Keine Schuldgefühle sondern Spaß am Sex – auch bei Gesprächen hinterher! – 27 Sep 16

Als ich gestern über Schuldgefühle in Sachen Sex sprach, musste ich an eine Dame denken, die für eine Beratungssitzung zu mir gekommen war, weil sie dieses Problem sehr stark hatte: sie war in einer katholischen Familie von einer sehr gläubigen Mutter aufgezogen worden, die nie mit ihr über körperliche Liebe sprach. Auf diese Weise lieben es alle Religionen, Sexualität zu unterdrücken… doch du kannst das überwinden!

Die Frau, die zu mir gekommen war, beschrieb, wie schwierig diese Einstellung ihrer Elter für sie war, als sie Teenager war. Es war, als wären die Bedürfnisse, die sie verspürte, vom Teufel geschickt und müssten unterdrückt oder sogar irgendwie geheilt werden. Sie fühlte sich schuldig, wenn sie selbst merkte, dass sie einen Jungen oder Mann ansah oder gar jemanden des anderen Geschlechts attraktiv fand! Sie fühlte sich schrecklich, weil sie es tatsächlich gewagt hatte, auf einer Party einen Jungen ihres Alters zu küssen – als sie siebzehn war!

Sie zog aus, begann zu arbeiten und verhalf sich selbst langsam zu einer neuen Einstellung. Einfluss von Außen und natürlich die Entfernung zu ihrer Mutter bedeuteten, dass sie sich frei fühlte von der Last der Erwartungen, sie würde ein sündenfreies Leben führen! Sie gründete schließlich ihre eigene Familie – doch durch ihre Ehe hindurch verspürte sie die Folgen ihres Aufbringens: sie fühlte sich immer noch schuldig deswegen, weil sie Sex hatte! Sie sprach nie mit jemandem über ihr Intimleben und wenn jemand einen solchen Witz machte, wurde sie rot und fand sich selbst unfähig zu antworten!

Es ist, als tätest du etwas Illegales, während jeder andere dir sagt, dass es vollkommen legal ist! Es ist, als hättest du Angst, dass es eines Tages Folgen für all die Sünden gäbe, die du da begehst! Und das alles kommt daher, dass dir erzählt würde, dass Sex eine Sünde ist. Eine Idee, die von der Religion kommt.

Du kannst dich von diesem Dilemma befreien! Es bedarf Zeit und einer andauernden Bemühung, an sich selbst zu arbeiten, aber du kannst es schaffen! Der erste Schritt ist zu erkennen, dass du solche Gefühle hast. Der nächste ist die Leute zu erkennen, die solche Emotionen unterstützen. Wenn du einmal so weit gekommen bist, bist du bereit zum Handeln: immer, wenn du merkst, dass du aufgrund deines Sexlebens Schuldgefühle hast, entspanne dich, lehn dich zurück und erkläre dir selbst, dass du niemandem wehtust. Im Gegenteil, du schenkst deinem Partner und dazu noch dir selbst Liebe.

Wenn du in der Gesellschaft von Leuten bist, von denen du weißt, dass sie dir Schuldgefühle bereiten, sei ehrlich und mutig. Ja, erzähle ihnen genau das, was du auch dir selbst sagst: an Sex ist nichts falsch! Es geht um Liebe, es ist schön, es gibt jedem ein gutes Gefühl. Sex ist nichts Schmutziges, es ist wundervoll!

Wenn du nicht so weit gehen kannst, wiederhole es in dir und lächle – lass sie sich wundern! Lass all das nicht deinen Spaß ruinieren und bemühe dich weiterhin, dich von Anfang an nicht schuldig zu fühlen!

Das große Tabuthema Sex – immer noch Schuldgefühle für Menschen auf der ganzen Welt! – 26 Sep 16

Ich habe gestern erwähnt, dass das Thema Sex in Indien immer noch ein großes Tabu ist. Selbst in einer Ehe sprechen die beiden Partner oft überhaupt nicht über Sex. Sie tun es, da es ein biologisches Bedürfnis und dazu noch ihre Pflicht ist, sich fortzusetzen. Sie genießen es auch – wer tut das nicht? Aber sie sprechen nicht darüber. Selbst im Westen jedoch habe ich mit vielen Leuten gesprochen, die unglaublich schüchtern sind und sogar Schuldgefühle haben, wenn es um Sex geht!

Ich habe im Laufe der Jahre vielen Leuten in Beratungssitzungen geholfen und natürlich kamen da oft Themen auf, deren Ursprung in der Unterdrückung der Sexualität lag. Diese Unterdrückung ist nicht nur körperlich, sondern geschieht zuerst in den Köpfen der Menschen! Die grundlegende Idee, dass Sex etwas moralisch verwerfliches sein könnte, ist das Problem.

