Liebe Yogalehrer, macht Yoga nicht schwieriger als es ist – 1 Okt 15

In den vergangenen zwei Tagen habe ich ein bisschen beschrieben, auf welche Weise wir Yoga für unsere Schüler und Teilnehmer gerne leicht machen. Vorgestern habe ich euch erzählt, dass wir die Yogis und Yoginis vor uns normalerweise nicht korrigieren und gestern habe ich erklärt, warum wir nicht einmal die Sanskrit-Begriffe für die Yogastellungen verwenden. Ich glaube eigentlich daran, die Dinge einfach zu machen und denke, dass das auch anderen hilft.

Ich weiß, viele Menschen haben die Angewohnheit, die Dinge schwierig zu machen. Ich habe gesehen, wie Yogalehrer Yoga als eine übermäßig schwierige Wissenschaft darstellten, die niemand verstehen kann, wenn er nicht bei einem Yoga-Guru initiiert wurde. Es gibt Yogalehrer, die selbst einer Anfängerklasse die schwierigsten Yogastellungen zeigen. Andere verwenden in ihrem Unterricht so viele Worte auf Sanskrit wie möglich.

Ich denke nicht, dass das ein guter Weg ist und während es dir das Gefühl geben mag, dass du eine außerordentliche Person bist, besser, flexibler, genauer als andere, ist es nicht wirklich notwendig, so zu handeln.

Du musst nicht wirklich eine kleine Sache hernehmen und sie künstlich aufbauschen, ausweiten, sie über eine längere Zeit hinweg erklären! Das Gleiche könntest du doch auch einfach ganz kurz sagen! Natürlich kannst du anderen zeigen, wie flexibel du in den am weitesten fortgeschrittenen Yogastellungen bist, doch gib den anderen das Gefühl, dass sie da mit regelmäßiger Übung auch hingeben können – und warum auch nicht?

Ich habe das auch in anderen Bereichen schon oft gesehen. Das ist bei Weitem nicht nur eine Gewohnheit von Yogalehrern! Es ist ein allgemeines Verhalten, das ich oft sehe und insbesondere bei Menschen, die etwas Mangel an Selbstbewusstsein haben. Sie müssen die Dinge, die sie gemeistert haben, als sehr schwierig darstellen, so dass sie sich damit besser fühlen. Es sind Menschen, die ihr Ego nicht mit Schlichtheit befriedigen können.

Während das völlig logisch und auf diese Weise auch verständlich ist, würde ich, wenn du dich selbst hierbei erwischt, vorschlagen, dass du andere Wege findest, dir für dich selbst ein gutes Gefühl zu geben. Erkenne, dass du viele Erfolge hast, dass du deine eigenen guten Eigenschaften hast, dass du wertvoll genug bist, auch wenn das, was du erreicht hast, auch von anderen erreicht werden kann. Du musst nichts getan haben, was ‚niemand sonst tun kann‘ oder was ‚nur der Beste schafft‘.

Gründe dein Selbstwertgefühl nicht auf diese Dinge – das wäre eine sehr wackelige Grundlage! Du bist deine Selbstliebe wert, einfach nur dafür, dass du bist wer du bist.

Warum ich glaube, dass man die Sanskrit-Namen für Yogastellungen nicht braucht – 30 Sep 15

Gestern habe ich über die Frage geschrieben, ob Yogalehrer ihre Schüler korrigieren sollten oder nicht. Ich habe erklärt, warum Yashendu, Ramona und ich nach dem Prinzip ‚so wenig wie möglich, so viel wie nötig‘ handeln. Außer diesen Korrekturen gibt es noch etwas, was die meisten Yogalehrer viel tun, wir aber für gewöhnlich nicht: die Sanskrit-Worte für die Stellungen zu verwenden und eigentlich alles schwieriger darzustellen, als es ist.

Liebe Yogalehrer, ich weiß, ihr habt alle in euren Yogalehrer-Ausbildungen diese Sanskrit-Begriffe für die Asanas, die Kriyas, die Mudras und noch mehr gelernt. Ihr habt wahrscheinlich ganze Abende lang versucht, diese seltsam klingenden Worte in euren Kopf zu kriegen und versucht, sie richtig auszusprechen, obwohl eure Zunge manchmal einfach nicht in der Lage dazu schien, diese Klänge zu produzieren. Ihr wollt die Begriffe nun auch anwenden, das Wissen an eure Schüler weitergeben und deshalb verwendet ihr diese Worte auch selbst großzügig in euren Stunden.

Habt ihr jemals darüber nachgedacht, dass das vielleicht gar nicht notwendig ist? Noch mehr als das, dass es einige eurer Schüler sogar verunsichern oder stören könnte?

Ich habe in meinem Leben eine sehr große Anzahl Yogaschüler getroffen und hatte mit vielen diese Unterhaltung, auch mit den Schülern unserer eigenen Yogalehrer-Ausbildungen. Macht Yoga nicht kompliziert und schwierig, indem ihr eine Anzahl fast nicht auszusprechender Worte hinzufügt!

