Blicke zurück aufs Leben – und staune, sonst nichts! – 23 Sep 16

Gestern hat sich Ramona zusammen mit Apra ein altes Fotoalbum angesehen. Als sie ihre Mutter im Teenager-Alter sah, rief Apra ‚Aber warum hast du denn so ausgesehen?‘ Ramona wusste nicht, was sie auf diese seltsame Frage antworten sollte. Apra fragte schließlich weiter ‚Wenn ich eine Frau bin, sehe ich dann auch anders aus?‘ Ja, natürlich – aber wir konnten die darauffolgenden Fragen, wo sie denn dann leben würde oder was sie genau tun würde nicht beantworten. Das brachte mich auf das heutige Thema: unser Weg im Leben.

Hin und wieder ist es gut, seine tägliche Routine eine Weile lang zu unterbrechen, einmal aufzuatmen und auf das zurückzublicken, was man schon hinter sich hat. Was man geworden ist und was man getan hat. Nicht zu urteilen, ob es gut oder schlecht ist, sondern die Entwicklung zu bestaunen!

Natürlich bringt so eine Reise in die Vergangenheit immer Erinnerungen, über die man sich freut und man kann diese hernehmen und sie einfach genießen. Andere machen dich traurig oder wütend. Lass die Emotionen kommen und gehen.

Schließlich siehst du zurück auf deinen Weg und dann auf deinen jetzigen Standpunkt. Ist es nicht herrlich, wo das Leben uns mit seinen Wendungen hinführt, mit unseren Entscheidungen, Einflüssen von außen und mehr? Hättest du vor zehn Jahren sagen können, wo du jetzt bist?

Ich nicht. Und so versuche ich nicht einmal mir vorzustellen, wo ich in zehn Jahren sein werde! Mir wird es gut gehen, ich werde glücklich sein und das Leben genießen – soviel weiß ist. Alles andere werde ich auf dem Weg dorthin herausfinden!

In Indien solltest du Pläne nur nach ‘Indian Standard Time’ schmieden! – 16 Feb 16

In den letzten Tagen und Wochen kamen und gingen viele Leute und es gab viele Gespräche über Vergleiche von Indien mit anderen Ländern und Kulturen. Natürlich wird Ramona oft gefragt, was sie an Indien mag oder ob sie irgendetwas schwierig fand, als sie herkam. Natürlich erwähnte sie immer eine Sache: das Konzept der ‚Indian Standard Time‘, die sich von der deutschen Pünktlichkeit sehr unterscheidet! Was sie dann natürlich oft aus der Bahn warf!

Es ist wirklich wahr – obwohl das zumeist zu Beginn ihrer Zeit hier in Indien geschah. Das ist ja auch logisch: in Deutschland ist es normal, einen recht eindeutigen Plan davon zu haben, was man in den nächsten Tagen machen möchte. Man plant sogar mehrere Wochen im Voraus! Es ist ganz normal, dass jemand weiß, wo er nächsten Freitag sein wird. Oder ob er am Samstag den Fünften Zeit hat. Oder ob er sich am nächsten Tag um drei mit dir treffen kann. Wenn man einen Termin für ein Treffen ausmacht, wenn man eine Zeit mit ihnen festmacht, um etwas zusammen zu unternehmen, dann machen sie sich im Kopf eine Notiz und schreiben es sich wahrscheinlich etwas später auch auf. Dann sind sie rechtzeitig da. Wenn sie nicht können, rufen sie dich an, schreiben dir oder benachrichtigen dich irgendwie anders.

In Indien ist das anders. Hier kann man nicht planen. Nein, das stimmt nicht, planen kann man schon – aber es gibt keine Garantie dafür, dass deine Pläne auch so klappen, wie sie sollten! Als Deutscher – oder jemand einer anderen Nationalität, die Pläne und Pünktlichkeit ernst nimmt – macht man sich im Kopf diese Notiz und macht seinen Plan fest. Man kann jedoch nicht darauf vertrauen, dass der Inder da das Gleiche macht!

Wenn man mit jemandem Pläne schmiedet, kann es sehr gut sein, dass der andere diese nicht wirklich ernst nimmt. Wenn man also sagt ‚Wir sollten uns am Wochenende treffen‘ und du meinst, dass damit der Plan fest steht, kannst du später merken, dass der andere das nur aus Höflichkeit gesagt hat oder weil es sich in dem Augenblick schön anhörte! Er oder sie dachte vielleicht nie ernsthaft, dass ihr euch wirklich treffen würdet!

