kommt euch wahrscheinlich abergläubisch vor‘ – was bedeutet, dass er unsere Meinung kannte und obwohl er zuvor beteuert hatte, dass er mir bei diesem Thema vollständig zustimmte.

Naja, ich kann nur zu dem Schluss kommen, dass nicht nur wir ehrlich zeigen sollten, wer wir sind, sondern auch unsere Besucher. Ihr wisst, was ihr bei uns erwarten könnt und ihr wisst, ob es euch so gefallen wird oder nicht. Seid also ehrlich mit euch selbst und mit uns und trefft nur dann, die Entscheidung zu kommen, wenn ihr sicher seid. Wir heißen euch so oder so herzlich willkommen – aber es wird euch viel mehr Freude bereiten, wenn wir alle von vornherein klar und deutlich sind!