Warum man nicht versuchen sollte, perfekt zu sein – 24 Feb 16

Gestern habe ich über die kleinen Urteile geschrieben, die insbesondere Eltern von ihrem Außen oft zu hören oder spüren bekommen. Und der Grund warum ein solches Urteil einen oft länger nicht in Ruhe lässt als es sollte ist einfach: du willst perfekt sein!

Ja, ein Streben nach Perfektion macht dich unglücklich. Das magst du schon erraten haben. Warum? Weil du dieses Ziel nie erreichen kannst! Niemand ist perfekt, wir alle machen Fehler und je leichter du das akzeptierst, desto glücklicher wirst du!

Für viele Leute ist jedoch das Problem, dass sie diesen Wunsch perfekt zu sein sehr stark verspüren. Sie wollen keinen Fehler machen und so versuchen sie angestrengt, alles richtig zu machen. Wenn sie einen Fehler machen, machen sie sich selbst deswegen verrückt. Die Neigung, sich Gedanken darüber zu machen, was andere Leute denken, macht das nur noch schlimmer. Ein Fehler zeigt, dass du falsch liegst und daran bleibst du dann hängen. Das bleibt dir im Kopf, du versuchst Erklärungen und Ausreden zu finden, du versuchst den Fehler zu verstecken, so dass niemand davon erfährt – kurz, du willst einfach niemanden sehen lassen, dass du nicht perfekt bist. Vielleicht schaffst du es sogar, dich selbst davon zu überzeugen, dass es kein echter Fehler war, dass du eigentlich doch perfekt bist und es der Fehler einer anderen Person ist!

Ein weiteres Problem ist, dass es nicht immer richtig oder falsch ist! Für einige Leute mag eine Sache richtig sein, während andere Leute das Gleiche für eine ganz andere Sache gilt. Wenn du also versuchst, für deine Umgebung perfekt zu sein, musst du dich ständig verändern, weil die Leute um dich herum unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was perfekt ist!

Für alle, die perfekt sein wollen, gibt es eine große Lektion: wir lernen von unseren Fehlern! Ja, es ist gut, Fehler zu machen, weil sie dir für die Zukunft beibringen, was du tun solltest und was nicht. Du kannst wegen deinem Fehler Schuldgefühle haben und wochen- oder monatelang darüber nachdenken oder du kannst akzeptieren, dass es ein Fehler war und etwas ändern!

Ich kann dir eines versprechen: andere erinnern sich an deinen Fehler nicht einmal halb so lang wie du! Sie vergessen es schneller als du, weil es nicht so wichtig ist, wie du denkst. Wenn du das Gefühl hast, dass jemand wegen einer kleinen Sache über dich urteilt und du dir dann lange deswegen Gedanken machst, haben sie vielleicht bereits ihre Meinung geändert und das alles vergessen!

Versuche nicht, perfekt zu sein – du bist perfekt, so wie du bist, mit all deinen Fehlern!

Sei vorsichtig, wenn du über andere urteilst – sie könnten das Gleiche mit dir tun! – 22 Feb 16

Meint ihr nicht auch manchmal, dass wir ein bisschen zu schnell über andere urteilen? Dass wir beschließen, eine gewisse Meinung über sie zu haben, begründet rein auf das, was wir über eine sehr kurze Zeit von ihnen gesehen haben, wie sie sich in einer bestimmten Situation verhalten haben? Merkst du, dass über dich manchmal auch so geurteilt wird?

Meiner Meinung nach müssen wir urteilen. Ja, wir müssen darüber urteilen, was richtig ist und was falsch, gut oder schlecht, sonst werden wir nie im Leben in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen. Mit unserem Urteil über andere jedoch sollten wir anders umgehen! Man muss schnell urteilen, ob man Weg A oder B gehen will, doch wenn man jemand anderen trifft, ist man nicht in Eile und muss manchmal vielleicht auch nicht einmal ein Urteil fällen!

Sieh, wir bekommen im täglichen Leben für gewöhnlich nur einen flüchtigen Blick auf andere Leute. Außer, wenn du viel Zeit mit dem anderen verbringst, kannst du nicht wirklich verstehen, wo er oder sie herkommt, warum derjenige so handelt, wie er handelt und was in seinem Kopf vor sich geht.

Du gehst also durch dein Leben und erhascht einen flüchtigen Blick auf die Leben anderer Menschen. Manche von uns fällen gleich ihr Urteil: Die Frau im Anzug ist geldgierig. Der Mann mit seinen zwei Kinder ist ein guter Vater. Die alte Frau mit einer Tasche leerer Flaschen ist Alkoholikerin. Aber woher wissen wir das alles wirklich?