Oder du hast jemanden für eine Dienstleistung herbestellt, zum Beispiel einen Elektriker oder einen Bankangestellten. Der Termin ist um 11 Uhr früh. Du bist bereit und wartest um 11 Uhr – aber niemand kommt! Du rufst an und die Antwort kann sein ‘Ich bin auf dem Weg!’ doch dann wartest du noch zwei weitere Stunden! Schließlich kann es sehr gut geschehen, dass der andere bis zum nächsten Tag nicht auftaucht! Vielleicht bekommst du einen Anruf mit dieser Information, vielleicht aber auch nicht!

Es kann auch geschehen, dass eine Gruppe von vier Leuten zusammen etwas plante und du alles dafür vorbereitet hast. Du bist fertig loszugehen, wenn plötzlich alle ins Gespräch kommen und beschließen, etwas ganz anderes zu tun! Alle deine Vorbereitungen waren für nichts – oder wurden zumindest auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.

Du kannst dich verrückt machen lassen – oder dich zurücklehnen und entspannen. Du kannst das Drosseln der Geschwindigkeit akzeptieren und auch die Tatsache, dass du immer einen Plan B brauchst. Daher kommt es, dass Ramona unseren Gästen immer sagt: wenn ihr in Indien seid, entspannt euch und lasst die Dinge auf euch zukommen – sie hat gelernt, genau das zu tun!

Behandelst du deinen Magen wie einen Abfalleimer? – 3 Feb 16

Ich sage meinen Freunden oft, auf eine Sache gut zu achten, weil das Auswirkungen auf die Gesundheit hat: sie sollten gute Nahrungsmittel zu sich nehmen und sich Zeit nehmen, während sie essen. Dein Magen ist kein Abfalleimer. Und nach Jahren ist diese Aussage auch heute noch genauso wichtig, wie sie es war, als ich das zum ersten Mal gesagt habe!

Wir leben in einer Welt, in der wir die Möglichkeit haben, einfach zum nächsten Laden, Restaurant oder Bistro zu gehen und ‚sich eben einen Bissen zu holen‘. Auch an diesem Ausdruck sieht man schon, dass es falsch läuft: du solltest nicht ‚eben einen Bissen holen‘. Du solltest dich hinsetzen und eine Mahlzeit genießen. Du solltest erkennen, was du isst und dass du überhaupt isst.

Ich bin eigentlich nicht dafür, im Stehen zu essen. Auf jeden Fall zeigt die Tatsache, dass du im Stehen isst, dass du dich nicht auf dein Essen konzentrierst. Du willst es so schnell wie möglich in deinen Körper kriegen, so dass du weiterhin andere, wichtigere Dinge tun kannst. Vielleicht isst du sogar im Laufen! Du gehst von einem Treffen zum Nächsten und isst schnell ein Sandwich auf dem Weg. Du bringst die Kinder zur Schule und während du zur Arbeit fährst, isst du schnell einen Apfel – dein Frühstück, auf dem Weg, im Auto!

Nein, ich finde man muss sich zum Essen hinsetzen, die Zeit haben, eine Mahlzeit völlig zu genießen und sich in der Zwischenzeit auch nicht auf andere Dinge zu konzentrieren! Kein Multitasking beim Essen, dafür ist es zu wichtig!

Wenn du dich beim Essen nicht auf deine Nahrung konzentrierst, hast du keinerlei Kontrolle darüber, wie viel du isst oder was die Qualität deines Essens angeht. Wenn du einfach nur irgendwo irgendetwas hernimmst, wenn du dich überhaupt nicht darum kümmerst, was es eigentlich ist, wie kannst du dann erwarten, dass es deinen Körper nährt? Und dann beschwerst du dich, dass du zunimmst und du gar nicht weißt wieso! Du weißt nicht einmal was oder wie viel du gegessen hast – wie also würde dein Körper dazu in der Lage sein, damit umzugehen?

Habe also etwas Respekt für deinen eigenen Körper und gib ihm nur zu essen, wenn du dafür Zeit hast und dich hinsetzen und darauf konzentrieren kannst!