Da kann man sehen, wie Jahrhunderte religiöser Einflüsse und seltsamer moralischer Vorgaben auch heute in modernen Zeiten noch ihre Auswirkung haben! Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon jemandem gesagt habe, er solle sich nicht schuldig fühlen, weil er Sex hatte! Nur die Schwelle, ab der sie begannen, sich so zu fühlen, war unterschiedlich. Es gab einige, die sich schuldig fühlten, weil sie jede Menge One-Night-Stands hatten und mit Leuten sexuell aktiv waren, die sie nicht kannten. Andere fühlten sich schuldig, weil sie sexuelle Fantasien auslebten, die ‚außerhalb der Norm‘ waren – was auch immer sie für die Norm hielten. Dann gab es diejenigen, die sich schuldig fühlten, weil sie Sex mit einem Partner hatten, mit dem sie nicht verheiratet waren. Ihnen war beigebracht worden, nur Sex zu haben, wenn sie verheiratet sind. Und dann gab es diejenigen, die sich seltsamerweise schuldig fühlten, wenn sie Sex mit ihrem Ehepartner hatten. Ja, weil sie es genossen, ihnen aber gesagt worden war, dass sie es nicht genießen dürften.

Nun kannst du selbst sehen und deine Schwelle wählen, doch meiner Meinung nach ist Sex nie etwas, wegen dem man sich schuldig fühlen sollte, solange man niemanden verletzt. Ich bin vollkommen gegen Betrug, sei das der eigene Partner oder der einer anderen Person, doch solange man nur den Sex genießt, mit seinem Partner oder einer anderen Person, die mit dir intim werden möchte, glaube ich, dass daran nichts falsch ist. In der Folge sind jegliche Schuldgefühle auch falsch!

Genieße dein Liebesleben, genieße den Sex, genieße es, jemandem körperlich nahe zu sein und denke an diese Erfahrungen mit Freude zurück – nicht mit Schuldgefühlen! Ruiniere deine Erinnerungen nicht mit diesem hässlichen Gefühl, dass dir gar nichts bringt! Liebe das Leben und damit auch all seine körperlichen Aspekte!

Warum man nicht versuchen sollte, perfekt zu sein – 24 Feb 16

Gestern habe ich über die kleinen Urteile geschrieben, die insbesondere Eltern von ihrem Außen oft zu hören oder spüren bekommen. Und der Grund warum ein solches Urteil einen oft länger nicht in Ruhe lässt als es sollte ist einfach: du willst perfekt sein!

Ja, ein Streben nach Perfektion macht dich unglücklich. Das magst du schon erraten haben. Warum? Weil du dieses Ziel nie erreichen kannst! Niemand ist perfekt, wir alle machen Fehler und je leichter du das akzeptierst, desto glücklicher wirst du!

Für viele Leute ist jedoch das Problem, dass sie diesen Wunsch perfekt zu sein sehr stark verspüren. Sie wollen keinen Fehler machen und so versuchen sie angestrengt, alles richtig zu machen. Wenn sie einen Fehler machen, machen sie sich selbst deswegen verrückt. Die Neigung, sich Gedanken darüber zu machen, was andere Leute denken, macht das nur noch schlimmer. Ein Fehler zeigt, dass du falsch liegst und daran bleibst du dann hängen. Das bleibt dir im Kopf, du versuchst Erklärungen und Ausreden zu finden, du versuchst den Fehler zu verstecken, so dass niemand davon erfährt – kurz, du willst einfach niemanden sehen lassen, dass du nicht perfekt bist. Vielleicht schaffst du es sogar, dich selbst davon zu überzeugen, dass es kein echter Fehler war, dass du eigentlich doch perfekt bist und es der Fehler einer anderen Person ist!

Ein weiteres Problem ist, dass es nicht immer richtig oder falsch ist! Für einige Leute mag eine Sache richtig sein, während andere Leute das Gleiche für eine ganz andere Sache gilt. Wenn du also versuchst, für deine Umgebung perfekt zu sein, musst du dich ständig verändern, weil die Leute um dich herum unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was perfekt ist!

Für alle, die perfekt sein wollen, gibt es eine große Lektion: wir lernen von unseren Fehlern! Ja, es ist gut, Fehler zu machen, weil sie dir für die Zukunft beibringen, was du tun solltest und was nicht. Du kannst wegen deinem Fehler Schuldgefühle haben und wochen- oder monatelang darüber nachdenken oder du kannst akzeptieren, dass es ein Fehler war und etwas ändern!

Ich kann dir eines versprechen: andere erinnern sich an deinen Fehler nicht einmal halb so lang wie du! Sie vergessen es schneller als du, weil es nicht so wichtig ist, wie du denkst. Wenn du das Gefühl hast, dass jemand wegen einer kleinen Sache über dich urteilt und du dir dann lange deswegen Gedanken machst, haben sie vielleicht bereits ihre Meinung geändert und das alles vergessen!

Versuche nicht, perfekt zu sein – du bist perfekt, so wie du bist, mit all deinen Fehlern!

