Wer fordert vom Sofa aus gleiches Geld für alle? – 25 Nov 15

Vor einiger Zeit hatten wir einen Gast im Ashram, der eine sehr starke Vorstellung hatte, dass alle gleich sein sollten. Während wir in unserem Ashram an Gleichheit glauben, erklärte er uns einige seiner Ideen und Idealvorstellungen, denen ich und wir nicht wirklich zustimmen konnten. Eine davon war sein Glaube, dass jeder genau das gleiche Gehalt haben sollte, je nach der Dauer, wie lange er arbeitet. Und jeder sollte nur das arbeiten, was er gerne macht. Zusammen mit der Tatsache, dass er selbst eher faul war, hat mich das nicht wirklich überzeugt!

Ich verstehe die grundlegende Idee und kann einigen Punkten auf jeden Fall zustimmen: einerseits gibt es Menschen auf dieser Welt, die mit einem Minimum an investierter Zeit so viel verdienen, dass sie dieses Geld in ihrem Leben nicht ausgeben können. Andererseits gibt es Menschen, die den ganzen Tag lang arbeiten, ohne jeglichen Urlaub und sie schaffen es gerade so, über die Runden zu kommen. Es sollte mehr Gleichberechtigung geben und niemand sollte aufgrund von Geldsorgen verhungern.

Ich sehe die Lösung zu diesem Problem jedoch nicht in der gleichen Idee, die unser Gast hatte! Er erzählte mir, ein Arzt, ein Wissenschaftler, ein Bauarbeiter und eine Putzfrau sollten alle das gleiche Gehalt bekommen. Gleichzeitig sollten wir alle unsere Bedürfnisse reduzieren und mit so wenig wie möglich leben. Auf diese Weise würde jeder bekommen, was er braucht.

In der Theorie scheint das perfekt, aber im praktischen Leben kann das gar nicht funktionieren! Natürlich ist jedermanns Arbeit wichtig, egal, was sie tun, weil die Fliesen erst installiert und dann gesäubert werden müssen, bevor wir auf ihnen laufen und wissenschaftliche Arbeit betreiben können! Ein Arzt jedoch hat mehrere Jahre in sein Studium investiert und seine Arbeit rettet Leben. Er könnte genauso gut Geschirr waschen – aber andersrum geht das eben nicht.

Gleichzeitig sind wir auch alle noch unterschiedliche Menschen! Eine Person mag eine Aufgabe in viel weniger Zeit fertigbringen als eine andere Person. Wenn das wiederholt geschieht, ist der Erste einfach viel effizienter – und es wäre nicht überraschend, wenn er dafür auch mehr Geld bekommen würde, oder?

Wenn du nun nein sagst, die individuellen Fähigkeiten sollten Ausschlag gebend sein, wir sollten alle gleich nach der Zeit bezahlt werden, die wir einsetzen, so habe ich eine weitere Frage: was ist mit denen, die faul sind? Und wer bist du, dass du anderen erzählst, sie sollten ihre Bedürfnisse zurückschrauben? Vielleicht ist ihr Gefühl, was sie brauchen, anders als deines?

Und darum musste ich über die ganze Theorie dieses Mannes lachen: während er in seinem klimatisierten Zimmer saß, warm duschte und gute Mahlzeiten aß, hatte er kein echtes Interesse an der Arbeit, die er eigentlich machen sollte.

Während ich also wirklich glaube, dass wir den Armen helfen sollten und dass die meisten von uns etwas kürzer treten könnten, sind diejenigen, die die größten Reden halten, moistens diejenigen, die ganz bequem auf ihrem Sofa sitzen und das, was sie predigen, nicht befolgen.

Was zu tun, wenn Dinge nicht nach deinen Idealvorstellungen laufen – 24 Nov 15

Vor einiger Zeit habe ich über einen gewissen Idealismus geschrieben, der viel zu weit geht und dich in deinem Alltag unglücklich macht. Ich glaube, bestimmte Ideale und ein klares Konzept dessen zu haben, was gut ist und was nicht, ist im Allgemeinen für jeden von Vorteil und eine gute Sache. Wir müssen jedoch auch akzeptieren, dass die Welt nicht ideal ist – und dass wir nur unser Bestes geben können, um etwas zu ändern.

Und dafür gibt es jede Menge Möglichkeiten! Nehmen wir einmal deine Arbeit: du magst nicht in der Lage sein, alles drum und dran zu ändern, aber du kannst zum Beispiel versuchen, eine Arbeit zu finden, die deine Ideale unterstützt oder zumindest nicht gegen sie geht! Als Vegetarier arbeitet man zum Beispiel nicht beim Metzger. Nicht einmal im Büro – weil es gegen die Ideale geht. Es mag jedoch schwierig werden, eine Arbeit zu finden, die jedes einzelne deiner Ideale unterstützt!

