Warum junge Inder nicht viel überlegen müssen, bevor sie ihre Eltern anlügen – 18 Jan 16

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Letzte Woche habe ich euch von den Metro-Städten in Indien erzählt, in denen Eltern an Traditionen festhalten, um sich nicht in all den neuen Dingen des modernen Lebens zu verlieren. Während sie auf vielerlei Weise versuchen modern zu sein, bringt sie insbesondere das Großziehen von Töchtern wieder zurück zur Tradition – und das kann einiges an Problemen verursachen!

In den letzten Monaten habe ich viele junge Inder getroffen und viele von ihnen waren aus Delhi. Wir haben über viele Dinge gesprochen, unter anderem über den Lebensstil, den Mädchen und junge Frauen in Delhi haben. Sie studieren und beginnen nach ihrem Universitätsabschluss selbst zu arbeiten. Sie fahren mit der Straßenbahn und Auto-Rickschas quer durch Delhi, nehmen die Angebote der großen Stadt an und genießen ihr Leben. Da gibt es jedoch ein Problem: sie können mit ihren Eltern nicht in allen Dinge offen sein!

Mehrere der jungen Frauen, die uns besucht haben, erzählten, dass sie auch auf Dates gingen. Viele verbrachten ihre Zeit gerne mit männlichen und weiblichen Freunden gleichermaßen und einige von ihnen hatten in der Vergangenheit bereits feste Freunde. Sie gingen in die Nachtvorstellungen von Filmen und übernachteten sogar bei ihren Freunden.

Natürlich war das nichts, was sie ihren Eltern erzählten! Ich sage hier ‚natürlich‘, weil es in Indien immer noch völlig undenkbar ist, dass unverheiratete junge Leute die Nacht zusammen verbringen. Und sie wissen ganz genau, dass ihre Eltern das nicht erlauben würden und dass sie ihnen stattdessen jede Menge Probleme machen würden von unbequemen Diskussionen vielleicht sogar bis hin zu Hausarrest.

Die jungen Frauen erzählten mir ganz offen, dass sie stattdessen eben lügten. Sie erklärten ihren Eltern, dass sie Arbeit für die Uni hatten oder dass sie bei ihrer besten Freundin übernachten würden, die die Eltern gut kannten. Die Wahrheit würde alle unglücklich machen, meinten sie.

Das kann nicht richtig sein. Es ist von beiden Seiten nicht richtig, aber als Eltern sollte man darüber nachdenken, warum dein Kind das Gefühl hat, es müsste dich anlügen. Was machen wir, wenn wir in modernen Zeiten krampfhaft an veralteten Traditionen festhalten? Wir schaffen Abstand zwischen Eltern und Kindern. Deine Kinder, nun selbst junge Erwachsene, wissen, was du ihnen nie erlauben würdest. Sie wissen auch, was sie tun könnten. Sie sehen Filme und wollen die gleiche Freiheit, besonders in einer Stadt, wo das so einfach wäre!

Und vor allem wollen Mädchen das tun, was ihre Brüder tun. Warum lasst ihr diese nachts frei herumstreunern? Warum rufst du sie nicht dreimal an, wenn es nach zehn Uhr abends ist, um zu sehen, wann sie denn nun heimkommen? Warum ist für dich der Gedanke in Ordnung, dass sie vielleicht eine Freundin haben, aber nicht der Gedanke, dass deine Tochter vielleicht einen Freund hat?

Mit solchen Verboten bringst du deine Kinder zum Lügen. Sei offen mit ihnen und sprich über die Dinge. Gib ihnen mehr Freiheit und sie werden sich an die Regeln halten, die dir wirklich wichtig sind. Vor allem werden sie sicher sein, weil sie zu dir kommen und dir von ihren Problemen erzählen können. Ansonsten bekommst du die Lügen!

Sei ehrlich, selbst wenn du weißt, dass der andere sich über deine Antwort nicht freut – 22 März 13

In den vergangenen zwei Tagen habe ich zwei Möglichkeiten analysiert, wie man eine Frage beantwortet, wenn man genau weiß, dass der Fragesteller nicht gerade glücklich über die Antwort sein wird. Heute schreibe ich meine Lieblings-Lösung aller Zeiten:

3. Möglichkeit: Sei ehrlich

Diese ist definitiv die Möglichkeit, die den meisten Leuten bereits beim Drandenken Bauchschmerzen bereiten, aber ich garantiere dir, dass du dich hinterher besser fühlst!

Ich bin im Allgemeinen sehr direkt mit meiner Meinung und glaube, dass man auch deutlich sein sollte. Wenn man anderen sagt, wer man ist, herrscht da niemals Verwirrung und man hat in Zukunft weniger unangenehme Situationen. Wenn man nicht deutlich genug ist, werden dich die Menschen nie richtig kennen und können nie vorhersagen, wie deine Meinung wohl aussehen wird.

Selbst wenn mir also jemand eine Frage stellt, bei der ich weiß, dass eine ehrliche Antwort nicht gut ankommen wird, gebe ich normalerweise trotzdem eine ehrliche Antwort. Dann kann der andere sie akzeptieren, wenn er denn möchte. Wenn er zufällig mit mir übereinstimmt, ist das schön, aber auch wenn nicht, ist das völlig in Ordnung für mich. Wir haben alle das Recht auf unsere eigene Meinung, warum sollten wir sie also verstecken, nur um anderen einen Gefallen zu tun? Wir werden sowieso nie alle übereinstimmen, lasst uns also lieber ehrlich sein!