Das Leben ist nicht achwarz auf weiß. Umstände führen zu Handlungen, viele Farben ergeben ein Bild. Dein Weg muss nicht immer der richtige sein. Vielleicht für dich, vielleicht nicht für andere um dich herum! Du fühlst dich gut, so wie du lebst, doch es mag andere geben, die anders leben wollen und nur weil dir das nicht gefallen würde, gefällt es jedoch ihnen!

Indem wir urteilen, versuchen wir die Welt zu kategorisieren und sie in ein System zu stecken, in das sie nicht wirklich hineinpasst. Wir erkennen nicht, dass wir in der Folge manchmal negativ auf andere reagieren, was völlig unnötig ist. Wir verhindern mit diesem schnellen Urteil vielleicht sogar, dass uns positive Dinge passieren.

Bleibe offen. Das hilft dir unglaublich bei dem Versuch, nicht über andere zu urteilen. Erinnere dich daran, dass es vielleicht andere Umstände gibt, als die, die du gleich siehst. Und selbst wenn du etwas nicht zustimmst, steht es dem anderen doch frei anders zu denken und zu handeln, oder? Oft hat das auch auf dich überhaupt keine Auswirkung, also kannst du es einfach so stehen lassen, anstatt auf den Unterschied zu reagieren.

Ich denke es würde den meisten von uns helfen, all diese Punkte zu bedenken, wenn wir andere Leute treffen. Seid offen füreinander und für alles Neue, was auf euch zukommt!

Steh zu deinem Atheismus, um zu zeigen, dass Atheisten nicht unglücklich oder gefühllos sind! – 28 Jul 15

Gestern habe ich erwähnt, dass ich anderen Leuten freudig von meiner atheistischen Weltsicht erzähle. Ich würde das gerne weiter verbreiten und immer mehr Menschen dazu bringen, an Religion zu zweifeln und davon weg zu kommen. Nicht jeder Atheist hat jedoch dieses Gefühl! Nein, es gibt viele Menschen, die sehr zögern, ihre nicht-gläubige Einstellung zuzugeben. Sie haben sogar Schuldgefühle deswegen! Wenn du einer von diesen Menschen bist, so glaube ich, dass du etwas ändern musst!

Was man wissen muss, um das volle Ausmaß dieses Problems zu verstehen, ist, dass in Indien das Wort Atheist, ‚Nastik‘ in Hindi, irgendwie einen sehr negativen Beigeschmack hat. Eine große Mehrzahl der Bevölkerung hier ist religiös und die meisten glauben, dass man nur mit dem Glauben an Gott mitfühlend und liebevoll sein kann und nur so das Leben genießen kann! Sie glauben ernsthaft, dass jemand, der nicht an Gott glaubt, keine gute Person sein könnte. Er oder sie könnte nichts Gutes für andere tun, keinen Spaß haben und nicht einmal lachen! Es ist wie das Bild einer schlechten Person!

Darum zögern die Menschen, wirklich zu sagen, dass sie Nicht-Gläubige, Atheisten sind. Sie nennen sich selbst fortschrittlich, logisch, skeptisch, rationell oder verwenden ein ähnliches Wort, das jemanden beschreibt, der sich nicht nach herkömmlichen Traditionen richtet. Keines dieser Worte geht jedoch weit genug. Keines dieser Worte ist meiner Meinung nach klar genug, um das auszudrücken, was du wirklich meinst: dass du keiner Religion folgst und nicht an Gott glaubst!

In der Gesellschaft hat das Wort ‘Atheist’ eine negative Bedeutung und du willst nicht in negativem Licht gesehen werden. Um das zu verändern, hilft es jedoch nicht, das Wort, die Bezeichnung zu ändern. Wenn du das tust, unterstützt du die negative Sicht und stimmst zu, dass Atheisten keinen Spaß haben können. Du stimmst zu, dass du kein Atheist bist, weil du gerne eine positive Person sein möchtest – und Atheisten sind das nicht. Das ist nicht richtig.

Die Gefahr hierbei ist, dass andere in dem Versuch modern oder anders zu sein, das gleiche Wort verwenden wie du, während sie eigentlich noch volle Gläubige sind! Du sagst, dass sie nicht logisch sind, aber in ihrem Kopf sind sie es! Genauso kannst du als Gläubiger missverstanden werden, der versucht, sich als offen und flexibel darzustellen. Wenn du sagst, dass du ‚fortschrittlich‘ bist, kann das alles heißen, von der Götterverehrung mit elektrischen Kerzen statt Wachskerzen bis hin zu der Ablehnung Gottes!

Nenn die Dinge beim Namen. Nur so kann man Verwirrung vermeiden.