Da will ich euch ein Beispiel geben. Du arbeitest also in einer Firma, die grundlegend mit deinen Idealen übereinstimmt und somit ist es eigentlich der perfekte Ort für dich zu arbeiten. Sagen wir mal, es ist ein Laden, der Bio-Nahrungsmittel und Fair-Trade-Gegenstände anbietet. Das passt ideal nach deinen Idealvorstellungen – außer einer gewissen Ecke in dem Laden: da gibt es auch eine Ecke für esoterische Gegenstände. Tarot-Karten, Kristallkugeln und die ganze Ausstattung für moderne Hexen, Hellseher und Heiler. Du findest das vielleicht nicht gut, glaubst, dass das Aberglauben schafft und unterstützt – aber du musst auch diese Gegenstände verkaufen!

Es ist nicht ideal – aber du kannst keine perfekte Welt schaffen! Auf dieser Welt gibt es alles und wer zu idealistisch ist, wird mit vielem, was auf der Erde geschieht, seine Probleme haben! Anstatt sich also an den Dingen aufzuhängen, die nicht perfekt sind, solltest du einen Weg finden, so nahe wie möglich an deine Ideale ranzukommen – und den Rest zu akzeptieren!

Bei vielen Dingen kommt man hier weiter, als man erst meint. Versuche es. Du kannst zum Beispiel rausfinden, dass deine Bank das Geld, das du dort gespart hast, darauf verwendet, Waffen- und Rüstungs-Exporte zu unterstützen für Kriege, die du absolut nicht gutheißt. Oder andere Projekte, die stark gegen deine Ideale gehen. Wenn dich das stört, forsche etwas nach und finde eine Bank, die stattdessen die Umwelt oder nachhaltige Projekte unterstützt – es gibt auch solche!

Vielleicht gibt es sogar einige dieser rote Fahnen für dich, die du im Augenblick nicht ändern kannst. In dem Fall, akzeptiere einfach, dass es im Moment so ist. Dass nicht alles auf der Welt ideal ist. Dass wir in der Zukunft gegen gewisse Dinge anarbeiten können, zum Beispiel mit der Zeit Gesinnungen ändern können. Lass dich von solchen Dingen nicht vollständig niedermachen. Werde auch nicht kalt – das ist es nicht, was ich da vorschlage. Du kannst stark das Gefühl haben, dass es falsch ist und versuchen, eine Veränderung zu bringen, wenn es möglich ist. Doch verschwende keine Energie darauf zu weinen oder wütend zu werden über Dinge, die du gerade nicht ändern kannst!

Es gibt immer eine Möglichkeit, es besser zu machen, selbst wenn diese langfristig ist oder man dafür ein besseres Beispiel sein muss. Du hast deine Ehrlichkeit und kannst darauf achten. Du musst da ja nicht unehrlich sein. Wenn dich die Umstände dazu zwingen – ändere etwas. Doch sonst, sieh die Schönheit, das Gute und sei glücklich!

Ich liebe Sex, Geld, Materielles sowie meine Frau und habe deswegen keine Schuldgefühle! – 19 Nov 15

Vor einiger Zeit hatten wir einen Gast im Ashram, der eine sehr fixe Weltsicht hatte. Gestern habe ich euch erzählt, dass es Menschen gibt, die dir immer ein schlechtes Gefühl geben wollen, egal, was du sagst oder tust. Dieser Mann war einer von ihnen – und ich möchte euch gerne ein Beispiel solchen Verhaltens geben.

Dieser Herr hatte einige kommunistische Vorstellungen, nannte sich selbst Atheist und war immer an einer Unterhaltung interessiert – was sich oft als Versuch herausstellte, andere runterzumachen. Auf diese Weise gingen wir einmal im Ashram spazieren und unterhielten uns, als er mich nach meiner Kleidung fragte. Es ist definitiv nicht das erste Mal, dass ich danach gefragt wurde. Eigentlich geschieht das recht oft. Dieses Mal jedoch schwang da eine gewisse Anschuldigung mit: wenn ich mich selbst Atheist nenne, warum trage ich dann solche Kleidung, die einen ganz anderen Eindruck erweckt?

