Aufregender, verbotener Sex in einem Yoga Ashram – 9 Feb 16

Gestern habe ich euch von einer Email erzählt, in der die Verfasserin fragte, ob sie mit ihrem Partner in einem Zimmer übernachten könnten. Während wir glauben, dass das keine Frage sein sollte, ist es das leider für viele spirituelle Orte und Ashrams. Sie machen etwas Schmutziges aus Sex, etwas, was auf ihrem Grund und Boden nicht stattfinden sollte und kontrolliert werden muss. Die Folge ist jedoch klar und deutlich: dann wird das eben im Geheimen erledigt!

Ich kannte einen Mann aus Deutschland, der dort ein Yogazentrum hatte. Ich hatte ihn in Deutschland kennen gelernt und in seinem Zentrum sogar Programm gegeben. Als er zusammen mit seiner Freundin nach Indien reiste, kam er auch in unseren Ashram und natürlich hatten sie zusammen ein Zimmer. In jenen Tagen führten wir auch einige Unterhaltungen über diese seltsame Regel, weil seine Freundin gerade in einem solchen Ashram gewesen war!

Sie hat eine vierwöchige Yogalehrerausbildung in einem Ashram eines Yoga-Gurus gemacht. In dem Ashram wurden Männer und Frauen streng getrennt und es war sogar verheirateten Paaren nicht erlaubt in einem Zimmer zu schlafen. Das wurde ihnen klar, als ihr Freund sie nach etwa zwei Wochen besuchen kam und sie sich im Ashram nicht treffen konnten! Er hatte ein Zimmer, sie ein anderes und es war ihnen nicht erlaubt, den jeweils anderen im Zimmer zu besuchen!

Am Ende schlich er sich an seinem letzten Abend dort in ihr Zimmer und sie trafen sich für eine körperliche Wiedervereinigung und einen Abschied im Bett. Er wollte nicht gehen, ohne seine Freundin zumindest einmal geküsst zu haben! Er erzählte mir, dass es ihm schon leid tat, dass er die Regel verletzt hatte, dass er aber trotzdem das Gefühl hatte, dass es für sie gut und notwendig gewesen war, einander zu spüren. Sie wussten beide, dass sie nie wieder an diesen Ort zurückkehren würden.

Das Einzige, was dieser Ashram also mit seiner Regel geschafft hatte, war, in den Herzen zweier liebender Menschen Abneigung zu schaffen! Sie schafften es nicht, sie auseinander zu halten, konnten sie nicht davon abhalten, miteinander zu schlafen. Sie haben es vielleicht geschafft, das Ganze etwas aufregender zu machen, weil es verboten war – aber am Ende glaube ich nicht, dass dieses Paar auf lange Sicht hin Sex als schmutzig ansehen wird!

Leider gibt es sicher auch Leute, bei denen sie Erfolg haben. Die Sex und die liebevolle Berührung einer anderen Person als etwas Schmutziges sehen werden. Und das ist falsch!

Der größte Witz an dem Guru der Frau war jedoch, dass er nur in den Augen der Öffentlichkeit enthaltsam lebte! Ich kannte den Mann und war nicht der Einzige, der genau wusste, dass er auch eine Freundin hatte! Er war schon viele Jahre lang in einer Beziehung, tat aber öffentlich weiter so, als lebe er enthaltsam. Diese Gurus halten sich nicht etwa von Sex fern, aber sie kontrollieren gerne und schaffen deshalb diese Regel für ihre Schüler und Anhänger!

Mein Vorschlag ist, keinen Ort zu besuchen, der solche Regeln aufstellt. Damit begibst du dich in eine Umgebung, in der natürliche Gefühle unterdrückt werden. Und meistens sind es scheinheilige Menschen, die solche Regeln schaffen und durchzusetzen versuchen!

Können wir in eurem Ashram Sex haben? – 8 Feb 16

Wir bekommen jeden Tag Anfragen für Aufenthalte im Ashram. Während wir allen antworten, gibt es einige, bei denen wir bereits wissen, dass sie wahrscheinlich nicht kommen werden, andere, von denen wir glauben, dass es ihnen hier sehr gut gefallen könnte und einige, von denen wir wissen, dass ihre Erwartungen nicht mit unserem Ort zusammen passen und denen wir dann sagen, dass sie besser nicht kommen. Das alles nur von der Beschreibung dessen, was sie auf ihrer Reise in Indien gerne tun möchten. Heute bekamen wir eine Email, in der die Autorin nicht wirklich viel savon erzählte, welchen Retreat oder welche Aktivitäten sie denn gerne hätte. Sie verwendete so ziemlich die ganze Email darauf zu erklären, dass sie vorhatte in unserem Ashram Sex zu haben!

Ja, das war die Hauptsache dieser Email – aber es hörte sich überhaupt nicht ‚schmutzig‘ an! Nein, sie erzählte sehr höflich, dass sie mit ihrem Partner reisen würde und fragte, ob sie denn ein Zimmer teilen könnten. Wenn ihnen das für die Nacht nicht erlaubt würde, dürften sie sich denn dann tagsüber in den Zimmern des jeweils anderen treffen? Oder wäre es ihnen aufgrund des unterschiedlichen Geschlechts überhaupt nicht erlaubt, miteinander zu sprechen?

Sie erklärte sehr höflich weiter, dass sexuelle Enthaltsamkeit für beide nicht in Frage kam – doch wenn das irgendwelche Regeln brechen würde oder von unserer Seite nicht möglich wäre, würde sie das akzeptieren und versuchen, es einzuhalten.

Oh ja, natürlich ist es komisch, diese Zeilen zu lesen – aber wisst ihr was? Von ihrem Sichtpunkt aus macht es vollkommen Sinn solche Fragen zu stellen, denn genau das geschieht an spirituellen Orten und in vielen Ashrams: Sex wird völlig zum Tabu gemacht, wird als schmutzig, sündhaft und böse dargestellt und wird im Allgemeinen verboten! In vielen Ashrams können Männer und Frauen nicht zusammen ins Zimmer, nicht einmal, wenn sie verheiratet sind. Und dann gibt es sogar Orte, an denen Männer und Frauen komplett getrennt werden. Sie dürfen noch nicht einmal miteinander reden!

Um also jegliche Art unangenehmer Überraschung zu vermeiden, ist es eine gute Idee vorher nachzufragen und das zu klären! Schließlich steht nirgendwo auf unserer Seite ausdrücklich, dass es erlaubt ist mit seinem Ehemann, seiner Ehefrau oder seinem Partner zu schlafen! Wir könnten jedoch darüber nachdenken, das mit draufzuschreiben.