Bitte fühle dich nicht schuldig dafür, dass du Spaß hast! – 5 Okt 15

Oftmals stammen die Ideen für meine Blogeinträge aus Unterhaltungen mit Leuten, die vor Problemen stehen, die andere Leute auch haben könnten. Das Gleiche gilt für den Fall, über den ich heute schreiben möchte: eine Besucherin im Ashram hatte in sich einen großen Konflikt bei der Entscheidung, wo sie als nächstes hinreisen möchte. Sie hatte Pläne, Möglichkeiten und Wünsche, wo sie hingehen wollte – aber wäre sie denn selbstsüchtig, wenn sie das tun würde?

Diese Frau war vom Wesen her sehr wohltätig und war in mehreren Organisationen aktiv. In ihrer Freizeit leistete sie freiwillige Arbeit, um armen Menschen zu helfen, sei das in ihrem eigenen Land oder in der dritten Welt, in Afrika oder Indien. Um Geld zu verdienen arbeitet sie in einer großen Firma und war sehr froh, dass sie nun sechs Wochen lang Urlaub bekommen hat, mehr als sie je zuvor hatte. Sie wollte reisen und mit eigenen Augen etwas von den Ländern sehen, in denen sie Projekte unterstützte. Sie hatte beschlossen, in Indien zu beginnen!

Für den Anfang verbrachte sie eine Woche mit uns, da sie Indien aus einer sicheren Umgebung heraus erst einmal kennen lernen wollte. Sie hatte keine festen Pläne gemacht außer für die letzten zwei Wochen, in denen sie für eine wohltätige Organisation in West Bengalen, die sie schon jahrelang unterstützte, freiwillige Arbeit leisten würde. Sie würde Kinder in einem Waisenheim unterrichten. Die Zeit dazwischen hatte sie frei und als sie hier war, konnte sie sich nicht entscheiden, wo sie hingehen sollte.

Sie liebte den Ozean und hatte viele Bilder von herrlichen indischen Stränden. Goa, Kerala – sie hatte eigentlich den Wunsch, dorthin zu gehen und am Strand unter den Palmen etwas zu entspannen. Gleichzeitig gab es die Möglichkeit, früher ins Waisenheim zu gehen oder sogar eine andere wohltätige Organisation zu besuchen, eine Schule für behinderte Kinder.

Sie war zwischen den Möglichkeiten hin- und hergerissen: sie wollte wirklich eine Auszeit nehmen und ihre Zeit am Strand genießen, hatte aber das Gefühl, dass das selbstsüchtig, ja sogar egoistisch wäre, wenn sie ihre Zeit und ihr Geld für ihr Vergnügen ausgeben würde, statt beides den wohltätigen Organisationen zukommen zu lassen!

Ich sagte ihr, sie solle das tun, was ihr Herz wirklich tun wolle. Geh an den Strand und entspanne dich, wenn du dich danach fühlst. Lass dieses seltsame Schuldgefühl dich nicht diktieren. Versteht mich nicht falsch – ich führe selbst eine wohltätige Organisation und Unterstützung ist immer willkommen – aber du bist auch selbst wichtig! Du hast hart für dieses Geld hart gearbeitet, du hast in deiner großen Firma viel Stress und nach dieser Zeit der Reisen gehst du da auch wieder hin. Du bist es wert, dass du auch etwas für dich tust!

Schließlich wirst du sowieso zwei Wochen damit verbringen, diese Kinder zu unterrichten! Es bedarf auch viel Energie und die kannst du nur geben, wenn du selbst entspannt bist! Wenn du überhaupt Energie hast, die du geben kannst!

Fühl dich nie dafür schuldig, dass du mehr hast als andere. Nur das macht es dir möglich zu geben – doch du musst auch auf dich selbst achten. Mach dich nicht unglücklich, um andere glücklich zu machen! So funktioniert das nicht!

Hilf dir selbst – warum du ohne Schuldgefühle masturbieren solltest! – 3 Jun 15

Vorgestern habe ich euch ein wenig von meiner Definition der Lust erzählt und warum ich Lust für etwas Gutes halte. Gestern konnte ich euch dann endlich erzählen, warum Pornos nicht die Anzahl der Vergewaltigungsvorfälle erhöht – für den Fall, dass sich das jemand gefragt hat. Es ging um Lust und Sex – aber heute möchte ich über einen anderen Weg der Befriedigung schreiben: Masturbation.

Ich habe einen Kommentar auf meine Ansichten bekommen, die ich gestern ausdrückte. Ich erwähnte, dass man immer die Möglichkeit hat, sich selbst zu helfen, um seiner Lust ein Ventil zu geben. Jemand antwortete: ‚Ich glaube nicht, dass sexuelle Gefühle falsch sind. Ich kann da zustimmen, sie sind natürlich – aber Selbstbefriedigung ist es nicht! Das ist vollkommen unnatürlich!

Leider ist das ein recht weit verbreiteter Irrglaube und das nicht nur in Indien. Es ist etwas, was man Teenagern erzählt, wenn sie zum ersten Mal sexuelle Bedürfnisse verspüren und ihren eigenen Körper entdecken wollen.