Die Hauptsache an dieser Lösung ist deine Präsentation. Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, achte ich normalerweise darauf, deutlich zu sein, aber nicht unhöflich. Man muss deine Meinung ausdrücken und keinen Zweifel daran lassen, was man denkt. Sei also sicher, dass der andere wirklich versteht, was du sagst, so dass du in Zukunft nicht nochmal in eine solche Situation gerätst. Während du der anderen Person etwas sagst, das sie vielleicht nicht ganz so leicht akzeptieren können, kannst du es auch schön verpacken, um es demjenigen ein bisschen einfacher zu machen.

Um das auf nette Weise zu tun, musst du vielleicht etwas mehr sagen, als nur einen Satz. Wenn dich zum Beispiel jemand um philosophischen Rat bittet und du mit dem Lebensart des anderen, seiner Religion und seiner Philosophie überhaupt nicht übereinstimmst, weißt du bereits, dass deine ehrliche Antwort dem anderen nicht gefallen wird. Anstatt zu sagen ‚Ich finde das, was du glaubst, ist dumm‘, kannst du anfangen zu erklären, woran du glaubst, die Unterschiede erklären und auch die Gründe für diese Unterschiede.

Du kannst immer gleiche eine Information vornewegschicken: ‘Ich weiß, dass meine Vorstellungen sich von deinen wahrscheinlich sehr unterscheiden!‘ oder etwas in der Art, was dem anderen von Beginn an zeigt, dass er nun keine vollständige Zustimmung erwarten muss! Das lindert den Aufprall deiner Worte und damit natürlich die Auswirkungen.

Wenn du am Ende trotzdem noch das Gefühl hast, dass der andere über deine Antwort unglücklich ist oder sogar beleidigt, dann belass es einfach dabei. Der Fragesteller muss auch lernen, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Meinungen haben und dass alles gut ist, wie es ist. Vielleicht dauert es eine Weile, aber am Ende werden die Leute das verstehen.

Ehrlich zu sein ist meiner Meinung nach von allen drei Möglichkeiten die Beste.

Unangenehme Antworten können verhindert werden, indem man überhaupt nicht antwortet – 21 März 13

Gestern habe ich begonnen, Antwortsmöglichkeiten für Situationen zu erklären, in denen man genau weiß, dass der Fragesteller mit einer ehrlichen Antwort nicht glücklich wäre.

2. Möglichkeit: Antworte überhaupt nicht

Während ich das Lügen als Antwort vollständig ausschließe, könnte ich in manchen bestimmten Situationen diese Option empfehlen, besonders, wenn es eine Situation ist, in der man mit jemandem diplomatisch umgehen möchte, der in seinem Leben keine wichtige Rolle spielt. Jemand, den man einmal getroffen hat und dem man seine ganze Philosophie nicht breit erklären möchte, weil man sowieso weiß, dass jegliche Erklärungen und Worte auf ihn verloren wären – er würde nicht zustimmen, nicht einmal darüber nachdenken, was man sagt, sondern sich stattdessen einfach nur beleidigt und schlecht fühlen. Das ist die einzige Situation, in der man diese Möglichkeit ausprobieren könnte, aber nimm dich in Acht: es ist nicht so leicht, wie es sich anhört!

Natürlich kannst du nicht einfach nur stumm bleiben, dich umdrehen und gehen – das wäre wahrscheinlich schlimmer, als zu lügen und definitiv zu unhöflich. Der unbequemen Situation würdest du damit nicht aus dem Weg gehen. Im Gegenteil, sie würde noch viel schlimmer werden! Nein, du musst da etwas eleganter handeln!

Ich gebe euch einmal ein Beispiel für einen Fall, in dem ich diese Methode wirklich angewandt habe, nicht, weil ich um meine eigenen Gefühle besorgt war, sondern eher um den inneren Frieden des Fragestellers. Vor einigen Monaten hatten wir hier im Ashram Besuch von einer Frau, die mich von meiner Zeit als Guru noch kannte. Es war eine alte Frau, die oft zu meinem Programm gekommen war. Sie hatte ihren Sohn, dessen Frau die Kinder der beiden mitgebracht und stellte mich ihnen als ihr Guru vor. Nach etwas normalem Smalltalk fragte sie mich, wann ich denn wieder für einen Vortrag in ihrer Stadt sei.

Ich stand dort, drei Paar Augen richteten sich auf mich in freudiger Erwartung einer Antwort, die ihnen bestätigen würde, dass ich bald zu einem religiösen Programm kommen würde. Ich dachte über meine Möglichkeiten nach und während ich in die Augen der alten Frau sah, die schon bald 80 Jahre alt wird, entschied ich mich für diese Antwortmöglichkeit. Wenn ich ihnen jetzt erzählt hätte, dass ich nicht religiös bin und nicht einmal mehr an Gott glaube, hätte es die alte Dame unnötig verwirrt und sie ohne Grund gestört. „Oh, ich bin jetzt Vater!“ antwortete ich also stattdessen und lachte, während ich mich hinunterbeugte, um Apra aufzuheben. Als ich mit dem Baby auf dem Arm wieder hochkam, fuhr ich fort „Dieses kleine Engelchen braucht zur Zeit all meine Aufmerksamkeit!“ und kitzelte sie unter den Armen. „Sie hat letzte Woche ihre ersten Schritte ganz allein gemacht!“ fügte ich hinzu und nun war alle Aufmerksamkeit auf Apra und ihrer Entwicklung, die Frage unbeantwortet und vergessen. Keiner dachte mehr daran und niemand war enttäuscht.