Für heute jedoch ist es genug, dieser Dame per Email zu antworten, dass wir uns freuen würden, sie und ihren Partner bei uns im Ashram willkommen zu heißen, dass sie natürlich ein Zimmer zusammen haben können und dass wir keinerlei solche Regeln haben. Wir werden ihnen schreiben, dass sie einfach nur sie selbst sein könenn und dass wir aus einem natürlichen Bedürfnis und einem Akt voller Liebe kein Tabu machen!

Warum willst du, dass ein Guru die Führung über dein Leben übernimmt? – 22 Jul 13

Heute ist in Indien Guru Purnima, der Tag der Meister. Es ist ein Tag, an dem jeder Schüler seinen Guru ehrt. Selbst wenn er das ganze Jahr nicht an ihn denkt, kommt er an diesem Tag, wäscht die Füße seines Gurus, zeigt seine Hingabe und überrascht ein Geschenk sowie etwas Geld. Selbst wenn er weit weg ist, wird er ihn anrufen, um ihn zu grüßen. Ich habe die Rolle des Guru selbst gespielt und kenne die Szene sehr gut. Ich habe mich geändert und zwar so sehr, dass ich heute das, was ich vor Jahren selbst empfohlen habe, vollständig ablehne. Und damit auch das Prinzip des Guruismus.

Ich glaubte und predigte das, was in den Schriften steht: ohne Guru erreicht man keine Erlösung. Erlösung ist das, wonach alle streben – also sollte jeder einen Guru finden, der ihn zur Erlösung bringt.

Heute habe ich das Gefühl, dass diese Bedingung der Grund ist, warum es in diesem Bereich so viel Korruption gibt. Unschuldige, leichtgläubige Menschen kommen und sie lehren ihnen drei Dinge:

1. Man kann nur Erlösung finden, wenn man einen Guru hat.

2. Man kann nur einen Guru haben, genau wie man nur einen Vater haben kann.

3. Dem Guru musst du alles widmen, was du hast und was du tust. Er übernimmt Verantwortung für dich und dafür musst du tun, was er sagt.

Von dem Augenblick an, in dem du von deinem Guru eingeweiht wirst, widmest du ihm alle deine Rituale. Du folgst seinem Rat und betest mit dem Gedanken an ihn. Du wirst freiwillig und freudig zur Marionette dieses Meisters mit seinem Versprechen, dass er dich aus dieser Welt der Illusion herausholt. Offensichtlich mögen diese Gurus die Macht und alles, was damit kommt. Darum sagen sie es sei ein Muss und notwendig, die Einweihung durch einen Guru zu haben. Um ihre Anhänger bei sich zu halten, fördern sie die Regel, dass jeder Anhänger nur einen Guru haben kann.

Dieses ganze System ist meiner nach wie für den Missbrauch gemacht, der in den vergangenen Jahrzenten und Jahrhunderten stattgefunden hat. Diese Gurus bekommen sehr viel Macht über die Gedanken dieser Menschen und sie missbrauchen diese Macht wissentlich, um Reichtum zu erlangen und nicht nur ihre körperlichen Bedürfnisse zu stillen, sondern auch ihre sexuellen Fantasien, die nicht selten die Grenze dessen überschreiten, was man ‚normal‘ nennt. Es ist falsch, was da geschieht.

Meiner Meinung nach ist ein Guru nur ein Lehrer, im grundlegenden Sinn des Wortes. Wenn man etwas lernen will, braucht man einen Guru. Als ich zur Schule ging, nannte unsere ganze Klasse unseren Lehrer ‚Guruji‘, um ihm Respekt zu zeigen. Es ist egal, wer es ist, jeder von dem du lernst, sei das eine jüngere oder ältere Person, kann dein Guru sein. Und es ist egal wie viele Gurus man hat, wer auch immer dir etwas beibringt, ist dein Guru.

Werde nicht zur Marionette eines anderen. Gib jedem, von dem du lernst, den Respekt eines Guru, aber mache dich nicht von einer Person vollständig abhängig. Schaffe eine Beziehung von Lehrer und Schüler – der Aspekt der Göttlichkeit ist da absolut unnötig.

Manch einer mag nun dagegenhalten, dass man einen spirituellen, religiösen Guru braucht, wenn man etwas zu den Schriften und zur Religionsphilosophie lernen möchte. Ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, genau das zu lernen. Heute jedoch möchte ich euch frage: warum willst du diese Philosophie überhaupt lernen? Meiner Meinung nach ist das vollkommen nutzlos. Du willst ein ehrliches und glückliches Leben leben. Warum brauchst du dazu die Veden, den Koran oder die Bibel? Mit dem Studium dieser Bücher grenzt du nur dein Sichtfeld ein, schränkst du deinen Weg ein und verwirrst dich selbst. Wenn du diese Philosophie also nicht brauchst, wozu brauchst du dann einen Guru?

Sei dein eigener Guru. Lass deine eigene Liebe, Bescheidenheit und Moral dein Guru sein. Sie werden dir ein guter Führer sein, wenn du sie nur lässt.

Veraltete Schriften mit verrückten Regeln zeigen, dass alle Religionen gleich sind – 14 Jun 12

In den letzten drei Tagen habe ich für die drei verschiedenen Religionen, Christentum, Hinduismus und Islam, Listen geschrieben mit Beispielen seltsamer, lustiger, verrückter und vor allem grausamer Regeln, auf die man in ihren Schriften stößt. Alle Beispiele stammen aus den Büchern, die Menschen für heilig halten, von denen sie denken, dass sie die ultimative Wahrhei beinhalten und dass sie wörtlich genommen und im Alltag befolgt werden sollen.

Ich hoffe, dass meine letzten drei Tagebucheinträge zeigen, dass diese Sicht auf die Schriften überhaupt nicht gerechtfertigt ist.

Viele Menschen wissen nichts von diesen Zielen in ihren Schriften. Ihnen wird von ihren Priestern und den Menschen in ihrer Umgebung eine ‚saubere Version‘ vorgelegt, frei von den Grausamkeiten, über die ich schon zuvor einmal einen Tagebucheintrag geschrieben habe, oder Grausamkeiten nur in Geschichten, die als Metapher, nur als Beispiel dienen sollen. Warum sprechen die Priester normalerweise nicht von den Gräueln und lächerlichen Anordnungen der Schriften? Weil sie genau wissen, dass nach Predigten voll solcher Regeln, niemand mehr zu ihnen kommen würde. Die meisten Menschen würden vor der Gewalt und den Einschränkungen davonlaufen.

