Gründe dein Selbstwertgefühl nicht auf deine Angewohnheit, andere zu kontrollieren! – 16 Sep 16

Im gestrigen Blogeintrag habe ich euch gesagt, wie wichtig es ist herauszufinden, ob du meinst, dass ohne dich die ganze Welt zusammenbrechen würde. Es wäre für dich selbst von Vorteil, wenn du diesem Gedankengang nicht folgen würdest, da das zu viel Druck erzeugt und ernsthafte gesundheitliche Folgen wie Burnout zum Beispiel haben kann. Der Versuch jedoch, von diesen Gedanken wegzukommen kann zu einem weiteren Problem führen: dem Gefühl, nicht gebraucht zu werden.

Das ist eigentlich klar: ich habe euch gesagt, ihr sollt den Gedanken loswerden, dass ihr für das Funktionieren eurer Umwelt unabkömmlich seid. Die Welt bleibt nicht stehen, wenn du nicht da bist, um die anderen zu kontrollieren. Du musst sie nicht überwachen, damit sie ihre Arbeit richtig machen. Du kannst loslassen.

Oh, aber das war doch das, worauf du dein Selbstwertgefühl gegründet hast? Dass du derjenige bist, der alles am Laufen hält? Du hattest das Gefühl, wertvoll zu sein, weil ohne dich alles zusammenbrechen würde. Nun, da du diesen Gedanken hinter dir lässt, jetzt, da du versuchst, dich zu entspannen und diesen Druck hinter dir zu lassen, merkst du, dass dein Selbstwert auf einem steilen Weg in den Keller ist. Der Gedanke, der dir das Gefühl gab, etwas Wertvolles zu tun ist genau der, den du nun bewusst zerstörst!

Ja, es kann schwierig sein. Ja, du solltest dieses Denken aufgeben. Aber nein, du bist nicht deshalb wertvoll und wirst nicht deshalb geliebt, weil du immer alle kontrollierst! Mach dein Selbstwertgefühl doch nicht von solchen Dingen abhängig. Sieh stattdessen, dass du selbst eine liebenswerte Person bist, die mit anderen gut umgehen kann, nicht nur, um ihnen zu zeigen, wie man die Dinge richtig macht. Du hast deine eigenen Aufgaben im Leben, die du gut meisterst. Sieh dich selbst an und sieh wer du bist, außer deinem Bedürfnis, andere zu kontrollieren!

Für diejenigen, die es gewöhnt sind, andere intensiv dazu zu bewegen, die Dinge so zu tun, wie sie es möchten, ist es nicht nur schwer diese Gewohnheit aufzugeben, sondern auch, sich ohne sie wirklich gut zu fühlen. Das jedoch ist notwendig, weil es absolut ungesund ist, sein Selbstwertgefühl hierauf zu gründen! Das würde dein Bedürfnis zu kontrollieren nur noch vergrößern, weil du dich noch besser fühlen möchtest mit dir selbst.

Tue das nicht. Vertraue darauf, dass andere ihre Aufgabe gut erledigen. Und wenn sie das nicht tun, ist es auch nicht gleich deine Schuld!

Mach dich nicht kleiner als du bist – und akzeptiere ein ehrliches Kompliment! – 26 Nov 15

Ich bin nun schon seit fast zwei Wochen in Deutschland, wir haben bereits viele Freunde getroffen und werden noch mehrere weitere treffen, bevor wir wieder zurückfliegen. Bei einer Freundin, die ich vor einigen Tagen getroffen habe, bemerkte ich etwas, mit dem viele meiner Leser auch ein Problem haben könnten: niedriges Selbstbewusstsein bis zu dem Punkt, dass man nicht einmal einem Kompliment glaubt, wenn man eines bekommt.

Ich habe diese Freundin nach etwa zwei Jahren wiedergesehen. Nach der Begrüßung, Umarmungen und den Fragen nach dem Befinden des jeweils anderen, begannen wir einander zu berichten, was wir in den vergangenen Jahren erlebt hatten. Bereits bei dieser Beschreibung bemerkte ich, dass sie ihre Erfolge in dieser Zeit sehr runterspielte. Nach einer Weile kam Ramona rein, die diese Freundin auch kannte. Sie grüßten sich und Ramona erwähnte, dass sie super aussah, gesund und glücklich.

Die Antwort war es, die mich zum heutigen Blogeintrag brachte: ‘Oh, danke, schön, dass du das sagst!’