Warum verwendet ihr nicht einfach die deutschen Begriffe dafür oder in welcher Sprache auch immer ihr unterrichtet? Wenn ihr die Sanskrit-Namen gelernt habt, habt ihr diese doch wahrscheinlich auch gelernt, oder?

Wenn ihr das Folgende noch nicht wisst, so sage ich es euch jetzt: die meisten Sanskrit-Namen beschreiben einfach nur die Form oder Handlung der Stellung, das war’s! ‚Matsyasana‘ hört sich toll und exotisch an und man muss es ein paar Mal wiederholen, um es ordentlich sagen zu können, doch das Wort bedeutet einfach nur ‚Fisch-Stellung‘. Warum? Weil man in der Stellung wie ein Fisch aussieht! Hinter diesem Namen verbirgt sich kein größeres Geheimnis! Die meisten Stellungen haben solche Namen, weil sie an Tiere oder Gegenstände erinnern – oder sie beschreiben wörtlich die verwendeten Körperteile, zum Beispiel ‚Sirsasana‘, der Kopfstand. ‚Shirsha‘ ist das Sanskrit Wort für Kopf. Keine riesige Wissenschaft dahinter!

Also bitte, liebe Yogalehrer, macht es euren Schülern leicht, verständlich und angenehm.

Ist es wirklich notwendig, deine Yogaschüler zu korrigieren? – 29 Sep 15

Heute möchte ich gerne ein paar Zeilen schreiben, zu denen ich kürzlich von einer Besucherin im Ashram inspiriert wurde, die für einen Yoga-Retreat für Fortgeschrittene gekommen war. In ihrem täglichen, zweistündigen Unterricht mit Yashendu kam ein Thema auf, das für Yogalehrer und auch Yogaschüler immer interessant ist: sollte ein Yogalehrer seine Schüler korrigieren?

Es ist ja klar, dass verschiedene Lehrer verschiedene Antworten auf diese Frage haben. Ich möchte meine Sichtweise heute aufschreiben und die kann man eigentlich gut in einem Satz zusammenfassen: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Als ich Yoga unterrichtete, hielt ich mich immer an dieses Prinzip und auch Yashendu und Ramona folgen ihm. In einem gewöhnlichen Workshop wird man selten hören, dass einer von uns eine Einzelperson korrigiert, ihm oder ihr sagt, dass die Stellung falsch ist.

Warum? Natürlich stellt diese Frage jeder Yogalehrer, der es gewöhnt ist zu korrigieren und jeder Yogaschüler, der es gewöhnt ist korrigiert zu werden. Woher weiß man sonst, ob man es richtig oder falsch macht?

Zunächst einmal will ich sagen, dass es beim Yoga nicht darum geht, der Beste zu sein. Es ist kein Wettbewerb und während man danach strebt, seine Haltung zu verbessern, geht es hauptsächlich um sein Wohlbefinden und ein gutes Gefühl. Das vorrausgeschickt gibt es natürlich bestimmte Bewegungen, die man besser nicht machen sollte, wenn man sich gerade in der Stellung befindet. Für gewöhnlich jedoch passiert das nicht, wenn man vormacht, wie man in die Stellung rein und wieder rauskommt. Zusammen mit einer Beschreibung in Worten und dann folgen deine Schüler deinem Beispiel. Von Beginn an erwähnst du am Besten, dass jeder nur so weit gehen sollte, wie sein Körper es erlaubt und dass wir nie unsere Grenzen überschreiten sollten.

Sobald dieser Rahmen steht, hat es glaube ich vornehmlich eine negative Wirkung auf Yogaschüler, wenn es im Unterricht ständig Verbesserungen gibt. Es haben mir schon Leute erzählt, dass sie sich von ihren Lehrern entmutigt fühlten, weil sie immer gesagt bekamen, was sie falsch machten. Es besteht das Risiko, dass du so deinen Schülern beibringst, sich auf das Äußere zu konzentrieren und auf Negatives, anstatt auf das gute Gefühl, das sie von ihrer Bewegung, dem Strecken und ihren Übungen bekommen.

Außerdem kennst du die Grenzen des anderen und dessen Körpers nicht. Besonders in Yoga-Workshops, die nur ein paar Stunden lang sind oder wenn du nur einige Tage mit einem Schüler arbeitest, kannst du selbst mit der medizinischen Vorgeschichte des Schülers im Kopf nicht verstehen, warum er seinen Fuß nicht so weit hochhebt wie du oder seinen Rücken nicht so weit vorbeugt wie sein Nachbar! Nun gehst du also hin und sagst ihm, er solle noch die Knie runterdrücken – aber körperlich kann er das einfach nicht! Wie frustrierend ein solches Erlebnis sein muss!