Während Unwissenheit für die meisten Leute eine Erklärung ist, gilt das noch lange nicht für alle! Es gibt auch Menschen, die genau wissen, was da geschrieben steht, die es gelesen und gelernt haben, aber trotzdem darauf bestehen, dass alles, was in den Schriften steht, befolgt werden muss. Ganz einfach deswegen, weil die Schrift heilig ist. Keine weitere Diskussion, keine Argumente und kein Verständnis. Es ist unglaublich, oder?

Meiner Meinung nach zeigen diese Sammlungen, obwohl sie ganz sicher nicht vollständig sind, sehr schön, dass die Schriften in einer Zeit geschrieben wurden, in der das Leben der Menschen sehr schwierig war und sie eine ganz andere Einstellung hatten als wir heute. Natürlich hat die Zeit Veränderungen mit sich gebracht. Wir können nicht mehr so denken wie sie und darum erscheint es uns lächerlich zu lesen, wie viele Menschen wir im täglichen Leben umbringen sollten, wie viele eine ‚schmerzvolle Strafe‘ erleiden werden oder wie Frauen sich verhalten sollten oder wie wir mit ihnen umgehen sollten. Es passt einfach nicht mehr.

Während es offensichtlich ist, zumindest für mich, dass diese Schriften einfach nur veraltete Bücher sind, gibt es eine weitere, interessante Tatsache, die wie beobachten können: wie sich die Regeln in den Schriften dieser drei Religionen ähneln!

Alle drei Religionen erklären ganz klar, dass Männer höher gestellt sind als Frauen, dass Frauen gehorsam und unterwürfig sein sollen und ihre Schönheit nicht zur Schau stellen sollen. In den Schriften aller drei Religionen kann man lesen,d ass Menschen eines anderen Glaubens getötet werden müssen. Keine Religion macht da eine Ausnahme und sie geizen auch nicht mit Worten dafür, wie Ungläubige gequält werden würden und wie sie vor und nach ihrem Tod oder im nächsten Leben leiden würden. In beiden Religionen, Hinduismus und Islam, habe ich Beweise dafür gefunden, dass es Männern erlaubt und sogar empfohlen wird, ihre Frauen zu schlagen – wenn sie nicht gehorchen oder wenn sie keinen Sex haben wollen. Was im Hinduismus natürlich noch auffällt, ist das Kastensystem und die verrückte und grausame Abstufung der Menschen niedriger Kasten. Wer auch immer meint, dass das Kastensystem in den Schriften nicht festgehalten und empfohlen wird, sollte mal einen Blick auf diese Verse werden, sein Beweis, der ihm helfen wird umzudenken.

Ich weiß, dass es ein beliebtes Gegenargument ist, zumindest bei Hindus, zu sagen, dass die ursprünglichen Schriften anders waren und später die Verse eingefügt wurden, die die Grundlage für all die schlechten Dinge sind, über die ich immer spreche. Doch wenn sie eingefügt wurden, warum richtet man sich dann heute noch nahc ihnen und warum sind sie überhaupt noch in den Schriften? Und wie kommt es, dass das als Entschuldigung für all die schlechten Dinge hergenommen wird? Wurden etwa nur negative Punkte hinzugefügt? Andere Leute sagen, dass diese grausamen Regeln nur in einer oder zwei Schriften erwähnt werden, die nicht wirklich als Hauptschriften des Hinduismus angesehen werden können. Es gibt jedoch Beispiele in vielen anderen Schriften, in denen es vielleicht nicht so deutlich formuliert ist, in denen man aber doch liest, wie Götter brutal und ohne Toleranz handeln. Das beweist auch genau die gleichen Punkte!

Nach all dem lautet die Schlussfolgerung wie erwartet: man sollte und kann meiner Meinung nach diese Schriften nicht als heilig ansehen. Sie wurden von Männern geschrieben, in einer Gesellschaft, die von Männern beherrscht wurde, einer Gesellschaft, die mit anderen Religionen Krieg hatte, als Kriege, Kämpfe und Morden noch alltägliche Vorkommen waren, als Menschen gefoltert, Frauen geschlagen und Menschen als Sklaven gehalten wurden. Es heißt, man kann die Schriften nicht ändern. Okay, aber warum soll man sich dann daran halten?

Dazu muss man erkennen, dass alle Religionen sich sehr ähneln. Deine Religion ist nicht besser als andere. Selbst die Religionen, die ich in meinen Listen nicht erwähnt habe, unterscheiden sich davon kaum.

Warum also sollten wir die Religionen nicht abschaffen, die Erfahrung nehmen, die wir in der Geschichte damit gemacht haben und verstehen, dass wir der Logik und unserem eigenen Herzen und der Liebe folgen müssen. Lass keine Religion deine Freiheit stehlen oder dir sagen, was du tun sollst. Übernimm Verantwortung für dich, sei tolerant gegenüber anderen, liebe die, die um dich sind und sei frei.

Frauen dürfen keine Mantras rezitieren – Weibliche Unreinheit im Hinduismus – 16 Sep 11

Da wir bereits beim Thema Unterdrückung der Frauen durch Religion sind, dachte ich, ich schreibe einige weitere meiner Gedanken dazu auf. Ich sehe mich selbst nicht mehr als Hindu. Ich akzeptiere die Religion des Hinduismus nicht mehr als die meine. Ich wurde schon gefragt, wie das sein kann, da ich in meiner Arbeit Mantras verwende und anderen auch immer Mantras empfehle. Ich antworte darauf, wenn ich Hinduismus als meine Religion akzeptieren würde, müsste ich damit auch eine Unterdrückung von Frauen akzeptieren, der ich nicht zustimmen kann. Lasst mich das erklären.

Euch ist das vielleicht nicht bewusst, aber streng gläubige Hindus glauben, dass es Frauen nicht erlaubt ist, Schriften wie die Veden zu lesen. Sie sind nicht rein genug, um sie zu lesen. Das ist ein Thema für Männer und ihrer Meinung nach sollte das auch so bleiben. Viele Menschen vergessen das oder missachten das in ihrer täglichen Glaubenspraxis, aber es gibt immer noch viele Männer, die ihren Frauen und Töchtern streng verbieten, die heiligen Schriften auch nur anzufassen. In einem gewöhnlichen Hindu Tempel sieht man keine Priesterinnen. Frauen sind nicht rein genug für den Dienst an Gott. Es ist Frauen nicht erlaubt, die Statue Gottes zu berühren, oder ihr auch nur so nahe zu kommen, wie Männer es dürfen. Es gibt viele weitere Situationen, in denen Frauen auf irgendeine Weise als zweitrangig und nicht rein genug behandelt werden. Zeremonien, Schriften und viele weitere religiöse Aktivitäten sind ihnen verboten.