Jungs wird Angst eingejagt, sie würden jedes Mal, wenn sie ejakulieren, mit ihrem Samen auch ihre Lebensenergie verlieren. Das bedeutet, dass man mit jedem Mal masturbieren seine Lebenszeit etwas verkürzt. Masturbiere zu oft und du wirst kein langes Leben genießen. Andere Eltern erzählen, Selbstbefriedigung würde blind machen. Wer weiß, was solche Jungen denken, wenn sie blinde Menschen sehen! 🙂

Mädchen dürfen sich selbst ja sowieso nicht berühren. Ihnen wird oft eine sehr seltsame Beziehung zu ihrem eigenen Körper beigebracht. Während es ein Zeichen großer Männlichkeit ist, wenn ein Mann ein großes Verlangen verspürt, ist es für Frauen beschämend und voller Sünde. Jedes Gespräch rund um ihre Genitalien, auch wenn es um Menstruation geht, ist voller Scham- und Schuldgefühle – wie soll Masturbieren denn da akzeptiert werden? Wenn Frauen ihren Töchtern nicht einmal mehr zu Sex sagen, als dass sie ihren Mann ‚machen lassen‘ soll? Wenn Frauen keine Tampons verwenden oder keine vaginal einführbaren Tabletten nehmen wollen, weil sie sich nicht selbst berühren wollen oder Angst haben, ihre Jungfräulichkeit auf diese Weise zu verlieren?

Ich weiß also, es mag nicht viel helfen, aber vielleicht gibt es ein paar Menschen etwas zum Nachdenken, wenn ich hier schreibe: Masturbation ist eines der natürlichsten Dinge auf diesem Planeten! Wirklich, seht euch doch nur einmal die Tiere um euch herum an, sie tun es die ganze Zeit! Wir haben Affen im Garten, die ständig miteinander Sex haben, denen es aber auch nichts ausmacht, wenn kein anderer da ist – sie verschaffen sich einfach selbst Erleichterung!

Während ich zugebe, dass wir uns von den Affen ein klein wenig entscheiden – wenn auch nicht allzu sehr, wie es manchmal scheint – ist Selbstbefriedigung auch für Menschen völlig natürlich! Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass es kein medizinisches Problem ist, noch eines hervorruft, wenn du dir hin und wieder zu einem Orgasmus verhilfst. Du wirst nicht früher sterben und auch nicht erblinden. Im Gegenteil, sexuelle Erregung und ein Orgasmus durchspült deinen Körper mit jeder Menge guter Hormone, Endorphine und mehr, löst Anspannungen und lässt dich nicht nur entspannen. Du kannst dich besser konzentrieren und bist in allem glücklicher, da du ein grundlegendes Bedürfnis gestillt hast!

Und nur, dass du eines weißt: ganz egal, wie oft du mir erzählst, dass du es nie tust und auch noch nie getan hast, wir alle wissen es besser – jeder tut es und hat es getan! Nur die Stärke der Schuldgefühle unterscheidet sich da ganz gewaltig!

Wenn du natürlich beschließt, an einen Gott zu glauben, der dich dafür bestrafen würde, dass du es dir gut gehen lässt, so ist es deine Wahl. Fühle dich wie ein Sünder – aber ich sage dir, solltest du dich einfach dafür entscheiden, dass du nicht an diesen Kerl glaubst, kannst du ein glücklicheres Leben führen!

Ein Leben, in dem du die Dinge in die eigenen Hände nimmst – und das wörtlich!

Beschäftige deine Kinder ohne Fernseher – aber nicht, weil sie dir zur Last fallen! – 20 Apr 15

Heute möchte ich gerne ein bisschen über einen Werbespot schreiben, der mir wieder einmal gezeigt hat, wie falsch die Einstellung mancher Menschen ihren Kindern gegenüber ist. Manchmal bekommt man das Gefühl, ihre Kinder wären ihnen eine Last!

Diese Gedanken begannen, als meine Frau mir eine Werbung zeigen kam. Sie hatte sie auf Facebook mehrere Male gesehen, jedoch noch nie darauf geklickt, weil die Überschrift für sie nicht interessant war: ‚Schon mal gedacht: „Wie krieg ich meine Kinder vom Fernseher weg?“ – und da Apra fast nie fernsieht und nur einige YouTube Videos ansieht, die wir für sie aussuchen, haben wir dieses Problem eigentlich nicht. Eines Tages wurde sie jedoch neugierig und sah sich das Werbevideo an.

Die Idee an sich war gut: eine Firma schickt jeden Monat eine Kiste mit Mal- und Bastelsachen sowie etwas zu lesen. Eine herrliche Geschäftsidee, die auch Eltern hilft, mit ihren Kindern kreativ zu werden. Das Produkt ist also meiner Meinung nach nichts Falsches. Die Art der Werbung dafür jedoch schon!