Wir müssen den negative Anklang des Wortes ‘Atheist’ beseitigen, doch das können wir nur, indem wir uns selbst Atheisten nennen und der Welt zeigen, dass wir genauso viel, nein, sogar mehr Spaß haben! Sei klar mit dem, wer du bist und was du denkst. Für dich ist es natürlich und richtig, du kannst auch anderen davon erzählen. Mit der Zeit wird sich das Bild ändern. Sei ehrlich und deutlich – es wird sich ändern!

Hier seht ihr Bilder unseres Atheisten-Treffens

Junge Erwachsene, die ihr Leben aus Liebe zu ihren Eltern nicht leben – 23 Apr 15

Während ich gestern über Erziehungsfragen geschrieben habe, die sich eher auf Kleinkinder bezogen, möchte ich heute gerne ein Thema ansprechen, das bei älteren Kindern wichtig wird, bei denen, die im Erwachsenenalter ankommen. Es ist ein Problem, das ich bereits mehrere Male gesehen habe und das mir in vielen Beratungen beschrieben wurde: wenn ein Elternteil, insbesondere, wenn es ein alleinerziehender Vater oder eine alleinerziehende Mutter ist, so sehr an der Tochter oder dem Sohn hängt, dass ein Loslassen schwierig ist – und es für das Kind so schwer macht, seinen oder ihren Weg zu finden!

Das hört sich jetzt etwas allgemein an, aber mit einem konkreten und detaillierten Beispiel werdet ihr verstehen, was ich meine.

Eines Tages kam eine 20-jährige Frau zu einer Beratung. Sie meinte, sie wolle gerne meine Meinung hören, da ich die Dinge vielleicht anders sehen würde als die Leute um sie herum. Folgendes war das emotionale Dilemma, in dem sie sich befand:

Sie lebte mit ihrer Mutter zusammen. Als sie neun Jahre alt war, hatten sich ihre Eltern scheiden lassen und nach einigen hässlichen Streitigkeiten hielten weder sie noch ihre Mutter den Kontakt zum Vater. Ihre Mutter zog sie alleine groß und legte ihr ganzes Herz in diese Aufgabe. Sie standen sich sehr nahe und die Mutter war der Mensch, dem die Tochter am meisten vertraute und den sie am meisten liebte.

Vor zwei Jahren hatte diese junge Frau ihr Abitur gemacht und hatte sich für ihr Studium an mehreren Universitäten im Land beworben. Es gab mehrere positive Rückmeldungen, darunter eine von einer Universität in der Nähe und auch von einer Universität, an die sie sehr gerne gehen wollte, die jedoch weiter weg war.

Sie hatte das Verlangen gehabt, an die zweite zu gehen, um von der Bemutterung zuhause wegzukommen und die Welt auf eigene Faust zu erforschen. Um das Abenteuer zu beginnen, als das sie sich das Leben vorstellte und von welchem sie mit Schuldgefühlen dachte, dass sie es noch nicht begonnen hatte – weil sie sich genauso um die Mutter kümmerte, wie diese sich um sie. Sie erklärte schnell, dass sie ihre Mutter mehr liebte als alles andere auf der Welt und andersrum genauso. Sie wollte auf keinen Fall undankbar erscheinen für alles, was ihre Mutter für sie getan hatte, mit ihrer harten Arbeit und viel Liebe. Am Ende jedoch war sie geblieben. Sie hatte sich für die Universität in der Nähe entschieden.

Als sie auf mich traf, war sie immer noch in der gleichen Situation. Und sie hatte begonnen, viele Handlungen ihrer Mutter zu missbilligen, weswegen sie sich auch gleich schuldig fühlte, unfähig, ein Gefühl der Wut zurückzuhalten, als würde die Mutter sie davon abhalten, ihr Leben wirklich zu leben. In dieser Verwirrung war sie zu mir gekommen.

Ich erklärte ihr, dass ihre Wut ihr zeigte, was sie wirklich wollte: ihr eigenes Leben leben. Ich ermutigte sie dazu, genau das zu tun und zwar ohne Schuldgefühle. Wenn sie das nicht machen würde, so sah sie jetzt schon, wozu das führen würde. Zu einem Leben voller Bitterkeit und Reue! Gefühle, die ganz leicht die Liebe verderben könnten, die zwischen ihr und ihrer Mutter herrschten.

Sie hatte Ziele und Träume, also sollte sie besonders in diesem Alter diese auch leben und in das Abenteuer eintauchen! Das bedeutet ja nicht, dass sie ihre Mutter ‚im Stich lassen‘ würde! Sie könnte sich ja immer noch kümmern – eben nur von etwas weiter weg! Und nach einiger Zeit wäre sie unabhängig und im Leben angekommen, mit mehr Wurzeln als jetzt und dann könnten sie auch wieder eine gemeinsame Zukunft finden! Es könnte zu der Situation kommen, in der sie sich dann wieder näher um die Mutter würde kümmern können.