Wenn du wirklich das Gefühl hast, dass der andere nicht genau versteht, wo er seine Gliedmaßen hintun soll oder auf was er achten müsste, kannst du das doch auch anders sagen! Anstatt zu tadeln ‚Sandra, du sitzt krumm, richte dich auf‘ oder ‚Tim, die Hüften weiter runter‘, könntest du ganz allgemein sagen ‚Das Wichtige an dieser Stellung ist, die Wirbelsäule gerade zu halten‘ oder ‚Mit jeder Ausatmung lassen wir dir Hüften noch etwas weiter nach unten sinken.‘ Deine Schüler werden sich selbst bei diesen Worten betrachten und ihre Stellung verbessern, wenn sie das können.

Wenn man natürlich jemanden über längere Zeit hinweg unterrichtet, wenn der andere dich speziell bittet, ihn zu verbessern oder wenn du einem Yogalehrer beibringst, wie man Übungen weiter intensiviert, kann es auch Sinn machen, den anderen direkt zu korrigieren – aber in einer normalen Yogastunde ist das nicht der Fall!

Außerdem noch die eine Sache, die ihr in keiner unserer Klassen jemals sehen werdet: dass wir jemanden körperlich in die richtige Position oder weiter in die Dehnung drücken! Wenn du das tust, glaubst du, dass du den Körper einer anderen Person besser kennst, als er selbst. Das Problem ist: du kannst dem anderen körperlichen Schaden zufügen, ihn ernsthaft verletzen! Selbst, wenn du Anatomie studiert hast, selbst, wenn du die medizinische Vorgeschichte des anderen im Kopf behältst, kannst du den anderen verletzen, indem du zu schnell, zu weit, zu fest drückst!

Zum Schluss weißt du auch nicht, wie angenehm deinen Schülern deine körperliche Nähe wirklich ist! Sie mögen es vielleicht nicht, wenn du so nahe bei ihnen stehst, auf sie runterschaust und sie dann auch noch anfasst! Vielleicht fragst du ja, aber vor den zehn anderen Schülern der Klasse ist dein Schüler vielleicht zu schüchtern, nein zu sagen – und kommt dann nächstes Mal einfach nicht mehr.

Ich glaube einfach, dass man im Unterricht niemanden berühren muss und würde empfehlen, auch die direkten, wörtlichen Korrekturen zu reduzieren. Sagt mir in den Kommentaren, was ihr macht!

Den Schulalltag interessant gestalten – Workshop für unsere Lehrer – 27 Sep 15

Heute früh haben wir uns von einer Gruppe sehr netter Menschen aus Delhi verabschiedet, die die letzten zwei Tage mit uns verbracht haben. Unsere Freundin Sharmila, die in Delhi im Bereich Bildung sehr aktiv ist, hat zusammen mit Ramona schon eine ganze Weile lang daran geplant. Vor zwei Tagen waren sie endlich hier und saßen sodann mit unseren Lehrern zusammen, die sich darauf freuten, etwas neues zu hören und zu lernen.

Die drei Workshop-Führer gehörten einer Gruppe an, die ‘Katha Manch’ heißt und sind auf Geschichten spezialisiert. Natürlich wurden es zwei Tage voller schöner Geschichten! Jeder Teilnehmer wurde dazu ermutigt, seine Lieblingsgeschichte zu erzählen, eine, mit der er sich verbunden fühlte und die er bereits aus seiner Kindheit kannte. Natürlich erzählten auch unsere Besucher aus Delhi ein paar Geschichten.

Wichtiger als die Geschichten selbst jedoch war die Art und Weise, wie sie erzählt wurden und die Wirkung, die die Geschichten auf jede Person im Raum hatten. Am praktischen Beispiel des Erzählens und Zuhörens der Geschichten wurde unseren Lehrern ganz deutlich gezeigt, wie sich jeder auf gewisse Weise mit einer Geschichte verbunden fühlen kann. Sie lernten, die Aufmerksamkeit der Kinder auf die Personen der Geschichte und ihre Handlungen zu lenken und dabei sicherzustellen, dass sie alle bei der Handlung mitdenken.

Mit Brainstorming in Gruppen dachten die Lehrer sich selbst unterschiedliche Aktivitäten aus, die sie mit in den Unterricht bringen konnten, um die Geschichte auf diese Weise mit ihrem Lehrplan zu verbinden. Theater spielen, Malen, kleine Spiele, wissenschaftliche Experimente und natürlich eine Möglichkeit für die Kinder, ihrer Fantasie freien Raum zu lassen können alle möglichen Fächer interessanter machen, sei das nun Mathematik, Sprachen oder Naturwissenschaften!

Was Ramona besonders wichtig fand, war, dass diese Geschichten Stereotypen in den Köpfen der Kinder verändern können, wenn zum Beispiel eine Frau schwere Steine aus dem Weg drückt oder der Familienvater derjenige ist, der daheim Tee macht. Man kann zeigen, dass sogar die ‚schlechten‘ Figuren in Geschichten einfach nur Menschen sind, die Fehler machen und man kann betonen, dass eine Geschichte nicht einmal eine bestimmte Moral haben muss – sie kann einfach nur ein Ereignis darstellen, dass dann besprochen werden kann. Wir haben unterschiedliche Meinungen – und Kinder können lernen, sie auszudrücken und zu akzeptieren, dass es nicht immer nur einen ‚richtigen Weg‘ gibt.