Beschäftigt mit Vorbereitungen für jede Menge Ereignisse! – 8 Nov 15

Ich weiß, ich habe schon mehrere Male erwähnt, dass wir zur Zeit sehr beschäftigt sind – und das hat sich gestern noch um ein Level gesteigert! Eine tolle Gruppe zehn lieber Menschen aus Deutschland ist angekommen, um eine bis zwei Wochen Programm in unserem Ashram zu genießen! Wir haben alle Hände voll zu tun – und lieben es!

Wir steckten in letzter Zeit bis zum Hals in unserer normalen Arbeit und natürlich zusätzlich in den Vorbereitungen für diese Gruppe. Die besteht aus mehreren Frauen und Männern, von denen zwei bereits zweimal bei uns im Ashram gewesen sind. Sie sind zu Freunden geworden und wir wussten, dass wir eine wunderbare Zeit mit ihnen und den Leuten, die sie mitbringen, verbringen würden.

Nach ihrer Ankunft gestern, wurden sie mit einer abendlichen Feuer-Show willkommen geheißen, die unsere französische Freundin Melanie durchführte, die gerade hier ist und auch längere Zeit bei uns bleiben wird. Heute früh haben sie eine Yogastunde genossen und sind gerade jetzt draußen auf dem Markt, wo sie ihre ersten Eindrücke von Vrindavan bekommen!

In den nächsten Tagen werden sie einiges erleben: einen Ayurvedischen Kochworkshop, Sightseeing-Touren in Vrindavan, Mathura und Agra und natürlich die Diwali-Feierlichkeiten, die jetzt nur noch drei Tage von uns entfernt liegen!

Die Ankunft der Gruppe und unsere Diwali-Feier sind nicht die einzigen Ereignisse, auf die wir uns vorbereiteten! Direkt nach Diwali, am 13. November, starten Apra, Ramona und ich vom Ashram und fahren zum Flughafen nach Delhi, unsere Koffer dabei, auf dem Weg nach Deutschland!

Es ist nun fast eineinhalb Jahre hier und wir können es gar nicht erwarten, wieder nach Deutschland zu kommen und Apra wieder einmal das Heimatsland ihrer Mutter erleben zu lassen, unsere lieben Freunde und Familie zu treffen und mehr Spaß zu haben als jemals zuvor! Im Sommer waren wir zu beschäftigt mit dem Fortschritt unseres Restaurants, aber wir wollten kein ganzes Jahr versäumen! So kam es, dass wir uns vor zwei Wochen unseren Kalender ansahen und merkten, dass wir nun nur noch drei Wochen zwischen zwei Gruppen hatten, die wir in Deutschland verbringen konnten!

Wir nahmen uns extra einen Tag Zeit, nach Delhi zum Einkaufen zu gehen, so dass wir auch ein paar warme Klamotten für das kalte Wetter in Deutschland haben würden. Wir werden Apra das erste Mal in ihrem Leben Schnee zeigen, wir werden auf Weihnachtsmärkte gehen, heiße Schokolade trinken und Erdbeereis essen.

Ich werde euch von unseren Abenteuern erzählen – und kann’s kaum erwarten!

Mein Geburtstag, das vergessene Alter und wie ich mein Leben doch liebe! – 14 Okt 15

Heute ist wieder ienmal der Tag, an dem sich die Anzahl meiner bereits verbrachten Lebensjahre ändert. Es ist mein Geburtstag, der 14. Oktober. Und bevor ihr auch nur fragt: ich fühle mich heute kein bisschen älter als gestern!

Ich weiß, ich habe es schon einmal erwähnt und das wahrscheinlich auch an meinem Geburtstag: diese Zahl, die dir das Alter eines Menschen verrät ist mir nicht allzu wichtig. Ramona lachte neulich, als sie Gästen davon erzählte. ‚Man fragt ihn nach seinem Alter und er denkt minutenlang darüber nach, wie alt er eigentlich ist!‘

Ich fühle mich wirklich jung genug, um so beschäftigt zu sein, wie ich es bin und alt genug, um die Erfahrungen gemacht zu haben, die ich gemacht habe. Warum sollte ich diese Zahl bestimmen lassen, wie ich mich fühle oder verhalte? Dadurch ändert sich nichts. Ich vergleiche mich auch nicht mit anderen meines Alters. Wenn ich das machen würde, wäre es sehr verwirrend: einige meiner früheren Klassenkameraden sind bereits Großeltern, während ich andere Freunde meines Alters habe, die noch studieren, am Beginn einer Beziehung stehen oder an einem ähnlichen Lebenspunkt, den ich bereits hinter mir habe! Warum also sollte ich Vergleiche machen?