In meinem Blog habe ich bereits erwähnt, dass ich mit meiner Kleidung keine Botschaft aussenden will. Ich liebe meine Kleidung einfach so, wie sie ist und habe keine Lust, etwas anderes anzuziehen.

Die Antwort hierauf war ein weiterer Angriff: was? Du liebst deine Kleidung? Heißt das, du liebst Materielles?

Oh ja, das tue ich! Ich liebe Materielles und ich verdiene gerne Geld. Ich liebe meine Arbeit, meine Frau und mein Kind! Ich habe mich nicht auf ein religiöses Dogma festgelegt oder auf irgendeine Art der Philosophie, die mir sagt, was ich lieben soll und was nicht! Ich lasse die Vorstellungen anderer Menschen nicht meine Gefühle diktieren!

Es gibt viele Leute, die glauben, dass Nicht-Anhaftung und Freiheit von Materiellem der richtige Weg ist. Es gibst auch viele Leute, die an Enthaltsamkeit und auch emotionale Freiheit glauben. In Indien sind das zumeist religiöse Sadhus. Im Westen sind das Menschen in der esoterischen Szene. Sie mögen unreligiös sein, haben jedoch trotzdem eine gewisse Ideologie und eine Vorstellung, was man anstreben sollte.

All diese Menschen glauben, dass wir unsere Kleidung nicht lieben sollten, dass wir Geld nicht lieben sollten und keine emotionale Verbindung zu den Menschen um uns herum aufbauen sollte. Sie können glauben, was sie wollen, doch ich will mein Leben genießen! Ich glaube es ist falsch, das nicht zu tun und so liebe ich meine Kleidung und auch meine Arbeit. Ich genieße es, Geld zu verdienen, genauso wie ich es genieße, armen Kindern zu helfen! Ich liebe meine Tochter und meine Frau, ich liebe Sex und ich liebe Komfort. Ich liebe es, Urlaub zu machen, wie ich es jetzt gerade in Deutschland tue, mit jeder Menge Zeit für Freunde und Familie!

Ich liebe es, das Leben zu genießen. Ich liebe das Leben und ich glaube, wir alle sollten es so viel wie möglich genießen. Wenn du anders denkst, so kannst du das – doch versuche nicht, mir aufgrund meiner Vorstellungen ein schlechtes Gefühl einzureden. Das wird dir nicht gelingen und so vergeudest du nur meine und deine Zeit. Ich werde nicht versuchen, dich zu überreden. Ich kann dir nur vorschlagen: versuche nur einmal, das Leben so zu genießen und zu lieben wie ich. Es ist es wert!

Die Falle der spirituellen Suchenden: eine endlose Suche nach einer Illusion – 30 Jul 14

Gestern habe ich bereits meine Ansicht angedeutet, dass Gurus und Religionen dafür verantwortlich sind, Leute zu Suchenden zu machen. Ich glaube, dass das absichtlich geschieht – so dass sie mehr Macht haben!

Ich sage euch, wie das geschieht: jemand ist nicht wirklich glücklich mit seinem Leben. Seine Familie, seine Arbeit, seine Finanzen oder sein Liebesleben, irgendetwas funktioniert einfach nicht. Er hat das Gefühl, dass ihm etwas fehlt, aber er kann nicht wirklich feststellen was. Also fängt er an zu suchen. Was er findet ist ein überwältigendes Angebot der Hilfe von spirituellen Meistern, Gurus und sogar Religionen.

Diese Person nennt sich selbst nun einen ‘Suchenden’ und ist sich sicher, dass er etwas verloren hat. Ihm wird glauben gemacht, dass er jemandem folgen kann, der weiß, was ihm fehlt. Der ihm den Weg zeigen kann. Aber er merkt nicht, dass diese Suche niemals enden wird!

Meister, Gurus, Religionen, sie alle wollen dir sagen, dass es da etwas Mysteriöses ist, das du nicht verstehst, nicht greifen kannst und das du nur durch sie findest. Nun hast du die Aufgabe, dich auf die Suche zu machen, kannst aber dieses Rätsel nie lösen, kannst aus diesem Labyrinth nie entkommen.

Nur mit dir, der Person, die sich als Suchender sieht, kann ihr Geschäft funktionieren. Sie sind nur dann erfolgreich, wenn sie immer mehr Leute wie dich haben. Wenn sie diese zum Narren halten und dazu bringen zu glauben, sie könnten ihnen irgendetwas geben. Dass sie sie an einen besseren Ort führen können. In Wirklichkeit wollen sie nicht, dass du findest, nach was du suchst. Darum wirst du auf ewig einer Illusion hinterherrennen. Einer Projektion von etwas irrealem, erfundenem. Einer Ekstase, die nicht wirklich glücklich macht.