So kommt es, dass wir zwei volle Tage hatten und unsere Lehrer eine ganze Menge neuer Ideen bekommen haben, wie man einen Schultag interessanter und bunter gestalten kann, indem sie Geschichten in ihren Unterricht einbauen.

Neben dem offiziellen Programm war es schön und erfrischend, neue Freunde zu treffen, über Erlebnisse in der Schule zu sprechen und natürlich zusammen zu essen.

Plan für eine Yogalehrerausbildung an der Universität – aber wer ist der Yogalehrer? – 18 Nov 12

Das Jahr 2005 begann so, wie das Jahr 2004 geendet hatte – mit Besuchern im Ashram. Ich hatte auch Besuch aus Köln, wo ich 2004 das erste Mal gewesen war und nach einigen Gesprächen und Ideen, bahnte sich ein Plan für eine großartige Zukunft an.

Als ich in Köln gewesen war, hatte meine Gastgeberin in der Kölner Universität einen Vortrag organisiert und 70 oder 80 Studenten und andere Leute waren gekommen, um ihn sich anzuhören. Diese Gastgeberin, eine Yogalehrerin, war nun im Ashram und hatte den Wunsch, etwas mehr über Yoga und besonders über die Schriften zu lernen. Eines Tages begann sie, über ein Projekt zu sprechen, das wir gemeinsam beginnen könnten: eine Yogalehrerausbildung zu geben. Die Universität hatte sie darauf angesprochen, ob sie nicht eine solche Ausbildung machen wollte und sie war wohl interessiert, sagte aber, sie könne das nicht alleine anbieten. Nach meinem Vortrag dort war sie zu der Überzeugung gelangt, dass die Universitätsverwaltung und auch die Schüler froh wären, mich als Lehrer dort zu haben. Was würde ich denn von dem Angebot halten?

Es gab mehrere Aspekte, über die nachgedacht werden mussten. Die ersten Gefühle waren natürlich Enthusiasmus und Freude. Das ist nunmal meine Natur. Immer, wenn ich eine neue Idee habe oder mit einer neuen Idee konfrontiert werde, sehe ich es zunächst gerne einmal in positivem Licht und überlege, was davon Gutes kommen könnte. Wenn mehr Menschen mehr über Yoga erfahren, die körperliche Übung und auch die Philosophie, ist es gut für sie und auch gut für die Welt. Ich hätte dann auch regelmäßig etwas in Deutschland zu tun, einem Land, das ich wirklich mochte und wo ich bereits viele Freunde gefunden hatte.

Ich sah mich jedoch nicht selbst als Yogalehrer. Yoga war nicht das Problem! Ich hatte genug Vorträge über alle möglichen Schriften gehalten und hatte die yogischen Schriften mit der gleichen Intensität studiert, mit der ich die religiösen Schriften studiert hatte. Ich hatte auch die Yogastellungen über lange Zeiträume hinweg geübt und Workshops für Hatha Yoga, die Körperübungen, gegeben. Natürlich hatte ich gerade erst eine Operation hinter mir und es würde vielleicht eine Weile dauern, bis ich wieder ich wieder so in Yoga-Übung war wie zuvor, aber da machte ich mir keine Sorgen darum – mein Knee erholte sich recht gut und ich wusste, dass ich nicht allzu viele Probleme damit haben würde. Nein, es war nicht das Yoga, es war der Gedanke daran, ein Lehrer zu sein, der mir zu schaffen machte. Ich war kein Yogalehrer, ich war Yogi.

Ich hatte mich selbst nie als Lehrer gesehen und tue das bis heute nicht. Für mich selbst war ich immer jemand, der immer noch selbst lernt – und nicht jemand, der andere untterichten könnte. Ich habe mich nie in diesem Licht gesehen und ich wollte auch nicht, dass andere das taten. Diese Besorgnis sprach ich aus und dachte eine Weile lang darüber nach. Unsere Freundin sagte, dass das kein Problem sein sollte, da ich besonders mit meinem Wissen über Schriften eher als Gastredner auftreten würde. Als wir jedoch über die Asanas, die Yogaübungen sprachen, dachte ich, ich hätte endlich die Lösung gefunden: Yashendu, mein jüngerer Bruder, war gut in Asana-Übung. Er konnte der Yogalehrer sein und während ich mich um die Philosophie kümmern würde, wäre er verantwortlich für den körperlichen Unterricht.