In dem Augenblick, in dem ich diesen Satz hörte, erkannte ich, dass diese Worte zwar Dankbarkeit ausdrücken sollten – dass die Sprecherin jedoch nicht wirklich glaubte, dass sie auch wahr waren! Es bedeutete wörtlich nur, dass es nett war von Ramona, so etwas zu sagen – auch wenn es ihrer Meinung nach ganz offensichtlich NICHT wahr war!

Solch ein einfacher Satz kann dir tief aufzeigen, was für eine Meinung jemand von sich selbst hat. Unsere Freundin hätte auch sagen können ‘Danke, ich habe eine gute Zeit hinter mir!’ und von ihrer Ernährungsumstellung und ihrem Urlaub erzählen können. Stattdessen beschloss sie ganz schnell, dass Ramona das nur sagte, um nett zu sein. Mit ihrer Antwort bedankte sie sich auch deutlich hierfür. Für die Nettigkeit, ihr eine Lüge zu sagen, damit sie sich gut fühlt.

Sie hätte dieses Kompliment nie für die Wahrheit gehalten! Sie erkannte nicht, dass Ramona sehr wohl sah, wie entspannt sie wirkte und dass sie auf eine Weise strahlte, die sie das letzte Mal, als wir uns gesehen hatten, nicht tat!

Hierin steckt eine kleine Lehre für uns alle, männlich wie weiblich: wenn du ein Kompliment bekommst, tu es nicht gleich als falsch ab. Solche mag es auch geben, doch es ist sehr gut möglich, das sein Freund dich in Wirklichkeit schön, attraktiv, gut aussehend oder glücklich, intelligent, einladend und freundlich oder hilfreich findet!

Mach dich selbst nicht runter, unterschätze dich nicht. Erkenne dein volles Potential und deinen Wert – und akzeptiere, dass auch andere Leute das tun!

Liebe Yogalehrer, macht Yoga nicht schwieriger als es ist – 1 Okt 15

In den vergangenen zwei Tagen habe ich ein bisschen beschrieben, auf welche Weise wir Yoga für unsere Schüler und Teilnehmer gerne leicht machen. Vorgestern habe ich euch erzählt, dass wir die Yogis und Yoginis vor uns normalerweise nicht korrigieren und gestern habe ich erklärt, warum wir nicht einmal die Sanskrit-Begriffe für die Yogastellungen verwenden. Ich glaube eigentlich daran, die Dinge einfach zu machen und denke, dass das auch anderen hilft.

Ich weiß, viele Menschen haben die Angewohnheit, die Dinge schwierig zu machen. Ich habe gesehen, wie Yogalehrer Yoga als eine übermäßig schwierige Wissenschaft darstellten, die niemand verstehen kann, wenn er nicht bei einem Yoga-Guru initiiert wurde. Es gibt Yogalehrer, die selbst einer Anfängerklasse die schwierigsten Yogastellungen zeigen. Andere verwenden in ihrem Unterricht so viele Worte auf Sanskrit wie möglich.

Ich denke nicht, dass das ein guter Weg ist und während es dir das Gefühl geben mag, dass du eine außerordentliche Person bist, besser, flexibler, genauer als andere, ist es nicht wirklich notwendig, so zu handeln.

Du musst nicht wirklich eine kleine Sache hernehmen und sie künstlich aufbauschen, ausweiten, sie über eine längere Zeit hinweg erklären! Das Gleiche könntest du doch auch einfach ganz kurz sagen! Natürlich kannst du anderen zeigen, wie flexibel du in den am weitesten fortgeschrittenen Yogastellungen bist, doch gib den anderen das Gefühl, dass sie da mit regelmäßiger Übung auch hingeben können – und warum auch nicht?

Ich habe das auch in anderen Bereichen schon oft gesehen. Das ist bei Weitem nicht nur eine Gewohnheit von Yogalehrern! Es ist ein allgemeines Verhalten, das ich oft sehe und insbesondere bei Menschen, die etwas Mangel an Selbstbewusstsein haben. Sie müssen die Dinge, die sie gemeistert haben, als sehr schwierig darstellen, so dass sie sich damit besser fühlen. Es sind Menschen, die ihr Ego nicht mit Schlichtheit befriedigen können.

Während das völlig logisch und auf diese Weise auch verständlich ist, würde ich, wenn du dich selbst hierbei erwischt, vorschlagen, dass du andere Wege findest, dir für dich selbst ein gutes Gefühl zu geben. Erkenne, dass du viele Erfolge hast, dass du deine eigenen guten Eigenschaften hast, dass du wertvoll genug bist, auch wenn das, was du erreicht hast, auch von anderen erreicht werden kann. Du musst nichts getan haben, was ‚niemand sonst tun kann‘ oder was ‚nur der Beste schafft‘.