Du kannst also bei dem Thema beginnen, zu dem die Frage gestellt wurde und einfach daran vorbeireden, ohne jemals zu antworten, um daraufhin sanft zu einem ähnlichen Thema überzuwechseln, um den Fragesteller von seiner oder ihrer Frage abzulenken. Vielleicht kannst du einen Witz machen oder zu einem umstrittenen Thema überwechseln. Vielleicht fragst du den anderen ja sogar eine Rückfrage, von der du meinst, dass der andere sie gerne beantworten würde – und natürlich darüber seine Originalfrage vergessen würde.

Diese Technik ist ein bisschen schwierig und ich muss dich warnen, dass das nicht immer funktioniert. Wenn der andere dich ernsthaft etwas fragt und ihm die Frage wichtig ist, lässt er dich damit nicht davonkommen! Er fragt dann nochmal nach und es würde wirklich seltsam aussehen, wenn du ihm nochmal ausweichst.

Die Hauptsache ist, dass du die Frage wirklich nicht beantwortest. Du musst also vorher entscheide, on der andere nur neugierig ist und etwas Smalltalk betreibt oder ob er wirklich Interesse hat. Wenn das der Fall ist, kannst du diese Möglichkeit vergessen – dann wird sie das Problem nicht lösen!

Lüge nicht, nur um anderen einen Gefallen zu tun – 20 März 13

In meinem Leben ist es schon oft geschehen, dass ich etwas gefragt wurde und bereits vorher wusste, dass der Fragesteller über meine Antwort nicht sehr glücklich sein würde, wenn ich wirklich ehrlich ware. Ich weiß, dass es jedem irgendwann so geht und es ist eine Situation, die vielen Leuten äußerst unangenehm ist. Lasst uns heute und in den nächsten Tagen unsere Antwort-Möglichkeiten erkunden:

Erste Lösung: Lügen

Das ist die Möglichkeit, die wahrscheinlich jedem ganz schnell einfällt: sag einfach, was der andere hören will. Es wäre eine Lüge und das weißt du genau, doch in so einem Augenblick erscheint einem diese Möglichkeit immer attraktiv.

Besonders, wenn du einer der Menschen bist, der immer versucht, alle glücklich zu machen, hast du dich wahrscheinlich selbst bereits einmal in dieser Situation befunden. Nehmen wir einmal ein Beispiel her: du und deine Freundin planen, zusammen ins Kino zu gehen und deine Freundin sagt ganz enthusiastisch: ‚Meine Schwester wollte den Film auch anschauen, würde es dir was ausmachen, wenn sie mitkommt?‘ Eigentlich magst du die Schwester deiner Freundin nicht sehr und würdest viel lieber einen Abend allein mit deiner Freundin haben. Du willst sie jedoch auch nicht enttäuschen und vor allem willst du nicht zugeben, dass du ihre Schwester nicht magst! Also ist deine Antwort ‚Ja, natürlich, ich geh gerne mit deiner Schwester ins Kino!‘

Du willst, dass sie alle gut fühlen und du willst einfach nur Harmonie, was schadet es also, wenn du nur dieses eine Mal nicht ganz ehrlich bist? Es ist okay, du verbringst ja sowieso viel Zeit mit deiner Freundin, also kannst du sie auch mit ihrer Schwester teilen! Und solltest du nicht lernen, auch mit ihren Verwandten klar zu kommen?

Das denkst du vielleicht jetzt, aber später bemerkst du dann deinen Fehler, wenn du überhaupt keinen Spaß an deinem Abend hast! Vielleicht machst du den Fragesteller für jetzt glücklich machen, für eine kurze Zeit, aber auf lange Sicht wird er herausfinden, dass du nicht ehrlich warst. Lügen haben kurze Beine und neben der Tatsache, dass sie moralisch falsch sind, kommen die Folgen später auf dich zurück und das kann dann recht unschön werden.

Zusätzlich dazu, dass du jemand anderem Probleme bereitest, machst du dich selbst mit der Lüge unglücklich. Selbst wenn dir dein Gewissen die Lüge erlaubt, so wirst du nicht in der Lage dazu sein, dich danach auch zu verhalten. Es ist nicht deine Wahrheit. Wenn du sagst ‚Ja, ich liebe blau auch!‘, dann aber immer rot wählst, merkt das der andere! Oder du achtest darauf, immer blau zu wählen – obwohl du eigentlich viel lieber rot hättest. Das Ergebnis: du bist unglücklich, der andere ist unglücklich, diese Lösung ist gescheitert.

In unserem Beispiel würde das bedeuten, dass du im Kino sitzt und die zwei Geschwister einen Mordsspaß haben, während du dich nicht wirklich am Gespräch beteiligst. Die Schwester deiner Freundin fragt dich was und du, genervt von der Situation oder sogar von ihr selbst, antwortest unhöflich oder mit nicht ganz so viel Herz wie deine Freundin es gewohnt ist – also fragt sie, was denn das Problem sei. Sie könnte auch wütend auf dich werden, schließlich hatte sie dich gefragt, ob es okay sei, wenn sie ihre Schwester mitbrachte, was sei also das Problem? Dein Abend ist gelaufen.

Lügen löst überhaupt nichts, es macht immer mehr Probleme, die du zuvor gar nicht hattest. Ich glaube also, es ist am Besten für dich und diejenigen um dich herum, wenn du diese Möglichkeit nicht wählst!