Wir alle liebten die Idee und fingen gleich mit dem Planen an. Wir beschlossen, das Training über zwei Jahre anzubieten und ungefähr ein Wochenende pro Monat zu unterrichten, hin und wieder mit einer Intensiv-Woche Yoga in Deutschland und sogar einer zweiwöchigen Praxis-Zeit im Ashram in Indien. Ja, so wollten wir den angehenden Lehrern eine Grundlage dafür geben, die Vorteile des Yoga zu verbreiten.

Gewalttätige Lehrer erzählen vom gewaltlosen Gandhi – körperliche Bestrafung in indischen Schulen – 3 Oct 12

Gestern, an Mahatma Gandhi’s Geburtstag, habe ich kurz seinen gewaltfreien Weg erwähnt, mit dem er eine Veränderung eingeleitet hat. Leider hat Gandhis Vorstellung einer Veränderung ohne Gewalt die indischen Schulen noch nicht erreicht.

In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Vor Kurzem zeigte ein Bericht, dass 99% der indischen Schulen immer noch körperliche Bestrafungen anwenden. Eine sehr verbreitete Meinung bei Lehrern und auch Eltern ist, dass das für Kinder notwendig ist, um sich in der Schule zu verbessern und vor allem dafür, dass sie Anstand und Disziplin lernen. Die Folge soll, in der Theorie, sein, dass die Kinder, sobald sie erwachsen sind, ihren Lehrern dafür danken, dass sie sie geschlagen haben, weil sie dann schließlich in der Schule lernten.

Das wahre Ergebnis sieht jedoch anders aus: wenn man nur eine der Zeitungen von letzter Woche hernimmt, kann man lesen, dass ein Lehrer in Kashmir, in Nordindien, einen Schüler der 9. Klasse in den Bauch geschlagen hat. Der Junge liegt nun mit einem Nierenschaden im Krankenhaus. In einer anderen Zeitung liest man von einem Schüler der 10. Klasse in Haryana, der die Antwort auf eine Frage nicht wusste. Der Lehrer gab ihm 40 Schläge mit dem Stock. Und wieder ist das Kind im Krankenhaus und der Lehrer ist auf der Flucht.

In Indien passieren solche Dinge die ganze Zeit. Lehrer schlagen Kinder, ein Lehrer macht mit einer Klinge Einschnitte in Kinderohren, Kinder kommen mit blauen Flecken und Verletzungen nach Hause, müssen ins Krankenhaus und sterben manchmal sogar an den Folgen. Es gibt ein Gesetz gegen körperliche Bestrafung – doch das wurde offensichtlich noch nicht durchgesetzt.

Wie ich schon zuvor in meinem Blog erzählt habe, habe ich persönlich in der Schule körperliche Bestrafung erlebt und ich erinnere mich an mehrere Lehrer, die einfach nur Freude daran hatten, Kinder zu schlagen und nach einer Entschuldigung suchten, sie bestrafen zu können. Ich bin immer noch wütend und kann ganz klar sagen, dass ich noch nie dafür dankbar war. Nicht damals und auch nicht heute.

Das hört jedoch nicht beim Schlagen der Kinder auf. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Lehrer diese Ausrede verwenden, um Mädchen zu berühren. Heute würde ich das sexuelle Belästigung nennen und vielleicht gibt das einigen kranken Leuten sexuelle Befriedigung. Lasst mich eine solche Szene beschreiben. Wir saßen zum Lernen auf dem Boden, der Lehrer neben einem der Mädchen. Wenn das Mädchen einen Fehler machte, zwickte der Lehrer das Mädchen so fest in den Oberschenkel, dass sie aufschrie. Und das war keien einmalige Angelegenheit! Immer, wenn ich heute an diese Szene denke, hasse ich die Erinnerung und wünschte, ich hätte damals etwas dagegen unternommen. Aber ich war auch nur ein Kind.

Nein, körperliche Bestrafung muss aufhören, das steht außer Frage. Es ist nie richtig, Kindern gegenüber gewalttätig zu werden. Sie sind klein und schwächer als du, also schlägst du sie, weil sie nicht zurückschlagen können. Du machst ihnen Angst vor dir, dem Größeren. Ich glaube jedoch, dass Schläge Kinder noch furchtloser werden lassen. Sie akzeptieren es und denken einfach nur ‚Was kann sonst noch passieren? Dann bekomme ich eben noch ein- oder zweimal Schläge.‘ Das war genau die Einstellung der Kinder in meiner Schule, die oft geschlagen wurden!

Solche veralteten und barbarischen Handlungen sind in der heutigen Gesellschaft fehl am Platz. Darum wurde in so vielen Ländern der Welt die körperliche Bestrafung verboten und es gibt neue Ansätze, wie man Kinder in einer gewaltfreien Atmosphäre unterrichtet. Solche Länder haben einen sehr guten Bildungsstandard, ohne dass ein einziges Kind geschlagen wird! Doch in unserem Land, dem Land von Mahatma Gandhi, den die Welt als Beispiel der Gewaltlosigkeit sieht, ist dieses Gesetz wertlos, es wird einfach nicht durchgesetzt.