In meinen Augen war das der Weg, der ihre Liebe retten konnte, während die Tochter ihr Leben leben konnte – und ich bin mir sicher, dass das auch ihre Mutter verstand!

Wenn die eigene Realität sich zu weit von der Realität entfernt – 17 Mär 15

Ich habe euch gestern von der Kraft eurer Vorstellung und eurem Glauben erzählt, wie man seine eigene Welt erschafft und wie jeder um uns herum das Gleiche macht. Dir steht jede Möglichkeit frei, die deine Fantasie dir bietet, doch darin liegt auch eine große Gefahr: du musst bestimmte Grenzen einhalten, die die Wirklichkeit dir gibt, ansonsten kannst du verletzt werden, krank werden und mental in Konflikte geraten.

Leider habe ich das mit Menschen in beidem, Religion und der esoterischen Szene. Sie schaffen ihre eigene Welt, doch mit Vorstellungen, die sich nicht einmal den Regeln der Physik halten. Sie schweben in der Luft und sind sich oft noch nicht einmal dessen bewusst, dass das nicht wahr sein kann, dass es bewiesen ist, dass es falsch ist. Sie verlieren sich in ihrer Welt, behaupten sogar, dass Dinge, die alle als bewiesene Tatsachen annehmen, in Wirklichkeit falsch seien.

Da wird es dann gefährlich. Es schadet niemandem, wenn du an eine Seele, an Energie, an Engel glaubst. Es kann gut für dich sein, du kannst Willenskraft und Stärke auf diesem Glauben ziehen. Es kann dir sogar helfen, bestimmte körperliche Probleme zu lösen. Du musst nur darauf achten, das nicht zu weit zu treiben. Ja, Meditation, Visualisierung und Positivität oder Gebete mögen dir helfen, besser mit Schmerzen oder Kopfweh zum Beispiel umzugehen, doch wenn du dir die Knochen brichst, gehst du zu einem Arzt, da führt kein Weg dran vorbei.

Ich weiß, dass es heutzutage Menschen gibt, die ‘spirituelle Operationen’ durchführen, behaupten, Operationen durchzuführen, Stücke ohne Messer aus Menschen herauszuschneiden, ohne sogar die Haut anzuritzen. Sie machen diese ‚Patienten‘ glauben, dass sie sie wirklich heilen, verwenden Blut, um dramatische Wirkung zu erzielen. Es ist gefährlich, weil sie keinen studierten, zertifizierten Arzt besuchen werden!

Viele Menschen werden nicht nur von anderen getäuscht, sondern bringen sich auch selbst dazu, viele dieser Dinge zu glauben. Gemischt mit einer lebendigen Fantasie haben sie bald Welten voller Feen, Engel und Energien. Ihre Welten sind Mischungen aus Fantasiebüchern wie Harry Potter oder Herr der Ringe, esoterischen Texten und Vorträgen, die sie gelesen und gehört haben und natürlich religiöse Mythologie aus verschiedenen Ländern! Die Dinge sind schwarz und weiß, es gibt gute Energien und schlechte, man wird von schlechten Leuten ausgesaugt, die einen krank machen und all das ist für alles Schlechte in dieser Welt verantwortlich.

Für einige Leute war das der Weg zur geistigen Krankheit. Ihre Welt und die echte, die grundlegende, die wir alle mit bestimmten physikalischen Gesetzen, Prinzipien und Tatsachen teilen, die man nicht vermeiden kann, sind zu weit auseinander gedriftet! Sie schweben nur in der Luft und haben keine Verbindung mehr zu dem, was wir andere die Wirklichkeit nennen. Sie werden paranoid, hören Stimmen, die es nicht gibt, sehen Gefahren, wo es keine gibt. Sie haben Angst vor Dingen, die es nur in ihrem Kopf und ihrer eigenen Welt gibt.

Es ist gefährlich, körperlich und mental, in der eigenen Vorstellung, im eigenen Glauben und der eigenen Schaffung so weit weg zu leben, dass man die Wirklichkeit ignoriert. Die Wirklichkeit, die andere teilen, nicht die, die du selbst geschaffen hast! Bitte denk daran, wenn du an etwas anderes zu glauben versuchst, wenn du beschließt, deinen Glauben in eine andere Vorstellung zu stecken. Bleibe mit beiden Füßen auf dem Boden, in der wahren Welt!