Was ist die Wahrheit und was ist nur Glaube oder Aberglaube – 21 Jun 12

Heute möchte ich ein bisschen über Glaube und Aberglaube sowie über Wahrheit und Tatsachen schreiben. Die Wissenschaft gibt uns Tatsachen, die sie beweisen kann. Glaube und Aberglaube kann man jedochnicht beweisen. Glaube kann sich je nach Zeit, Ort und Situation ändern. Man hört oft, dass es an zwei unterschiedlichen Orten unterschiedlichen Glauben oder auch Aberglauben gibt, die einander völlig widersprechen, weil sie keinerlei wissenschaftliche Grundlage haben. Darum ist das keine Tatsache, sondern nur Glaube.

Menschen haben Aberglaube, weil es für den Verstand sehr bequem ist. Es liegt in der Natur des Menschen, dass man nur das glauben will, was für einen selbst bequem und günstig ist, selbst wenn es nicht wahr ist. Tatsachen, die auf jeden Fall wahr sind, können unbequem sein. So glauben Menschen auch oft an Lügen und nur deswegen können Lügen überhaupt bestehen. Lügen muss man immer blind glauben, denn wenn man die Augen öffnen würde, würde man es bereuen.

Man muss nicht notwendigerweise an die Wahrheit glauben, damit sie wahr ist. Eine Tatsache ist eine Tatsache. Wenn man sie glaubt, ist sie wahr, doch wenn man das nicht tut, ist sie trotzdem wahr. Genauso muss man das, was man vor seinen Augen hat, nicht beweisen. Feuer kann man zum Beispiel sehr deutlich sehen und die Wahrheit ist, dass Feuer heiß ist und Dinge verbrennt, ob man das nun glaubt oder nicht.

Abergläubische Menschen glauben nicht an sich selbst, stattdessen heißt es immer ‚Ich habe gehört, es steht geschrieben, ich habe gelesen, jemand hat gesagt, Leute glauben daran und wir glauben es auch‘. Sie wissen nicht wirklich, sondern sie glauben. Naja, die Wahrheit ist, dass man nichts wirklich wissen kann, was nicht existiert, man kann es nur glauben. Schließe deine Augen und glaube, das ist genug. Du hast nicht das Recht zu fragen und wenn du unbedingt fragen musst, frage nur zu dem Glauben, da ist kein Raum für Zweifel. Das ist es, was Religion dir sagt: Glaube einfach nur das, was in den Schriften steht. Versucht nicht, es zu erfahren und anzuzweifeln.

Immwe, wenn jemand einen Versuch macht, dich etwas glauben zu machen, sei vorsichtig und wachsam. Prüfe immer, ob dir die Augenbinde des Glaubens umgebunden wird, um dich zu betrügen. Menschen, die an Religion, Gott, Schriften, Astrologie, Himmel, übernatürliche Heilung und Aberglauben glauben, sagen dir, du solltest auch daran glauben und das auch noch blind.

Die Wissenschaft klopft nie an deiner Tür und sagt ‚Du sollst an mich glauben‘. Man muss an sie glauben, da geht kein Weg dran vorbei. Religion und Aberglauben geben noch eine extra Warnung: sie sagen, dass ihre Rituale und Glaube nur für diejenigen hilfreich sind, die daran glauben, nicht für jeden. Was für eine tolle Erklärung! Es funktioniert für dich nicht und hat keine Auswirkung, weil du nicht daran glaubst! Warum machst du dir also Gedanken? Hör einfach auf zu glauben und alle Probleme sind gelöst.

Wir sehen oft, wie religiöse Menschen und auch Atheisten sich abmühen, um die Existenz oder Nicht-Existenz Gottes zu beweisen. Doch wahre Wissenschaftler verschwenden ihre Zeit nicht damit zu beweisen, dass Gott nicht existiert. Habt ihr jemals anerkannte Wissenschaftler gesehen, die an solchen Diskussionen oder Streitereien teilnehmen? Man kann Gott definitiv nicht mit den Sinnen wahrnehmen. Doch leider stecken alle nicht-Gläubigen ihre gesamte Energie darein zu beweisen, dass es Gott wirklich nicht gibt. Wie schön wäre es, wenn sie stattdessen mal auf den Boden der Tatsachen kämen, in diese Gesellschaft, und die Probleme der Menschen sehen würden. Menschen glauben an Religion, weil sie etwas brauchen, Probleme haben oder Angst haben. Es hilft ihnen nicht, wenn man schreit ‚Es gibt keinen Gott!‘. Lerne die Menschen kennen und versuche, Lösungen zu finden, statt einfach weiter zu schreiben und um die Frage zu streiten, ob es denn nun einen Gott gibt oder nicht.

Religiöse Menschen, die modern sein wollen, versuchen einen Weg zu finden, beides zu kombinieren und zusammen zu bringen, weil man ohne Religion sehr wohl überleben kann, aber nicht ohne Wissenschaft. Religion und Wissenschaften stehen einander als Gegensätze voreinander.

Alle Religionen versuchen, eine bestimmte Wahrheit zu schaffen und sagen, dass nur sie die Wahrheit kennen und vertmitteln. Sie sind alle damit beschäftigt, ihren Fall zu verteidigen. Die Wahrheit ist jedoch, dass man nur etwas verteidigen muss, das nicht wahr ist. Die Wahrheit ist wahr und wird sich selbst zeigen. Doch Feuer brennt, ob du es nun glaubst oder nicht. Das kannst du wissen, du musst es nicht glauben.