Wir sind jedoch positive, dass sich etwas ändern wird und wir arbeiten aktiv daran, diese Veränderung herbei zu führen! In unserer Grundschule haben wir das Gesetz durchgesetzt und unseren Lehrern beigebracht, wie man ohne körperliche Bestrafung unterrichtet. In den vergangenen fünf Jahren mussten wir aus diesem Grund drei Lehrer feuern. Es gibt andere Wege, Kindern zu zeigen, dass sie etwas falsch machen, ohne sie dazu zu bringen, die Schule zu hassen. Ich glaube, dass Kinder gerne zur Schule gehen sollten und wir haben einen solchen Ort und eine solche Atmosphäre geschaffen, so dass die Kinder jeden Tag gerne kommen. Ohne Gewalt.

Schüler zu sein ist besser als Anhänger zu sein – 16 Jun 11

Gestern habe ich den letzten der 10 Arten von Anhängern beschrieben, über die ich in den letzten Wochen geschrieben habe. Das waren die zehn Arten:

  1. Blinde Anhänger
  2. Intellektuelle Anhänger
  3. Stolze Anhänger
  4. Geheime oder sich schämende Anhänger
  5. Bestochene oder bezahlte Anhänger
  6. Strenge Anhänger
  7. Flexible Anhänger
  8. Massen-Anhänger
  9. Persönliche Anhänger
  10. Berühmte Anhänger

Ich habe in meinem Leben viele Anhänger gesehen, während meiner Zeit als Guru und auch auf meinen Reisen im Westen. So konnte ich sie auch in diese Arten einteilen. Nicht jeder von ihnen passt in eine bestimmte Kategories, viele von ihnen gehören zu mehreren Tyoen gleichzeitig.

Wenn ich heutzutage Anhänger treffe, bleiben sie meist nicht allzu lange mit mir in Kontakt. Der Grund hierfür ist, dass sie üblicherweise nach einem Guru suchen und ich einfach kein Guru oder Meister bin. Viele gehen weg, weil sie das erkennen und andere versuchen, in der Nähe zu bleiben, versuchen, auf irgendeine Weise meine Anhänger zu werden, ohne dass mir das etwas ausmacht und entwickeln wirklich etwas Nähe. Ich versuche immer, sie die Erfahrung machen zu lassen, dass sie ihre eigenen Gurus sind.

Ich mag das Wort ‚Anhänger‘ nicht wirklich. Ich finde, es ist gut, wenn man von jemandem etwas lernt, wenn man ein Schüler ist und weiterhin lernt. Guru bedeutet im Grunde einfach nur Lehrer. Wenn du also das Bedürfnis nach einem Lehrer, einem Guru hast, warum nennst du dich nicht einfach Schüler? Meiner Meinung nach ist es besser, ein Schüler zu sein, begierig nach mehr Wissen, enthusiastisch und mit dem Wunsch mehr Wissen und Erfahrung zu bekommen, als ein Anhänger zu sein, der nur blind wie ein Schaf hinterherläuft.

Viele Gurus sind gute Lehrer und man kann von ihnen lernen. Erkläre sie nicht als heilig und sie sie nicht als Götter. Sie sind Menschen und machen ihre Fehler. Verehre sie nicht. Gib ihnen Respekt als Personen, die etwas Wissen oder Weisheit haben, die sie mit dir teilen.

Behalte eine realistische Sicht, gehe tiefer als das, was auf der Oberfläche zu sehen ist und sieh hin, wer diese Person ist. Werde nicht von einem Individuum abhängig und lass dich nicht verwirren, wenn du von verschiedenen Gurus entgegengesetzte Aussagen hörst. Am Ende musst du sehen, dass du in dir dein eigener Meister bist. Dort liegt die Wahrheit und dort fühlst du für jede Philosophie und Lehre, ob sie für dich richtig ist oder nicht.

Kastensystem und Armut Gründe für hohe Zahl der Analphabeten in Indien – 18 Feb 11

In meiner Aufzählung von Gründen für die hohe Zahl von Analphabeten in Indien, habe ich zwei der Haupt-Faktoren noch nicht genannt: das Kastensystem und die Armut.

Ich habe schon viel über das Kastensystem geschrieben, das in der Gesellschaft immer noch vorherrscht und wie viele Menschen auch heute noch diskriminiert werden, einfach nur, weil sie in eine bestimmte gesellschaftliche Stellung geboren wurden, die sie für andere ‚unberührbar‘ macht. Natürlich schafft das auch in den Schulen Probleme.

Wenn Eltern aus den niedrigsten Kasten ihre Kinder einschulen lassen wollen, kann es passieren, dass der Lehrer, Schuldirektor oder Angestellte, der dafür verantwortlich ist, sie fragt ‚Warum wollt ihr eure Kinder zur Schule schicken? Das macht keinen Sinn!‘ und oft wird ihnen das Recht, ihre Kinder zur Schule zu schicken,einfach verweigert. Besonders in Schulen, die von Privatpersonen geführt werden, haben Menschen aus niedrigen Kasten mit diesem Problem zu kämpfen. Und Zulassung in Staats-Schulen ist oft einfach wertlos. Lehrer kommen nicht und geben keinen Unterricht oder das Schulgebäude wird als Kuhstall oder Lagerhalle benutzt.