Man trifft keine weiblichen Priester und auch keine weiblichen Sadhus. Sadhus sind die heiligen Männer Indiens, die ohne Anhaftung an irgendjemanden oder irgendetwas durch das Land wandern. Sie sind vollständig frei und haben nur eine Beziehung zu ihrem Gott. Sie bekommen viel Respekt für diese Hingabe. Eine Frau kann diesen Stand niemals erreichen.

Während der Zeit der Menstruation sind dir Frauen sogar noch unreiner. In der Zeit ist es ihnen nicht einmal erlaubt den Tempel zu betreten. Nicht nur der Tempel ist während ihrer Periode tabu, auch ihre eigene Küche! Warum? Weil sie während ihrer Menstruation als unrein betrachtet werden. Das ist eine Tradition, die in ganz Indien weiterhin ausgeübt wird. Männer glauben, dass ihr Essen beschmutzt und ungenießbar wird, wenn eine Frau es berührt, die gerade ihre Tage hat. In manchen Familien und Gegenden ziehen sich die Frauen in der Zeit vollständig aus der Gesellschaft von Männern zurück, da manche glauben, es würde ihnen den Tag verfluchen, wenn sie eine Frau in ihrer Periode auch nur ansehen. Ich habe von Westlern gehört, dass sie in manchen Ashrams aufgefordert wurden, während ihrer Menstruation ein sichtbares Zeichen zu tragen, so dass Männer wissen, dass sie sie nicht ansprechen sollen und damit die Küche ihnen ihr Essen separat gibt, weil es die ganze Umgebung verunreinigen würde, wenn sie mit allen anderen essen würden.

Wenn man all das hört, muss man sich über diese Religion wirklich wundern. Es ist jedoch recht normal, die Menschen haben sich daran gewöhnt und viele indische Frauen stimmen dieser Praxis zu. Sie sind so aufgewachsen. Ich frage mich jedoch trotzdem, wie man glauben kann, dass das Gottes Wunsch ist. Warum würde Gott wollen, dass Frauen weniger wert sind als Männer? Wenn Männer ein Buch lesen können, das als heilig angesehen wird, warum sollten Frauen es nicht auch lesen? Warum ist es ein Zeichen der Unreinheit, wenn sie durch ihren Zyklus gehen, den natürlichsten Prozess der Welt, der das Leben erst möglich macht?

Mit jahrelanger Erfahrung in diesem Arbeitsbereich weiß ich jedoch, dass es immer mehr Frauen gibt, die an religiösen Dingen Interesse haben. Bei Programmen ist die Zuhörerschaft voller Frauen, Tempel sind voller Frauen, aber trotzdem werden sie diskriminiert. Sie sind diejenigen, die als unrein betrachtet werden. Der Grund hierfür ist die von Männern dominierte Gesellschaft, in der Männer Schriften geschrieben und Regeln aufgestellt haben. Das kann nicht Gottes Wille sein.

Ihr seht also, ich kann diese Religion nicht von meinem Herzen akzeptieren, weil ich ihre Einschränkungen kenne. Würde ich diese Religion annehmen, müsste ich auch akzeptieren, dass die Mantras, die ich offen mit jedermann teile, nur an Männer weitergegeben werden dürfen. Ich müsste Frauen sagen, dass sie nicht rein genug sind, um sie zu rezitieren. Der Hinduismus würde es mir nicht erlauben, diese Mantras an eine Frau weiterzugeben.

Wenn ihr mich fragt, warum ich dann die Mantras nicht auch aufgegeben habe, weil sie ja zum Hinduismus gehören, frage ich warum? Ich liebe Mantras und sehe, dass sie den Verstand beruhigen, den Willen stärken und vieles mehr. Ich glaube, dass sie für jedermann gut sind. Ich kann aus jeder Religion die guten Aspekte für mich akzeptieren. Warum nicht?

Wenn man in einer christlichen Kultur aufgewachsen ist, als Mitglied einer Kirche, und beschlossen hat, die Kirche zu verlassen, behält man trotzdem die grundlegenden christlichen Werte bei, oder nicht? Liebe und Mitgefühl für andere ist nicht etwas, das man mit seiner Mitgliedschaft kündigt. Solche Werte sind richtig und sind es wert, beibehalten zu werden. Ich sehe nichts Falsches daran, an die guten Seiten verschiedener Religionen zu glauben. Unterdrückung von Frauen ist jedoch einer dieser Aspekte, die man getrost zurücklassen kann. Geschlechtergleichheit ist etwas, das man auch ohne eine Religion lernen sollte.

Kinder und Teenager brauchen ein Gleichgewicht aus Kontrolle und Freiheit – 14 Jul 11

Gestern habe ich über Eltern geschrieben, die ihre Kinder zu sehr behüten und ihren Kindern für jede Einzehleit ihres Lebens Ratschläge und Richtlinien geben. Das hält sie davon ab, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Was geschieht aber, wenn Eltern das genaue Gegenteil tun? Wenn sie überhaupt keine Richtlinien geben?

Das Ergebnis ist offensichtlich: sie werden wild und bereits in der frühen Teenager-Zeit unkontrollierbar. Wenn du nicht da bist, um sie in den Bereichen zu kontrollieren, in denen es notwendig ist, werden sie auf jeden Fall alles versuchen, was sie können. Und wenn du sie bei wichtigen Fragen nicht mit Richtlinien unterstützt, lernen sie nicht, dich zu respektieren. Wenn du sie sich selbst überlässt, müssen sie alles selbst tun. Natürlich lernen sie so schnell, aber vielleicht nicht das, was du gerne hättest. Es gibt mehrere Bereicht des Lebens, in denen Kinder Einschränkungen, Grenzen, Kontrolle und auch Hilfe bei Entscheidungen benötigen. Man kann sie nicht völlig sich selbst überlassen, nicht einmal wenn sie schon Teenager sind und alt genug erscheinen. Sie sind dir vielleicht in Körpergröße schon überlegen, aber sie haben noch nicht genug Erfahrungen gemacht.

Bis zu einem bestimmten Alter brauchen Kinder jemanden, der ein Auge darauf hat, wie sie ihre Freizeit verbringen. Ihr Geist ist noch nicht völlig entwickelt und sie haben noch nicht genug Erfahrung damit zu entscheiden, was richtig und was falsch ist. Sie könnten etwas machen, was gefährlich ist, von dem sie aber denken, dass es interessant und ein tolles Abenteuer ist. Besonders zu modernen Zeiten des Internets und der Technik haben sie selbst zu Hause viele Möglichkeiten. Es gibt Videospiele, von denen viele sehr gewalttätig sind und nicht für sie geschaffen und dann gibt es viele Möglichkeiten, online Glücksspiele zu spielen. Achte darauf, was sie in ihrer Freizeit und am Computer tun.