In diesem Video werfen eine gezeichnete Mutter und ihr Mann einen Blick auf ihr Kind, das fernsieht und ein Text sagt ‚Ihr wolltet sie schon immer vom Fernseher wegbekommen…‘ doch als die Mutter vorschlägt ‚Willst du ihn mit rausnehmen und spielen?‘, rennt der Vater zur Arbeit davon und sagt ‚Ich habe keine Zeit!‘ und die Mutter, in Meditationsstellung, antwortet ‚Ich auch nicht‘. Nach einigen wissenschaftlichen Studienergebnissen und Beweisen, dass Fernsehen für Kinder schlecht ist, ist da die Lösung – diese Kiste – und daraufhin sieht man noch, wie die Mutter glücklich meditiert und der Vater schläft.

Das Problem, das sie also lösen wollen, ist offensichtlich nicht, dass die Kinder fernsehen, sondern, dass die Eltern Zeit für sich haben wollen! Sie wissen, dass das Fernsehen nicht gut ist, aber oh, sie haben keine Zeit, um mit ihrem Kind zu spielen! Und hier ist die perfekte Lösung: ihr bekommt eine Kiste voller Spielsachen, die euer Kind beschäftigt halten, so dass ihr Zeit für euch habt!

Nein, so soll das Eltern-Dasein nicht aussehen! Wenn man ein Kind hat, hat man Verantwortung! Du weißt das – sonst hättest du keine Schuldgefühle, wenn ein Video dir sagt, dass ‚das Alter von 3 bis 7 für die Entwicklung des Gehirns äußerst wichtig‘ ist, dass ‚80% der Entwicklung des Gehirns vor dem fünften Lebensjahr stattfinden – nur bei Aktivität‘ und dass Kinder, die zu viel fernsehen, ‚wahrscheinlicher übergewichtig werden‘! Du weißt das alles und es gibt dir ein schlechtes Gefühl, wenn du dir die täglichen Aktivitäten deines Kindes ansiehst? Dann ändere etwas!

Ich sage ja nicht, dass du keine Zeit zum Meditieren oder Arbeiten haben solltest! Ich sage auch nicht, dass du jede Minute des Tages mit deinem Kind verbringen solltest! Aber wenn du bereits daran denkst, für eine monatliche Box voller Bastelsachen zu zahlen, dann setz dich doch auch bitte mit deinen Kindern hin und verwende diese Dinge mit ihnen! Es ist nicht nur Entwicklung des Gehirns und ein sinnvoller Zeitvertreib, sondern es stärkt auch das Band zwischen euch! Dein Kind lernt so viel mehr, wenn da ein liebevoller Mensch, eine echte Person neben ihm oder ihr sitzt!

Es ist traurig, dass solche Werbespots gemacht werden und dass sie für einige Leute auch zutreffen! Ich weiß, du liebst deine Kinder – jetzt sei nicht faul, steh auf und spiel mit ihnen! Sag nicht, du seist zu beschäftigt und machst das später – die besten Jahre sind schneller vorbei als du merken wirst!

Keine Schuldgefühle wegen unkonventioneller sexueller Fantasien! – 21 Dez 14

So, wie ich euch bereits von einigen Leuten erzählt habe, die 2007 in Australien für Einzelsitzungen zu mir gekommen waren, möchte ich gerne noch eine weitere erwähnen. Eine, die ich recht interessant war. Wie und warum? Das erzähle ich euch heute.

Diese Frau kam und erzählte mir, dass sie und ihr Freund seit einem Jahr zusammen sind. Alles war in Ordnung. Nein, besser als ‚in Ordnung‘ – alles lief wirklich herrlich. Außer einer Einzelheit: ihrem Sex.

Wenn jemand so beginnt, ist das für mich normalerweise ein Zeichen, dass diese Beziehung ernsthafte Probleme hat. Wenn es im intimen Liebesleben Probleme gibt, in der engsten Zeit, die zwei Menschen miteinander verbringen, kann das ein riesiges Problem sein. Doch als ich von der Wurzel des Problems erfuhr, konnte ich nicht anders als es in diesem Fall nicht wirklich für ein Problem zu halten.

Die Frau erzählte mir, dass ihr Freund nach vier oder fünf Monaten zu ihr sagte, er hätte ihr etwas über seine Vorlieben im Bett zu sagen. Bis dahin hatten sie Zeit gehabt, sich miteinander sehr gut vertraut zu machen, sie hatten miteinander geschlafen – und sie hatte es für ziemlich guten Sex gehalten. Aber er erklärte ihr, langsam und vorsichtig, dass er es auch ein bisschen anders gern mochte. Ein bisschen härter, mit Spielchen und so. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Schwierigkeiten es ihr bereitete, mir davon zu erzählen. Ihr Gesicht war tiefrot und sie versuchte, es so schnell wie möglich herauszubekommen: „Manchmal mag er es, wenn ich ihn, naja, haue und manchmal haut er auch mich gerne!“ Also machten sie praktisch Experimente mit ihrem Vorspiel und Liebesspiel, fesselten einander und hauten auch mal zu.