Dein Glück kommt nicht davon, dass du Gott vermisst. Die imaginären Dinge, die sie dir geben können, werden dich nie zufriedenstellen. Denn du warst mit etwas in deinem materiellen Leben unzufrieden. Dir hat Liebe oder Zuneigung gefehlt, Geld oder Erfolg, ein Freund oder emotionale Unterstützung!

Es ist ein Mangel an weltlichen Dingen – und da zählt die Liebe für mich dazu – der dich auf diese Suche geschickt hat. Und wieder kann ich nur wiederholen: hör auf zu suchen und du wirst es finden. Lass dir nicht von jemandem eine Falle stellen, dessen Geschäft es ist, Suchenden illusionäre Lösungen anzubieten!

Hör auf zu suchen und du wirst es finden – 29 Jul 14

Gestern habe ich euch von einem Mann erzählt, der für eine Einzelsitzung zu mir gekommen war und mich nach dem Sinn des Lebens fragte. Es haben mich schon oft Leute nach solchen Philosophien gefragt und fast immer sagen sie ‚Ich bin ein Suchender‘. Was auch immer nach dieser Information kommt, ist der zweite Schritt, aber zuerst möchte ich euch einmal sagen, dass ich bereits diesen Ansatz für falsch halte!

Die Leute erzählen mir, dass sie nach etwas suchen. Sie sagen das, als wäre es eine Beschreibung für sie, eine Kategorisierung für wer sie sind. Aber sag mir doch einmal, nach was du suchst? Gott?

Wenn man sucht, bedeutet das, etwas ist verloren gegangen. Etwas ist nicht vollständig, dir fehlt etwas und du hast etwas verloren, nach dem du nun suchst. Wenn du das Gefühl hast, dass du nach Gott suchst, der höheren Kraft, der allmächtigen Energie, als die du dir ihn vorstellst, muss ich dich etwas fragen: ist Gott verloren gegangen? Wenn er verloren gehen kann, kann man ihn wirklich die höchste Kraft nennen? Er kann ja nicht einmal darauf achten, dass er nicht verloren geht! Nein, das kann nicht sein.

Als Antwort erzählen mir die Leute, dass sie selbst verloren gegangen seien, nicht Gott.

Eine weitere Wendung, ein weiterer Gedanke. Nun bist DU derjenige, der nicht Acht gegeben hat und verloren gegangen ist. Ist es da nicht ein schöner Gedanke, sich einem Meister, Guru oder vielleicht sogar einer Institution wie Religion anzuschließen, so dass man wieder auf seinen Weg zurückfindet. In was für eine schöne Situation du doch da gebracht wurdest!

Wenn du so suchst, suchst du noch dein ganzes Leben lang und wirst nie das finden, wonach du suchst. Du wirst immer ein Anhänger, ein Suchender bleiben.

Ich habe noch niemanden sagen hören ‚Ich war auf der Suche und habe gefunden, nach was ich gesucht habe!‘

Du musst aufhören zu suchen. Sonst besteht dein ganzes Leben aus dieser Suche. Du bist in deinem Leben unzufrieden, das ist der Grund, warum du meinst, auf diese Suche gehen zu müssen! Sobald du das erkannt hast, kehre zu deinem normalen Leben zurück und sieh, was du hast. Finde heraus, welcher Teil deines Lebens es ist mit dem du unzufrieden bist. Was genau fehlt dir? Es ist nicht Gott oder irgendeine mysteriöse Kraft, das kann ich dir versichern.

Du musst im wahren Leben Erfüllung finden, nicht in einer imaginären, unechten Fantasiewelt! Die Vorstellungskraft bietet dir Zweifel – dein wahres Leben bietet dir wahres Glück!

Genieße die Welt um dich herum. Ja, genieße die materielle Welt, egal, wie seltsam sich das für deine spirituellen Ohren anhören mag. Die materielle Welt genießen bedeutet, dass man in das Leben eintaucht und dessen verschiedene Geschmacksrichtungen probiert! Wenn du mit deinem Leben glücklich und zufrieden bist, hast du nicht die Idee, auf die Suche zu gehen, etwas finden oder erreichen zu wollen. Du merkst, dass es alles hier ist, dass du das alles bereits hast.

Liebe, Glück, Zufriedenheit

Höre auf zu suchen und du wirst es finden.