Die Rolle von Vorbildern in deinem Leben – und warum du sie als Erwachsener nicht mehr brauchst – 5 Feb 15

Heute möchte ich über Vorbilder sprechen. Über die Menschen im Leben, die wir als Beispiele sehen, jemanden, der eine bewundernswerte Eigenschaft hat, etwas, das wir imitieren und nach dem wir streben sollten. Ich möchte ein bisschen darüber sprechen, wie sich das im Laufe der Jahre ändern sollte:

Als Kind hat man ganz automatisch Vorbilder: seine Eltern – oder wer auch immer dich großzieht. Das ist etwas, das man nicht verändern oder beeinflussen kann, da das die ersten Menschen sind, die man nachmacht, um die Grundlagen des Lebens zu lernen.

Andere Familienmitglieder um einen herum werden zu erweiterten Vorbildern. Ältere Brüder und Schwestern, Onkel und Tanten, regelmäßige Besucher daheim. Du beginnst, deine Welt zu vergrößern und damit weiten sich auch die Vorbilder aus. Du gehst zur Schule und deine Lehrer werden zu Vorbildern. Freunde, Nachbarn und sogar Menschen, die du nicht persönlich kennst, wie zum Beispiel Sänger und Schauspieler.

Wenn du klein bist, sind all diese Menschen einfach nur toll. Du nimmst sie als perfekt, so wie sie sind, ohne sie als echte Menschen mit Fehlern und Macken zu sehen. Das muss man Stück für Stück lernen, so wie man eben älter wird und Perspektive erlangt. Plötzlich merkt man, dass sie vielleicht in einem Lebensbereich außerordentlich sind, dass du sie jedoch in anderen lieber nicht nachahmen solltest.

D gewinnst nicht nur an Perspektive, du wirst reifer und musst selbst entscheiden, was die Eigenschaften sind, nach denen du streben solltest und was du imitieren solltest und was nicht.

Irgendwann musst du erkennen, dass du du bist und dass du nicht wie eine Niere Person sein musst. Du brauchst kein Vorbild, dass du kopieren oder nachahmen solltest, weil wir alle unterschiedlich sind und auch du einzigartig bist.

Du kannst dich von anderen immer inspirieren lassen. Spende Beifall für das Gute und sehe es als etwas, das du in deinem Leben übernehmen kannst, wir sollten jedoch nie an unserer kindischen Art hängen bleiben, ein absolut perfektes Vorbild schaffen zu wollen – das führt nur dazu, dass wir für die Fehler dieser Menschen Ausreden und Lügen finden wollen.

Niemand ist perfekt, aber wir alle sind einzigartig. Du auch – also sei einfach du selbst, so gut du kannst!

Die Aufgabe des Yoga sollte sein, Homosexualität zu akzeptieren – nicht dagegen anzukämpfen! – 1 Jun 14

Ich habe euch letzte Woche von einem schwulen Freund von mir erzählt, der sich im Jahr 2006 ständig in Konflikt mit sich selbst befand, weil sein Yoga Guru, der Mann, dessen Rat er in jedem anderen Bereich befolgte, meinte, seine Homosexualität sei falsch.

Natürlich basierte die Vorstellung, dass man Homosexualität in Ordnung bringen könnte – und sollte – auf Religion und Tradition, dem Glauben, dass ein Paar aus einem Mann und einer Frau bestehen sollte. Früher dachten die Leute, dass alles, was nicht nach der Norm verlief, falsch sei und etwas, das in Ordnung gebracht werden musste. Leider glauben einige Yogis, diejenigen, die unflexibel sind und nicht mit der Zeit gehen, auch heute noch, dass die Anziehung zu jemanden des gleichen Geschlechts etwas Unnatürliches ist. Und da sie alles mit Yoga richten wollen, glauben sie, dass sie Homosexualität ‚richten‘ können, indem sie imaginäre Blockaden entfernen.

Daher kommt diese verrückte Vorstellung von Homosexualität. Wenn man jedoch die Essenz des Yoga betrachtet, geht es immer darum, man selbst zu sein. Es geht darum, sein Inneres und Äußeres zu akzeptieren, darum, eines mit seinem Innersten zu werden. Ich bin sicher, dass jeder Schwule und jede Lesbe von der Überzeugung ist, dass sein oder ihr innerster Kern auch lesbisch oder schwul ist. Die sexuelle Orientierung ist Teil des Inneren eines Menschen und ich glaube also, dass es die yogische Aufgabe wäre, seine Homosexualität zu akzeptieren – nicht dagegen anzukämpfen. Das in der Öffentlichkeit zu tun ist an sich bereits eine Aufgabe, die recht schwierig sein kann.