Zuerst dachte sie, ihr Freund sei etwas pervers, aber trotzdem ließ sie sich auf einige kleine Spiele ein – und Stück für Stück fand sie heraus, dass ihr gefiel, was er da machte! Manches mehr als anderes, aber sie sagte, der Sex sei sogar noch besser geworden! Der Beste, den sie jemals hatte!

Nachdem ich mir all das ganze angehört hatte, fragte ich sie „Was genau siehst du denn daran als Problem?“

Und ich fand heraus, dass sie Schuldgefühle hatte wegen der Art, auf der sie miteinander intim waren. Sie fühlte sich während dem Sex toll – aber danach fühlte sie sich schlecht, weil sie sich fragte, warum sie es genoss, den man, den sie liebte, zu fesseln, ob es sie nicht herabsetzte, wenn es ihr gefiel, dass er sie bei ihrem Liebesspiel herumkommandierte. Sie fügte schnell hinzu, dass sie beide nie wirklich fest zuschlugen und es war ihr wichtig, dass ich wusste, dass sie sich nicht von ihm zum Sex gezwungen fühlte, sondern wirklich auch selbst aktiv war. Aber genau das war das Problem für sie – wie konnte ihr das nur gefallen? War das nicht krank?

Ich sagte ihr, sie solle sich nicht so viele Gedanken machen. Wenn ihr nur spielt und eure Fantasien auslebt, den Körper des jeweils anderen genießt, so sehe ich daran nichts Falsches. Im Gegenteil, eigentlich ist das ein Zeichen einer gesunden Beziehung: wenn du deinem Partner von deinen tiefsten Wünschen und Fantasien erzählen kannst und er mit dir an diesen Ort gehen und sie mit dir genießen kann! Niemandem wird Schaden zugefügt, ihr zwei habt Spaß daran – warum also sollte man sich das mit Schuldgefühlen verderben?

Ich erzählte ihr, dass ich in Europa Erotikläden gesehen hatte, die Sexspielzeug verkauften, mit dem man sich solche Fantasien verwirklichen kann und ich dachte, dass sie diese sicher auch in Australien hatten. Natürlich war das, was sie in ihrem Schlafzimmer machten, das Geheimnis des Paares selbst, aber sie brauchte nicht meinen, dass sie da die einzigen seien.

Ich glaube, dass Menschen in Ländern wie Indien da mehr urteilen würden und es für seltsam halten würden, weil sie von so etwas noch nicht gehört oder gelesen haben.

Ich ermutigte sie dazu, den Sextrieb als natürlich anzusehen und aufzuhören, dagegen anzukämpfen. Sie kuschelten auch und liebten einander manchmal auch einfach nur im Bett ‚traditionell‘, wie sie sagte – also ist da kein Grund zu meinen, sie sei krank oder irgendwie falsch.

Wenn du dein Sexleben genießt und dein Partner auch, sehe ich nicht, warum du dich dafür schlecht fühlen solltest, dass ihr einander glücklich macht.

Sie ging, die Schultern gerade, ein Lächeln im Gesicht und mit viel größerem Selbstvertrauen, als das, was sie mit reingebracht hatte!

Und ich lächelte auch – ist es nicht herrlich, wie viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Vorlieben es hier auf dieser Welt gibt? Und sie alle finden eines Tages jemanden, den sie lieben können!

Vegetarier unter Fleischesser-Freunden – bloß keine Schuldgefühle! – 9 Dez 14

Gestern habe ich meine Abneigung gegenüber ‘Fleischersatz’ wie Tofu-Würsten und ähnlichem zum Ausdruck gebracht. Ich erwähnte, dass man, wenn man sich bewusst entschieden hat, Vegetarier zu sein, kein Bedauern und Verlangen nach Fleisch haben sollte. Ich bleibe bei dieser Ansicht und möchte noch hinzufügen, dass das auch dann noch wahr ist, wenn man mit Freunden in einem Restaurant sitzt und keine akzeptable vegetarische Option auf der Speisekarte findet! Fühl dich nicht schlecht oder sogar schuldig aufgrund deines Lebensstils!

Viele Vegetarier kennen dieses Gefühl: man geht mit Freunden aus zum Essen. Du öffnest die Speisekarte und das Einzige, was darin für dich essbar wäre, ist der Tomatensalat. Wenn du dazu noch keine Zwiebeln isst, wie ich, ist sogar das keine Möglichkeit. Kein einziges Gericht ohne totes Tier.

Was tun? Du kannst nun entweder den Tomatensalat bestellen und einen weiteren Snack daheim einplanen, um den Hunger zu stillen oder du kannst den Kellner nach vegetarischen Möglichkeiten fragen. Je nach der Person vor dir und der Flexibilität der Restaurant-Küche, kann das eine recht langwierige Diskussion werden. Es bringt dir unverständliche Blicke und vielleicht sogar dumme Bemerkungen ein. In der Zwischenzeit fühlst du dich immer unwohler, weil du dich fragst, ob deine Freunde wohl das Gefühl haben, dass du ein unnötiges Drama veranstaltest und ungeduldig werden, weil du nicht eine einfache Bestellung abgeben kannst.