Zu Hause kannst du Regeln aufstellen, was gemacht wird und was nicht und das ist auch sehr wichtig, aber was ist mit der Zeit, wenn sie mit Freunden unterwegs sind? Wenn sie nicht in deine unmittelbaren Reichweite sind? Zu der Zeit hast du keine Kontrolle, was geschieht also, wenn dein 11-Jahre alter Junge ältere und viel coolere Jungs beim Rauchen und Trinken sieht und beschließt, dass er auch rauchen will?

Dann musst du als Elternteil auch eine sehr deutliche Entscheidung treffen und ihm klar die Regel geben, Zigaretten oder Alkohol nicht anzurühren. Diese Erziehung beginnt bereits, bevor er mehr Zeit mit Freunden außer Haus verbringt. Gib deinem Kind klar die Anweisung, dass Tabak und Alkohol tabu sind. Ansonsten wird dein Kind zu einem von ihnen. Es ist heutzutage fast schon normal, Kinder diesen Alters auf der Straße rauchen zu sehen, Jungen genauso wie Mädchen. Ihr, die Eltern, müsst eure Kinder kontrollieren. Es ist eure Verantwortung und mit solchen Grenzen formt ihr ihre Zukunft. Denkt nicht, dass ihr hilflos seid. Das seid ihr nicht. Sie leben bei euch zu Hause und ihr seid die Eltern. Stellt von Beginn an klar, dass ihr diejenigen seid, die die Regeln aufstellen und ihr wollt, dass die Kinder sich an diese Regeln halten. Es mag vielleicht manchmal schwierig sein, streng zu bleiben, aber es ist notwendig.

Als Eltern müsst ihr im Gleichgewicht sein und eurem Nachwuchs ein Gleichgewicht geben. Kinder brauchen Freiheit, aber gleichzeitig gibt es einige Regeln, die die Kleinen befolgen müssen. Ihr müsst für Kinder und euch selbst Grenzen setzen. Für das Kind bedeutet das eine klare Reihe von Regeln für Dinge, die es tun kann oder auch nicht und Freiheit in anderen Bereichen, in denen es sich entfalten kann und seine eigenen Erfahrungen machen kann. Und für dich bedeutet das, dass du dir selbst eine Richtlinie gibst, wie sehr du dich ins Leben deines Kindes einmischt. Halte dich selbst an, wenn du zu viel macht und auch, wenn du sie zu frei und ohne Grenzen lässt. Behalte ein Gleichgewicht für dich und dein Kind bei.

Teenagern beibringen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen – 12 Jul 11

Gestern habe ich geschrieben, dass wir unseren Kindern Disziplin in ihren Essgewohnheiten geben müssen. Da geht es nicht nur um die Essgewohnheiten, es gibt mehrere Bereiche, in denen man ihnen eine klare Richtlinie geben muss, während man ihnen in anderen Bereichen ihre Freiheit und eigene Verantwortung lassen. Besonders in der Teenager-Zeit, in der Pubertät, befinden sich unsere Kinder in einem schwierigen Prozess zwischen den elterlichen Einschränkungen der Kindheit und der Freiheit des Erwachsenenlebens.

In der Pubertät müssen unsere Kinder ausprobieren, wie viel Freiheit man ihnen gibt und wie viel man sie immer noch kontrolliert. Sie befinden sich im Übergang und werden langsam erwachsen. Jungen werden zu Männern und Mädchen werden zu Frauen. Sie fangen an, für immer mehr Dinge in ihrem Leben die Verantwortung zu übernehmen. Es wird immer mehr und sie brauchen etwas Freiheit, um diese Verantwortung auch zu entwickeln. Sie werden nach mehr Freiheit verlangen und wenn sie merken, dass sie sie bekommen, probieren sie aus, wie viel Freiheit sie genau bekommen. Gleichzeitig müssen sie sich aber auch selbst an diese Freiheit gewöhnen und lernen, wie es ist, ihre Verantwortung selbst zu übernehmen.

Sie beginnen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, sind sich aber manchmal bei diesen Entscheidungen noch nicht ganz sicher und suchen deshalb deinen Rat. Ein Gespräch kann dann in etwa so aussehen:

Tochter: ‚Welches Top soll ich heute Abend anziehen, das rote oder das schwarze?‘
Mutter: ‚Das, das du lieber magst. Du siehst in beiden gut aus.‘
Tochter: ‚Ich kann mich nicht entscheiden, welches gefällt denn dir besser?‘
Mutter: ‚Dann nimm doch das rote.‘
Tochter (zweifelnd): ‘Oh, wirklich? Sieht das schwarze Top nicht besser aus?’
Mutter (verwirrt): ‘Dann nimm eben das schwarze.’
Tochter (völlig genervt): ‘Aber die gefällt das ROTE besser! Na toll, danke, jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich heute Abend anziehen soll!‘
Und sie stürmt davon, um ihre Freundin anzurufen und um Rat zu fragen.

An solchen Beispielen sieht man deutlich den inneren Kampf, den das Mädchen mit der jungen Frau in sich ausführt. Einerseits meint das Mädchen, dass sie schon erwachsen genug ist, um ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Da geht es nicht nur um Kleidung, sondern auch darum, wie sie ihre Freizeit verbringt, die Schule, was sie macht und mit wem. Sie will selbst entscheiden. Andererseits will sie aber auch die Sicherheit des elterlichen Rats behalten. Bis jetzt war da immer jemand da, der ihr sagte, was sie tun sollte. Sie hatte keine Verantwortung zu tragen, musste nichts entscheiden und auch die Folgen nicht tragen.

Wenn Mutter oder Vater in dieser Situation eine Entscheidung treffen, egal ob es um Kleidung oder irgendetwas anderes geht, ist die erste Reaktion Rebellion. Der Jugendliche – Junge oder Mädchen – spürt, dass eine andere Person die Kontrolle übernehmen will. ‚Ich bin alt genug, um selbst entscheiden zu können!‘ ist der Gedanke und ‚Ich mache nicht das, was die wollen!‘ ist dann die Folge. Wenn dieses Gefühl der Rebellion stark genug ist, mache er oder sie genau das Gegenteil von dem, was die Eltern gesagt haben. Irgendwann kann es jedoch auch Zweifel geben: ‚In meiner Kindheit hatten sie immer Recht… kann es sein, dass sie jetzt auch Recht haben?‘

Das ist der innere Konflikt des Kindes und sobald du diesen Konflikt erkannt hast, wird es für dich als Elternteil einfacher, damit umzugehen. Lass deine Söhne und Töchter ihre eigenen Entscheidungen treffen und mit den Folgen umgehen. Kontrolliere nicht jede kleine Einzelheit, sondern lass sie einen Geschmack davon bekommen, wie es ist, erwachsen zu sein. Wenn sie ohne Jacke zur Schule gehen wollen, obwohl es wahrscheinlich etwas kühl wird, lass sie diese Erfahrung machen – natürlich nicht, wenn es draußen schneit, aber solange es ihrer Gesundheit nicht schadet, lass sie gehen. Du kannst den Vorschlag machen, dass ein Pulli oder eine Jacke nicht schlecht werden, aber zwinge sie nicht. Sie müssen sowieso lernen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ansonsten bleiben sie für immer unentschlossen.