Nein, ich bin sehr glücklich an dem Punkt, an dem ich in meinem Leben bin. Ich habe meine Familie, wundervolle Freunde, ich bin mit meiner Arbeit sehr beschäftigt, sie geht gut voran und ich erfreue mich einer guten Gesundheit. Gerade jetzt, während Ramona und ich das schreiben, muss ich lächeln, weil meine Tochter hinter mir lacht und mit ihrem Onkel Witze macht. Mit diesem Sonnenschein in meinem Leben kann ich mich doch gar nicht alt fühlen!

Heute morgen wachte sie auf, aufgeregt und voller Freude, dass heute mein Geburtstag ist. Sie erzählte Ramona, dass sie jede Menge Kuchen essen wollte – nur um von Ramona zu hören, dass wir am Wochenende feiern würden, wenn unsere Freunde Thomas und Iris und noch ein paar weitere Freunde auch da sein würden! Oh, das gefiel Apra aber gar nicht! Sie beschwerte sich sofort, dass die Feier heute stattfinden sollte, nicht am Samstag. Ramona versuchte ihr zu erklären, dass unsere Freunde bei dem Spaß auch dabei sein wollten, aber Apra widersprach: ‚Sie können zu meiner Geburtstagsfeier kommen!‘

Ramona gab nach: ‘Okay, wir können heute eine kleine Party machen und am Samstag eine große!‘ Falsche Strategie! Das gab großen Protest: ‚Nein! Wir machen heute eine große Party, Kuchen muss man AM Geburtstag essen!’ Na gut, also haben wir heute eine Party und am Samstag noch eine!

Wir sagen sowieso nie nein zu einer Party. Und ich freue mich schon auf viele weitere!

Nach einem langen Arbeitstag zu müde für Sex? – 10 Aug 15

Vor kurzem bat mich jemand bei einem privaten Problem um meinen Rat: er arbeitete hart und hatte lange Arbeitstage. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, war er nach einem ganzen Tag voller Stress und Arbeit müde. Er hatte dann entweder keine Zeit oder war, wenn Zeit war, zu erschöpft für Sex! Doch deshalb war nun seine Frau unbefriedigt und unzufrieden. Was sollte er tun?

Erstens möchte ich sagen, es ist gut, dass du nun Leute um Rat fragst, denn dafür ist es höchste Zeit! Wenn die Unzufriedenheit in einer Beziehung bereits so groß ist, dass Beschwerden laut werden und ein Partner dem anderen gegenüber Groll und Wut aufstaut, sollte man seinen Lebensstil überdenken! Und idealerweise auch ein paar größere Veränderungen vornehmen!

Zweitens hoffe ich, dass nicht nur deine Frau den Sex vermisst, sondern du auch!

Sobald du verheiratet bist, gibt es in deinem Leben jemanden, der bestimmte Erwartungen an dich stellt und das auch darf. Und da spreche ich nicht von finanziellen Erwartungen! Um das ganz deutlich zu machen, ich spreche nicht einmal von körperlichen Erwartungen! Bei diesem Problem geht es eigentlich nicht einmal um Sex. Es geht um Emotionen und Liebe. Als dein Liebespartner hat deine Frau ein gewisses Recht auf dein Herz und deine Zeit!

Du entscheidest: was ist dir wichtig? Lebst du für deine Arbeit oder arbeitest du, um zu leben? Genießt du deine Arbeit mehr als die Zeit mit deiner Frau?

Versteh mich nun nicht falsch, du sollst an deiner Arbeit auch Spaß haben! Doch die Zeit, die du mit deiner Familie oder deinem Partner verbringst, sollte dir immer mehr Freude bringen. Wenn es dir nicht möglich ist, dein Herz auf diese Weise mit einer anderen Person zu teilen, hättest du einen anderen Lebensweg wählen sollen!