Schweigen als Feedback – Du stimmst zu, hast aber nicht den Mut, das zuzugeben! – 14 Mai 12

Ich würde gerne ein paar Zeilen über die Reaktionen schreiben, die ich bekomme, wenn ich mein Tagebuch schreibe. Ich schreibe über alle möglichen Themen und natürlich gibt es darauf dann auch alle Arten von Reaktionen. Eine der interessantesten Reaktionen ist, glaube ich, die unausgedrückte Zustimmung, die hinter höflicher Nicht-Zustimmung oder einfach nur Stille versteckt wird.

Bei bestimmten Themen, wenn ich über unfassbare Geschichten schreibe, wie damals, als ein Vater seinen eigenen Kindern ins Fleisch schnitt, um Rituale durchzuführen, stimmt mir natürlich jeder zu, dass es schrecklich ist, dass solche Dinge geschehen. Bei anderen Themen, als es zum Beispiel um den falschen Guru Kumar Swami ging, bekomme ich beides, sehr positive und auch negative Rückmeldungen, hier in diesem Fall von seinen Anhängern, die wollten, dass ich meinen Artikel vom Netz nehme. Und dann gibt es ein paar Themen, in denen ich hauptsächlich eine Art von Feedback bekomme: beredtes Schweigen.

Das sind Themen, die tief im Glauben, in der Kultur und im Denken der Menschen verwurzelt sind. Es passiert, wenn ich ein gesellschaftlich anerkanntes, falsches Verhalten anspreche, das weit verbreitet ist. Es passiert, wenn ich über etwas spreche, worüber die Menschen lieber niemanden sprechen hören würden. Es passiert, wenn ich die Wahrheit sage und die Menschen das erkennen, aber lieber vorgeben, dass sie es nie gehört haben, dass sie meine Zeilen nie gelesen haben und nicht wissen, was richtig ist.

Ich nehme eine Tatsache und analysiere sie. Ich betrachte sie von allen Seiten und komme dann zu einem Schluss. Dieses Ergebnis präsentiere ich und dann ist da jemand, der genau das Gegenteil davon gelernt hat. Sein ganzes Leben lang hat er anders gehandelt und beschlossen, an etwas anderes zu glauben. Jeder, der meine Zeilen liest, würde mir zustimmen und auch diese Person tut das. Er weiß innerlich, dass ich Recht habe! ‚Ja, da ist etwas dran! Aber kann ich das wirklich zugeben? Vielleicht mache ich besser die Augen zu und tu so, als hätte ich nichts gelesen – das erspart mir einiges an Ärger!

Zuzustimmen würde eine große Veränderung bedeuten! Es könnte das Leben verändern, wenn man akzeptiert, dass das, was man zuvor geglaubt hat, falsch ist! Es ist einfach und sehr bequem, einfach nicht zu antworten. ‚Es wird mich sowieso niemand danach fragen, das ist schließlich das Internet, eine virtuelle, unechte Welt.‘

Doch tief drinnen weißt du, dass du nicht Recht hast, dass es wahr ist, was ich sage. Wenn du weiterhin vorgibst, dass du das nicht tust, belügst du dich selbst! Nur, weil du etwas gelernt hast, weil jeder es immer so gemacht hat, weil deine Schriften sagen, dass es so sein sollte, meinst du, du musst das auch glauben? Nein, du kannst etwas verändern! Ich weiß, dass das vielleicht allem widerspricht, was du jemals geglaubt hast, aber du verlierst nichts, wenn du einen falschen Glauben aufgibst! Das ist nicht dein Anker oder deine Rettungsweste, du kannst auch ohne überleben! Hänge dich nicht wie ein Ertrinkender daran! Erkenne, dass du ohne das frei bist!

Stattdessen jedoch schweigen die meisten. Andere, die das Bedürfnis verspüren zu antworten, können nicht anders, als einen höflichen Kommentar schreiben, in dem sie halbherzig widersprechen. Sie haben sowieso kein echtes Argument dagegen, weil sie die Wahrheit doch selbst kennen. Es ist für sie jedoch nicht möglich, das öffentlich zuzugeben. Eine Unterhaltung mit ihnen endet immer mit ‚Ja, ich weiß, aber trotzdem glaube und denke ich weiterhin das, was ich zuvor gedacht habe.‘

Ich weiß, dass das oft ein Problem religiöser Menschen ist, aber auch Leute, die nicht an eine Religion glauben, zögern manchmal, sich zu ändern, selbst wenn sie wissen, dass es falsch ist. Die Angst vor dieser Veränderung ist groß. Was werden die Leute um mich herum sagen? Ich will in meiner Gruppe nicht auffallen, nicht in der Gemeinschaft ein Außenseiter sein! Dann wäre ich anders!

Habe keine Angst, du kannst diese Veränderung machen! Sei ehrlich mit deinen Gefühlen, das ist das Wichtigste. Ich bin nicht derjenige, der von dieser Veränderung profitiert, sondern du! Man braucht Mut, um seine Muster zu durchbrechen und eine neue Denkweise zu finden, die sich nach der Wahrheit anfühlt. Sei mutig, du kannst etwas ändern! Wenn du ein Gefühl hast, dass das, was ich sage, wahr ist, hate nicht an dem fest, was du vorher dachtest, sondern fühle dich frei, die Wahrheit zu glauben. Nur das wird dich glücklich machen! Und wenn du verstehst, dass es die Wahrheit hast, können andere das auch verstehen. Du wirst nie allein sein, wenn du an die Wahrheit glaubst.