Es gibt jedoch Themen, bei denen man streng bleiben muss und bei denen sich die Frage gar nicht erst stellt, wessen Entscheidung befolgt wird. Immer, wenn eine solche Entscheidung fest steht, musst du deutlich machen, dass es für dein Kind keine Frage der Diskussion ist. Wenn du bei anderen Entscheidungen mehr Freiheit zugelassen hast, kann dein Kind solche festen Regeln und Entscheidungen leichter akzeptieren.

Philosophische Fiktion religiöser Schriften ist nicht die einzige Wahrheit – 27 Mai 11

Auf den gestrigen Tagebucheintrag habe ich viele Rückmeldungen bekommen und unter diesen war auch eine, in der ich nach meiner Meinung zu religiösen Schriften gefragt wurde.

Zuallererst möchte ich erwähnen, dass ich jede Schrift einer jeden Religion respektiere. Die Vedas, Gita, Ramayan, Puranas, Upanishaden, aber auch die Bibel und den Koran. Was ich an den Schriften liebe ist, dass sie immer etwas für jeden enthalten. In diesen Schriften ist so viel Philosophie, dass man wirklich einiges an Ideen bekommt, wie man sein Verhalten oder auch seine Denkmuster ändern kann. Viele Menschen, die die Schriften studieren, erkennen auf diese Weise viel über ihr eigenes Verhalten und entwickeln sich weiter, was im Allgemeinen etwas Gutes ist.

Ihr seht also, ich bin nicht gegen die Philosophie der Schriften, aber ich bin nicht damit einverstanden, eine Schrift zu seiner einzigen Wahrheit zu machen. Es gibt viele Menschen, die glauben, dass alles was in einer bestimmten Schrift geschrieben steht, die universelle Wahrheit für alle Menschen auf Erden darstellt. Dort steht was richtig und was falsch ist. Mit solch einer Person kann man keine gesunde Diskussion führen, da das immer damit endet, dass derjenige einem sagt, seiner Meinung nach ist etwas eine Tatsache, einfach weil es in der Schrift steht.

In diesem Fall glaube ich, dass die Verwendung der Schriften falsch ist. Du solltest darüber nachdenken, ob das, was du tust, für dich richtig oder falsch ist. Als Beispiel, können wir uns einmal die Bhagavad Gita ansehen. Ich liebe ihre Philosophie und verwende auch heute noch hin und wieder ein Shloka oder Mantra aus der Gita in meinen Vorträgen. Ich glaube, dass darin jede Menge Weisheit steht. Es gibt jedoch darin auch Passagen, denen ich nicht zustimme. Hier ist eines dieser Shlokas, das 24. und letzte Shloka des 16. Kapitels der Gita:

Tasmac chastram pramanam te karyakarya-vyavasthitau |
Jnatva shastra-vidhanoktam karma kartum iharhasi ||

Übersetzt bedeutet dieses Shloka in etwa:

"Man sollte also anhand der Regeln der Schriften verstehen, was seine Pflicht ist und was nicht. Mit dem Wissen dieser Regeln sollte man sich so verhandeln, dass man allmählich ansteigt.“

Dem stimme ich nicht zu. Die Regeln, die in diesen Schriften stehen, wurden vor mehr als tausend Jahren geschrieben! Die Zeiten haben sich geändert, wie sollte man sie den heute anwenden? Doch viele Menschen bestehen darauf, dass die Schriften genau das sagen und alles so getan werden muss, wie es dort beschrieben steht.

Das erinnerte mich an einen Kommentar, den ein weiterer Freund, Annan Boodram aus Amerika, mir schon vor einiger Zeit schrieb:

”Um ehrlich zu sein, stelle ich das Konzept von Avataren in Frage. Wenn man die Leben von Rama und Krishna analysiert, sieht man viele Dinge, die mit Gott inkongruent sind. Zum Beispiel entführte Krishna eine Frau, die kurz davor stand, zu heiraten. Und er scherzte mit den Gastgebern verheirateter Frauen. Beide, Rama und Krishna, unterstützten das unmenschliche Kastensystem und die Unterwerfung der Frauen. Beide waren Befürworter der Gewalt als Lösung für Probleme. Diese Auflistung kann man noch weiter betreiben… Andererseits ist der Gott, den ich akzeptiere gnädig, liebend, mitfühlend, gewalt-verneinend und toleriert keine Ungleichheiten jeglicher Art. Alles, was darunter liegt, kann nicht Gott sein.”

Ich stimme dem absolut zu und sage hier wieder, dass eine Schrift kein Beweisstück ist und nicht mit dem Gedanken gelesen werden sollte, dass alles, was darin steht, zu 100% richtig und für diese Zeit relevant ist. Und das ist etwas, das für alle Religionen wahr ist, nicht nur für den Hinduismus.

Ich habe nicht viel akademische Bildung genossen, habe aber dreißig Jahre meines Lebens damit verbracht, Schriften zu studieren. Meine persönliche Meinung ist heute, dass diese Geschichten, die in den Schriften stehen, vielleicht ganz schön sind, aber immer noch Fiktion sind, sie sind schöne erfundene Geschichten und keine Beweise. Wer weiß, ob Krishna das wirklich getan hat? Wer weiß, wer Rama wirklich war? In diesen Geschichten stecken viele Widersprüche. Die unterschiedlichen Schriften und manchmal sogar die unterschiedlichen Versionen der gleichen Schrift widersprechen einander. Das zeigt, wie die Dinge im Laufe der Zeit hinzugefügt wurden und sich verändert haben. Wenn jemand heute kommt und sagt, dass eine bestimmte Handlung richtig ist, nur weil Krishna auch so gehandelt hat, sehe ich es als Ausrede für ein falsches Verhalten.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für diese Geschichten und wenn man sie mit Hingabe liest, sind sie schön. Ich möchte auch intellektuelle Menschen bitten, sie auf diese Weise zu lesen. Lies diese Schriften nicht vom intellektuellen Gesichtspunkt aus mit dem Versuch, den Inhalt wissenschaftlich zu beweisen. Es sind nur Geschichten.