Viele Leute würden sagen ‘Ich arbeite doch so hart für sie, meine Familie, für unsere Zukunft und die der Kinder!‘ Besonders, wenn du Kinder hast, sollte du dir klar machen, dass du deine Zeit so nicht verbringen kannst. Wenn du weniger arbeitest, etwas weniger verdienst, aber mehr Zeit mit deinen Liebsten verbringst, wirst du ein besseres Leben führen, das verspreche ich dir!

Wenn du so weitermachst, werden du und dein Partner langsam immer weiter auseinander driften. Du wählst jetzt, ob du lieber mehr Zeit mit dem Zusammensein und der Liebe füreinander verbringen möchtest oder mehr Zeit mit der Arbeit. Wenn du die Arbeit wählst und deine Frau etwas anderes findet, etwas, worin sie ihre Zeit investieren möchte, bist du nicht in der Position, dich zu beschweren!

Erwarte nicht, dass deine Frau daheim sitzt, das Haus sauber hält und auf ewig darauf wartet, dass du kommst und mit ihnen Zeit verbringst. Oder mit ihr schläfst – obwohl der Sex bei diesem Problem eher ein Symbol eurer Nähe ist. Es ist der körperliche Ausdruck der Liebe, die ihr füreinander habt. Und in diesem Augenblick erstickt deine Arbeit das.

Du musst in deinem täglichen Leben Zeit für die Menschen haben, die du liebst und dann auch Zeit für echte Wochenenden und Urlaube rausnehmen. Lebe dein Leben!

Bereue nicht, dass du alten Freunden nicht mehr nahe stehst – du kannst es nicht ändern! – 3 May 15

Ich weiß, ich habe bereits hin und wieder auf ähnliche Weise in meinem Blog über Freundschaft geschrieben, aber heute habe ich das Gefühl, dass ich wieder einmal länger darüber nachgedacht habe und so wollte ich meine Gedanken gerne mit euch teilen. Wir wissen alle, wie eine großartige Freundschaft aussieht und wir wissen alle, dass es auch diese Art von Freundschaft gibt, bei der man sich manchmal fragt, warum man mit dem anderen eigentlich überhaupt noch in Verbindung steht. Das ist die Art der Freundschaft, über die ich heute schreiben möchte.

Solche Freunde sind oft Menschen, die man schon seit Langem kennt. Ihr habt als Kinder zusammen gespielt, seid einige Jahre zusammen aufgewachsen, doch dann haben sich eure Wege getrennt. Vielleicht war es ein Nachbar, vielleicht seid ihr zusammen zur Schule gegangen. Vielleicht wart ihr sogar später zusammen oder habt euch auch später erst getroffen, um dann eine Zeit des Lebens miteinander zu verbringen. Die Hauptsache ist jedoch, dass ihr euch nicht mehr nahe steht. Du fühlst dich dem anderen ja auch gar nicht mehr nahe.

Du hängst irgendwie an dieser Person aufgrund der guten Zeiten, die ihr zusammen verbracht habt. Du weißt jedoch genau, dass du und der andere überhaupt nicht gleich denkt. Deine Gedanken gehen in eine ganz andere Richtung, genau entgegengesetzt. Du sagst etwas, weißt jedoch, dass der andere dem nicht zustimmt. Genauso jedoch erzählt der andere dir von etwas, was dir so überhaupt nicht passt!

In dieser Situation könnt ihr nicht so entspannt miteinander umgehen, wie ihr das einst getan habt. Wahrscheinlich denkst du an diese Zeit bereits mit einer Art Melancholie – aber du kannst sie nicht zurückbringen! Die Veränderungen, die dich zu dem gemacht haben, der du bist, ist nichts, was du rückgängig machen möchtest. Du willst nicht mehr die Person sein, die du einst warst. Und der andere hat sich auch verändert. Er ist andere Wege gegangen!

Ich habe wirklich nicht den Wunsch, wieder in meine Vergangenheit zurückzukehren. Wenn ich an tolle Erlebnisse mit Freunden denk, macht mich das glücklich, nicht traurig. Ich weiß, dass meine Gegenwart genauso toll ist und ich erwarte das auch von meiner Zukunft!