Verharre nicht stur auf veralteten Ansichten – Sei bereit für Veränderung – 7 Jul 11

In einem meiner alten Tagebucheinträge habe ich vor Kurzem den folgenden Absatz gelesen:

„…jeder, der dich wirklich liebt, will, dass du glücklich bist und in deinem Glück stark und beständig. Es ist schwierig, ein beständiges Glücksgefühl zu haben, wenn man keine beständige Meinung hat, weil man sich die ganze Zeit darum sorgt, wie man seine Meinung nun am besten ändern sollte!“

Ich lese diese Zeilen und stimme ihnen immer noch zu. Es ist sehr wichtig, beständig zu sein, zu wissen, was man will und demnach seine Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig dachte ich jedoch bei mir, dass es Zeiten gibt, wenn die Menschen in ihrer Meinung nicht nur beständig, sondern wirklich fest sind und stur an einer Ansicht festhalten, die oft schon vor Jahrzehnten gebildet wurde.

Das ist auch nicht die richtige Einstellung zu seinen Meinungen. Bilde die keine Meinung, um sie dann zur Tradition zu machen. Immer, wenn das geschieht, ist jegliche Flexibilität unmöglich. Vielleicht kennst du diese Art von Verhalten von älteren Menschen. Als Teenager war das Kind der Nachbarn vielleicht wild und zu der Zeit haben deine Großeltern sich ihre Meinung gebildet und beschlossen, die Pflege ihrer Pflanzen während sie auf Reisen sind, niemals diesem Mädchen anzuvertrauen. Jetzt, dreißig Jahre oder mehr später, denken sie immer noch an diese Frau und sehen ein wildes Mädchen vor sich, obwohl sie sich jetzt fest niedergelassen hat, glücklich verheiratet ist und ein ruhiges Leben führt. Die alten Leute zögern jedoch vielleicht immer noch und können ihr kein Vertrauen entgegenbringen.

Das ist ein einfaches Beispiel, aber solche Ansichten und Sturheit, die nicht geändert werden kann, geht viel tiefer. Wir folgen oft einem bestimmten Muster und wollen es nicht hinter uns lassen. Wir wissen, dass es nicht richtig und nicht mehr wahr ist, die Zeiten haben sich geändert, aber weil wir es immer so gemacht haben, bleiben wir dabei. Ich habe schon so viele Jahre lang daran geglaubt, warum sollte ich mich jetzt ändern? Warum sollte ich aufhören, daran zu glauben? Diese Denkweise macht dich nicht glücklich. Wenn du die Wahrheit kennst und deine Meinung nicht änderst, bist du mit dir selbst nicht ehrlich.

Wenn du etwas erlebst, traue dich, deine Meinung zu ändern, selbst wenn das behauptet, das Gegenteil von dem zu denken, was du bisher gedacht hast. Verändere etwas, wenn du glaubst, es sei notwendig zu ändern, ansonsten kostet es dich dein Glück. Wenn du dich zum richtigen Zeitpunkt änderst, merkst du, wie sich die Türen für eine bessere Zukunft öffnen.

Tätowierungen, Piercings und Körperimplantate – Schön, Hässlich oder Seltsam? – 21 Jun 11

In unterschiedlichen Workshops und Vorträgen habe ich den Leuten schon oft gesagt, dass sie schön sind, so wie sie sind. Ich habe viel über innere Schönheit und äußerliche Erscheinung gesprochen und auch geschrieben. Ich habe erklärt, dass besonders Frauen wahre psychologische Probleme bekommen, wenn sie nicht genug Selbstbewusstsein haben, um sich selbst schön zu finden, so wie sie sind. Sie verwenden Tonnen von Make-up, um eine Person zu präsentieren, die sie nicht sind und sie glauben, dass sie das schöner macht.

Heute möchte ich eine weitere Modeerscheinung beschreiben, die den Menschen das Gefühl gibt, schöner zu sein, die in meinen Augen jedoch nichts ist, das die natürliche Schönheit einer Person überragen könnte: Tattoos und Piercings.

Ich sagte¸ es sei eine Modeerscheinung, aber natürlich ist es das schon seit vielen Jahren und so gibt es viele Leute, die ihre Erfahrungen mit der Tinte unter ihrer Haut und Löchern in verschiedenen Körperteilen erzählen können. Tätowierungen und Piercings können heutzutage überall sein. Die Bilder zieren den ganzen Körper, sogar die Augäpfel und Ringe, Stäbe und andere Strukturen hängen überall in der Haut. Nicht einmal die Genitalien sind davor sicher.

Ich habe den Grund für diese Art von Körperschmuck nie verstanden. Du ruinierst da deinen Körper. Du machst Löcher in deine Haut, die da nicht hingehören und Tinte unter die Haut, die da erst recht nicht hingehört. Und das ist permanent!

Immer mehr junge Menschen lassen sich tätowieren und erkennen nach zehn oder zwanzig Jahren, dass es einfach nicht mehr zu dem passt, der sie jetzt sind. Es ist kein Wunder, mit 35 mag man vielleicht das süße kleine Herz mit den Flügeld nicht mehr, auf das man mit 18 so stolz war. Doch jetzt ist es auf deinem Nacken, sichtbar für jedermann, solange du keinen Rollkragenpullover trägst – und im Sommer bedeutet das immer.