Als Schwuler oder Lesbe hat man wahrscheinlich bereits all die dummen Argumente gehört, die andere Leute einem gegen seine sexuelle Neigung erzählen. Man macht Yoga nicht nur für den Körper, sondern auch als Meditation oder als spirituellen Weg. Wenn man sich also einen Guru sucht, wenn man denn überhaupt einen braucht, wie kann man sich denn einen aussuchen, der nicht einmal seine Homosexualität akzeptiert?

Macht man es sich da nicht selbst schwierig? Man schafft sich einen Identitätskonflikt und ist dann nicht in der Lage, das Konzept des Guru durchzusetzen. Man soll dieser Person völlig folgen und keine seiner Ansichten auch nur in irgendeinem Punkt in Frage stellen. Das ist die Essenz davon, dass man einen Guru hat. Also gibt man entweder einen Teil seiner Selbst auf oder man folgt nicht dem Konzept, einen Guru zu haben.

Warum also habt ihr überhaupt einen Guru?

Ich habe schon vor langer Zeit gesehen, dass der Guruismus etwas für Leute ist, die bereit dafür sind, nicht sie selbst zu sein. Es waren solche Gedanken, die diese Beobachtung bestätigt haben und mich weiter mit mehr Kraft und Überzeugung meinen Weg gehen ließen.

Wie ein Yoga-Guru in seinen homosexuellen Anhängern innere Konflikte auslöst – 25 Mai 14

Ich habe euch bereits erzählt, dass ich im Jahr 2006 mit vielen Homosexuellen Kontakt hatte. Einer der schwulen Männer, die ich damals traf, wurde zu einem guten Freund. Er hatte Interesse an Yoga und hatte sogar einen indischen Guru. Aus diesem Grund jedoch sah ich immer einen großen Konflikt in ihm: sein Guru hieß seine Homosexualität nicht gut!

Mein Freund war 23 Jahre alt. Jahrelang hatte er Interesse an Indien gehabt und obwohl er noch nie in meinem Heimatland gewesen war, war er von dessen Kultur, Traditionen und Schriften fasziniert. Er hatte jede Menge Bücher über Indien gelesen, was ihn natürlich auch beeinflusst hat. Er war eine ruhige Person mit spirituellem Naturell und Interesse an Yoga und Meditation. Das alles hat ihn zu seinem Guru gebracht, einem indischen Mann, der im Westen lebt, Yoga und die Yoga-Philosophie unterrichtet und Anhänger annimmt, die ihm folgen.

Wir haben im Sommer 2006 viel Zeit miteinander verbracht. Er kam zu meinen Programmen, nur um mich zu sehen und wir führten lange Gespräche auf Fahrten von einem Ort zum anderen. Bei solchen Gelegenheiten erzählte er mir, wie er sich schon als Junge nie zu Frauen hingezogen fühlte. Es fühlte sich für ihn natürlicher an, dass er Männer attraktiv fand. Solche Gefühle tauchten bei ihm nie auf, wenn er Frauen sah. Ich sah, wie natürlich seine Homosexualität für ihn war und so sagte er auch ‚Das bin einfach ich!‘

Doch immer, wenn er seinen Guru traf, sei das in Deutschland oder im Zentrum seines Guru in den USA, stieß er auf ein Problem: sein Guru erzählte ihm, dass seine Homosexualität ein Problem war, dass er lösen könnte und sollte. In der Hindu Religion und in strengen Yoga-Traditionen wird Homosexualität nicht akzeptiert. Er liebte seinen Guru, war jedoch verwirrt und geriet mit seiner eigenen Persönlichkeit in Konflikt, wenn er hörte, das sei eine Blockade, etwas, das an ihm falsch war und das er ändern oder woran er ‚arbeiten‘ sollte!

Ich konnte fühlen, wie ihn das tief im Inneren in einen Kampf stürzte. Es machte ihn unsicher auf dem Weg, den er ging, denn auf diesem Weg wurde nun ein Teil von ihm nicht akzeptiert! Er hatte das Gefühl, die Unterstützung und Wegweisung seines Gurus zu brauchen – weswegen er ja überhaupt einen Guru hatte – doch gleichzeitig wollte er nicht allem folgen, was sein Guru sagte!

Wenn er wegen seinem Guru versucht hätte, sich auf Frauen zu konzentrieren anstatt auf Männer, wäre er mit sich selbst nicht mehr ehrlich gewesen! Es war ein inneres Ringen und ich freute mich zu sehen, dass seine Persönlichkeit diesen Kampf gewann! Er konnte mit seiner natürlichen Wahrheit keine Kompromisse eingehen.

Leider jedoch war es ein Thema, das ihn dann immer beschäftigte.