Gründe dein Selbstwertgefühl nicht auf diese Dinge – das wäre eine sehr wackelige Grundlage! Du bist deine Selbstliebe wert, einfach nur dafür, dass du bist wer du bist.

Die Rolle von Vorbildern in deinem Leben – und warum du sie als Erwachsener nicht mehr brauchst – 5 Feb 15

Heute möchte ich über Vorbilder sprechen. Über die Menschen im Leben, die wir als Beispiele sehen, jemanden, der eine bewundernswerte Eigenschaft hat, etwas, das wir imitieren und nach dem wir streben sollten. Ich möchte ein bisschen darüber sprechen, wie sich das im Laufe der Jahre ändern sollte:

Als Kind hat man ganz automatisch Vorbilder: seine Eltern – oder wer auch immer dich großzieht. Das ist etwas, das man nicht verändern oder beeinflussen kann, da das die ersten Menschen sind, die man nachmacht, um die Grundlagen des Lebens zu lernen.

Andere Familienmitglieder um einen herum werden zu erweiterten Vorbildern. Ältere Brüder und Schwestern, Onkel und Tanten, regelmäßige Besucher daheim. Du beginnst, deine Welt zu vergrößern und damit weiten sich auch die Vorbilder aus. Du gehst zur Schule und deine Lehrer werden zu Vorbildern. Freunde, Nachbarn und sogar Menschen, die du nicht persönlich kennst, wie zum Beispiel Sänger und Schauspieler.

Wenn du klein bist, sind all diese Menschen einfach nur toll. Du nimmst sie als perfekt, so wie sie sind, ohne sie als echte Menschen mit Fehlern und Macken zu sehen. Das muss man Stück für Stück lernen, so wie man eben älter wird und Perspektive erlangt. Plötzlich merkt man, dass sie vielleicht in einem Lebensbereich außerordentlich sind, dass du sie jedoch in anderen lieber nicht nachahmen solltest.

D gewinnst nicht nur an Perspektive, du wirst reifer und musst selbst entscheiden, was die Eigenschaften sind, nach denen du streben solltest und was du imitieren solltest und was nicht.

Irgendwann musst du erkennen, dass du du bist und dass du nicht wie eine Niere Person sein musst. Du brauchst kein Vorbild, dass du kopieren oder nachahmen solltest, weil wir alle unterschiedlich sind und auch du einzigartig bist.

Du kannst dich von anderen immer inspirieren lassen. Spende Beifall für das Gute und sehe es als etwas, das du in deinem Leben übernehmen kannst, wir sollten jedoch nie an unserer kindischen Art hängen bleiben, ein absolut perfektes Vorbild schaffen zu wollen – das führt nur dazu, dass wir für die Fehler dieser Menschen Ausreden und Lügen finden wollen.

Niemand ist perfekt, aber wir alle sind einzigartig. Du auch – also sei einfach du selbst, so gut du kannst!

Richtig oder falsch – Wahrnehmung oder Tatsache – 5 Nov 14

Das Interessante an Gesprächen mit anderen Leuten ist, dass man immer jemanden trifft, der andere Erfahrungen, Ideen und Wissen hat als du. Man bekommt Hilfe, wenn man sie braucht und man kann sich inspirieren lassen. Man bekommt Informationen und gibt diese natürlich auch weiter. Doch es kann auch etwas Unangenehmes geschehen: es kann dich verwirren ob das, was du tust, richtig oder falsch ist.

Das ist nicht ungewöhnlich: du erzählst deinen Freunden von einem Vorfall bei dir in der Arbeit und sie fragen sich, warum du dich so verhalten hast, wie du dich verhalten hast. Wäre es nicht besser gewesen, ruhig zu bleiben? Oder besser, den anderen endlich einmal zu zeigen, woran sie mit dir sind? Einer von ihnen mag bestätigen, dass du genau richtig gehandelt hast, während der andere einfach nur ungläubig den Kopf schüttelt und sich über dich wundert.

Gibt es im Leben denn einen richtigen und einen falschen Weg?

Natürlich gibt es bestimmte Dinge, die ganz offensichtlich und auch überall falsch sind: es wäre falsch, jemanden umzubringen und allgemein hält man Stehlen, Ausrauben und ähnliche Aktivitäten auch nicht für richtig. Es gibt jedoch Fälle, in denen es nicht alles so ganz deutlich schwarz und weiß ist!