Trotzdem gibt es auch solche Freunde in meinem Leben und ich habe mehr als einmal über die kleinen Rituale nachgedacht, die ich mit ihnen habe: jeden Monat oder jede Woche einen Anruf. Einen Besuch – sei das einmal pro Jahr, zweimal pro Monat oder unregelmäßig. Und natürlich immer Glückwünsche zum Geburtstag. Das alles mit jemandem, dem ich mich nicht mehr wirklich nahe fühle, besonders in meinen Gedanken?

Ja, denn es kostet mich nichts. Ich gewinne damit nur. Es ist nur eine kleine Mühe, das Telefon abzuheben, es ist nicht viel mehr Anstrengung, einen Besuch abzustatten oder zu bekommen. Damit, und sei es auch nur mit solchen Ritualen, bleibt eine Verbindung bestehen und ich kann diese Person immer noch meinen Freund nennen. Mein alter Schulfreund, mein früherer Nachbar, ehemalige Reisekameraden.

Wir standen uns einmal nahe, wir sind es nun nicht mehr, aber wir können einander auch wieder näher kommen. Oder vielleicht auch nicht – aber was habe ich zu verlieren? Man kann nur Liebe gewinnen und das ist es immer wert!

Beschäftige deine Kinder ohne Fernseher – aber nicht, weil sie dir zur Last fallen! – 20 Apr 15

Heute möchte ich gerne ein bisschen über einen Werbespot schreiben, der mir wieder einmal gezeigt hat, wie falsch die Einstellung mancher Menschen ihren Kindern gegenüber ist. Manchmal bekommt man das Gefühl, ihre Kinder wären ihnen eine Last!

Diese Gedanken begannen, als meine Frau mir eine Werbung zeigen kam. Sie hatte sie auf Facebook mehrere Male gesehen, jedoch noch nie darauf geklickt, weil die Überschrift für sie nicht interessant war: ‚Schon mal gedacht: „Wie krieg ich meine Kinder vom Fernseher weg?“ – und da Apra fast nie fernsieht und nur einige YouTube Videos ansieht, die wir für sie aussuchen, haben wir dieses Problem eigentlich nicht. Eines Tages wurde sie jedoch neugierig und sah sich das Werbevideo an.

Die Idee an sich war gut: eine Firma schickt jeden Monat eine Kiste mit Mal- und Bastelsachen sowie etwas zu lesen. Eine herrliche Geschäftsidee, die auch Eltern hilft, mit ihren Kindern kreativ zu werden. Das Produkt ist also meiner Meinung nach nichts Falsches. Die Art der Werbung dafür jedoch schon!

In diesem Video werfen eine gezeichnete Mutter und ihr Mann einen Blick auf ihr Kind, das fernsieht und ein Text sagt ‚Ihr wolltet sie schon immer vom Fernseher wegbekommen…‘ doch als die Mutter vorschlägt ‚Willst du ihn mit rausnehmen und spielen?‘, rennt der Vater zur Arbeit davon und sagt ‚Ich habe keine Zeit!‘ und die Mutter, in Meditationsstellung, antwortet ‚Ich auch nicht‘. Nach einigen wissenschaftlichen Studienergebnissen und Beweisen, dass Fernsehen für Kinder schlecht ist, ist da die Lösung – diese Kiste – und daraufhin sieht man noch, wie die Mutter glücklich meditiert und der Vater schläft.

Das Problem, das sie also lösen wollen, ist offensichtlich nicht, dass die Kinder fernsehen, sondern, dass die Eltern Zeit für sich haben wollen! Sie wissen, dass das Fernsehen nicht gut ist, aber oh, sie haben keine Zeit, um mit ihrem Kind zu spielen! Und hier ist die perfekte Lösung: ihr bekommt eine Kiste voller Spielsachen, die euer Kind beschäftigt halten, so dass ihr Zeit für euch habt!

Nein, so soll das Eltern-Dasein nicht aussehen! Wenn man ein Kind hat, hat man Verantwortung! Du weißt das – sonst hättest du keine Schuldgefühle, wenn ein Video dir sagt, dass ‚das Alter von 3 bis 7 für die Entwicklung des Gehirns äußerst wichtig‘ ist, dass ‚80% der Entwicklung des Gehirns vor dem fünften Lebensjahr stattfinden – nur bei Aktivität‘ und dass Kinder, die zu viel fernsehen, ‚wahrscheinlicher übergewichtig werden‘! Du weißt das alles und es gibt dir ein schlechtes Gefühl, wenn du dir die täglichen Aktivitäten deines Kindes ansiehst? Dann ändere etwas!