Nur unzufriedene Menschen fragen nach dem Sinn des Lebens – 28 Jul 14

Vor Kurzem hatte ich eine Sitzung mit einem Mann, der einige recht typische Fragen hatte. Natürlich denke ich, wenn ich eine solche Unterhaltung mit jemandem habe, an meinen Blog und euch Leser, sicher, dass es euch auch gefallen würde, bei uns zu sitzen und am Gespräch teilzuhaben. Da das natürlich nicht geht, schreibe ich unsere Worte für euch in diesen Blogeintrag.

Der Mann, der zu einer Einzelsitzung zu mir kam, erzählte mir, dass er alles in allem eigentlich recht zufrieden war mit seinem Leben. Er war Rentner, hatte Familie und einige Hobbies, an denen er wirklich Freude hatte. Yoga war eines davon. Er fügte jedoch hinzu, dass es in seiner Yogaklasse viele Leute gab, die sich selbst als Suchende bezeichnen und ihn fragten, ob er denn nicht auch nach Antworten auf die ‚Grundfragen des Lebens‘ suche: warum bin ich auf dieser Erde? Was ist mein Sinn und Lebenszweck?

Er meinte auch, dass er nun das Gefühl hatte, er müsse auch eine Antwort finden oder zumindest danach suchen. Er hatte bereits unterschiedliche Möglichkeiten in Betracht gezogen, darunter auch die Vorstellung, dass dieses Leben nur eine von vielen Inkarnationen ist und dass man so gut wie möglich leben sollte, so dass man eines Tages Nirvana, die völlige Befreiung, erreicht. Er fragte mich, was ich dazu dachte.

Ich antwortete, dass ich all diese Fragen eigentlich für unwichtig hielt. Du lebst hier und jetzt. Solange du hier auf dieser Erde bist und alles hast, was du dir wünscht, warum machst du dir solche Sorgen? Du bist gesund, hast Essen, hast Familie und Freunde. Du erzählst mir sogar, dass du jetzt gerade richtig glücklich bist! Warum also ist das überhaupt wichtig?

Diese Fragen sind für diejenigen und von denjenigen, die unglücklich sind. Die nie mit dem zufrieden sind, was sie in ihrem Leben haben. Du bist hier, jetzt! Statt dich jedoch darauf zu konzentrieren, anstatt sicherzustellen, dass du das bekommst, was dir fehlt, denkst du an die Zeit nach diesem Leben!

Niemand weiß, was kommen wird und was passiert, nachdem wir unseren letzten Atemzug genommen haben. Aber ich glaube, dass es eigentlich egal ist. Wirklich, es ist für diesen Augenblick nicht wirklich relevant.

Meiner Meinung nach fördern nur Religionen und Leute, die die spirituelle Verwirrung anderer ausnutzen, solche Fragen, blasen sie auf, machen sie immer größer und stellen sie dadurch als extrem wichtig dar, was sie überhaupt nicht sind.

Sei einfach glücklich im Hier und Jetzt. Bist du das? Dann fange nicht an, nach etwas zu suchen, das fehlt und lass dich nicht mit Fragen verwirren, die sowieso keine richtige Antwort haben. Lass nicht zu, dass andere dich verwirren! Sei glücklich mit wer du bist und was du hast – du brauchst nicht anfangen zu suchen!

Mein Freund, der Religionslehrer, der nicht glaubt – 17 Jul 14

Ich habe einen Freund in Deutschland, den ich jedes Mal treffe, wenn wir hier sind und der Religionslehrer ist. In Deutschland ist Religion ein Unterrichtsfach in der Schule, mit der Möglichkeit katholisch oder evangelisch christlichen Unterricht zu wählen oder stattdessen auch das nicht-religiöse Fach ‚Ethik‘, wenn man sein Kind keines von beiden lernen lassen will. Da ich wusste, dass mein Freund nicht wirklich eine religiöse Person ist, fragte ich ihn dieses Mal: ‚Unterrichtest du nur Religion oder glaubst du auch daran?‘

Seine Antwort: ‘Oh, ich unterrichte nur, ich glaube nicht!‘

Ich fand seine Erklärung dieser Tatsache recht interessant und dachte, vielleicht wäre das auch für euch etwas. Die Hauptsache ist, so meinte er, dass er die Bibel nicht als heiliges Buch ansah, sondern als Sammlung alter, religiöser Texte. Laut ihm sind es nicht, wie manche Leute glauben, wörtliche Aufzeichnungen der Worte Gottes, sondern eher eine Zusammenstellung von Geschichten, geschrieben von unterschiedlichen Leuten, sogar zu verschiedenen Zeiten mit dem Ziel, mit Beispielen und Symbolen eine Botschaft zu übermitteln.