Das Ergebnis: du fühlst dich schuldig und schlecht. Wenn dein Gericht dann kommt und sich herausstellt, dass sie nur den Speck aus der Soße herausgelesen haben und du die Reste noch siehst, wird es schlimmer. Solltest du dich beschweren und deine Freunde noch mehr peinlich berühren? Am Ende ist dein Abend bestimmt nicht so angenehm, wie du es gehofft hattest.

Ich will dir etwas sagen: du musst ein paar Entscheidungen treffen. Wenn du weißt, dass ihr zum Abendessen geht, sag deinen Freunden, dass du ein Restaurant brauchst, das vegetarische Optionen hat, sonst gehst du nicht mit. Da müssen sie sich nicht schlecht fühlen und du genauso wenig. Wenn ihr etwas zusammen unternehmen wollt – und eure Freundschaft sollte ja wohl wichtiger sein, als die Wahl des Restaurants – könnt ihr wohin gehen, wo du auch etwas zu essen bekommst! Schließlich ist vegetarische Ernährung heutzutage nichts so Seltsames mehr! Restaurants sollten auch diesem Bedürfnis entgegenkommen – und wenn sie das nicht tun, sollte man ihnen keine Geschäfte einbringen und ganz sicher nicht seine eigenen Entscheidungen dafür verantwortlich machen!

Eine weitere Möglichkeit ist, deine Freunde zu dir nach Hause einzuladen! Kocht etwas zusammen oder lade sie einfach ein, wenn du deine Lieblingsgerichte gekocht hast. Zeige ihnen, dass vegetarisches Essen lecker ist – vielleicht helfen sie ja dann bei der Suche nach einem guten Restaurant, das auch vegetarische Gerichte anbietet!

Glücklicherweise lebe ich in dem Land mit der niedrigsten Rate an Fleischkonsum der ganzen Welt – was bedeutet, dass es immer vegetarische Restaurants irgendwo in der Nähe gibt. Manchmal habe ich ein anderes Problem: ich esse weder Zwiebeln noch Knoblauch. Aber ich habe viel Erfahrung mit der Essensfrage – und ich denke, morgen werde ich noch mehr über meine persönlichen Erfahrungen schreiben.

‘Let’s talk about Sex’ heißt nicht ‘Lass uns Pornos schauen’! – 7 Aug 14

Gestern habe ich über die Schuldgefühle geschrieben, die Religionen vielen Menschen dafür vermitteln, dass sie Sex haben – und dass sie Spaß am Sex haben, an Sex denken oder über irgendetwas nachdenken oder sprechen, das mit Sex auch nur entfernt zu tun hat. Für viele ist Sex damit zu einem solchen Thema geworden, dass sie jede Art von Relation und gesundem Verstand in Bezug auf dieses Thema verloren haben. Alles, was damit zu tun hat ist einfach nur schrecklich.

Ich hatte einmal mit einem engen indischen Freund eine Unterhaltung über einen meiner Blogeinträge, in denen ich sagte, dass man offen sein und mit Kindern über Sex reden sollte – auf altersgemäße Weise. Ich erzählte ihm, dass ich auch mit meiner Tochter eines Tages über Sex reden würde. Dass ich möchte, dass meine Tochter volle Freiheit bei der Partnerwahl hat und auch selbst entscheiden wird, mit wem sie denn schlafen möchte. Es sollte auch ihre Wahl alleine sein, wer bei ihr ins Bett steigt – da werde ich mich sicher nicht einmischen!

Seine Antwort schockierte mich. Er sagte ‘Aber ich kann nicht mit meiner Tochter zusammen Pornos ansehen!‘

Ich nehme wirklich an, dass die meisten von euch nun etwas verwirrt sind und sich fragen, was das denn nun mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Doch nach einem kurzen Nachdenken muss ich sagen, dass ich bestürzt war über den Gedankengang hinter dieser Aussage, darüber, was er da impliziert und die Erkenntnis, dass Leute wirklich in diese Richtung denken.

Wirklich, wer würde so etwas tun? Wer würde sich mit seiner Tochter auf die Couch setzen, um Pornos anzusehen? Aber wer hat von so etwas überhaupt geredet? Als ob ‚über Sex sprechen‘ und Pornos ansehen das Gleiche wäre! Da liegen Meilen dazwischen!

Es scheint mir, als seien die Leute, besonders religiöse Menschen, so unglaublich engstirnig was das Thema Sex angeht, dass sie nicht einmal das Wort Sex sagen können, ohne selbst erregt zu werden! All ihre unterdrückte Sexualität kommt in dem Augenblick auf, in dem sie an einen nackten Körper denken! Nacktheit, Sex, Gespräche über Sex, das alles ist einfach zu viel für sie! Sie können nicht normal über Sex reden – also nehmen sie an, dass auch kein anderer das kann!