Es gibt ein Szenario, das sogar noch schlimmer ist, aber auch recht üblich: du hast den Namen deines Partners auf dem Oberarm, auf der Hüfte, dem Rücken oder der Schulter und entdeckst nach einiger Zeit, dass das mit euch beiden nichts wird. Du trennst dich und trägst immer noch den Namen auf dem Körper als ewige Erinnerung an eine Vergangenheit, die du vielleicht lieber schnell hinter dir lassen würdest.

Für dieses Dilemma gibt es zwei Lösungen und es sind meistens Stars und Berühmtheiten, die der Allgemeinheit gezeigt haben, wie das geht: man kann sich die Tätowierung weglasern lassen. Man benötigt mehrere Sitzungen und einiges an Geld und kann unschöne Narben davontragen. Die zweite Möglichkeit ist, darüber zu tätowieren, so dass es zu einem anderne Bild oder einem anderen Spruch wird. Angelina Jolie, Johnny Depp und Britney Spears sind nur einige Beispiele von Stars, die Tattoos hatten und sie auch wieder haben entfernen lassen.

Das sind die gewöhnlichen Geschichten von Tätowierungen, doch es gibt auch Menschen, die damit werben, dass bestimmte Symbole auf der Haut mehr Energie geben und unterschiedliche Auswirkungen haben können, von Fruchtbarkeit bis Reichtum. Es ist falsch, jemandem zu sagen, dass eine Tätowierung etwas heilen oder eine bestimmte Energie geben könnte. Es gab eine Zeit, in der die Menschen in Stämmen zusammenlebten, nicht gebilder waren und wirklich glaubten, dass eine bestimmte Anordnung von Punkten oder Streifen auf der Stirn Kraft und Macht verleihen könnte. Wir leben jedoch in modernen Zeiten und sind uns bewusst, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Diese Kraft kommt von dem glauben, dass man Kraft besitzt, nicht von der Tätowierung.

Ich bin nur immer wieder überrascht, wenn ich sehe, was die Menschen ihrem Körper antun. Viele Menschen haben wirklich extrem viele Tätowierungen und Piercings, so dass man den Menschen darunter kaum noch erkennen kann. Andere Extreme sind Tätowierungen auf der Zunge, den Augäpfeln und den Genitalien. Eine weitere seltsame Modeerscheinung, die man nun wirklich nicht Kunst nennen kann, sind Körperimplantate. Die Menschen schieben sich Gegenstände unter ihre Haut, um einfach nur anders auszusehen und bekommen auf diese Weise Hörner auf dem Kopf, Sterne, die aus den Armen aufragen und sogar Münzen und Kugeln in verschiedenen Körperteilen.

Tue das deinem Körper nicht an, du bist schön und perfekt, so wie du bist.

Meine erste sexuelle Erfahrung nach 30 Jahren natürlicher Enthaltsamkeit – 19 Jun 11

An einem Tag nahm mich mein deutscher Freund mit, um eine Freundin zu besuchen. Sie hatte zu der Zeit Besuch, eine weitere Frau war bei ihr zu Gast und als mein Freund sie zum Abendessen am nächsten Abend einlud, sagten sie beide zu.

An dem Tag saßen wir also alle beisammen, aßen und redeten miteinander. Es wurde spät und die Frau meines Freundes ging zu Bett. Mein Freund war der Nächste, der aufstand und allen eine gute Nacht wünschte. Schließlich sagte eine der Frauen, dass sie nun auch gehen würde. Ihre Freundin, die Frau, die ich erst am Tag zuvor kennen gelernt hatte, sagte, sie würde noch etwas länger bleiben. Und so saßen wir da auf dem Sofa nebeneinander und während wir redeten, rückte sie etwas näher an mich heran.

Ich gab vor, ganz cool zu sein und gab mir Mühe, erfahren zu wirken, obwohl ich das überhaupt nicht war. Ich war so aufgeregt und dachte, dass heute Nacht, in dieser Novembernacht im Jahr 2001, das passieren würde, was in den letzten 30 Jahren nicht geschehen war. Ich tat so, als wäre es für mich ganz normal, auf diese Weise mit Frauen zusammen zu sitzen, aber die Wahrheit war, dass es an dem Tag das erste Mal war.

Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit meinem indischen Freund, meinem ersten Gastgeber hier in Deutschland. Er erzählte mir einmal, dass die Menschen hier gegenüber Sex viel offener sind als die Menschen in Indien. Wenn du ein Mädchen kennen lernst und dich mit ihr anfreundest, könntest du sie an einem bestimmten Punkt auch fragen, ob sie mit dir Sex haben will. Ihr würde es nichts ausmachen und die meisten Frauen wären auch dazu bereit. Das hatte dieser indische Mann gehört, der nun etwas länger als sechs Monate in Deutschland lebte und arbeitete. Das war sein Eindruck in dieser neuen Kultur. Als ich ihn fragte, ob er in diesen sechs Monaten denn eine solche Begegnung gemacht hatte, antwortete er ganz unschuldig mit ‚Nein‘ und ich wusste, dass er nicht lügte.