Das muss man erkennen, wenn man sich die Bibel ansieht. Sie ist voller Symbole und Metaphern, die Leute in alten Zeiten brauchten, um die Nachricht dahinter zu verstehen. Man kann das also nicht wörtlich nehmen, man muss herausfinden, was sie sagen wollten. Und man muss erkennen, ob diese Botschaft in die heutige Zeit passt oder nicht.

Das Interessante ist laut ihm jedoch eher wissenschaftlich: in der heutigen Kultur und dem heutigen Leben kann man den Einfluss der Religion sehen, dieser Texte und Werte, die sie bereits vor Tausenden von Jahren vermittelt haben. Es sind historische Dokumente, die uns die Entwicklung unserer Gesellschaft zeigen! Die Werte, das Verhalten, die Sprachen und der Lebensstil von Europäern ist vom Christentum geprägt worden!

Es gibt andere Religionslehrer, sogar an der Schule meines Freundes, erzählte er, die die Bibel wirklich wörtlich nehmen! Sie glauben und unterrichten diese alten Texte Wort für Wort. Das ist natürlich lächerlich und die Schüler wissen das auch – aber es gibt alle Arten von Menschen und darum sollte man meiner Meinung nach auch so etwas wie eine Religionsklasse haben: die Möglichkeit, dass ein verrückter Führer einer christlichen Sekte versucht, deine Kinder für sich zu gewinnen, ist einfach zu groß! Dieses Feld ist einfach zu voll von Behauptungen, die man nicht beweisen kann und Möglichkeiten des Fanatismus, dass für mich nur ein rein wissenschaftlicher Ansatz Sinn macht.

Ich verstand also, als mein Freund sagte ‚Ich bin ein Wissenschaftler, kein Geistlicher. Wir haben beide Theologie studiert, aber es sind ganz unterschiedliche Wege!‘

Erlöse dich selbst von Religion und sei glücklich, anstatt auf eine Erlösung nach dem Tod zu warten! – 16 Jul 14

Kennt ihr Leute, die immer negativ scheinen, wenn es um ihr Leben geht? Ich erinnerte mich vor kurzem an einen religiösen Grund, den zumindest Hindus hierfür haben können. Eine Berechtigung, unglücklich zu sein: laut dem Hinduismus, beginnst du dein Leben in Sünde.

Die Hindu Religion glaubt, wie ihr wahrscheinlich bereits wisst, an Reinkarnation. Nach der Philosophie ihrer Schiften glauben sie jedoch auch, dass jedes Mal, wenn ein Mensch geboren wird, eine Seele tief fällt.

Wenn eine gute Person stirbt, glauben Hindus, dass er gutes Karma übrig hat. Deswegen geht er in einen temporären Himmel. Sobald er sein gutes Karma dort ‚aufgebraucht‘ hat, muss es wieder auf die Erde zurück, weil er da noch was zu erledigen muss. Er ist noch nicht befreit, sonst hätte er gar nicht erst in den Himmel gemusst – seine Seele wäre einfach frei und mit der großen Seele der Schöpfung vereint. Die ganze religiöse Anstrengung eines Hindus geht dahin, Befreiung zu erlangen und nicht mehr in dieses Leben zurückkommen zu müssen! Er will einfach nicht mehr wiedergeboren werden!

Das Konzept ist also, dass deine Reinkarnation von Grund auf, etwas Schlechtes ist. Man hat immer einen Wunsch: wenn ich doch nur nicht wiedergeboren wäre, wenn ich doch nicht mehr in diesem Universum wäre, wenn ich doch nur schon befreit wäre! Du sagst praktisch: wäre ich doch einfach nicht geboren worden! Nun machst du jede Art der Anstrengung, die du findest, um diesen Fluch der Wiedergeburten loszuwerden. Du betest mehrmals pro Tag, machst Pujas, die Verehrung der Götterstatuen, gehst in den Ganges, um im heiligen Wasser zu baden und machst jedes Jahr Pilgerreisen.

Du bist von Lebensbeginn an ein Sünder. Wie könntest du da jemals glücklich sein?

Ich habe gehört, dass die gleiche Geschichte auch im Christentum existiert! Ich kenne mich da nicht im Einzelnen aus, aber sie glauben, dass wir alle nur auf dieser Welt sind, anstatt im Paradies, weil Eva, die Mutter aller Menschen, Gottes Regeln nicht einhielt und einen Apfel vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen hat. Sein ganzes Leben lang versucht man nun, eine gute Person zu sein, Gott zu lieben und zu Jesus zu beten, auf dass er, der für die Sünden der Menschheit gestorben ist, dich retten kann.