Ich sage ja nicht, dass du keine Zeit zum Meditieren oder Arbeiten haben solltest! Ich sage auch nicht, dass du jede Minute des Tages mit deinem Kind verbringen solltest! Aber wenn du bereits daran denkst, für eine monatliche Box voller Bastelsachen zu zahlen, dann setz dich doch auch bitte mit deinen Kindern hin und verwende diese Dinge mit ihnen! Es ist nicht nur Entwicklung des Gehirns und ein sinnvoller Zeitvertreib, sondern es stärkt auch das Band zwischen euch! Dein Kind lernt so viel mehr, wenn da ein liebevoller Mensch, eine echte Person neben ihm oder ihr sitzt!

Es ist traurig, dass solche Werbespots gemacht werden und dass sie für einige Leute auch zutreffen! Ich weiß, du liebst deine Kinder – jetzt sei nicht faul, steh auf und spiel mit ihnen! Sag nicht, du seist zu beschäftigt und machst das später – die besten Jahre sind schneller vorbei als du merken wirst!

Liebe deine Arbeit, damit du keine Lebenszeit verschwendest – 21 Jan 15

Nachdem ich gestern von Berufen im medizinischen Bereich geschrieben habe, würde ich heute gerne im Allgemeinen über die Liebe zur Arbeit schreiben, die Liebe zu dem, mit dem man sein Leben füllt. Meiner Meinung nach ist es notwendig, dass man das, was man tut, auch liebt!

Für eine Mehrheit der Menschen füllt ihre Arbeit einen Großteil ihres Tages aus. Acht Stunden pro Arbeitstag ist eine ganz normale Arbeitszeit und für viele Leute ist es sogar noch mehr. Wenn man rechnet, dass man weitere acht Stunden schläft, eine Stunde für persönliche Hygiene und Badezimmer-Rituale braucht, eine weitere Stunde – da auch für viele Leute mehr – um von und zum Arbeitsplatz zu kommen, so hat man noch sechs Tagesstunden übrig. In diesen sechs Stunden muss man Einkäufe tätigen, den Haushalt erledigen und essen. Schließlich hat man noch ein bisschen Zeit, um sich zu entspannen, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, mit den Kindern zu spielen oder seine Beziehung zu pflegen.

Nicht sehr viel, oder?

Während in vielen Ländern für die meisten Leute eine fünf-Tages-Woche besteht, müssen viele andere an sechs Tagen die Woche arbeiten und wieder viele sogar an sieben Tagen die Woche, mit einem kürzeren Tag oder mehr Urlaub.

Du verbringst also einen so großen Teil deiner Zeit auf der Arbeit, dass du das, was du machst, unbedingt mögen solltest! Merkst du denn nicht, was du mit deinem Leben machst, wenn das nicht der Fall ist? Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr investierst du Zeit in etwas, gegen das du vielleicht sogar eine Abneigung oder Hass verspürst!

Das macht dich auf lange Sicht nicht glücklich und das stellt dich nicht zufrieden. Es macht dich krank.

Ich weiß, ich weiß, viele Leute werden jetzt sagen ‘Aber ich muss doch irgendwie meinen Lebensunterhalt verdienen!’ und argumentieren, dass man es sich nicht aussuchen kann, wo man angenommen und eingestellt wird. Wenn man aber wirklich einmal darüber nachdenkt, so hat man in den meisten Fällen eben doch eine andere Wahl! Du machst weiterhin eine Arbeit, die dir nicht gefällt, gehst mit einem Großteil deiner Lebenszeit Kompromisse ein und das alles aus anderen Gründen, von denen das Geld meistens der Größte ist.

Für viele wäre es möglich auf eine Weise zu arbeiten, die sie glücklicher machen und erfüllen würde, wenn sie nur akzeptieren könnten, dass es ihnen nicht so viel Geld einbringt. Sie müssten nicht hungern oder Not leiden – es wäre nur einfach nicht ganz so viel Geld da.