Und es war nicht sein einziger innerer Kampf – aber mehr dazu an einem anderen Tag.

Warum es für Männer schwieriger ist als für Frauen, ihre Homosexualität zu akzeptierten – 18 Mai 14

Letzte Woche habe ich euch erzählt, dass ich 2006 viele homosexuelle Frauen kennen lernte, die such nach vielen und oft langjährigen Beziehungen mit Männern lieber Frauen zuwandten. Die schwulen Männer jedoch, die ich kennen lernte, erzählten mir eher, dass sie sich nie zu Frauen hingezogen fühlten. Da ich mich letzte Woche auf den weiblichen Aspekt dieses Phänomens beschränkt habe, möchte ich heute gerne etwa mehr über die männliche Seite schreiben.

Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass das meine persönliche und praktische Erfahrung ist, nachdem ich mich mit tausenden Leuten getroffen und mit ihnen gesprochen habe. Das basiert also nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern ist das, was ich von den meisten homosexuellen Männern, die ich getroffen habe, gehört habe: ‚Ich war schon immer schwul!‘

Sie erzählen mir, dass sie sich noch nie zu Frauen hingezogen gefühlt haben, sondern dass sie immer eher an ihren männlichen Freunden, Klassenkameraden oder anderen Männern in ihrer Umgebung interessiert waren. Sie merkten schnell, besonders in ihrer Pubertät, dass sie, anders als andere Jungen in ihrem Alter, sich nicht vom Anblick von Topmodels oder Schauspielerinnen im Fernsehen erregt fühlten. Natürlich gab es auch einzelne Fälle von Männern, die es dann ‘mal mit einer Frau probierten’, für die sich das aber dann unnatürlich und nicht richtig anfühlt. Doch alles in allem haben die meisten Männer einfach nie Erfahrungen mit Frauen gemacht. Woher kommt es, dass das so anders ist als das, was ich da von Frauen gehört habe?

Vielleicht gibt es eigentlich viel mehr homosexuelle Männer als wir wissen – weil sie noch in ihren heterosexuellen Beziehungen stecken! Ich denke, es könnte sein, dass mehr lesbische oder bi-sexuelle Frauen den Schritt aus ihrer Beziehung machen und ihre wahre sexuelle Orientierung offen akzeptieren.

Ich glaube, es ist in der Gesellschaft allgemein für eine Frau einfacher, lesbisch zu sein, als es für einen Mann ist, schwul zu sein. Es ist das Stigma, kein ‚echter Mann‘ zu sein, das Image eines kraftlosen Weichlings statt des harten Mann aus Eisen, dem Frauenschwarm und Casanova. Da ist die Angst, verspottet zu werden und vielleicht sogar, nicht nur gesellschaftliche Akzeptanz, sondern auch Karrieremöglichkeiten zu verlieren, was dann natürlich zu finanzieller Unsicherheit führen kann. Für Frauen ist das anders. In einer Männerwelt – was leider auch in vielen westlichen Gesellschaften noch so ist – wird eine Frau, die eine Frau küsst, von einer Mehrheit der Leute, einschließlich Männer, als scharf und sexy empfunden, während ein Mann, der einen Mann küsst, total anders wahrgenommen wird. Männer, deren Vorgesetzte Männer sind und deren Freunde Männer mit Ansichten sind, die an Homophobie grenzen, die jedoch homosexuelle Neigungen verspüren, trauen sich vielleicht nie, den Schritt zu machen, um diese zu erkunden.

Außerdem glaube ich, wie ich bereits letzte Woche angedeutet habe, dass Frauen einander gegenüber viel offener sind. Sie teilen sowieso all ihre tiefsten Geheimnisse mir ihren besten Freundinnen – alles Frauen – und ihre Freundschaften scheinen oft viel tiefer zu gehen als die von Männern. Männer öffnen anderen Männern gegenüber nicht so leicht ihr Innerstes, wie Frauen das gegenüber Frauen tun. Selbst wenn man sich das Körperliche ansieht, so sind Frauen sich einander gegenüber offener! In Sportvereinen oder Fitnesszentren geschieht das Duschen und Umziehen voreinander mit viel weniger Scham. Die Bereitschaft, sich in der Gesellschaft anderen zu öffnen, ist meiner Meinung nach bei Frauen viel höher als bei Männern. Und vielleicht ist der Schritt, einem inneren Ruf zu folgen einfacher, selbst wenn man sein Leben die letzten drei Jahrzehnte ganz anders gelebt hat!

Wie auch immer, fast alle Homosexuelle, die ich kennen gelernt habe, haben mir erzählt, dass sie das Gefühl haben, nun ihr wahres Selbst gefunden zu haben. Und ich glaube das ist wirklich das Wichtige.