Religion will dich in einem Schuldgefühl halten. Schuldgefühle für eine Art der Sünde, von der du nicht einmal was weißt, die du nicht selbst begangen hast! Du wurdest aufgrund dieser Sünde geboren und kannst diese Tatsache nicht ändern!

Du solltest also dein Leben diesem Gefühl leben, alles dafür tun, die Gnade eines imaginären Gottes zu erfahren. Wie solltest du in deinem Leben jemals glücklich sein, wenn es das ist, woran du glaubst?

Die Religion sagt dir, wie du nach deinem Tod Erlösung erlangst – aber wenn du wirklich glücklich sein willst, musst du dich selbst zu Lebzeiten erlösen!

Warum willst du, dass ein Guru die Führung über dein Leben übernimmt? – 22 Jul 13

Heute ist in Indien Guru Purnima, der Tag der Meister. Es ist ein Tag, an dem jeder Schüler seinen Guru ehrt. Selbst wenn er das ganze Jahr nicht an ihn denkt, kommt er an diesem Tag, wäscht die Füße seines Gurus, zeigt seine Hingabe und überrascht ein Geschenk sowie etwas Geld. Selbst wenn er weit weg ist, wird er ihn anrufen, um ihn zu grüßen. Ich habe die Rolle des Guru selbst gespielt und kenne die Szene sehr gut. Ich habe mich geändert und zwar so sehr, dass ich heute das, was ich vor Jahren selbst empfohlen habe, vollständig ablehne. Und damit auch das Prinzip des Guruismus.

Ich glaubte und predigte das, was in den Schriften steht: ohne Guru erreicht man keine Erlösung. Erlösung ist das, wonach alle streben – also sollte jeder einen Guru finden, der ihn zur Erlösung bringt.

Heute habe ich das Gefühl, dass diese Bedingung der Grund ist, warum es in diesem Bereich so viel Korruption gibt. Unschuldige, leichtgläubige Menschen kommen und sie lehren ihnen drei Dinge:

1. Man kann nur Erlösung finden, wenn man einen Guru hat.

2. Man kann nur einen Guru haben, genau wie man nur einen Vater haben kann.

3. Dem Guru musst du alles widmen, was du hast und was du tust. Er übernimmt Verantwortung für dich und dafür musst du tun, was er sagt.

Von dem Augenblick an, in dem du von deinem Guru eingeweiht wirst, widmest du ihm alle deine Rituale. Du folgst seinem Rat und betest mit dem Gedanken an ihn. Du wirst freiwillig und freudig zur Marionette dieses Meisters mit seinem Versprechen, dass er dich aus dieser Welt der Illusion herausholt. Offensichtlich mögen diese Gurus die Macht und alles, was damit kommt. Darum sagen sie es sei ein Muss und notwendig, die Einweihung durch einen Guru zu haben. Um ihre Anhänger bei sich zu halten, fördern sie die Regel, dass jeder Anhänger nur einen Guru haben kann.

Dieses ganze System ist meiner nach wie für den Missbrauch gemacht, der in den vergangenen Jahrzenten und Jahrhunderten stattgefunden hat. Diese Gurus bekommen sehr viel Macht über die Gedanken dieser Menschen und sie missbrauchen diese Macht wissentlich, um Reichtum zu erlangen und nicht nur ihre körperlichen Bedürfnisse zu stillen, sondern auch ihre sexuellen Fantasien, die nicht selten die Grenze dessen überschreiten, was man ‚normal‘ nennt. Es ist falsch, was da geschieht.

Meiner Meinung nach ist ein Guru nur ein Lehrer, im grundlegenden Sinn des Wortes. Wenn man etwas lernen will, braucht man einen Guru. Als ich zur Schule ging, nannte unsere ganze Klasse unseren Lehrer ‚Guruji‘, um ihm Respekt zu zeigen. Es ist egal, wer es ist, jeder von dem du lernst, sei das eine jüngere oder ältere Person, kann dein Guru sein. Und es ist egal wie viele Gurus man hat, wer auch immer dir etwas beibringt, ist dein Guru.

Werde nicht zur Marionette eines anderen. Gib jedem, von dem du lernst, den Respekt eines Guru, aber mache dich nicht von einer Person vollständig abhängig. Schaffe eine Beziehung von Lehrer und Schüler – der Aspekt der Göttlichkeit ist da absolut unnötig.