Man würde auch sagen, es ist falsch, seine Eltern nicht zu respektieren. Aber wo fängt da die Respektlosigkeit an? Wäre es respektlos, nicht den Entscheidungen zu folgen, die sie für dich und dein Leben treffen wollen? Oder nicht ihren moralischen Werten zu entsprechen? Höchstwahrscheinlich erscheint ihnen das als respektlos, du aber könntest da eine ganz andere Meinung haben!

Tue ich das Richtige?

Das ist eine ganz übliche Frage, die in praktisch jedem Lebensbereich auftauchen kann! Geschäft und Arbeit, Beziehungen, Kindererziehung, Freundschaften – man kann immer an einen Punkt kommen, wo man es einfach nicht mehr weiß. Selbst, wenn man für gewöhnlich selbstsicher ist und die übliche Kritik, die jeder bekommt, einfach abtun kann, kann es einen Punkt geben, an dem sich selbst und die Situation, in der man steckt, aus der Distanz betrachtet und sich fragt:

Was soll ich tun?

Lass mich dir eines sagen: niemand kann dir sagen, was zu tun ist und es kommt keine göttliche Eingebung oder ein göttlicher Eingriff, der auf einmal alles in Ordnung bringt. Gleichzeitig jedoch gibt es auch kein richtig oder falsch und jeder ist hin und wieder in dieser Situation.

Geh im Kopf an den Punkt zurück, an dem du dir sicher bist, zu den Handlungen und Gedanken, die du nicht ändern wirst, egal wie viele Leute dir sagen, dass das falsch ist. Von da an gehst du nun Schritt für Schritt weiter und gehst einfach nach Gefühl. Nimm Rat an, wenn du das Gefühl hast, er ist richtig – und finde heraus, was du wirklich für falsch hälst.

Am Wichtigsten ist, dass dieses Gefühl für gewöhnlich vorübergehend ist. Manchmal hilft es einfach, den Gedanken eine Weile lang aufzugeben und eine Nacht drüber zu schlafen. Und nimm dann deinen Mut zusammen und mach mit vollem Selbstvertrauen weiter!

Bewahre dein Selbstwertgefühl, selbst wenn es schwierig ist! – 4 Sep 14

Gestern habe ich erwähnt, dass man Selbstliebe und Selbstbewusstsein braucht, um ein Geschäft erfolgreich zu führen. Dann kannst du von Herzen arbeiten, ohne Schuldgefühle, dass man für seine tägliche Arbeit Geld verlangt. Selbstwertgefühl. Ein schwieriges Thema für viele und gleichzeitig doch so wichtig! Achte bloß darauf, ein hohes Selbstwertgefühl zu haben – oder es gibt immer jemanden, der versucht, seinen Nutzen daraus zu ziehen!

Wir haben bereits besprochen, wie das im Geschäft vor sich geht. Die Leute versuchen, etwas kostenlos zu bekommen und wenn du nett genug bist, schaffen sie das auch. Nach einer Weile kannst du nicht mehr zurück und gibst viel zu viel kostenlos aus, wirst genervt und fühlst dich schließlich hilflos, unsicher über deine Preise und den Wert dessen, was du da verkaufst.

Bei Familie und Freunden geht es nicht ums Geld. Oder zumindest meistens nicht. Normalerweise geht es darum, was du für andere tust und wie viel für dich selbst. In meinen Einzelberatungen treffe ich oft Leute mit einem Mangel an Selbstliebe und Selbstwertgefühl, weil sie so viel unterdrückte Wut haben und oft Probleme mit Familienmitgliedern oder bestimmten Freunden haben. Sie geben und geben und irgendwie haben sie das Gefühl, als würde das als selbstverständlich betrachtet. Als würden sie bis zum letzten Tropfen ausgesaugt – und bekommen nichts zurück.

Selbstliebe ist der erste Schritt. Wenn du dich selbst wertschätzt, wenn du das, was du tust, selbst respektierst. Du deinen Körper, Verstand und deine Handlungen mit allen Vorzügen und Mängeln liebst. Du brauchst jedoch noch etwas mehr: die Möglichkeit, das auszudrücken! Und diese Fähigkeit ist dein Selbstwertgefühl, das du anderen zeigst.