Warum werden viele Frauen sogar nach vielen Erfahrungen mit Männern Lesben? – 11 May 14

Ich habe euch letzte Woche von dem Workshop erzählt, den ich 2006 für Homosexuelle gab. Die Frau, die den Workshop organisiert hatte, war selbst lesbisch. Sie erzählte mir, dass sie zuvor verheiratet gewesen war, nach ihrer Scheidung jedoch ausschließlich weibliche Partner gehabt hatte. Sie war nicht die einzige Frau, die mir eine solche Geschichte erzählt hatte. Im Vergleich jedoch, erzählten mir nur sehr wenige schwule Männer von solchen Erfahrungen. Heute möchte ich gerne die weibliche Seite etwas beleuchten – wie kommt es, dass sich Frauen mehr zu Frauen hingezogen fühlen, selbst nachdem sie Beziehungen mit Männern hatten, während ich das von Männern andersrum nur eher selten höre?

Wie ich zuvor bereits erwähnt habe, hatte ich an dem Punkt in meinem Leben bereits eine große Zahl Homosexueller kennen gelernt. Ich hatte tausende Einzelsitzungen gegeben und ich glaube, dass viele Homosexuelle Spiritualität gegenüber aufgeschlossen sind, vielleicht aufgrund der Tatsache, dass ihr Denken bereits ‚anders‘ ist verglichen mit der Allgemeinheit. Von den vielen Einzelsitzungen waren also viele mit Schwulen und Lesben. Und von diesen Lesben haben mir viele erzählt, dass sie zuvor Beziehungen mit Männern hatten.

Ich habe viele solche Frauen getroffen, besonders Frauen in den Vierzigern, die manchmal sogar bereits erwachsene Kinder hatten. In Deutschland, in Irland, in Australien und anderen Ländern. Manche von ihnen waren bi-sexuell und erklärten mir, es sei ihnen egal, ob es mit einem Mann oder einer Frau funkt. Ob es nur für eine Nacht oder für eine lange Beziehung war, könnte es für sie Mann oder Frau sein, es wäre egal.

Ist es für Frauen einfach nur die logische Handlung, wenn sie ein gewisses Alter erreichen und gerne Liebe und Zuneigung erleben würden, das jedoch beim anderen Geschlecht nicht finden, dass sie sich dann dem eigenen Geschlecht zuwenden? Oder wissen sie nach schlechten Erfahrungen mit Männern, dass Frauen besser verstehen können, was sie durchgemacht haben und besser mit ihnen mitfühlen können als ein Mann jemals könnte? Oder neigen Frauen im Allgemeinen eher zur Homosexualität?

Ich glaube – und ich habe wissenschaftliche Untersuchungen gelesen, die das beweisen – dass Homosexualität in den Genen begründet liegt. Ich bin kein Wissenschaftler und kann keine Einzelheiten nennen, aber die Schlussfolgerung der Untersuchung war, dass es sich niemand aussucht, Frauen attraktiver zu finden als Männer oder anders herum. Wie kommt es also, dass es scheinbar Frauen so viel einfacher fällt, Beziehungen mit beiden Geschlechtern zu führen?

Ich glaube, der Grund hierfür könnte darin liegen, wie Frauen allgemein fühlen und reagieren und wie die Gesellschaft funktioniert. Frauen spüren von ihrer Umgebung einen gewissen Druck zu heiraten, sich niederzulassen und Kinder zu haben. Und Frauen neigen einfach dazu, sich diesem Druck zu beugen, ihre eigenen Gefühle zu unterdrücken und zu tun, was von ihnen erwartet wird.

Natürlich wacht eine Frau auch nicht eines Tages in ihrer Pubertät auf und merkt ‘Ich bin lesbisch’. Vielleicht fühlt sie sich zu ihren Freundinnen hingezogen, merkt jedoch nicht, dass das okay und normal ist. Vielleicht merkt sie nicht, dass sie weniger erregt ist, wenn ihr Mann zu ihr ins Bett kommt, als es andere Frauen sind. Sobald sie sich jedoch einmal vom Druck der Gesellschaft befreit haben, reißen sie sich wirklich los. Und dann finden sie ihre wahre sexuelle Orientierung.

Das waren meine Gedanken zu lesbischen Frauen im Jahr 2006, nachdem ich gesehen hatte, wie viele bereits jahrelang in der Vergangenheit Erfahrungen mit Männern gemacht hatten. Nächste Woche erzähle ich euch von meiner Sichtweise auf Schwule und ihren Weg, ihre eigenen sexuellen Neigungen zu entdecken.