Selbst in Schulen, in denen Kinder niedriger Kasten eingeschult werden, findet oft viel Diskriminierung von Seiten der Mitschüler, Lehrer und sogar der Schulverwaltung statt. Es gibt Probleme in den Klassenräumen, während der Pausen und zur Mittagszeit, wenn Schüler höherer Kasten sich weigern, Essen zu essen, das von Köchen niedriger Kasten zubereitet werden oder nicht mit ihren Mitschülern aus niedrigen Kasten essen wollen. Das kann einem Kind wirklich die Freude an der Schule verderben, oder?

Nicht nur Schüler, auch Lehrer werden in Schulen der Diskriminierung ausgesetzt. Unten seht ihr ein Video über eine Lehrerin, die der unberührbaren Kaste angehört. Sie unterrichtet in einer Grundschule und bekommt dort als einzige Lehrerin keinen Stuhl um sich im Klassenzimmer hinzusetzen. Sonst könnte kein anderer Lehrer sich mehr auf diesen Stuhl setzen, weil sie, die unberührbare Frau, darauf gesessen war. Entweder steht sie den ganzen Tag oder setzt sich mit den Kindern auf den Boden. Warum würde irgendjemand aus dieser Kaste Lehrer werden wollen und was sollen diese Kinder für ihr Leben lernen?

Selbst wenn es eine Schule gibt, in der es kein Problem mit den Kasten gibt, stehen arme Familien aller Kasten vor einem anderen Problem: wie sollen sie die Schulgebühren, Schulbücher und die Schuluniformen bezahlen? Da ist wieder das Problem der Armut. Doch wie sollen die Menschen ihrer Armut entkommen, wenn sie nicht zur Schule gehen, lernen und eine bessere Arbeitsstelle bekommen können? Oder wie sollten sie lernen, wie sie den landwirtschaftlichen Anbau effizienter gestalten können und die Qualität der Produkte, die sie verkaufen oder produzieren verbessern können?

Als die Regierung ihre Kampagnen zur Verbesserung der Bildung in Indien begann, nannten sie als Ziel, in jedem Quadratkilometer sollte es mindestens eine Schule geben. Das scheint nicht ganz funktioniert zu haben. Ich weiß, es wird schon besser und in den letzten zehn Jahren hat sich viel getan. Es sind mehr Schulen gebaut worden und die Alphabetisierungsrate Indiens ist gestiegen, obwohl die Bevölkerung gleichzeitig so viel größer geworden ist, dass wir immer noch eine größere Anzahl Analphaten haben als zuvor.

Eine interessante Statistik hat jedoch gezeigt, dass es in einem Umkreis von 10 Quadratkilometern immer mehr religiöse Orte und Tempel gibt als Schulen. Wenn es zwei Schulen gibt, gibt es 14 religiöse Orte, die wahrscheinlich auch häufiger besucht werden. Was bedeutet das? Halten die Menschen Religion immer noch für wichtiger als Bildung? Wie ich immer sage, es müssen mehr Schulen als Tempel gebaut werden!

Mehr zur Alphabetisierungsrate in Indien

Grausamer Lehrer ritzt Ohren von Schülern mit Rasierklinge an – 17 Feb 11

Gestern erwähnte ich bereits, dass manche Regierungsbeamte und sogar Lehrer nicht dran interessiert sind, den Schülern der nächsten Generation wirklich etwas beizubringen. Es gibt viel Korruption und ich denke oft, dass Lehrer diese Arbeit tun wie jede andere, nur aus einem Grund: um Geld zu verdienen. Als Lehrer sollte man jedoch ein Herz für Kinder haben, man sollte den Wunsch haben, ihnen durch Bildung eine gute Zukunft zu geben. Viele Lehrer hegen diesen Wunsch leider nicht.

Vor zwei Tagen sahen wir im Fernsehen schockierende Nachrichten. Ein Lehrer der ‚Police Modern School‘ in Haridwar hat die Ohren von etwa 40 Schulkinder mit einer Rasierklinge angeritzt. Der Lehrer unterrichtete Kinder der 3. und 4. Klasse. Sie spielten anstatt ihm zuzuhören und hatten ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Also nahm er eine Rasierklinge und schnitt ihnen in die Rückseite der Ohren.

Die Schulverwaltung hat bis jetzt noch keine Maßnahmen ergriffen, doch nachdem in den Medien darüber berichtet wurde, wird die Polizei jetzt weiter ermitteln.