Aber – Überraschung! Wenn ich sage, dass ich mit meiner Tochter über Sex sprechen werde, habe ich nicht vor, ihr die besten Stellungen zu empfehlen, erogene Zonen zu zeigen oder erregende Literatur vorzuschlagen, geschweige denn mit ihr Pornos anzusehen! Es wird eine ganz normale Vater-Tochter Unterhaltung. Über die Wünsche unserer Herzen, der Reaktion unseres Körpers, wie natürlich das alles ist und auch über ihre eigene Verantwortung in diesem Bereich.

Tatsächlich hoffe ich, dass wir es schaffen, unsere Tochter auf eine Weise zu erziehen, die es uns möglich macht, über Sex zu reden, ohne dass wir uns schämen. Aber der Gedanke, dass das bedeuten könnte, ich hätte ein obszönes Gespräch mit ihr, ist, was die Gesellschaft so krank macht.

Die engstirnige Unterdrückung eines natürlichen Bedürfnisses. Das unglaubliche Zögern, Worte, die mit dem Thema Sex zu tun haben, auch nur auszusprechen. Erregung bei dem kleinsten Gedanken und Schuldgefühle, so viel Scham bei diesem Thema – das ist die Grundlage der kranken Mentalität, die wir in Indien heutzutage beobachten können. Die Unterdrückung wandelt sich in sexuelle Gewalt gegen Frauen.

Weil du ‘Pornos schauen’ hörst, wenn ich ‘über Sex sprechen’ sage.

Wer ist der mit den dreckigen Gedanken, du oder ich?

Ich liebe Sex – und das finde ich gut! – 6 Aug 14

Gestern habe ich erzählt, dass viele Inder, die den Frauen in ihrer Familie auftragen, sie sollen sich gut benehmen und sich züchtig anziehen, sich selbst gerne halbnackte Frauen online ansehen. Sie lieben es, haben jedoch auch sofort Schuldgefühle dafür, dass ihnen das gefällt. Schuldgefühle, wenn es um die eigene Sexualität geht – das kann nicht richtig sein!

Ich glaube, ich habe bereits irgendwann über die extreme Art, solche Schuldgefühle auszudrücken, geschrieben: wenn jemand nur Sex hat, wenn er sich fortpflanzen will. Ja, das gibt es wirklich! Es gibt extreme Hindu-Gruppierungen und Sekten, die sich schrecklich bemühen, diese Regel zu befolgen. Sie lieben einander nur körperlich, wenn sie ein Baby machen wollen. Ansonsten sollen Ehemann und Ehefrau miteinander leben, ohne einander intim zu berühren. Warum? Weil der Hinduismus ihnen sagt, es sei falsch, Geschlechtsverkehr zu haben, weil man daran Freude hat. Es ist falsch, Spaß am Sex zu haben.

Wenn man mit seinem Partner nun einmal Sex hat, so vergnügt man sich normalerweise dabei – das ist schwer zu vermeiden. Doch es zu genießen ist eine Sünde, also vermeidet man Sex an sich. Und wenn man nun einmal Sex haben muss, weil es der einzige Weg ist, ein Kind zu bekommen, schläft man nur zu fruchtbaren Zeiten miteinander, so schnell wie möglich und mit so wenig Freude und Spaß wie möglich, damit die Sünde so klein wie möglich bleibt. Ein klein wenig Befriedigung – sogar die Erleichterung, die man nach einem Orgasmus verspürt, der ja bekanntlich grundlegend ist für den Zweck der Fortpflanzung – reicht bereits aus, damit man Schuldgefühle bekommt. Obendrauf hat jemand gesagt, dein Samen sei das Wertvollste, was du jemals haben wirst und du hast gerade einiges davon für den Zweck geopfert, ein Baby zu bekommen!

Herzlichen Glückwunsch, du hast dich von Religion in ihrem Netz aus Drohungen, Sünde, Scham und Schuldgefühlen fangen lassen!

Das ist, nebenbei erwähnt, nichts, das nur dem Hinduismus zu Eigen ist! Der Islam hat sowieso eine verquere Sicht auf Sex und körperliche Freuden. Doch selbst vom Christentum habe ich ähnliche Geschichten gehört. Ältere Mütter und Großeltern geben jungen Kindern wertvolle Lektionen fürs Leben: Frauen, die sich selbst berühren, die gerne mit ihrem Mann liegen und es vielleicht sogar wagen, selbst einen Orgasmus zu bekommen, sind wie Prostituierte. Sex zu haben ist schmutziges, schändliches Verhalten – besonders für Frauen und Mädchen!

Ich finde, keines der Geschlechter sollte Scham oder Schuldgefühle haben! Nur so kann man das Leben voll auskosten! Wer mag denn keinen Sex? Doch mit dem Einfluss der Religion, liebt man es und fühlt sich hinterher schlecht.

Ich liebe Sex – und das finde ich gut!

Und ich hoffe, du auch!