Wenn du mit vollem Vertrauen sagen kannst, wo die Grenzen dessen sind, was du für andere tun kannst. Wenn du weißt und ihnen sagst, ab welchem Zeitpunkt zu Zeit für dich selbst brauchst oder das Gefühl hast, dass sie deine Arbeit nicht genug schätzen.

Es ist nicht einfach, so weit zu kommen, wenn du mit diesem Thema Schwierigkeiten hast, aber du kannst es sicherlich. Du musst deine Liebe für dich selbst stärken. Immer, wenn du das Gefühl hast, dass jemand dich ausnutzt, wenn du dich dazu genötigt fühlst, mehr und billiger zu tun, als du möchtest, nimm dir Zeit. Tritt einen Schritt zurück von dem, was du tust, entschuldige dich für einige Augenblicke und beruhige dich. Wenn deine Emotionen so aufgewühlt sind, kannst du nicht klar denken und fühlen.

Einmal etwas ruhiger, musst du analysieren, ob diese Gefühle aufgekommen sind, weil du dich dazu gedrängt gefühlt hast, deine Grenzen zu überschreiten, etwas zu tun, das weiter geht, als dir lieb ist. Wenn das der Fall ist, komm auf den Punkt, wo du dich gut fühlst. Erinnere dich daran, dass du es wert bist, dass du für dich einstehst. Und dann gehst du wieder zurück in die Situation.

Bleibe ruhig, aber geh nur soweit, wie es dir gut tut. Wenn du das einmal gemacht gemacht hast, fühlst du dich herrlich! Selbst wenn du nur deiner Schwiegermutter gesagt hast, dass du keinen extra Kuchen für das Familientreffen backen kannst, weil du mit deinen Kindern, deiner Arbeit und den zwei Gerichten beschäftigt bist, die du ja sowieso schon mitbringst! Es ist ein kleiner Sieg für dich, für dein Selbstwertgefühl!

Lass nicht locker – sei stark und liebe dich selbst!

Wenn du dich selbst liebst, verkaufst du deine Arbeit nicht unter Wert – 3 Sep 14

Nachdem ich gestern geschrieben habe, dass man eher seinem Herzen folgen sollte, als nach dem sofortigen Geld zu trachten, habe ich einige Kommentare bekommen, in denen mir viele Leute gesagt haben, sie würden verhungern und keinen Cent verdienen, wenn sie wirklich ihren Herzen folgen würden. Allen, die so denken, möchte ich nur eines sagen: lernt, euch selbst zu lieben!

Ja, das ist eine Frage, der sich Menschen aller Berufssparten stellen müssen: wie sehr mache ich meine Arbeit für andere und wie viel für mich selbst? Wie viel kann ich für was verlangen? Sollte ich meine Arbeit kostenlos zur Verfügung stellen?

Natürlich gibt es Arbeitsfelder, in denen die Leute das nicht wirklich von dir erwarten. In einem Gemüseladen erwarten die Leute nicht, dass du Früchte und Gemüse verschenkst. Wenn du mit dem Zug fährst, erwartest du nicht, dass deine Zugfahrt kostenlos ist, sondern kaufst ein Ticket. Es ist ein bisschen einfacher, wenn es sich um Produkte handelt. Viel schwieriger haben es aber diejenigen, die keine Ware verkaufen, sondern Dienstleistungen anbieten. Da gibt es immer Leute, die erwarten, dass du für wenig oder kein Geld arbeitest.

Die Leute erwarten für gewöhnlich nicht, dass ein Yogalehrer, ein Massage-Therapeut oder ein Meditationslehrer kostenlos arbeitet, doch denjenigen, die in diesem Feld arbeiten, stellt sich immer die Frage, wie viel sie verlangen sollten. Und genauso, wie es immer Leute gibt, die bezahlen, was sie verlangen, gibt es auch immer diejenigen, die ihnen sagen, sie sehen zu teuer.

Jemand mit gutem Herzen, der seine Arbeit liebt, hat manchmal den Wunsch, ein Produkt oder einen Service kostenlos zu geben. Das ist in Ordnung und eine gute Sache – wenn du mit dieser Geste jemandem hilfst, der es braucht, ist das wunderbar. Die Probleme beginnen, wenn du dieses Gefühl zu oft hast und wenn du meinst, von Außerhalb Druck zu haben, billiger zu sein oder überhaupt nichts zu verlangen!