Diese Schriften wurden von Menschen wie du und ich geschrieben, ganz normale Menschen. Es war ihre Erfahrung, die Erfahrung derhenigen, die in der Zeit geschrieben haben. Es war für sie okay und richtig, aber das bedeutet nicht, dass es auch heute noch passt. Du weißt nicht, in welchen Situationen sie sich befanden und zu welcher Zeit sie das schrieben. Die Zeiten ändern sich, Definitionen ändern sich, unsere Umgebung ändert sich und wir müssen uns auch mit entwickeln. Warum solltest du heute die gleiche Erfahrung machen wie jemand, der vor 1000 Jahren gelebt hat? Zeiten haben sich geändert und du machst deine eigenen Erfahrungen. Wenn deine Erfahrung sich von dem unterscheidet, was die Bibel oder die Gita dir sagen, warum glaubst du dann nicht an dich selbst? Warum vertraust du nicht deiner eigenen Erfahrung?

Was wir heute lesen ist sowieso meistens nur eine Interpretation. Jeder kann seine eigene Sicht der Dinge haben und ich weiß, dass es tausende unterschiedliche Interpretationen der Gita gibt. Wieder, vertraue nicht der Interpretation einer anderen Person, vertraue deinen eigenen Gefühlen. Du kannst den positiven Aspekt jeder Schrift nehmen und ihn für dich verwenden. Lass das weg, was nicht zu dir passt, was du so nicht fühlst und das, was du für falsch hälst.

Mein Konzept von Gott ist einfach nur Liebe, die in uns allen ist. Wir müssen nicht in Schriften oder in Religion nach Gott suchen. Deshalb ist für mich das Konzept von Avataren, einem Gott, der als Reinkarnation hier unter uns auf Erden lebt, nicht sinnvoll. Es ist einfach nur erfunden. Doch leider behaupten die Menschen aufgrund dieser Idee, dass sie Gott seien und andere verehren sie, als wären sie es wirklich. Deshalb sage ich immer, dass ich gegen Verehrung von Menschen bin. Es ist einfach nicht wahr.

Mein ganzes Leben lang habe ich die Schriften gepredigt, sie verehrt und ein ganzes Ritual aus einem Vortrag über die Schriften gemacht. Ich habe das in meinem Blog in der Kategorie ‚Mein Leben‘ beschrieben.

Heute predige ich keine Schriften mehr auf ritualistische Weise. Heute sind all diese Schriften zu fünf Buchstaben zusammengeschmolzen: LIEBE.

Das ist meine einzige Philosophie. Man muss keine komplizierte Philosophie verstehen, lerne einfach zu lieben!

Burnout im Geschäftsleben – Lasse auch als Geschäftsmann Gefühle zu – 12 Mai 11

Ich habe Freunde in vielen verschiedenen Berufen und mehrere von ihnen arbeiten in großen Firmen, in Konzernen, in denen große Geschäfte abgeschlossen werden. Sie haben mir erzählt, dass in solchen Geschäften Emotionen nicht erlaubt sind. Man verhandelt Verträge, man befolgt Regeln, es gibt ein System und man arbeitet in dem System, ohne jegliche Emotion. Ihr könnt euch vorstellen, dass mich diese Philosophie nicht wirklich überzeugt.

Ich will Geschäfte machen. Ich mag das wirklich, kann jedoch meine Gefühle dabei nicht ignorieren. Ich kann sie nicht während meiner Arbeitszeit ausstellen und dann wieder anstellen, wenn ich Freizeit habe. Meine Arbeit hat sowieso viel mit Gefühlen zu tun, also würde eine solche Einstellung das Geschäft eher noch ruinieren.

Im normalen Geschäft glaube ich jedoch, dass es mehr Gefühl geben sollte. Ansonsten funktioniert man nur noch. Man lebt nicht, es ist vielmehr so, als wäre man nur eine Maschiene. Du bist ein Computer, ein Roboter, tust für was du programmiert wurdest, lebst aber nicht. Du achtest darauf, dass es in deinem Berufsleben keine Emotionen gibt. Würde ein Kollege oder Konkurrent einmal Traurigkeit oder sogar eine Träne aufblitzen sehen, würden sich wie Lauffeuer das Gerücht verbreiten, dass du einen Nervenzusammenbruch hattest. Nein, Emotionen sind nur im Privaten erlaubt. Das funktioniert jedoch nicht und hat eine sehr üble Auswirkung auf deine körperliche und geistige Verfassung sowie auf dein gesellschaftliches Leben und Liebesleben.

Wer sich auf der Arbeit so verhält, wird eines Tages auch in der Freizeit dieses Verhalten an den Tag leben. Es ist schwierig, ständig zu wechseln und so sollte man sich dann auch nicht wundern, wenn die Ehefrau oder Verwandte einem sagen, dass man gestresst, nicht entspannt, verschlossen oder unglücklich aussieht. Man lässt Emotionen und Gefühle gar nicht erst hochkommen, weil man immer noch im ‚Arbeitsmodus‘ ist. Es braucht Zeit und es ist nicht so leicht zu erkennen, dass man jetzt wieder spüren und fühlen darf. Andere finden das Verhalten vielleicht seltsam, weil sie erwarten, dass man glücklich und fröhlich oder auch traurig ist, wenn es dafür einen Grund gibt. Du jedoch blockst diese Gefühle ab, weil du dich daran gewöhnt hast, sie nicht zuzulassen.

Das sind die Auswirkungen auf das Sozialleben, aber noch deutlicher sieht man es an der Gesundheit. Man steht immer mehr unter Stress, hat kein Ventil mehr für seine Emotionen und spürt sie deshalb ständig in sich brodeln. Da ist keine Freude und kein Glücksgefühl, sondern Druck und Regeln. Deswegen leiden heutzutage so viele Menschen an Burnout. Sie wollen einfach nur weg von all dem und wieder eine normale Person sein! Sie wollen sich selbst wieder spüren und ihre Körper zwingen sie dazu.