Ich war viel neuer und unerfahrener als mein Freund in dieser Kultur und in diesem Land und dann war da diese Frau, die Freundin einer Freundin meines Freundes, neben mir auf dem Sofa. Ich kannte sie nicht wirklich, mein Englisch war immer noch nicht gut genug, um ein längeres Gespräch zu führen und ich hatte nicht den Mut, sie zu berühren, obwohl ich neugierig war und es wollte. Gott sei Dank machte sie den ersten Schritt und nahm meine Hand in ihre. Ich gab immer noch vor, ganz cool und erfahren zu sein und dachte, es wäre am Besten, das zu tun, was sie tat. Ich reagierte auf der gleichen Ebene auf ihre Handlung und hielt ihre Hand. Und dann, was sollte sonst geschehen, umarmten wir uns nach einer Weile und lagen bald auf dem Sofa, unsere Kleidung um uns herum verteilt, und ich hatte meine erste Erfahrung.

Ich hatte ihr nicht zuvor nicht gesagt, dass es mein erstes Mal war und als ich es ihr hinterher sagte, war sie überrascht und meinte, ich war ihr sehr erfahren vorgekommen. Ich war glücklich und stolz, dass ich meine Rolle so gut gespielt hatte. Ich lächelte sie an und antwortete ‚Du weißt ja, ich komme auf dem Land des Kama Sutra und habe es studiert‘. Sie lächelte zurück und antwortete ‚Ja, ich wusste, dass du ein Tantra-Meister bist!‘ Es war nicht die richtige Situation, das du sagen, aber ich überlegte bei mir ‚Was hat das denn mit Tantra zu tun?‘ Ich hatte noch nicht verstanden, dass die Menschen im Westen meinen, Tantra bedeutet Sex.

Ich war nicht traurig, meine Jungfräulichkeit verloren zu haben, sondern freute mich im Gegenteil darüber, nicht mehr im Zölibat zu leben. Die Enthaltsamkeit war ganz natürlich in mein Leben gekommen, nicht weil ich irgendeiner Tradition folgte. Meine Eltern waren ganz offensichtlich nicht enthaltsam, sie haben mir und meinen drei Geschwistern das Leben geschenkt. Ich folgte keiner anderen Tradition als der meiner Familie und sie wollten mich bereits mit 18 verheiraten. Daran war ich jedoch nicht interessiert. Stattdessen wollte ich reisen und predigen. Später ging ich in die Höhle, also hatte ich keine Möglichkeit, meine Jungfräulichkeit zu verlieren.

Wir schliefen auf dem Sofa ein und wachten in der Früh auf, als mein deutscher Freund herunterkam, um Kaffee zu machen. Er winkte und lächelte mir zu und ich lächelte zurück und wünschte ihm einen guten Morgen.

Schüler zu sein ist besser als Anhänger zu sein – 16 Jun 11

Gestern habe ich den letzten der 10 Arten von Anhängern beschrieben, über die ich in den letzten Wochen geschrieben habe. Das waren die zehn Arten:

  1. Blinde Anhänger
  2. Intellektuelle Anhänger
  3. Stolze Anhänger
  4. Geheime oder sich schämende Anhänger
  5. Bestochene oder bezahlte Anhänger
  6. Strenge Anhänger
  7. Flexible Anhänger
  8. Massen-Anhänger
  9. Persönliche Anhänger
  10. Berühmte Anhänger

Ich habe in meinem Leben viele Anhänger gesehen, während meiner Zeit als Guru und auch auf meinen Reisen im Westen. So konnte ich sie auch in diese Arten einteilen. Nicht jeder von ihnen passt in eine bestimmte Kategories, viele von ihnen gehören zu mehreren Tyoen gleichzeitig.

Wenn ich heutzutage Anhänger treffe, bleiben sie meist nicht allzu lange mit mir in Kontakt. Der Grund hierfür ist, dass sie üblicherweise nach einem Guru suchen und ich einfach kein Guru oder Meister bin. Viele gehen weg, weil sie das erkennen und andere versuchen, in der Nähe zu bleiben, versuchen, auf irgendeine Weise meine Anhänger zu werden, ohne dass mir das etwas ausmacht und entwickeln wirklich etwas Nähe. Ich versuche immer, sie die Erfahrung machen zu lassen, dass sie ihre eigenen Gurus sind.

Ich mag das Wort ‚Anhänger‘ nicht wirklich. Ich finde, es ist gut, wenn man von jemandem etwas lernt, wenn man ein Schüler ist und weiterhin lernt. Guru bedeutet im Grunde einfach nur Lehrer. Wenn du also das Bedürfnis nach einem Lehrer, einem Guru hast, warum nennst du dich nicht einfach Schüler? Meiner Meinung nach ist es besser, ein Schüler zu sein, begierig nach mehr Wissen, enthusiastisch und mit dem Wunsch mehr Wissen und Erfahrung zu bekommen, als ein Anhänger zu sein, der nur blind wie ein Schaf hinterherläuft.

Viele Gurus sind gute Lehrer und man kann von ihnen lernen. Erkläre sie nicht als heilig und sie sie nicht als Götter. Sie sind Menschen und machen ihre Fehler. Verehre sie nicht. Gib ihnen Respekt als Personen, die etwas Wissen oder Weisheit haben, die sie mit dir teilen.

Behalte eine realistische Sicht, gehe tiefer als das, was auf der Oberfläche zu sehen ist und sieh hin, wer diese Person ist. Werde nicht von einem Individuum abhängig und lass dich nicht verwirren, wenn du von verschiedenen Gurus entgegengesetzte Aussagen hörst. Am Ende musst du sehen, dass du in dir dein eigener Meister bist. Dort liegt die Wahrheit und dort fühlst du für jede Philosophie und Lehre, ob sie für dich richtig ist oder nicht.