Du musst den Wert deiner Arbeit erkennen. Vergleiche mit anderen im gleichen Beruf und lege deinen Preis fest. Verkauf dich nicht unter Wert und stärke dein Selbstwertgefühl, so dass du für dich einstehen kannst! Wenn jemand denkt, zu solltest kostenlos arbeiten, lass ihn das denken. Es ist egal – du weißt, dass du auch leben musst und dass da nichts falsch dran ist, im Austausch für deine Dienstleistung etwas zu bekommen.

Wenn du dich selbst liebst, weißt du, dass deine Preise fair sind. Wenn du ein gutes Herz hast, machst du manchmal einen Tausch gegen etwas anderes als Geld – irgendetwas, was der andere anbieten kann. Hin und wieder machst du vielleicht sogar etwas kostenlos. Doch du fühlst dich zu keiner Zeit schuldig. Wenn du dich selbst liebst, kannst du deinem Herzen folgen und trotzdem reinen Gewissens Geld für deine Arbeit verlangen.

Hör auf, deine Krankheit mehr zu lieben als deine Gesundheit! – 5 Mai 14

Heute habe ich einen Termin im Krankenhaus, um die Fäden in meinem Knie ziehen zu lassen. Ich fühle mich bereits ziemlich gut, aber ich bin auch froh, dass ich noch zehn Tage habe, um mich auf den Flug nach Deutschland vorzubereiten. In der Situation, in der ich gerade bin, musste ich an den Unterschied denken, den die Einstellung machen kann, wenn man verletzt oder krank ist: man kann entweder im Kranksein aufgehen und in seiner Krankheit leiden oder man beschließt, so gesund zu sein wie möglich.

Ich habe in meiner langen Zeit als Berater viele Leute kennen gelernt, denen das Kranksein sehr gefällt. Oft fängt es mit einer normalen Krankheit an. Es war nicht so schlimm, aber als sie mit anderen darüber redeten, ernteten sie Mitleid – und das gefiel ihnen. Langsam, vielleicht mit einer weiteren Krankheit oder wenn ihre Probleme über einen längeren Zeitraum hinweg auftraten, merkten sie, dass es auch eine sehr bequeme Ausrede für alle möglichen Dinge war. Ein Weg ‚Nein‘ zu sagen, ohne unhöflich zu sein.

Anstatt selbstbewusst aufzutreten und anderen zu sagen, dass sie bestimmte Dinge nicht tun wollen, erzählten sie ihnen, dass sie aufgrund ihrer Krankheit nicht konnten. Selbst wenn das nicht ganz wahr war, war es doch einfach zu sagen und die anderen mussten es glauben. Sie hatten nicht den Mut oder die Kraft, die Wahrheit zu sagen, nämlich, dass sie einfach nicht wollten.

Also waren sie einfach weiterhin krank. Obwohl sie auch völlig gesund und normal sein könnten oder vielleicht mit einem kleinen Problem leben könnten, bestehen sie darauf, dass sie krank sind. Viel kranker, als sie in Wirklichkeit sind. Sie sind sich nicht notwendigerweise dessen bewusst, was sie da tun. Das Unterbewusstsein ist ziemlich gut darin, die Wahrheit hinter einer Lüge zu verstecken, die dir gefällt. Du machst dir also praktisch selbst glauben, dass du krank bist. Die Folge ist, dass du auch entsprechend handelst.

Wenn einmal jemand auf diesem Weg ist, fängt er an, seine Krankheit so sehr zu lieben, dass er nicht mehr rauskommt. Er sieht nicht, dass die Leute sein Schauspiel durchblicken. Sie verstehen, dass er seine Krankheit etwas mehr aufspielt als notwendig und vielleicht spielen sie einfach mit. Manche konfrontieren ihn vielleicht irgendwann. Das jedoch kann wehtun und ist der Punkt, an dem sich manch einer entscheidet, zu einer Beratungssitzung zu kommen.

Ich empfehle im Allgemeinen, die Freude an einem gesunden Leben zu sehen. Ich sage nicht, dass sie nicht krank sind – wer bin ich, in der kurzen Zeit, die ich mit jemandem verbringe, darüber zu urteilen? Nein, aber selbst wenn du krank bist, versuche einfach, so gesund wie möglich zu handeln! Handle nicht krank. Behalte einen gewöhnlichen Lebensstil bei, umgehe die Unannehmlichkeiten, die dir dein Problem gibt und führe ein normales Leben. Anstatt dich hinter deiner Krankheit zu verstecken und zu vermeiden, für dich selbst einzustehen, übe ‚nein‘ zu sagen. Sei du selbst, aber genieße das Leben!