Manch einer mag nun dagegenhalten, dass man einen spirituellen, religiösen Guru braucht, wenn man etwas zu den Schriften und zur Religionsphilosophie lernen möchte. Ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, genau das zu lernen. Heute jedoch möchte ich euch frage: warum willst du diese Philosophie überhaupt lernen? Meiner Meinung nach ist das vollkommen nutzlos. Du willst ein ehrliches und glückliches Leben leben. Warum brauchst du dazu die Veden, den Koran oder die Bibel? Mit dem Studium dieser Bücher grenzt du nur dein Sichtfeld ein, schränkst du deinen Weg ein und verwirrst dich selbst. Wenn du diese Philosophie also nicht brauchst, wozu brauchst du dann einen Guru?

Sei dein eigener Guru. Lass deine eigene Liebe, Bescheidenheit und Moral dein Guru sein. Sie werden dir ein guter Führer sein, wenn du sie nur lässt.

Wenn ich Gott bin, du Gott bist und wir alle Gott sind, wem erzählst du das denn? – 21 Jun 13

Bestimmt habt ihr irgendwann einmal schon von der Vedanta Philosophie gehört, der Philosophie, die besagt ‘Ich bin Gott, du bist Gott, alle sind Gott‘. Diese Philosophie lehrt also, dass alles um dich herum Gott ist. Es gab eine Zeit, in der ich von dieser Philosophie sehr angetan war, aber heute würde ich euch gerne von ein paar Gedanken erzählen, die ich zu dieser Philosophie hatte, sobald ich aufhörte, an Religion und sogar an Gott zu glauben.

Wenn alles und jeder Gott ist, wem versucht man denn dann eigentlich, das beizubringen? Du bist Gott – warum also predigst du über Gott? Wenn du Gott bist, solltest du über bestimmten Dingen stehen, zum Beispiel darüber, andere von dir überzeugen zu wollen. Entweder solltest du in der Lage dazu sein, sie dazu zu bringen, an dich zu glauben, weil du ja allmächtig bist, oder es sollte dir nichts ausmachen, dass sie nicht an dich glauben, weil du ja weißt, dass du wirklich existierst.

Aber warte mal, wenn jeder um dich herum auch Gott ist, stellt sich nicht nur die Frage, warum du predigest, sondern auch, wem du predigst! Wenn der andere auch Gott ist, sollte er genau wissen, dass jeder Gott ist, genau wie du es ja auch weißt. Wie kommt es also, dass man ihnen etwas über Gott beibringen muss?

Das bedeutet also, dass du entweder nicht wirklich glaubst, dass du Gott bist oder dass du nicht wirklich glaubst, dass der andere, der dir zuhört, Gott ist. Das bedeutet, dass du eigentlich nicht an das glaubst, was du da gesagt hast! Deine Philosophie hört sich schön an, die Worte lesen sich gut, aber mehr steckt da nicht dahinter!

Mit diesem Worten kann man niemanden, der Schmerzen hat, trösten und auch nicht seine Stimme gegen jegliches Falsch, jede Art der Ausbeutung, Diktatur oder Tyrannei erheben. Warum nicht? Weil derjenige, der etwas falsch macht, der Tyrann, der Diktator, ja, jeder Verbrecher, Mörder und Vergewaltiger auch Gott ist!

Man kann nicht einmal mehr andere lieben! Warum, fragt ihr, wenn es eine liebe Person gibt und man meint, der andere sei wie Gott, kann man doch sicher ihn oder sie lieben! Doch um jemanden zu lieben, braucht man doch mindestens zwei, oder nicht? Ihr seid aber doch alle eins!

Nein, theoretisch hört es sich sehr schön an, aber in der Praxis macht diese Theorie für mich nicht mehr viel Sinn. Sie zeigt mir nur wieder einmal, wie Religion einen erfundenen Charakter, ‚Gott, dieses Mal eben nicht in einer bestimmten Form sondern ‚in allem‘ verwendet hat, um die Menschen zum Narren zu halten. In all den Schriften gibt es so große Widersprüche, dass es erst einmal ewig dauert, bis man eine Idee verstanden hat und dann muss man alles vergessen, um eine weitere Philosophie zu lernen. Aber man wird nie in der Lage sein, irgendeine von ihnen jemals anzuwenden! Du kannst also deine dicken, großen Bücher weggräumen und Religion einfach mit ihren komplizierten Philosophien, die einen nur durcheinanderbringen, hinter sich lassen!

Am Ende braucht man keine Schrift, keinen Gott und keine Philosophie, um ehrlich und in Liebe zu leben.