Und deshalb ermutige ich jeden dazu, einen Weg zu finden, glücklich zu sein. Lerne, deine Arbeit zu mögen oder zu lieben oder ändere etwas. Vielleicht kannst du die Stunden etwas reduzieren und eine zweite Arbeit annehmen, die dir mehr zusagt. Vielleicht kannst du ja deine Arbeit auch ganz wechseln, wenn du nur deine weiteren Ausgaben herunterschraubst. Vielleicht beginnst du ein eigenes Geschäft, arbeitest hart und mehr, aber dafür für etwas, in dem du deine Leidenschaft siehst.

Verschwende nur nicht deine wertvolle Lebenszeit mit etwas, was du nicht magst.

Deine Zeit ist zu wichtig für gehirnlose Fernsehsendungen – 17 Sep 14

Wir machen uns nun bald auf den Weg, um nach dieser intensiven und schönen Woche in Deutschland in unseren Flug zurück nach Indien zu steigen. Leider hat Apra sich erkältet und hustet und niest mit ein bisschen Fieber. Trotzdem sind wir zuversichtlich, dass die Reise gut abläuft. Letztes Mal hat sie hast den ganzen Flug lang geschlafen – und ich mit ihr. In der Zwischenzeit hat Ramona überlegt, ob sie das Flug-Fernsehangebot nutzen sollte, hatte am Ende jedoch keine richtige Lust darauf. Als ich aufwachte, redeten wir ein bisschen über das Fernsehen, wie sehr es zur Gewohnheit werden kann und warum ich es normalerweise eher als etwas Schlechtes sehe. Das Ergebnis ist diese Liste von fünf Gründen, warum man nicht fernsehen sollte:

1. Fernsehen vergeudet deine Zeit!

Es ist nur logisch: du könntest die Zeit, die du vor dieser Maschine verbringst, für so viele andere Dinge verwenden: arbeiten, aufräumen, saubermachen oder – wenn du eigentlich da sitzt, weil du genug von all diesen Aktivitäten hast – sozial aktiv werden, Freundschaften pflegen, kreativ sein, spielen, malen, baden oder dich selbst auf irgendeine andere Weise verwöhnen. Vor dem Fernseher zu sitzen bringt dir einfach nichts. Es schläft nur die Zeit tot. Zwei oder drei Stunden ist da gar nichts, sobald du einmal mental in das eingestiegen bist, was da läuft! Wenn du wirklich zu viel Zeit hast, mach das. Wenn nicht, lass das Ding aus!

2. Du könntest etwas Sinnvolles anschauen – aber das tust du nicht!

Lasst uns bei diesem Punkt mal ganz ehrlich sein: ja, der Fernsehen ist eine großartige Sache, um die Welt kennen zu lernen. Man hat die Möglichkeit, Dokumentarfilme anzusehen und mehr über die Welt zu erfahren. Du kannst dir Sendungen ansehen, die dir einen Einblick in andere Kulturen geben, du kannst Debatten zu wichtigen Themen verfolgen oder herausfinden, wie die Dinge funktionieren, die du jeden Tag verwendest. Du könntest, aber für gewöhnlich, vielleicht in 90% der Fälle, machst du das nicht.

Du verwendest das Fernsehen für gehirnlose Unterhaltung. Das war’s. Erzähl mir also nicht, dass du deinen Horizont erweiterst, wenn du dir gerade die letzte Seifenoper oder eine Reality-Show reinziehst! Du willst dich einfach nur vom Fernseher berieseln lassen, ohne deinem Gehirn dabei eine allzu große Herausforderung zu stellen!

3. Es kann dich aggressive machen, und deine Kinder noch viel mehr!

Dieser Punkt ist nichts Neues und ich weiß, dass viele Leute da nicht dran glauben. Ich jedoch, besonders, wenn es um Kinder geht! Du zeigst ihnen, dass du fernsiehst, also machen sie das auch. Und die Sendungen heutzutage, sogar diejenigen, die für Kinder gemacht sind, sind fast immer so voller Gewalt, dass ich nie wollen würde, dass meine Tochter sich so etwas ansieht! Sie glauben, dass das, was sie sehen, so ist, wie es sein sollte, dass Leute einander schlagen, kämpfen und voller Gewalt handeln! Zusammen mit dem Mangel an Bewegung, was eine normale Folge von zu viel Fernsehen ist, bringt das das gleiche aggressive Verhalten in Kindern zu Tage – und auch in dir!

Ich habe noch einige weitere Ideen – aber mehr dazu morgen!