In den vergangenen Tagen lag ich nicht nur im Bett herum: ich machte meine Physiotherapie-Übungen, spielte mit Apra, telefonierte und arbeitete am Computer. Ich hatte also praktisch normale Tage, nur mit eingeschränkter Mobilität. Ich tat das, was ich normalerweise auch machen würde – während ich im Bett saß. Ich bin nicht gerne krank und sitze nicht gerne im Bett herum und gebe dem also einfach keine Wichtigkeit. Ich tue so viel, wie ich kann – und ich glaube, das hilft mit, schneller wieder auf die Beine zu kommen.

Wir werden sehen, was der Arzt heute sagt – aber ich glaube, ich werde in zehn Tagen fit sein für den Flug nach Deutschland!

Kinder zu selbstbewussten Erwachsenen erziehen – Bringt Kindern bei, ‘Nein’ zu sagen! – 14 Apr 14

Seit mehr als zwei Jahren bin ich nun schon stolzer Vater. Das Elterndasein ist etwas, das mir mehr Freude bereitet, als ich mir je hätte vorstellen können. Ich gebe meinem Kind die Grundlagen für ein gutes Leben, helfe ihr, ihre Umgebung zu entdecken und sich selbst zu entwickeln. So viele Dinge möchte ich gerne, dass sie lernt und über eines dieser Dinge möchte ich heute schreiben: ich will, dass mein Kind lernt, ‚Nein‘ zu sagen, besonders, wenn ihr Menschen näher kommen, als es ihr angenehm ist. Ich glaube, dass das besonders in Indien extrem wichtig ist.

Hier ist ein Beispiel einer solchen Situation: Ramona war mit einigen Freunden auf dem Hauptmarkt Vrindavans einkaufen. Apra war natürlich mitgekommen. Während die anderen sich Kleidung ansahen, anprobierten und im ganzen Laden verteilt waren, spielten Ramona und Apra vor dem Spiegel.

Eine Verkäuferin näherte sich ihnen, lächelte und grüßte. Ramona grüßte zurück und Apra war zu sehr ins Spiel vertieft, um etwas zu merken. Also kam die Frau runter auf ihre Knie, gleich neben Apra, und streckte die Hand aus, ganz offensichtlich darum bemüht, Apras Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Sie berührte sie auf diese eine Weise, die Kinder so ganz offensichtlich nicht mögen, die jedoch Erwachsenen zur Gewohnheit geworden ist: sie nahm Apras Backe zwischen Daumen und Mittelfinger, so dass es aussah, als würde sie sie zwicken. Natürlich tat sie das nicht, aber Apra freute sich trotzdem nicht über diese Berührung. Sie machte zwei Schritte rückwärts in Ramonas Richtung. Die Dame nahm das nicht als Zeichen, sondern streckte auch die zweite Hand aus, um Apras andere Backe zu streicheln.

Das ist der Punkt, an dem wir wollen, dass unser Mädchen selbst sagt, dass sie diese Berührung nicht möchte. Ich will sagen, wie sie lauf und deutlich dieser fremden Person ein ‚Nein!‘ gibt. Ich will ihr nicht beibringen, dass sie deine Finger in ihrem Gesicht ertragen muss!

Was ist das überhaupt für eine Angewohnheit? Ich weiß, du findest meine Tochter süß – das tue ich ja auch – aber berührst du denn jeden Fremden im Gesicht, nur weil du ihn süß findest? Wenn du und wir alle wirklich auch mit Erwachsenen so umgehen würden, wäre das völlig in Ordnung. Dann hätte Apra da auch kein Problem damit, weil sie es ja die ganze Zeit bei jedermann beobachten würde. Aber das machst du ja eben nicht!

Du glaubst, du kannst einfach in den Komfortbereich meines Kindes eindringen, weil sie ja noch nicht einmal einen Meter groß ist.

Frage jeden kleineren Mann oder jede kleinere Frau, erwachsen, aber nur nicht hoch gewachsen, kleiner als der Durchschnittsmensch, wie entwürdigend es ist, so behandelt zu werden! Frage irgendeinen Teenager oder junge Erwachsene und sie werden dir erzählen, dass sie das immer gehasst haben. Von Fremden berührt zu werden. Etwas, das in der Kindheit geschieht und plötzlich aufhört, wenn der Körper zeigt, dass man eine Person ist, der respektiert werden sollte. Eine Person mit Würde und einem privaten Bereich, in den man nicht eindringen sollte.

Warum macht man so etwas mit Kindern?

