Bestimmt habt ihr irgendwann einmal schon von der Vedanta Philosophie gehört, der Philosophie, die besagt ‘Ich bin Gott, du bist Gott, alle sind Gott‘. Diese Philosophie lehrt also, dass alles um dich herum Gott ist. Es gab eine Zeit, in der ich von dieser Philosophie sehr angetan war, aber heute würde ich euch gerne von ein paar Gedanken erzählen, die ich zu dieser Philosophie hatte, sobald ich aufhörte, an Religion und sogar an Gott zu glauben.
Wenn alles und jeder Gott ist, wem versucht man denn dann eigentlich, das beizubringen? Du bist Gott – warum also predigst du über Gott? Wenn du Gott bist, solltest du über bestimmten Dingen stehen, zum Beispiel darüber, andere von dir überzeugen zu wollen. Entweder solltest du in der Lage dazu sein, sie dazu zu bringen, an dich zu glauben, weil du ja allmächtig bist, oder es sollte dir nichts ausmachen, dass sie nicht an dich glauben, weil du ja weißt, dass du wirklich existierst.
Aber warte mal, wenn jeder um dich herum auch Gott ist, stellt sich nicht nur die Frage, warum du predigest, sondern auch, wem du predigst! Wenn der andere auch Gott ist, sollte er genau wissen, dass jeder Gott ist, genau wie du es ja auch weißt. Wie kommt es also, dass man ihnen etwas über Gott beibringen muss?
Das bedeutet also, dass du entweder nicht wirklich glaubst, dass du Gott bist oder dass du nicht wirklich glaubst, dass der andere, der dir zuhört, Gott ist. Das bedeutet, dass du eigentlich nicht an das glaubst, was du da gesagt hast! Deine Philosophie hört sich schön an, die Worte lesen sich gut, aber mehr steckt da nicht dahinter!
Mit diesem Worten kann man niemanden, der Schmerzen hat, trösten und auch nicht seine Stimme gegen jegliches Falsch, jede Art der Ausbeutung, Diktatur oder Tyrannei erheben. Warum nicht? Weil derjenige, der etwas falsch macht, der Tyrann, der Diktator, ja, jeder Verbrecher, Mörder und Vergewaltiger auch Gott ist!
Man kann nicht einmal mehr andere lieben! Warum, fragt ihr, wenn es eine liebe Person gibt und man meint, der andere sei wie Gott, kann man doch sicher ihn oder sie lieben! Doch um jemanden zu lieben, braucht man doch mindestens zwei, oder nicht? Ihr seid aber doch alle eins!
Nein, theoretisch hört es sich sehr schön an, aber in der Praxis macht diese Theorie für mich nicht mehr viel Sinn. Sie zeigt mir nur wieder einmal, wie Religion einen erfundenen Charakter, ‚Gott, dieses Mal eben nicht in einer bestimmten Form sondern ‚in allem‘ verwendet hat, um die Menschen zum Narren zu halten. In all den Schriften gibt es so große Widersprüche, dass es erst einmal ewig dauert, bis man eine Idee verstanden hat und dann muss man alles vergessen, um eine weitere Philosophie zu lernen. Aber man wird nie in der Lage sein, irgendeine von ihnen jemals anzuwenden! Du kannst also deine dicken, großen Bücher weggräumen und Religion einfach mit ihren komplizierten Philosophien, die einen nur durcheinanderbringen, hinter sich lassen!
Am Ende braucht man keine Schrift, keinen Gott und keine Philosophie, um ehrlich und in Liebe zu leben.
Related posts
Der unsinnige Glaube, Gott hätte bei der Zerstörung tausender Leben seinen Tempel gerettet – 5 Mai 15
Warum nennst du deine guten Wünsche ein ‘Gebet’, wenn du weder an Gott noch an Religion glaubst? – 30 Apr 15
‘Gott macht nur seine Arbeit’ – Religiöse Gläubige erklären Nepals Erdbeben – 28 Apr 15
Gebete für Erdbeben-Opfer in Nepal? Zu wem? Demjenigen, der das alles verursacht hat? – 27 Apr 15
Agnostizismus kann ein Übergang sein, keine Endstation – 16 Jan 14
Ganesha und Spiderman – für Kinder zwei gleichwertige Superhelden! – 17 Sep 13
Gläubige betrügen sich selbst, wenn sie meinen, Gott hätte einen Grund für alles Schlechte auf der Erde – 20 Jun 13
Ich habe kein Problem mehr mit deinem Gott, wenn… – 19 Jun 13
Was bringt die Angst vor Gott? Gute Moral oder geistige Probleme? – 18 Jun 13