Viele Leute sagen, dass erfolgreiche Geschäftsleute viele Vorteile haben und mit ihrem Geld tun können, was auch immer sie wollen. Die Wirklichkeit ist, dass viele von ihnen arbeiten und arbeiten und arbeiten und es nie wirklich genießen. Sie haben viel Geld, das schon, aber sie haben sich daran gewöhnt keine Gefühle zu haben und haben Schwierigkeiten damit, das zu genießen, für das sie gearbeitet haben. Sie fliegen in der Business Class, das schon, aber sie fliegen von einem Termin zum nächsten, müssen mit Zeitverschiebungen und Jetlag klarkommen und betrinken sich deshalb an Bord, so dass sie schlafen können. Sie nehmen Schlaftabletten oder noch schlimmereDrogen, um ihre Konzentration zu verbessern. Ich habe gehört, dass manche Menschen sogar Ritalin verwenden, eine Droge gegen das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ADS. Du kannst froh sein, wenn deine Situation noch nicht so schlimm ist. Lass es nicht so weit kommen, es ist eine schreckliche Situation.

Körper und dein Geist können und werden das nicht lange mitmachen.

Du musst Liebe und Gefühle in die Arbeit bringen. Es ist möglich. Genieße das, was du tust, begegne anderen fröhlich und mit Gefühl, anstatt wie ein Stein zu sein. Es gibt Prinzipien im Geschäft, aber die werden von Menschen geschaffen. Mach Liebe und Gefühl zu einem Teil dieser Prinzipien.

Ich bin auch ein Geschäftsmann, bin aber zuerst einmal ein Mensch. Menschen haben Gefühle. Es ist natürlich und wir müssen sie zulassen. Morgen werde ich dieses Thema weiter verfolgen mit einigen Tipps, wie man Stress und Burnout vermeiden kann, selbst wenn man viel in der Geschäftswelt verkehrt.

ISKCON und Vergewaltigungen, Morde, Kindesmissbrauch und Prositution in Vrindavan – 25 Feb 11

Ich habe in den letzten Tagen über ISCKON geschrieben und ich nehme an, dass einige meiner Leser gestern schon erwartet hatten, etwas über die Kontroversen zu lesen, die um die Sekte herum existieren.

Da gibt es in der Tat einige. Mit den Devotees der Sekte wurden bereits Morde verbunden und noch mehr Fälle beschuldigten sie der Vergewaltigung, des sexuellen Missbrauchs und mehr.

Eine der Hauptregeln der ‘International Society of Krishna Consciousness’ ist ‘Unerlaubter Sex ist verboten‘. Unerlaubt hat für verschiedene Personen unterschiedliche Definitionen. Im Allgemeinen bedeutet es, dass man nur mit seiner Frau Sex haben darf und mit keiner anderen Frau oder vor der Ehe. Für bestimmte Leute – diejenigen, die ein noch reineres Leben als dieses wollen – bedeutet das, dass sie nur einmal im Monat mit ihrer Frau schlafen dürfen, in ihrer fruchtbaren Zeit, und das natürlich nur, wenn sie vorhaben, Kinder zu zeugen. Ich habe ausführlich über solche religiösen Vorstellungen von Sex und Reinheit geschrieben.

Immer, wenn ich von diesen Regeln höre, frage ich mich, wie es dann so viele Geschichten von Sex-Skandalen in ISKCON geben kann? Sie wurden angeklagt, in verschiedenen Zweigstellen in unterschiedlichen Ländern Kinder missbraucht zu haben. Sie haben es geschafft, die in Frage stehenden Zweigstellen für bankrott zu erklären und eine minimale Summe als Entschädigung an die Opfer und ihre Familien zu zahlen. Es gibt auf jeden Fall viele weitere Erwachsene und Kinder, die missbraucht wurden und aus Scham oder ähnlichen Gründen nicht in die Öffentlichkeit gingen.

Jeder weiß jedoch, dass die Leute in dieser Sekte, in der beinahe jeglicher Sex verboten ist, am meisten Sex haben. Es gab jede Menge Gerüchte um Homosexualität unter Devotees, in niedriger und höherer Rangordnung. Vor Kurzem gab es viele Diskussionen um Prostitution unter den Mitgliedern der Organisation, besonders hier in Vrindavan.

Viele der Devotees der Sekte sind aus frühren Staaten der Sowjetunion nach Indien gekommen. Dort ist die wirtschaftliche Situation schlecht, sie finden keine Arbeit und können sich ihren Lebensunterhalt nicht verdienen. Sie haben sich der Hare Krishna Bewegung angeschlossen, da sie dort um Austausch für Essen und manchmal auch Unterbringung singen und kleinere Dienste verrichten können. Unter dem Deckmantel der Spiritualität und Religiosität kommen sie nach Vrindavan, zeigen sich selbst als Devotees und finden bald einen weiteren, schnellen und einfachen Weg, um Geld zu verdienen: Prostitution.

Wir haben von Ortsansässigen gehört, dass das die Situation vieler weiblicher Devotees ist. Einige reiche Inder, die nach bezahltem Sex suchen, mögen Frauen mit heller Haut und bezahlen gerne etwas mehr, um Sex mit einer Ausländerin zu haben. Und viele Gasthäuser und Ashrams vermieten für geringe Summen Zimmer auch stundenweise.

Mit solchen Devotees kann man seltsame Unterhaltungen führen. Frag sie, was sie tun.
‚Bhakti‘, was bedeutet, dass sie Dienste leisten und Hingabe üben.
Aber von was leben sie, wie überleben sie?
‚Das Universum versorgt uns!‘
Was für Aktivitäten beinhaltet Bhakti denn?
‘Wir verrichten soziale Arbeit’.
Okay, soziale Arbeit! Welcher Art?
‘Wir versuchen nur, andere glücklich zu machen und ihre Wünsche zu erfüllen‘.
Es ist wirklich eine Tugend, andere zu beglücken. Und wenn man etwas Geld damit verdient, jemandem seine Wünsche zu erfüllen, macht das jeden glücklich!

Es ist kein Wunder, dass die Sekte jedem vorschreibt, die Bande zu ihrer Familie und ihren Freunden zu kappen, da diese einer solchen Entwicklung derer, die sie lieben, im Weg stehen könnten.

Leider geht das in unserem Vrindavan vor sich. Es ist traurig, das mitanzusehen, aber solche Dinge hängen mit Sekten wie dieser zusammen. Und es gibt mehrere Organisationen mit unterschiedlichen Namen, die aber die gleichen Regeln befolgen. Sie wurden von ehemaligen Mitgliedern ISKCONs gegründet, die entweder den schlechten Ruf ISKCONs nicht mochten, den diese mit ihrer ‚sozialen Arbeit‘ bekamen oder, die ehrgeizig wurden und selbst ein Guru mit ihrer eigenen Sekte sein wollten. Sie sind wie kleine ISKCON-Gruppen mit den gleichen Prinzipien, nur mit unterschiedlichen Namen und Gurus.

Ich kann die Menschen nur davor warnen, sich dieser Sekte anzuschließen und rate jedem, von solchen Organisationen weit weg zu bleiben.