Wenn ich diese Bilder sehe, tut es mir im Herzen weh. Wie viele Male habe ich über körperliche Bestrafung geschrieben, über die Schläge, die Ohrfeigen und die Erniedrigung, die in indischen Schulen täglich geschieht? Wie kann jemand zu kleinen Kindern so grausam sein? Nicht aus dem Zorn des Augenblicks, sondern mit voller Berechnung machte er Schnitte in die Ohren von nicht nur einem, nein, von 40 Kindern! Ist das ein Lehrer oder ein Folterknecht? Solche brutale und berechnende Handlung, die Narben fürs Leben hinterlässt und das nicht nur körperlich. Diese Art von Menschen schert sich nicht das Mindeste um dieses Kind, seine Gefühle, seine Ängste und seinen Schmerz. Er sollte festgenommen werden und ich hoffe, das wird das Ergebnis der Polizei-Ermittlungen, so dass es für andere Lehrer ein abschreckendes Beispiel wird.

Jetzt stell dir einmal vor, selbst wenn du jede mögliche Unterstützung bekommst und keinen einzigen Penny zahlen musst, um zur Schule gehen zu können, würdest du zur Schule gehen, wenn dein Lehrer dir androht, deine Ohren aufzuschlitzen? Warum würde wirklich irgendjemand zur Schule gehen, nur um dort geschlagen und angeschrien zu werden und seine Ohren und andere Körperteile mit Rasierklingen aufgeschlitzt zu bekommen? Wenn ein Kind einmal sieht, wie ein Lehrer jemanden auf solch grausame Weise bestraft, bekommt es es natürlich mit der Angst, dass der Lehrer ihm auch wehtut.

Was meinst du, wie viele Kinder nicht mehr zur Schule gehen, weil sie sich vor einer solchen Strafe fürchten? Körperliche Bestrafung muss auch gestoppt werden, um die Alphabetisierungsrate in Indien zu erhöhen. Schulen wie unsere, in denen die Schulleitung darauf achtet, dass kein Kind geschlagen oder misshandelt wird, sind selten. Es gibt bereits Gesetze gegen die körperliche Bestrafung, aber es scheint, als wäre es der Regierung nicht wichtig genug, als dass sie es wirklich auch durchsetzen würden. Bis es ihnen wichtig genug ist, wird es hier in Indien überall um uns herum so weitergehen wie zuvor.

Im unteren Video seht ihr die Kinder, ihre Ohren und den Lehrer, der sie angeritzt hat. Selbst wenn ihr die Sprache nicht versteht, erzählen die Bilder die ganze Geschichte.

Emotionale Verbindung zu Kindern durch körperliche Nähe – 17 Jan 11

In der letzten Woche habe ich über Kindererziehung und das Großziehen von Teenagern geschrieben und ich habe viel Feedback bekommen, da es natürlich ein Thema ist, zu dem jede Mutter und jeder Vater etwas zu sagen haben. Ich mochte das Feedback eines meiner Freunde auf Facebook, Annan Boodram. Er sagte: “Aus Erfahrung kann ich sagen, Swami Ji, dass der erste Schritt eine emotionale Verbindung ist. Sobald diese Verbindung hergestellt ist, beginnst du, ihr Vertrauen zu erwecken und dann machen sie dich zu ihrem Vertrauten.”

Ich stimme diesen Worten vollkommen zu und glaube, dass eine emotionale Verbindung in jeder Beziehung bestehen muss. Besonders mit Kindern stellt man diese emotionale Verbindung leicht her, da sie die Sprache der Emotionen besser verstehen, als die Sprache des Intellekt. Wenn du intelligent mit ihnen sprichst und Definitionen und Fakten anführt, verstehen sie dich nicht. Wenn du mit Liebe und Fröhlichkeit eine Hand ausstreckst, baust du eine emotionale Brücke zwischen dir und ihnen.

Die Grundlage, um diese emotionale Verbindung herzustellen, ist jedoch körperliche Nähe. Für jegliche emotionale Verbindung, das kann ich nur immer wieder wiederholen, muss man sich körperlich nahe sein. Und dann ist es egal, ob dieses Kind dein eigenes ist oder das Kind einer anderen Person, durch körperlicher Nähe schafft man eine emotionale Verbindung und empfindet Liebe und Vertrauen füreinander.

Wir erleben das hier oft mit Kindern, die in den Ashram kommen und länger bleiben. Zudem glaube ich, dass jeder Kindergarten- und Grundschullehrer diese Theorie bestätigen kann. Du verbringst viel Zeit mit einer Gruppe von Kindern, du spielst mit ihnen, du unterrichtest sie und manchmal musst du auch ernst sein und sie schimpfen. Nach einem Jahr erkennst du jedoch, dass du zu diesen Kindern, die du vor einem Jahr noch nicht einmal kanntest, ein persönliches Band entwickelt hast. Du verbringst fast jeden Tag mehrere Stunden mit ihnen und hast so eine emotionale Verbindung. Sie entwickeln Vertrauen in dich und viele frühe Schullehrer und Kindergartenbetreuer und Erzieher werden ein ganzes Leben lang in Erinnerung behalten.