Weil sie nicht ‘Nein’ sagen können? Weil sie nichts einwenden können? Das sollte eigentlich ein Grund dafür sein, dass du es nicht tust und ich hoffe, dass ich nicht der Einzige bin, der seinen Kindern das Gegenteil beibringt. Wenn du das nicht tust, lernt dein Kind nie, nein zu sagen, nicht einmal im Erwachsenenalter! Dann haben wir Erwachsene, die nicht nein sagen können, die einfach nur tun, was ihnen gesagt wird, die andere auf ihrer Privatsphäre und in ihrem Komfortbereich herumtrampeln lassen. Die Probleme mit Respekt für sich selbst haben und unter niedrigem Selbstbewusstsein leiden. Tu etwas dagegen und bringe deinem Kind bei, ‚Nein‘ zu sagen!

Morgen erzähle ich euch, wie Apra und Ramona reagiert haben und beschreibe die möglichen Lösungen, die Ramona und ich im Gespräch danach für solche Situationen gefunden haben.

Ein Fünf-Schritte-Plan zu einem besseren Selbstwertgefühl – 29 Aug 13

Ich habe in den letzten Tagen in mehreren Blogeinträgen darüber geschrieben, wie Menschen sich selbst oft mit anderen vergleichen und dabei ihr Selbstvertrauen und ihren Selbstwert verlieren. Sie bekommen Depressionen, haben Probleme mit ihrem eigenen Körper und denken, dass sogar ihre Handlungen und Gefühle nichts wert sind. Wer an diesem Punkt ist oder verhindern will, dass er dort anlangt, dem würde ich empfehlen, etwas zu tun, um seinen Selbstwert zu steigern. Hier ist ein Plan, ein Tipp, wie du damit beginnen kannst:

  1. Wenn du einige Minuten frei hast, nimm ein Blatt Papier und einen Stift und setz dich bequem hin. Beginne nun aufzuschreiben, was du an dir selbst magst. Das kann alles sein, auf was du stolz bist, alles, was du meinst, das irgendwie wertvoll ist. Das geht von ‚Ich kann gut Fußball spielen‘ über ‚Mein Hintern sieht in Jeans toll aus‘ bis hin zu ‚Ich kann mich gut in andere hineinfühlen‘ oder ‚Ich habe viel Geduld‘. Du solltest mindestens fünf Punkte auf dieser Liste haben – und es gibt keine Obergrenze dafür, wie viele du hinzufügen kannst.
     
  2. Wenn du Schwierigkeiten damit hast, Punkte zu finden, von denen du wirklich überzeugt bist, frage deine engen Freunde oder deine Familie, was sie an dir schätzen. Du wirst merken, dass alleine diese Antworten dir einen starken Schub positiver Gefühle und Selbstwert geben! Wenn du dich davor scheust zu fragen, erinnere dich daran, dass du auch wollen würdest, dass dich deine Freunde um Hilfe bitten, wenn sie es brauchen!
     
  3. Lies diese Liste jeden Tag mindestens einmal. Dazu benötigst du nicht viel Zeit – vor dem Schlafengehen, nach dem Aufwachen oder vielleicht beide Male, kannst du dich hinsetzen und bewusst lesen, was du aufgeschrieben hast. Mit der Zeit verinnerlichst du das gute Gefühl für dich selbst und brauchst nicht einmal mehr die Hilfe der geschriebenen Worte. Dann kannst du einfach an deine Liste denken und fühlst dich schon besser.
     
  4. Wenn du meditierst oder Atemübungen durchführst, verwende die Liste dabei als Anker, um damit zu meditieren. Konzentriere dich auf die positive Energie, die du in dir spürst.
     
  5. Und schließlich, wenn du dich in einer Situation befindest, in der du das Gefühl hast, dass du wieder in dein Loch der schlechten Gefühle für dich selbst fallen könntest, kehre mental wieder zu den Punkten zurück, die du an dir selbst magst und die auch andere an dir schätzen. Erinnere dich daran, dass niemand Superman oder Superwoman ist und akzeptiere, dass du vielleicht auch einige weniger beeindruckende Charakterzüge hast.

Konzentriere dich auf dich selbst, höre auf, dich selbst mit anderen zu vergleichen und finde heraus, was deine guten Charaktereigenschaften sind – du wirst merken, dass das in deinem täglichen Leben einen großen Unterschied machen wird. Probiere es aus – was kostet es dich denn? Ein Stück Papier, etwas Tinte und ein paar Minuten pro Tag! Aber die Auswirkungen machen dich glücklich!